Indiana Tribüne, Volume 28, Number 187, Indianapolis, Marion County, 31 March 1905 — Page 7
Jndkana Tribüne, 31. März 1005.
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Das Unthjc! des f ..Untlirn vntnrntt I
77 c 4 Iioman von (& cvljavb Stoin t . fr 4iQi ch ' (Fortsetzung.) Nun schien die Sache für den Redakteur abgethan. Ein großer Stoß von Manuskripten, die noch der Erledigung harrten, lag vor ihm. Er begann also wieder zu arbeiten. Es entging ihm vollständig, daß Heydemann stehen geblieben war und auf etwas zu warten schien. Erst nach einer Weile siel ihm dies aus. Etwas erstaunt hob er den Blick und fragte: Haben Sie noch einen Wunsch, Herr Heydemann?" Ja, er hatte allerdings einen Wunsch. Er glaubte sicher, daß der Redakteur etwas vergessen habe, und zwar das Wichtigsie: die Bezahlung für die Arbtit l, vacyte," memte Heyoemann. nun sehr schüchtern, das Honorar, das ja bezahlt wird " Ach so " sagte Schultze verstehend, Sie wollen das Geld sofort erheben?" Er nahm einen Zettel, schrieb einige Zeilen, rief einen Jungen herein und sagte: Führen Sie den Herrn in das Sekretariat." Und zu Heydemann gewendet, fügte er hinzu: Gehen Sie nur mit, das Weitere werden Sie im Sekretariat erfahren." Heydemann wandte sich zum Gehen. Plötzlich aber hielt er inue, ein neuer Gedanke schoß ihm durch den Kopf. Er ging noch einmal auf Schultze zu. Verzeihen Sie, Herr Redakteur," begann er in fast flehendem Tone. Nun, was denn noch?" fragte Schultze, über die neue Unterbrechung seiner Arbeit nunmehr schon, ungeduldig. Herr Redakteur," sagte Heydemann mit zitternder Stimme, darf ich vielleicht morgen und die nächsten Tag? wiederkommen?" Ja, wozu denn? Was wollen Sie denn hier?" Vielleicht, wie heute... ich könnte vielleicht wieder was verdienen, wenn etwas vorkommen sollte." Ach so. Sie meinen als Berichterstatter?" bemerkte Schultze in ablehnendem Tone. Ich kann Sie dazu nicht ermuihigen. Wir haben so viele Herren hier, die sehr gut eingearbeitet Ilno-, und neue Leute brauchen wir wirklich nicht." Aber Sie sehen ja, heute war keiner von den Herren anwesend," wandte Heydemann ein. Ein Zufall es ist Hochsommer. Ter eine und der andere ist auf Urlaub." Vielleicht tritt dieser Zufall wieder ein," bat Heydemann, wenn ich nur ab und zu eine Kleinigkeit verdiene." Schultze sah vor sich hin. Er war ein auter Mensch und fühlte unwillkürlich Mitleid mit diesem Manne, der so über Nacht vom Reichthum zu tiefster Armuth herabgefallen war. Und schließlich, die Arbeit, die er geleistet hatte, war an sich gar nicht so schlecht. sie verrieth den gebildeten Mann, den intelligenten Menschen. Na gut," sagte Schultze, wenn Sie kommen wollen, können Sie sich im Berichterstatterzimmer aufhalten, wenn Sie dort einen Platz finden. Aber ich vermag Ihnen gar keine Versprechungen und keine Hoffnungen zu machen. Ich weiß nicht, ob Sie Beschäftigung finden werden, wenn Sie nicht selbst den Weg treffen, um aus eigener Jnitiative Nachrichten zu beschaffen. Wenn Sie auf den gunstigen Zufall wartii wollen O. er wollte warten! Er hatte ja nichts zu versäumen. Und fast taumelnd wie in einem Rausche, mit Gefühlen des Glücks, der Hoffnung und der Furcht vor dem kommenden Unbekannten, folgte er dem kleinen Laufburschen, der ihn durch ein Labyrinth von Gangen zum Sekretarrat führte. 