Indiana Tribüne, Volume 28, Number 189, Indianapolis, Marion County, 3 April 1905 — Page 3
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Iniiiiim Küit
Angeblich das Ziel Fcldmarschall Oymna's und - seiner Armee.
Kleinere Scharmützel in der Mandschurei. Neuer Streik im Ruhrgebict öefürchtet. Prof. Onken leidend. Italienischer Spion auf österreichischem Gebiete verhastet.
China. Gegen Wladiwoftock. Gunshtt Paß, 2. April. Be. richte von Eingeborenen melden, daß die Japaner vor der russischen Front abziehen und nur eine Postenkette zu rücklassen, die mit Hilfe der Besestigun. gen und Garnisonen Gen. Linevitch im Schach hält. Die Japamr" dirigiren angeblich die Hauptmasse ihrer 5 Ar meen ncch Wladiwostok. In Anbetracht der großen Entfernungen scheint der Plan sehr kühn. Gegen Hailung. Tokio, 2. April. Folgende Depesche ist aus der Mandschurei eingetroffen: Unsere Kundschafter gingen auf Hailung vor und stießen am 23. März mit 300. Mann feindlicher Kavallerie bei Shanziangtze. 30 Meilen südwestlich von Seilung zusammen. Der Feind zog sich auf Hailung zurück. Zwischen V'mgecheng und Shunchengtzu find an verschiedenen Punkten groß? Getreidevorräthe angehäust. In der Richtung auf Changchun und Kirin find die Verhältnisse unterändert." Große RekognoSzirung. Kuroki'S Hauptquartier.! über Tusan, 1. April. Zwei Kaval. lerieabtheilungen von je 150 Mann, find von einer ausgedehnten und ge fährlichen Rekognoszirung zur Armee zurückgekehrt. Sie wurden bereit im Januar in nordöstlicher Richtung abge. schickt. Die eine wurde von Oberst Naganuma, die andere von Major Saskgawa befehligt. Von jeder Ab. theilung kehrten nur etwa 100 Mann zurück. Sie besuchten Kirin und durchforsch, ten die Gegend. Dann kehrten sie bei Kaiyan zur Armee zurück. Russen bei Kirin. Tokio. 2- April. Folgender Ve. richt ist aus dem Hauptquartier ange. langt: Unsere Truppen in der Richtung von Sing Kin (etwa 80 Meilen östlich von Mukden) melden, daß sie von Ein geborenen erfuhren, eine Abtheilung von Russen und berittenen Banditen unter Oberst Madolitoff, die sich bei Hailung versammelt hatte, -habe sich nach Norden zurückgezogen. Nach an deren Nachrichten scheint der Feind Kirin als Konzentrationspunkt gewählt zu haben. Zu Changtu (40 Meilen nördlich vom Tie-Paß) zogen sich die KavallerieVorposten des Feindes zurück, nachdem sie die Station bei Souzaotzu verbrannt hatten. Unsere Abtheilungen bei Pakoman 930 Meilen vom Tie-Page berichten, daß die feindliche Kavallerie-Patrouil-len in nordwestlicher Richtung beobach teten und daß eine gemischte Abthei lung des Feindes Fenghua (35 Meilen von Pakoman) besetzte. Kriegsmaterial nach Osten. St. Petersburg, 2. April. Mehr wie 10 Züge gehen täglich von hier mit Proviant und Kriegsmaterial beladen nach Wladiwoftock ab. Scharmützel. Gunshu-Paß, 2. Apr. Gen. Mistschenko ist dicht an die Japaner herangerückt und hat beständig Schar, mützel mit ihnen. Sonst ist Alles ruhig. Teutschland. Steigende Erregung im Ruhr-Revier. Köln, 2. April. Auch gemäßigte Blätter im Ruhr-Revier weisen darauf bin, daß die Erregung unter den Berg leuten stetig zunimmt und mit einem WiederauSbruch der Strikewirren ernst lich zu rechnen ist. Die Arbeiter find Über die zahlreichen Feierschichten und LohnauZsülle,' sowie über das überhandnehmende sogen. Wagennullen aus'S höchste erbittert und behaupten, fie .seien jetzt zum Theil schlimmer daran als vor dem Sinke. Man befürchtet vielfach, daß du Si Ovation sich von neuem verschärfen
