Indiana Tribüne, Volume 28, Number 190, Indianapolis, Marion County, 4 April 1905 — Page 5

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Vf M Mm A ffcMHJM iafc " - T:y r-.L -wr tsra rMTriMTl Jndiana Tribüne . April 1903.

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K w m m M! ru mm. mm mm mm mm mm kk Hs fcfc 3 14 4 4 .4 dt Wfl (Schluß.) Es ist eine große Gesellschaft an ihrem Tisch, derheirathete Leute und ledige. Neben ihr sitzt ein junger Komruis, ein hübscher, geckenhafter Mensch, keck und zudringlich. Ter hat's auf sie abgesehen, nennt sie fortwährend Schöne Frau" und Holde Strohwittwe" und versichert ihr in allen Tonarten, n ie reizend ihr der Hutnii den Rosen steht. Beim Aufbruch bleibt er an ihrer Seite und fragt, ob er sie heimbegleiten und ihr noch ein Stündchen Gesellschaft leisten dürfe. Für was hält sie eigentlich der Kerl? Sie ist doch eine ehrbare Frau, sie braucht keinen Begleiter, sie findet ihren Weg allein. Ziemlich kurz dankt sie für das Anerbieten. Da meint der Mensch spöttisch: Gott, wie spröde, Frau Haberkorn. Oder sind Sie so ängstlich? Das haben Sie doch nicht nöthig. Wenn ein Mann sein hübsches junges Frauchen im Stich läßt, darf sie sich schon nach einem Tröster umsehen." Winchen würdigt den Frechen keines Wortes mehr. Hastig wendet sie sich ab und geht ihres Wegs. Wie die Leute es anseben! Als ob Christian si? im Stich gelassen hätte, und dabei hat sie's doch gewollt. Und nun, ach, wie sie sich nach ihm sehnt und ibm doch grollt, daß er gegangen ist! Wie schutzlos und verlassen sie sich fühlt! Nie wieder wird sie an einen solchen Ort gehen, wo man ihr wie einem leichtfertigen Frauenzimmer begegnet; und die anderen, die haben noch ihren Spaß dran gehabt. Und an allem ist eben doch der Christian schuld. Warum soll denn immer die Frau nachgeben? Das ist dcch jetzt nicht mehr so wie in früheren Zeiten! Es muß eben bleiben, wie's ist. Freilich, auf die Dauer ein solches Leben? W:r weiß, wenn er jetzt da wäre und sie so recht von Herzen bäte, zu ihm zu kommen, heute Abend wär sie's im Stande, ja zu sagen. Es ist eigentlich gut, daß er nicht da ist. Wie er sich wobl auf dem Stiftungsfest amüssrt? Crnc plötzliche Angst pactt sie. Wenn dort hübsche Mädchen sind und sich an ihn drängen, wie der Mensch vorbin es bei ihr probirt hat? Wenn ste auch Trösterinnen spielen wollen, und wenn er sich trösten liege? Ach, das Leben ist doch recht schwer! Traurig sucht Winchen die Ruhe, und sie zählt die Tage bis zum Sonnabend, voll Angst, ste könne ihn wieder vergebens erwarten. Dock er kommt zur rechten Zeit, sehr aufgeräumt, ordentlich unnatürlich lustig. Eine rothe Nelke hat er im Knopfloch stecken, und auf Winchens Frage, wo er ste her hat, sagt er: Die hat mir'v ttathchen geschenkt." 's Käthchen? Wer ist denn das?" Ach" er wendet sich etwas zur 2eite hab ich Dir das noch nicht erzählt? TiL Tochter von meinen Hausteilten. Sie hält mir meine Stube in Ordnung und stellt mir immer Blumen aus dem Gärtchen auf den Tisch." Winchen geht schweigend neben ihm her. bjä ibr Blrck auf seine Krawatte fällt, eine roth und schwarz getupfte gehäkelte Krawatte. Was hast Tu denn für'n Schlips um?" Den Schlips? Ach ja so. den hat mir's KatbÄen gehäkelt. Schön, aclt ?" Hm, mir gefällt er