Indiana Tribüne, Volume 28, Number 191, Indianapolis, Marion County, 5 April 1905 — Page 3
Jndianck Tribüne, S. April 1905
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Schwerwiegende Gründe Für das entschiedene Auftreten Deutschland's in Marokko.
Prinz Hnnrich von Preußen in Petersburg. Oesterreich beruhigt die Italicner. - Frankreich will Marokko kullibiren. - Conger von Peking abgereist. Bischof Favier gestorben. Im englischen Oberhause wirb gegen Tcutschlanb gestänkert.
Deutschland. Die Antwort auf französische Chicanen. B e r l i n, 4. April. Man empfin det in hiesigen kommerziellen Kreisen besonders große Genugthuung darüber, daß die deutsche Regierung nicht gewillt ist, sich mit einem von Frankreich gegebenen Versprechen der offenen Thür zu begnügen. Es wird daran erinnert, daß Frank reich die fremden Kaufleute in seinen Kolonien nichts weniger als generös behandelt. Infolgedessen find ja auch die deutschen Häuser, welche vordem in Algerien angesiedelt waren, längst nach Marokko gegangen. Und sie sind es tdatsächlich, die den Franzosen ein Dorn im Auge sind. Im ganzen Südweften Marokkos spielt französischer Handel nur eine geringe Rolle. In Maratesch find nur deutsche Häuser angesessen, in Saffi eriftirt überhaupt kein französisches, in Mogador ein kleines gegen drei deutsche. In Tanger aber ift der deutsche Handel in den letzen Iahren um 250 Prozent gewachsen. Dort verkehren beute auch drei Dampferlinien. Mit dem Versprechen der offenen Thür seitens Frankreichs haben deutsche Handelsintereffenten schon anderwärts bittere Erfahrungen gemacht, und deshalb möchten sie nicht nochmals genasführt werden. So find in Cochinchina seinerzeit die deutschen Reismühlen uud Kaufhäuser drangsalirt worden, im Kongo und in DaHome ift es nicht anders gewesen. Auch in Tunis und Madagaskar ift es den deutschen Handeltreibenden schlimm ergangen. Verkehrsverbesserung. Berlin, 3. April. Nach den Mittheilungen der Ministers v. Budde im preußischen Herrenhause wird eine allgemeine Umwandlung des Nahverkehrö beabsichtigt und die Einführung des elektrischen Betriebes in beschleunigtem Tempo geplant. Die bisherigen Ergebnisse der im Kleinen unter nommenen Persuche find höchst zufriedenftellend gewesen, und die Regierung zögert nicht länger, die Durchführung der Aufgabe in Angriff zu nehmen. Da zu gleicher Zeit der Bau von Unter grundbahnen, deren Pläne vom Polizeiprüsidenten v. BorieS bereits genehmigt find, von der Stadt mit Eifer gefördert werden soll, so wird Berlin in absehbarer Zeit ein vorzügliches Verkehrsnetz erhalten, das der Stadt gewaltig zu Statten kommen wird. Rußland. Prinz Heinrich von Preu ß e n: St. Petersburg, 4. April. Prinz Heinrich von Preußen und seine Gattilt find heute Morgen im TsarSkoje Selo angekommen. Auf der deutschen Botschaft wurden die Versuche der Reise des Prinzen eine politische Bedeutung zu geben und fie mit der MarokkoFrage in Verbindung zu dringen, lächerlich gemacht! es wird darauf hingewiesen, daß der Besuch der Prinzessin Irene bei ihren Schwestern, der Zarin und der Großfürstin Sergius, schon vor der Reise deS Kaisers nach Marokko angekündigt wurde. Die Prinzessin wird einige Zeit zu Tsarskejo Selo verweilen, aber der Prinz wird schon nach wenigen Tagen nach Berlin zurückkehren. ES geht das Gerücht, die Großfürstin Sergius. welche durch die Ermordung ihres Gatten schwer erschüttert ift, werde sich in ein Kloster zurückziehen. Kühnes Bahnproject. St. Petersburg, 4. April. Baron Loicq de Lobel, welcher eine französische Gruppe vertritt, die die Bahnen Rußlands und Amerikas durch einen Tunnel verbinden will, der unter dem Berings-Meere durchführt, hat die Angelegenheit dem Eifenbahnminifter Chilkoff und dem Finanzminifter Kokomsoff vorgelegt. Obgleich die Sache wie eiu Traum Jules Verne's erscheint, haben die Minister sich bereit erklärt, sie in Erwägung zu ziehen, und es ift eine Commission ernannt worden, um die Pläne zu prüfen und darüber zu be richten.
