Indiana Tribüne, Volume 28, Number 194, Indianapolis, Marion County, 8 April 1905 — Page 6
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Jndiana Tribüne, April 1905.
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Von Julius Keller. Mt freudestrahlendem Gesicht trat Rudolf Holm bei seinem altenFreund und Duzbruder ein. Der saß aedankenvoll in seinem Arbeitssessel und! ruckte nch kaum ein wenig zurecht, al der Besucher vor ihm stand. Ueber fein hageres, auffallend bleiches Antlitz flog ein etwas gewaltsames Lacheln, und die scharfen, grauen Augen ruhten mit dem Ausdruck der Verwunderung auf der heiteren Miene des Eintretenden. Es war augenscheinlich keine besonders freudigeUeberraschung, wenigstens kein aufrichtiges Gefühl der Freude, das dieser Besuch Herrn Woldin bereitete. Na" begann er ziemlich gedehnt und doch in der deutlichen Absicht, freundlich zu scheinen, läßt du dich auch wieder mal sehen, Rudolf?. . .'n paar Monate sind wohl seit dem letzten Male vergangen, was? Na nun raus was verschafft mir die Freude?" In dem runden, rothen Gesicht mit dem naiven, zutraulichen Ausdruck zuckte es schalkhaft. Dieser große, starke Mann hatte sich anscheinend bis ins reift Alter hinein eine fast kindliche Urspriinglichkeit bewahrt. Ich komme, Rudolf ich komme mit einer großen Ueberraschung." Ach, nicht möglich. Eigentlich bin ich kein Freund von Ueberraschungen. Ich liebe es mehr, den Ereignissen des Lebens gut vorbereitet entgegenzutreten. Aber hm hm wenn du sie mir bringst" Robert!. . . Jungchen!. . . Kannst du dir wirklich gar nicht denken, um was es sich handelt ahnst du nicht?Woldin griff sich mit beiden Ha'nden an den Kopf. Um des Himmels willen, komm mir nicht mit Vermuthungen und Ahnungen. Zu solchem Blödsinn hab' ich keine Zeit. Hast du's große Los gewonnen. . . oder ist dein Junge über Nacht" Eben um meinen Jungen handelt eS sich, Robert um meinen Jungen und deine Tochter." Woldin stutzte. Er richtete sich endlich aus seiner nachlässigen Haltung im Sessel auf und starrte den Freund aufmerksam an. Komm zur Sach?, Rudolf!" sagte er kurz. Was ist's mit meiner Tochter und deinem Sohn, he ?" Denk dir, was ich heut entdeckt habe! Die beiden lieben sich, sind in'nander reine weg verschossen, und wenn mich nicht alles täuscht" Woldin war hastig aufgestanden und ging mit großen Schritten im Zimmer auf und nieder. Sein finsteres Vesichj verricth jefci deutlich seine wahre 5timmuna, urb um seine Mundwinkel zuate es wie von verhaltener Erregung. Drück dich gefälligst erst deutlich aus", sagte er barsch. Wenn dich nicht alles täuscht was gibt's wenn dich nicht alles täuscht he?" Eine Verlobung zwischen unseren Kindern", platzte nun Holm eifrig heraus. Woldin blieb mitten in seiner unsteten Wanderung stehen und sah den andern einen Moment ergründend an: Unerhört! Das kann auch nur mir Passiren!" brauste Robert aus. und sein bleickes Gesicht verzerrte sich in aufrichtigem Zorn. Du und immer wieder du! Das ist mein Verhängniß, mein Schicksal!" Fassungslos stand der andere neben ihm. . .Aber in seine zutrauliche, freundliche Art mischte sich jetzt ein ehrlicher Zorn über die Worte des Freundes. Robert, ich versiehe dich nicht. Offen gesagt du beleidigst mich durch solche Reden. Was soll was foll ich nur davon denken. Ein bißchen komisch bist du ja immer zu mir das liegt nun mal so in deinem Wesen von Jugend auf." Schweig von unserer Jugend, wenn ich bitten darf!". . . Oho!. . . Ich denke, gerade unsere Jugend gibt mir das Recht, aufrichtig mit dir zu reden." Laß diese Dinge aus dem Spiel!" schrie Woldin heiser. Das ist's ja eben immer kommst du mir damit . . . immer spielst du darauf an. . . das ist die Unart taktloser Menschen!". . . Nun schwollen auch die Zornesädern auf der Stirn des andern an. Robert. . . ich bin ich bin ein gutmüthiger Kerl . . . aber aber solchen Ton vertrag' ich nicht. . . Mensch! Robert. . . so komm doch zu dir! Sei gescheit! Was hast du denn nur? Sieh mal, ich bin wirklich in freudigster Stimmung zu dir gekommen ich hab' geglaubt nun, wo uns das Schicksal noch inniger zusammenführt, noch enger aneinander kettet". . Woldin lachte grell auf. Hör' einer an! Das ist's ja gerade! Noch inniger zusammenführt und noch enger aneinander kettet. Ich soll also das Vergnügen haben, dich täglich um mich zu sehen! Und ... das ist ja nicht auszudenken!" Mit weit geöffneten Aucn starrte Rudolf ihn an. . . Woldin! Jetzt das ift das deine
Dankbarkett?