6. K a p i t e l. m Hause der Frau Doktor Drie fen warteten die Schwestern um die Mittagszeit vergebens auf das Erscheinen ihres täglichen Tischgastes. Die Frau Doktor erging sich in kühnen Kombinationen und noch kühneren Hypothesen über den Verbleib Heydemanns. Aber die Zeit verfloß, der Nachmittagskaffee wurde genommen, und Heydemann war noch immer nicht gekommen. Um die fünfte Stunde verließ Edith die Wohnung, um sich m die Fortml dungsschule zu begeben, an der sie als Lehrerin thätig war. In dem Moment aber, als sie aus dem Thore schritt, horte sie ihren Namen rusen. Verwun dert wandte sie sich um Heydemann stand vor ihr. Fräulein Edith," sagte er hastig. mit einem verlegenen und zugleich freu digen Lächeln, wobei seine Stimme vor Erregung zitterte, ich mochte Ihnen nur sagen, daß daß ich heute mein erstes Geld verdient 'habe. Sechs Mark . . . hier sind sie. Edith blickte überrascht in sein Gesicht, das von einer dunklen Rothe überdeckt war. Und nun bemerkte sie auch, wie er ihr das Geld hinhielt. Sie haben Geld verdient? Wieso denn?" fragte sie überrascht, indem sie ?v" ' c -fl! jS .1 -f. unioilllurlill) Die uociuuae oeuaeg tete. .Ja ja. .Freilich nur durch einen
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Zufall bei der Zeitung, beim .Tages-
boten.' Ich wartete hier auf Sie, um es Ihnen Ihnen zu sagen." Sie schüttelte den Kopf,' sah ihn mit einem eigenthümlichen Blicke an, und ein Lächeln flog über ihr Gesicht. Ihre Lippen bewegten sich, als wollte sie etwas sagen,- aber sie schwieg. Sie schien plötzlich große Elle zu haben, und ohne weiter zu sprechen, nickte sie ihm freundlich zu und schritt rasch von dannen. Zu einer frühen Stunde, in .der die Redakteure der großstädtischen Zeitungen noch beim Morgenkaffee m ihrem Heim zu sitzen Pflegen, erschien Heydemann in der Redaktion, Verwunderung und Kopfschutteln bei den Laufburschen erregend. Erst auf die in zaghaftem Ton abgegebene Auskunft, daß Herr Schultze gestattet habe, er möge sich im !6erichterstatterzimmer aushalten, wurde er in den Raum eingelassen. Und so saß er und wartete. Viertelstunde auf Viertelstunde verrann, und nichts störte die tiefe Ruhe, die ringsum herrschte. Er saß da und blickte traumend vor sich hin, dann stand er auf, ging zum Fenster und schaute auf das Getriebe der Straße hinab, dann setzte er sich wieder, betrachtetegedankenvoll die zahlreichen Pulte, auf denen Schreibmappen mit Papierblättern, abgerissene, halb beschriebene Papierfetzen, große tintenbekleckste Tintenfässer, abgegriffene -Federhalter mit geschwärzten, abgeschriebenen Federn und gespitzte kurze und längere Vlistifte lagen. Das war also eine der Werkstatten, m denen die Zeitungen fabnzirt werden. Gestern, im Fieber der Hast, hatte er kernen Blick für diese kleine Welt gehabt, jetzt aber erfüllte sie ihn mit einer gewissen Ehrfurcht und mit jener beängstigenden Scheu, welche die Erwartung der nächsten völlig unbestimmbaren und unberechenbaren Zukunft in der Seele hervorruft. Da wurde es draußen lebendig. Schritte wurden hörbar, Thüren gingen auf und zu. Männerstimmen tönten gedampft m den Raum