Indiana Tribüne, Volume 28, Number 186, Indianapolis, Marion County, 30 March 1905 — Page 3

Jndiana Tribüne, 30. März

ie Marokko-Frage

mm Reichskanzler ti. Bulow im Reichstage er-

örtcrt.

Ruhe in der Mandschurei. Reformen

Zechenbcsitzer. Japanische Anleihe überzeichnet. Die Ma-rolko-Frage in Paris kommentirt. Das russische Geschwader gesichtet.

Deutschland. Handelsinteressen in Marokko. Berlin, 29. März. ReichSkanzler v. Bülow sagte in einer Rede be züglich Marokko'S im Reichstage, Deutschland werde sich vor Allem mit dem Sultan von Marokko in Verbm dung setzen. Deutschland habe in Ma rokko ebensolche Interessen wie andere HandelZländer, Interessen wie e sie in China und anderen Theilen der Welt habe. Diese Interessen seien thatsüch liche und würden in Marokko nach dem Prinzip der offenen Thüre geschützt werden. Kanzler v.Bülow erklärte, obgleich der Augenblick in politischer Hinsicht nicht geeignet sei, die Beziehungen Deutsch lanb zu Marokko zu diZkutiren, wolle er doch sagen, daß Kaiser Wilhelm vor länger als einem Jahre dem König von Spanien erklärt habe, Deutschland hege keine selbstsüchtigen Absichten ge gen die territoriale Integrität oder die Unabhängigkeit Marokko's. DeS Kai. serS Besuch habe keine aggressive Zwecke, aber abgesehen von der Unabhängigkeit Marokko'S und dem Besuche deS deut' schen Kaisers müßten die deutschen In teressen geschützt werden und sie würden geschützt werden. Diese Interessen seien beträchtlich. Frhr. v. Kardorff der vor dem Kanzler gesprochen und die Namen von Frankreich und Großbritannien zusam men genannt hatte, erklärte weiter Deutschland sei nicht gewohnt seine Gegner zu unterschätzen. Seine MMtärmacht sei der irgendeines Feindes gewachsen. Die Süddeutsche ReichSkorrespon denz", welche als Mundstück deS Reichs kanzlerS angesehen wird, sagt, der Be such des Kaiser Wilhelm zeige daß Deutschland seine Beziehungen zu dem Suverün von Marokko fortsetzt und diese Beziehungen nicht aufgibt und nicht ausgeben wird Frankreich zu Liebe, welches in Marokko einen kon trollirenden Einfluß auszuüben sucht." Samoa-Ansprüche. Berlin, 29. März. Wie der Se kretär deS Auswärtigen v. Richthafen heute dem Petitions-Komite deS Reichs tageS erklärte, haben die Ver. Staaten und Großbritannien $40,000 als Ab. findung auf die SamoaAnfprüche in der Höhe vcn 8120,000 angeboten. Die Frage, sagte der Sekretär, sei nun, od die Regierung da5 Angebot annehmen und die Differenz aus dem ReichSfchatze bezahlen solle oder nicht. Die Petition 'der Samoaner an den Reichstag .um baldige Regelung der Forderungen wurde nach dieser Mit theilung an den Reichskanzler verwie fen. Kampf inSüdvefta,frika. Berlin, 29. März. Eine offizielle Depesche von Windhock, deutsch-süd weftasrika, daß in einem Kampfe mit eingeborenen Rebellen am 10. und 11. März bei KosiS und GeidaneS 19. Mann von Kerchner'S Schutztruppe ge tödtet und, 22 verwundet wurden. i Des Reichskanzlers Aus. einanderlebung mit den Zechenbefitzern. Berlin, 29. März. Der Reichskanzler Graf Bülow hat die Gelegen heit zu einer scharfen Auseinander fetzung mit dem rheinisch westfälischen Bergwerktrüst ergriffen. ES war im preußischen Abgeordnetenhause. Die neuen Berggesetze standen zur weiteren Berathung, und der Reichskanzler griff. nachdem von gewisser Seite, welche als das Mundstück des Trusts betrachtet werden muß, an der .Vorlage herum genörgelt worden war, in die Debatte ein. Zunächst wies er in der ener gischsten Weiseden Vorwurf zurück, daß die Einbringung der neuen Berggesetz Vorlage eine Stärkung der Sozial oemokratie zur Folge haben müsse. Dann kam die Auseinandersetzung. Der Reichskanzler sagte höflich, aber sehr entschieden den Herren Zechenbesitzern seine Meinung. Wenn die königlich preußische Staats Regierung mit der Sieben Kommission (in Verbindung