Aha! Da ist'S ja wieder heraus! Meine Dankbarkeit! D.csc vermaledeite Dankbarieit! Dumtt Kerl kannst du denn nicht einsehen daß uns das gerade auseinanderreißt?!" Du bist du bist verrückt, Robert!" Vielleicht werd' ich's noch wen djne Hoffnungen in Erfüllung ge hen." Du willst das Glück unserer Kinder stören du willst dich zwischen sie stellen du willst" Nichts dergleichen will ich thun, kann ich thun,denn das hat ja alles sei nen Zweck . . . Wenn die beiden sich lieb haben, pfeifen sie auf alles andere. . . Aber sagen will ich dir, mit welchen Gefühlen ich deine Ueberraschung aufnehme, sagen muß ich dir, wie ich diese Verbindung unserer Kinder verabscheue. Ja, ja, endlich mal will ich mir die Maske vom Gesicht reißen, endlich mal die verdammte Verlogenheit zwischen uns beiseite werfen. . . Dankbar soll ich dir fein?" . . . Er trat ihm näher und sah dem entsetzten Manne fest ins Auge. Ich hasse dich! Ich hasse dich seit dem Abend, da du Plötzlich wie ein Geist vor mir standest und mich daran hindertest ein Verbrecher zu werden. Seit der Stunde, da du mit deinem entsetzt grinsenden Gesicht zuschautest, wie meine zitternde Hand in den Kassenschrank unseres Prinzipals griff". . . Robert! Robert! Ich ich versteh' dich nicht. . . Ich hab' dich gerettet, ich hab' dich davor bewahrt, ein gemeiner Dieb zu werden. . . Dein ganzes späteres Leben verdankst du mir". . . Und du protzest damit!. . . Du quälst mich namenlos mit deiner Sucht, mich immer wieder daran zu erinnern. . . O gewiß, du warst da mals ein guter Kerl. . . du hast mir ausgeholfen, du hast geschwiegen, zu niemandem ein Wort verrathen. . . . Aber aber, warum bist du mir dann nicht aus d?m Wege gegangen? . . Warum hast du dich wie eie Kette an mich aehängt und immer wieder meinen Weg gekreuzt?! . . . Ich wollte ja überwinden, ich wollte so gern vergessen, wie schwach und gemein ich einmal gewesen; ich wollte die Erinnerung an jene Stunde überwinden, sie aus meinem Gedächtniß streichen. . . und es wäre mir gelungen, ich hätt' es gekonnt wärst du nicht gewesen. . . wärst du aus meinem Gesichtskreis entschwunden, ein für allemal. . . Aber sobald du mir in den Weg tratest sobald ich deine Stimme hörte, in dein Gesicht sah dann stieg jener entsetzliche Abend wieder vor mir auf. . . Ich sah die furchtbare Ueberraschung, den Schreck, den Abscheu in deinem Blick, ich hörte deine Schimpfworte, deine Ermahnungen, deine Vorstellungen und dann dein Versprechen, nichts zu sagen, mich nicht ins Unglück zu bringen. . . Und immer wieder packt es mich so, wenn ick, dich sehe, wenn du mit mir sprichst. . . Ich werd' die Erinnerung nicht los, ich finde meine Seelenruhe und Kraft nickt wieder, weil du da bist, weil du mich zur Dankbarkeit zwingst und hinter jedem deiner Blicke, deiner Worte für mich die ermahnende Wendung lauert: Wenn ich nicht gewesen wäre. .."... Ich hab' versucht, dir auszuweichen, wo ich konnte; ich hab' versucht, dich abzuschütteln, aber deine Zuneigung, deine