nit. So prahlerisch sieht er aus. Aber darauf kommi's ja mt an. Du mutzt'n ja trage." Freilich, ich muß ihn tragen, und mir gefallt er ausgezeichnet." Winchen beistt sich auf die Lippen: sie weiß noch so gut, wie sie einmal dem Christian einen Schlips hat häkeln wollen; da hat er abgewehrt, er könne die Dinger mcht ausstehen. Und nun dieses Entzücken über den Scblivs vom Käthchen! Wie schaut's denn aus, das &au)chen? Hübsch, was?" Sebr hübsch. Und so lieb, so recht'n Mädel zum Gernbaben. Wer die mal kriegt, der ist nicht betrogen." Am Sonntagnachmittag gehen sie wieder zuiammen aus, allem, nach den Felsenkellern. Winchen hat diesmal keine Lust, mit Bekannten zusammen zu sein. Sie hofft, wenn sie ungestört bleiben, dann würde er's doch noch einmal zur praye ormqen. ne mutn, zu ihm an kommen. Ob sie's freilich tbäie. das ist noch sehr die Frage. Aber die Hoffnung ist vergebens. Er tippt nicht dran, im Gegentheil. Als sie beim Glai Bier s:yen. meint er: ..Hätt nie gedacht, daß ich mich so gut eingewohnen könnt ohne Dich. Am End war ganz gescheit so. Wir verdienen alle Beide, und Tu brauchst nichts zu ent behren. Mir gefällt das Leben in dem kleinen Slädtchen m ant Die Leu: haben so etwas Zuthunliches und " Kann mir's schon denke. Brauchst mir gar nichls mehr zu erzähle. Wenn's mir mtl paßt, kann ich Dich ja einmal dort besuche und mir die Herrlichkeit amchaue." Das laß lieber bleiben." entgegnet der Christian hastig, für Dich ist's nichts dort. So eine Großstädterin, die macht andere Ansprüche. Nein, Du thätst Dich nicht wohl in Ostheim füh

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len. das hab ich langst emgesehen."

mm mm m r ry mm m ?? 3 M ff r?ähltm0 tioii ??. &l i 1 1 tu c 0 e v 55 X. 5 X $- Ä 2A A4 A tm 44 '3 44 So, als: nicht einmal für einen Tag will er sie dort haben. Natürlich, ste soll nicht merken, wie er mit dem Käthchen steht. Ach. es ist himmelschreiend? Ehe sie aufbrechen, läßt sich Christian eine Ansichtskarte geben. Winchen forscht: ..Was willst'n damit?" Ich hab dem Käthchen eine verspro chen, sie sammelt, und ich muß mich doch erkenntlich Zeigen, wo sie so besorgt für mich ist. Willst vielleicht auch Deinen Namen" Nein, dank schön. Ich kenn ja das Fräulein aar nit." So laß es. Ich glaube, Ihr thätet auch nicht zusammenpassen. Das Mädel ist so sanft, so nachgiebig, so " Und was noch alles? Ist nur schad. daß Tu sehen eine Frau r.ast. t&oirf! wär ja's Käthche was für Dich." Du kannst recht haben; ich sagt's ja schon, mit der ist ein Mann nicht betroaen. ?lber für mich ist's halt zu spät." Halb lachend spricht's der Cbristian, und dem Winchen steiat's heiß in die Augen. Aber nur nicht weinen? 6r soll's nicht merken, wie's in ihr aussieht. Ziemlich einsilbig verbringen sie den Rest des Tages bis zum Abgang des Zugs. Die Woche dehnt sich diesmal für Winchen zu unerträglicher Länge. Sie vergeht fast vor Sehnsucht nach ihrem Manne. Und immer sieht sie das Käthchen neben ihm, das scheinheilige Geschöpf, das sich nicht schämt, einem verheiratheten Mann nachzustellen. Am Sonnaöendmittaq langt eine Postkarte an: der Christian kommt nicht; es ist Vogelschießen in Ostheim, und seine Bekannten haben ihm so zugeseht, daß er nickt anders kann. Seine Bekannten, jawohl, 's Käthchen, Niemand