Indiana Tribüne, Volume 28, Number 187, Indianapolis, Marion County, 31 March 1905 — Page 3

Jndiana Tribüne, SR. März 1905.

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Marokko-Politik Und Besuch des deutschen Kaisers in London und Paris lommcntirt. Große Vorberciwngen zu Tanger. Bergarbeiter - Kongreß in Berlin. TerZar drängt ausBcschleumgung der Resormarbclt.Ausrührerischc Bauern. Japan zeigt keine Ncigung zum Frieden.

Frankreich. Kaiser Wilhelm's Besuch in Marokko. Paris, 30. Mürz. ReichSkanz. ler v. Bülow'S gestrige Rede im Reichstage über Marokko wird in Regierung?' und Preßkreifen mit Ruhe besprochen. Sie wurde im Parlament gar nicht er wähnt. In einer halbofflziellen Er klärung der TempZ" heißt eS: Wenn Deutschland aus dem üblichen diplomatischen Wege seine Anficht kund giebt, wird eZ eine befriedigende Antwort erhalten. ES denkt Niemand daran, daß die Frage über die diplomatischen Gren zen hinauswächst, obgleich die Wichtig keit, die Deutschland seiner marokkanischen Politik giebt, in manchen Kreisen zurückgewiesen wird." Depeschen von Tanger melden viele Einzelheiten über die ausgedehnten Vorbereitungen, die für deS Kaiser Besuch getroffen werden, der morgen erwartet wird. Der Sultan hat eine .besondere Ge sandtschaft nach Tanger geschickt, um dem Kaiser arabische Pferde zum Geschenke zu machen. Hauptmann Fournier, welcher die französischen Truppen zu Tanger kommandirt, wird mit dem Kommandanten der einheimischen Trup pen sich in'5 Einvernehmen setzen, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Keine politische Be. d e u t u n g. Paris, 30. März. Der Matin", erklärt die Annahme, daß der Besuch deS deutschen Kaisers- in Tanger als ein Protest gegen die französische Marokko-Politik aufzufassen sei, entbehre jeder Begründung. Gegen das britisch - französische Abkommen habe Deutschland nie den leisesten Einwad erhoben, umsoweniger, da Delcaffe die förmliche Zusicherung gegeben, daß deutsche Interessen in Marokko unbedingt geschützt werden würden. Der Minister sei bereit, dieses Versprechen schriftlich zu wiederholen, und man könne deshalb dem Kaiserbesuche schwerlich eine politische Bedeutung beimessen. Großbritannien. Deutsche Marokko-Po-l i t i k. London, 30. März. DaS aus. wärtige Amt behauptet, eS sei durch die Erklärung deS deutschen ReichSkanz lerS über die Marokko-Politik vollstän dig überrascht, worden. Es sei ange nommen worden, Kaiser Wilhelm'S Besuch zu Tanger habe keine politische Bedeutung. AlS die franzöfifch-englifche Vereinbarung bezüglich Marroko's im Jahre 1904 getroffen worden sei, habe Frank reich Deutschland von demselben unter richtet. Dasselbe sei nach der Vereinba rung mit Spanien geschehen, durch welche Frankreich, das die größten Handelsinteressen in Marokko habe. beauftragt werde daselbst Ordnung zu schaffen. DaS Konzert der Mächte habe sich kurz zuvor in der Türkei als unwirksam erwiesen und man habe deshalb sich nicht an dasselbe gewandt. Den englischen Zeitungen kommt na tllrlich die Erklärung des Kanzlers und der Besuch deS Kaisers sehr ungelegen, da dieselben Frankreichs selbstloses Re formwerk in Marokko stören lönnen. Selbst verhältnißmäßig vernünftige Blätter behaupten Deutschlands Vor gehen werde den Sultan von Marokko in seinem Widerstände gegen Refor men" bestärken. . In Parlamentökreifen wird auch erklärt, Deutschland wolle Frankreich zeigen, daß ihm die russische Allianz Nichts nütze und daß eS sich besser Deutschland anschließe. Keine FriedenSverhand l u n g e n. London, 30. März. Ueberall wird von Frieden gesprochen, aber in ossiziellen Kreisen wird entschieden in Abrede gestellt, daß Verhandlungen be gönnen haben. DaS auswärtige Amt behauptet, keine Kenntniß von Frie denSvorschlägen zu haben. Der japanische Gesandte Hahash; sagte heute Abend, er habe keine Nach . richt davon, daß Nußland, wie eine Pe

