Indiana Tribüne, Volume 28, Number 195, Indianapolis, Marion County, 10 April 1905 — Page 4
Jndtana Tribüne. 10 April 1903,
DC
Em
Zndiana Tribüne, Hnaulgegeden von dn Vttt Indianapolis, Ind. Harrtz C. Zhudium Präsident. GeschäftSlocalt Ro 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269 Kr.tered t the Post Office oi IndianapolU a second class matter. Urtheile über die russischen Riederlagen. Daß man in militärischen Krei sen aller Länder dem Verlaufe des oftafiatischen Krieges gefolgt, ift selbstverständlich. Nach den letzten Kämpfen bei Mulden haben sich nun verschiedene militärische Autoritäten über die Kriegführung ausgesprochen. Hier einige der Urtheile: General - Leutnant v. BoguSlawSki schreibt in der Täglichen Rundschau": Die Bertheidiger Kuropattin'S, die in ihm noch immer ein großes Feld Herrngenie und einenstedeutsamen Plan witterten, müssen nun wohl schweigen. So wenig wir geneigt sind, vom grünen Tische aus Verdammungsurtheile zu fällen, so wird eö doch erlaubt sein, die Thatsachen sprechen zu lassen und nach diesen sich eine Meinung zu bilden, so lange nicht besondere Umstände an's Licht treten, die Kuropatkin etwa entlasten könnten. Die politische Tragweite der Schlacht in Bezug auf den Eindruck im Inneren Rußland's, die der Besetzung der alten Kaiserstadt Mukden in ihrer Wirkung auf die gelbe Raffe find nicht zu ermessen. Die Ursachen der russischen Niederlagen liegen sehr tief. Wenn die Dynafiie unkriegerisch geworden ift, kann man keine gute Armee haben und nicht zum Kriege ordentlich vorbereitet sein. Man denke an unsere Prinzen in den Kriegen des großen Kaisers! Wo find die russischen Großfürsten?" General Meckel, der ehemalige In ftruktor der japanischen Armee, der jetzt in Groß'Lichtenfelde lebt, bewerthet den japanischen Siegifolgendermaßen: Die Eroberung der altderühmten Hauptstadt der Mandschurei giebt dem janischen Sieg eine große Bedeutung, besonders in der chinesischen Welt. Aber die Hauptsache ift doch, daß die russische Armee geschlagen ift, und zwar von einer Minderzahl in einer seit Monaten mit allen Mitteln der Kriegskunft befestigten Stellung. Damit ift endgültig bewiesen, daß der japanische Soldat dem russischen bedeutend überlegen ift. Wenn die russische Armee auch ohne größere Einbuße ihre im voraus befestigte Stellung bei Tieling erreicht, was zur Stunde noch nicht übersehen werden kann wird sie so stark erschüttert sein, daß sie längere Zeit der Ruhe und starke Verftärkun. gen bedarf, um wieder dem Feinde ernstlich die Spitze bieten zu können. Wie langsam aber die Verstärkungen eintreffen, haben wir aus dem bisherigen Verlauf deS Krieges gesehen. Sie kann die Japaner nicht hindern, daß dieselben der neuen Stellung gegenüber sofort die umfaffenden Positionen einnehmen, die ihnen, nachdem sie sich von den übermenschlichen Anstrengungen der letzten Wochen erholt haben, Aussicht auf einen erneuten erfolgreichen Angriff gewähren. Somit bedeutet der Sieg der Japaner bei Mukden wenn nicht die Entscheidung ves FeldzugeS, so doch eine Wendung, welche die letzte Entscheidung nahe rückt." Generallieutenant von Gaul, der unter Graf Waldersee die China-Ex-vedition mitmachte, sprach in einer Sitzung der Deutsch-Asiatischen Gesell, schaft zu Berlin über die gigantischen Erfolge und sagte u. A.: Was das Jnselvolk in diesen letzten Tagen geleistet hat, verdient unser höchstes Erstaunen. Es iß eine geradezu phänomenale Leistung gewesen, was einem so furchtlosen und braven Gegner gegenüber, wie der russischen Armee, das japanische Heer vollbracht hat. Die Führung war genial, und für die Hingabe und Tapferkeit der Truppen giebt eS nicht Worte des LobeS genug. So ift ihre Haltung übrigens mührend des ganzen Krieges gewesen, und hinter dem Landheer ift die Flotte wahrlich nicht zurückgeblieben. Ich will auf das Thema von der gelben Gefahr" nicht eingehen und mag mich nicht in politische Conjekturen darüber einlassen, ob sich Japan nunmehr kulturell und wirtschaftlich zum unb dingten Gebieter über das chinesische Reich machen wird. Ader, meine Her ren, sagen müssen wir es uns freilich,
daß es ja wider alles Naturgesetz wäre.
