Indiana Tribüne, Volume 28, Number 194, Indianapolis, Marion County, 8 April 1905 — Page 7

Jndiana Tribüne, 8. April 1905

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Fcucrblumcn j Noman von O Adolf Wilbrandt ?OO c e OOO'OZQ (Fortsetzung.) Gut, daß wir ihn haben! wiederholte sich Hugo in Gedanken. Wie lieb sie das sagte. . . Ihre Stimme hat doch förmlich etwas Streichelndes. UeberHaupt eine süße Stimme; für mich ebenso süß wie die vonFrau Wanda . . . Halt! Verliebtheit, kusch! Ob sie 'ne richtige Landfrau ist! ob sie 'nen pommerschen Gutsbesitzer durch's Leben begleiten kann! Ach, wenn sie ihn lieb genug hätte warum ging's dann nicht. Tann würd' sie diesem pommersehen Gutsbesitzer zuliebe ihre Weltlust ein bischen knapper halten und ein bischen seßhafter werden und ein bis chen einfacher und nicht mehr herumkokettiren: denn wenn sie ben einen so lieb hat, warum dann noch. Da ist also nur die Frage: hat sie ihn lieb genug? Eben sah sie wieder so weich und gut herüber; noch ein bischen Dölsacher Kirch?nblick. Ach, wenn man wüßte, wie sie' meint! Ein Herzensmikroskop! Ich sollte durchaus mit ihr und dem FräaZein diese Reise machen. Gut, daß wir ihn haben" . . . Ach, das bedeutet viel und nichts. Aber wie sie in der Kirche war, vor dem Altarbild so sah ich sie ja noch nie! Wer so andächtig, so fromm werden ann fast wie inr? ckw,st?r Nld es ist noch immer da; auch wie so ein Nebelduft; auf dem süßen Sonnengesicht. Wer so werden kann, in dem ist noch ein unbekannter Abgrund von Güte und Wärme und Liebe; nur hinuntersieigen! Nur ihr Mann werden, ihr Herz gewinnen; dann Ihr Elfter hatt' es ja nie gewonnen. Den nahm sie ja nur w:il ihr zu Haus nicht wohl war, weil sie in die Freiheit wollte; in bessere Luft; arir.es junges Ding. Schlecht wär' die Luft wohl nicht bei mir. Und ich würd' sie aus diesen großen Händen tragen . . .Tck sagte sie in der Kirche? Wer auch so rein wär' wie Tu" . . . Süße Weltdame Tu; süße? Thunichtgut. Tu wirst meine rau? 2. Kapitel, as Thal von Lienz verschwand 3J endlich, sie kamen auf die Höhe; über den Jselsberg fuhren sie nun im Trab dahin, nach Kärnten hinein. Durch schönen Wald ging es dann geschwind, wieder in langen Kehren, den Abhang hinunter, in's sonnig liebliche Möllthal, das sich wie eine Schlange zwischen den Bergen hindurchwindet; und in das hochherrschende Dorf Winklern, das von feiner Vergterrae aus gleichsam über das Thal gebietet. Hier war früh? Mittagsrast, für Pferde und Menfck?n; schon wieder essen?" sagte Frau Minna, wie gewöhnlich den Kcpf schüttelnd; i,ie aß dann aber tapferer und mehr als die andern, mit ihrem wohlbekannten Alpenappetit." Eine gu:e Stunde später sausten sie vollends zur Thalsohle der Möll hinab, und nun fort und sort an dem rauschenden, stürzenden, grünlich grauen Gletscherwas ser hin. Das Land der Städte und der Eisenbahnen hatte aufgehört; die Welt ward enger und wilder, wenn auch der Feldbau, die Bauernhäuser, die Kapellen noch hoch an den kahlhäuptigen Bergen hinaufstiegen. Gießbäche, auch Waperfalle stürzten von oben dem Gletscberflüßchen zu. Man fühlte, daß man den eigentlichen Herrschern des Gebirgs, den Schnee- und Eisriesen entgegenfuhr; sie zeigten sich nur noch nicht, die fruchttragenden Bauernberge verdeckten sie, etwa wie Dir die breiten Bauernschultern auf dem Jahrmarkt die Bretterbude der wilden Thiere ver decken. Was thut man so lange in Döllach?" fragie Frau Minna, als sie dieses alte Goldbergdorf erreicht und