Indiana Tribüne, Volume 28, Number 193, Indianapolis, Marion County, 7 April 1905 — Page 5
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Jndiana Tribüne 7. April 1905 S
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Der Regenschirm.
Humoreske von I. McrKl. Professor Tr. Ziegenhals, der berühmte Chirurq. tvax ein Schießteufel allere rr:er Wie. Jede freie Stunde ber.iitzie er, um zu knallen, und wenn es gnsdß nichts zu jägern gab, dann stand er zuverlässig vorm Scheibenstand und verfeuerte soviel Pulver und Blei, als eben in einer bestimmten Zeit ein strebsamer Schütze aus dem Lauf zu trinken vermag. Da er aver außerdem ein witziger und geistreicher Mensch war, der, wie nickt leicht ein Jäger, das Blaue vom Himmel herunterzulügen verstand, immer voll Schnurren und Schnaken steckte, auch niemals seine Schlagfertigtc:! verlor oder gar aus der Fassung zu tragen war. so genoß er häufig die Crdre, Jagdgast der hohen und höchsten Herrschaften zu sein, und manches freie Wort, das einem andern die sofortige Ungnade zugezogen hätte, verzieh man dem lustigen Manne der Wissenschaft. der so vorzüglich zu unterhalten wußte. Einmal aber gerieth er doch in eine La,ie. aus der es für ihn anscheinend keine anständige Rettung gab. Und das ging so zu. Ter Herzog Friedrich hatte ihn eines Tages verständigt, daß er übermorgen eine Treibjagd auf Hirsche in seinem Revier angesetzt habe. Wenn es dem Herrn Profeor Spaß bereite, so könne er sich daran betheiligen. Ziegenhals nahm die Einladung mit Vergnügen an, dieweilen es sich gerade so günstig traf, daß Niemanden es gelü stete, sichjrrnt ihm den Bauch aufschneiden zu lanen. auch keiner den Wunsch äußerte, die störenden Rosinen in seinem Kopfe durch eine kühne Operation zu entfernen oder sonst den so beliebten interessirten Fall darzustellen. Also fuhr er schon einen Tag früher nach Hohentannen in der bestimmten Absicht, vielleicht vorher eine kleine Privatschießerei sich verschaffen zu können, und wirklich gelang es ibm mit vieler Mühe, den Förster zu überreden, ihn Abends auf einem allerdings entlegenen Grenzgebiet pürschen zu lassen. Ter Förster knüpfte aber die ausdrückliche Bedingung daran, daß der Professor selbstverständlich den starken Zwölfer, den der Herzog sich vorbehalten habe, unter allen Umständen schonen müsse, wenn er, was freilich recht unwahrscheinlich schien, ihn zu Gesicbt bekommen sollte. Tem Professor glückte es jedoch unter den schwierigsten Umständen, deren Erzählung als von ihm selbst stammend auf ihre Wahrheit nicht geprüft werden kann, dieses lang gehegte und sorglich bewachte Kapitalstück, den Ruhm der dortigen Forste, mit einem herrlichen Vlattschuß aus reinem Versehen in die besseren Jagdgründe zu befördern. Nothgedrungcn mußte er die Unglücksbotschaft noch in der selbigen Nacht dem Förster mittheilen, der natürlich halb verzweifelte und. nachdem er sich ein wenig erholt hatte, namenlos grob wurde. Ter Professor saß wie ein begossener Pudel da. es war ihm selber miserabel zu Muthe, denn er wußte, daß ihm der Herzog einen solchen Frevel nicht verzeihen werde, noch mehr aber ging ihm der Jammer des Försters zu Herzen, der nicht mit Unrecht befürchtete, der Herzog werde im ersten Zorn ihm den Laufpaß geben. Und der arme Mann hatte Familie. Ter Professor beruhigte ihn zuvörderst mit dem Versprechen, er werde für ihn sorgen; dan setzte er sich hinter eine Flasche Bordeaux und begann, scharf