Indiana Tribüne, Volume 28, Number 189, Indianapolis, Marion County, 3 April 1905 — Page 7
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Das Räthsel drs Vothcn AÜwcn" Kcrnan von (ösvljarfc Stoin (Ftfetzung.) Sie Logik in dieser Bemerkung war unanfechtbar. Frau Driesen konnte nicht widersprechen. Nun, sagen Sie offen, Herr Heydemann, ist es wirklich wahr?" fragte sie noch immer zwei felnd. Heydemann mußte lächeln. Er erzählte, wie er versucht, und wie er sich durch den Artikel über den Radscha eigentlich eingeführt hatte. Tiefen Bericht habe ich. gelesen!" rief Edith lachend. Aber aufrichtig: daß er von Ihnen sei, hätte ich nie dermuthet. Er war sehr hübsch." Heydemann verbeugte sich auf dieses zweifelhafte Kompliment, und Edith lachte wie ein kleines, übermüthiges Mädchen, als er ihr erzählte, wie diese? Bericht zu Stande gekommen war. Heydemann sah sie voll Erstaunen an. War das die ernste, -ost so verschlössen? Edith? So fröhlich, so herzlich hatte er sie noch nie gesehen. Mißlaunig, verstimmt blieb dagegen Frau Fricderike. Diese Aenderung der Dinge war etwas, was ihr nicht recht zusagte. Und sie fand auch bald den richtigen Ausdruck dafür. Sie sind also wirklich Journalist geworden und müssen nun den ganzen Tag in dn Redaktion zubringen?" fragte sie. Eigentlich ja antwortete er mit einem gewissen freudigen Stolz. Hm, so," meinte "sie gedehnt, und die Romane ... und unsere Pläne?" Er sah sie erschreckt an. Ja, natürlich," sagte er stockend, die die werden .. . Ich arbeite natürlich weiter, auch in der Nacht. Es bleibt ja immerhin noch Zeit " Frau Friederike schien beruhigt und wurde nun freundlicher. Allmälig fand sie sogar, raß es eigentlich gut sei, daß Heydemann beim Tagesboten" angekommen war. Denken Sie nur. lieber Hcydemann," sagt: sie mit Befriedigung, die Verbindung mit ein:? so großen, ein flußreichen Aeiiung! Fu? unsere Romane kann das von ungeheurer Wichtigkeit werden." Editb warf einen schnellen, spöttischen Blick auf ihre Schwester. Meinst Du wirklich?" warf sie ein. Nun. das ist doch klar," erwiderte Frau Friederike. Sie sind doch auch meiner Ansicht, lieber Heydemann, nicht wahr?" Ich weiß nicht," sagte Heydemann schüchtern, ich bm Mit Zenungsve? Hältnissen noch nicht genügend ver traut." O, das wird schon kommen." be lehrte Frau Friederike. Sie werden Bekanntschaften machen. Schon heute werden Sie einen. interessanten Herrn, gewissermaßen gleichfalls von der Zei tungsbranche, kennen lernen. Wir erwarten ihn aerade Pardon, da störe ich ja," sagte Heydemann. einen Schritt zurucktrelend. Aber nicht im geringsten!" rief Frau Driesen, im Gegentheil, es paßt gerade sehr qut. Und er wird sich gewiß freuen, Sie kennen zu lernen. Sie willen wahrscheinlich sogar seiner. Na men: Ottokar Beutler. Haben' Sie nicht schon von iym gehört?" Nein." Der Verlagsbuchhändler Ottokar Veutler," betonte Frau Friederike, ein charmanter junger Mann und ein unternehmender Geschäftsmann. Er hat mir den Antrag gemacht, meine Roman: in Verlag zu nehmen. Und es war, als ob der Herr, von dem man sprach, nur auf das Stichwort wartete, um zu erscheinen. Kaum wurde sein Name erwähnt, kam das Mädchen und melcete, daß Herr Beutler die anadige Frau sprechen wolle. Ich lasse den Herrn bitten," sagte Frau Friederike erfreut. Lieber Heydemann, S:e bleiben zu Tische, nicht wahr? Herr Beutle? ist zum Dmcr g laden. Also ja? Anna, legenSie noch em Gedeck auf! Herr Beutle? war wirklich ein charmantc? junger Mann, Frau Friederike hatte recht. Heydemann kam sich wie ein Bauer vor angesichts der weltman nischen Gewandtheit des Herrn Veutler. Das dunkle Schnu?rbartchen keck aus gewirbelt, mit blitzenden dunklen Au gen, das schwarze Haar mit der Hamletloae über der Stirne, nach der neue sten Mode mit bunter Weste und hoher Krawatte so erschien er wie em Salonheld des Tas. Er küßte ??rau Friederike, dann Edith die Hand und machte bei der Vorstellung von Heyoe mann eine sehr elegante Verbeugung. Herr Heydemann vom ,Tagesboten' " stellte Frau Friederike vor. Vom ,Tagesboten' ah," sagte Beutler, da habe ich ja Freunde. Unsere beste Zeitung. Welches Ressort. Äerr Heydemann i Ich bin Mitarbeiter" sagte Heydemann etwas verlegen. Na, also alle Ressorts" meinte Beutler lachend. . Man setzte sich zu Tische. Frau Friederike war ungewöhnlich gut bei Laune. Sie erschöpfte sich in Liebenswürdigkeiten gegen ihren Gast, der seinerseits voller Höflichkeit und Galanterie war. Er war ein intelligenter Mensch und offenbar seh? ersahren und sicher im Umaang mit Damen.
