Indiana Tribüne, Volume 28, Number 188, Indianapolis, Marion County, 1 April 1905 — Page 3

Jnbiana Tribüne, I. April 1905

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Kaiser

Begeistert in Tanger empfangen, reist unerwartet schnell ab. Zweck des Besuches nach Berliner Auffassung. Kommentar des französischen Ministers des Auswärtigen.-Politischcr Waffenstillstand in Ungarn. Fcldmarschall Oyama rückt wieder vor. Entscheidung im venezolanischen Asphalt-Prozcß.

Marokko. Besuch deS deutschen Kaisers. T an g e r, 31. März. Der Dampfer Hamburg" der Hamburg'Ame-rika-Linie, mit dem deutschen Kaiser an Bord, kam heute Morgen von Lissa bon hier an. Ter Kaiser wurde an der Landungsbrücke von Vertretern deS Sultan, dem diplomatifchm Korps und einer großen Menschenmenge erwartet. In Folge deS starken Seeganges erfolgte die Landung später als man erwartet hatte. Von dem deutschen Kreuzer Prinz Friedrich Karl", den Landbatterien und den französischen Kreuzern LinviS" und Du Chaylla" wurde Salut ge schössen. Die 3tabt bietet ein malerisches Bild; reiche maurische Stickereien, feine Teppiche und brillante moderne Ko ftüme gaben ein Schauspiel, das man bi-her in Tanger noch nicht gesehen hatte. Bor der Landung hatte der Kommandant des Kreuzers Du Chaylla" dem Kaiser an Bord der Hamburg" einen Besuch abgestattet. Nach d?r Landung hatte der Kaiser eine freundliche Unterhaltung mit dem Onkel des Sultans, Abdul.el'Malek; dann erfolgten die anderen Vorstellun gen. Der Deputation der deutschen Kolonie erwiderte der Kaiser auf ihre Begrüßung: Ich freue mich, in Ihnen die Pio niere der deutschen Industrie und des deutschen Handels zu sehen, die mir helfen, in einem freien Lande die In teressen deS Mutterlandes . zu wahren. Die Souveränität und Integrität Ma. rokkoS werden aufrecht erhalten bleiben." Der Kaiser begab ftch darauf nach der deutschen Gesandtschaft, wo er daS diplomatische KorpS und die vornehmen Araber empfing, darunter den früheren Minister El Menebhi. Dann hatte er eine lange Unterredung mit dem Onkel deS Sultans, Abdul el Malek, und er unterhielt sich auch einige Zeit mit dem spanischen Gesandten und mit Haupt mann Fournier, dem französischen Instrukteur der eingeborenen Truppen. Der Kaiser verließ die Gesandtschaft um 1.30 Uhr Nachmittags, indem er erklärte, in Folge der verspäteten Landung könne er nicht länger weilen, er müsse nach Gibraltar. DaS Programm mußte in Folge dessen abgekürzt wer den. Nach kaum zweistündigem Aufm thalte am Lande schiffte sich der Kaiser wieder ein. Die Kürze deS kaiserlichen Besuches ist allgemein ausgefallen und hat zu allerlei GerüchtenVeranlassung gegeben. Der früherere deutsche Gesandte nach Marokko, Graf Tattenbach . Shold, stattete dem Dampfer Umdria" vor der Landung einen Besuch ab. ES heißt, er habe dem Kaiser gesagt, daß fein Be such Veranlassung zu einer anti'fran zösischen Demonstration sein könne und dieS habe der Kaiser vermeiden wollen. Allgemein aber wird daS Gerücht ge glaubt, die deutsche Gesandtschaft habe Information erhalten, daß ein anar chiftischeS Attentat auf den Kaiser vor bereitet fei. Demselben sei daher ge rathen worden, seinen Besuch möglichst abzukürzen. Trotzdem schien ihm der Besuch Vergnügen zu bereiten und die Begrüßung die ihm. von der Volks menge zu Theil wurde, war von unge wöhnlicher Herzlichkeit. Der Zug vom Pier nach der Gesandtschaft, den der Kaiser zu Pferde mitmachte, war ge radezu brilliant. Vor seiner Abreise verlieh der Kaiser den Vertretern deS SultanS Orden. Deutschland. Zweck deS Kai serbesuche S. Berlin. 31. März. Wie aus guter Quelle versichert wird, hat des Kaisers Besuch hauptsächlich den Zweck, Frankreich eine Höflichkeitslektion zu ertheilen. Die französischen Hetzereien waren schon ehe der Monarch von Cux haven nach dem Süden abfuhr, uner träglich. Eine Antwort mußte in der einen oder andern Weife erfolgen. Vor letzte Woche erfuhr das Auswärtige Amt, doß Frankreich dem Sultan von