zu überlegen. Er zerbrach sich indessen vergeblich den Kopf, es schien auch in der That schwer, sehr schwer, etwas auszudenken, was die voraussichtliche Wuth des Fürsten zu mildern im Stande sein konnte. Es war auch wirklich zu einfältig, daß dieses Biest, das im starken Dämmerlicht gerade noch als Hirsch angesprochen werden konnte, das er sonst zuverlässig infolge des schlechten Lichtes neunundneunzigmal unter hundert Schüssen gefehlt hätte, eben der einzige Geweihte war, der reicht getroffen werden durfte. Nun. es war einmal geschehen und nicht mehr zu ändern; also mußte man, Gewehr bei Fuß. abwarten, was da kommen würde. Ter Professor legte sich mit dieser wenig tröstlichen Einsicht schließlich zu Bett und schlief, so gut es eben gehen wollte, em. Er erwachte jedoch sehr früh wieder. Ein gütiges Geschick hatte es ihm im Traum gegeben, wie er sich vielleicht aus dieser elenden Zwickmühle befreien 'konnte. ..Ich gehe fetzt fort." sagte er zu dem Förster. ..und werde dafür sorgen, daß Scine Turchlaucht den Zwölfer zu erlegen in der Lage ist. Sollte inzwischen der Herzog kommen, so hüten Sie sich nur ja. ein Wort von der Geschichte zu schnaufen, sonst kann ich Ihnen für gar nichts gutstehen." ..Wie machen S' denn das? Wollen S' ihn wieder lebendig machen?" fragte der Förster neugierig. Einen Schwindel merkt der hohe Herr unfehlbar." Kümmern Sie sich weiter um gar nichts. Ich kurire ganz nach meiner Art." erwiderte der Professor. Er schob noch verschiedenes in seinen Rucksack und ging in den Wald, indem er nur seinen Regenschirm mit sich nahm. Durchlaucht." sagte der Professor, nachdem er, vom Forst zurückkehrend,
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den even angenommenen Fürsten begrüßte, in der hinderen Roßleiten zieht jeden Abend atzen neun Uhr ein Zwölfer über den Schlag, das ist ein Kapitaler, wie man ihn nicht leicht sieht." So." lachte der Herzog, der hat Ihnen wohl m oie Augen gestochen' Wie? Sie haben mir ihn doch nicht etwa anzepletzt" I wo." antwortete der Professor treuherzig, mit was denn?" Und er wies dem Herzog seinen mit Selber beschlagenen Rcgcnschirmgriff vor. Na?' meinte der Herzog, Ihnen trau' ich alles zu. Auf jeden Fall werd' ich mir hcut' Abend den Burschen holen, sonst krieg' ich ihn nicht mehr." Gegen acht Uhr saß der Herzog auf seinem Pürschstubl und lauerte auf die kostbare Beute genau an der Stelle, die ibm der Professor als die günstigste bezeichnet hatte. Und richtig gegen halb neun Uhr, es war gerade noch ein gutes Vüchsenlicht. hörte er im Tiaicht brechen und gleich darauf streckte dc: Zwölfer, wie wenn er sichern wollte, den Grind zwischen den Tannen heraus. Weiter trat er nicht heraus, er schien vergrämt zu sein. Wahrscheinlich hatte das der Professor vorii)itziger.veise gestern verschuldet. Der Herzog wartete noch ein wenig und dann schoß er. Ter Hirsch war weg. Ter Jäger lauschte auf ein Gerausch, es war nichts zu hören, offenbar schien der Edle im Feuer zusammengebrochen zu sein. Nach fünf Minuten wollte der Schütze vom Sitz sich erheben, als plötzlich am selben Fleck wiederum der Hirsch seinen Grind aus dem Tannicht herausstreckte, just, als wäre ihm gar nichts passirt! Tc? Herzog war völlig baff. Was war denn das? Alle Wetter ... war der Bursche taub geschossen oder täuschte ihn das Auge! So was wai ihm, der doch eine große Erfahrung besaß, in seinem ganzen Leben noch nicht begegnet. Er überlegte einen Augenblick, dann zog er nochmals auf und schoß zum zweitenmal. Und wiederum verschwand der Hirsch, als hätte ihn der Blitz getroffen. Nun ließ der Herzog wieder zehn Minuten verstreichen, dann pürschte er leise und vorsichtig auf die Schuß stell: zu. Aber nun stieg sein Erstaunen und verwandelte sich auf einen Moment in ein leises Grausen. Bor ihm lag der Kopf des Zwölfers vom Leibe abge-