anders. Winchen ist außer sich Sie hat sich schon alles zurechtgelegt, um mit ihrem Manne nach dem Abendbrot noch einen Spaziergang zu machen. Nun hat sie wieder nur die Aussicht auf einen einsamen Sonntag. Noch nie hat sie sich so verlassen gefühlt, noch nie hat ste so gefühlt, wie über alles lieb ste bt.i Christian hat. Und sie wird ihn verlieren; er fragt schon nichts mebr nach ihr. Es leidet sie nicht mebr im Zimmer, nachdem ste ihre Arbeit be endet hat. Sie macht sich auf den Weg zum Fr:edoof und weint sich am Grabe ihres kleinen Mädchens aus. Tann ist's Sonntag. Sie schließt sich ein und öffnet nicht, wenn's klingelt. Sie will Niemand sehen, und sie will auch nicht ausgehen. Ter kecke Kommis verfolgt sie feit jenem Schützenkonzert immer auf's Neue. Erst vorgestern hat er sich in der Dämmerung ste hatt noch etwas feine Wasche zu einem Kunden gebracht an ste gedrängt und ihr versichert: Ich bab mir's nun mal in den Kopf gesetzt, mein schönes Frauchen, Sie zu trösten: ich lan mich nicyt abschrecken. Nach und nach werden Sie schon einsehen, wer'S gut mit Ihnen meint." Sie hatte Muhe gehabt, den lästigen Menschen viuc ujci;cu ix'u-juiijciucu. luci uaa n'PtOTA ftf ItM AAM 1 Mt 1 1 0s C W fl Würde sich wiederholen, .und vielleicht würden auch andere lieber Gott, ist ste denn vogelsrei? Darf jeder Lasse sich ihr mit Zudringlichkeiten naben? Es scheint fast so. Und dort in Ostheim ist's umgelehrt. Tort anaelt das Käthchen nach ihrem Christian, und er ach sie hat ihn allein ziehen las sen, ne bat ja gar kein Recht mehr, Treue von ihm zu verlangen. Langsam schleichen die Tage dabin. Winchen sieht ganz blaß aus; sie bat keine Lust, etwas für sich allein zu kochen, die Arbeit macht ihr keine Freude mehr. Sie schafft nur, weil es einmal so bergebracht ist. Und freilich, ste muß ia schaffen! Sie muß doch leben und darf um keinen Preis jetzt von dem Christian etwas annehmen. Er soll nicht denken, daß ste ihn braucht, setzt, wo er gar nichts mehr nach ihr fragt. So steht sie mit zitternden Knieen und plättet und kann nicht fassen, daß eine Woche so lang sein kann. Endlich ist der Sonnabend wieder da, endlich steht ter Christian wieder vor ihr. Aber gaz Änderbar ist er. gar nicht wie früher. Nicot so still wie neulich, nicht so'aufgereat lustia v zuletzt. Er guckt immer gan über sie weg. Ihr verändertes Aussehen, ntt tcüben Augen bemerkt er gar nicht, und ne in oom am borgen waorast erfchrocken, als sie sich im Spiegel geseb?n hat. Alles, was der Christian spricht, klingt so gezwungen. Sie fragt ihn, warum er seine gebrauchte Wäsche nicht mitgebracht Hat. Da meint er, sichtlich verlegen: Ach, das Käthchen hat mir angeboten, das bischen mit zu besorgen, daß ich nicht die ewige Schlepperei hätt. Tu bast ja so genug zu thun Winchen brinat nur zwei Worte heraus: Ist gut." Noch nie hat ibr etwaZ so weh gethan. Nicht einmal mehr für ihn sorgen soll sie dürfen? Auch seine Wäsche hat das falsche Frauenzimmer schon an sich gerissen. Gerade, als ob sie. das Winchen. gar nicht mehr auf der Welt wäre. Ach. am besten roär'S ia auch, sie wäre todt und läge bei ihrem Gretchen auf dem sriedhof. Dann konnte er das Kath chen hcirathcn, und es wäre alles gut. Es wird auch so kommen, ne wird sicher bald sterben vor Kummer und Gram. Am Sonntag gegen Mittaa erklärt