Wilhelm,

Marokko die Versicherung gegeben hatte, dL' europäischen Mächte seien mit einem französischen Protekorat über sein Land einverstanden. Da Deutschland niemalS eine solche Zusage gab, mußte die Lüge festgenagelt- werden und Kanz ler v. BUlow instruirte daher den deutschen Gesandten in Fcz, die franzö sifchen Behauptungen in der nachdrück lichsten Weise zu widerlegen. Der Kai serbesuch in Tanger ist daher weiter nichts, als ein Dämpfer für die französische Anmaßung'. Hätte die Pariser Presse nicht einen gar so insolenten Ton angeschlagen, so wäre eS dem Kaiser wahrscheinlich gar nicht eingefallen, nach Marokko zu gehen. Vergnügen macht ihm die Geschichte auf keinen Fall. Uebrigens hat eS hier etnege Heiter seit erregt, daß unter den marokkani schen Würdenträgern, welche den Kaiser bei seiner Ankunft in Tanger begrüßen werden, sich auch der Banditenhäupt ling Raisuli, der bekanntlich vor eini gen Tagen zum Gouverneur einer Provinz ernannt wurde, besinden soll. Man sieht dies als ein etwas Zweifel Haftes Kompliment für den Kaiser an. Koloniales. Berlin, 31. März. Der Direktor des Kolonialamtes Dz. Stübel sagte heute im Reichstage, in Erwiderung einer Anfrage, daß 4.903 Männer, Frauen und Kinder bis jetzt in Kon zentrationSlagern Deutsch Südwest Afrika's festgehalten werden. Die Re gierung habe nicht die Absicht, die Ovambos zu entwaffnen, die portu giesifche Kolonnen vernichtet hätten. P r e ß p r o z e ß. Berlin, 31. März. Der Redac teur der Täglichen Rundschau", wel cher angeklagt war militärische Ge Heimnisse durch einen Artikel über das Legen von Seeminen in Hafeneingän gen verrathen zu haben, wurde heute freigesprochen, dagegen wurde der Verfasser des Artikels, der pensionirte Leutnant Trütschler v. Falkenstein zu 6 Monaten Festungshaft verurtheilt. Spanien. Kaiser Wilhelm. Gibraltar, 31. März. Der Dampfer Hamburg" mit Kaiser WilHelm an Bord kam heute Abend um 6 Uhr an seinem Ankerplatze hier an und wurde von dem britischen mittelländischen Geschwader mit den üblichen Ehrenbezeugungen empfangen. Darauf feuerten auch die Landbatterien einen -alut. Der Gouverneur, Feldmarschall Sir George White begab sich mit seinem Stäbe zur Begrüßung an Bord des Dampfers. Da es schon spät war, beschloß Kai ser Wilhelm die Fahrt durch die Stadt aufzugeben. Er landete in der Uni form eines britischen Feldmarschalls um 3 Uhr Abends. Der Gouverneur gab ein Diner zu Ehren des Kaisers, wäh rend der deutsche Konsul eine große Gesellschaft von der .Hamburg" be wirthete. Dampferkollision. Gibraltar, 31. März. Der deutsche Kreuzer Prinz Friedrich Karl", der den Dampfer Hamburg", mit Kaiser Wilhelm an Bord, beglet tete, kollidirte an der Mole mit dem englischen Schlachtschiff PrinceGeorge Der angerichtete Schaden war nur ge ring. Oesterreich'Ungarn. Angeblich ein Waffen stillstand. Budapest; 31. März. ES wird gemeldet, daß ein EinVerständniß zwi schen der Krone und der ungarischen Majorität erreicht wurde. Nach dem selben soll der Kampf wegen der Spra che in der Armee auf 2 Jahre verscho ben werden. Polnische Proklamation. Wien, 31. März. Von, Lemberg, Galizien, wird gemeldet, daß die pol Nischen Sozialdemokraten über ganz Polen eine Proklamation verbreiten, in der Reservisten aufgefordert werden, sich einer Mobilisirung zu widersetzen. Die Proklamation schließt mit den Worten: Lange lebe das freie Polen!