trennt, der fünf Schritte weiter hinten im Dickicht zu sehen war. Na. da hörte aber doch die Weltgeschichte auf! Wie sich das zusammenreimte? Tort leuchtete im Moos eine große, frische Lache von dunklem Schweiß. Tem Hirsch war der Kopf abgeschnitten worden, wie es schien... und dorten? O heiliger Hubertus! Torten funkelte an einem Stamm der silberne Reqenschirmgriff des Professorö, den der Herzog heute früh erst gesehen hatte. Und nun wurde dem Herzog alles blitzschnell klar. Ter Professor hatte, so nabm er an, um sich für die Neckerei zu rächen, in der Nähe gelauert, und als der Hirsch auf den ersten Schuß gefallen war. ihm den Hals abgeschnitten, der verwünschte Aasjäger, den Kopf auf eine Stange gesteckt und ihn. den Herzog, damit in's Bockshorn jagen wollen. Tas war alles ganz gut inszenirt. und wer weiß, ob man sich die Geschichte je hätte erklären können, aber daß er seinen Regenschirm stehen ließ, den weltberühmten Regenschirm des zerstreuten Professors . . . das war doch über alle Maßen schlau, das war der beste, wenn auch unfreiwillige Witz, den sich der Ziegenhals geleistet hatte! Ter Herzog schüttelte sich vor Lachen und lachte noch immer, als er zum Försterhaus zurückkehrte und konnte der Gesellschaft die drollige Geschichte kaum erzählen vom witzigen Professor, der auf'S Leimen ging und dabei so glorreich in's Rutschen gerieth! Ter Professor selber machte eine gute Miene zum bösen Spiel und ließ stch den Abend über nach Kräften verulken, was ibm auch redlich besorgt wurde. Am andern Morgen aber, als er mit dem Förster wieder allein zusammentraf, drückte er ihm fröhlich lachend die Hand. Hab' ich das ircht fein gespönnen." rief er. Was? Hätte ich nicht die Zaubergeschichte erfunden und obendrein noch das mit dem Regenschirm, so hätte sich der Herzog den Hirsch näbe? angeschaut und wäre sofort hinter den Schwindel gelommen. Aber so hat er sich daruni gar nicht gekümmert und es gar nicht erwarten können, mich dummen Kerl auszulachen, und das war gut." Ter Förster schüttelte in stummer Bewunderung den Kopf. Wenn er Sie aber nun hinaufgcschössen hätte?" Pah. wie denn? Ich lag in der schönsten Deckung platt auf dem Bauch." Und NUN zog er einen blauen Schein heraus und drückte ihn dem Förster in die Hand. Für die Angst," meinte er. Ter Förster dankte freudigst, dann aber kratzte er sich bedenklich sein graues Haupt. So," sagte er, soweit wiren wir glücklich, aber ob wir zwei jetzt den Mund halten können . . . ich fürcht' alleweil, das ist doch das allerschwierigste." Bon meiner Seite droht nichts." erwiderte der Professor, und Ihnen glaubt man's ohnehin nicht. " . . Oho!" lachte der Weidmann und schaute den Professor so verzwickt an. bafe dieser hellauf lachend verschwand.
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Mlliam tVarner. der neue Senator von Missouri. Warner, der neuerwühlte Senator von Missouri, ift ein Advokat zu Kansas City, ein Ex-Congreßmann, ein Veteran des Bürgerkrieges und ein Ex-Natio-nal-Kom'mandeur der Grand Army of Republik.