im Salettl" des Wirthshauses ihre Nach mittagsjause verzehrt hatten; der Kutscher verlangte aber für seine lang samer fressenden Pferde noch eine halbe Stunde Zeit. Vorhin hat's Dölsach geheißen, jetzt heißt's Töllach; da kann man ja wirr werden. Bergknappen gibt's hier nicht mehr, hab' ich im Buch gelesen. Ist sonit nichts m dem Nest zu sehn?" Zebn Minuten von hier o ja." antwortete Hugo. Was den?" Ti: sogenannte Zirknitzgrotte; eine Schlucht, durch die dieser Bach herunterströmt. Soll recht schön sein." So ges-n wir hin!" rief Fra Minna aus, deren Wangen von der Hitze glühten. Das Stillsitzen halt' ich nickt mehr aus. In der Schlucht wird's auch kühler sein. Wie aufmerksam von der Natur, daß es hier 'nc Schlucht gibt! Gehn Sie mit, Fräulein Alttonle? Ode? kleben Sie wieder am Lesefutter?" Fräulein Antonie lächelte; sie hatte richtig, wie immer, die Zeitschriften gefunden, die im Salettl herumlagen, und auf ihren Platz geschleppt. Es waren Abbildungen darin, ihre Leidenschaft. .Ich bleib' lieber hier!" entgegnete sie und tippte auf die Bilder. Also gut, erweitern Sie Ihre Kenntnisse!" sagte Minna und nahm Schirm und Hut. Ich geh' mit meiiem Reisemarschall... Finden Sie iuch den Weg?"

Dazu sind ja die Alpenvereine. Ich hab' schon Jnschrifttafeln und Wegweiser gesehn." Dieser Hoffmann sieht alles. Ich seh' nichts Also kommen Sie!" Nach ein paar Minuten waren Hugo und die schöne Frau zwischen den Häufern des Dorfes in's Freie gelangt und schlenderten am blaugrünen Zirknitzbach hin, der über sein vielfarbiges Geroll rauschte und schäumte. Er kam aus dem nahen Fels heraus; aber wie denn das? Eine Thalspalte, ein Bett für ihn war dort nicht zu sehn. Als sie näher traten, löste sich das Räthsel: die hochgewölb:e, gehöhlte Felsenmasse ließ den Wildbach gleichsam durch ihre Eingewelde hindurchfließen, eine kurze Strecke lang. Weiter oben leuchtete wieder der heitere, sommerblaue Him mel in diese Felsdämmerung hinein. Stufen führten dort in die Höhe, dem unsichtbaren, noch entfernten Absturz des Baches zu. Aber wie wunderbar!" murmelte Frau Minna, als sie unter der hohen Wölbung standen, durch die das Was-

ser seinen wilden Weg suchte. Ter Aufbau der Felsen erschien fast wie Menschenwerk. Man hörte nur die Stimme des Bachs; sonst war tiefe Stille, feierliche Einsamkeit. Auch Minna ward wieder ernst und still. Hugo sah sie van der Seite an; plötzlich schlug ihm das Herz zum Hals hinauf. Ja, ja," stieß er nur ohne Stimme heraus, um etwas zu sagen. Das ist ja nun auch wieder wie in einer Kirche," sine, Minna nach einer Weile an. Diese Wölbung, dieser Eine Naturkirche: eine Wasserkirche. Verstehen ie, wie ich's meine? Finden Sie nicht auch?" O ja," antwortete er. Ihre milde, weiche Stimme, die Dämmerung, die Felseinsamkeit machten ihm auf einmal Muth; er richtete sich höher auf. Er brachte ein frisches, freies Lächeln zu stände, da sie ihn eben ansah. Liebe Frau Minna! Was würden Sie nun sagen" ... Was? Wenn was?" fragte sie, da er nun doch beklommen seine Wrrte suchte. Wenn also wenn n oieser Kirche plötzlich ein Priester stände " Ich glaub', ich würd' mich gar nicht wundern," fiel sie ihm in's Wort. Ein Priester stände," wiederholte , n i r or ri r . er; ein proienanllicyer Panor agen wir. der Pastor von Bartelshaaen Mein Pastor!" Und Sie mit seiner gesalbten Kanzelstimme fragte: wollen Sie mit dem gegenwärtigen Herrn Hugo Hoffmann, Guisbesitzer auf Teschenberg, in die heilige Ehe treten Nu? iiiias sagten