wenn eine Nation, die so erstaunliche Kräfte entwickelt hat und dieser sich be wußt geworden ift, wenn diese Nation ihre Kräfte nicht weiter bethätigen und ausnutzen wollte. Niemand wird das von diesem regen und regsamen Volke erwarten. Die Frage steht nur so, nach welcher Richtung die Japaner ihre Kräfte tragen und wie sie diese verwenden werden. Daß sie sich China zu. wenden werden und China sich ihnen, damit wird wohl zu rechnen sein. Schon aus Furcht vor Japan wird China es thun. Und wenn eö seine Jnftruktoren für Heer und Marine von dem Jnselreich bezieht, wie eS hier voll Besorgniß betont wurde, so weiß ich nicht, wo die Chinesen bessere Erzieher für ihre Wehrkräfte hernehmen sollten, als aus den Reihen der Ofsiziere, die bei Mukden gekämpft." Endlich nntersucht Generalmajor Keim im Tag", warum man fast allgemein mit einem Sieg der Russen gerechnet und warum eS anders ge kommen. Er schreibt: Der letzte Akt deS KriegSdramaS in der Mandschurei scheint begonnen zu haben. Die Prophezeiungen von Umschwung der Dinge zu Gunsten der Russen, sowie einmal Kuropatkin über die nöthigen Trupgenmassen verfüge, find nicht in Erfüllung ge gangen. Man kann den betroffenen Propheten daraus insofern keinen Vorwurf machen, als wohl so ziemlich alle Generalftäbe der continentalen Armeen jene Auffassung theilten. Solchem allemeinem Irrthum müs sen ober auch allgemeine Ursachen zu Grunde liegen. Und so ift es auch in der That. Da ift erftenS die euro. püische Collegenschaft gegenüber den asiatischen Conkurrenten. Wie kann Letzterer eS wagen, eine Armee. welche überall als ein furchtbares KriegSinftrument galt, wiederholt und jetzt augenscheinlich entscheidend zu schlagen ? Da ift zweitens die rage de nombre", welche in Verbindung mit einer etwas mechanischen Auffassung vom Wesen des Krieges Letzteren gleich sam zu einem Rechenexempel macht. Ungefähr nach der Formel: Kuropatkin verfügt Anfang März über 350,000 biS 360.000 Mann, dabei über eine weit überlegene Kavallerie (240 ruffische Schwadronen gegen 80 javanische), während die Japaner höchstens nur 280.000 bis 300,000 Mann im Felde haben. Dazu Roh,'rücklauf-Geschütze auf russischer Seite und außerdem nunmehr neue festgefügte europäische Armeecorps mit Regimentern von ruhmvollster Vergangenheit. Endlich der ebenso berühmte wie geheimnißvolle Operationsplan des russischen Coerfeldherrn, welchen angeblichen Plan übrigens anzuzweifeln ich mir stets ge stattet habe. Also eS unterlag keinem Zweifel, daß demnächst eine allgemeine russische Offensive beginnen werde und damit die Siegeslaufbahn Kuropat kinS. Allerdings wußten besonders unterrichtete Leute zu verkünden, daß diese Offensive wahrscheinlich Ende April er folge, mit Rücksicht auf die schlechten Wegeverbindungen und schwierigen Ge ländeverhältniffe während deS FrühjahreS. Und nun warten die Japaner diese todtfichere Offensive Kuropattin'S gar nicht ab, sondern gehen zu einer solchen über, trotz schlechter Jahreszeit und trotz ihrer numerischen Unterlegenheit. Das KriegSglück ift ihnen hold dabei, wie stets dem Kühnen hold war und auch immer sein wird. Die tU herige Entwickelung der kriegerischen Ereignisse in Oftafien hat unter bcrn Gesichte der Völkerphyfiologie in gewis. ser Beziehnng eine gute Seire. Der Krieg zeigt, daß selbst gegenüber der brutalen Macht eines RiesenftaateS, wie Rußland, die geistig, ethisch und technisch potenzirte Macht eines viel kleineren Staates im Stande ift, fich nicht allem zu behaupten, sondern fich auch die Chancen eines siegreichen Kriegeö zu sichern. In gewissem Sinne zeigt fich die Ueberlegenheit des Geifti gen über die Materie." T e r r e H a u t e, 9. April. W. S. Statter, ein 30jähriger Bremser an der Big Four, wurde von einem Passagierzuge erfaßt und 50 Fuß weit fortgeschleudert. Er erlitt trotzdem nur einen Kinnbackenbruch und einige leichte Hautabschürfungen. Jeffersonville, 9. April. Der frühere Capitän W. F. Ciöco wird eine Untersuchung veranstalten betreffs der Todesursache deS John Sauer, der w der St. Elmo Wirthschaft in Louiöville zu Tode kam. Die Wittwe nimmt an, daß er das Opfer eines An grins war.