wird, f .mal auch die Ausfichten auf eine rasche und allgemein befriedigende Erledigung der BerggesetzNovellen im preußischen Landtage nicht sonderlich find. Prof. Wilh. Oncken füllt in Ohnmacht. Darmftadt. 2. April. Der be-
kannte Geschichtsforscher Prof. Wilh. Oacken von der Universität Gießen ist während einer Rede, die er bei einem Festakt am Vorabend von BiZmarck's Geburtstag hielt, ohnmächtig zusammengebrochen. Die Aerzte geben der Hoffnung Raum, daß das Unwohlfein des im 67. Lebensjahre stehenden Gelehrten nur ein vorübergehendes sein wird. Prof. Oncken wollte nach der Kai serS Plan im nächsten Jahre' Vortrüge an der Universität von Chicago halten. Sozialiften begrüßen Wilhelm. Berlin. 2. April. Einen äußerst bemerkenswerthen Zwischenfall aus der Zeit des Aufenthaltes des Kaisers Wil. Helm tn Lissabon meldet die Nord deutsche Allgemeine Zeitung". Darnach empfing der Kaiser auch eine Deputation deutscher sozialistischer Glasarbeiter aus dem benachbarten Samor, welche ihm einen silbernen Teller als Huldigungsgeschenk überreichte. Der Kaiser war von dem spontanen Akt der sozialistischen Arbeite? sehr be. friedigt und spendete ihn'n ein grüße reS Geldgeschenk. DieHonneur-Erweisung vor Königlichen Prinzen-. Berlin, 2. April. Infolge die ler Mißverstäuonisse ist eine kaiserliche KabinettSordre, die schon seit längerer Zeit besteht, mit besonderem Nachdruck von den Garnisonskommandanten in Preußen in Erinnerung gebracht worden. In der Potdamer Garnison, auf die sie besonders Bezug hat, wurde fie soar auf den TageStafeln angeschla gen. Sie besagt, daß die Prinzen des königlichen Hause, die im 1. Garderegiment z. F. Dienst thun, nur die Honneurs ihrer Charge zu beanspruchen haben. Bekanntlich haben bisher die Offiziere und Mannschaften vor den königlichen Prinzen Front gemacht. Die Prinzen Eitel Friedrich, August Wilhelm und Friedrich Wilhelm haben daher nur den Gruß durch Anlegen der rechten Hand an die Kopfbedeckung zu beanspruchen. Die Mannschaften du zweiten Kompagnie, deren Chef der Kronprinz ist müssen naturgemäß, wie bei jedem Kompagniechef, vor ihm Front machen. Dementi. B e r l i n, 2. April. AuS Dresden kommt ein offizielles Dementi der Be hauptung, daß ein Mitglied deö könig lich.fächfischen HauseS mit der Bitte an den Papst gesandt werden soll, die Gräfin Monignoso an ihre Pflichten zu mahnen und sie zu veranlassen, den König um Vergebung und um Erlaub nlß anzuflehen, ihr die Rückkehr in daS Schloß zu gestatten. Seitens der kö niglichen Familie", heißt es in dem Dementi, ist niemand mit einer sol, chen Mission betraut worden, und so weit sich ermitteln läßt, hat auch die Gräfin nicht um die Einmischung einer dritten Person ersucht. NeuerGouverneurDeutsch S a m o a S.' Berlin. 2. April. Die Deutsche Zeitung" kündigt einen Wechsel in der Spitze der Verwaltung von DeutschSamoa an. Sie meldet, Legations' rath Dr. Schnee, ständiger Hülfsarbelter in der Kolonialabtheilung des Aus würtigen Amt, werde der Nachfolger des derzeitigen Gouverneurs Dr. Solf in Apia werden. Gegen MarokkoDemon st r a t i o n. B e r ! i n, 2. April. Die Nation" ist mit der deutschen Agitatin gegen den französischen Einfluß in Marokko nicht einverstanden. Sie spricht die Befürchtung aus, Frankreich möchte durch dieselbe zu einer Allianz mit England, Spanien und Italien ge trieben werden, selbst wenn eö Konzes fionen machen müsse.