Sie?" Ach, wie können Sie so unklug reden!" erwiderte sie und lackte. Auf einmal verging ihr das Lachen, da sie sein Gesicht sah. Er war todtener7.st geworden, und blaß. Im nächsten Augenbliä ward sie es auch. Theure Frau Minna! Verzeihen Sie!" Die Stimme verging ihm fast; er nahm sich aber zusammen wie ein tapferer Mann. Sie meinten, es war' ein Scherz; ach nein. Mir ist furchtbar ernst zu Muth! Nun schütteln Sie schon den Kopf; hören Sie mich doch erst an. In dieser ,Naturkirche,' wie Sie sagten und so allein Sie und ich es liegt mir ja schon so lang auf der Brust. Ich lieb' Sie schon so lange. Wissen Sie das nicht? Wie sollten Sie das nicht wissen; eine Frau wie Sie. Meine Sehnsucht ist, daß Sie meine Frau werden " Um l2otteu willen! rief t nun aus, die ineinandergeslochtenen Hände zusammend'ückend. Heirathen! Sie mich!" Warum nicht ? Bin ich Ihnen zu jung dazu Seit vier, fünf Jahren wundert stch ja die ganze Welt: warum heirathet der nicht? Vierunddreißig Jahre alt und Gutsbesitzer . . . Ein Landwirth, der keine Frau hat, ist ja nur ein halber Mensch! Aber neir , bitte, verziehen Sie das Gesicht nicht so. Sie sollten mich doch kennen: so michtern betreib' ich die Sache nicht. So ein durchschnittsmätziger Ackerbauer bin ich ja doch nicht; meine Denkart nicht weil ich auf Universitäten Landwirlvicvast nudirt hab ader meine Gesinnung mein Herz " Sie sind ein goldener Mensch," un terbrach sie ihn, indem sie beide Hände gegen ihn ausstreckte; und nun lassen Sie uns gehn! lassen Sie uns gehn! Was, Sie wollen fort?" Er schritt ihr auf seinen langen Beinen nach, da sie sich wirklich in Bewegung segte, wie em angstlicher Mensch, der vor einem Gewitter flieht. Mit raschem Griff hatte er ihren Arm gefaßt und hielt ihn zart, aber ganz entschlossen fest. Nein,, so kommen Sie doch nicht fort; ich will meine Antwort; ohne Ja oder Nein halt' ich's nun nicht mehr aus! Ich glaubte hoffen zu dürfen.. Theuerste Frau Minna! Sie fürchten sich vor der ,Landfrau,' nicht wahr. Ich will ja nicht, daß Sie kochen und backen; wenn Sie keine Kapaunen mästen, keine Hühnereier ausnehmen, mir auch recht. Ich will nur eine fuße kleine Hausfrai an Ihnen haben, die ein Schmuck sür's Haus ist der schönste Schmuck und mein Kamerad, und mir aut. Alle Jahre reisen wir. Unser Haus soll voll Schönheit sein Bilder Musikedle Teppiche mir fällt nicht gleich alles em es eilt ja auch noch nicht. Ihnen zuliebe will ich feine Krawatten mit Busennadeln tragen " Gott sei Dank!" fiel ihm Minna in's Wort, Sie werden wieder heiter, Sie haben wieder Humor! Nun kann

ich Ihnen auch etwas heiterer und muthiger sagen: das ist eine gar zu dumme

Geschichte, lieber, guter Freund. Sie sind ein goldener Mensch, sag' ich noch einmal: aber wie soll ich Sie denn heirathen. Ich werd' nie mehr heiralhen. Ich tauge ja gar nicht zur Ehe. Lassen Sie mich, wie ich bin" Sie taugen nicht zur Ehe?" Hugo hatte sich heiß und roth gesprochen, nun ging ihm wieder alle Farbe weg. Nein! Ganz gewiß nicht! Sie wollen nie mehr heirathen?" Vtter nein, aber nein!" Er staild einige Augenblicke wie erstarrt. Dann zogen sich seine blonden Brauen so plötzlich und so heftig zustimmen, daß ihre weiche, rundliche Gestatt erzitterte, und er trat einen Schritt auf sie zu. Warum haben Sie mich dann hierher gelockt?" sagte er mit fast heiserer Stimme. Warum mußt' ich mit auf die Reise gehn? im Juli, so nah vor der Ernte? Warum ließen Sie nicht nach, als ich mich aus Vernunftgründen