is Der älteste Cunnc! dcr Welt. Vom jüdische Könige HiSkiaS in, . Jahr hundert v. Vhr. errichtet. Im Hinblick auf die unlängst erfolgte Vollendung des Simplontunnels erinnert der Basler Professor Vertholet an ein Werk, das als die älteste Tunnelanlage der Welt angesehen werden darf. Sie wurde im letzten Jahrzehnt des 8. Jahrhunderts v. Chr. vom jüdischen Könige Hiskias in Jerusalem hergestellt. Im 2. Buche der Könige in der Bibel findet man die folgende Stelle: Hiskia hat Teich und Wasserleitung hergestellt und das Wasser nach der Stadt geleitet," und Jesus Sirach rühmt ihn dafür: Hiskias befestigte seine Stadt, indem er in ste Wasser ableitete, und er durchgrub mit Erz die Felsen und stauete die Wasser zu einem Teiche." Es handelt sich bei diesem Durchgraben der Felsen mit Erz vermuthlich um den sogenannten Siloah-Tunnel, durch den das Wasser der im Osten außerhalb Jerusalems gelegenen Marienquelle in den Siloahteich nach der Stadt geleitet wurde, um sie für den Fall einer Belagerung mit Wasser zu versehen und gleichzeitig die kostbare Quelle dem Kriegsfeinde abzuschneiden. Ueber den Vorgang jener Durchgrabung des Felsens sind wir nun in außerordentlich interessanter Weise unterrichtet. Im Jahre 1880 entdeckten nämlich badende Knaben im Siloahtunnel zufällig eine Inschrift; sie stellte sich nachträglich als althebräisch heraus, und die nähere Untersuchung ergab, daß sie aus der Zeit de Tunnelbaues selber stammte. Sie lautet in wörtlicher Uebertragung: Vollendet ist die Durchstechung. Und dies war der Hergang der Durchstechung. Als noch ... die Hacke des einen gegen den andern, und als noch 3 Ellen zu durchstechen waren, so vernahm man die Stimme des einen, der dem andern zurief; denn es war ein Spalt im Felsen von der südlichen Seite her . . . Und am Tage der Durchstechung schlugen die Steinbauer einander entgegen, Hacke auf Hacke. Da flössen die Wasser vom Ausgang in den Teich 1200 Ellen weit. Und 100 Ellen war die Höhe des Felsens über dem Kopfe der Steinhauer." Aus diesen Worten gebt hervor, daß die Grabung des Tunnels von beiden Seiten her in Angriff genommen wurde; und das wird durch die Thatsache bestätigt, daß in seiner nördlichen und seiner südlichen Hälfte die Meißelstriche in entgegengesetzte Richtung laufen. Ganz glatt kann es dabei freilich nicht abgelaufen sein. Es eigt sich, daß man mehrfach die Nichtung zu korrigiren hatte und angefangene Stollen wieder verließ. Schließlich mag der in der Inschrift hervorgehobene Umstand, daß man sich gegenfettig zu hören an, mg, den einzigen Kompaß abgegeben haben. Tas Rcsultat war denn auch, daß sich der Kanal von der geraden Linie entfernt?, beträgt doch die gegenwärtige Tunnellänge 535 Meter (1 Meter qleich 100 Centimeter gleich 3 Fuß 3 Zoll), während die Luftlinie zwischen Anfangsund Endpunkt nur 335 Meter mißt. Der Treffvunkt der Steinhauer liegt nicht sehr weit von der Mitte ab, 247.9 Meter vor der Marienquelle, 287.7 vom Siloahteich entfernt. Die Breite des Tunnels variiit zwischen 80 und 60 Centimeter, die Höhe sinkt von 3 Meter an der südlichen Mündung, wo vermuthlich eine natürliche Felsspalte benutzt wurde, auf 46 Centimeter und hebt sich am nördlichen Ausgang xo'xtder bis zu 1.80 Meter. Auffallend ist. wie gut die horizontale Lage festgehalten wurde.
