Indiana Tribüne, Volume 28, Number 188, Indianapolis, Marion County, 1 April 1905 — Page 7

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I Das Uiithlcl des Rothen Aöwcn" Uomzn von (ßcvljavb Ktoin ffi4M (Fortsetzung.) Nun trat Schultze ein und blickte sich im Raume um. 2Bie steht es denn mit Ihnen, lieber Schwabe?" fragte er. Ich habe noch mindestens eine halbe Stunde zu thun," antwortete Schwabe achselzuckend. Ist schon wieder Niemand da?" rief Schultze ärgerlich. Heydemann stand auf. Darf ich vielleicht" Ja, lieber Herr Heydemann," sagte Schultze verdrießlich, es thut mir leid, das ist nichts für Sie. Wir brauchen dazu einen routinirten Herrn." Vielleicht kann ich es doch machen," wandte Heydemann ein, da kein anderer da ist " Das war durchaus logisch. Ein routinirterer" Herr war eben nicht da. Schultze sah Heydemann einen Moment gedankenvoll an, dann sagte er resignirt: Versuchen können Sie's ja, aber Sie werken nicht viel Glück haben. Na, bitte, kommen Sie nur mit," fügte er hinzu, indem er das Zimmer verließ und in fein Redaktionsbureau schritt. Mehrere Herren, die Heydemann bisher nicht gesehen hatte, befanden sich in dem Raum. Es schien etwas Besonderes vorzuliegen, denn die Herren plauderten darüber, und Heydemann hörte, daß die Nachricht noch im Abendblatt gebracht werden müsse. Schultze nahm an seinem Schreibtisch Platz. Also, Herr Heydemann," begann er, man hat uns die Nachricht gebracht, daß der Radscha von Godaweri Sie wissen doch, was ein Radscha ist?" Jawohl Godaweri in Indien," sagte Heydemann. Sehr richtig," meinte Schultze lächelnd. Geographie gut also daß der Radscha von Godaweri mit Gefolge in Berlin angekommen ist, aber inkognito, unter einem englischen Namen, Smith oder Adams oder so was. Er soll im ,Kaiserhof' abgestiegen sein. Sie sollen nun feststellen, ob die betreffenden Herren wirklich gekommen sind und was das wichtigste ist ob Herr Smith oder Herr Adams wirklich der Fürst von Godaweri ist." Wenn (Sie ihn finden, können Sie ihn auch gleich interviewen," warf einer der Herren witzig ein. Ein allgemeines Gelächter folgte auf diese Bemerkung. Sprechen Sie Indisch?" fragte ein anderer, der gleichfalls einen Witz machen wollte. Ich denke, die Radschas sprechen alle Englisch, und das kann ich ein wenig," antwortete Heydemann naiv. Lassen Sie sich nicht verwirren," sagte Schultze wohlwollend. Sie brauchen nur festzustellen, ob es wirklich der Radscha ist. Sie müssen im Hotel vorsichtig umfragen. Vielleicht wenn Sie Glück haben, könnten Sie mit einem seiner Begleiter sprechen. Getrauen Sie sich, das zu unternehmen?" O ja," meinte Heydemann, ich kann es weniastens versuchen." - Schultze machte ein Zeichen, daß die Unterredung zu Ende sei, und Heydemann begab sich auf den Weg. Erst ainq er in hastiger Eile vor warts. um rasch sein Ziel zu erreichen. Diesmal wußte er den Weg, ohne fragen zu müssen. Bald aber verlangsamte er seinen Schritt. Wieder war der Auftrag, den er erhielt, anscheinend sehr einfach, doch nun fühlte er es klar es fehlte ihm die Erfahrung. Wie sollte er seine Sache anstellen? Mit größtem Mißtrauen und nur in der Verlegenheit hat man ihn mit der Aufaabe betraut. Das Verhalten Schultze? und der anderen Redakteure zeigte ganz deutlich, daß man ihn nicht für gewandt genug hielt. Sein