sträubte? und lächelten mir so lieblich zu: Sie werden es nicht bereuen?" Zum Weinen war ja doch kein Anlaß," entgegnete sie so beherzt und trotzig wie möglich. Darum lächelte ich natürlich " Wollen (Ae mich noch reizen?" fuhr er sie nun an, daß sie wieder zusammenzuckte. Sie haben mit mir gespielt, will ich Ihnen sagen; ja, schütteln Sie nur den Kopf. Sie haben Sie baben mir Avancen gemacht " Ich hab' Ihnen Avancen gemacht? Pfui! Was für ein häßliches, greuliches Wo?:, und dazu em Fremdwon. Sie eifernder Deutscher " Mir fiel eben kein andres ein," rief er mit voller Stimme, darum nahm ich dies! Häßlich es ist nicht häßlicher, als die Sache ist! Ich will Ihnen noch ein Fremdwort sagen: cie sind eme Kokette!" Eine Kokette? Ich?"- -Frau Minna schrie nun auch. Dann erschrak sie aber über ihre Stimme und den Widerhall. Sie sab zum ??elsaewölbe binaus, vor und hinter stch, mit verstört rollenden Augen. Herr Hoffmann! Sie verlieren die Besinnung, scheint mir. Bedenken Sie. wo wir sind!" Das bedenk' ich eben: wir sind ganz unter uns, wo uns Niemand Hort. Darum sag' ich Ihnen noch einmal: Sie sind eine Kokette! S:e sind eme Kokette!" Das war nicht einmal, sondern zweimal " Aber, wie es scheint, doch noch nicht genug. '.e ertaucen stch nocy, zu ipo:ten! Jawohl! Ich will Ihnen die ganze Wahrheit sagen, da Sie mich mit Ihren cyoncn Augen noch so trotzig ansehn: wenn Sie keinen einzelnen Mann mehr wollen, so wollen Sie wohl alle! ,Sie werden es nicht bereuen sagten Sie mir in Bartelshagen; was soll ich nicht bereuen? Daß ich mitreisen darf? Daß Sie an mir einen Reisemarschall haben, und emen männlichen Schutz und auch so 'ne Art von Aufputz, einen langen blonden Germanen, der Ihren Shawl und sem Herz hmter Ihnen her trägt? Das wollten Sie offenbar und welter nichts. Dazu bin ich aber doch noch zu gut. Und und leben Sie wohl!" Er nahm seinen hellgrauen Hut tief ab und kehrte dann um. Halt!" rief sie erschrocken. Wo wollen Sie hin?" Nu, zurück; zum Wagen. Meinen Koffer abschnallen" Ihren Koffer abschnallen?" Ja. Und dann wieder nach Dölsach; nach Hmterpommern." Unterstehen Sie sich!" Geschwind hatte sie ihn am Arm, wie vorhin er sie, und hielt ihn mit all ihrer Kraft. Mich im Stich lassen? Davonlaufen? Das wollen wir doch sehn!" Wollen Sie mich festhalten?" fragte er mit einem Anflug von Lächeln, mit einem Blick auf die so viel kleinere, zart knochigere Gestalt. Ja, gewiß will ich das. An Ihrer Ehre halt' ich Sie fest! Ist das ritterlich, eine Dame mitten auf der Reise plötzlich zu verlassen blos weil si? nicht hciratben will? Ihr vor aller r':i einen Skandal zu machen, daö reulichste, was es gibt? Ja, nun steht er da, läßt die Schnürn? hängen. Gott im Himmel, nein, nein, was sind Sie für em Mensch! So mitten in der Na tur mich so anzuschreien ... Da sprich man immer von der Leidenschaftlichkei der Südländer, der kleinen schwarzen Italiener oder Spanier; aber wenn sl ein langer blond?? (Germane wild wird das ist auch nicht übel! Was hab' ich Ihnen denn gethan? Wenn ein He mit mir und Antonie reist, mutz ich ihn darum heirathen? Wenn ich Sie freundlich anlächle, weil ich Sie aern hab', weil wir gute Freunde sind, bin ich darum koiett? Sie sind em gol dener Mensch, sag' ich nochmals" Schon zum drittenmal " Sie sind für einen Landmann sehr sehr gebildet. Sie haben auch einen allerliebsten Humor, Sie gefallen mir so gut wie wenige Männer; aber muß ich darum meinen Prinzipien untrei werden und noch einmal heirathen?" Ah. Sie haben Prinzipien" Ja; mit dreißig Jahren hat man wohl das Recht Ach. was reden wir so schr ?ff und bitter miteinander: das ist ja abscheulich. Zwei gute Measchen wie Sie und ia Lieber, guter Freund wenn Sie heirathen wollen Sie haben ja recht aber warum grade mich? Es gibt ja Tausende, die besser für Sie taugen als ich. Reisen Sie nur weiter: vielleicht reist die richtige Frau Hoffmann grade auch herum; vielleicht finden Sie sie da oben ineilia,nklni