Attentatim Hospital. Warschau, 4. April. Letzte Nacht als Alles schlief, schlich sich in das Hospital, in dem die 3 Polizisten liegen, die am 26. März bei dem Atten täte aui die Polizeistation zu Praga verwundet wurden, ein Unbekannter und schoß den Polizisten Sarap in den Rücken. Der Unbekannte entkam, ehe die Hospitalbedienfteten recht zur Befinnung gekommen waren. Universität geschlossen. Warschau, 4. April. Die hiefige Univerfität wurde heute offiziell geschloffen. Rüstungen nicht einge stellt. St. Petersburg, 4. April. Kriegsminister Sakharoff erUärt. daß die Gerüchte, Rußland habe Beftellun gen von Kriegsmaterial im Auslande widerrufen, grundlos feien. Dieselben seien durch die Ablehnang auSländischer Angebote entstanden, mit welchen das KriegSminifterium überschwemmt worden sei. Prozeß deS Attentäters. Moskau, 4. April. Der Prozeß deS Mörders des Großfürsten Sergius wird vor Geschworenen aber hinter ver schloffenen Thüren geführt werden. Kein Friedenszeichen. St. Petersburg, 4. April. Die Reise des Präsidenten Roesevelt wird hier als ein Zeichen angesehen, daß Friedensverhandlungen für den Augenblick nicht erwartet werden. Verhaftet. St. Petersburg, 4. April. Die Polizei verhaftete gestern auf dem NewSki Profpect einen Mann, der als Droschkenkutscher verkleidet war. Er gehört vermuthlich zu derselben Gesell, schuft von 12 Personen, die letzte Woche wegen terroristischer Beziehungen verhaftet wurden. Es ist kaum zu bezweifeln, daß ein Anschlag gegen das Leben des Generalgouverneurs Trepoffjim Gange war. und die letzte Verhaftung zeugt, daß die Terroristen nach genauen Plänen arbeiten. Frankreich. Kulturarbeit in Mar o k k o. Paris, 4. April. Eine offizielle Notiz über die heutige Kabinetsfitzung ermähnt die Marokko-Frage nicht, aber aus anderer Quelle erfährt man, daß die Regierung entschlossen ift, die Kulturarbeit und die Entwickelung der Hilfsquellen in Marokko fortzusetzen. Sie will das Prinzip der offenen Thür für den Welthandel aufrecht erhalten. Die Regierung sucht es zu vermeiden, durch ausführliche Angabe ihrer Pläne und Absichten, neues Material für die Kontroverse zu liefern. Loubet und Edward. Paris, 4. April. Es beißt, daß der Minister des Aeußeren Delcaffe den Präsidenten Loubet nach Noisy-ele-Ze nahe Paris begleiten wird, wo derselbe morgen mit dem Könige Edward zusammentreffen wird, der durch Frankreich nach Kopenhagen reift. In Anbetracht der schwebenden Ma-rokko-Frage wird der Reise des MinifterS Bedeutung b?igemeffen. China. Conger abgereift. Peking, 4. April. Edwin H. Conger, der seitherige amerikanische Gesandte, welcher zum Botschafte? in Mexico ernannt ift, reifte heute nach Amerika ab. Vertreter aller auSländischen Gesandtschaften hatten sich zum Abschied am Babnhofe eingefunden. Bischof X a v i e r. f Peking, i. April. Bischof Favier von der hiesigen Lazariften-Misfion ift heute gestorben. Er hatte 40 Jahre in China gelebt. Japanisches Streifkorps. Harbin, 4. April. Im Allgemeinen herrscht Ruhe in der Front, nur Gen. Miftchenko'S Koffacken veran stalten Plänkeleien. ES laufen wieder Gerüchte um, daß ein japanisches Streifkorps durch die Mandschurei auf Tflifihar vordringe.