erstes Debüt war eben nicht sehr glänzend ausgesauen. Aver war es oenn lo icywer, was man von ihm verlangte? War et denn ein Kmd, dan er solche einfach Dinge nicht hätte ausführen können? Es handelte sich doch nur um eine Rcichfrage, um eine vielleicht vorsichtig geführte Ausforschung, um einen Versuch, einen fremden Menschen zu sprechen. und an ihn einige Fragen zu richten. Freilich, was sollte er den Fremden fragen, worüber sollte er überhaupt mit ihm sprechen? Er zermarterte sich sein Hirn die Sache war wirklich nicht leicht. Er wälzte m seinem Kopf tausend Gedan ken und verwarf einen nach dem an deren. Und dabei kam er seinem Ziel immer naher, schon stand er vor dem Hause. Was thu, was thun? Da fiel es ihm ein, daß er vor Kur z?m ein Interview gelesen hatte. Eine ganz einfache Sache. Wie der Fremde den Weg zurückgelegt, welche Reise er gehabt hat, wie ihm die deutsche Reichshauptstadt gefiel, wie lange er da verweilen wollte? Dazu ein bischen Personenschilderung. Das mußte er doch treffen, das würde er doch ebenso können, wie es andere gekonnt haben. Er stand vor dem säulengetragenen Portal, hinter dem es im Jnnenraum so protzig, so abweisend aussah, als seien gewöhnliche Sterbliche nicht würbig, die Pforte zu dieser Herrlichkeit zu überschreiten. Und den Mann mit den wenigen Groschen in der Tasche, mit dem Gefühl der Unbedeutendheit im Herzen be, schlich plötzlich wieder eine Angst, ane-

sichts dieser prahlenden Halle, dieser be-

rackten Kellner und umsonrnrten Poriers. die mit einer Miene. umher gingen, als ob jeder einzelne die tiefsten Geheimnisse diplomatischer StaatsWeisheit im innersten Busen zu bergen hätte. Nein, es war wirklich mcht leicht, Berichterstatter zu spielen. Heydemann ühlte es schmerzlich, als er einige linden auf der Schwelle des Eingangs stand, jeden Moment gewärtig, von einem der Leute fortgewiesen zu werden. Aber sonderbar Niemand kümmerte sich um ihn; jeder der befrackten und unisormirten Herren hatte seme Arbeit, die ihn davon abhielt, sich mit dem Mann an der Thür zu beschäftigen. Endlich faßte sich Heydemann ein Herz, schritt auf den jüngsten der berackten Junglinge zu und fragte ihn. ob der Radscha von Godaweri hier abgestiegen sei. ..Radscha? Godaweri?" antwortete der Kellner, weiß ich nicht. Ein paar remde Herren sind angekommen, sprechen auch Englisch ... in der ersten Etage, Numero 14 bis 22. Fragen Sie den Portier. Dort steht er." Und eilends glitt der junge Mann davon und verschwand hinter einer der zahl reichen Thüren, die in der Halle vorHanden waren. Heydemann warf einen Blick auf den Portier, der in einer Loge über einem großen Buche gebeugt stand. Em Mann mit einem schönen, dunklen Bart und einer erzwungen würdigen Miene. Jede Bewegung schien Respekt zu heischen.jederBllck schien einBefehl zu sein. Nem, von diesem Manne mit dem diplomatisch wichtigen Gesicht waqte Heydemann keine Auskunst zu erbitten. Eine Abweisung war sicher, und wenn sie erfolgte, mußte er ganz gewiß unverrichteter Dinge von dannen gehen. Da hob der Gefurchtete den Blick und richtete ihn fragend auf Heydemann. Eine Blutwelle schoß dem Aengstuchen m den Kopf, das Herz schien einen Moment seine Arbeit einzustellen. Unwillkürlich setzte er sich in Bewegung. Wie im Traum schritt er zur breiten