Indiana Tribüne, Volume 28, Number 195, Indianapolis, Marion County, 10 April 1905 — Page 5
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Der selbstherrliche Seutenant. Und sein Toppelgesichtiger Filipino-Tiener. Von F. A.
Was der wirkliche Name dieses jungen Infanterie - Lieutenants der Armee der Ver. Staaten war, thut nichts zur Sache- er sei hiermit als Lieutenant Leichtfuß vorgestellt. Im Uebrigen war er ein tapferer Kriegsmann, auch mit etlichen sonstigen Vorzügen ausgestattet? ooch wird sich obiger Name jedenfalls als ein zutreffender Charaktertitel erweisen. Erst 25 Jahre war Lieutenant Leichtfuß alt; aber er hatte nicht nur ein unabhängiges Commando, sondern war so gut wie unumschränkter Herr und Gebieter der Philippinen - Provinz Balobalo und Constabler-Capi-tän. Eine solche Rolle zu spielen, war stets sein Ideal gewesen; auch er wollte lieber in der Provinz der Erste, als in Rom der Zweite sein, und eben darum hatte er sich um dieses Sondercommando beworben. Daß er das Ziel, wenigstens das erste Ziel feines Ehrgeizes so schnell erreicht hatte, stieg dem jungen Mann natürlich etwas in den Kopf. Er war indeß ein ziemlich gütiger Gouverneur, und neben seinen Ämtspflichten verfolgte er auch noch eine Herzensangelegenheit, und zwar eine ganz ehrenhafte. Doch ich will nicht vorgreifen. Es war ein kühler Abend, und unser Held saß auf der Veranda des alten steinernen Hauses, welches in früheren Tagen das Heim eines spanischen politischen Großmoguls gewesen war. Nachdenklich blickte er über das Thal und über die wogenden Feldern in die Ferne bis zum Arayat, dessen Gipfel gerade im Licht des aufgehenden Mondes zu schimmern begann. Der Regierunqsnn der Provinz war ein gewöhnliches Filipino - Dorf im Innern von Luzon: eine steinerne Kirche nebst Kloster, wie es von den spanischen Mönchen zurückgelassen worden war, das besagte steinerne Haus für den Gouverneur, und sonst lauter leichtgebaute Budchen von verschiedenen Graden der Eleganz oder derArmseligkeit. Wie die meisten Bewohner tropischer oder halbtropischer Länder, brachten diese Dörfler den Abend im Freien so vergnüglich zu, wie sie konnten, mit Musik und Gesang und Gelächter. Aber der junge Gouverneur hatte kein Ohr und Auge dafür, er hörte nur das Lachen von Lippen Tausende von Meilen über der mondbeleuchteten See und die Musik einer Stimme, die schon seit 24 Monaten. 3 Wochen und 2 Tagen nicht mehr an sein leibliches Ohr gedrungen war: er führte nämlich darüber ein genaues Tagebuch, und seine private Zeitrechnung datirte nicht von Christi Geburt oder von der amerikanischen Unabhängigkeit, sondern von dem Tage an, da sein Transportboot von San Francisco abgefahren war, und er sich von Bessie Carrington verabschieden mußte! Gerade jetzt hielt er wieder einen Brief von ihr glückselig in der Hand, und in die Stube gehend, wo eine Kere brannte, las er ihn zum sechsten Male durch, als ob derselbe etwas enthielte, das zu gut sei, um wahr zu sein, und das sich am Ende gar verflüchtigen könnte, wenn er es nicht oft mit den Augen festnageln würde. Gerade vor Sonnenuntergang war der Postbote aus San Carlos angelanat, und der glückliche Empfänger hatte seitdem nicht viel Anderes gethan, als immer wieder diesen Brief zu lesen. Zehn enggeschriebene