37 Leichen
Aus den Leiter-Gruben geschafft. Carbon dale, Jll., 4. April. Die Leichen von 37 Arbeitern, die geftern bei der Explosion in der Kohlengrübe Jos. Leiter's zu Zeigler umkamen, find jetzt an's Tageslicht gebracht und man nimmt an, daß noch einige mehr in der Grube sind. Die volle Zahl der Getödteten wird erst in einigen Tagen festzustellen sein, wenn die Grube gasfrei ift. Unter den Todten befindet sich auch der Staats - Grubeninspektor des 7. Subdiftriktes, der sich bei den Ret' tungSarbeiten betheiligte; er hinterläßt 4 Kinder. An seinem Begrübnißtage, dem nächsten Freitage, werden alle Gruben im 7. Distrikte geschlossen sein. Jos. Leiter kam heute hier an. Die Coronersgeschworcnen haben noch keinen Spruch abgegeben. Oefterreich-Ungarn. Zur Beruhigung der Italiener. Wien, 4. April. Hiesige maßgebende Stellen haben es für nöthig befunden, auf eine erregte Stimmung in Italien wieder einmal besänftigend einzuwirken. Den Anstoß zu den neu erlichen, gereizten Kundgebungen hat der Umstand gegeben, daß das Reichskriegsminifterium Oefterreich-Ungarns große Geschütztransporte nach Südtirol angeordnet hat, woraus besonders die italienischen Jrredentiften einen flagrant feindseligen Akt konftruiren. Der Lärm ward wieder so arg. daß man sich von Wien aus beeilt, der italienischen Emfindlichkeit Rechtung zu tragen und amtlich abzuwiegeln. Es wird erklärt, daß eS fich bei der Sendung der fraglichen Geschütze lediglich um den Ersatz alter, längst unbrauchbar gewordener Kanonen handle. Außerdem sei dem Transport schon im vorigen Jahr begonnen worden, und jetzt sei die beste Jahreszeit, die angefangene Arbeit zu vollenden. Selbstmord. Wien, 4. April. Dr. Richard Heinzel, Professor der Philologie an der Univerfität hat fich erschossen, wahrscheinlich wegen schlechter Gesundheit. Großbritannien. Neue Differenz mit Deutschland. London, 4. April. Im OberHause fragte der Earl von Jersey an, welche Schritte die Regierung bezüglich der Behandlung britischer Händler durch die deutsche Regierung an die Marschall- und Karolinen-Jnseln gethan habe. Es sei Pflicht der Regierung darauf zu sehen, daß kein Recht deS britischen Handels geopfert oder von Deutschland usurpirt werde. Der Sekretär des Auswärtigen LanSdowne erwiderte, die Regierung habe der Angelegenheit große Aufmerke samkeit geschenkt und der deutschen Regierung eindringliche Vorstellungen gemacht. Die Verhältnisse seien durchauS unbefriedigend; thatsächlich sei die Uebereinkunft verletzt worden, welche britischen und deutschen Händlern auf der westlichen Halbkugel gleiche Rechte gewähre. Aber das HauS könne sich darauf verlassen, daß die Sache nicht fallen gelassen werde. Indien. Erdbeben. Muss ore, 4. April. Heute morgen erfolgten mehrere heftige Erderschütterungen. Die erste dauerte 3 Minuten. Während derselben mußten fich die Leute halten, um nicht hinzustürzen. An der neuen katholischen Kirche und anderen Gebäuden wurde großer Schaden angerichtet. London, 4. April. Eine Depesche an eine hiesige Zeitungsagentur aus Lahore, Indien, sagt: Ein heftiges Erdbeben hat hier den Verlust von Menschenleben zur Folge gehabt und großen Schaden an Gebäuden ungerichiet. Das RathhauS liegt fast ganz in Trümmer, die Kathedrale und Juna Masjid, eine der schönsten Moscheen in Indien sind stark beschädigt. Viele Häuser in dem Eingebore-nen-Viertel find eingestürzt. Italien. Brief Gorky'S. R o m . 4. April. Maxim Gorky hat von Riga einen Brief an das italienische Volk gerichtet, der heute vom Avanti" veröffentlicht wird. Gorky dankt in demselben den Italienern für ihre Sympathie und prophezeit, daß der Moment nah? ift, da Angriffe auf die Gedankenfreiheit einen allgemeinen Ent rüftungöfturm entfesseln werden.