Anhänglichkeit waren unüberwindlich, und wenn ich dir einmal gar zu mißmüthig erschien, dann hieltest du mir einen weisen Vortrag, wie dankbar ich dem Geschick dafür sein müsse, daß gerade du damals" dazu gekommen. . . und so weiter und so weiter. Mensch, siehst du denn nicht ein, wie mich das quält, wie mir das mein Leben verbittert? Ich vermag kein: Ruhe, kein Glück zu finden, weil du als lebendige Erinnerung an die Stunde meiner Erniedrigung und meiner Schande neben mir wandelst und mir immer wieder die schwere Hand auf meine Schulter legst. Ich kann dir nicht entrinnen, und wir werden nun beisammen bleiben, bis der Tod uns trennt." Tief erschüttert stand jetzt Rudolf neben ihm. Er suchte mühsam nach Worten. Wie du die Sachen auffaßt, Ro bert" begann er zögernd. Das ist nicht Auffassung, das ist Gefühl, das ist etwas, wogegen man nicht anzukämpfen vermag. . . eine zwingende Gewalt hier drinnen! . . . Geh ich bitte dich geh laß mich allein. . . ich weiß ja nun. was uns bevorsteht.". . . Und unsere Kinder?" Mögen sie glücklich sein. . . Ich werde eben heucheln und lügen bis an mein Ende. . . Aber verlange nicht, daß ich's auch thue, wenn wir zwei allein miteinander sind und sorge dafür, daß eS möglichst selten geschieht." Erschöpft lieh er sich in feinen Sessel gleiten und starrte ins Leere. Robert versuch die Dinge in einem andern Licht zu sehen . .. ich verspreche dir meinerseits" Versprech mir nichts . . Nur um das eine bitt' ich dich: sei meinethalben innigst überzeugt davon, daß ich dir dnkbar sein muß, aber mach sei nen Gebrauch dvon!". . .
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im Empfangszimmer
N Funker", so wird eine neue Spezies von deutschem Militär bezeiaznet. und zwar diejenigen Offiziere und 1!annschaslen, welche bei der Funkentelcgraphle, dzr neuesten Errungenschaft des &uf!lä-rungs-und Meldedienste-, verwendet werden und jetzt eine eigene Abtyellung, wie früher die Lustjchifferaötqeilung, bilden. Bis jetzt haben die Versuche aus dem Gebiete der Funkenlelegraphie beim Lustschisferbataillon in Reinickendorf stattgefunden, und zwar bis zum 1. Februar 1902 unter Leitung des Hauptmanns Bartsch v. Sigsfeld, auf dessen geniales und immer praktisches Eingreifen überhaupt die ersten Versuche, die Funtentelcgraphie militärisch brauchbar zu macyen, zurückzuführen sind. An oem genannten Tage fand, der um die Funkent:lcgraphie wie um die Luftschiffahrt gleich verdiente Offiziere bei einer Ballonlandung in der Nähe von Antw;r pen seinen Tod. Seit drei Jahren ist Hanptmann v. Tschudi Leiter der cilitärfunkentelegraphie. Unter se:ner Führung ist die dem Telegraphenbataillon 1 angegliederte Funkenabtbeilung aus Offizieren, Mannschaften und Pferden aller Waffengaitungen jetzt zusammengestellt worden, und hat diese neu gebildete Abthe'.lung das friityere Kasernement des Telegraphenbataillons 1 bezogen. D'c Funkentelegraphie findet bekanntlich bereits eine außerordentlich ersprießliche Verwendung