Er wußte von allen Leuten, die das
Tagesgespräch der Literatur und der Kunst waren. Er kannte die Großen des Theaters, er kannte die neuesten Stücke, er wußte von den letzten Romai . I 1 I V neu uno war veriraur mu auem Klatsch, der über die mzistgcnannten Persönlichkeiten im Umlauf war. Und so war er wirklich em vorzugliche? Tischaenosse. besonders fü? Frauen, die mit Künstlerkreisen keine nähere Berührung hatten. Frau Drieien sog förmlich zedes Wort Beutlers in sich ein. Als Schriftstellerin. für die sie sich hielt, fühlte t sich zu jenen Kreisen gehörig und hatte ein brennendes Interesse für jede Aneldote, für jede Personalschilderung. Das heitere Geplauder des jungen Verlegers eröffnete ihr weite und angenehme Perspektiven, und im Gel,:e lebte sie fchon in der Zeit, da sie durch die Vermittlung Beutlers in diese Kreise treten und m der Welt der Literatur und der Kunst gleichfalls zu den genannten und bekannten Persönlichkeiten zählen werde. Aber auch Edith wurde von den Schilderunaen aus dieser Welt des Schaffens gefesselt. Sie hrnric dabei ungewöhnlich leohaft. Heyoemann warf von Zeit zu Zeit verstohlen einen Blick auf die junge Lehrerin und kam aus dem Verwundern nicht heraus. Was war nur während der wenigen Tage seines Ausbleibens mit dem Mädchen vorgegangen? Sie war ja völlig verändert. Die ernste, zurückhaltende Edith sprühte von Lustigkeit. Ihr Lachen klang loie reiner Silberglockenton, ihre dunklen Augen blitzten, und das Gesicht strahlte von Heiterkeit und Schalkhaftigleit. Und wie hübsch sie war, nem, eigentlich schon! Ja, schon das bemerkte Heydemann so recht erst heute. Hatte er doch bisher trotz des Zaubers, den sie auf ihn ausübte, nie den Muth bejejjen, feme Augen zu ihr zu erheben. Er hatte immer zu sehr das Gefühl der Abhängigkeit und der Dienstbarleit in sich getragen. Und jetzt sah er und fühlte stärker als sonst die ganze Weiblichkeit dieses Mädchens, die Grazie ihrer Jugend sie wirkten auf ihn wie ein Rausch, der vom Kopf m das Herz und da wieder zu Kopse steigt. Es war ihm, als wenn ein Traum, den er vor sich selbst verborgen hatte, plötzlich mit aller Kraft vor seinem Geiste stände, als wenn Empfindüngen, die nur geheimnißvoll im Herzen genährt wurden, auf einmal lebendig aus der dunklen Tiefe hervorbrechen wurden. Es erfüllte ihn nun mit einem peinisenden Gefühl, daß all diese Schönheit. dieje heitere Laune, dieses entzückende Lachen dem jungen Manne da gehörte, der am Tische saß und amüsante Geschichten erzählte. Alles für diesen Fremden für ihn, Heydemann, hatte sie nur ihr ernstes Gesicht. Freilich, was war er denn auch? Der Schreiber ihrer Schwester, der Mensch ohne Ziel, em Mann, der von der Gnade emer etwas schrullenhaften Wame geievi hatte. Aber Jeutler, der Verleger, der Mann der großen Gesellschaft das war etwas anderes. Voll von diesen quälenden Empfin düngen nahm er fast gar keinen Theil an der lebhaften Unterhaltung. Immer tiefer versenkte er sich m seme melan cholischen Gedanken, bis plötzlich em bekannter Name an sein Ohr schlug. Er hörte das Wort Taaesbote." und das weckte ihn wieder zur Gegenwart zurück. Beutler sprach über einen Bericht, den er m diesem Blatte gelesen und über den Einfluß, den