Ja, lächeln Sie nicht so; Sie wissen davon nicht mehr als ich. Mich in der Zirknitzgrotte so anzuschreien! Mich

koke t 5,u schelten! Was sind Sie für ein böser Mann!" ..Was sind Sie für eine schlimme Frau!" murmelte er, kaum verständlich, in semen krausen Schnurrbart hinein. Sie that, als hatte sie's nicht aehört. Sie lächelte ihn wieder an. Gute Kameraden, nicht wahr," saqte sie .dann leise und schlug ihm sanft und zart auf die linke Hand. Ich glaub', Antonie und die Pferde warten! S. Kapitel. on Töllach bis Seiliaenblut -J1 1 ffifrrf man rtnrft mehr nfa -in. , V V V V . - VIUV Stunde, vielleicht anderthalb; es war eine stille, fast schweiasame Fahrt. Fräulein Antonie versuchte zuweilen eine ihrer wißbegierigen Bemerkun.n zu machen, Hugos kurze Antworten schüchterten sie bald ein. Frau Minna nahm ein paar Anläufe, leise vor sich hin zu singen, sie brach aber nach wenigen Zeilen ab. Endlich hatte der in weiter Wendung ansteigende Wagn die letzte Thalstufe überwunden, h er die der Möllfluß in einem unsick'tbaren Fall hinunterstürzt, und die He : des Zlapp erreicht. Um die Ecke fahrmd erblickten sie auf einmal das Hochthal von Heiliaenblut, die überraschend schön aufragende, hellleuchtende Kirche, die das Thal beherrscht, die weniqen Häuser, die sich an sie hindrängen sonst ist der Ort bis zu den Hohen hinauf verstreut und über Den Felsmauern, die das Thal gegen Norden schließen, die schimmernde Eisweit des Glockners. Fräulein Antonie that einen kleinen Schrei, klatschte in die Hände; ein etwas befangen freudiges Ach!" kam von Minnas Kippen. Hugo wandte sich nun auch, und sein verfinstertes Gesicht mußte sich erhellen; es war da eine so wunderbare Mischung von Majestät und Lieblichkeit, von Idyllischem und Erhabenem, und so recht eine Welt für sich, daß es ihm an's Herz griff. Die sinkende Sonne spielte auf der rechten Seite des Thals, auf den dunklen Fichten und den hellen Matten, dem gelbgrauen Fels und dem Sammetbraun der Häuser und Hütten, noch alle ihre Zauberstücke; über die linke Seite legte sich schon feierlicher Schatten . . . Roch eben hatte Hugo bei stch bedacht, wohl zum zchntcnmal: Ist das nicht em Wahnsinn, daß ich Weiterreise? Wie hält ein Mensch das aus? der Frau gegenüberzusitzen, der man das gesagt hat? Jetzt sah er die Kirche von $eu ligenblut, die unter diesen Bergneien so keck, so anmuthig, so hoch auf gen Himmel wuchs, als wär' sie ihnen gleich, als ging' sie all das Gletscherprotzenthum und die Breitschultrigkeit der himmelhohen Kerle nichts an; und etwas sonderbar Erfrischendes, ein plötzlicher, neuer Jugenmuth zog ihm durch die Brust. Nun ja, warum denn nicht? dachte er trotzig, denn ein belebender, wohlthuender Trotz war dabei: ist die Welt nicht schön? Das ist sie ja. Ist mein Rundreiseheft nicht bezahlt? Sollt' ich austneifen wie ein kleiner Junae? Sollt' ich mich unterkriegen lassen von so einer Frau? Wie sie wieder lächeln kann. Da lächelt sie. Na. und ich denn nicht? Wie hat iie in der Grotte gesagt? Vielleicht