Vergiftetes Znckerwerk.
Frau Carry SimS, No. 57 Ehester. Avenue, erhielt durch die Post eine Schachtel mit vergiftetem Candy" zugeschickt. Als sie die Schachtel öffnete, entquoll derselben ein solch' ekelhafter Geruch, daß kein Zweifel über den fragwürdigen Zustand des Inhalts übrig blieb. Frau SimS hat nicht die geringste Idee, wer der Sender sein kann. Grundeigenthums - Uebertragungen. James E. Twiname an William Huber, Lot 21, Twiname's erste Add., 40 bei 148 Fuß, vacant, östliche Seite der Ringgold Str., südlich von Cottage Ave. 600. John S. Pearson an Henry F. Resener, Lot 5, Block 8, Barth Erben Add., 40 bei 148 Fuß, vacant, Westliche Seite der Ringgold Str., südlich von Cottage Ave. 8000. Charles E. Hoingsworth an Anna Woldt u. A., Theil von Lot 38, Bruce'S Add., 34 bei 72 Fuß, Verb., südliche Seite der 25. Str., östlich von Park Ave. $3200. JameS A. Green an John B. AmoS, Lots 2 bis 5. Cooper's Prospect Str. Add., 128 bei 160 Fuß, vacant, südwestliche Ecke Trowbridge Str. und Prospect. S1600. W. H. Heiny an Elizabeth H. WtKinney. Theil von Lot 28, Meadland Grandview Add., nordöstliche Ecke von Bellefontaine und 20. Str. $500. Samuel B. Todd an Harry Hunte?, Lot 216, Ogles u. A. Eaft Park Add., südlich von New York Str. $2300. Charles F. M. Linian an Sallie E. Adams, Lot 57. Johnson & HogshireS Oft Washington Str. Add., nördlich von New York Str. $1000. South Park Land Co. an George P. Hammerle, Lot 93, Sauth Park Add., östlich von Eaft Str. $2085. Israel H. George an Clara Landis. Lot 6 und 7, Block 4, Indianapolis Car Co. '3 Add., südlich von 19. Str. $1100. Frederick Topp an SeptimuS H. Smith, Lot 56, Block 3, Topp'S Garden Place Add., 40.45 bei 132 Fuß, verbessert, Westseite Graceland Ave., südlich von 31. Str. $3500. Herman I. Heicher an Austin O. SimS U.A., Lot 31, Block 7. Fletcher'S Süd Brookfide Add., 40 bei 151.10 Fuß, verbessert, Westseite La Salle. nördlich von 11. Str. $1350. Andrew Anguck an Elise Bollier, Tot 89, Dunlov u. A. Sub., Theil von Morris' Add., 30 bei 110 Fuß, Verb., nördliche Seite der Nebraska Str., westlich von New Jersey Str. $1,300. Patrick I. Lawler an Lena Vogel, Lot 57, South Park Add., 35 bei 100 Fuß, verb., südliche Seite der Parkway Ave., östlich von Eaft Str. $2,000. Thomas E. Spafford an Rason D. Sanders, Lots 19 und 20, Wm. H. Traub's Add., 80 bei 130 Fuß, verb., südliche Seite der New York Str., weft. lich von Lynn Str. $2,200. Arthur V. Brown an Mary Baeyer, Lot 6, Miller'S Sub., Theil von Car. son Farm, 35 bei 141 gliß, verb., östliche Seite der Meridian Str., nördlich von Raymond Str. $1,500. Lewis E. Rothrock an CitizenS' L oan and Deposit Company, Lot 25, Block 16, Lincoln Park, 41 bei 136.45 Fuß, vacant, östliche Seite der Delaware Str., nördlich von 24. Str. 1,200. Carl I. Baker an Elmer Dunn, Lo 84, McCarty'S erste Westseite Add., 39 bei 153.3 Fuß, verb., östliche Seite der Blaine Ave., südlich von