tersburger Depesche der Ass. Presse mel dete, indirekt ?sapan die negativen S3(

dingungen, unter denen Frieden schlössen werden könne, habe wissen las. sen. Diese Bedingungen, daß nämlich Rußland kein Gebiet abtreten und keine Kriegsentschädigungen zahlen werde, können von Japan, wie der Gesandte sagt, überhaupt nicht in Erwägung gezogen werden, denn die Forderungen, die eS vor dem Kriege gestellt habe. eien bereits durchgesetzt. Marokko. Besuch deS deutschen Kaisers. Tanger, 30. März. Die Vor bereitungen für den Empfang des KaiserS Wilhelm sind vollendet. Der Pier ist mit Teppichen belegt und in den Siraßen, durch die der Zug geht. sind zahlreiche Triumphbogen errichtet. Maurische und deutsche Flaggen sind überall angebracht. Die Garnison übte heute in neuen Uniformen ihre Rolle bei dem Empfange unter Kaid Sir Harry McLean. Die Eingeborenen sehen Im Besuche mit Begeisterung entgegen. Der Kaiser wird um 8 Uhr Morgens landen und von Abdel Melek, einer maurischen Deputation, Vertretern deö diplomatischen Korps und der deutschen Kolonie empfangen werden. Er wird sich nach dem Paläste begeben, der ihm vom Sultan zur Verfügung gestellt ist. Nach einer kurzen Ruhepause wird der Kaiser nach dem Marshon Plateau fahren, wo Thee nach maurischer Sitte in einem Zelte servirt wird, das der Sultan geschickt hat. Hier wird Abdel Malek eine Begrüßungsschreiben und die Geschenke des Sultans übergeben. Eine militärische Fantasia" und eine Parade der Garnison von Tanger wer den folgen. Sodann wird sich der Kaiser nach der deutschen Gesandtschaft begeben, und dort die Mitglieder des diplomatischen Korps und der deutschen Kolonie empfangen. Nachdem er in der Gesandtschaft ein Frühstück eingenommen, wird der Kaiser seine Reise uach Gibraltar fortsetzen. Die Stadt ist hente Abend voller Besucher und bietet ein malerisches Bild. Viele Fremde und Eingeborene aus benachbarten Stämmen kommen an. Portugal. Des Kaisers Abschied. Lissabon, 30. Mürz. Der Dampfer Hamburg" mit Kaiser WilHelm an Bord, ist heute von hier abgefahren. DaS Verhalten der Volksmassen bewies, .daß der Kaiser bei den Portugiesen sehr beliebt ist. König Carlos, die Königin und der Kronprinz trafen den Kaiser am Neces sisadeS'Palaste und alle begaben sich nach dem Rathhause, wo der Präsident deS Stadtrathes in einer kurzen An spräche dem Kaiser glückliche Reise wünschte. Darauf begab sich die Gesellschaft und Eskorte nach der LandungSbrücke. Der König und ' der Kronprinz nahmen erst auf dem Dam pfer von dem Kaiser Abschied. Unter Salutschüssen, den Klängen von vor tugiesischen und deutschen National Hymnen und den Jubelrufe der Menge stach der Dampfer in See. Deutschland. Bergarbeiter - Kongreß. Berlin, 30. März. Gleichzeitig mit der Bsrathung der neuen Bergge setze im preußischen Abgeordnetenhaus findet hier gegenwärtig der erste preu ßische Bergarbeiter - Kongreß statt. Zweck dieser Tagung ist, eine gründ liche Erörterung der dem Parlament vorliegenden Gesetznovellen zu pflegen Der Kongreß ist von der während deS AuSstandS im Ruhr-Revier vielgenann ten Siebener-Commisston der Bergar beiter einberufen. Der sozialdemokra tische ReichZtagS'Abgeordnete Sachse, welcher Vorsitzender des Verbandes deutscher Bergarbeiter ist, machte in der heutigen Sitzung des Kongresses die Mittheilung, daß auch die Regierung zurBetheiligung eingeladen worden sei.