finden Sie die richtige Frau Hoffmann da oben in Heiliaenblut." Kann ja kommen, liebe Frau! Kann ja alles kommen! Ein pommerscher Gutsbesitzer wird doch nicht verzweifeln. Tu Kokette Du. Auskneifen? Nein, grad' durch" wie Klas Avenstaken! Wir fah ren nach Heiligenblut! Sehr, fehr schön! Meine Schwester hat recht!" sagte jetzt Frau Minna, die nur noch mit ihrer streichelnden" Stimme sprach, wenn sie den schwerverwundeten Huao anredete. Aber in dem kleinen, kleinen Nest da soll es ein so feines Wirthshaus geben?" (Fortsetzung folgt.) Komisches Mißverständnis?. Auf dem Büraermeisteramt einer größeren Ortschaft in Elsatz-Lothrin-gen erschien dieser Tage ein Italiener und meldete in gebrochenem Franzo sisch, daß Jemand seit ewigen Tagen verschwunden sei. Der Gemeindeschreibe? fragte: War es ein Italicner?" ..Ja." erwiderte der Erschiencne, man muß ihn ermoroet uno aufgegessen haben." Dem Beamten kam das doch unglaublich vor; um die Sache nach Möglichkeit festzustellen, fragte er, ob der, Verschwundene denn nicht vor seinem Wezgange gesagt habe, trohin er gehe, ob er verheirathet gewesen sei, und ob er Kinder habe. Ter Italiener meinte, der Verschwundene habe überhaupt nie gesprochen, verheirathet sei er mehreremale gewesen und Nachkommen seien ebenfalls da. Uebrigens kannten Sie ihn," erklärte er weiter, er hatte rothe Haare und hinkte ein wenig. Bei gutem Wetter saß er immer auf der Mauer vor unserm Hause und ließ sich von den Vorübergehenden streicheln." Nun begann es endlich unserm Gemeindebeamten zu dämmern, er merkte, daß es sich um den Hund des Italieners handle, und strich ihn im Hunderegister. wo das Thier verzeichnet war. Lustiges Gelächter beiderseits, und das Mißverständniß war beseitigt. Eine Anzahl Städte an der Nordküste Frankreichs ist telephonisch mit London verbunden. Die Benutzung des Telephons kostet $2 für I drei Minuten.

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Vcrscutscnt? Namen. In den deutschen Kreisen Posens macht sich das Bestreben bemerkbar, die polnischen Orts- und Städtenamen, bei deren Aussprache sich der des Polnischcn unkundige Teutsche fast die Zunge zerbrechen muß, zu verdeutschen oder durch neue deut,che Namen zu ersetzen. Seit einiger Zeit wächst auch die Zahl derjenigen, welche die b:hördliche Genehmigung für die Umänderung i-'jres polnischen Familiennamens in einen deutschen nachsuchen

uirt) erhalten. So haben im vertangenen Jahre allein im Regierungsbe zirk Bromberg 43 Personen für sich und ihre Familien deutsche Namen ancenommen. Auch die Zahl der Orte. in der Provinz Posen, welche in tter Zeit eine deutsche Bezeichnung erhalten haben, wächst stetig. Leiden kommt es aber immer noch vor, daß die Behörden die Namensänderung tines Ortes nicht genügend beachten und die alte Qrtsbezeichnung anwenden. So ist z. B. die Reichspost vor kurzem nicht imstande gewesen, einen nach Hohensalza adressirten Brief zu befördern, weil ihr dieser Ort unbekannt war. Erst als der Absender den alten Namen Jnowrazlaw daneben geschrieben hatte, kam der Brief an seine Adresse. Aus folgender Tabelle sind die in den Jahren 1903 und 1904 innerhalb des Regierungsbezirks Posen erfolgten Namensänderungen ersichtlich: Polnischer Name: Deutscher Name: Biedrusko Weißenburg Trzuskotowo Wörth Tworkowo Nachod Knisckin Skalitz Ehojnica Schweinschadel Waldwärterhaus Ehojnica Jägerwald ehemalige Ziegelei Ehojnica Laq.rwald Krzesing Kreisink Starolenka Luisenhain Promno Hauland