Seiten war die Epistel stark, und erst auf der letzten standen die bedeutungsvollen Worte: Jch werde am 24. September in Manila ankommen, und Du mußt mich dort treffen. Wenn Du dann siehst, wie alt ich geworden bin, und noch immer mich zu heirathen begehrst, da, dann wird wohl noch auf den Inseln der eine oder andere Gottesmann zu finden sein, den Ihr bösen Soldaten noch nicht weggejagt habet." Strahlenden Gesichtes las Leichtfuß diese Stelle immer auf's Neue, und die rosigsten Visionen stiegen vor seinem Geiste auf, bis endlich sein getreuer Filipino - Leibdiener Jose ihn mit allem Resvect daran erinnerte, daß schon Mitternacht vorüber, und es für meinen Capitän" Zeit sei, schlafen zu gehen. Das war ein Juwel von einem Diener! Leichtfuß hatte ihn kennen gelernt, während er auf der Insel Negros mit der Jagd auf Rebellen zu rhun gehabt hatte, und seitdem war er ihm als Leibdiener, Koch, Berather in allerhand privaten Dingen, ja als Freund schier unentbehrlich geworden. Und Niemand war so eifrig in der Betheuerung seiner Ergebenheit für die Americanos", wie Jose. Wie alt er eigentlich war, das ließ sich schwer sagen. wie bei den meisten Orientalen, unzweifelhaft stand er irgendwo zwischen dem 20. und dem 60. Lebensjahr. Im Uebriqen aber kannte ihn sein Herr gründlich oder glaubte es wenigstens und war stolz auf ihn und zugleich auf sich, nämlich wegen feiner Erfolge in der Erziehung eines so mufterhaften Dieners. Mich kann hier keiner mehr foppen," sagte er oft, ich
, kenne den asiatischen Charakter durch und durch." Jose machte auch anscheinend nie aus seinem Herzen eine Mörvergrübe ; nur sein Alter blieb sein Geheimniß. Nun, das rft eine Schwache, die nicht ausschließlich bei Evastöchtern vorkommt.
Die Nacht war noch nicht vorüber, als der Ort in heftige Aufregung gerieth. Ein Eilbote kam über die Berge mit der Kunde, daß Ladrones" ein nicht garnisonirtes Dorf überfallen hätten und es plünderten. Leichtfuß brach mit seiner Constablermannschaft eilends auf, verfolgte die Ladrones in das Gebirge hinein, lieferte ihnen ein Gefecht und zersprengte sie. Aber erst in der folgenden Mitternacht konnte er wieder in Balobalo sein. 2. Das Erste, was der Provinzial-Ge-waltige that, als er sein Hauptquartier wieder erreichte, war, ein Licht anzuzündt und sofort nach dem Schlafgemach Jose's zu gehen. Dieser schlief allem Anschein nach friedlich. Er hatte den einen, nackten Arm ausgestreckt, und an diesem bemerkte Leichtfuß die unverkennbare Narbe des Filipino-
Geheimbundes Katipunan", von der Wunde, welche sich die Mitglieder am Arme machen, wenn sie ihren Schreckenseid mit ihrem Blute unterzeichnen! Der Befehlshaber bewegte die brennende Kerze vor Jose's Augen hin und her; aber die geschlossenen Lider zuckten nicht. Als er mdeß an das Handgelenk griff, fühlte er, daß die Pulse heftig schlugen. Er hatte sich nicht getäuscht: es war Jose s Gestalt, welche er aus den Reihen der Ladrones in dem Gebirgskampf fliehen sah! Aufgestanden! qebot er streng. Jose schlug die Augen weit auf, und ohne ein Wort zu sagen, erhob er sich und folgte seinem Herrn in das Empfangszimmer. Dann aber fiel er plötzlich, in Thränen ausbrechend, auf die Knie und flehte um Gnade. Er gestand Alles, und in Zusammenhangslosen Sätzen gelobte