hinein, das Räderwerk der großen lebendigen Arbeitsmaschine begann sich zu ;egen. Nur m dem Zimmer, in dem er saß, blieb es ruhig. Kein Mensch schien sich darum zu kummern, keiner schien zu hnen, daß hier em lebendes Wesen mit herzbeengender Spannung auf etwas Ungewisses, Unbestimmtes wartete. Da wurde die Thur von außen geöffnet und raschen Schrittes trat ein älterer Herr mit einem blondbärtigen. eerdrießlichen enent em. Heyoemann sprang auf, der andere blickte verwundert auf die unbekannte Gestalt, legte den Hut ab und ging geradeaus auf den Platz zu, den Heydemann bisher rnnehatte. Dieser wich scheu zurück, machte dabei eine Verbeugung und stellte sich vor. Ter andere nickte und brummte als' Gegenvorstellung ein Wort, das als Schulze oder Muller oder Lehmann oder auch anders gedeutet werden konnte. Dann setzte er sich auf den Platz, zog die neueste Nummer des Tagesboten" aus der Tasche, begann zu lesen und schien die Erinnerungen an den Mann, der sich mit ihm in demselben Raume befand, völlig aus dem Gedächtniß verloren zu haben. Nach kurzer Zelt kam em zweiter, ein Graubartiger, ein dritter mit einem eleganten schwarzen Schnurrbartchen. ein vierter, der wie ein Schauspleler aussah. Das Zlmmer füllte sich immer mehr, die Pulte erhielten ihre Arbeiter. Jedesmal, so oft einer der Manner kam, wiederholte sich der Vorgang: Auf Heydemann fiel ein rascher, verwundert fragender Blick, er nannte unter Verbeugung seinen Namen, es kam ein verdrießlich gemurmeltes, unverstündliches Wort und dann ein anscheinend völliges Vergessen, als ob er über Haupt nich. als lebendes Wesen existire. Dann wurde es laut und lebhaft im Zimmer. Die Herren sprachen über ihre Geschäfte, von denen er nichts verstan.). Sie sprachen über Personen deren Namen er nie gehört hatte, sie redeten mit Selbstverständlichkeit von Dingen, deren Zusammenhang ihm völlig dunkel war. Aber soviel sie sich unterhielten, der fremde Mann, der da mitten zwischen ihnen saß, schien für sie gc-r nicht vorhanden zu sein, als wäre er ein Schemen, durch den man wie durch die Luft hindurchsehen und hindurchsprechen könne. Ab und zu ging einer hinaus und kam nicht wieder. Dann wurde einer von einem Laufburschen zu. irgend einem Manne, dessen Namen ganz fremd an das Ohr Heydemanns schlug, gerufen, worauf der Gerufene nach eimgen Minuten wiederkam, feinen Hut aufsetzte und, ohne sich zu verabschieden, fortging. Und außer diesen Männern, die ihren Platz im Berichterstatterzimmer hatten, kamen noch andere Leute. Mitarbeiter, die gewöhnlich nicht in diesem Raume saßen und wohl zu Hause arbeiteten. Sie stellten Fragen, plauderten eine Weile und gingen wieder fort. Es war überhaupt ein unaufhörliches Kommen und Gehen, ein nimmer rastendes Sprechen und Verhandeln, und dabei ein ununterbrochenes Arbeiten. Mit immer steigender Verwunderung, mit Staunen sah Heydemann, wie alle br.se Leutchen in der steten Unruhe, in dem lauten Treiben, während des fast nie ruhenden Gespräches Blatt um Blatt beschrieben, als seien sie taub für den Lärm, blind für die Flucht der Erscheinungen und empfindungslos für das unruhige Getriebe, das keinen Augenblick stillstand. ' Die , Stunden vergingen, die Mittagszeit rückte vor, die lebendige Mafchine der Pedaktionarbeiiete immer