der Tagesböte m Verlm ausübte. Und nun wandte er sich direkt an Heydemann: Kennen Sie Herrn Bohne? Den Berichterstatter Bohne er arbeitet ja gleichfalls für den ,Tagesboten'!" Jawohl," antwortete Heydemann noch etwas zerstreut. Er ist ein Freund von mir," fuhr Veutler fort. Ein gewandter, geriebener Journalist. Hat uoerall seme Nase und weiß alles und kennt alle Leute. Der geborene Detektiv. Wirklich ein interessanter Mensch." Ach " warf Frau Driesen bewundernd ein. Ja, ich sage Ihnen, gnädige Frau." plauderte Beutler weiter, dieser Bohne ist gerissener als alle unsere Polizeikommissäre. Was die nicht herauskriegen, er findet es sicher. Jetzt hat er wieder eine verzwickte Sache an feinem Faden. Vor einiger Zeit sind einem Herrn, einem Provinzler, der, wie ich glaube, im Hotel zum .Rothen Löwen' abgestiev r . rY ny r - . ? gen roar, aus geyeimninvoueeise mzx zigtausend Mark gestohlen worden" Die Damen lachten gleichzeitig hell auf. Aber das ist ja unser Herr Heydemann!" xltf ftrau Driesen beiter. Wie?" fragte Beutter Verständnißlos. Hier an diesem Tisch, Ihnen gegenüber sitzt der Herr aus der Provinz" erklärte Edith mit lustiger Miene. Wieso? Sind Sie's ... Die vierzigtausend Mark?" fragte Beutler mit verlegenem Erstaunen. Ja, der Herr mit den vierzigtausend Mark, Herr Heydemann ganz recht. HetztMitarbeiter des .Tagesboten" erläuterte Edith mit komischem Ernst und in belehrendem Ton. Ah . . . ah . . . sonderbar . . . merkwürdig," sagte Beutler, sich noch immer verwundernd. Wirklich interessant, daß Sie es sind. Na, mein Freund Bohne, der hat die Sache übemommen. Er erzählte es mir, gerade als ich hierher ging. Und wie ich'ihn kenne, wird er dahinterkommen. Sie kriegen Ihre vierzigtauscnd Mark wieder. en
Jndlana Tribüne,
. l r I N-nkemttNN. Slt tonnen lieft oaraus verlassen!" .... m am I ' ? Tmh irr sn ükerzeuat " vemerkte Virau Driesen verwundert. Das bin ich auch!" sagte Äeuuer. kr 7"-Z?s,n wurde neuaieria und . . . v i I auch Edith. Das müsse wirklich ein interessante? Mensch sein. , l w . X im kann Ein iicann rn oen vciziv.-i ten Damen vorstellen!" meinte Veutler. Das wäre seh? nett!" rief Frau i.;s.n
ch'bm derselben Meinung" be- gann für ihn eine neue und anstrenmerkte Editb gcndere Thätigkeit. Da mußte das
Man war durchaus einverstanden. . - i Bobne sollte sobald als möalich kom- ' . . , , ? v jr l sC men. wurde den u schriftlicher Verständigung. Bei dieser MeUvhi konnten auck die sckwebcnden geschäftlichen Angelegenheiten erlcte?sckritten Sonnten aetausckit werden. f t;-' .. . I 1 ?n rkl ck e n charmanter Wann. st ??rau friederike. nadem NÄ Beutler galant und gewandt empfohlen Katte Und nun wollte auch Heydemann . . I
Uno oas ging iey? ieicyi. zx 1" ütintimurjii uuuumdurch Veutler zum Diner gela- ponirt werden eine Arbeit, die sehr nd Zwar nack vorberaeaanaener spät in die Nacht hinein dauerte und
digt werden, vor allem konnte man sich lui ymi uno reiyie iangzam uno dann über den Vertrag wegen Verlaas bedächtig Wort an Wort, als die Thür her Wnmrme fcerftänbiaen und die Un- aufging und Vohne wie ein Gewitter-
gehen, denn die Arbeitszeit m der vie- w" cuees ryacc rudaktion batte bereits beaonnen. ger kennen gelernt! Und wissen Sie.