er künftige unoerbrüchliche Treue, bis zum Tode. Ach, es wäre ja schrecklich, wenn er jetzt sterber mußte, noch so jung und ein Bräutigam, der sich nächstdnn vermählen sollte! Dieser letzte Appell traf die weichste Stelle im Herzen seines Gebieters, und seine Augen schweiften nach jenem kostbaren Brief, den er unter einen Leuchter auf dem schweren Mahagonitisch gelegt hatte, um ihn jeden freien Augenblick auf's Neue zur Hand zu nehmen. muvr am lebte oie sein flehen fort. O, es war ein reizendes Mädchen, das von seinem Heimaths - Eiland eintreffen sollte, um die Seinige zu werden, am 24. September. Und jetzt sollte sie ihn nur als Leichnam finden! Leichtfußens Herz pochte mit mächtigen Schlägen. Ein seltsames Zusammentreffen der Schicksalsfügung! Monarchen pflegen ja bei ihrer Vermählung oder einem sonstigen freudigen Familienereigniß Missethäter zu begnadigen. Hier war eine sehr schöne Gelegenheit, ein Gleiches zu thun, nur daß Leichtfuß keinFürst war, sondern selbst als Provinzial - Gouverneur seinem vorgesetzten Oberst verantwortlich, und das Begnadigungsrecht nicht zu seinen Amtsprivilegien gehörte, sondern seine Ausübung ihn vor ein Kriegsgericht bringen konnte. Er wußte natürlich das Alles ganz genau, und lange schwankte er zwischen der Pflicht und einem anderen Gefühl. Endlich behielt der Gedanke an seine Geliebte jenseits des Wassers dieOberHand; es war ihm, als ob Bessie selber ihn inspirirte, diesmal auf eigeneFaust in aller Stille Gnade walten zu lassen und anderen Liebenden ihr Glück nicht zu zerstören, damit er auch das seine ungetrübt genießen könne! So verzieh er denn seinem getreuen Diener unter dem Siegel der Berschwiegenheit. Jose strömte von Dankesbezeugungen über, und am nächsten Tag ging er in den Wald hinaus, holte seine vergrabene Flinte und händigte sie seinem Herrn ein. Auch übergab er ihm sein Anting - Anting", und wenn ein Filipino das aufgiebt, so darf man wohl mitBestimmtheit sagen, daß er den Kriegspfad für immer verlassen hat. Denn dies ist ein Amulet, welches der erfahrenste Magier" der Inselgruppe angefertigt hat, und das den Träger gefeit gegen amerikanische Kugeln machen soll, unfehlbar wirkend, oder Geld zurückerstattet! So verwandelte sich also Jose in einen wirklichen und wahrhaftigen Amigo", trotz der besagten Geheimbund-Narbe, vie sich natürlich nicht ausmerzen ließ. Leichtfuß aber erfreute sich einer Reihe ziemlich ungestörter Tage, in denen er mehr seiner fernen Herzenskönigin, als dem Onkel Sam leben konnte. Mt jedem Postgang sandte er eine neue Antwort auf Bessie's inhaltsreichen Brief. Er versäumte auch nicht, seiner Angebeteten von Jose zu erzählen, und wie ihre Liebe stärker gewesen sei. als Dienstpflicht und Verordnungen, und seinem auf Abwege gerathenen Diener Freiheit und Leben und einem Liebespaar das künftige Glück gerettet habe. Es war eigentlich recht gefährlich, so etwas dem Papier anzuvertrauen, denn auch Briefe haben ihre Schicksale. Doch was thun Verliebte nicht Alles? Bessie gab denn auch ihren dreifachen Segen dazu; ja sie gelobte im Voraus. Jose und seine kleine braune Braut als ihren Pflegebruder und ihre Pflegeschwester zu behandeln und sie für immer zu lieben, und sie meinte, das Schönste wäre, die beiderseitige Hochzeit gemeinschaftlich zu begehen. Das war aber sogar für Vicekönig Leichtfuß die Romantik doch etwas zu weit getrieben, zumal es zu unbequemen Fragen führen konnte! S. Der 24. September war endlich her