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Christian, er müsse diesmal schon mit dem Einuhrzug zurück. Seine Hausfrau habe Geburtstag, und da käme die ganze Verwandtschaft zusammen, und es gäbe Waffeln zum Kaffee. ,,st gut." Wieder nur die zwei Worte. Es wird bis zum Abschied auch sonst nicht viel gesprochen. Winchen geht auch nicht mit zum Bahnhof. Hast recht, Winchen. wou sollst in der Hitz den Weg niachen? Und ja, am nächsten Sonntag ist großes Fest vom 'id'bürincier Lnaerbund in Ostheim, oa muß ich natürlich mitmachen. Ich bin Mitglied des O.theimer Aereins. Laß Dir's gut gehen, Wine." Tamit will er gehen, aber Winchen hält ihn noch mit einer Frage zurück, die ihr freilich herzlich schwer wird. Du, Christian, ist das Logis in der Fabrik immer noch frei, das. was Dir angeboten war?" Freilich, steht noch leer; Herr Feilenhauer hat mich kürzlich noch gefragt, ob ich denn gar nicht darauf reflctlire. Aber was follt ich damit? Ich bin so gut aufgehoben bei meinen Hausleuten. Na, aber nun heißt's laufen, es ist die höchste Zeit." Er gebt und vergißt in der Eile sogar den Abschiedskuß. Winchen späht ihm hinter dem Vorhang nach. Nicht einen Bick wirft der Christian zum Fenster zurück! Und er hat gar nicht verstanden, was sie eigentlich mit der Frage nach dem Logis gemeint hat, oder er hat's nicht verstehen wollen. Nicht ferneren wollen, weil er sie nicht taucht, weil er gar nicht mehr wünscht, daß sie nach Ostheim kommt! Dieser Gedanke bringt sie fast um den Verstand und raubt ihr den Schlaf. Sie vermag in der folgenden Nacht kein Auge zu schließen. Als sie todtmüde und doch völlig wach in ihrem Bett ligt, da durchzuckt ste mit einmal etwas Schreckliches. Wenn sich der Christian von ihr scheiden ließe! Er hat ja das Recht dazu. Er hat's selbst gesagt damals, im Anfang, als sie sich weigerte, mit ihm zu gehen. Und das ist gewiß wahr, denn der Christian schwätzt nicht in's Blaue hinein. Der weiß, was er spricht. Nun kann sie sich nicht einmal beklagen, wenn er sich von ihr scheiden laßt und das Käthchen heirathet. Großer Gott, daß ihr das erst jetzt einfällt! Wie gleichgiltig war er heute, wie ängstlich, den Zug nur ja nicht zu versäumen, damit er mit der ganzen Verwandtengesellschaft beim Kaffee sitzen könne, neben dem Käthchen natürlich, neben dem hinterlistigen Geschöpf, das einer anderen Frau den Mann stiehlt. Ab: eh's so weit kommt, eh ich mir das stillschweigend gefalle laß. eher geh ich nach Ostheim mit Sack und Pack. Sobald ich bei ihm bin, hat er keinen Grund mehr zur Scheidung; nachher will ich doch sehn, ob ich nit mit dem Käthche fertig werde thu." Ganz laut rufl's das Winchen und springt aus dem Bett. Alle Müdigkeit, alle Schlaffheit ist vorbei. Die alte Thatkraft ist erwacht. Mitten in der Nacht fängt sie an zu packen, soviel als eben möglich ist. Am Morgen ist ihr erster Gang zu einem Spediteur, dann meldet sie sich bei ihren Hauptkunden ab. Die Herrschaften finden es fehr begreiflich, daß ihr Mann nicht länger allein bleiben will, wie sie sagt. Allein bleiben soll," ,das wäre richtiger gewesen, aber das geht ja Niemand etwas an. Bis zum Abend ist alles gepackt;