aber das Handelsministerium habe geantwortet, eS habe keine Zeit, sich an Diskussionen zu betheiligen. Die Kölnische Zeitung" meldet, in maßgebenden Kreisen würde der AuS' bruch eines neuen Streikes befürchtet. Man sorge deshalb für die Schaffung eiserner Bestände, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Skeptiker erklären aber, die Zechenbesitzer malten das Gespenst eines neuen Aus standeS an die Wand, um den preußtschen Landtag gegen die neuen Berggesege zu beeinflussen. ES solle der Etttdruck hervorgerufen werden, als ob die

Bergarbeiter mit dem bet den Novellen berücksichtigten Theil ihrer Forderungen überhaupt nicht zufrieden feien und jedes Entgegenkommeu deS ParlamenteS deshalb nutzlos wäre. Daß dies nicht die wahre Stimmung unter den Arbeitern wiederspiegelt, geht aus den Verhandlungen des jetzigen Bergarbei-ter-KongrefleS klar hervor. Elsaß - Lothringen'S Sedstftändigkeit. Straßburg, '30. März. Wt verlautet, werden die ReichZtagSabgeordneten aus Elsaß-Lothringen, trotz der neulichen ablehnenden Erklärung deS Kanzlers Grafen Bülow , einen Antrag einbringen, welcher die UmWandlung deS Reichslandes in einen selbstständigen Bundesstaat bezweckt. Graf Bülow hatte in der Sitzung des Reichstages vom 15. März erklärt, daß die Durchführung der fraglichen Maßnähme erheblichen Schwierigkeiten und Bedenken begegne. Den maßgebenden Stellen müsse das Recht vorbehalten bleiben, ihrerseits den Zeitpunkt zu bestimmen, zu welchem eine Aenderung der verfassungsrechtlichen Stellung El-faß-Lothringens zu erfolgen haben werde. Gegen einen internatio nalen C o n g r e ß. Berlin, 30. März. Der Vorschlag, daß ein internationaler Congreß berufen werde, um die russisch'japanischen Friedensbedingungen zu arrangi ren, findet im hiesigen auswärtigen Amte keinen Anklang. Dasselbe würde eine Vereinbarung zwischen den Kriegführenden ohne Einmischung anderer Mächte vorziehen. Ein internvtionaler Congreß würde eine Störung deS gegenwärtigen Gleichgewichtes der Interessen zur Folge haben, weil Diejenigen, welche die VerMittelung führten, Vortheile für sich selbst suchen würden. DaS stärkste Hinderniß, daS einem Friedensschlüsse entgegensteht, scheint die russische Kriegspartei zu sein. Keine Kombination. Hamburg, 30. Mürz. In der heute stattgefundenen Generalversamm lung der Hamburg-Amerika-Linie er klärte Generaldirektor Ballin, eS beftün den keine Pläne einer Jnteressenge meinschaft zwischen der Hamburg'Ame rika Linie und dem Norddeutschen Lloyd. Endlich erledigt. Berlin, 30. März. DaS Peti-tionS-Comite des Reichstages beschloß, daS Angebot Großbritanniens und der Vereinigten Staaten als Absindung der Schadenersatzforderungen von Samoa nern anzunehmen, und die Differenz 820,000 bis $30,000 aus dem Reichsschatze zu bezahlen. Japan. Keine Neigung zu Fried e n. Tokio, 30. März. Die verschiedenen Friedensgerüchte, die von Europa kommen, werden hier veröffent licht und besprochen, haben aber keinen Einfluß auf die Haltung der Regie rung und des BolkeS. Die Presie ist einig in der Erklärung, daß die rnili täuschen Operationen energisch fort gesetzt werden müßten. Feldmarschall Oyama's Armee werde vorwärts marschiren und den Russen keine Gelegenheit geben, Athem zu schöpfen. ES wird berichtet, daß Japan die Jnse! Sachalin aufgeben will, wenn die Häfen eisfrei werden. Die Russen verstärken ihre Berthe! digungSwerke nördlich vom Tumen Flusse, Korea, in der Nachbarschaft von Hunchun uud an Punkten bei Ninguta, 160 Meilen nordöstlich von Kirin. Eine gute Landstraße führt von Posfiet.Bai nördlich bis Ninguta, wo sie mit der Kirin-Straße zusammentrifft. Vorposten . Plänkelelen. Harbin, 30.- März. Die Ja paner versuchen die ruffischen Vor Postenketten zu durchbrechen uud Kennt niß von der russischen Stellung zu er langen. ES lam zu lebhaften Schar mützeln.