in Südafrika, auch bedienen sich die Russen in dem gegenwärtigen ostasiatischen Kriege zahlreicher fahrbarer Stationen. Es werden, was die Einrichtung betrifft, Fesselballons oder vielmehr Funkenballons auf Wagen mit den Truppen mitgeführt. Die Ballons sind den betreffenden Truppenführern unterstellt und haben den Zweck, der obersten Leitung die sämmtlichen Meldu::gen über den Aufklärungsdienst etc. ni übermitteln, jodah im Kriege sowohl als auch im Manöver die Ungewißheit über die Stellung des Feindes fort fällt. Jeder Funkenrallc?n, w?nn et aufgestieaen, führt an Mei verschiedenen Drähten eine Empfangs- und eine Gebestation mit. Das betreffe :de Gas zur Füllung der Ballons wird ebenfalls mitgefühlt und zwar in ähnlichen Behältern, wie es die srn in welchen man zur SornnterSgeH di? Selters-und Sodawasser transPortiren sieht. Vor dem Hause des Marquis de Puebla in Madrid wurde eine Bombe gefunden, die aber noch rechtzeitig entfernt werden konnte, ehe sie zur Explosion kam. Zur Linderung derNothläge im Ruhrgebiet zahlte die Zeche Mont Cenis beiEssen jedem Bergmann 15 Mark, jedem Kind drei Mark, zusammen 40,000 Mark. Gegen einen früheren Amtsdiener und Vollziehungsbeamten des Berliner Vorortes Lichtenberg,Gustav Herzber, wird nächstens wegen Fälschung und Vernichtung von öffentlicken Urkunden in 24 Bällen soWie wegen Unterschlagung im Amte in weiteren 14 Fällen und wegen Betruges vor dem Schwurgericht verhandelt werden. Es handelt sich dabei um Strafvollftreckunqssachen. Kosreiflirrx. Weshalb haben Sie denn so eine Wuth auf die Heirathsvermittler?" Ja. denken Sie sich nur, hat mir nicht einer seine eigene Frau vermittelt und sich dann rasch von ihr scheiden lassen!" Die Seneidenswertlie. Frau: Es wird spät werden. Lene, bis Sie vom Ball heimkommen, ich will Ihnen lieber den Hausschlüssel mitgeben." P antoffelheld (seufzend): O, die Glückliche!" Verblümt. Dame (im Gespräch): Ein Menschenfreund hat mich, als meine Eltern starben, zur Klavierlehrerin auövuoen laen: H e r r (gedehnt):
lim Memmen neuno?
Der Wine of Cardul ift eine Medizin für aNe Frauen. Er baut die Kräfte einer Frau auf und macht sie für all ihre Pflichten tüchtig. Wenn sie leidend ist, dann bringt er ihr beste Gesundheit. Wenn sie krank ist, dann kurirt er sie von folchen Leiden, wie unregelmätziger Monatsflnß, nieder, drückende Schmerzen und alle weiölichen Schwächen. Sie brauchen aber nicht erft krank zu sein, um den WIni of Card! zu gebrauchen. Dieses natürliche Frauen -Stärkungs. Mittel ift zu jeder Zeit zuträglich. Periodischer Gebrauch deS Wine of Cardui thut den meisten Frauen noth, welche mit Gesellschaftspflichten belastet find, und Frauen, welche junge Kinder zu pflegen haben, und ihre Arbeit selbst verrichten müs, fen. Sie finden, daß dieses berühmte Stärkungsmittel ein wohlthuendes Gefühl erzeugt, wenn sie matt, nervös und er fchlafft sind. wollen Sie einen versuch mit Wine of Cardui machen? Alle Apotheker verkaufen S1.-Flafchen.