Ueber die Pest, die xv Indien furchtbare Verheerungen anrichtet, gelangen, weil dort dieft würgende Epidemie fast zu einer stän digen Erscheinung geworden ist, nrn wenige Nachrichten in die europäische Presse. Dabei ist diese Epidemie, wie aus einem Bericht der Londoner Daily Mail aus Calcutta hervorgeht, eine ganz furchtbare. Seitdem sie ausbrach, sind ihr drei Millionen Menschen zum Opfer gefallen. In jeder Woche kommen 30.000 neue Fälle vor, von denen etwa 90 Procent todtlich verlaufen. Birma ist ebenfalls von der Pest ergriffen, und die indischen Industriestädte leiden infolge der Krankheit an Arbeitermangel. Man nimmt allgemein an, daß die Krankheit zu weit verbreitet ist, um mit gründlichem Erfolge bekämpft zu werden. JndemRestaurant Konrads in Köln brach unlängst Feuer aus, als das Lokal mit Karnevalsernsten angefüllt war und die Musikrapellen zum Tanz aufspielten, während die Menge aus den Hinteren Nestaurationsräumen flüchtete, stürzte der Kronleuchter von der Decke herab. Eine Gasexplosion entstand und setzte die ganzen Parterreräume in Brand. Das zahlreiche Polizeiaufgebot konnte nur mit Mühe eine Panik verhindern und die unaufhaltsam nach der Brandstatte drängende Menge nur mit der blanken Waffe zurückdrängen. Die Kölner Feuerwehr löschte nach mehrstündiger Arbeit das Großfeuer, das große Verwüstungen anrichtete, aber, abgesehen von leichteren Verletzungen, Menschenleben nicht ernsthaft gefährdet hat. Während eines in L e mb e r g abgehaltenen Ballfestes, an welchem der Statthalter von Galizien Graf Potocki und der Landmarschall Stanislaus Graf Badeni theilnahmen, kam es zu einer peinlichen Störung. Gegen 11 Uhr Abends erschienen vor dem Gebäude einige hundert Studenten und Handwerker, von denen zwölf einen schwarzen Sarg trugen; sie drangen mit diesem in den Saal ein, wurden aber dann von der rasch erschienenen Polizei entfernt. Die Demonstranten zerstreuten sich hierauf, die Sargträger aber wurden arretirt. Auf der Polizeiinspektion legitimirten sich fünf der Verhafteten als Hörer der Technik, einer- als Schlosser. Nach Aufnahme eines Protokolls wurden alle Verhafteten auf freien Fuß gesetzt. Das gerichtliehe Verfahren gegen sie ist eingeleitet worden. Ueber die Ehrung eines deutschen Malers in Paris wird von dort gemeldet: Zur zeitweiligen Entfernung eines in der Pariser Luxembourg - Galerie ausgestellten KunstWerkes bedarf es einer das allgemeine Reglement aufhebenden, arsdrücklichen Erlaubniß des Kunstministeriums. Eine solche Ausnahme wurde während der letzten 20 Jahre nur zwei Mal gemacht, das erste Mal zu Gunsten eines Whistler'schen Bildes und heute, um dem in Paris ansässigen Berliner Maler Felix Borchardt die Beschickung der nächsten großen Berliner Ausstellung zu ermöglichen; doch wurde die Bedingung gestellt, daß das betreffende Bild Porträt Hans von Oelschlägers sofott nach Schluß jener Ausstellung an seinen Platz in der Luxembourg - Galerie zurückgestellt werden müsse. Die deutsche Abtheilung der Luxembourg - Galerie, welche Werke von Achenbach, Knaus, Liebermann, Kühl, Uhde und Borchardt enthält, ist stets sehr stark besucht. Ein mysteriöses Fahrzeug, das letzthin im nördlichen Theile desAdriatischen Meeres kreuzte, hat