Lambert Str. $1,300. John F. Liebrich an Elizab. Tibbs, Lot 127, 1. Sect., Weft Park Add., 38 bei 135 Fuß, verbessert, Westseite Holmes Ave., nördlich von Washington Str. $2500. Fred Cline an Jacob Wenger. Theil Lot 12, Ruckle' Subd., Theil Block 7, Johnson'S Erben Add., 40 bei 60 Fuß, verbessert, Südseite 19. Str., östlich von Ruckle Str. 83800. Allen W. ReynoldS, Truftee, an denselben dasselbe Eigenthum, $750. Mary A. Renihan an Elizabeth Collier, Lot 40, LazaruS & Pierce'S Meridian Place Add., östliche Seite von Meridian Str., südlich von 22. Str., $10,000. JameS Collier an James Renihan. Lot 4. MeanS & Thayer'S Sub., Outlot 82, südliche Seite von Wash. ington Str., öftlich von Liberty Str.. $3,500.; Derselbe an Mary A. Renihan, Lot 3, dasselbe Eigenthum, $3000. Elmer L. Wilson an Homer R. Pence, Lot 146, Johnson fc Hogshireö O. Washington Str. Add., 40 bei 130 Fuß, verbessert, Oftseite Jefferson Ave. südlich von New York Str. $2500.
Giftmorde.
Der Giftmord ist wohl eine der äU testen und die gefiirchtetste Form aller Verbrechen. Zn gewissen Zeiten, im alten Rom, im 16. und 17. Jahrhundert der modernen Geschichte hatte er eine solche Ausdehnung gewonnen, daß sich niemand mehr sicher fühlte. Ohne Geräusch, heimlich, schleichend, unfehlbar und unentdeckbar tödtete das Gift die Menschen, ein unstchtba- ! rer und unfaßbarer, furchtbarerFeind. Damals konnte die Chemie noch nicht die Gifte bestimmen, noch nicht ihre Existenz nachweisen. Die Justiz war machtlos. Heute vermag die Wissen schaft wohl die einzelnen Stoffe zu analysiren, die sich etwa noch in den Eingeweiden der Opfer finden oder äußere Verheerungen zurückgelassen haben. Aber oas Verbrechen ist stärker als die Wissenschaft. Manchen Giften gegenüber ist alles Wissen machtlos; DU gitalis, Atropin, alle Gifte, die auf das Herz wirken, lassen keine Spur zurück, da diese Substanzen, auch in kleiner Menge eingegeben, dem Schlag des Herzens förderlich sind und, in großen Mengen genossen, einen Herzschlag hervorrufen, ohne sich mit dem Blute zu mischen. Das ist der Stoß eines unsichtbaren Dolches, der ins Herz trifft. Das Verbrechen schreitet mit der Wissenschaft Schritt für Schritt vor; es steht im Schatten und nutzt alle ihre Entdeckungen aus. Früher gingen die Giftmischer empirisch vor. Locusta versuchte in Gegenwart Nero's ihre Gifte an Sklaven. Sie hatte eine genaue Kenntniß der Pflanzen und ihrer Wirkungen, wie sie die heilkundigen, Kräuter suchenden Frauen seit langem besaßen. Lucrezia Borgia scheint wohl zuerst durch chemische Mischungen und Versuche Gift bereitet zu haben. Ihre Canta rella war ein weißes Pulver, das wohk aus einem arsenikhaltigen Salz bestand. Die Hochrenaissance verstand dann noch auf raffinirtere Art zu töd ten: durch den Duft vergifteter 23Iiu men, durch Handschuhe und Par, füms. Von Katharina von Mediä erzählt man, sie hätte sich eines Messers be dient, dessen Klinge nur