Indiana Tribüne, Volume 28, Number 189, Indianapolis, Marion County, 3 April 1905 — Page 4

'

)

tr s , f i i

v " f b' l: V i. ' ? - h i t ) r - , )' ' , ' i V 7 ! n .) il ! -

I '

n .....-.,.,,.

" ' W W-"------- . i

Zndiana? Tribüne. t?augtAcen von dt uteda Indianapolis, Ind. s)any C. Thndwm , , Präsident. GeschäftSlocalt No, 31 Süd Delaware Strabe. TELEPHONE 269. rti tered at the Post Office ot Indiinapoli aa ccond claas matter. DaS Turnfest. Das BundeSturnfest, welches im Juni in Indianapolis stattfindet, wird unzweifelhaft an Großartigkeit alle feine Vorgänger übertreffen. Mehr und mehr nimmt es einen internatio nalen Character an und die Großzü gigkeit der Veranstaltungen wird die Bewunderung aller erregen, die das selbe desuchen. Nicht wie bei sonstigen Turnfesten üblich wird sich daS Festgetümmel nur auf den Turnplatz concentrireu. Ohne das Fest feine streng turnerischen Cha racterS zu entkleiden ist für die Unter Haltung auch der Festbummler in aus giebigster Weife gesorgt worden. Der ganzen Stadt wird das Festgepräge anhaften und deshalb alle Bewohner, ob turnerisch gesinnt oder nicht, ob Deutsch oder Stock.Amerikaner zum Mitthun beim Feste begeistern. Nichts flitterhasteS wird den Aus. schmückungen der Straßen anhasten. Mächtige Kologal.Figuren von Künstlerhand gefertigs, werden die Turnerei versinnbildlichend, im leuchtenden Weiß kraftgeflühlte Glieder zeigen. FestonS aus frischem Grün werden sich von'be wimpelten Masten durch die Straßen ziehen, um sich an den Kreuzungen zu effektvollen Ehrenpforten zu gestalten. Jeder Besucher dec Stadt wird gleich bei seiner Ankunft gewahr werden, daß ein außergewöhnliche? Ereigniß die Bewohner beschäftigt. DaS hiesige Turnfest wird sich also nicht im Groß ftadt'Getümmel verlieren und nur auf dem Festplatz bemerkbar sein, sondern die ganze Stadt wird den festlichen Charakter tragen, der daZ Fest vor anderen, früher begangenen auszeichnen wird. Aber nicht nur durch die Ausschmückung der Stadt, wird der Schau luft der Menge Besriedigung gewährt sein. ! Historische Umzüge, deren Ein - 'zelheilen von der Meisterhand des Künft. lerS Schwarz, der dir herrlich? Figu ren am Krieger Monument bildete, entworfen sind und ein mächtiger Fackel zug, wie er noch nie hier gesehen wurde, werden Tausenden ein wunderbares Schauspiel bieten und das Interesse des Publikums in fortwährender Span nung während der Festtage erhalten. Das Feftspiel im Park Theater, Concerte und Empfänge im Deutschen lHause, Volksfest und CommerS alles in gleich großartiger Weife veranstaltet, werden nach den ernsten turnerischen Vorführungen und Wettkämpfen er frischend und anregend wirken und dem Fest den beabsichtigten großartigen Charakter verleihen, der unserer Stadt zum hohen Ruhm gereichen wird. DaS allgemeine Publikum soll zum eifrigen' Mitwirken angeregt werden und nicht theilnahmSloZ die Vorgänge an sich vorüberziehen lasten. Daß ist die Grundidee, die den Festausschuß beseelte, als er seine so sorgfältig auS gearbeiteten Pläne zeitigte. Die ofsiciellen Veretreter der italieni fchen und der deutschen Turnerschast, . welche zum ersten Male zu einem Feste deS Nordamerikanischen TurnerbundeS die weite Reise über daS Weltmeer ma chen sollen hier Eindrücke aufnehmen - und mit in ihre Heimath bringen, die sie als unvergeßliche Erinnerungen fchä tzen werden. So kann man nun auch mit Recht annehmen, daß der Festausschuß in sei nen Erwartungen, daß die gesammte Bürgerschaft unserer Stadt, einmüttzig zum Gelingen deS Festes durch liberale Beisteuer zum Festfond und jubeln dem Enthusiasmus während der Fest tage sein Pflicht roll und ganz thun 4 wird. Dann wird der moralische Ein fluß deS Festes nicht nur für die turne rissen, sondern sämmtlichen ideal deutschen Bestrebungen ein unschätzbarer sein. Mit dem .1. April ist für die Ar beiter deS Stahltrust eine Lohner höhung in Kraft getreten, die ungefähr 100,000 Männern zu Gute kommt und einen Gefammtbetrag von 9 Millionen Dollars im Jahr ausmacht. Was für colagale industrielle Jnteregen in diesem Trust vereinigt sind, kann man aus der Thatsache erkennen, daß er im