DerGenthe.Fall er.
ledigt. B e r l i n. 2. Avril. Eine Depesche von Tanger meldet, daß der Fall deS ermordeten deutschen Unterthanen Genthe geregelt ist. Zwei Mauren, die bei dem Morde betheiligt waren, wurden zu lebenslänglichem Gefängniß verurtheilt und die Regierung Marok. ko's hat sich erboten. Entschädigung an die Familie Genthe's zu zahlen und auf seinem Grabe ein Denkmal zu errichten. Franz Genthe, ein Zettnngskorrespondent und Verfasser von Jagd- und Soldatengeschichten, wurde im März 1904 auf einer Reise durch Marokko ermordet. Oesterreich'Ungarn. Offizier als Spion ver. haftet. W i e n, 2. Aprjl. Hiesige Blätter melden die Verhaftung eines italinischen Offiziers, der nächtlicher Weile im FeftungSrayon von Pola, dem HauptkriegShafen OesterreichUngarnS, lan dete. Als er visitirt wurde, hatte er zahlreiche Pläne von Befestigungen im Besitz. Selbstmord. Wien, 2. April. Großes Auf.! sehen erregt der Selbstmord des deutsch nationalen ReichSraths Abgeordneten. Dr. Cduard Wolfbart, welcher die Stadt Marburg in Steiermark vertrat. ES ist bekannt, daß Wolfhart durch ein unheilbares Leiden geplagt wurde, und er hatte auch wiederholt kein Hehl daraus gemacht, daß er des Lebens überdrüssig sei. Sein vorzeitiger Tod wird in allen deutsch-nationalen Krei sen lebhaft bedauert. Nukland. Bombengefahr. St. Petersburg, 2. April. ES vergeht fast kein Tag, ohne daß in irgend' einem Hotel in St. Petersburg oder Moskau im Koffer eines Gastes ein paar Bomben gefunden werden, aber die Eigenthümer der gefährlichen Gepäckstücke sind regelmäßig verschwun den, als ob die Erde sie verschlungen hätte, wenn zu ihree Verhaftung ge schritten werden soll. An der großen MorZkaia Straße in St. Petersburg wurde vor einigen Tagen ein Mann in Gewahrsam genommen, der beim Verhör offen zugab, das er Ausschau nach der Kutsche Trepoff's hielt und eö um den GeneralGouverneur geschehen ge Wesen wäre, wenn er sich gezeigt hätte. Trepoff fährt, trotz der Furchtlosigkeit, welche er heuchelt, niemals aus, ohne daß er von mindestens sechs Kutschen begleitet ist. welche genau daS gleiche Aussehen haben, wie die seinige, sodaß diese nicht mit Bestimmtheit erkenn bar ist. Unter den im Laufe der Woche Ver hafteten befindet sich ein gewisser Za witzki. Im Besitze desselben sollen Do kumente gefunden worden sein, welche angeblich die Festnahme der Führer des TerroriSmuS zur Folge haben mögen. Ruhestörung. Warschau, 2. April. Auf der Dzika.Straße veranstaltete eine jüdische sozialistische Vereinigung eine Demon stration. Mit Handpressen gedruckte Proklamationen werden auf den Straßen vertheilt, in denen das Publikum gewarnt wird öffentlichen Gebäuden nahe zu kommen, da Bomben in deren Um gebung geworfen merden würden. Eltern, deren Kinder trotz des Schul streikes zum Unterricht gegangen, wur den benachrichtigt, die Schulen würden in die Luft gesprengt werden. General Gouverneur Maximovitch empfing die ZeitungSredacteure einzeln im Schlosse und besprach mit ihnen offen verschiedene Fragen, speziell die der Zensur. Er lud sie ein, im Falle von Schwierigkeiten sich persönlich an ihn zu