Nußland.

Neues Versprechen. St. Petersburg, 30. März. Um die Unzufriedenheit über die lanasame Arbeiten der Bouligan.Kommis. sion zu beschwichtigen, welche den Reformen Gestalt geben foll. die in dem kaiserlichen Erlaß vom 3. März derheißen sind, hat der Zar angeblich beschlössen, an deu Minister deS Innern Boullzan ein Reskript zu erlassen, in dem er die Nothwendigkeit raschen Han delnö betont und ein bestimmteSDatum für die Eröffnung der Volksvertretung keglest. AufrührifcheBauern. TifliS, 30. März. Offizielle Nachrichten melden, daß im Gori.Distrikte, TranSkaukasien, die aufftändigen Bauern den Landbesitzern großen Schaden zugefügt haben. Der Post' verkehr ist unterbrochen. RegierungSalten wurden verbrannt, um die Rekrutirung zu verhindern. Es sind mehr Kossacken in den Distrikt geschickt wor den. Am 27. März ma:schirten Tausende von Bauern mit rothen Fahnen nach Gori und zertrümmerten Läden. Als sie auch Militär angriffen, feuerte daSselbe und 10 Bauern wurden verwundet. Charkow. 30. März. Die Grundbesitzer deS Gouvernements Charkow sind durch die Ruhestörungen auf dem Lande erschreckt und flüchten in die Städte. Petition der Finnen. St. P e t e r S b u r g . 30. März. Der Zar hat die Petition des finnischen Landtages beantwortet, welche darum ersuchte, daß alle Erlaffe, die seit dem Jahre 1899 gegen daS finnische Grundgesetz erfolgt seien, zurückgezogen werden sollten. Der Zar macht in zwei Punkten Concessionen. Statt Rekruten zu liefern. wird Finnland 82.000,000 jährlich zahlen; dann sollen Richter nicht von ihren Posten entfernt werden können. H e l s i n g f o r S , 30. März. Der Bericht über die Entscheidung deS Zaren anläßlich der Petition der LandtageS hat die Finnen nur theilweise befriedigt. Der Landtag erklärt, so lange nicht alle Forderungen bewilligt seien, werde er seine gesetzgeberische Arbeit nicht fortsetzen. G o r k y. St. Petersburg, 30. Mürz. Maxim Gorky, der in der Nachbarschaft von Riga den Beginn seines ProzeffeS wegen Hochverraths abwartet, wird die Erlaubniß erhalten nach Süd-Rußland zu gehen, um sich zu erholen. Er leidet an Lungenbluten. Sein Prozeß wird am 7. Juni beginnen. Neuer Posten für A l e x i e w. S t. P e t e r S b u r g, 30. Mürz. Aus guter Quelle verlautet, daß Vizekönig Alexiew als Nachfolger des Groß. fürsten SergiuS zum Generalgouverneur von Moskau ernannt werden wird. Haiti. Rnhestörungen. Port au P r i n c e, 30. Mürz. Heute Morgen kamen in den Straßen einige Ruhestörungen vor, die aber von Soldaten provozirt waren. Die Feind schaft gegen die Syrier ist noch immer groß. Letztere haben ihre Lädenge schloffen. Syrier, die amerikanische, französifchö oder britische Unterthanen sind, haben die Flaggen ihrer respekti ven Länder über ihren Wohnungen und Geschäften gehißt. Die Regierung hat umfaffende Vorsichtsmaßregeln gegen Ruhestörungen getroffen. Die Syrier hoffen noch immer, daß die Aufregung sich legen wird und daß sie im Stande fein werden, wieder ihre Läden zu öffnen. ' Jtalier. Meyer'öAbfchied. Rom, 30. März. Der König empsing heute den amerikanischen Bot schafter Meyer, der nach, St. PeterS hurg versetzt ist, im Thronsaale in Ab schiedS-Audienz. Er sprach sein Be dauern aus, daß Meyer Rom verlasse und die Hoffnung, daß er zurückkehren werde. Der König lud den Botschafter und seinen Stab für heute Abend zum Diner ein. Mexico. Lokomotive explodirt. El Paso, Tex., 30. Mürz. Nahe Ciudad Juarez. Mexico, explo, birst der Keffel einer Frachtlokomotlve Heizer Sam Sanders wurde 250 Fuß weit aesckleudert und aetödtet; Lokomo tivführer Martin F. 'Campbell und Bremser John Santano wurden furcht bar verletzt.