Frau Driesen aber hielt ihn zurück, ..Wie anfällt bnen err Beutler?" fragte sie. " O I "V 19 I Jmi besonders" woll e Qeüdemann sagen. Doch er besann sich und i.. o. w r- vk. I meinte: utan iuim vu u mu vcm ersten Male nicht beurtheilen." yck' (Si sind sckwerfällia" saaie Xrmt Driesen äraerlick. ..Der Mann ist für uns jetzt eine wichtige Persönlichkeit. Und e? ist noch dazu ein sehr netter und tüchtiger Mensch . . . Aber ts ch saaen wollte ricktiaZ Unsere eiaene Anaeleaenbeit " Und sie wandte sich dieser AngelegenKsit zu. ie beaann wieder dort wo sie vor ?aaen sieben ablieben war: sie begann die Idee zu einem neuen Krim'mnlmmnrx 311 entwickeln, von dem sie bereits ein gutes Viertel fertig gemacht hatte. Heydemann sollte mcht mehr der von ihr bezahlte Gehilfe, fondern i wi I t.
reaeireauer ttlaroetter uno ziiiw'iMaJv'iiv
haber an den etwaigen Einnahmen sem. r . w c . e Sie nahm die beschriebenen Bogen, ab liebn Hchdmann," sag'e Bohne knüpfte einiae Erläuterungen daran überlegen. Wissen Sie. der Mann ist und fidm;esie ifim ein. eine Bestie, eme wahre Bestie. Wenn
l?in nnwZkerstenliescesüKl dränate ihn jetzt, den Kopf zu wenden und zu Edith hinzublicken, die hinter ihm auf einem Fauteuil am Tische saß. Sein Auge traf das ihrige, aber er konnte in inren üaen Nickts lesen, br Gesickt katte wieder den starren, kalten, svbinrrtiaen yludrnck. den er sckon einmal bei gleicher Angelegenheit darauf wahr-a-nommen hatte. ' Die Hand, mit der er die Blätter bielt. zitterte. Am liebsten bätte er das Manuskript wieder auf den Schreibtisch gelegt. Frau Friederike ließ ihm aber keine Zeit dazu. Also nehmen Sie das Manuskrivt aleick mit und seien Sie recht fleißig." sagte sie. Wann werde ich die Arbeit erhalten?" Nun," meinte er zögernd, ich kann es ient nickit so berechnen, e nackdem ich von der Zeitung beschäftigt werde." Ach so ja. die Zeitung. Wollen Sie denn wirklich dauernd beim ,Ta-, gesboten' bleiben?" Mieder floa sein Blick bliüsckinell tu Edith. Der Ausdruck ihres Gesichtet war plötzlich anders geworden. Ihre dunklen Auaen. weit aeöffnet. waren mit einer erwartenden Spannung auf ihn gerichtet, und es lag etwas in ihnen, . r cr-T..f rrv c rociö cm Aocjegi, eine iroyung uno eine Bitte zualeich war. Er atbmete sckwer auf. Wenn ick, irgendwie kann ja," antwortete er nai einer kleinen Nause. Frau Driesen zuckte die Schultern und schwieg. Nun hatte sie mit ihm . m nichts meyr zu iprecyen, nun lonnle er aeben. Kr mackte seine Verbeuauna und sagte adieu. Frau Friederike mrfto hM-nnsArnS fr V V VV VVIV l5ditb aber sorana vlöklick emvor und hielt Heydemann die Hand hin. Auf Wiedersehen, Herr Heydemann!" sagte sie mit einem Lächeln, das ihm mebr als mit Worten versteben aab. wie sehr sie mit ihm einverstanden sei. Gr füblte den Druck der kleinen. Zarten Hand, er empfand den warmen Strahl der dunklen Augen, und eine warme Welle strömte ihm vom Herzen l t ' . ' J ourcy oen ganzen orper. Als er sich auf der Straße befand. betrachtete er die Stelle, die die Hand Ediths berührt hatte. ES war doch sonderbar, daß sie noch genau so aussah wie sonst. Und doch empfand er da etwas ... ?twas, was er noch nie vorher gefühlt batte. 8. n a p x i t l. y. eydemann saß im Mitarbeiter Zimmer an seinem Pult und O schrieb. Es ging ihm etwas
langem uno cywer von oer rike mit Veutler gar nicht daran geHand, schwerer als in den vorhergegan- dach't, daß er dabei sein werde. Ader Arn Vn rrrt sfi Vr n y m??Va nVi 11. r . r.ii , r . I . trtlmü.vntr.