mit dem kürzlichen Streik) hätte ver

in Polen. Der Reichskanzler gegen

handeln können, so hätten ouch die Zechenbesitzer dies thun können. Den Staat in einer so wichtigen Angelegen heit einfach auszuschalten, wie die Her ren von der Hibernia" und dem Bergbaulichen Verein" es vorgehabt, sei nicht angängig. Diese Auseinandersetzung machte sichtlichen Eindruck und dürfte die AuS sichten der Vorlage wesentlich stärken. Geheimrath Goldberge r Berlin. 29. März. Die Preu. ßischen Jahrbücher" und die in Brüssel erscheinende Revue econorniqne in ternationale" veröffentlicht, wie bereits angekündigt, gleichzeitig eine Ar ikel'Serie aus der Feder Geheimrath Ludwig Max GoldbergerS über Die amerikanische Gefahr." In dem nunmehr erschienenen ersten Artikel der neuen Serie konstatirt der Verfasser die Unübertrefflichkeit Ameri kas an Bodenschätzen und die Regsamkeit drr amerikanischen Handelswelt. Was die Organisirung, die Betriebs führung und die kaufmännische Findig keit sowie den opfermuthigen Wage muth und die Schnelligkeit deS Ent fchießenS anbetrifft, so seien die Amerikaner den Deutschen zuweilen über. Die Trusts faßt Geheimrath Goldber. ger als gewaltige Kapitals und Be triebS Organisationen auf, er fügt aber hinzu, daß sie zuweilen zu Ueber sinanzirung und skrupelloser PrelSstellung litten. Eine fernere Gefahr für das wirthschaftliche Leben der Ver Staaten sieht der Verfasser in den täg. lich wachsenden Arbeiter Organisa tionen. Die Fortsetzung der Artikel wird all gemein mit dem größten Interesse ent gegengesehen, und eS steht zu erwarten, daß Die amerikanische Gefahr" min bestens das gleiche Aufsehen machen wird, wie seinerzeit DaS Land der unbegrenzten Möglichkeiten". Wegen Verschwendung entmündigt. Berlin, 29. März. Eine recht unerfreuliche Wendung hat hier die Laufbahn des früheren New ZZorkerS Dr. Fris Gotthelf, der zuletzt in der Ost 31. Str. zu New York wohnte. zwangsweise erfahren. Dr. . Gotthelf war eine in der Berliner Ledewelt be kannte Persönlichkeit, der durch seine Extravaganzen ' viel - von sich reden machte. Mit vollen Händen warf er das Geld fort, bis feine Verfchwen dungsfucht fchließlichbeforgniß erregende Dimensionen annahm. Aus diesem Grunde wurde von seinen Angehörigen bei dem hiesigen Gericht das Entmün digungsverfahren angestrengt, und jetzt ist die Entmündigung des lebenslusti gen Doktors vom Gericht ausgesprochen worden. Rußland. Stille vor dem Sturme. St. Petersburg. 29. März. In den letzten Tagen haben keine Kämpfe von Bedeutung stattgefunden Kundschafter haben ermittelt, daß die Japaner große Truvvenmassen 20 Meilen südlich von Sipinghei sam meln, offenbar um die russische Stell ung bei genanntem Orte anzugreifen. Die Russen befestigen ihre Stellung. PortArthur'SFall. St. P e t e r s b u r g. 29. März. Die Mitglieder der Kommission, welche die näheren Umstände der Ueb:rgabe von Port Arthur untersuchen soll, sind die Generäle Reurberg vom GeniekorpS; Giebenchikoff und Kamaroff von der Infanterie; Denionenkoff, KrijanorSky und BogariSky von der Artillerie, und die Admiräle Dikoff und Doubassog. Den Vorsitz führt Gen. Roop. Vertretung des jüdischen Elementes. St. Petersburg, 29. März. Der Minister des Innern Bouligan empfing heute eine jüdische Deputation, die dringende Vorstellungen machte, daß die Juden bei dem geplantenVolkS Parlament vertreten seien. ES sei zu befürchten, daß dies nicht der Fall sein werde, da das jüdische Element in dem ZemstwoS und anderen politischen Kör perschasten fast nicht vertreten sei.

Reformen für Polen. St. Petersburg. 29. Mürz.