angekommen. Gegen Tagesanbruch war der Postdampfer in Manila fällig, und schon vor Sonnenaufgang war der glückliche martialische Bräutigam zur Stelle und hielt auf der Lunetta" Ausschau. Bald sah er denn auch den schwarzen Rauch des Postdampfers fern über der Bai; und als er. auf der Pinasse des Hafenmeisters rasch näher kommend, Bessie sich über das Verdeckgeländer lehnen sah, da verschwamme ihm Land und Meer und das glänzend heraufgestiegene Tagesgestirn zu einem Bilde zauberischer Herrlichkeit, als wäre es der erste Schöpfungsmorgen, bereitet für ihn! Er glaubte, die Morgensterne zusammensingen zu hören. Alles verlief nach Wunsch und Programm. Kurze Zeit weilten die Liebenden in Manila; aber eine Woche später langten sie mit der StationsAmbulanz", welche von schwerfälligen Wasserbüffeln gezogen wurde, in ihrem Königreich Balobalo an. Gleich dem Einzug eines Fürsten wurde auch dieser von der Bevölkerung gefeiert; die Häuser waren geschmückt, und die Eingeborenenkavelle spielte auf dem öffentlichen Platz lustige Weisen. Selbstverständlich hatte Vicekönig Leichtfuß seiner Neuvermählten auch noch mündlich viel von seinem Leibdiener erzählt und ihre Bewunderung für seine außerordentliche Kenntniß und vollkommene Beherrschung des verzwickten asiatischen Charakters eingeheimst. Sogar in seinem Liebesgeplauder kam er immer wieder darauf zurück, und Bessie brannte auf der ganzen Fahrt vor Verlangen, den lieden Jose" und seine kleine braune Braut von Angesicht zu Angesicht kennen zu lernen. Richtig, an der Thüre des Regierungsgebäudes stand auch schon Jose, seines Herrn harrend. Aber was war das für eine Gesellschaft neben ihm, diese verschrumpfte alte Vettel, dieses dralle junge Frauenzimmer und dieser Bengel von etwa drei Jahren im Kostüm der völligsten Unschuld? ..Meine Gattin. Capitän." sagte Jose mit einer tiefen Verbeugung und einem Schwenken der Hand nach der alten Vettel hin; ..und hier" mit einer weiteren Handschwenkung nach der
jungen Frauensperson hin meine Tochter; und hier" mit einer Handschwenkung nach dem kleinen braunen Cherub, welcher jetzt sein Gesicht in den Falten des mütterlichen Rockes verbarg mein E n k e l!" O meine Güte!" riesBessie aus und streifte ihren jungem Gemahl mit fragendem Blinzeln. Dieser aber war in seinem ganzen Leben noch nicht so aus den Wolken gefallen, wie in diesem Augenblick, und das Gesicht, das er machte, war alles Andere eher, als imponirend. Ja ja Sie sagten mir doch" entrang es sich mühsam seinen Lippen. Jose ersparte es ihm, den Satz zu Ende zu bringen. Ganz treuherzig fiel er ein: Ich weiß ja, mein Capitän. Will mein Capitän auf die vernünftigste Erklärung seines gehorsamsten Dieners hören? Die Sache ist nämlich die: Ich habe ihn gelesen, den Brief, so rührend und bedeutsam. Hat nicht der edle Capitän mich selber diese Kunst gelehrt? Und dann, als das Leben des armen Jose durch sein thörichtes Herz in Gefahr gebracht wurde, nun, da fielen ihm diese Dinge ein; er kannte des Capitäns große Liebe, und er erkühnte sich, diese edle Eigenschaft anzurufen, um seinen Hals zu