letzten Jahre ungefähr $100,000,000 an Arbeitslöhnen verausgabte. Nach der heute' in Kraft tretenden Lohnerhöhung würden birt Arbeiter

des Stahltrust wieder die Löhne von 1903 erhalten; damals wurden 167, 709 Ardeitern gegen 121 Millionen Dollars in Löhnen ausbezahlt. Die Lohnerhöhung iß ein Beweis von dem ungeheuren Aufschwung, den das Ei sen und Stahlgeschäft in letzter Zeit genommen hat. Dafür zeugt auch die Thatsache, daß eine Anzahl Eisen, werke in Ohio und Pennsylvania, die in letzter Zeit stillstanden, von Neuem ihre Thätigkeit aufgenommen haben. Für den Stahltrust lag dringliche Nothwendigkeit zur Lohnerhöhung vor weil sonst viele seiner besten Arbeiter wegziehen würden. , , Die gesteigerte Nachfrage erstreckt sich hauptsächlich auf Bau. und Brücken stahl und auf Eisenbahnschienen. Man hält das für ein sicheres Zeichen, daß dem Lande noch für längere Zeit ein flottes Geschäft bevorsteht. SchillerFeier in Luzern. Die Stadt Luzern plant, wie die Magdog. Ztg." erführt, eine großartige Schiller Huldigung: Sie gestaltet ihren dies jährigen Fritfchumzug" zu einem eigentlichen Schillerumzug", an dem bunte Bilder aus des Meisters Werken daS Auge ergötzen werden. Den Triumph bildet die 'Schillerhuldigung der vier Waldstätte". Dieser Theil des Zuges, wird eingeleitet mit den Worten: Erhebt Euch! nicht vor einem Meister, Der vor sein Volk in Purpur tritt; Erhebt vor einem Fürsten Euch der Geister, Der nur für Menschenwürde stritt! Erhebt Euch heute dem zur Ehre, Der Euch so oft der dumpfen Schwere, Der Angst deS Irdischen enthod! Er ist zu groß für unser Lobj Nur Liebe dringt in seine Sphäre, Nur Liebe werd' ihm d'rum zu theil! Zu dieser großartigen Veranstaltung wird das Volk aus allen Gauen der Schweiz zusammenströmen, ist dies doch die erste der vielen geplanten Schiller feiern der Schweiz, abgesehen von eini gen Vorfeiern", die da und dort ver anstaltet wurden. Bryan Sammelt die Streitkräste. Lincoln, Neb., 2. April. Seine jüngste erhöhte Thätigkeit er klärte Bryan, indem er sagte: ES ist ein Sammeln der agressiven Elemente der Partei zu den Vorarbeiten sür den großen Kampf im Jahre 1903. Reor ganisation ist nicht da? richtige Wort. Die Partei braucht keine Reorganifa tion, da, keine Spaltung besteht, aber eö ist nothwendig, zum Volke zurück' zukehren, um dem radikalen und fort schrittlichen Element die Kontrolle zu geben, so daß der Kampf im Jahre 1903 einheitlich und harmonisch ge führt werden kann." ZugskoMswtt. 4 Personen getödtet. T r a n ch v i l l e, S. C., 2. April. Einige Meilen von hier bei der Lade stelle Badham stießen aus der Southern Bahn ein Fracht und ein Personenzug zusammen. Getödtet wurden: Lokomotivführer Tom Comlin, der Bremser StokeS und 2 farbige Bremser. Dem Lokomotivführer Arthur Seed wurden beide Beine gebrochen; er wird wahrscheinlich sterben. Der Unfall wird darauf zurückgeführt, daß die Uhr deS Lokomotivführers auf dem Fracht zuge 30 Minuten nachging. E x S en a t o r Stewart. Washington, 2. April. Der frühere Senator Stewart von Nevada, welcher viele Jahre in der Politik thätig war. ;hai Washington Verlagen und wird seinen Wohnsitz zu Tonopan, Nev., nehmen. F e u e r im Schiff. G a l v e st o n. Ter.. 2. Avril. ?w Damvser ..LamvasaS" von htr Mallory'Ljnie, der am Freitag Nach mittag von hier mit einer Ladung Baumwolle abfuhr, kehrte heute Mor gen mit Feuer im Rumpfe nach seiner Werft zurück. - Dle Baumwolle wurde tkeilmeise entladen und eö stellte sich heraus, daß 6P Ballen stark verkohlt waren. : ' Die Ursache deS Feuers ist nicht bekannt.