teppichbelegten Treppe hin. setzte den Fuß auf die erste Stufe, und wie von einer geheimnißvollen Macht gedränat, stieg er hinan, Stufe um Stufe bis in's erste Stockwerk, auf dem breiten Flur weiter ichrettend vis zu einer Thür, die die Nummer 14 trug. Ein schüchternes Klopfen, c.uf das keine Antwort erfolgte, ein Druck auf die Klinke, und Heydemann stand in einem weiten, mit prahlender Pracht moburten Salon. In einem bequemen, weiten Fauteuil saß ein älterer Herr mit einem mitten, kränklichen Zug auf dem stark gelblichen Gesicht, das von emem tiefjchwarzen Schnurrbart und blauschwarzem Haar markirt war. Er war dunkel und seh? vornebm gekleidet und unterschied sich in nichts von den vornehmen Fremden, die man so vielfach m Berlin sieht. Heydemann erblickte ihn sofort, als er eintrat. Er sah das gelbliche Gesicht mit dem schlaffen, verdrießlichen Ausdruck, mit den tiefdunklen Augen. die träumerisch vor sich hinschauten, und war erschreckt über sich selbst, über seme Kühnheit. In semer Befangen heit begann er Entschuldigungen zu murmeln, wobei er sich tief verneigte. Der Mann trn Fauteml, der das Eintreten Heydemanns gar nicht wahrgenommen hatte, sprang beim Anblicke der fremden Person entsetzt empor. Mit empörtem Erstaunen blickte er den sich Verbeugenden an, sprach etwas, was Heydemann nicht verstand und schritt rasch zu einer Thur, die er mit einem kurzen Ruck aufriß, worauf er in einen Nebenraum verschwand. Im nächsten Augenblick aber stürzte aus diesem Raum ein anderer Herr heraus und sprang förmlich mit dem Ausdruck des Schreckens und des Zornes in dem gleichfalls gelben und schwarzbehaarten Gesicht auf Heydemann zu. Wie können Sie sich unterstehen. Seine Hoheit zu belästigen!" rief er in emem fremdklingenden Englisch. Was Mollen Sie rnci? Wer sind Sie?" rten om rtournainiy uui.imeiie Heydemann in seinem besten Englisch. Ich wollte" Seine Hoheit empfangen keine Joui-nalisten," rief der Mann wüthend. Sie hatten erst um Audienz bitten müssen. Seine Hoheit haben eine etwas schwere Reise gehabt. Fahren nach zwei Tagen nach Paris weiter. Was wollen Sie noch?" Ich möchte mir erlauben wie haben Seiner Hoheit London und Europa gefallen?" Sehr gut... sehr gut. Adieu. Hier ist der Ausgang." Und ohne . daß er es recht wußte, stand Heydemann wieder draußen auf dem Gange :ird mechanisch schritten seine Füße die breite Treppe zur Halle hinab. An der Treppenstufe stand der Portier und blickte, über seine Geschäfte nachdenkend, gleichgiltig Heydemann an, in dessen Hirn das Blut wie in' wildem Tanze kreiste. Und in diesem Rausche, der alles Denken in ihm unterdrückte, richtete er unwillkürlich an den Portier die Frage: Mit wie viel Begleitern ist denn der Radscha hie;?" Sie sind wohl von der Zeitung?" fragte der Portier in geschäftlichem Tone. Ja, vom ,Tagesboten.' " Das dachte ich mir gleich meinte der Portier. Ja, also wie viel Leute? Na, es sind im Ganzen sechs Herren hier. Der Fürst, zwei Minister, ein Furier und zwei Diener." ' Hendemann war draußen und ath-

mete in starken Zügen die frische Luft , ein. Sein Hirn wirbelte noch immer wie in einem Weinrausch. Langsam erst, ganz allmälig fing sein Blut ruhi- ... .;r.. r? fvTtof