wenden. Warschau, 2. April. Unter dem Vorwande einer Gedächtnißfeier für einen verstorbenen jüdischen So zialisten hatten sich 1000 Menschen, meistens Juden, versammelt und mar schirten mit rothen Fahnen durch die Dzika.Straße, wo sie auf eine Patrouille von Polizei und Militär stieß. Die Die Polizisten behaupten, die Soziali ften hätten mit Revolvern auf sie ae schössen und die Patrouille, bestehend aus 20 Mann, habe darauf gefeuert. ES wurden vier Personen getödtet und 40 verwundet. Die Polizei nahm V m m 4 zaylretcye Aeryastungen vor. Mißtrauisch. Moskau, 2 April. Der Min! ster des Innern hat die Abhaltung eines Cholera . Kongresses untersagt. Nach ossizieller Angabe wollten die Veranstalter deö Kongresses demselben die Form einer Demostration gegen die Re gierung geben.
Presse überMarokko.
Frage. St. P e t e r s b u r a. 2. April. Die Aeußerungen Kaiser Milhelm's zu Tanger und die Muthmaßungen über weitere Entwicklungen in der Marokko Frage werden von den hiesigen Zeitun gen lebhaft erörtert. Das Bündniß mit Frankreich einerseits und die freundlichen Beziehungen zu Deutsch land andererseits machen das Thema schmierig. Die Schwierigkeit eine An leihe in Frankreich untetzubringen und der Mangel thatkräftiger Hilfe von Seiten desselben, auf die wenigstens das inoffizielle Rußland gezählt hatte, geben den Ausschlag zu Gunsten Deutschlands, dessen wohl wollende ' Zusicherungen es Ruß. land ermöglichten die mandschurische Armee mit zahlreicher Artillerie zn'ver. stärken, die von der Westgrenze gezogen wurde. Entschiedenes Vergnügen wird über die Hindernisse ausgedrückt, auf welche daS franzöfisch-englische Ueber einkommen stoßt. 'Die Novosti" sieht in den augebli chen Vergnügungsreifen Kaiser Wil helm's nach Jerusalem, Konstantinopel und Tanger die Absicht die Türkei in Marokko zu unterstützen und eine mu. selmansche Gefahr" gegen die gelbe Gefahr" Großbritanniens auSzu spielen. Ost.Afrika. Streikunruhen. Johannesburg, 2. April. Nahe Krügerödorf kam es Samstag bei dem Streik von chinesischen Minenar beitern zu Ruhestörungen. Die Polizei wurde aufgeboten, um die Ordnung wieder herzustellen und in dem Konflikt, der folgte, wurden verschiedene Polizisten und viele Chinesen verletzt. Marokko Schadenfreude. Tanger, 2. April. Merkwürdig ist gewiß die Haltung der hier an lässigen Engländer, welche keineswegs mit der sattsam bekannten Stimmung der Londoner Ossiziöfen harmonirt. Sie bekunden nämlich eine schlecht ver hehlte Schadenfreude darüber, daß den Franzofen, die sich bereits als Herren in Marokko fühlten, durch den Besuch des Kaisers eine schwere moralische Niederlage zugefügt sei. Italien. Leidendes Je sui teng e n e r a l S. Rom, 2. Avril. Der Zustand deS JefuitengeneralS Martin hat sich nicht gebessert. Die Aerzte glauben, daß nur eine Operation fein Leben verlängern könnte, aber sie fürchten sich in Anbe tracht des hohen. Alters deS Patienten dieselbe vorzunehmen. Er hat sich nach Fiesole zurückgezogen, wo der Jesuiten orden eine Anstalt hat. SimplonTunnel. Rom, 2. April. Von der italieni schm und der schweizerischen Seite wurden heute die ersten Züge in den Sim plon Tunnel geschickt. DaS eiserne Thor, welches vorher im Tunnel den Wasserstrom gedämmt hatte, wurde unter dem Jubel der beide Parteien durchbrochen. Lang lebe die Schweiz! Lang leb: Italien'.