Judtana Trlbütte, April 1905.

Unfall. ( R. M. I. Bise. 343 West 17. Str., ein Groceryclerk, siel an der Washington und Illinois Straße von einem Straßenbahnwagen. Er schlug mit dem Kopfe aus'S Pflaster und blieb besinnungslos liegen. Die Ambulanz brachte den Mann, der Symptome ei ner Erschütterung zeigte, nach seiner Wohnung. Grundeigenth'umS Uebertragungen. Nancy E. NorriS an Charles Hilde brand, Lot 7, Block 9, Bort'S Subd., Fletcher'ö 1. Add., 38 bei 125 Fuß, verbessert, Nordseite der Brookside Ave. westlich von Newman Str. 82,200. George I. Lay u. A. an William Henry, Jr., Theil Lot 4, ElliS & May'S Subd., Theil Außenlot 133, 26.163.15 Fuß, verbeffert, Westseite von West Str., südlich von Maryland Straße. $1,800. Mary'R. Post an Hannah WeehS ler, Lot 27, Goodlet & Spafforb's Add. 35 bei 130.4 Fuß, verbeffert. Westseite von Concord Str. nördlich von Walnut Str. 81000. JameS Pool an Leonard V. Vogt, Lot 8, HildebranoS Dd., 32 bei 110.3 Fuß, vac., Nordseite Caven Str., west lich von East Str. $325. Wilhelmina Metzger an Gustav G. Schmidt, Lot 40, Metzger'S Park Place Add.. 40 bei 150 Fuß, vac.. Westseite Capital Ave., südlich von Fall Creek. 81150. Henry N. Husted an John E. Woodard, südliche Hälfte von Lot 51, Julian u. A. Subd., Jrvington, 62fr bei 231 Fuß, vac.. Ostseite River Ave., nördlich von Burgeß Ave. 81000. Jsaiah Crane an Gurtar Pohlman, LotS 10, 11 undlö.inBradfhaw'S Subd. der Außenlot 100. 40 bei 105 Fuß jede, verbessert. Nordfeite von Buchanan Str., östlich von Leonard Str. $6500. - Sarah Warde an Frederick Klein fchmidt. ein Theil der Lots 61 und 62 in Bate'S Subd. der Außenlot 89, 23 bei 130.3 Fuß, verbessertSüdseite von Maryland Str., westlich von PineStr. $2300. William Miller an Michael Jeffer son. Lot 25 in Sect. 2 der Martindale & Stilz'S Addition, 34.3 bei 140 Fuß, verbeffert, Westseite von Wright Straße,, nördlich von Sanders Str, 82800. Eraest F. Knodel an John F. Cook, Lot 2 eines Theils der Section 13, Township 15, Range 3 in CenterTshp.' $750. . Jndiana Trust Company an Charles E. Meyer, Lot 1 CooperS 'Prospeci Str. Addition, südöstliche Ecke Prospect Str. und Keystone Ave., $4,925. John N. Masfing an John T. Dranösield, Lot 22,"Sq. 13. Beaty's Add., westliche Seite von Orleans Str.. südlich von Iowa Straße, $700.. Allie Robertson an Willie G. EvanS, Lot 37, Mariette .Park, östliche Seite von Shriver Ave., nördlich von 21. Str., $2,000. - College Heightö Realty Co. an S. Wilbur Slack, Lot 12, ' Block 8 in Schofleld u. A. Add., 41.11 bei 140 Fuß, vacant, Westseite der Columbia Ave., südlich von 27. Str. $500. August F. Guedelhoefer an Patrick Flaunery, Theil von Lots 5 und 6 in Commisstoner's Subd. in Theil von Outlot 29. 45 bei 50 Fuß, verbessert, Nordseite der Merrill Str., westlich von Senate Ave. $1.250. Reason D.' Sanders an Charles E. Hauk, Lot 175 in Cooper PickenS' 2. nordöstliche Addition, vacant, West feite von Hillside Ave., südlich von 20. Str. $1,000. Winsield S. Meyers u. A. an Wil liam A. Maze, Theil von See. 18, Tp. 14, Range 5. 16.49 Acker in FranklinTp. $1,436.65. Martin Hugg an Thomas Spafford, Lots 19 und 20 in Traub's Addition, 80 bei 120 Fuß verbessert, Südseite von New York Str., westlich von Lynn Str. und Lot 30 in Jeffup'S Subd. von Fatout's Subdidiston, 40 bei 140 Fuß, verbeffert. Nordfeite von Ver mont Straße, westlich von Bank Str. $2300. Mary Horn an Frank Seidensticker, Lot 29, Square 14 in Fletcher'ö nord östlicher Addition, 40 bei 140 Fuß, verbeffert, Westseite von Columbia Avenue, nördlich von der 20. Straße. $1600. Frank Seidensticker an Carl Horn, dieselbe Lot. $1600. SilaS Johnson an Tirzah B. Brash, ein Theil der Section 12 in Tshp. 16. Range 3 162.80 bei 208,75 Nuß In nn.itt i ... nrr . M.rn js. ' . M ÄZaiyingion A-lyp. EÖUU.