yci gu i4.titu uu. . v. vm. schloß auf Momente die Augen, um sich zu sammeln, um wieder zu ruhigem Denken zu kommen. Dann zogen die kurzen Eindrücke an seinem Geiste vorüber: er durchlebte noch einmal alle Momente. Und allmälig wurde es in ihm klar und ruhig. Er schritt energisch aus, überdachte noch einmal, was er gesehen, und plötzlich huschte em spöttisches, überlegenes Lächeln über sein Gesicht. Ja jetzt wußte er ganz genau, was er zu thun hatte! Nun stand Heydemann wieder im Nedakiionszimmer, Herr Schultze blickte von seiner Arbeit auf und fragte ziemlich resignirt: Haben Sie etwas erfahren?" ..Ja,. es ist der Radscha von Goda wen," antwortete Heydemann. ..Haben Sie ihn gesehen? fragte Schultze mit gutmüthigem Spott. Jawohl. Ich wurde sogar hmausgeschmissen." Ein dreistimmiges, langes Gelachter ertönte. Ich gratulire." sagte Schultze heiter. c.'.itx können Sie etwas über Ihr Erlebniß schreiben?" Ich glaube, ja," meinte Heydemann. es könnte vielleicht etwas ausführlich werden?" Doch nicht wie Ihr Brandbericht?" fraqte Schultze mit besorgter Miene. .Ich hoffe, besser." sagte Heydemann. Nur ... na, ich möchte einen Moment das Konversationslexikon haben." Wieder erscholl fröhliches Lachen. Heinrich!" rief Schultze einen jungen Burschen an, führen Sie den Herrn in das Bibliothekzimmer!" Heydemann saß wieder im Berichterstatterzimmer und schrieb Blatt um Blatt. Und die Feder flog über das Papier ohne Pause, ohne Rast. Mehrere Blätter lagen bereits vor ihm, als Schultze in das Zimmer trat und ungeduldig fragte: Wie steht's? Äaöen Sie sction etwas?" . Bitte, hier," antwortete Heydemann, ich bin bald fertig." Mit. verwundertem Mißtrauen nahm Schultze das Manuskript und ging hinaus. Nach mehreren Minuten hörte Heydemann zu schreiben auf, nahm das letzte Blatt und ging in das Redaktionszimmer. Schultze überflog raschen Blickes das Geschriebene und sagte dann lächelnd: Herr Heydemann, ich mache Ihnen mein Kompliment. Sie haben Ihre Arbeit wirklich wie em geschickter Jour nalist gemacht. Ich hoffe nach dieser Probe, daß Sie für uns ein guter Mitaroeiter sein werden. Im Abendblatt des Tagesboten" las man an diesem Tage einen langen Bericht über den Radscha von Godaweri. , Der Bericht schilderte das ferne Land Indien, er gab ein Bild von der Erscheinung des Fürsten und seines ersten Ministers, er erzählte, daß der Fürst eme schwere Reise gehabt, daß ihm die europaischen Verhältnisse außerordentlich imponirt hätten, daß er noch weitere Reisen durch die Groß städte unternehmen wolle und, um die Erfahrungen m Europa bereichert, da ran gehen werde, in seiner Heimath Re formen durchzuführen. Die Berichterstatter lasen mit kritischer Miene jedes Wort dieses Berichtes, von dem man wußte, daß er von dem neuen Manne herrührte. Und in weniger als einer halben Stunde war die Null" zu einer Nummer," der Mann, den man nicht der Beachtung gewürdigt hatte, war zum Kollegen avanart. 