In einem Reskript an den' General Gouverneur Moximovitch sagt Kaiser Nikolaus, dieRegierung habe beschlossen der Wohlfahrt Polens ihre besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden und be auftragt ihn einen Plan für Reformen auszuarbeiten, für die das Land reif fei. Unzufriedene Polen. Warschau. 29. Mürz. DaS Rescript deS Zaren hat hier nicht die gewünschte Wirkung gehabt. Die Po en find gekränkt, weil der Zar von der Weichselgegend" spricht und nicht vom Königreich Polen", obgleich der Zar auch den Titel- König von Polen" führt. ES wird auch darauf hingewie fen, daß die Reformen der Bureaukra tie überlassen werden, die denselben stets feindlich war. AlleS hängt nun davon ab, so meinen die Polen, welche Auslegung der Generalgouverneur dem Rescripte giebt. McEormick abgereist. St. P e t e r s b u r g . 29. März. Botschafter McEormick reiste mit Gattin heute Abend nach Paris ab. Eine zahlreiche Gesellschaft hatte sich zum Abschiede am Bahnhofe eingefunden. Großbritannien. Japanische Anleihe. London, 29. Mürz. TlS heute Nachmittag um 2:30 Uhr die Subskrip. tionen für die japanische Anleihe ge schlössen wurden, war dieselbe mehrfach überzeichnet. Russisches Geschwader gesichtet. London, 29. März. ES wird berichtet, daß der britische Dampfer Dart" am I9.MSrz 250 Meklen nord östlich von Madagascar 30 Kriegsschiffe und 14 Kohlenschiffe sichtete. Wahrscheinlich war dieS Admiral RojestvenSky'S Geschwader, das am 16. März von der Nordwestküste MadagaS car'S abfuhr. FranlreiÄ. Die Marokko Fra g e. Paris, 29. März. Die Rede deS Reichskanzlers von Bülow im Reichstage über Deutfchland'S Stellung zu Marokko ist geeignet, einen großen Einfluß auf die marokkanische Lage auszuüben, Der Wortlaut der Rede toai nicht früh genug gekommen, um Regierungskreisen zu ermöglichen, ihre Tragweite zu ermessen, aber eS ist die allgemeine Anficht, daß die Rede, wenn auch würdevoll und gemäßigt, die Ab ficht Deutschland'S verräth, das Ab kommen zwischen Frankreich und England, welches Frankreich eine kontrol lirende Stellung in Marokko gibt, nicht anzuerkennen. Die Anspielung deS Kanzlers auf die offene Thüre ohne Einschränkung war offenbar gegen die Vereinbarungen gerichtet, die vor 30 Jahren getroffen wurden. Die An spielung auf die Souveränität des Sul tanS und Deutschland'S direkte VerHandlungen mit demselben mag auch Aufregung verursachen, nicht weil Frankreich eine entgegengesetzte Politik verfolgt, sondern weil fie mit dem Be suche deS Kaisers zusammenfällt. Marokko. Raifuli als SehenSwür d i g k e i t. Tanger, 29. März. Der Gou verneur von Tanger hat den Brigan teN'Ehef Raifuli eingeladen, sich mit seinen hervorragendsten StammeSge nossen dem Kaiser Wilhelm vorstellen zu lassen. Spanien. Sekretär Hay. Gibraltar, 29. Mürz. Der Dampfer Eretic" von der White Star Linie ist mit dem Staatssekretär Hay von New Jork hier angekommen. Der Zustand deS Sekretärs hat fich auf der Reife gebessert, ist aber noch nicht befriedigend. San Domingo. Die Vereinbarung. SanDomingo, 29. Mürz. Der amerikanische Gesandte Dawson hat die offizielle Nachricht erhalten, daß die Regierung zu Washington den Vorschlag San DomingoS bezüglich der Erhebung und Verwaltung der Zölle angenommen hat. Gesandter Dawson wird morgen mit dem-Finanz minister eine Zusammenkunft haben. um die Einzelheiten der Vereinbarung zu arrangiren. Fest steht, daß 45 Prozent der Zolleinnahmen an die Re gierung San Domingo'S ausbezahlt und 55 Prozent anfbewahrt werden sollen, bis der amerikanische Senat den DowsonSanchezVertrag erledigt hat. So lange werden die Gläubiger warten müssen.

Professorenattstausch. Prosessor Noorden nach New ZZork.