Dcutscheüdwcstafrika. In der Franks. Ztg." berichtet der schweizerische Ingenieur Leutenegger. der bisher im Dienste der Firma Ar thur Koppel beim Bau der Otavibahn thätig gewesen ist, beim Ausbruch des Krieges aber als Oberleutnant bei der Artillerie eintrat, über einige militarische Beobachtungen während des Feldzuges. Er schireibt u. a.: Die beliebteste Taktik der Herero ist das Umgehen und Abfangen kleiner detachir'ter Abtheilungen. Sie haben von Uebungen der Schutztruppe manches profitiert, so stürmen sie auf eine zersvrengte Schaar mit Teutschem Marsch marsch, Hurra" los, um sie zu überrennen. Aber sie haben noch mehr gelernt. Bei Odji und Otjihinamoparero haben sie vorzügliche Feldbefestigungen gebaut! Die gefallenen Gegner berauben und verstümmeln sie. Der Herero schießt als geborener Jäger bis auf etwa 300 Meter gut. Bei gröherer Entfernung schießt er aber wie jeder Wilde zu hoch, da ihm das Distanzschätzen und der Gebrauch des Visiers ungelöste Räthsel sind." Die Truppen haben sich ausgezeichnet geschlagen. Das Verhältniß zwischen Offizieren und Mannschaften ist sehr gut. Ganz besondere Anerkennung spendet Leutenegger den ausgezeichnetenEigenschaften des Hauptmann Francke, der gleich zu Beginn des Krieges recht eigentlich die Kolonne gerettet habe. Verpflegung und Sanitätseinrichtungen waren zu Beginn des Feldzugs, wo es noch keine Etappenlinie gab, schwierig und mangelhaft, was sich bei den zahlreichen Typhusund Malariafällen sehr unangenehm bemerkbar machte. Die Stärkeverhältnisse der OvambaStämme im nördlichen Theile des Schutzgebietes, deren Bekämpfung und Niederwerfung noch bevorsteht, werden vom Oberleutnant Winkler folgendermaßen geschätzt: Waffenfähige Auf deutschem Boden: Seelen. Männer. Di beiden Ondonga-tämme.. 22,000 1401 Die ngandjeras 7,0)0 1,000 Die Kualuns 7.000 1,000 Die Kuambis 15,000 3.000 Auf deutschem und vort u g i e s i s ch e m Boden: Die Kuanjamas 45,000 10,000 Auf portugiesischem Bo: den: Die OmbandjaS 35,000 10,009 Mitleidig. Gast: Jetzt wart' ich schon seit dreiviertel Stunden auf den Braten. Kellnerin, was ist denn das eigentlich?" K e l l n e r i n : Hab'n S' n'Yhih frnnaer. .fierr?" Der Kopenhagener Journalistenverein erhielt aus Anlaß seines 2jährigen Bestehens für seine Altersversorgungskasse von Kopenhagener Banken, Rhedereien und Jndustriegesellschaften ein Ehrengeschenk von 36,000 Kronen (1 Krone gleich 26.8 Cents) als Anerkennung für die dem dänischen Erwerbsleben von der Presse geleisteten Dienste und für uneigennützige Beihilfe bei wohlthätigen Veranstaltungen. Reiche Spende. Zur DreiJahrhundertfeier des Don Quijote" stiftete der Herzog von Berwick und Alba in Spanien 100,000 Pesetas (1 Peseta gleich 19.3 Cents), deren Zinsen alle drei Jahre abwechselnd einem spanischen Literaten, Gelehrten und Geschichtsforscher zufallen sollen für das beste Werk, das nach dem Urtheil der betreffenden spanischen Akademie in dieser Zeit geschrieben ist. Die spanische Regierung nahm die reiche Spende dankend an. In der letzten Session des 58.Kongresses hat Präsident Roosevelt 1842 vom Kongreß angenommene Bills unterzeichnet, nämlich 238 öffentliche Bills, darunter 14 EtatbillS. 1569 Privatbills. 34 öffentliche Resolutionen und eine private Resolution. Wenn in Brasilien eine unverheirathete Frau stirbt, sind Sarg, Leichenwagen und Livree des Kutschers scharlachroth.
und in dci?