7. Kapitel. l&CT etn?a mer Zuversicht als VvW' n en vorhergegangenen syw Tagen kam Heydemann am nächsten Morgen in die ro daktion. Die anderen Herren hielten tt bereits der Mühe für werth, seinen Gruß zu erwidern und ab und zu ein kleines Gespräch mit ihm anzufangen Heute beaann auch seine eiaentlich Thätigkeit als Berichterstatter, indem schultze ihn, wie die anderen Verächter' statter. zunächst mit kleineren Festste!lunaen und Nachforschungen betraute wodurch er sich allmälig jene Routine aneignen sollte, die ihn. zu Arbeiten aus eigener Initiative und zur Selbststan diakeit bringen konnten. Er hatte eben einen solchen Auftrag erledigt und war dabei, das Resultat seiner Erkundigungen in die Form einer kleinen Notiz für das Abendblatt zu brmgen, als Eduard Pohne mit sei nem lebhaften Gruß eintrat. Da sind Sie ja!" rief er Heydemann mit einer Freuvigteit zu, als Ware nun mehr die tiefste Sehnsucht seines Her zens erfüllt. Ihr Bericht, lieber Qev bemann, ist famos, aroßartia. 'ne Leistung, sage ich Ihnen! Ich habe Mich riejig gefreut. 'Na. haben Sie schon die zebntau send Mark verdient, Böhnchen?" unter vracy rnroace oen &txom der Komvnmente. Seien Sie nur ganz ruhig," erwv derte Bohne, ich werde sie verdienen daraus können iift nehmen. Sie mit Ihrem faulen Kopf können ja doch Nichts. Ich habe .Sie gewarnt. Bobne sagte Schwabe spötisch, Sie werden lia wieder einmal blanuren." Nu, wenn schon," meinte Bohne achjelzuclend, Sie blamnen sich alle Tage." Dann wandte er sich an Heydemann und vereindarte mit ihm eme Zusam

menkunft am Abend nack Sckluk' der

Redaktion, um einige Auskünfte über die näheren Umstände des Verschwm dens des Geldes mit ihm zu berathen. Ein Süarlatan. ein Aufschneider r knurrte Schwabe, als Bohne das Zimmer verließ. . Ja, das ist er." saate einer der Berichterstatter, ,;ahtx er ist nicht dumm. Die Geschichte mit dem Juwelendiebstahl vor mehreren Monaten hat er mit seinen Recherchen herausgekriegt und die Polizei auf den richtigen Weg gebracht." Em blindes Subn bat einmal ein Züxxi gefunden " meinte Schwabe qeLässig. Na, jedenfalls ist er ein geriebener Junge," sagte der andere. Er arbeitet W- nk t!f " ivtiuy mhw utiuicui uici. Mit Schwmdelreklamen!" brummte Schwabe. .. Heydemann hörte diese Gespräche. aber er entkielt fick aller Gracien. Er fühlte sich noch zu neu in diesem Kreis und fürchtete zu belästigen oder neugiena zu erscheinen. Abaeseben davon hatte ihm Bohne in einem gewissen Grade imponirt: die Sicherheit, mit der er auftrat, rief in Heydemann den Eindruck kervor. daß Bobne em erfakrener und gewandter Journalist sei. der jedenfalls das durchzuführen vermochte, was er vornahm. Und da Heydemann die Hoffnuna nicht aufgeben konnte, so war er auch geneigt, zu glauben. Die Vormittagsstunden waren verrönnen. Heydemann hatte einige kleine Arbeiten hinter sich, die den Tag lohnend gemacht hatten. Mit einem gewissen Glücksgefühl, das Herz von besten Hoffnungen geschwellt, betrat er wieder die Straße, und unwillkürlich schlug er den Weg zu dem kleinen, billigen Restaurant ein. rn dem er m den letzten Tagen sein Mittagessen genommen hatte. Plötzlich aber hielt er inne und verlangsamte seinen Schritt. Warum gehe ich eigentlich nicht zu den Damen?" fragte er sich. Warum denn Nicht? Es ist doch endlich Zeit, daß ich mich sehen lasse. Die möaen was Schönes von mir denken. Na, und hinauswerfen werden sie mich wohl nicht." Mit emem raschen Entschsuß schlug er den Weg nach dem Norden Berlins ein. immer schneller gehend, als wollte er vie Äerlaumm von agen nachyolen. Nun stand er wieder vor der Thür, an die er so oft ängstlich, zaghaft, mit dem Gefühl des geduldeten Armen geklopft hatte. Das Dienstmädchen, das ihm öffnete, machte ein verwundert mißbilligendes Gesicht. Ah Herr