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Erreichung eines langen Lebens. Die Frage, wie man ein langes Leben erreichen kann, haben etliche alte Leute in einem Artikel des Grand Magazine" in London wie folgt beantwortet: Lord Gwydr, 95 Jahre alt: Nicht rauchen, körperliche Uebungen im Freien. Mäßigkeit. Lord Grimthorpe, 88 Jahre alt: Nicht rauchen, Mäßigkeit im Essen und Trinken. Carl Nelson, 82 Jahre alt: Nicht rauchen, früh aufstehen, Mäßigkeit, keine Medikamente. Sir W. Huggins, 81 Jahre alt: Nicht rauchen, wenig Fleisch, Milchdiät. Sir W. L. Drinkwater, 92 Jahre alt: Nicht rauchen, Leibesübungen im Freien, sieben Stunden Schlaf. Professor Mayor, 81 Jahre alt: Nicht rauchen, strenger Vegetarianismus, keine Leibesübungen, lebt von zwei Pence (etwa vier Cents) täglich, steht um vier Uhr auf. sieht noch mit voller Schärfe. Dr. George S. Keith. 86 Jahre alt: Raucht gelegentlich, trinkt dann und wann Wein, wenig Fleisch oder Fisch und viel Milch. M. P. Frith. 86 Jahre alt: Zwei Mahlzeiten täglich, drei Cigarren, einen Estlöffel voll Whisky und regelmästige Leibesübungen. H. G. Davis. 82 Jahre alt: Nicht rauchen, drei kräftige Mahlzeiten, regelmäßige Leibesübungen. Sir F. S. Haden. 86 Jahre alt: Sieben Stunden im Bett, wenig Fleisch uitf wenig Wein. Bemerker -werth ist, daß der einzige Achtziger, ver raucht, erklärt: Jtf wünschte oh, ich hätte die Gewohnheit des Rauche s nie angenommen, denn ich bin sichu. daß sie nicht qut thut." Frauenlogik. ...Nicht wahr, liebes Männchen, Du siehst mich ebenso gern mit einem alten, wie mit einem neuen Hut?" Ei gewiß!" Gut!... Tann kann ich mir also einen neuen Hut kaufen?" "p errathen. S i e (auf der Hochzeitsreise): Ach, Emil, nicht so stürmisch der Schafsner wird uns noch überraschen!" E r : Keine Sorge, mein Schatz das wäre heute das erstemal!" piccolos Stoßseufzer. Es ist gerade, als ob das ganze Personal mit mir in Gütergemeinschaft lebte ... Alle ziehen sie mich an den Ohren!" 3ohcft. Freund: Nun und als Du hinkamst?" A r z t : War er bereits todt!" Freund: Also ist er Dir zuvorgekommen!" Schoß auf seinen Lehr e r. Der Gymnasiast Siegmund Fried in Sambor, Galizien. feuerte auf den Professor der Mathematik. Snotek. in dem Augenblicke, als derselbe das Professorenzimmer verließ, von rückwärts einen Revolverschuß ab. In der Meinung, er habe den Professor tödtlich getroffen, während derselbe nur leicht verletzt war, tödtete sich Fried durch zwei Revolverschüsse. Der Junge wollte sich an Snotek rächen, weil dieser ihn in der Mathematik schlecht censurirt hatte. Der Landesfchulrath leitete eine Untersuchung des Narfalls ein. Averglävisriz. Räuber (nachdem er dem Ueberfallenen alles abgenommen): Heide Morgen sind Se jedenfalls mit 'm linken eene zuerst aus 'm ette geute aen!"