Der achtmal Angluckliche. Eine korcanische Fabel. Es giöt achterlei Dinge, die den Menschen glücklich machen: die glückselige Grabstätte der Ahnen; . eine brave Frau; ein langes Leben; viele Kinder; vi:l Brot; viel Geld; .viele Brüder; eine gediegene Bildung. Indessen gibt es auch Pechvögel die keins dieser Glücksgüter ihr eigen nennen, und die nennt man die achtmal Unglücklichen, Pchar-ke-bogi. Zu diesen gehörte der arme Nino-ran-Dui; dem war sogar eine Frau davongelaufen. Und doch trug es sich zu, daß dieser Ninoran-Dui eines Tages eine Frau kennen lernte eine schöne, junge, reiche Frau, Namens Dju-si. die ihn herzlich lieb gewann. Und Ninoran-Dui gewann die Dju-si auch lieb. Nun theilt sich aber das Mißgeschick der achtmal Unglücklichen auch allen denen mit. die sie lieb haben; und Dju-si sollte das gar bald ersahren: ihr Eeschäfr ging zurück; ihre Kinder starben; ihre Felder trugen keine Früchte mehr. Das Ende vom Liede war, daß Dju-si eines schönen Morgens, als sie aufwachte, ihren geliebten NinoranDui nicht an ihrer Seite sah; statt seiner fand sie einen Brief von seiner Hand, worin er ihr mittheilte, daß er sie verlassen müsse, obgleich er sie von ganzer Seele liebe, denn er sehe wohl ein, daß er ihr nichts als Unheil bringe. Als Dju-si den Brief gelesen hatte, begann sie bitterlich zu weinen, weil sie ja den Ninoran-Dui liebte und nicht ihre Reichthümer, denen sie von Stund an nur noch gram sein konnte. Daher vertheilte sie ihr ganzes Hab und Gut unter die Bettler und verlieh den Ort, an dem sie bislang gelebt hatte. Sie wanderte das Thal entlang, weinte und dachte: Hätte ich Brot g:nug, um alle Hungrigen zu speisen, und Geld genug, um allen davon zu geben, die solches nöthig haben, dann gäbe es keinen Jammer mehr auf der Welt." Als sie darüber nachdachte, kam ihr plötzlich ein schöner, stattlicher Mann entgegen, der auf einem Stiere saß und ganz mit Blumen behängen und von Aehrenkränzen umschlungen war. Er hielt, seinen Stier an und sprach: i Habe mich liev und sei mein Weib!" ;,Das geht nicht," antwortete Dju-si, ich habe einen achtmal Unglücklichen lieb und kann keinen anderen lieben. Aber wenn Du's zufrieden bist, will ich Deine Schwester sein." Und wie es Brauch ist in ihrem Lande, machten sie Brüderschaft: sie schnitten sich eine kleine Wunde' in den Finger, schrieben