an einerSeite vergiftet war, so daß sie damit einen Apfel oder eine Orange zerschneideu konnte, deren eine vergiftete Hälfte ih. ren Feind tödtete, während sie selbst die andere Hälfte ohne jede Gefahr aß Die großen Giftmischerinnen der späteren Zeit, die so schnell und geschick: reiche Erbonkel und lästige Ehemänner verschwinden ließen, die Brinvilliers, die Vonsin, benutzten wohl auch ein Arsenikpslver, das ihnen irgend ein Alchimist im heimlichen Laboratorium bereitete. Noch Mme. Lafarge gebrauchte Arsenik, doch der Arzt de Lapommerais wandte Digitalis an, des sen unauffindbar stille Wirkungen er kannte. Der belgische Giftmischer de Bocarme löste Nikotin in dem Kaffee seiner ahnungslosen Opfer auf, und Mme. Jonniaur, die Heldin des großen Giftmischerprozesses vor einigen Iah ren, wandte Morphium an, das seh? schnell wirken kann, aber auch ganz langsam und Die Opfer fast gar nicht belästigt. Diamantstaub, Pulver aus Glas, die den Magen zerschneiden sollen, manche andere solche Mittel sind kein Gift. Aber das furchtbarste und entsetzlichste Gift, das ein Verbrechen völlig verbirgt und unabwendbar wirkt, hat die moderne Medizin entdeckt: die Mikroben. Wie leicht kann man von einer Kultur von Typhusbazillen genug in eine Tasse Thee oder Bouillon werfen, um den, der sie genießt, am Typhus sterben zu lassen, und kein Arzt der Welt kann an dieser Krankheit, die normal verlaufen ist, die Spuren eines Verbrechens nach weisen. Ignatz Paderewöty, ver wieder in den Ver. Staaten Concerte giebt, bringt die Autographenjäger in dieselbe Verlegenheit, in der sie letzten Winter waren, als die Künstler des Opernhauses sich weigerten, ihren Namenszug zu schreiben, wenn nicht $1 pro Unterschrift für den Schauspielerfonds gezahlt wurde. Der Pianist verkauft seine Unterschrift zu Gunsten des Chopin - Denkmals, welches in Warschau errichtet werden soll. Der einfache Namenszug kostet $1, ein alt Noten kostet das Doppelte. Herr Paderewsky hat schon ein kleines Sümmchen für den Fonds gesammelt, aber die Nachfrage nach seinem schätzbaren Namenszuge hat unzweifelhaft nachgelassen. MitRücksichtaufdie Postsachen für Einwanderer hat der Einwanderungs - Commissär Watchorn ans Ellis Island eine Anordnung erlassen, wonach die Beamten ihre persönliche Post nicht länger auf Ellis Island empfangen dürfen. In dem bezüglichen Eraß sagt der Commissär, daß der Geschäftsgang durch die Vertheilung von persönlichen Postsachen gestört wird, weil die Vertheilung derselben durch Beamte geschieht, welche auch die Post für die Einwanderer zu sortiren haben und diese Beamten nur dazu da sind, dienstliche Obliegenheiten zu erfüllen. Es kam vor, daß ein Schreiben für einen Einwanderer, dessen Namen dem eines Beamten glich, als für den Beamten bestimmt, liegen blieb, bis sich der Irrthum herausstellte. In Zukunft müssen die Beamten auf Ellis Island ihre Briefe nach ihren Privatadressen schicken las-sen.