Drrilug Iahrc in Sibirien. Leiden cincd unschuldig in s ril geschickte Schweizers. Schweizer Blätter veröffentlichten kürzlich tic sensationelle Geschichte des Genfers Marc Seckaud, der 30 Jahre in Sibirien gefangen war und Anfang der 90er Jahre von dort entfloh. Sechaud ist 1858 in Genf geboren. Seine Mutter gab ihn früh in Saint-Blaise bei Neuchatel in Pension und vcrschwand dann. Sechaud wurde später Kammerdiener in Neuchatel. Hier erhielt er vlötzlich einen Brief, worin ihm eine Ctellung in Bessarabien angeboten wurde bei einem polnischen Oberst, bei dem, !?ie er glaubte, seine Mutter als Haushälterin diente. Er reiste hin. seine Stellung anzutreten, aber als er anlangte, fand er weder seine Mutter noch seinen neuen Herrn. Ter Ol'ersi war mit seiner ganzen Familie wegen angeblicher Theilnahme an einer Verschwörung verhaftet und nach Moskau gebracht worden. Sechaud weilte einige Tage ohne einen Cent an jenem Platze, als er plötzlich mit den übrigen Dienstboten von Kosalen verhaftet, in eine Telega getoorfen und nach Vender gebracht wurde, wo man ihn in ein schmutziges Gefängniß steckte. Am nächsten Tag ward er mit einem Leidensgefährten weitergeschleppt durch die Steppe, von Gefängniß zu Gefängniß, unter den grausamsten Leiden, bis er endlich in Moskau anlangte, wo ihnen derProzeß gemacht werden sollte. Hier ward der Frantzous," wie ihn ber Richter nannte, nebst seinen Genossen zu lebenslänglicher Zwangsarbeit in den sibirischen Bergwerken verurtheilt. Dabei hatten die Unglücklichen keine Ahnung, wessen man sie beschuldigte, verstanden kein Wort von dem, was man zu ihnen sprach! Anfang der 90er Jahre entfloh Sechaud mit einem Mitgefangenen. Nach unbeschreiblichenVeschwerden und Leiden erreichten die Flüchtigen Wladioostok, wo sie sich als blinde Passagiere an Bord eines nach Newcastle, England, bestimmten englischen Kohlendampfers schlichen, dessen Kapitän sie auf dem Schiff beschäftigte. In Marseille gingen sie an Land, Mate fand bei einem polnischen Professor Aufnahme, Sechaud machte sich zu Fuß auf den Weg nach der Schweiz, wo er jetzt als Knecht auf einem Pachtgut in Val-de-Ruz lebt. Ein Kolonial-Unhold. In Hamburg traf mit dem Damfer Herzog" der Deutsch-Ostafrita-Linie ein Farmer aus Deutsch-Ost-afrika ein, der vom Gericht in Darcssalam wegen Todtschlags zu zwölf Jahren Zuchthaus verurthcilt und zur Verbüßung seiner Strafe nachDeutschland transportirt worden war. Er wurde von Kriminalbeamten in Empfang genommen und in Polizeigewahrsam gebracht. Sein Trans port in das Zuchthaus zu Lüneburg wird folgen. Gerüchtweise verbautet, daß der Unmensch einen seiner schwarzen Arbeiter an einen Baum gebunden und ihn dann dem Hungertode vreis' gegeben haben soll. Eiren anderen Schwarzen soll er dadurch getödtet ha ben, daß er ihm eine Dynamitpatrone in den Mund steckte und sie zur Explosion brachte. In der Kolonie nannte der Mann sich Eckert und gab sich für cimn englischen Unterthan aus. Nach seiner Verurteilung erklärte er. Karl Freitag zu heißen und 1867 zu Groß Alisch in Ungarn geboren zu sein Da die Angaben über seine Person' lien zweifelhaft erscheinen, schnt: man. wie der Hamb. Korres." mittleilt, zur photographischen Aufnahme sowie zur Vornahme von Körpermessungen. Hierbei leistete der Gefangene, der eine herkulische Gestalt ist, heftigen Widerstand. Siegesgewi. Fürchten Sie nicht, Herr Baron, bei dieser Dame einen Korb zu bekommen?" Ne! Für so dumm kann ich doch nicht Zukünftige halten!"
Küche
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