morgen mit dem Frühsten werden die Zachen verladen. Nun noch ein kurzer Abschied von den Nachbarn, dann eilig zur Bahn. Onne einen Schimmer von Wehmuth verläßt Winchen die seitherige Heimath, und erst, als sie schon im Zuge sitzt, fällt ihr ein, daß sie nicht emma! ihrem Grabchen Adieu gesagt bat. Aber sie regt sich auch darüber nicht weiter auf; sie hat nur einen Ge danken. d?ß sie nun bald im Stande ist, den Kampf mit dem Käthchen aufzuneymen. Die soll's Eiseköppche kenne lerne! Ach Gott, 's darf ja nit zu spät sein, ich hab ja den Christian noch nie so lieb gehabt wie jetzt." So flüstert sie. als sich der Zug in Bewegung setzt. Es geht ihr lange nicht schnell genug; Flügel hätte sie haben mögen; jede Minute scheint ihr kostbor. Endlich, endlich ist das Ziel erreicht; muthig. wenn auch nicht ohne einiges Herzklopfen wandert ,:e dem Stadtchen zu. Als am Abend Christian Haberkorn seine Stube betritt, prallt er ordentlich zurück. Da sitzt sein Winchen am Tiscb. leibhaftig, mit finsterer Miene. Er schrei: auf: Winchen, ja bist Tu's denn wirklich?" Wie der Mensch sich verstellt! Er thut ja gerade, als freue er sich. Ja. ich bin's, Cbristian, und daß Du's nur gleich weißt, ich bin da,' und ich bleib da. und morgen kommt unsere ganze Sach. Denn noch bin ich Teine Frau, und nun hast Du keinen Scheidungsgrund mehr." ..Scheidungsgrund. Winchen?" Jawohl, Scheidungsgrund. Gelt, das hätt Euch könne passe, wenn ich nit gekommen wär, und hättst Dich könne scheide lasse und's Käthche heirathe." ..Winchen. liebstes Winchen. ick denk ja nicht dran. Ich bin ja so froh, daß Tu gekommen bist endlich und willst bei mir bleiben. Ach, was soll das für ein Leben werden!" Aber's Käthche was wird'S Käthche sage? Tarüber mußt mir erst reine Wein einschenke. Ich muß wisse, wie ich dran bin. Ich hab mir's ja beinah aedacht. dafc Du nit so v:el

schuld hast wie das Frauenzimmer, Christian."

Ter lackte hellauf. Hast denn's Käthchen schon gesehen?" Nein, noch nit. Ich hab mich ganz heimlich die Trepp heraufgeschliche; hattst mir gesagt, Tein Schlüssel that nebe der Thur hange." via, ha wollen wir doch gleich ein mal unseren Besuch unten machen. Oder nein, ich ruf's Käthchen lieber erst raus. Er lauft zur Thür; Käthchen. Käthchen, komm schnell mal rauf." ?chon aus Tu und Du, 's war ec:n doch die höchste Zeit, so sagt sich Winchen, und da kommt's auch schon die Treppe herauf mit eiligen Schriitchcn. und ein kleines, etwa steoenjährlges Mädchen steht vor ihr und auckt str neugierig und verlegen an. Was soll ich denn, Onkel?" ..Sollst der Tante da ein schönes Patschhändchen geben. Das ist die Tante Winchen, von der ich Dir immer erzählt hab." Zutraulich reicht Käthchen der wie erstarrt Dastehenden die Hand. So, und nun kannst Du wieder runtergehen und der Mutter sagen, sie bekam heut noch Besuch." Die Kleine niclt und verschwindet, um so schnell als möglich der Mutter die große Neuigkeit zu verkündigen, daß des Onkels Christian Tante Winchen oben ist. Na, Winchen?" Ach, Christian, mach mich doch nur gescheit. Das Käthche that Deine Stub m Ordnung halte und Deine Waich besorge." Ja, das hab ich freilich gesagt. Weißt, wie ich auf den Gedanken gekommen bm? Ich hab mir ausgemalt, wie's hätt kommen können, wenn das Käthchen zehn Jahr älter gewesen wär" der Christian spricht jetzt ganz ernsthaft wir sind schließlich