ihre Namen mit dem Blute an den Saum ihrer Gewänder, trennten die beschriebenen Stücke ab, vertauschten sie, bargen sie im Busen und gingen ihrer Wege. , Von ihrer Wanderung erschöpft, bog Dju-si seitwärts in ein AeHrenfeld, streckte sich nieder und schlief ein. Da sah sie .im Traume einen Greis vo? sich, der war ganz silderweiß von Angesicht und Haaren und sprach zu ihr: Der Mann auf dem Stiere, dem Du begegnet bist und mit dem Du Dich verbrüdert hast, das war ich. Ich -bin btx Geist dieses Thales. Ick kenne Deinen Wunsch. Hier hast Du ein Säckchen Ncis. So oft Du auch hineingreifst, um Reis herauszuholen eö wird nie Sttx werden!" Mit-diesen Worten verschwand der Greis, und Dju-si erwachte. Neben .sich sah sie ein Söckchen Reis liegen. Sie nahm es auf und ging weiter. Bald kam sie an Ende des Thales und mußte nun einen hohen Bergrücken erklimmen. Dort obcn war ein wunderschöner dichter Wald, in dessen Mitte ein Hüttlein stand. In der Hütte saß ein hübscher junger HolzHauer ani Herdfeuer und kochte Wasser in seinem Kesselchen. Was willst Du in das. Wasser thun?" fragte Dju-si, nachdem sie ihn begrüßt hatte, und blieb am Eingang stehen. Ich kann nichts hineinthun," versetzte der Holzhauer, denn ich habe weder Bohnen noch Reis!" Da trat Dju-si in die Hütte, nahm ein Körnlein Reis aus ihrem Säckchen und warf es in den Kessel. Alsbald füllte sick der Kessel bis an den Rand mit Reis, und Dju-si und der Holzhauer aßen und wurden satt. Nach dem Abendessen sagte der Holzhauer: Habe mich lieb; dann wollen wir Mann und Frau werden." Ich kann Dich nicht lieb haben," entgegnete Dju-si, denn ich liebe meinen Mann, den achtmal Unglücklichen; aber wenn Du's zufrieden bist, sollst Du mein Brud:r sein." 'Der Holzhauer war's zufrieden und sie verbrüderten sich. Nun wurde es bald Nacht, und Dju-si verfiel in einen tiefen Schlaf. Da träumte ihr von einem Greifender war ganz silberweiß von Angesicht und Haaren und ritt auf einem riesengroßen Tiger Der Holzhauer, mit dem Du zu Abend gegessen hast, das war , ich. Ich bin der Beiggeist. Ich kenne Deinen Wunsch! Hier hast Du ein Stäbchen Gold. So viel Stückchen Du auck davon abhackst es wird nie kleiner werden." ' ' . , Äer Greis verschwand, und Dju-si erwachte. - Sie sah keinen Holzhauer mehr, keine Hütte, nur ein Stäbchen Gold,-das neben ihr lag." -