- erschollen Rufe. Sekretär H a y. Neapel, 2. April. Der Dampfer Gntic" mit Staatssekretär Hay und dessen Gattin an Bord, kam nach einer günstigen Fahrt hier an. Der Sekretär erklärt, daß die Reise seiner Gesundheit sehr zuträglich war. Der Sekretär fuhr mit demselben Dampfer am Nachmittage nach Genua wetter. Frankreich. Besuch des Königs von Spanien. Baris. 2. Avril. Der bevorye hende Besuch des Königs itoon Spanien erreat bier keinen besonderen ntvunas muS, Er wird am Quay d'Orsay . m r ... Wohnung nehmen uno Äer,ames oe suchen. Großbritannien. Brücke über den Z ambesi. L o n d o n, 2. April. Die britische südafrikanische Gesellschast bat eine De vescbe von den VictoriaFätten erhal ten, wonach. daS Schlußglied in der Brücke über den Zamdeft. der yocynen Brücke der Wett, eingefügt wurde. Die Brücke liegt auf der Lmte von Kap ftadt nach Kairo. , ,, Schiffsnaariöten. New York: Celtic" von Liverpool; St. Paul" von Cherbourg; Caledonia" von Glasgow, Pannonia" von Fiume; Mi raba" von London. Moville: Columbia" nach Glasgow. Neavel: Cretic" von New York. Boulogne: Potsdam" nach New Nork. QueenStown: . Caronia" nach New Bork.
Eine s kwerc Anklage. In Moskau fand zu Ehren des vielgenannten Krieg-sberichterstatters des Moskauer Russkoje Sslowo- (Rufsisches Wort") Nemirowitsch Dantschenko ein Festmahl statt. Bei dieser Gelegenheit hielt Nemirowitsch, der soeben nach zehnmonatigem Aufenthalt auf dem Kriegsschauplatze in die Heimath zurückgekehrt ist, folgende bemerkenswerthe Aussprache: Der gegenwärtige Weg ist nicht der Schwanengcsang, aber das Nabengekrächze der russischen Bureaukratie. Ein freies, sich selbst regierendes Volk würde niemals einen solchen Krieg zugelassen haben. Dies um so wemger, als Semstwos, Städte. Aerzte barmherzige Schwestern, Soldaten, alle außer dem Beamtenthum, hierfür zahlen müssen. Ich durchlebe den zweiten Krieg (7778 gegen die Tür. kei). Zu dem ersteren war alles so kühn, so hell. Die Menschen wuchsen mit ihren Aufgaben. Eine große Zahl Helden erstand. Und dieser Krieg, wen hat er erzeugt? Stackelberg, Uchtomski! Aber vielleicht hat er Diplo-
maten herausgehoben? Haben uns nicht gerade die militärischen Agenten versichert, die Japaner wären Tröpfe und ihr Land sei jämmerlich und schwach? Der Militärattache Mannowski hielt sich drei Jahre in Japan auf und hat stets behauptet, Jopan bereite ftch nicht zum Kriege vor. Und unter dem Schutze des Beamtenlhums schlumerte die russische Armee. Aber die Wache hat das Beamtenthum verschlafen, und der Krieg begann. Und' es stirbt die Armee, aber nicht das Beamtenthum. Unter dem Schutze des russischen Beamtenlhums hat es Japan verstanden, sich zum Kriege vorzudereiten. Und die Russen? ... Die rufsischen Panzerschiffe stießen sich aus Ungewohnheit unfehlbar . gegenseitig an. . . In China -haben die Russen, anstatt das Christenthum zu verkünden, Foltern und Hinrichtungen