Eine Ncchtftrtigung Stösscls. tit geringen OcrthcidigungSmittel Port Ar thurö vor der Nebergabe. . . Den mancherlei verleumderischen Angriffen, denen' General Stösse! infolge der Uebergabe von Port Arthur an die Japaner ausgesetzt war, bietet sein Stabschef, General Reiß, ein Paroli. Reiß äußerte sich einem Berichterstatter gegenüber neulich wie folgt: Wir hatten zuletzt in Port Arthur nur noch 8000 Mann unter Gewehr; davon waren 'nur 4000 kampffähig. Diese geringe Truppenzahl kam für eine Vertheidigungslime von 16 englischen Meilen! in Betracht. Kann man dabei noch an eine Vertheidigung denken? Genau genommen, haben wir nicht kapitulirt, sondern Port Arthur ist von den Japanern genommen wor.den. Wenn es Stösse! trotzdem gelang, Kapitulationsbedingungen zu erlangen, so ist das nur seiner List zu danken. Die Japaner hatten schon 2 Meilen der Vertheidigungslime in ihrem Besitz, so daß ihnen an den übrigen 13j Meilen nichts zu liegen brauchte; sie hätten unbehindert in die Stadt dringen können; aber Nachts errichteten wir Scheinpositionen ohne Geschütze und ohne Gräben. Hätten sich die Japaner hierdurch nicht täuschen lassen, in weniger als zwei Stunden wäre Port Arthur in ihren Händen gewesen. Diese Verzögerung benutzte Stössel zur Kapitulation. Was die Geschosse betrifft, so waren nur sehr wenige, schwere Geschosse gar nicht mehr vorhanden. Wir fertigten sie bis zu 30 Stück täglich selber an. Aber was bedeuten 30 gegen die Unmenge, mit der uns die Japaner überschütteten. Wohl besaßen wir 60,000 1.4zöllige Geschosse, doch waren diese nur für Minenangriffe bestimmt. Alte chinesische Geschosse waren viele vorHanden, aber sie waren völlig unbrauchbar. Port Arthur glich in dieser Hinsicht mehr einem Artilleriemuseum als einem Arsenal. Ich spreche ihm jede Bedeutung als Hafen und Festung ab, die erst im Entstehen war und deren Fall der Ausbau Dalnys beschleunigte. Wäre Dalny nicht gewesen, so hätten die Japaner nicht so leicht die Velagerungsartillerie heranbringen können. Was konnten wir den japanischen Brisantgranaten gegenüberstellen? Ilnsere Chrapnels waren dagegen völlig wirkungslos. Die Flotte war Stössel nicht unterstellt, doch gaben die Admirale selbst ihre Geschütze ab. In Marinefragen ist Stössel nicht kompetent, doch war