retten. Ist es nicht so, mein Capitän? Und sehen Sie, Jose ist ein treuer Mensch und ein Mann von Wort." Damit reichte er mit einer graciösen Armbewegung seinem Herrn eine schriftliche Bescheinigung vom Priester des Pfarrspiels hin, welche besagte, daß der Pfarrersmann wirklich am 24. September Maria Delgardo von der Insel Negros, 55 Jahre alt. mit Jose Martinez, 52 Jahre alt. getraut habe. Aber wo kommt denn die Tochter und der Enkel her?" fragte Leichtfuß flammenden Auges. Sehr einfach, mein Capitän," erklärte Jose weiter; vor Jahren, als wir noch sehr jung waren, wurden Maria und ich in dem fernen Ncgros ehelich verbunden; um aber meinem Capitän Wort zu halten, haben wir uns am 24. September auf's Neue trauen lassen. Ich weiß, mein liebes Frauchen sieht sehr alt für eine Neuvermählte aus. Es ist sehr zu bedauern, daß unsere orientalischen Frauen so früh verblühen. Ich wünsche der Neuvermählten meines Capitäns die ewige Jugend. Und nun, Adios! Ich kehre nach meinem Negros zurück, wo ich bald die Ehre erwarte, als Bewerber um das Amt eines Ortspräsidenten aufzutreten. Mein Capitän hat meine ewige Dankbarkeit. Adios!" Und mit vielen Complimenten zog die Filipino - Familie ab. Ja, im pünktlichenWorthalten sind die Asiaten groß," bemerkte Leichtfuß ein wenig später zu seiner Bessie, habe ich Dir das nicht schon zuvor gesagt?" Bessie's Bewunderung war aber diesmal nur eine mäßige. Bald darnach traf ein Brief von dem Oberst ein. welcher Leichtfußens Vorgesetzter war. Der Inhalt verblüffte den Adressaten beinahe noch mehr, als jene Scene bei der Rückkehr von Manila! Die Zeilen tanzten vor seinen Auqen, als er las: Mein lieber Leichtfuß! Diese Mittheilung ist durchaus unamtlich. Während Sie auf Ihrer Hochzeitstour nach Viaan hinauf waren, kam ein Einae-
borener NamenS Jose in daS Haupt-
quartier, und nachdem er Strafnachlaß verlangt und den Treueid für die Ver. Staaten abgelegt hatte, machte er eine Anzeige gegen Sie, weil Sie sich unterfingen, auf eigene Faust einen Ladronen zu begnadigen. Es war indeß ein so unzweifelhafter Fall von Liebe und jugendlicher Herzensschwäche Ihrerseits, daß der alte Mann es nicht über sich gewinnen konnte, die einschlägigen Schritte zu thun, und es mir überließ, die Geschichte nach Gutdünken zu erledigen. Da Sie das Mädchen geheirathet haben, von dem ich einst thöricht genug war, zu hoffen, es könnte einem solchen alten Graukopf, wie ich, hold sein ich besah aber nur einen niedlichenKorb so erlaube ich mir, ein Hochzeitsgeschenk zu machen, indem ich diesen Fall zwischen den Akten verschwinden lasseit, aber auf Ihr Versprechen hin, sich niemals wieder die Begnadigungsmacht anzumaßen, oder wieder ein Mädchen zu heirathen, in das ich mich in meinen alten Tagen verguckt habe!" 0 der liebe, gute Oberst!" rief Bessie aus, die, an seine Seite gelehnt, ebenfalls den Brief gelesen hatte. Aber der asiatische Charakter," fügte Gouverneur Leichtfuß langsam hinzu, hm, der ist doch ein verflucht verwickeltes Ding." Bessie wußte jetzt eine Stelle, wo ihr Herr Gemahl sterblich war. Hinter den Kulissen per Comedie Francaise. Maurice Boissard erzählt Anekdoten über die Comedie Franaise und ihre mächtigen Sozietäre, von denen einige hier wiedergegeben werden mögen. Man studirte ein Stück