Heydemann," sagte sie m emem Tone, der deutlich emen Vor wurf und zugleich eine Billigung seines Kommens enthielt. Als er eintrat, saß Edith in einem Fauteuil, mit einem Buch in der Hand. Sie stand auf, machte einen Schritt auf ihn zu und streckte ihm mit emem freundlich grüßenden Lächeln die Hand entgegen. Frau Doktor Driesen aber erschien etwas steif. Sie war in großer Toilette, ziemlich grell rosa Seidenbluse und meergrüner Seidenrock mit großer Schleppe, um den Hals eine Perlenschnür, im Haar eine rothe Mohnblume offenbar zu einem Besuch gerüstet oder' einen Besuch erwartend. Der Ausdruck ihres Gesichts entsprach der ganzen Erscheinung, halb feierlich, hali verdrießlich, im ganzen kühl, förmlich und dazu etwas pikirt. Sie begrüßte Heydemann mit einer würdevollen Bewegung und schien einen schweren Vorwurf auf den Lippen zu haben. Aber sie besann sich rasch. Sie lächelte, streckte ihm ihre beringten Finger entgegen und sagte: Aber lieber Herr Heydemann, was ist Ihnen denn passirt? Seit Tagen warten wir. lassen nach Ihnen fragen ich habe die schönsten Ideen zu einem qroßen Roman. Arbeit in Menge, und Sie, Sie verschwinden, Sie lassen einfach nichte von sich hören!" Ich bitte vielmals um Entschuld!gung," sagte er etwas verlegen.- Ich habe nämlich neue Arbeit gefunden." Arbeit? Wieso?" meinte Frau Fricderike ziemlich spitz. Hier" sie zeigte auf ihren Schreibtisch haben Sie ja gerade genug zu thun." Ich bin beim ,Tagesboten' besch'äftigt, schon seit einigen Tagen, seitdem ich nicht gekommen bin," sagte er schüchtern, doch nicht ohne Selbstbewußtsein. Na, siehst Du wohl," bemerkte Edith lachend, ich habe Dir's ja gesagt." Ach, Unsinn," sagte Frau Fnedcrike verdrießlich. Beim .Tagesboten der bedeutendsten Zeitung Berlins. Da sind doch wohl nur tüchtige, alte Journalisten. Was sind Sie denn dort? In der Buchhalterei, oder" Nein, Berichterstatter." - Frau Friederike sah ihn starr an wie einen Menschen, den man auf einer UnWahrheit ertappt. Ich verstehe nicht" sagte sie.' Aber liebe Friederike," meinte Edith etwas scharf, Herr Heydemann ist ja für Deine Romane ein so guter Mitarbeite?. Warum sollte er auch nicht kür Zeitunqen schreiben können?" (Fortsetzung folgt.) Kaltblütig. Fremder: Kann ich den Herrn Professor sprechen?" D ienet eines Chemikers (als in diesem Moment ein furchtbarer Knall erfolgt): Ich glaub' nicht der Herr Professor fliegt A.W w d' .Luft!"

Volksdichtung in Japan.

Ei alter nationaler VrauS, und seine Wir kung-2cr ttaiser alS Poct. Den Feind, der Dich schlägt, schlag' wieder mit all' Deiner Macht; doch vergiß nicht, indem Du ihn schlägst, ihn dennoch zu lieben Das sind die Worte, die der Kaiser von Japan zum Anfang des' neuen Jahres nach älter Sitte seinem Volke in poetischer Form zuruft. Räch alter nationaler Ueberlieferung wird im Lande der aufgehenden Sonne" bei Beginn eines neuen Jahres ein Thema zur poetischen Bearbeitung ausgesetzt, an der sich der Kaiser, die Kaiserin und das ganze Volk betheiligt. Heuer war natürlich das gegebene Thema der Krieg. Die Zahl der Gedichte, welche jährlich als Bearbeitung des ausgeschriebenen Ther.ias einlaufen, beläuft sich auf viele Tausende. Der Kaiser , dichtet selbst leidenschaftlich gern und soll in den letzten neun Jahren nicht weniger als 27.000 Gedichte geliefert