hastiger, lauter und startet, und Heyde-
mann saß noch immer da, müßig, verwirrt, entmuthigt. und kem Mensch kümmerte sich um ihn. Herr Schultze hatte ihn vollständig vergessen. Dann wurde es allmalig stiller und stiller. Die Arbeit näherte sich offenbar einer Pause. Nun saß noch em einziger Mann an einem Pulte, ein anger, großer Herr mit einem stark ergrauten Bart und einer scharfen Brille. Und j.etzt stand auch dieser auf, um fortzugehen. Da erst wagte Heydemann zu sprechen. Er fragte schuchtern. leise, ob jetzt Mittagszeit im Bureau sei. Sie sind wohl aanz neu?" fraatc der Berichterstatter zurück. Wo haben Sie bisher gearbeitet? Noch gar nicht," antwortete Heydemann beschämt. Na " memte der andere achseizuckend, Sie wollen wohl erst Journalist werken? Wie? Viel Vergnügen werden Sie dabei nicht haben. Ich wollte, ich wäre was anderes. Und überhaupt ... nun, Sie werden ja sehen. Wie ist doch Ihr Name?" - Heydemann. Heydemann Heydemann " sagte C rv. n i l. oer ournaiii.1 nacyoemeno, von einem Namensvetter von Ihnen wurde kurzlich viel gesprochen. Dem ist sein ganzes Vermögen gestohlen worden." Das war ich. I Sie waren das! Ach, Du lieber Gott!... Na, wissen Sie, das ist aber Pech! Ist Ihnen wenigstens noch etwas Geld außerdem geblieben?' So gut wie nichts." Ah so darum also! Wirklich sehr traurig. Hoffentlich kommen Sie noch zu Ihrem Gelde und brauchen sich nicht hier abzurackern. Jeder Beruf ist besser als der eines Zeuungsschielbers. UebrigenS ja . . . fragten Sie nicht, ob etzt Pause ist? In der Redaktionsarbeit nicht, aber Berichterstatter haben nichts mehr zu thun. Erst wieder in etwa zwei Stunden Mit grämlicher Miene griff er nach seinem Hut und nach kurzem Gruß ging er zur Thur hinaus. Also noch einmal anfangen nach zwei Stunden. Heydemann scuf'te. So germg lerne Hoffnungen waren, di Wirklichkeit erschien noch schlimmer. Sechs Stllliden hatte er dagesessen mit Ausnahme dieses emen Mannes hatte Niemand ein Wort an ihn gerich' tet, und Niemand hatte von ihm Notiz genommen. Ein böser Anfang. Alio'm zwei L?iunven. Was moazten die Damen von ihm denken? Sie dürften ungefähr jetzt vom Mittagstisch aufstehen und sich wundern, wo er bleiben mag. Aber er wollte nickt hingehen. Er hatte vielleicht Auskunft geben und erzählen müssen, erzählen, wie er die vielen Stunden hier trostlos, und auf das Ungewisse wartend, zugebracht. Nein! Mochten sie von ihm denken, was sie wollten. Er wollte warten, ausharren. Vielleicht vielleicht lächelte ihm doch etwas Glück. Dann erst wcllte er lommen. Langsam zerließ er die , Redaktion, beaab sich , ' eine kleine Kneipe, um etwas zu n, und brachte dann die Zeit auf der Straße zu, bis die zwei stunden verflossen waren. Als er wieder das Zimmer betrat, waren die meisten Berichterstatter bereits anwesend und plauderten über die Nachrichten, dic das soeben Erschienene Abendblatt enthielt. Er horte nun. was sie am Vormittag gethan hatten, er erfuhr aus den Gesprächen, daß ein großer Theil der Nachrichten des Abendblattes von den im Zimmer An wesenden herrührte. Da trat ein neuer Mann ein, ein untersetzter Herr mir einem braunen Schnurrbärtchcn und einem goldenen