Jetzt.' weiß . Ich. .'.was ich z thun habe." sagte Dju-si, indem sie sich aufrichtete; -ich will hier eine ganze Stadt erbauen. Alle, die hungrig sind, oder Geld brauchen, werden von Nah und Fern zu mir kommen, und unter ihnen werde ich auch meinen achtmal Unzlüllicben wiederfinden." Und Dju-si that.' was sie beschlossen hatte. Und alle Bettler, alle, die da hungerten oder Geld brauchten, strömten herbei. Und was sie gehofft, trat ein: eines Tages 'kam auch ihr Gatte daher, der Pchar-ke-bogi. Als Dju-si seiner ansichtig war, flog sie auf ihn zu und machte ihm Vorwürfe, daß er sie verlassen hätte. Und als der Pchar-ke-bogi seine Dju-si erkannte, war er natürlich auch überglücklich. Dju-si nahm ihm das heilige Versprechen ab, daß er sie nie, mehr verlassen und nie mehr davongehen würde. Nun lebten sie glücklich und zufrieden und speisten und tränkten alle Bettler, die zu ihnen kamen. Einmal war Dju-si das kleine Geld ausgegangen, und man mußte in eine andere Stadt fahren, wo Gold gegen Münzen eingetauscht wurde. Dju-si gab ihrem Manne das Goldstäbchen und bat. er möchte recht viele Stückchen davon abhacken und einlösen, damit er nicht so oft in die Stadt reisen und sich von ihr trennen müßte. Der Pchar-ke-bogi lud das Gold auf einen Esel und machte. sich auf den Weg. Unterwegs mußte er einen Bach überschreiten. k , Da nun aber Ninoran-Dui ein achtmal Unglücklicher war, so war gerade ein heftiger Regenguß niedergegangen und hatte den Bach in einen reißenden Strom verwandelt, und als sie herunter wollten, ertrank, der Esel und auch das Gold versank Nein!" rief der Unglückliche verzweifelt, so kann es nicht weiter gehen! Ich bringe nichts als Unheil über die arme Frau! Entweder ich rette das Gold, oder ich gehe auch zu Grunde!" Er sprang in's Wasser und ertrank. Lange wartete Dju-si auf ihren Ninoran-Dui, und immer vergeblich; endlich riß ihr die Geduld und sie machte sich auf, ihn zu suchen. Als sie an das Bächlein kam, schlief das Wasser darin. Am Ufer sah sie das Gold liegen und den todten Nino-ran-Dui. Nun war Dju-si untröstlich. Sie ging und ging und weinte bitterlich. Sie weinte um ihren theuern achtmal Unglücklichen, und um alle. Unglücklichen, und um alle achtmal Unglücklichen. Als ihre Kräfte erschöpft waren, setzte sie sich nieder und starb unter all dem Weinen, und ihre Thränen sammelten sich an jener Stelle zu einem Vächlein, das auch das Frauenbächlein" genannt wird. Einst kam ein unglücklicher Mensch ganz zufällig an Dju-sis Grab. Er weinte bitterlich in seinem Jammer und schlief unter Thränen auf dem Grabe ein. Da erschien ihm eine wunderschöne, ganz weiß gekleidet: Gestalt im Traume; die weinte mit ihm und sprach ihm tröstlich zu und sagte endlich: Trinke aus diesem Bächlein; sein Wasser ist klar und rein, denn es ist aus Thränen entstanden, die allen Unglücklichen geflossen sind. Trinkst Du daraus, dann ist Dein Schmerz augenblicklich gelindert, denn Du gewinnst all die. anderen Unglücklichen ebenso lieb, wie sie von der geliebt wurden, aus deren Thränen das Bächlein entsprungen ist." Nun pilgerten auch andere Unglückliehe nach Dju-sis Grabe, und der Ruhm von Dju-sis Grabstätte erschallte weit und breit. Wie es das Gesetz des Landes erheischt, wurde ein Denkmal auf. dem Grabe errichtet, und es trug die Inschrift: Der tugendhaften Frau." Der Ruhm aber wächst und wächst und wird immer höher klingen, denn die in diesem Grabe ruht, hat die Unglücklichen lieb gehabt, und die Unglücklichen werden von Jahr zu Jahr zablreicker auf der Welt.