Nußland. Oyamarücktvor. St. Petersburg. 31. März. Die Nachrichten von der Front deuten darauf hin, daß Felomarschall Oyama'S Armee mit wett ausgedehnten Flügeln einen allgemeinen Vormarsch begonnen hat. Sie macht starke Vor stöße gegen das Centrum der Russen, um diese zur Entwicklung ihrer Streitkrüfte zu zwingen. Selbstmord gefangener Japaner. St. P e t e r S b u r g. 31. März. Die Börsenzeitung bringt die Mel dung, daß viele der gefangenen Japaner Harikari begangen oder sich mit Arsenik vergiftet haben. Gerüchte füh ren die Selbstmorde auf schlechte Be Handlung zurück. Agitation gegendie AuSl ä n d e r. G u n f h u-P a ß. 31. März. Re. kognoszirungen haben ergeben, daß die Japaner nach Westen hin, nahe der Grenze der Mongolei rege Thätigkeit entfalten. ES wird berichtet, daß eine Agitation gegen Ausländer unter Chinesen be trieben wird, die durch die Erfolge der

Japaner verstärkt wird. Viele Banditenführer gehören geheimen Gesell schaften an, die sich über ganz China erstrecken, und haben dadurch großen Einfluß auf Bolk und Regierung. Wollen theilen. St. Petersburg. 31. Mürz. Fünfhundert Bauern des Distriktes Vardzia im Kaukasus haben das bor tige griechische Kloger umringt und verlangen dessen Uebergabe mit Besitz titeln. Keine Veränderung. St. Petersburg, 31. März. Gen. Linevitch meldet von gestern: Keine Veränderung in der Lage. Der Feind ist östlich von der Eisenbahn thätig. Während der Nacht trat star. Uz Schneefall ein." Eine Depesche vom GunshuPasse weldet, daß Gen. Livevitch den Män. nern daö Verlassen von Harbin verboten hat, da ein Arbeitermangel droht. Brandstiftung. S e b a st o p o l, 31. März. Die Lagerhäuser der russischen Dampfer Gesellschaft stehen in Flammen. Das Feuer, welches angelegt worden sein soll, hat großen Schaden angerichtet. Venezuela. Entscheidung im Asphalt Prozesse. C a r a c a S, 31. März. Präsident Arnal vom obersten Gerichtshofe hat heute entschieden, daß die französische Kabelgesellschaft ihren Kontrakt der wirkt habe, weil sie die Bedingungen desselben nicht eingehalten habe, dage gen entschied er gegen die Regierung in ihrem Vorgehen gegen die Gesellschaft. Der Gesellschaft werden 5 Tage Zeit gegeben einen neuen Prozeß zu bean tragen, der vom gesammten Gericht dann entgiltig entschieden werden wird. Großbritannien. BritischerNeid. London, 1. April. DerTimeS" wird von ihrem Korrespondenten zu Tanger gemeldet: ' ES ist unmöglich zu bestreiten, daß der Besuch deS Kaisers, den die Welt als solchen eine kaiserlichen Touristen darstellen wollte, eine riesige politisch Demonstration war. Niemand, der heute Tanger sah, wie eS fast unter dem Schmucke der Blumen und Flaggen verschwand bezweifelt, daß solche Ausgaben und Mühen mehr be deuteu, wie ein höflicher Empfang eines Kaisers, der die Sehenswürdigkeiten von Tanger zu sehen wünscht. Die kurzen 2 Stunden, die der Kaiser hier zubrachte, mögen sich als Markstein einer neuen Epoche in der Geschlcht Marokko'S erweisen." Italien. Meyer beimPapste. Rom. 31. März. Der Papst em pfing heute in Privataudienz, Bot schafter Meyer und seine Familie, die nach St. Petersburg versetzt ist. Er sagte, er verfolge die Vorgänge in Ruß

land mit Aufmerksamkeit und habe mit Kaiser Nikolaus in persönlicher Korre spondenz gestanden. Panama. Gelbes Fieber. C o l o n , 31. Mürz. Der Bun deökreuzer Dixie wird morgen. die. mei sten Seesoldaten von Camp Elliott an Bord nehmen und nur 100 Mann als Besatzung zurücklassen, da auf dem Isthmus sporadisch gelbes Fieber auf getreten ist. j

Patterson-Prozetz.