Kneifer vor schlau blickenden grauen Augen. Er begrüßte die einzelnen mit lauter Stnnme und mit einer Lebhaftigkeit, als wollte er ledem der Dasitzenden seine wärmsten und innigsten Geturne entgegenbringen. Na, Kinder, wie geht's?" sprach er. wie es schien, zu allen. Viel zu thun? Es stnd heute wieder acht Versammlungen, die ich ganz allein wahrzunehmen habe. Eme schauderhafte Arbeit. Da blieben feine lebhaft beweglichen Augen plötzlich auf Heydemann haften. Und wie ein alter Bekannter schritt er auf ihn zu. Sind Sie nicht Herr Herr Heyde mann?" fragte er ihn. Ja," sagte dieser überrascht aufstehend. . Na, wissen Sie ... übrigens mein rt- . . Fl Cv t rvfc , 'j:ame i norme, ouaro noyne (sie werden schon von mir gehört haben. Na Ihnen ist auch von der Polizei übel mitgespielt worden. Von Ihrem Geld haben Qte naturlich noch keinen Pfennig?" ,Nein, leider nicht," meinte Heydemann erstaunt über den fremden Mann, der nicht nur ihn, fondern sogar seine Verhältnisse kannte. Ja, natürlich. Sind ja lauter dumme Kerls fuhr Bohne verLütlich fort, 's ist kein einziger heller Kopf oaoei. a wenn i cy nur etwas mehr Zeit hätte!" Quatschen Sie kein Blech, Böhnchen," sagte einer der Berichterstatter, ver oas Schausplelergesicht hatte. Ach, was verstehen Sie, Schwabe," erwiderte Bohne gekränkt. Wenn ich meinen Kopf arbeiten lasse na . . i Sie können doch nur Ihre lumpigen Lokalnotizen schmieren. Aber was eine große Sache ist" Ja mit dem Munde." erwiderte Schwabe scharf. .Sie müssen nickt immer nach sick
selbst urtheilen." fiel Bohne, ein. Und
sich zu Heydemann wendend, fragte er: Was fagt denn die Polizei? Hofft man wenigstens den Mann zu kriegen? Ist man ihm schon wie das schöne Wort lautet auf der ,Spur?' " Ich glaube nicht," ' antwortete Heydemann. Wie immer natürlich!" rief Bohne spöttisch,wobei seine kleinen grauen Augen blitzten. Die kriegen nie was heraus. Ich hätte wirklich Lust, mich mal hinter die Sache zu legen." Bohne, Böhnchen, Sie werden sich wieder mal blamiren!" sagte Schwabe. Hatten Sie, bitte. Ihren werthen großen Mund und kümmern Sie sich um Ihre eigenen Sachen." rief Bobne empört. Lassen Sie sich von dem da - -V-1 O W U . C I V f 1 maia cmicucn, roanoie er ucy wieoer an Heydemann. Wenn die Dinge so gehen, wie bisher, werden Sie nie zu Ihrem Gelde kommen, lieber Herr. Das muß anders angefaßt werden. wohl. Nun sagen Sie mal, was kriege ich, wenn ich den Dieb finde? Geben Sie zehntausend Emmchen?" Gerne, memte Heydemann, über den lebhaften Herrn Bohne und auch über das ganze Gesprach hochlichst überrascht. Gut, es gilt!" sagte Bohne. Meine Herren," wandte er sich an die anderen, S:e sind Zeugen! Herr Heydemann zahlt zehntausend Mark! Ich kann das Geld gerade jetzt brauchen. Morgen mache ich mich auf die Socken. Sie sollen sehen, was Bohne leisten kann!" Und den glanzenden Cylinder auffetzend, ging er rasch aus dem Zimmer. Heydemann glaubte, unterdrücktes Lachen zu hören. Aber es blieb still, keiner sprach, alle schienen sich in ihre Arbeit versenkt zu haben. Und wieder verstrich eme Viertelstunde nack der anderen, der Abend brach herein, Mann um Mann verließ das Zimmer der Tag war vorüber, und Heydemann fand es an der Zeit, nach Hause zu