er immer dagegen, daß sich die Flotte im Hafen versteckte. Die Admirale boten uns ihre Geschütze an; warum sollten wir sie nicht nehmen? Wir verwandelten die Schiffe in Depots. Beide Admirale waren unfähig und machten selbst kein Hehl daraus. Witthöft war Kanzleimensch und Uchtomsky Theoretiker, der im Marinekorps viele Jahre hindurch analytische Geometrie las und zur Erlangung des nächsten Ranges vorübergehend nach Port Arthur versetzt worden war. Die Marine hat auf ihren Positionen mit Heldenmuth gekämpft. . Geahndete T h i e r q u ä -lerer. Das Schöffengericht in Aachen, Rheinprovinz, verurteilte kürzlich einen Kaufmann aus Düsseldorf wegen Thierquälerei zu der höchsten zulässigen Strafe von sechs Wochen Haft. Er hatte seinen Hund, um sich dessen zu erledigen, im Aachener zoo!ogischen Garten gewaltsam durch das Gitter des Bärenzwingers gezwängt. Der Bär hatte den Hund zerrissen und gefressen. Der Kaufmann war polizeilich mit 30 Mark bestraft worden, hatte diese Strafe aber nicht anerkannt, sondern gerichtliche Entscheidung angerufen. Der Vorsitzende des Schöffengerichts bedauerte, daß eine noch höhere Strafe als die verfügte leider nicht zulässig sei. Farmer als Scheusal. In Hamburg traf mit dem Dampfer Herzog" ein Farmer aus DeutschOstafrika ein, der vom Gericht in Daressalam wegen Todtschlags zu zwölf Jahren Zuchthaus verurtheilt und zur Verbüßung feiner Strafe nach Deutschland transportirt worden war. Dem Manne waren zwölf Morde und zahlreiche andere Grausamkeiten gegen afrikanische Eingeborene zur Last gelegt. Unter Anderem hatte der Unmensch einen seiner schwarzen Arbeiter an einen Baum gebunden und ihn dann dem Hungertode preisgegeben. Einen anderen Schwarzen hatte er dadurch getödtet, daß er ihm eine Dynamitpatrone in den Mund' steckte und sie zur Explosion brachte. Fünf Stipendien für 'chinesische Studenten, die sich derweilen Studirens halber auf der Universität von Kalifornien aufhalten, hat Vizekönig Sheng von Petchili, China, gestiftet. Dies ist das erste Mal, daß ein chinesischer Würdenträger Stipendien für Studenten an irgend einer amerikanischen oder europäischen Hochschule gestiftet hat. Einen" merkwürdigen Gefangenen besitzt das Staatsgesingniß zu Sing Sing, R. Y., in der Person eines Sträflings, der die unter dem Namen Star of Hope" herausgegebene Gefängnißzeitung redigirt. Der Redakteur- ist eine Art Universalgenie; er war schon Advokat, Be richterstattee, Vertrauensmann, Sekretär eines Khediven von Egypten, Prediger, Fälscher, und Politiker. Er ist ein Engländer von ,Geburt.

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