Berlin, 29. März. DeS Kai serS Anregung bezüglich Austauschs von Gelehrten zwischen Deutschland und den Ver. Staaten hat eine weitere Frucht getragen. Wie man aus Frankfurt a. M.. er führt, hat der Professor Noorden, Chefarzt des dortigen städtischen Krankenhauses, eine Einladung der New Yorker Universität, dort einen . Cyklus von Vorlesungen über Stoffwechsel und Ernährungsstörungen, speziell bei der Zuckerkrankheit erhalten und ange nommen. Wann der als Spezialist rühmlichst bekannte' Gelehrte seine Vorlesungen in New Jork beginnen wird, ist noch nicht festgestellt . Oesterreich'Ungarn. Lösung der politischen Krise gehofft. Wien, 23. März. Die politische Lage in Ungarn scheint sich zu bessern. ES wird die Hoffnung ausgedrückt, daß durch Concessionen der Krone und der ungarischen Opposition Ende dieser oder Anfang nächster Woche eine Lö sung der Krisis erreicht wird. Sie wird angeblich durch Bildung eines provisorischen CabinetS angestrebt. Herr v. SzegyenyMarich, der öfter reichische Botschafter in Berlin, der schon einmal bei einer Krisis gute Dienste leistete, ist die letzten Tage in Ungarn gewesen und hat mit Kaiser Franz Josef sowie den verschiedenen Parteiführern conferirt. Die größte Schwierigkeit scheint immer noch die Einsührung der ungarischen Sprache in der ungarischen Armee als Com mandosprache zu sein. Heute Abend Abend glaubt man, daß Graf Julius Andrassy den Auftrag erhalten wird. ein neues Cabinet zu bilden. Reform in Mazedonien. Wien, 29. März. Von gut unterrichteter Seite wurde heute er klärt, daß die mazedonische Frage bald in eine neue Phase treten werde. Die Mächte, unter ihnen Rußland und Oesterreich, seien zu der Ueberzeugung gelangt, daß das in Mürzsteg verein Karte Programm ausgedehnt und Ma zedonien unter internationale Finanz kontrolle gestellt werden müsse. Die in den Villajets Saloniki, Monastic und Uskub erhobenen Steuern sollten allein im Interesse Mazedoniens verwandt werden. Italien. Rüuberhauptmann'S Ende. R n m. 29. März. Der berüch tigte Räuberhauptmann Croce LeviSpi, der zahlreiche Verbrechen auf dem Ge wissen hatte, war eben dabei, von einem reichen Gutsbesitzer in der Nähe von Pelagonia 50,000Lire zu erpressen, als er von der Carabinieri überrumpelt wurde. . Mt zwei Revolvern in der Faust ver theidigte er fich und er knallte mehrere der Gendarmen nieder, bis er schließlich durch einen wohlgezielten Schuß todt zu Boden gestreckt wurde. Das Landvolk betrauert seinen Tod, denn er galt als Beschützer der Armen und geschworener Feind aller Reichen. Kreta. Revolution. C a n e a, 29. Mürz. Prinz Georg hat eine Proklamation erlassen, daß die Mächte Truppen landen wollten, um bei Herstellung der Ordnung zu helfen. In Anbetracht der ernsten Folgen einer solchen Intervention habe er die Mächte ersucht, die Landung 36 Stunden zu verschieben, um ihm Gelegenheit zu geben, das Volk zu benachrichtigen. Der Prinz appelllrt an die Revolu tionäre, die Waffen niederzulegen. Der britische Kreuzer Juno kam in Suda Bai an. Cuba. Beim Präsidenten. Havana, 29. Mürz. Präfiden Palma empfing heute die Congreßmit glieder, welche mit dem Bundcsampser Sumner" hierher gekommen waren. Dieselben fuhren später nach New Or leanö ab. , in Japanische Anleihe. New Jork, 29. März. Sub skriptinnen für die Hälfte der neuen ja panischen Anleihe von 8150,000,000, die aufAmerika kommt, laufen aus allen Landestheilen ein. Die Anleihe ist be reits stark überzeichnet.

Abgelehnter Fürflcntitel. '