gehen. Em verlorener Tag, ein trauriger Tag! Mitten unter zahlreichen arbeitenden, lebensfrohen Menschen eme Null, em Nichts, das man nicht sieht, um das man sich nicht bekümmert. Das war das Resultat des Versuches, den Lebensunterhalt bei einer Zeitung zu verdienen. Aber am nächsten Morgen saß er trotzdem wieder auf demselben Platze. Er war nicht mehr so früh gekommen wie gestern und saß auch nicht mehr in derselben ttwartunasvollen Svannunq da, wie am vergangenen ernen Vormittag. Er erwartete eigentlich gar nichts. Er ließ sich eine Nummer des Blattes kommen und las sie mit qrökter Aufmerksamkeit von Anfang bis zum Ende, und er empfand dabei, daß er jetzt die Nachrichten mit emem anderen Verständniß las, als sonst in semem Leben. Er wußte von zahlrel chen Notizen, wie und wodurch sie entstanden waren. Was ihm gestern in den Gesprächen der Berichterstatter oft unverständlich war, das fing er heute zu begrelfen an. Er hatte eiwas ge lernt, wovon in ihm keine Ahnung ge Wesen war. Doch wie gestern saß er auch heute da, ohne daß man von ihm Notiz nahm. Nur der Journalist, der gestern mit ihm einige Worte gewechselt hatte, war auf ihn auch heute beim Kommen zu geschritten. Er sagte ihm guten Mor gen, fragte, wie es ihm gehe, und setzte sich dann an seine Arbeit. So verrannen die Stunden. Die Berichterstatter gingen und kamen. plauderten, schrieben, dann verlor sich emer nach dem anderen, der Schluß der vormittägigen Arbeit rückte heran. Nur noch zwei Leute blieben zurück, der stachliche Herr Schwabe, der den Be richterstatter Bohne so boshaft geärger hatte, und Heydemann. Schwabe hatte r r ' i r ... nr.'-l-.. 11anjcyemeno einen großen muyi zu ncfern, denn seine Feder flog mit Hast über das Papier, von dem er Blatt um Blatt dem Redakteur Schultze zuschickte, und Heydemann blickte trübe vor sich hin, dumpf träumend, verzichtend, abschließend mit den Hoffnungen die noch vor zwei Tagen sein Herz erfüllt hatten. Da wurde die Thür heftig aufgemacht, und noch vom Korridor ver ertönte die Stimme Schultzes: Wer is von den' Herren noch da?" Schwabe rührte sich nicht und gab keine Antwort. Er schrieb eifrig weiter er war nicht disponibel, nicht als anwesend zu betrachten. (Fortsetzung folgt.) Nacö der amtliche: S ck u l st a t i st i k vom Jahre 1901 aab es in Nreunen 24.910 evangelische. 10.799 katholische. 244 jüdische und 803 paritätische Schulen Mit möge sammt 5,060,870 Kindern. Der ??ürst von Monten e g r o . hat den Bau einer Bahn durch das Furstenthum angeoronet.um die feit Langem gewünschte Verbindung mit der Hauptlinie jber serbischen Staatsbahn herzustellen. Die N'eaieruna von E c u a d o r , Südamerika, hat es den Nonnen anheimgestellt, in offentlichen Hospitälern auf Kosten des Gemeinwesens sich zur Ruhe zu setzen, oder das Land zu verlassen. Im letzteren Falle erhält jede Nonne $2400 ;n Gold. Die Kloster uno anoeres Eigenthum werden konfiszirt. . Irrsinnige Mörderin. In , Roßbach, Rheinprovinz. warf die Frau eines Rottenarbeiters im Irrsinn ihre drei Kinder im Alter von ein bis fünf Jahren von einem Felsen in die hochgehende Sieg und stürzte sich dann selbst in's Wasser. Alle hier ertranken. '
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