die dortige Küstenbevölkerung in große Aufregung versetzt. Es wurde zuerst in der Nähe von Fiume von dem Dampfer Gödöllö" bemerkt, der es zum Zwecke der Erkundung lange verfolgte. Man fand, daß das niedrige, aber lange, schwarze Fahrzeug einer Dacht ähnlich war und weder Namen noch Flagge führte. Auf Deck sah man eine Menge Männer und Frauen in phantastischer Kleidung und festlicher Stimmung. Am nächsten Abend wurde das Schiff, dem man den Namen des Fliegenden Holländers" beilegte, auf der Höhe von Abbazia gesichtet. Man vernahm seine Musik, und eö schien, daß die Festlichkeiten ihren Fortgang nahmen. Einige Boote gingen in See, um Näheres zu erkunden; doch sobald ihre Annäherung bemerkt wurde, verschwand das Schiff. Ein Fischer, dem es später gelang, es zu erreichen, um Fische an Bord zu bringen, erzählt, daß sich v!ele junge Mädchen darauf befinden, die anscheinend der ländlichen Bevölkerung angehören, obwohl sie in ungewöhnlicher Kleidung erscheinen. Eins dieser Mädchen, das 14 Tage lang vermißt wurde, ist dieser Tage in ihr kroatisches Dorf zurückgekehrt. Es war von einigen Seeleuten überredet worden, an Bord des Schiffes zu gehen, um dort Gemüse zu verkaufen, und sobald es sich auf dem Schiffe befand, war dieses mit ihm davon gefahren. Als das Fahrzeug einige Tage darauf wieder auf der Höhe ihrer Heimath kreuzte, wurde sie auf ihren Wunsch wieder an Land gesetzt. Die Fischer jener Gegenden befinden sich wegen des mysteriösen Schiffes in starker Erregung und erklären, daß sie ihm bei der ersten besten Gelegenhit den Untergang beriten würden. 1
In d e n K a r t o f f e l d i st r i k!en des Staates Wisconsin dürften, ! wie aus Appleton berichtet wird, tausende von Bushels Kartoffeln verfaulen, da die Preise so niedrig sind, daß es sich für die Farmer kaum lohnt, sie auf den Markt zu bringen. Zur Zeit werden 13 Cents pro Bushel bezahlt. Dabei sind vielfach dieWege so schlecht, daß es kaum möglich ist, durchzukommen. Eine außergewöhnliche Doppelheirath fand dieser Tage in Iowa City, Ja., statt. Pastor Leamer von der englisch - lutherischen Kirche traute W. H. Bailey mit Frau Mary Wachenfeld und John W. Bailey mit Frl. Lillian Wachenfeld, Vater und Sohn haben in diesem Falle Mutter und Tochter gefreit. W. H. Bailey ist Rechtsanwalt und war einmal Stadtanwalt in Iowa City, während sein Sohn ein junger Arzt und Mitglied des medizinischen College der Staatsunioersität ist. Ein New Aorker Frauenverein, welcher nach seinen Statuten Studien auf dem Gebiete der HausHaltungskunst betreibt und sich bestrebt, die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern zu verbesfern, hat an die Groß-New Yorker Polizeileitung das Ansuchen gestellt, zwei männliche und einen weiblichen Agenten des Vereins zu städtischen SpezialPolizisten zu machen. Es ist dies das erste Mal, daß ein solches Gesuch an die New Aorker Polizei gerichtet wird, und de? Polizeileiter wird den Fall gründlich in Erwägung ziehen, ehe er eine Entscheidung trifft. Die Gesellschaft, die das Gesuch gestellt hat, führt zur Begründung desselben an, daß ihre Thätigkeit gewinnen würde, wenn ihre Agenten Polizeiliche Befugniß hätten. Die Mitglieder desRutg e r s College Glee Club in