Das Ehepaar Smtth wird ausge liefert. C i n c i n n a t i. 31. März. Heute Nachmittag erwirkte Anwalt Shay einen HabeaScorpuS-Befehl für I. Morgan Smith und seine Frau Julia, die zu sammen mit Nat. Patterson in New York der Verschwörung zur Ermordung deö Buchmachers Cäsar Joung ange klagt sind. Die Verhandlung ist auf nächsten Montag angefetzt. Die Verhaftnng deö Ehepaares erfolgte gestern aufZLerdacht" bin. Als heute bekannt wurde, daß um einen Habeascorpus-Befehl nachgesucht sei, machte der Chef der Geheimpolizei ein Affldavit, daß Smith und seine Frau Gesetzesflüch'tlinge seien. Am Nachmit tage identisizirte Geheimpolizist Quinn von New York, der Nat. Patterson im letzten Mai verhaftete und mit den Smiths gut bekannt ist, dieselben formell als die Personen, die in den New Borker Anklagen genannt sind. ColumbuöO., 31. März. Anf Betreiben des New Yorker Geheim. Polizisten Robert McNaught wurden heute in der Office Gouv. Herrick's Papiere für die Auslieferung I. Mor gan Smith'S und seiner Frau Julia ausgefertigt, die in New Iork verlangt werden und zu Cincinnati in Haft find. Die Papiere wurden auf Ersuchen des DistriktsanwalteS Jerome'S aus gefertigt, dem eine neue Anklage gegen das Ehepaar beiliegt, welche dasselbe nicht der Ermordung Joung'S sondern deS Erpressungsverfuches gegen denfel ben beschuldigt. Frankreich. M a r o k k oF rageimSenate. Paris, 31. März. Im Senate hatten sich heute zahlreiche Mitglieder des diplomatischen Korps eingefunden, da man eine Debatte über die Marokko Frage erwartete. In Beantwortung einer ZJnterpella tion sagte der Minister des Auswärti. gen, Delcasse, die Politik Frankreichs in Marokko habe sich in Folge der Ver einbarung mit Großbritannien vom 8. April 1904 nicht geändert. Die Ver einbarung sei im Interesse der ande ren Mächte sowohl wie deS Frank reichs und Großbritanniens erfolgt. Er fei erstaunt über die Ausstellungen, welche die deutsche Presse an der franzS sischen Politik mache, da letztere in Har monie mit den allgemeinen Interessen Europa'S auf ökonomischem Gebiete und dem des Handels sei. Die Er tlärung wurde mit Beifall aufgenom men. Beinahe- Duell. Paris, 31. März. Wegen eines Zeitungsartikels, den Gen. Reuegere, der kommandirende General der Armee, für beleidigend hielt, wäre eS zwi schen diesem und dem Verfasser Pelletan, dem früheren Marinemini ster fast zu einem Duelle gekom men. Die beiderseitigen Sekundanten erklärten jedoch, daß der Artikel ein Duell nicht rechtfertige. Glücklich abgelaufen. P a r i S, 31. März. Die Abreise Kaiser Wilhelm'S von Tanger hat in ossiziellen Kreisen und im Publikum im Allgemeinen ein Gefühl der Erleich terung hervorgerufen, da man besürch tete, der Besuch möchte zu irgendwelchen Verwicklungen führen. Der Kaiser hatte eine Unterredung mit dem französischen Geschäftsträger, die in angenehmer Weife verlief. Die kurzen Bemerkungen deS Kaisers an die deutsche Deputation von Tanger. bezüglich der Souveränität Marok ko'S, erregen keine ernstliche Opposition, da sie bei dieser Gelegenheit als natür lich angesehen werden. M c C or m i ck. PariS, 31. März. Robert S. McCormick, der neue amerikanische Botschafter, kam um 4 Uhr heute Nach mittag von St. Petersburg hier an und stieg im Hotel Ritz ab. Er wurde am Bahnhofe vom Gesandtschaftsftabe empfangen. Haiti. Ruhe. Port au Prince, 31. März. Der Tag verlief ruhig. Starke Ab theilUngen Polizei bewachten die Straßen, in denen Syrier wohnen. Die Mehrzahl der Lüden war ge schlössen. SchisssnachriSten. mm 9lnrl? Pst Loraine" von öavre. QueenStown: Lucania" nach Liver

Pool. Algier: Cretic" von New ZZork.

Hligicnifche Zialhschlage. Allgemeine Schutzmaßrrgcln gegen Infektionskrankheiten.