pekuniäre BcrhSltnisse deS deutschen Reichs kanjlerö und FamilienruSflcht. Laut Gerüchten, die in jüngerer Zeit aufgetaucht waren, beabsichtigte der deutsche Kaiser, den Reichskanzler Grafen Bülow, sobald die Handelsvertrage unter Dach und Fach gebracht seien, in den Fürstenstand zu versetzen. Die Erhebung ist nicht erfolgt, und die Grunde hierfür dürften aus den nachstehenden Ausführungen eines gut unternchteten oeutschlandischen Blattes ersichtlich sein, welches schreibt: Der Kaiser hatte dem obersten Beamten des Reiches diese Auszeichnung nicht nur schon bei früherer Gelegenheit zugedacht, fondern der Reichskanzler ist thatsachlich schon ewige Stunden lang Fürst gewesen. Das war, als es Bülow gelungen war. die vielumstrittene Zolltarif-Vorlage im Reichstage zur Annahme zu bringen. Voll Dankbarkeit hierfür theilte der Monarch dem Kanzler in einem Schreiben mit, daß er ihm den Furstentitel verliehen habe, und adressirte dieses an Seine Durchlaucht den Fürsten von Bülow." Das Schreiben enthielt zugleich eine Einladung zu einer an demselben Tage stattfindenden Tafel im Neuen Palais zu Potsdam. Als der Reichskanzler hierzu erschien, stattete er dem Kaiser zuvorderst seinen Dank für die ihm zugedachte Erhöhung ab, bat dann aber, von ihr Abstand zu nehmen, da er das Bestreben habe, künftighin größere Dienste zu leisten, und das Werk, das er bis jetzt vollbracht, einer so außerordentlichen Anerkennung mcht für werth ansehen könne. Der Kaiser gab diesen Vorstellungen schließlich nach und zog die Verleihung zurück. Nicht ohne Einfluß auf das Verhalten des Grafen Bülow mögen hierbei auch zwei Umstände privater Natur gewesen sem: einmal der, daß er keinen Erben besitzt, da ferne Ehe kinderlos ist, und dann der andere, daß der Fürstenstand ihm noch vermehrte Repräsentationspflichten auferlegen würde, während, wie Eingeweihte versichern, zu denen, die jetzt auf ihm ruhen, nicht nur sein Gehalt nicht ausreicht, sondern er auch Jahr für Jahr von seinem eigenen Vermögen ein Stück zusetzt. Der Woilic Platz." Tie alle Rlchtstätte in MoSkau nnd deren historische Vergangenheit. In der Nähe der Kathedrale des heiligen Vasilius in Moskau ist eine runde, von steinernem Geländer umgebene Erhöhung zu sehen, die Richtstätte des alten Moskau, die Lobnoje Mjesto," wie sie die Russen nennen. Viel schuldiges, noch mehr aber unschuldiges Blut ist hier vergossen worden. und nicht umsonst hat das Volk den umliegenden Platz den rothen genannt. Hier opferten einst die moskowitischen Großfürsten Hekatomben fügsamer Unterthanen den- Launen ihrer Tyrannei und hier fand im Jahre 1693 die große Exekution der Strelitzen statt. . ' Den 30. September 1698 wurden 200 Delinquenten auf den Rothen Platz geführt. Man legte sie in Reihen von 50 einem Baumstämme entlang hin, der als Richtblock diente. Zar Peter der Große, Menschikow und Romodanowski hieben um die Wette mit den Henkern einer Anzahl von Schlachtopfern die Köpfe ab. Den 11. Oktober gab es 144 neue Hinrichtungen, den 12. 205, den 13. 141, den 17. 109, den 18. 65. den 19. 106 u. s. w; 200 wurden gehängt, Hunderte zu Tode geknutet, Hunderte gerädert. Zwanzig Jahre später wurde der Major Glebow auf der Lobnoje Mjesto" gepfählt; 24 Stunden dauerten die Qualen des Unglücklichen. Lautlos schaute das Volk diesen ungeheuerlichen Exekutionen zu. Seinen Grimm im Herzen verbergend, wagte es nicht sich gegen seine Peiniger zu kehren. Wenige Schritte vom Rothen Platz hat nun das Blut , eines Romanow, des Großfürsten Sergius, den Boden des Kreml rothgefärbt.' Eine dem Meer verfallene Stadt. Vor Kurzem begannen zum ersten Mal die Meereswellen in die bekannte portugiesische Fischer- und Vadestadt Espinho zu dringen und die zunächst gelegenen Häuser zu bedrohen. Was damals ein einzelner Fall zu sein schien, ist nach und nach zu einer ständigen Gefahr geworden. Wieder und immer wieder unternahm das Meer einen Zug in die bedrohte Stadt, und bald begann Haus um Haus dem Angriff des nassen Elementes zu weichen, und eine Straße nach der anderen wurde unter Wasser gesetzt. Die auf einer kleinen .Anhohe nahe am Strand gelegene Kirche war gleich von Anfang an gefährdet, aber der massive Bau hielt dem Anprall der Wellen geraume Zeit hindurch stand, bis eines Tages ein peitschender Orkan das Gebäude auseinanderriß. Nur der Glockenthurm stand allein noch mebrere Wochen hindurch einsam auf dem Hügel, und nun ist auch dieser den anstürmenden Wellen gewichen und mit ihm 81 Häuser, die von ihren geängstigten Bewohnern noch zeitig genug verlassen worden sind, um nicht mit unterzugehen. Es besteht die Gefahr, -daß nach und nach die ganze Stadt verschwinden wird. In den Ver. Staaten proouzirt man in einem einzigen Jahre mehr Apfelmost, als in der ganzen übrigen Welt in fünf Jahren. ,

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