New Brunswick, N. I., amüsiren sich riesig über die Meldung, daß der Vorstand dcr Broadway - Methodistenkirche in Camden sehr aufgebracht darüber ist, daß der Club bei einem kürzlichen Concert in der Kirche das Lied Unter dem Annhäuser Busch" gesungen hat. Sie erklären, es sei dies das erste Mal, daß gegen das Lied Einwand erhoben werde. Das Lied habe nicht auf dem Programm gestanden, sondern fei als Encore gesungen worden, und die Zuhörer hätten leidcnschaftlich applaudirt. Der Kirchenvorstand hat eine geharnischte Resolution angenommen, um ähnliche Demonstrationen in Zukunft zu verhüten, und wird wahrscheinlich dem Glee Club nicht mehr gestatten, in der Kirche zu singen. Aus Gram darüber, daß er seine Familie nicht von Ungarn hierherkommen lassen konnte, verfiel in New Aork der 35jährige Schneider Nathan Marmelschein in Tobsucht. Jammernd war er, wie schon oft, zu der befreundeten Familie Muskowitz gekommen und redete sich nach und nach in förmliche Wuth hinein, bis er schließlich auf Frau Muskowitz zustürzte und ihr mehrere Stöße in die Brust versetzte. Mit wildem, mahnsinnigem Geschrei begann er, die Frau und die zwei Kinder im Zimmer herumzujagen. Minutenlang blieb er stehen, um bald das eine, dann das andere Möbelstück zu zertrümmern. Dann faßte er die einzelnen Einrichtungs - Gegenstände und warf sie durch's Fenster in den Hofraum hin'aus. Die Bewohner flohen, das Haus gerieth in Panik durch den Lärm und daS Krachen, man alarmirte Polizei und Feuerwehr, jedoch die Wohnungsthüre war durch die Möbelstücke verbarrikadirt. die der Wahnsinnige nicht hatte durch's Fenster schleudern können. Schließlich gelang es einem Polizisten mit Hilfe einiger Feuerwehrleute, die Wohnung zu erbrechen. Es bedürfte der vereinten Anstrengungen von sechs Männern, den Tollen zu bemeistern und in einem Polizeiwagen nach der Union Market Station zu bringen. Ein Bravourstück eigener Art führt kürzlich der Hülfs-Jani-tor Robert Cook von der Volksschule in der 145. Straße in New York aus, indem er einem fünfjährigen Jungen, der durch ein Mannloch in einen AbZugskanal gefallen war, das Leben rettete. Eine Anzahl Knaben war beim Spielen auf der Straße in der Nähe des Schulhauses auf die Idee gekommen, den Deckel eines in jener Gegend liegenden Mannlochs zu lüften, und Larone Larigan, jener ersterwähnte Junge, war, vermuthlich von seinen Kameraden gestoßen, in das Loch, resp, in die Kloake gefallen. Ohne sich zu besinnen, stieg Cook, sobald er von dem Unfall gehört, die eiserne Leiter längs der Seite des Mannloches hinunter bis zu dem 13 Fuß unter dem Straßennievau liegenden Kanal, in welchem die Fluth in Folge des strömenden Regens ziemlich hoch ging. Obschon er nichts sehen tcnnte, so vernahm er doch deutlich das Geschrei des reingefallenen" Jungen, und nach wenigen Minuten hatte er den Bengel, der glücklicherweise auf einer, durch den kompakteren Theil der im 36zölligenKanal fchwimmenden Abfälle gebildeten Insel gelandet war, gepackt. Nach weiteren fünf Minuten erschien Cook, mit dem Kind auf dem Rücken, wieder auf der Straßenoverfläche und ward von der ängstlich harrenden Menge natürlich mit Hellem Jubel begrübt.
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