Allerlei für' HanS. Das Ranzigwerden der Butter beruht auf einer Zersetzung des Butterfettes und der Ausscheidung flüssiger Fettsäure. Butter aus fehlerhaftem, namentlich stark gesäuertem Material und schlecht bearbei..t, reich an Käsestoff, wird schnell ranzig. Gute, sorgfältige Behandlung der Milch, überhaupt des Butterungsmaterials, sowie die strengste Reinlichkeit in Hm steht der Gefäße und Milchlokale beugen dem schnellen Ranzigwerden am besten vor. Uebrigens ist die Wiederherstellung ranziger Butter nicht unmöglich. Hierzu 'bedient man sich der frischen Misch, mit welcher man die Butter tüchtig durchknetet; wenn dies geschehen ist, knetet man sie nochmals mit frischem Wasser und giebt ihr die ursprüngliche Form wieder. So behandelte Butter soll so gut wie ganz frisch bereitete schmecken. Der Grund dieser Erscheinung liegt darin, daß die Vuttersäure, welche sich in der ranzigen Butter gebildet hat und den üblen Geschmack u.Geruch verursachten frischer Milch sich leicht auflöst. Das nochmalige Kneten im frischen Wasser hat den Zweck, die vielleicht in der Butter zurückgebliebene Milch zu entfernen. Seidene Gegen st ände zu waschen. Auf trockene Weise Waschen in erhitztem Mehl. Auf nassem Wege Kartoffelwasser. Man reibe sauber geschälte Kartoffeln auf einem Reibeisen, presse dieselben durch ein Tuch und schütte zu dem durchgelaufenen Kartoffelwasser noch genügend frisches Wasser dazu. Der sich noch bildende Bodensatz kann als Stärke verwendet werden. Mit dem überstehenden Wasser werden seidene Tücher, gefärbte Zeuge u. s. w. gewaschen, ohne Lauge und Seife zu benutzen. Hierbei verlieren gefärbte Stoffe nichts an Farbe; es erlangen die Gegenstände eine gewisse Steifheit, auch wird der ehemalige Glanz durch dieses Verfahren wiederhergestellt. Ferner sei darauf aufmerksam gemacht, daß weiße Bohnen ein sehr gutes wirksames Wasch- und Fleckwasser für Seidenstoff, Seidenbänder, Foulard und dergleichen ergeben. Die ausgelesenen, tadellos reinen und nicht wurmigen Bohnenkerne werden gewaschen und dann in kaltes weiches Wasser ohne jede Zuthat aus's Feuer gesetzt und weich gekocht. Alsdann giebt man diese Masse mit dem Wasser nach und nach in ein Sieb und treibt sie durch dasselbe. Sobald die Bohnenmasse lauwarm geworden ist, kann der Seidenstoff damit gewaschen werden. Derselbe wird dann in reinem kalten Wasser wiederholt tüchtig gespült, in Tücher geschlagen und, noch etwas feucht, gebügelt. Zum Waschen der Kopfhaut: Man nehme 1 Pint lauwarmes Wasser, 1 Eßlöffel flüssige Glycerinfeife (in jeder Droguenhandlung zu haben), 1 Eigelb, 1 Fingerhut voll Salmiakgeist; tüchtig schütteln. Haar und Kopfhaut tüchtig damit einreiben und waschen. Mit lauwarmem Wasser so lange nachspülen, bis alle Seife aus dem Haar entfernt ist. Mit Frot-
tirhandtuch abtrocknen und durch Fächeln mit einem Papier- oder Holzfächer das Trocknen beschleunigen. Das Haar wird dadurch seidenweich und von schöner Farbe. S ch w a r z se i d e n e Spitzen werden wieder wie neu, wenn man sie einigemal in Alkohol brückt und dann recht glatt um eine Flasche wickelt. Der Alkoholgeruch verdunstet, und die Kanten sind wie neu, schön steif und glatt. Um trockne Tintenflecke aus einem Teppich zu entfernen, macht man aus dicker Buttermilch und Svlz eine steife Masse, mit welcher man den Flecken bedeckt. Nach 6 Stunden wird der Flecken mit warmem Wasser und Ammonia ausgewaschen und trocken gerieben, dann macht man eine neue Auflage von dem Salzbrei, und fährt damit fort, bis der Fleck verschwunden ist. Nickelverzierungen an den Oefen werden sehr glänzend, wenn man ein wenig Ammonia zum Putzen verwendet. Wildpretistfehrleicht verbaulich, wenn es nicht durch Zubereitung mit vielerlei Gewürzen verdorben wird. Es hinterläßt, einfach zubereitet, fast gar keine Reste in den Gedärmen und vergrößert die Blutmasse, ist also allen Magen- und Darmleidenden, Blutarmen u. s. w. sehr zu empfehlen, hingegen sollen es Gichtkranke und Apoplektiker strengstens meiden. Zropfkrankheit bei Taub e n. Am besten ist es, wenn man für sofortige Verdauung durch Eingeben von Abführmitteln sorgt. Als solche sind zu empfehlen: Ein Theelöffel erwärmten Leinöles und als Futter ölige Sämereien, wie Hanf und Lein mit gequellten Weizenkörnern. In das Trinkwasser gibt man etwas Glaubersalz und füttert nach eintretender Genesung eine Zeitlang Hirse und Rübsen. Geht das Futter nicht seinen natürlichen Weg, so muß bei werthvollen Tauben zur Oeffnung des Kropfes geschritten werden. Zur Entfernung von Stockflecken aus Wäsche mache man aus einer Mischung von einem Theelöffel pulverisirtem Samiak mit einem Etzlöffel Kochsalz durch Zugießen von wenigem Wasser einen Brei. Nachdem man mit diesem die Flecke bestrichen, hänge man den Gegenstand in die Luft und gebe ihn dann in die Wäsche.