Rationelle Körperpflege Reinlichkeit im Haushalte-efunScS Trinkwaffcr-Hygic Nische Wohnungen Tesinfijirung und Tchuimpfung. Unter den Maßregeln, die den besten Schutz gegenJnfeltionskrankheiten bieten, nimmt die Reinlichkeit unbedingt die erste Stelle ein. Man versteht darunter die Fernhaltung der infektiösen Keime (Bakterien) von dem Körper und d nächsten Umgebung des Menschen. Die Reinlichkeit des Körpers wird am rationellsten durch warme Bäder aufrechterhalten. Wie häufig diese Bäder vorzunehmen sind, läßt sich nicht schematisch bestimmen. Es spielen dabei naturgemäß äußere Einflüsse, Wohnungsrerhältnisse, Art des Berufes, Jahreszeit u. a. eine große Rolle. Da aber nur wenig Bevölkerungsklassen aus eigenen Mitteln die Wohlthaten des warmen Bades genießen können, so müssen Staat und Kommune eingreifen und dafür Sorge tragen, daß auch der ärmeren Bevölkerung durch Einrichtung kostenloser Volksbäder zu jeder Jahreszeit Gelegenheit zum Baden gegeben werde. Daneben muß natürlich auf möglichst große Reinlichkeit im ganzen Haushalt gesehen werden, denn nur zu oft gelangen Jnfektionskeime, die auf Gegenständen unserer Umgebung haften, in den Körper. Am nächsten steht dem Körper in dieser Beziehung die Kleidung, deren Reinlichkeit neben der Körperpflege von der allergrößten hygienischen Wichtigkeit ist. Ganz ebenso müssen natürlich alle Haushaltungsgegenstände, namentlich das Eßgeschirr, sich der allergrößten Sauberseit erfreuen, denn jeder unsaubere Gegenstand bietet immer einen geeigneten Boden für die Entwicklung der Bakterien. So hat beispielsweise die mikroskopische Untersuchung gezeigt, daß an Geldstücken, die ja im Laufe der Zeit von Tausenden von Händen begriffen werden, eine große Menge schädlicher Bakterien haften. Da ferner nach?ewiesenermaßen durch das Trinkwasser ansteckende Krankheiten oft verbreitet werd?n, und beispielsweise die große Choleraepidemie in Hamburg im Jahre 1892 lediglich durch das Wasser weitergetragen wurde, so ist es eine strenge Pflicht der Behörden, die Bevölkerung mit gutem, von allen schädlichen Beimengungen freiem Wasser zu versorgen. Ein sehr wichtiges Moment für die Weiterverbreitung von ansteckenden Krankheiten sind ferner ungünstige Wohnungsverhältnisse; daher müssen auch die einzelnen Wohnräume allen hygienischen Anforderungen entsprechen, insbesondere vollkommen trocken sein und genügend Luft und Licht aufweisen, da die Jnfektionskeime in feuchten, und schlecht gelüfteten Räumen am üppigsten wuchern. Ganz befonders bedürfen natürlich die Häuser, in denen viele Menschen zusammenströmen, wie Schulen, Gasthäuser, der strengsten sanitären Ueberwachung. Ist nun eine ansteckende Krankheit in einem bestimmten Stadttheil aufgetreten, so müssen natürlich von öffentlicher und privater Seste sofort Maßnahmen getroffen werden, um den Krankheitsherd zu beschränken und ein Umsichgreifen der Krankheit möglichst zu verhindern. Me Gegenstände, die mit den Kranken in Berührung gekommen waren, müssen einer strengen Desinfektion unterzogen werden. Viel wichtiger als die Desinfizirung der umgebenden Gegenstände ist es noch, die erkrankten Jndividuen so lange von dem Verkehr mit anderen Menschen fernzuhalten, bis jede Gefahr einer Ansteckung vollkommen geschwunden ist. Neben diesen allgemeinen Schutzmaßregeln können sich aber auch die einzelnen Individuen in hohem Grade gegen Jnfektionskrankheiten schützen. Am sichersten führt zu diesem Ziel die Schutzimpfung. Da eine der Eingangspforten, durch die Jnfektionskeime in den menschlichen Organismus gelangen, eine Verletzung der äußeren Haut ist, so soll jedes Individuum auch in dieser Beziehung die größte Vorsicht walten lassen. Es braucht nicht immer eine große, klaffende Wunde zu sein, von der aus sich infektiöse Keime über den ganzen Körper verbreiten können, fondern es genügt sehr oft schon eine ganz unscheinbare Verletzung der Hautdecke, um den Ausgangspunkt einer schweren, allgemeinen Infektionskrankheit zu bilden. Um- die genannten Schutzmittel wirksam zu machen, ist es vor allen Dingen geboten, daß sich die Menschen durch rationelle Ernährung in einem derartigen Kräftezustande befinden, daß sie auch in dem Kampf mit den einmal in den Organismus eingedrungenen Feinden nicht zu schnell unterliegen. . E i n alter Riesenanker. der wahrscheinlich aus der Zeit der spanischen Armada stammt, ist von einem englischen Schiff aus der Rordsee aufgebracht und nach dem Hafen Darmouth geschafft worden. Er war über und über mit Seeeicheln und lebenden Austern bedeckt und hatte ganz das Aussehen' eines aus vorgeschichtlicher Zeit stammenden Gegenstände. In der Länge maß er volle 14 Fuß, in der Breite mit den Armen 3 Fuß. ' Das Gewicht des Ankers betrug über 4000 Pfund.

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