unterstützt. Der Benennung Chunchusen" wird eine schimpfliche Bedeutung beigelegt. Und doch sind die Chunchusen nichts anders als eine den russischen Kosakenansiedelungen ähnliche Einrichtung voll ritterlicher Eigenschaften. Als sie zu den Russen kamen, um ihnen zu helfen, wurden sie mit Feuer empfangen. Die Russen zahlten nicht den ihnen Dienenden mit Treue undWahrheit, und jene wandten sich daher zu den Japanern. Wir haben nicht ein einziges Treffen gewonnen. Aber diese Niederlagen sind nicht Niederlagen der russischen Armee, sondern die des Veamrenthums. Die Russen werden nicht geschlagen durch die Japaner allein, sondern durch deren Kultur, deren Freiheit. Es giebt keine weniger unfreien und korrumpirten Länder, als dieTürkei und Rußland es sind. Der japanische Krieg ist Rußlands vollkommene Niederlage. Aber Rußland darf nicht verzweifeln. Es muß das Schicksal segnen, das ihm diesen Krieg auferlegt hat als einen Weg zum Fortschritt.Kann es eine schärfere Kritik geben, als dieejnige, welche im vorstehenden enthalten ist? Und diese Kritik gewinnt um so mehr an Bedeutung, weil sie von einem bewährten Kenner der Verhältnisse auf dem Kriegsschauplatze gefällt wird, dessen patriotische Gesinnung über allen Zwekfel erhaben ist. Ende einer Geigen. Auf ihren Schätzen ist die 77 Jahre alte unverehelichte Christiane Heinecke aus Neuhaldensleben verhungert. Die Frau bewohnte seit dreizehn fahren tn dem Hause Hennigsdorferstraße 26 in Berlin im vierten Stock des Quergebäudes für sich allein eine Stube. Sie lebte ganz zurückgezogen, kümmerte sich um niemand im Hause und verweigerte jedem den Eintritt in ihre Wohnung. Obwohl sie sich nicht um Unterstützung bewarb, hielt man sie doch für völlrg arm. Ihre Nahrung bildeten nur Abfalle von Fleisch. Brot. Gemüse und Kartoffeln, die sie sich in der Markthalle am Weddingplatz erbettelte. Jetzt hat man die Frau todt in ihrem Bette aufgefunden. Sie war ''st zu einem Knochengerüst abgemagert. Ein Arzt, den die benachrichtigte Revierpolizei hclte, gab sein uUd ten dahin ab. daß die Alte verhungert sei. Von allem, was sonst zu einem Haushalt gehört, war keine Spur vorHanden. Die Verstorbene hatte nicht einmal einen einzigen Teller besessen, sondern aus alten Konservenbüchsen gegessen. Me Revierpolizei entdeckte aber in all den Lumpen unter ihrem Bett einen ungeahnten Schatz von 8100 Mark in preußischen Staatspapieren und ferner in einem Korbe 2000 österreichiscke Gulden. D'e Geizige war buchstäblich auf ihrenSchätzen verhungert. DerBrauereibesitzer Adolf Huber von Litzelstetten in Baden wurde von der Strafkammer wegen Wechselfälschungen in einer Höhe von 129.100 Mark und wegen Betrugs zu- 1 Jahr und 8 Monaten Gefängniß verurtheilt. Eine Dynamitbombe, wurde in den Hof des von einem Verwaltungsrathe des Kohlenbergwerks zu Charleroi in Belgien bewohnten Schlosses in Hilly geworfen. Der Sachschaden ist .beträchtlich. Ein anderer Dynamitanfchlag wurde inCour--elles gegen die Behausung eines -ltausständischen Arbeiters verübt; uch dort ist der Schaden aroß.
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