Frank fort, 2. April. Man nimmt jetzt an, daß Otto Dunke, dessen Leiche, wie schon berichtet, neben den Clover Leaf Eisenbahnschienen gefun den wurde, nicht durch einen Unglück lichen Zufall um'S Leben gekommen ist, sondern man vermuthet ein Verbrechen. Seine Eltern geden an, daß er $400 bei sich trug, als er vor einer Woche das Haus verließ, während man bei der Leiche nur zwei Nickel fand. Der Lokomotivführer behauptet, niemand auf den Schienen bemerkt zu haben. Man beginnt anzunehmen, daß Dunke durch Getränke betäubt worden ist nnd in diesem Zustande auf die Geleise ge kegt wurde. H u n t i n g t o n, 1. April. Die Sache deS Jacob Sprowl, welcher jetzt im Irrenhaus ist, zeigt interessante Komplikationen. Eine Jury fand ihn der Ermordung seiner Ehefrau schuldig; eine andere Jury erklärte ihn für irrsinnig. Ein Verein, Court os H'onor" bezahlte die '52000 betragende Versicherungssumme an das Gericht auö mit demZErsuchen, eö gesetzlich zu vertheilen. . Sprowl wird eine neue Verhandlung erhalten.

Warum nicht Ihr Helm

anziehend machen, durch den Ze irauch eineS . . . . Garland Ofen... ...und.... Range... Dieselben Übertressen alle andern in Schön heit. Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Sparsamkeit im Kohlen Verbrauche. Dieselben werden mit Bcrgnitgen gezeigt, in'. : WILLIG'S ...Möbcl-Handlnng... 141 West Washington Straße. Nachrichten aus Jndiana. Carbon,!. April. Der Gemein derath hat seinen Anwalt beauftragt, von der Big Four Railroad Co." Entschädigung zu verlangen für den Verlust von Pfosten, Drähten und Lampen in dem Feuer, welches nach seiner Bzhauptung durch Funken von einer Lokomotive der Bahngefellfchaft entstanden - ist. Grundeigenthümer wollen sich ebenfalls schadlos halten durch die Bahngesellschaft. Selbst die VersicherungSgesellschasten sollen deab sichtigen, von der Compagnie Rückzah lung der ausbezahlten Versicherung-, gelber zu verlangen. Der Gesammt Verlust; wird auf S200,000 geschätzt. Gerichtliche Schritte werden wahrschein lich folgen. Conneröville, 2. April. Der kleine Ort Quakertown, südwestlich von hier,j war gestern der Schauplatz einer Tragödie infolgedessen jetzt die 16'jährige . Minnie Brandenburg auf dem Todtenbette liegt. Der Unglück liche Schütze war ihr 4.jährigeS Brüder, chen. Während die Kinder spielten er griff der Kleine daS Gewehr seines Va. ters, welches dieser einige Minuten vor her auf den Tisch belegt hatte, zielte auf seine Schwester und drückte ab. Die Kugel! ging in die rechte Seite un terhalb der Rippen in den Körper des Mädchens und wurde später von einem Arzte entfernt. Man hegt wenig Hoff nung an ihrem Aufkommen. Fort Wayne,1. April. Mor gen und Montag sindet die Einweihung der neuerbauten deutschen lutherischen St. Paulskirche statt. Von wenigen Personen gegründet, hat sich im Lause der Jahre eine stattliche Gemeinde dar aus entwickelt. Gar manchen Sturm hat dieselbe aushalten müssen; das größte Unglück aber, welches die Ge meinde betraf, war der Brand ihrer Kirche am 3. Dezember 1903. Und hierbei zeigte sich so recht die Opferwil ligkeit ihrerZMitglieder. Sosort nach dem Unglück wurden Schritte zum Wie deraufbau unternommen. Wie ein Phönix auö seiner Asche, ist der präch tige Bau aus dem Schütte hervorgestie gen, eine Zierde für die Stadt und ein Ehrendenkmal für die Mitglieder. Herr Pastor C. C. Schmidt von St. Louis wird lam Vormittag und Herr Pastor Lange von der Concordia Ge meinde in deutscher Sprache perdigen. Die englische Festpredigt am Abend wird Herr Vrof. Crull vom Concordia Eollege halten. Am Montag Abend nach der Ein weihung wird ein Spezialdottesdienst für Kinder stattfinden, und Herr Pa ftor Tresselt von Detroit wird predi gen. Am Mittwoch Abend wird Gottes dienst für die consirmirten jungen Leute gehalten. Der Prediger wird Herr Pastor Wesel von Cleveland sein. DaS musikalische Programm wirr, vom lutherischen Männerchor und von zwei gemischten Chören aufgeführt. Die beste 5 Cent Cigarre in derlStadt, Mucho'ö Longfellow". y

i W K fä t i 1 , .-sA 1 jmmgm u

f )

. 7 ! l, . l i k c . '?

'

T"' r - - -- - w. M . . V m. -t- f r i' w,&&vsat 'U'"-".;E.V-'"W' '