Mchtenwalde Rumianek Runkeln Kiekrz Kctsch Lissowski m. d.Vorwerken Skrzynk und Zarnowice Jfflandsheim Trzcielino Rohrschütz Tarnowo Schlehen Sloszewo Schlossau Gosciejowo Gastfelde Ovielschek Treuenfelde Slonawy Hld. Rothenstein Lukaszcwo Weisenau Trzebin Ellerode Przpstanki Karlshöe Gonsawy Jlsenau Katarzynowo Kathrindorf Sokolnik Sockelstein Maczniki Montschnik Madre . Mondre Drzazgowo Drzonzgowo Mionskowo Mohnsdorf Ziemnice Seehofen Ezeluscin Deutschrode Kunowo Kuntal Dombrowka Konarzewo Eichenbronn Konary Korngut Krzywosadowo Kreisau Wrozew Lutoaniewo Margarethendorf Zamosc Prosnau Szczury Lld. S,ie?ersdorf Szklarka mysln Langenthal Siemionka Kerstenbruch Im KreiseKrotoschin ist eine Anzahl von Bentzungen und Vorwerken mit zum Tei! polnischen Namen von den Gutsbezirken Krotolchm schloß, Or pischewo und Rozdrazewo abgetrennt worden. Aus ihnen sind folgende selbstständige Gutsbezirke mit deutjechn Namen geworden: Neuvorwerk, Maraarethenbof, Sagenhof, Fürstenstift, Sassenstein. Kammerhzf, Birkenstein. Karlstem, Wiesenfeld. Prinzen Hof, Hoymsthal. Oberambach.Hellefeld, R'amber?. Therestenlust. Rubenfeld Neudorf, Eichwald, Herrenberg, Vlankensee, Sonnenfeld, Albertshof. In diesem Jahre haben bereits zwölf zum Fürstenthum Krotoschin gehörende Vororte und Waldorte anstelle des polnischen Namens eine deutsche Be zeichnung erhalten. Der Sarg im Ballsaal. Während des letzten Balles der Lew berger Presse in der Philharmonie, an dem der Statthalter von Galizien, Graf Potocki, und der LandmarsTall Graf Stanislaus Badeni, sowie die Elite der Lemberger Gesellschaft theilnahmen, kam es zu einer peinlichen Demonstration. Gegen elf Uor Aonos, als das Fest im Saal seinen Höhe Punkt erreicht hatte, erschienen vor dem Philharmonie-Gebäude einige Hundert Stundenten und Handwerker, von denen zwölf einen schwarzen Sarg trugen und ein bekanntes patriotische? Lied sangen. Nach Absingung des Liedes drangen die Demonstranten mit dem Sarg in den Saal ein, wurden aber von der rasch erschienenen Polizei wieder hinausgedrängt. Die Demonstranten zerstreuten sich hierauf; di? Sargträger wurden arretiert. Auf dec Polizei - Inspektion legitimirten sich fünf der Verhafteten als Studenten und einer als Schlosser. Nach Aufnähme eines Protokolls wurden alle Verhafteten auf freien Fuß gesetzt und das gerichtliche Verfahren gegen sie eingeleitet. Die Demonstration dürfte ihren Grund in dem Manifest haben, das die polnische Presse gegen die russisch-polnischen Vorgänge erlassen hat und das bei der Studentenschaft große Entrüstung hervorrief. Zum Grohmeifter des Malteser Ordens wurde Graf Galeazzo Hohenstein de Trento gewählt.

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Schläge, Wasserdruck ad. l Schlage, 18 Uhr Mittags, Die so bezeichneten Signale werden ma (8881 ächter angegeben da an de betreffende Kreuzungen reine Alarmköten nedsMch sind. CENTRAL C0LLE6E 0F MUSIC, 5K0 Nord Meridian Str. ...Schule jetzt eröffnet.... Tag'Schüler sowie auswärtige Schüler, Velche hier im College 'völlige Aufnahm suchen, können zu jeder Zeit eintreten. Ei knodene gut auSaerUfteteS Institut, voll, inoig in allen Abtheilungen deS Lernen d r kurrft der Musik und den verwandter nften. Katalog frei. Eeftward Taylor. Direetor. IÄKE ERIE & WESTERN R. R. ....Fahrzeit der Zügß.,. bfahrtNnkuns ivledo. ahicago und tchigan zrreß.,. 7.1b tio.8 koledo. Detroit und düago Lim 12.0 t S.8 Vichiaan ity. Munc u.Lafayett,pl.. 7.2 no.ib toglich t ausgenommen Sonntag.