Dcr Cullim.ul.iamant. Ttr größte Ttcin seiner Art Unlängft bet Pretoria aufgefunden. Der Culliman"-Diamant. der unlängst in der Premier-Diamant-Mine nahe Pretoria im Transvaal gefunden wurde, ist von allen derartigen bisher entdeckten Edelsteinen der weitaus größte, reinste und kostbarste. Er wiegt 3032 Karat oder 1 Pfund, ist 4 Zoll lang, 2j Zoll breit und lj Zoll dick. Ter Stein bildet einen einzigen vollkommenen Kristalltörper ohne irgend eine gewundene Fläche. Seine Durchsichtigkeit gleicht der des reinen Eises oder der Klarheit jener Art Kieselerde, die unter dem Namen Hyalith bekannt ist. Der Werth des Culliman-Tiaman-ten wird auf $5,000,000 veranschlagt, eine Summe, die das gesammte Anlagekapital der Gesellschaft übersteigt, in deren Eigenthum der kostbare Stein entdeckt ward. Zum Vergleiche diene, daß der Kohinor. der lange Zeit als der berühmteste Diamant galt, und jetzt den britischen Krmljuwelen einverleibt ist, ursprünglich nur 00 Karat wog und einen Werth von $600, 000 besitzt. Der im Louvre zu Paris aufbewahrte Reent-Diamant hat ein Gewicht von 136 Karat und kostete $2,500,000, während der im Besitze des russischen Kaisers befindliche Or-loff-Tiamant 195 Karat schwer und in Form einer Rose geschnitten ist. Interessant ist der Vorgang der Auffindung des Culliman-Diamanten. Ter Superintendent der Premier-Dia-mant-Grube, Frederick Wells, unternahm an einem Nachmittage zwischen oier und fünf Uhr eine Jnspektionstour durch die Mine und bemerkte, daß
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Fred. WellS mit dem Diamanten. sich die Strahlen der untergehenden Sonne an einem Gegenstande hoch oben an einem Abhänge brachen. Er stieg den Abhang hinauf und entdeckte einen Diamanten, der theilweise aus der Erde herausragte. Wells versuchte den Stein mit seinem Taschenmesser auszugraben, das er in seinem Arbeitseifer entzweibrach. Es gelang ihm schließlich die Loslösung des Diamanten. der dann in Johannesburg ausgestellt ward. Die Schaustellung war einigen Tausenden privilegirter Besucher zugänglich, und der Stein erregte wegen seines ungewöhnlichen Umfangs und seiner Reinheit ungehcueres Aufsehen. Der Diamant wurde schließlich nach England gesandt und gegen allenfallstge Seegefahr für $51,250,000 versichert. linier prcuhischcr Minister. Hämmerst eins Nachfolger ein Studiengenoffe dcS jetzige SaiserS. Dr. Theobald v. Bethmann-Holl-weg, der als Nachfolger des verstorbenen Freiherrn v. Hammerstein zum preußischen Minister des Innern ernannt worden ist, war schon im Jahre 1901 für den Posten ausersehen, der dann aber Hammerstein zufiel. Der neuernannte Minister des Innern ist ein Enkel des im Jahre 1877 gestorbenen altliberalen Kultusministers Moritz August v. Bethmann-Hollweg und gilt als gemäßigt konservativ. Theobald v. Bethmann - Hollweg wurde 1856 in Hohenfinow, Brandenbürg, geboren. Er studirte von 1875 bis 1879 die Rechte und war in Bonn ein Studiengenosse und Korpsbruder Dr. Theobald v. Bethmann.Hollweg. des damaligen Prinzen Wilhelm, des jetzigen Kaisers. Bethmann-Hollweg wurde 1885 Assessor bei der Regierung in Potsdam, 1886 Landrath des Kreises Ober-Barnim, 1896 Oberpräsidialrath in Potsdam, im Juli 1899 Regierungspräsident in Bromberg und im Oktober desselben Jahres Oberpräsident der Provinz Brandenburg.
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Haus, Hsf und Kind $ Gegen Schnupfen. Man nehme unmittelbar vor dem Schlafengeben ein Fußbad, trinke im Bett ein paar Tassen Lindenblüth-Thee und decke sich warm zu. Reinigen dänischer H a n d s 6i u h e. Man weicht dieselben '.unächst einige Stunden kalt in Flußwasser ein, wäscht sie dann in lauwarmer Seifenbrühe, bis sie rein sind, ringt ste ader nicht aus. Danach steckt man ste 24 Stunden in ein Ecfäß mit Weingeist, verschließt dieses sorgsam und hängt sie im Schatten in der Luft zum Trocknen auf. Mittel gegen R o st an Eisen und Stahl. Weißes Wachs und Terpentinöl wird zu gleichen Theilen leicht erwärmt