haben. In Zriedenszeiten sind die behandelten Gezenstände fast ausschließlich lyrischer Natur; Blumen. Schnee. Mond, Blätterfall im Herbst, Frühlingsregen, der Nebel. Liebe und Kürze des menschlichen Lebens sind die immer wiederkehrenden Objekte der Betrachtung. Es gehört in Japan überhaupt zum guten Ton in der besseren Gesellschaft, etwas zu dichten, und so findet man denn kaum ein Haus, in dem nicht ein Gedicht in Handschrift den Ehrenplatz an der Wand einnähme, gleichsam als Wahrspruch des Hauses. Viele Japaner leben vom Lehren der Poesie, was meist nur darin besteht, möglich viele Gedichte früherer berühmten Poeten zu kennen, denn es ist keine Schande in Japan, dieselben Gedanken mit denselben Worten zu wiederholen. Auch gehören die Dinge in der Natur immer zu einer bestimmten Jahreszeit, ja zu einem bestimmten Monat. Zum Beispiel sollte man glauben, daß der Mond zu allen Monaten in Beziehung gebracht werden könnte. Dem ist nicht so, der Mond gehört in japanischer Poesie immer zum September, zu den Hirschen und zu den Ahornvaumen. deren Blätter im September in den herrlichsten rothen Farben prangen. Es gibt in der Neuzeit in Japan auch eine Nachahmung deutscher Straßenlieder. Ihre Zahl ist aber noch sehr gering; dazu ist der Inhalt so banal, daß zum Beispiel eines weiter nichts ist als eine Aufzählung der Stationen zwischen Tokio und Yokohama. Ein anderes zählt die Sehenswürdigkeiten Tokios auf, und noch ein anderes ist eine Liste der Namen nebst Fahrgeschwindigkeit und Tonnengehalt der Schiffe der japanischen Marine. Die herrlichen Melodien der deutschen Volkslieder aber werden skrupellos übernommen. Die Wacht am Rhein, Ich bin ein Preuße." Ich weiß nicht, was soll es bedeuten," hört man schon in allen Schulen mit untergelegtem mpanischen Text singen. Wcrthvollc Funde. Die französischen Ausgrabungsarbeiten in Algerien haben auch im letzten Jahre einen guten Fortgang genommen, und es sind zahlreiche be merkenswerthe Funde gemacht worden. Die wichtigsten Ausgrabungen wurden ber Timgad unternommen. Es wur den unter anderem bloßgelegt: vier Häuser, eine christliche Basilika, kleine Tbennen. die Bibliothek von Thamu gadi, verschiedene Inschriften und Sgraffitomalereien. Letztere stellen einen von einem Pferd gezogenen Wagen, einen Kampfer und em wildes Thier, einen schwimmenden Schwan, eine mit Spinnen beschäftigte Römerin und ein in den Windeln liegendes Kind, einen bewaffneten Soldaten und endlich ein schönes Viergespann dar. Eine große Anzahl Gegenstände aus gebranntem Thon, Marmor, Blei, Glas, Bronze u. s. w. sind dem Mu seum überwiesen worden, ferner Schmuasachen, darunter als schönstes Stück ein silberner Ring mit einem ellipsenförmigen Karneol, in welchem ein aufrechtstehender, laubbekränzter Pan elngeschnltten ist. Die zahlreichen tn Timgad gefundenen Mosaiken er forderten die Erbauung eines neuen aroßen Saals zu den schon existnenden drei. , Stilblütben in Aufsatzhcften. Aus den Aufsatzheften einer deut schen Mädchenschulklasse hat ein Päda goge unter anderem die folgenden Stilblüthen zusammengestellt: Der großblätterige Schatten einer einsamen Buche bot dem bequemen Wanderer einen zweistündigen Ruheplatz." Wenn der Blitz in einen, Wald ein schlagt, trifft er :n der Reael die hoch sten Bäume, weil er diese