umtu uuuu vi. wui rnuvi uüv uoti nächtig. Er hatte in den letzten zwei Tagen ziemlich viel gearbeitet, mehr als SYY 5, filSfurtA i!t.. visv Vtvvitttt entsprach. Redakteur Schultze hatte rasch entdeckt, daß der neue Mitarbeiter nicht nur ein intelligenter und gebildeter Mann war, sondern auch ein cm r y . on i r cenicy, oer von caiur eine vezonoere Befähigung zum Journalismus besaß und sich dabei mit der Feder gut und gewandt auszudrücken vermochte. Und .c-S. .Hl . r? y r.Ytn ? . ci)veniann maajiz an iicy eioii cie gleiche Entdeckung. Er wunderte sich darüber, wie rasch und leicht er sich in VtA Kf A! TiXTA tACAW Im! iiucii jyuuuijc ijiucuiiuiiu, iuic
S. April ,05.
TVJaTamV tVi h(" ei Uttl, "Ui. "UU, "Ui" ueveti rt . i!. - y i . . " gung aue oie roiengicixen uoera i! jj-. V. . fiT ... - - rT a m. ivailv, uic nui vzm nnianaer im eitungswesen so oft entgegenstellen. Auch srZ. VaJU i rr a u luiumumnc turnen ujui zu Hilfe, und fo fand er bald mehr Beschastigung. als er in den ersten Tagen der Zaghaften Versuche in seinen kühnsfon rt impfen jii hn!-r aVtI o"Mr""" n-" Nur war mit der Arbeit an der Zeitung fern Tagewerk nicht gethan. Wenn er am ok-no oie 'eoattion veriien. re-i-iv i- k i ' m Manujlript von xan Nnejen umgeschneoen cer eigentlich ganz neu geihm nur wenig Zeit zum Schlaf und zur Nut'e übrig ließ. m er müde und abgespannt an stürm auf ihn zueilte. n-L tm t uemannenen. wie ga,u i, r.LJ: wie steht's?" begann er. Wohl und munter ja? Und wie immer fleißig. to ja in wenigen agen mer eine Nummer geworden höre ich. Na, , : rr I . r er n. r r . was er macht? Heydemann zuckte die Achseln. rv r vi p- . vraucyen nicy! o gieicygu "3 3 m, ueocr eyoemann. er gute Krüger ist gerade dabei, sich eine fsVnrr? rCTfirtf ?7NZikr? " d-.v;v... Wie?" fragte Heydemann, von fei nem Sitze aufspringend. Na, sehen Sie wohl!" rief Bohne triumphirend. Ich wußte ja, daß es Sie interessircn wird. Eine große Fabrik, ja Und er hat keinen Theilhaber. Ich habe die Räumlichkeiten gesehen und auch die funkelnagelneuen Maschinen, die er hineingestellt hat. Ich rede lhm vor. daß er bei dem Olympiacirkus, der jetzt gebaut wird ich schreibe ! alle Notizen darüber durch mich die elektrischen Installationen erhalten wird. Nun, und so sind wir sehr gute meuiioe. otf 1V , . ,tr Mer es kommt dabei nicht viel herrtii2 u m at-nia Ce'iSartrtr tit? man mit ihm spricht, möchte man ihn W den ehrlichen Menschen halten. ber er hat es dick hmter den Ohren, Er kann sich beherrschen. Ich bm über3flt, daß er, und nur er allein das Geld genommen hat." .Ach. ich habe keine Ueberzeugungen mehr!" sagte Heydemann bitter. .Ab ich!" rief Bohne. Ueberlcgen einmal. Der Mann hat keinen Pfennig Vermögen, kündigt aber seine Stellung und geht hin. eine Fabrik aufzumachen. Auf seinen zukünftigen Schwiegervater ist er schlecht zu sprcchen, er schimpft auf ihn ud nennt ihn nur den ,alten Knicker-.' Von ihm hat er also das Geld nicht. Aber er hat Geld . .. Woher? Und Pläne Pne. sage lcy Ihnen! Na und noch nes. Ich habe gestern die Frage vom Diebstahl angeschnitten. Ich sprach so von seinem künftigen Schwiegervater. vom .Rothen Löwen,' und dann nannte W cucn-oen namen yeyoemann. a hätten Sie ibn nur sehen sollen! Er wird blaß, er wird roth, er wird unruhig und ich sage ganz harmlos: .Eine unangeneyme ecyicyie. e Pvnz hat Ihnen wohl schon Umstände geniacht und wird Sie wohl belästigen.' Und da sagt er: .Glauben Sie? Das Vririr m?v fafiv itrrnr Aortem ' fftrr rrrii i """"U""-'"" türlich. Und dann wurde er ganz still. sah Mich immer so von oer Seite an wie ein Mensch mit schlechtem Gewissen und verabschiedete sich ganz plötzlich. Es wurde ihm mit einem Male zu heiß, Glaub' ich wohl. Und ich zweifle gar ! 