und zusammengemischt und dann mit einem Stückchen Leinwand auf den Gegenstand aufgetragen. Die Flüssigkeit verstopft die Poren des Eisens und schützt so vollkommen vor Rost. Durch kräftiges Nachreiben des so beHandelten Eisens erhält dasselbe eine Art Politur. Z w i eb a ck g e r i ch t. Eine Porzellanschüssc! belegt man mit Zwieback. welche zuvor in mit Milch verrührtem Eigelb geweicht wurden. Darüber gibt man mit Zucker vermischtes rohes Obst oder ein beliebiges Kompott, deckt die Schüssel zu und stellt sie in kochendes Wasser und läßt das Gericht Z Stunden kochen, streicht alsdann den mit Zucker vermischten Eierscbnee darauf und läßt diesen im Ofen gelb werden. Bei leichten, nicht zu tiefen Schnittwunden ist es sehr empfehlenswert ein kleines Stück Eihäutchen, das man von der inneren Seite der Schale eines Hühnereies ablösen kann, auf die Wunde zu legen. Tas Häutchen haftet von selbst, wenn es angetrocknet ist. Da es die Lnft und jede Unreinigkeit von der Wunde abhält, kann letztere schneller heilen. Nach erfolgter Heilung ist das Häutchen leicht fortzunehmen. T b e e r f l e ck e. Um dieselben aus Zeugen zu entfernen, gießt man einige Tropfen Terpentinöl auf dieselben und reibt ste; noch ehe das Terpentinöl verdunstet ist, reibt man die Flecke mit Seiie und wäscht sie dann mit Wasser aus. Sind in Leinenzeug Tbeerflecke gekommen, so lege man dasselbe eine Woche in Wasser oder setze ste noch besser einem Wasserstrom auö. Dann wende man der Reihe nach Salmiakgeist, Benzin oder starken Spiritus an. Nach Gebrauch eines jeden dieser chemischen Mittel ist gut mit Wasser nachzuspülen. Die Zahnpflege besteht in der gründlichsten Reinhaltung der Zähne. Je öfter man die Zähne putzt, desto weißer und gesünder werden ste sein. Die Zahnbürste darf weder zu weich noch zu hart sein und muß alle paar Monate erneuert werden. Das unschädlichste Zahnpulver ist pulvertsirte Schlemmkrcide, die durch etwas Pfefferminzessenz erfrischend gemacht wird. Sowie ein Zahn anfängt, hohl zu werden, lasse man ihn sogleich Plombiren. Dadurch läßt er sich noch jahrelang erhalten und bewahrt die andern vor der Ansteckung. Selleriesalat mit saurer Sahne. Drei große Sellerieknollen werden gewaschen und mit der Schale in reichlich Wasser weichgekocht, alsdann sorgfältig geschält und zurückgestellt. Vor dem Anrichten bereitet man eine glatt verrührte Sauce aus folgenden Ingredienzien: vier Eßlöffel Olivenöl, zwei Eßlöffel Burgunderessig, drei bis vier Eßlöffel saure abne. nack Gescbmack Salz, weißer Pfeffer und Zucker. Diese Sauce wird mit den in Scheiben geschnittenen Sellerieknollen gut vermengt und erhaben in einer Glasschüssel angerichtet. Der Rand wird mit krauser Petersilie garnirt. Kalbfleischrolle. Hierzu gehört ein schönes Stück aus der Keule, welches tüchtig breit geklopft wird. Alsdann spickt man es mit feinen Speck- und Sardellenstreifchen, Citronenschalstreifchen und Zwiebelstückchen, streut Salz und Pfeffer darauf, rollt es ganz fest zusammen, daß es eine gleichmäßig runde Form erhält, umbindet es mit gebrühtem Bindfaden, legt es in steigende Butter und läßt es unter häufigem Begießen weich und braun braten. Ter Ersparniß halber kann man der Sauce während der Bratzeit nach und nach etwas kochendes Wasser zusetzen, mit Kartoffelmehl und einigen Eßlöffeln saurer Sahne kocht man sie sämig. Das Fleisch schmeckt auch als kalter Aufschnitt sehr gut. Die Zulassung von Frauen zu d:n städtischen Vorwahlen hat der Stadthauptmann von Odessa angeordnet. 2U u n o e r d a r e Heilung. Seit 1870 trug der Veteran Barbier in Metz. Deutsch-Lothringen. den damals bei der Belagerung der Festung eine Flintenkugel getroffcn hatte, diese im Körper mit sich herum. Heftige Kopfschmerzen erinnerten den alten Haudegen dieser Tage wieder an den Eindrinaling, und ein nachträglich eintretender heftiger Husten förderte unter großer Anstrengung mit emem Male das Mordblei zutage.
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