alle schwache Menschen. Und wenn's nicht reckt war, Winchen, so verzeih mir's. .Aber ich wußt doch nicht, wie ich Dich sonst herknegen sollt. Und wenn Tu nun wieder fort willst, so kann ich Tich nicht halten." Wieder fort? Um keinen Preis der Welt, Christel. Ach, hättst mich doch nur noch ein einzigs Mal gebete, ich wär ja längst hier!" Nein, Winchen, noch einmal bitten, das konnt ich nicht. Aber länger ohne mein Winchen sein, das konnt ich auck nicht. Und da hab ich mir eben auf die Art geholfen. Und 's war die rechte Art. Die Eifersucht, die hat endlich 's Eiseköppche gebrochen." Nein, die Eifersucht allein nit, die Lieb, Du böser, Du kluger, Tu aller allerbester Mann!" Na, oö Eifersucht oder Lieb, das kommt zuletzt auf eins raus. Jetzt wollen wir uns freuen, daß wir zusammen .sind und wollen die ganze böse Zeit-, vergessen." Äjinchen denkt ein Weilchen nach. Aber der gehäkelte Schlips und die Wäsche am End giöt's noch andere Käthche in Ostheim?" O Du den Schlips hab ich einem armen gelähmten Mädchen 's ist die Tochter von einem unserer Leute abgenommen. Das Mädchen verdient sich gern ein bischen was mit solchen Arbeiten. Und meine Wäsche besorgt mir dem Käthchen ihre Großmutter. Ick wußt ja, das geht Dir am tiefsten, das mit dr Wäsche. Na, und so schön, wie Du, kann's auch gar Niemand sonst. Und 's gibt hier auch Leute, die gern bei einer so geschickten Plätterin arbeiten lassen. Brauchst nicht zu faulenzen." Ach, Christel, das ist mir jetzt ganz einerlei, danach frag ich nit. Ich bin jo so froh, daß ich wieder bei Dir bin. und wenn Du mich wirklich noch ein bisscl liebhabe kannst, sollst sehe, ,'s Eiseköppche' kommt nit wieder zum Vorschein." Nach sechs Jahren ist Christian Haberkorn Mittheilhaber der Firma. Ter alte Feilenhauer hat erkannt, daß er eine kräftige Stütze an dem tüchtigen Menschen besitzt, und zu diesem Mittel gegriffen, sich die Kraft zu erhalten. Winchen plättet nur noch für ihren Mann und ihre zwei Kinder, einen vierjährigen Buben und ein zweijähriges Mädel. Sie hat sonst vollauf zu fchaffen, denn in dem netten kleinen Haus mit dem hübschen Garten sie bewohnen es ganz allein findet sich immer Arbeit. Ostheim, das elende Nestche," wie sie's früher so verächtlich genannt hat, ist ihr zur geliebten Heimath geworden. Selbst ihr schönes Frankfurt kann sich nicht mehr damit messen, und das will viel sagen. Zlees von Serenissttnus. Serenissimus geht mit Kindermann spazieren, lange schon schreiten sie stumm nebeneinander her. Da endlich bricht Serenissimus das unerträgliche Schweigen durch die geistreiche Frage: Ha, lieber Kindermann, sagen &it mal. jibt's eigentlich Milchheringe? Habe neulich sowas gelesen." Gewiß. Durchlaucht." erwidert Kinder, mann, der an solche Fragen schon gewöhnt ist. So, so. Aber." fährt darauf Serenissimus fort, wie muß man denn solche Thiere melken, wenn man ihre Milch haben will?" Vornütklich. Patient: Seit zehn Jahren behandeln Sie mich auf den Magen, und nun höre ich auf einmal von einem Spezialarzt, daß ich gar nicht magensondern leberkrank bin." H a u s -a r z.t : 'Nun. dann können wir's ja mal mit der Leber bArfiff'"

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Indianapolis Division.

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