1 . 1TL - T. V. C 1 a fXi a 4 cc iji einer uei guu m. Heydemann versank in Gedanken. Halb hoffte er. halb zweifette er. So blickte er dumvf vor sich bm und m schwiea. Bohne legte dieses Schweigen für eine Art hoffnungsloser Verzweiflung aus. Er klopfte Heydemann auf die Schulter und sagte troitenv: ,,sQ werde es schon machen! Ich knege ihn, ich fanae ihn! 5ta . . . richtig! Nun was anderes. Sehen wir uns bei Frau Driesen? Ich bin durch Beutkr ZU Tisch geladen. Soll eine sehr mteresru a . 5.: nn.? i"'c mne icui. u O ja" begnügte sich Heydemann zu antworten. Ich werde Sie also dort finden?" es " U. Na dann auf Wiedersehen!" Bohne verschwand, und Heydemann versuchte weiter zu arbeiten. Äver tu ama rntti: ernt. Lohn? hatte ihn unruhia aemackt. Und nun war cr durchm??, nit in br fctimmnna sür eine große Gesellschaft. Er hatte damals bei der Verabredung der Frau Friede1 iTP oane !0M DUIUJ ICIUC SUiUilCllvn tbin saaen lassen, dasi sie ibn zu Tische erwarte, und er fühlte nicht den Muth. I rr 1 t I11J f . M Iyre LiNiaoung, oie eigeni:ill) Ilicijl citi Aufforderuna war. abzulehnen. Als er etwas sväier nach der festgefetzten Stunde im Speisezimmer der Frau Driesen erschien, war die UnierV I w Haltung bereits voll im Gange, can hatte ihn offenbar nicht vermißt. Nur sein Gedeck wartete feiner. Er versuchte, feine Verspätung zu entschuld:1 ' 1 1 ' . l r gen, aber er demertte sogieicu, oan man s nickt übel nabm. ' Heute war Bohne die Hauptperson. I fW . l I f" V T C f A P i rzaiie lilli iem uno.ekuan uci,uuv-
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gemacht, 'war in tadelloser Salon-
toilette erschienen und sah wirilick gut aus. Als Heydemann kam, hielt Bohne eben einen Vortrag über die Polizei. ,Ach, meme. Damen. Sie wissen gar nicht, wie dumm die Leute sind," sprach er, wahrend er weite? aß. Sie sind immer auf der Spur, aber finden ist nicht. Höchstens nur, wenn unsereiner hust. Ja, dann... Und ich sage Ihnen, vor mir ja, da zittern sie alle. Sie Zittern nur so, wenn ich mal komme. Sie Wissen's genau, ich sehe ihnen scharf auf die Finger." Sie beschäftigen sich also viel mit Polizeisachen?" fragte Frau Driesen neugierig. I wo, memte Bohne, nur so nebenbei, wenn es mir aerade Spaß macht. Ich mache alles, alles, was dch m.tfir f. mr;i! ru. I ' Redaktionen . brauchen: Politik, Litc ratur, Theater, Tagesneuigkeiten, Börse" Heydemann sah den Sprecher verwundert an. Dieser Mensch log u. Er war weiter nichts als Lokalreporter und berichtete auch über VersammlunL . 1 I I gen uno alles, wie Heyoemann es tt wußte, in emem schlechten, rohen til. dessen Einrenkung dem Redakteur viel zu schaffen machte. Frau Friederike aber sah zu Bohne bewundernd empor. Dann sind Sie ja ein Universalgenie," meinte sie mit aufrichtiger Verehrung. .Na, gelernt haben wir ja was, sagte Bohne selbstbewußt. Freilich kommt es hauptsächlich auf das Talent an. Was so die Kleinarbeit an der Zeitung ist na, die habe ich in meinem kleinsten Finger. Wenn iaz mich hmsetze zum Beispiel, um ein Feuilleton zu schreiben, an dem die Herren Schrift steller halbe Tage herummurksen ich habe es in zehn Minuten fix und fertig." So rasch arbeiten Sie? fragte Edith, etwas stutzig geworden durch dieses ungeheuerliche Selbstlob. Es kommt nur auf das schnelle Denken an, mein gnädiges Fräulein," antwortete Bohne. Ich denke sehr