in der Schnelligkeit am leichiesten findet. - Helle Sonnenstrahlen erleuchteten den schaurig dunklen Abgrund und ergnffen unsere fürchterlichen Herzen. - Ein warmer Sommerabend, verbunden mit ermüdender lanaer Feldarbeit lockte die Knechte und. Mägde des Bauernhofes in lhre heimlichen Ställe." Die Töne ihres silberreichen' Gesanges klangen so weich wie die Schalmei einer flötenden Nachtigall. In der Naturgeschichte erscheint uns das Leben manchen Thieres viel langweiliger als in der freien Natur Gottes." Vor dem Hause standen zwei Reihen mit Pappeln bepflanzt und schützten die versengten Sonner strahlen." '

Feuer - Signale

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Washtigt. 427 Oliver und Sirch 438 Oliver und Osaood 429 Nordyke und Vorr 431 Hadley Ave u. VkorrU 432 Rivcr Av u. SUrris 484 Ntv Ave und Zfe$ 435 Harbing .Lig s N? 436 Harding und ONvej 437 No. 19 Svritzenhz Morris und cnfei 28 4ms mdztSi&ak 489 toHae fil Reisn und J2 Howard und L 4 orrts und c& 469 Lnl5 und Cciueai 457 NordyZe Zu U. oh Works 813 West und Nay 513 entucky Zlv u. SZljrev 614 Meridian und VorrB Lls Jllinoit vrX x$ä 517 Morris und Dakots 518 Vorrts und Thur; 19 Capital A. u SkCarv, 621 Meridian und Pa!re I2i Pine und Lord 524 Wadisor.Aven L' 426 Meridian und BU SV 627 Carlos und Ka .52 Meridian und An? 529 v.endim u.Aasnnd' 631 Meridian u. M.-C. 633 Ne. 17 Spritzen!.-, Morris nahe Wnt 23 McKernan und Dru H, 18 Last u. Linln bre 14 Ca und Beech 15 Wright uns Stws 17 VtcTarty und Leaq IS New Jersey u 2 71 Tpruce uno ProsperZ 713 English Ave. u. Lsunk 714 Etat LvkU.VKtK? 7ib Shelby ud Beecher TLA State Lv und Diuxz 718 Orang und Laure! 719 SheUy u, Cuwa tj731 L?lingtonA.c. fcu4 723 Flttche? 2UU- GpruO 734 State Ave u. Pleassi 715 Prossck und 7leasan 73 Orange und Hate? 738 Liberty und Tkn 729 Noble und LouH 81 No. 15 Spritzenhaus Ost Washinßton v öl? Warket und Noble . L14 Ohio u. Hihland O 816 ZMchiga u. Highlare Ll Market u Lrsenal.L! 17 Ost S Tlair uni NntonBahn Scleise. S3l :an Handle Shovt tll Vermont und SSakofe 834 Wash. und State Ltt Maddea'LLoungeFe' 82 Töa und Torsey 37 Wash. und Vevill Tx 839 Nr. 1 Spritzenhaus evile nahe Mileig ' 831 Southeaster Lv tJ&r Woodside. 833 Walh. und Xeartctr 814 Coutheastern cc Krfaua Llves. 835 New Fork d cs$ 9 3 JLinois und &czl 9il J2oU und RarfcS. 111 PttiN. VT Dc. 915 DIawar tat Spezial Signale. krsten 2 SchUge, zweiter Maria, Sweitm Schläg, dritter Alarm, Dritten Schläge, viert Alarm. '.-3-1, Feuer aus und Schlauch atfaeroH Schläge, Wasserdruck ad. 1 Schläge, 1s Uhr Mittags. 9 Die so bezeichnete Signale werd r do ZZHur loscht anzegebea da an den betreffende Striche? keupkttg ketn Llarvckö, aebracht ßnd. Vankbeamte Unterschlagen 890,000. L or a in. v.. 3l. Mürz. Zur Stunde der Eröffnung hatten sich vor der Citizens SavingS Bank mehrere hundert Leute ange?cmmelt, die ihre Depositen zurückziehen wollten. An der Bank war eine Notiz angeschlagen, daß dieselbe geschloffen sei und ihre Ge schüfte in Händen eines Verwalters seien. ES heißt, daß 3 Angestellte der Bank S90.000 unterschlagen haben. DaS Kapital der Bank war 850, 000, Ueber, schuß 837.829, Depositen $313,949. Präsident Honecker sagt, daß die schul digen Beamten sich bereit erklärt haben. Alles was sie besitzen, an die Bank aus zuliesern.