ein, in dem die neun Musen als stumme Personen, von Figurantinnen dargestellt, auftreten sollten. Der Regisseur ordnet die Scene, weist jeder der auf der Bühne befindlichen Personen ihren Platz an. Im Hintergrund des Theaters bestimmt er auch den Platz der neuen Statistinnen. Neun Musen?", meint da Mounet Sully, der große Tragödie, mit nachdenklicher Miene, das sieht noch nach nichts aus, sinden Sie nicht? Nehmen wir doch zwölf!" Mlle. eine gute Schauspielerin, will die Comedie verlassen. Sie macht dem Direktor &lax6l6 ihre Abschiedsvisite. Also Sie wollen wirklich von uns weggehen?" fragt er. Ja, unwiderruflich." Wie? Haben Sie schon mit einer anderen Bühne einen Vertrag abgeschlossen?" Nein, das noch nicht, aber ich habe bereits mein Wort gegeben." So", sagt da der Direktor liebenswürdig und erleichtert, na, dann läßt sich noch alles arrangiren." ,Jn dem Stück Eine Familie zu Luthers Zeiten" mußte Mounet Sully eine Bibel haben. Er wollte nun durchaus ein Exemplar aus dieser Zeit in der Hand halten. Vergebens machte ihm Clarti6 deutlich, wie schwer es sei, einen Druck aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts aufzubringen und mit welchen beträchtlichen Ausgaben sein Verlangen verbunden sei. Doch der Tragöde beharrte bei seinem Wunsche. Clarti6 läuft also bei allen Antiquaren von Paris herum, und es gelingt ihm auch, eine so alte Bibel aufzutreiben. Ganz strahlend bringt er sie dem Heldenspieler der nimmt sie, besieht sie mißtrauisch, endlich wirft er sie vor den ängstlichen Direktor auf einen Tisch und sagt mit jener nasalen und dröhnenden Stimme, die man aus seinen großen Rollen kennt: Nein, die will ich nicht. Damals war das Buch doch neu!" Die Advokatur in der Borzcit. Aus der Vergangenheit der Advokatur schöpft die Geschichte der Rechtsanwaltschaft von Adolf Weißler. Man ersieht daraus, wie verhaßt und verachtet der Advokat in der Vorzeit war. Wie sehr sich auch das Ansehen des Rechtsanwaltsstandes im 19. Jahrhundert hob, so hatte sich doch aus der schlechten alten Zeit manches erhalten, das seinem guten Rufe hinderlich war. In Württemberg und Sachsen kam es noch vor, daß abgesetzte und gar zu Freiheitsstrafe verurtheilte Staatsbeamte zur Advokatur zugelassen wurden. In Hannover bot man den Advokaten im Termine keinen Stuhl an, das Oberappellationsgericht in Lübeck war sogar so kleinlich, jedes Mal den Titel Herr", den ihnen die hanseatischen Gerichte zu geben pflegten.zu streichen. Oeffentlichkeit und volle Mündlichkeit im gerichtlichen Verfahren, für die die hannoversche Prozeßordnung vom 8. November 1850 vorbildlich wurde, eröffneten der gerichtlichen Beredsamkeit, von der man früher nichts gewußt hatte, ein vielversprechendes Feld: das Talent konnte sick jetzt vor aller Welt zur Geltung bringen. An berühmten Vertheidigern, deren Namen weit über unsere Grenzen hinaus bekannt geworden sind, hat es Deutschland in der zweiten Hälfte des verflossenen Jahrhunderts auch nicht gefehlt. Ehrlich. Polizeihauptmann: Sie haben sich bei mir für den Poltzeidienst gemeldet. Es kommt vor allen Dingen darauf an. daß Sie ehrlich und gewissenhaft sind. Wenn Sie nun ein Packet mit 100.000 Mark finden. was thun Sie dann?" .Gar nichts mehr."
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