rasch. Ich habe sofort die Sache weg. Ehe sich so em Redakteur rührt, bin ich schon längst fertig. Na, und was sind das für Estl, diese Redakteure." Wie. auch die Redakteure? warf Edith nunmehr sehr belustigt ein. (Fortsetzung folgt.) Die LeKren der Mutter. Ein junges Mäuslein ging aus Reisen, .Kam bald zurück Zn's Mutterhaus Und sprach: Du mußt mich unterr weisen. Denn mein Verstand reicht noch nicht aus. Ich sebe mancherlei Gestalten An meinem Blick vorüberziehen, ' Und weiß mich dann mcht zu verhalten: Soll ich mich nahen oder flieh'n? So hatt' ich heut in einer Scheuer, In die ich still geschlichen war, Ein wunderseltsam Abenteuer Voll Schreck und grausender Gefahr. Ein Ungethüm von rauhen Sitten Und feuerroth um s Haupt vor Zorn. Kam frech und stolz einhergeschritten. An iedem Fuß mit emem Sporn. Es rauschte furchtbar mit denSchwingen Und öffnete den Hals dabei. Als wollt' es -mich im Nu verschlin gen. Doch that's nur einen lauten Schrei. Dageqen sah ich in der Ferne Ein Wesen, ganz der Anmuth Bild. Die Augen funkelten wie Sterne Und sah'n mich an so freundlich mild Sanft, wie auf Rosen, kam's g:gan gen Und leckte sich sein säuberlich Das Bärtchen und die weißen Wangen, Die es mit zarten Pfötchen strich. Voll Lieb und Lust, die mich durchglühten, Hätt' ich's um Freundschaft gern ersucht; Allein des Flügelschlägers Wüthen Erschreckte mich zu -schneller Flucht. Dank sei dem Himmel!" sprach die Mutter. Demi dich bezauberte. mein Kind, Die schlaue Katze, deren Futter So viele arme Mäuse sind. Doch stört trotz seiner Flügelschläge Der. Hahn nie uns're Sicherheit; Geh' nur den Schleichern au? denWege. Die Polterer thun dir kein Leid. Langbein. Sein Amt. Der Chef zum neuen LebIing: Der Vuchführer wird Jhn' ilirscheinlich schon gesagt habe, ,vus Sie ?!achmittags thun sollen?!" Ja, ich soll ihn wecken, wmn de? Herr Chef kommt!" Scizwer x sagen. ...Wer ist denn eigentlich schuld an der Scheidung, Frau Nachbarin? Er oder sie?" Da hört man verschieden reden. Die einen sagen so und die andern so!" Sagen denn mehr so, oder mebr so?"
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Die Gefängnisse in Preußen werden bisher von Truppentheilen mit Wachen versehen. Aus Anordnung der GeneralcommandoZ werden vom 1. October 1905 ab alle militärischen Gefängnißwachen in Preußen eingezogen und die Sicherheit der Gefängnisse den Civilbehörden anvertraut werden. Für Berlin kommen in Betracht Untersuchungsgefängniß (Alt-Moabit), Zellengefängniß (Lehrter Straße), Gefängniß in Plö tzensec. Die Tegeler Strafanstalt hatte niemals militärischen Schutz, ist jedoch mit der Kaserne des Garde-Füsilier-Regiments in der Chausseestraße telephonisch für etwaige Nothfälle verbunden. Die übrigen Gefängnisse werden nach Einziehung der Militärwadirekte Verbindung mit der Ka . . - ferne des 4. Garderegiments erhalten. -Wegenwirkfan eren Vvgelschutzes in Italien, der bekanntlich sehr im Argen liegt, hatte der Berliner Thierschutzverein in Verbindung mit anderen verwandten Vereinen eine Eingabe an das italienische Ministerium gerichtet. Darauf ist von dem italienischen Ackerbauminister folgende Antwort eingegangen: Der Minister stattet dem Verein vielen Dank ab für die Zusendung der von ihm formulirten Wünsche, wonach in dem neuen Jagdgesetzentwurf besondere Bestimmungen für einen größeren Schutz der Vögel aufgenommen werden möchten. Wenn ein solcher Gesetzentwurf im Parlament zur Erörterung gelangt, wird der Minister nicht verfehlen, die von verschiedenen nationalen Verein!gungen und