HnropaischeS Zgepartemenj r -rrj-,r-r ----'- Wechsel. Creditbnese, Postanweisungen. auf alle Städte Europas. Kchiffsschetne von und nach Europa.
An- und Verkauf auständi' scheu Geldes. H Mn No. 35 Süd Meridian Str. Merchants National Bank. Mi C. Meist, ...RcchtsauwaU... (grüftei Staatsanwatt.) 323-325 Zndic.ua Truft Gebäude Telephon (neu) 150. Vandaliakinie. tM"ZXVM 73c GreencaÜle und zurück 75c Sonntag, 6. April. Erste Excnrsion der Saison. Abfahrt von Indianapolis morgen? um 7.25 Uhr. W. W. Richardson, A.G. P. A. u:ier zu lonerviren. Butter läßt sich am besten in Steintopfen längere Zeit aufbewahren. Die Töpfe werden mit Sodawasser gereinigt und mit reinem Wasser nachgespült, dann mit Salz nachgerieben. Nun kommt auf den Boden des Topfes eine Handvoll Salz, worauf die Butter fest eingedrückt wird, sodaß nirgends eine Lücke bleibt. Die Oberfläche wird geebnet und mit einem reinen, ausgewaschenen und mit Salzwasser getränktem Leinenläppchen belegt. Das Läppchen wird in Zwischenräumen von einigen Tagen ausgewaschen und neu getränkt. Die Butter soll kühl stehen. Zur Entenmast. Bei dem Beginn der Entenmast darf man die Thiere nicht plötzlich einsperren, sondern man muß sie nach und nach an den Stall gewöhnen, wo ihnen zunächst gekochte Kartoffeln, Rüben und Körner verabreicht werden. Später erhalten sie Schrot mit Milch zu einem Brei gerührt. Nach zwei bis drei Wochen sind die Enten gemästet. Wenn die Thiere die Flügel nicht mehr verschränken können, können sie geschlachtet werden. Die Ausbesserung der Spiegelfolie gilt selbst in Spiegelfabriken als ziemlich schwierige ArSeit. Man kann versuchen, diese Reparatur auf folgende Weise auszuführen. Nach vorausgegangener Reinigung der aus dem Rahmen genommenen Glastafel tränkt man den Beleg nahe bei der Grenzlinie der entblötzten Stellen mit Gummilösung, damit das anzuwendende Quecksilber sich nicht weiter als nöthig ausbreitet, gießt etwas reines Quecksilber auf und legt dann ein reichlich bemessenes Stück Zinnfolie (Staniol, tinfoil) mit der Vo.-sicht auf, daß keine Luftblase darunttr bleibt. Nach einiger Zeit läßt man das überflüssige Quecksilber über einen flachaufgelegten Bogen Papier herablaufen, löst das aufgetragene Gummi durch gelindes Wischen mit einem zarten, nassen Schwämme wieder auf und stellt die Spiegelplatte schief an eine Wandfläche, die Glasseite nach oben gekehrt, am besten in einem unbewohnten, vor Erschütterung geschützten, staubfreien Raume. Je nach Größe und Dicke des neuen Belegs muß man die reparirie Spieoelplatte zwei bis drei Wochen unberührt stehen lassen, ehe man sie wieder einrahmt. Das beste Reinigung smittel für Spiegel ist Schlemmkreide. Man binde diesi' in ein Mullläppchen, tauche das so i;t standene Beutelchen in klares Wasser und betupfe das Glas damit. Dann putze man mit einem weichen Leinentuch oder Fensterleder nach, bis der Spiegel blank ist. Lösen desGipses von gekitteten Gegenständen. Bei solchen Gegenständen, welche nicht aus Zink, Eisen usw. bestehen. kan man den Gips durch Salzsäure oder verdünnte Schwefelsäure lockern, indem man sie mit diesen Säuren beftreicht oder in dieselben hineinlegt. Bei den von Säuren zerstörbare Sachen bewirkt man eine LörkerMg durch AnWendung von heiße Wasser unter ftändiaem Kochen.
U