von dem Thierschutzverein mt2rtM hrnmnn VKliinfsfi hnn hn?n UUlJkVUVttVk UUItl VW. W..VV. er speziell Kenntniß genommen hat, vorzulegen. Der Minister. I. V. E. Pasque." Einen Fluchtversuch aus der Landes-Jrrenanstalt zu Neu Ruppin unternahm dieser Tage ein dort internirter, zu acht Jahren Zuchthaus verurtheilter Verbrecher, der wahrend seiner Haftzeit mit Erfolg den wilden Mann" zu spielen gewußt hat. Trotzdem er an Krücken geht, war es ihm gelungen, die Wärter zu täusehen und durch ein Fenster aus de? Anstalt zu entfliehen, und zwar in der Richtung nach Fehrbellin. Unterwegs traf er ein Fuhrwerk, dessen Besitzer ihn aus Mitleid mitnahm und dem er während der Fahrt ein Messer stahl. Als nun ein Wärter der Irrenanstalt, der den Verbrecher verfolgt hatte, herbeigelaufen kam, wurde er mit einem wohlgeführten Messerstich empfangen Der Wärter requirirte jedoch einen Gendarmen, der dem Ent. wichenen zur Abwehr mit der Klinge , einen Hieb über den Arm versetzte. Hierauf konnte der Ausreißer der Anstalt wieder zugeführt werden. Der Verüb er nnes RaubMordversuchs auf den JuwelierStubbe in Stralsund war entkommen. In einem Gasthaus zu Greifswald glaubten ihn Passanten zu erkennen; doch als die Polizei in Kenntniß gesetzt war, hatte sich der des Raubmordversuches Beschuldigte in seinem Zimmer erschossen, da er den Plan einer Flucht vereitelt sah. Die nähere Untersuchung ergab nun, daß der Todte ein internationaler Verbrecher der schlimmsten Sorte war. Seine Kleider stammten, wie ein Gesch'äfiszeichen nachwies, aus einem der feinsten Etablissements in Monte Carlo; in seiner Brieftasche fanden sich etwa hundert Visitenkarten, von denen je zehn die Namen von englischen, französischen und deutschen hochgestellten Persönlichkeiten trugen. In der Rocktasche wurde ein anscheinend gefälschter englischer Paß gefunden, ferner ein Wechsel über 8000 Mark, mehrere Schuldscheine und Pfandquittungen über Werthsachen, die in Berlin versetzt waren. Die Annähme, daß der Todte den Raubmordversuch auf den Juwelier Stubbe vollführt hat. bestätigt sich durch die Auffindung einer Liste, auf dem die Strclsunder Goldwaarenhändler und auch die dortige Reichsbankstelle verzeichnet waren. Vom Grubenunglück in Hultschin werden entsetzliche Einzelheiten von den Ueberlebenden gemeldet: Die Geretteten haben surchtbareStunden 600 Fuß tief in giftgeschwängerier Luft, eingemauert veroracht. Sie sahen einen Kameraden nach dem andern sterben und konnten nichts zur Rettung thun, denn auch ihnen stand ja das gleiche Schicksal bevor. Nach 20stündigen Todesqualen öffnete sich die Mauer ihres Grabes. Sie wurden dem Leben, dem Lichte zurückgegeden. Sechs von den. Unglücklichen konnten lebend zu Tage gefördert werden, acht Bergleute waren den giftigen Kohlenoxydgasen zum Opfer gefallen. DieRettungsmannschaft fand zehn der Verunglückten in einem Winkel der abgesperrten Strecke kauernd eng aneinander geschmiegt. Als die Retter nahten, brannte nur nocheine Lampe; fünf Bergleute waren vor den Augen ihrer unglücklichen Kameraden gestorden, die Ueberlebenden hatten noch so viel Kraft, mit ihren Kleidungsstücken die ausströmenden Gase nach Möglichkeit abzuwehren. Die Stunden, die die eingeschlossenen Bergleute verlebten, waren fürchterlich. Sie sahen mit an, wie eine Lampe nach der anderen verlosch, wie ein Kamerad nach dem anderen seinen Geist aushauchte. Die Geretteten erholten sich schnell, wurden aber zur Pflege, in's Knappschaftslazareth gebracht. Von den Opfern der Katastrophe waren vier Familienväter., '
