Indiana Tribüne, Volume 28, Number 185, Indianapolis, Marion County, 29 March 1905 — Page 6
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Lur Beschickung Port Arthurs.
2ie japenif,:, elfzölligen Seschoste und die Wirkung der ökauonade. Eine drastische Schilderung von dem Woniöardennt, das die Japaner auf Port Arthur unterhielten, entwarf der Marinekapiiän Saxe, einer der bei der Kapitulation der Festung von den Japariern auf Ehrenwort entlassenen russischen Offiziere. Saxe, der, auf seiner Rückreise nach Rußland mit anderen entlazzenen russischen Offizieren mehrere Tage in New 2)ork weilte, erZählte hier unter Anderem Folgendes: Die Japaner sandten Tag und flacht einen wahren Hagel von Geschössen auf die Festungswerke nieder. '.Doch nicht alle explodirten, und diese Thatsache gab uns Munition für die eigenen beschütze. Besonders die japamischen elfzölligen Geschosse blieben häusig unversehrt, was dem Umstände .zuzuschreiben war, daß die Kanoniere nur sehr zaghaft die Zündkapsel aufzuschrauben wagten, weil sie es mit einem Geschoß von furchtbarer vernichtender Wirkung zu thun hatten, und wenn der Zündverschluß mangelhaft war, versagte die Erplosion. So geschah es. daß eine Menge der großen Geschosse wiederholt aus den ehernen Schlündeu hin und her geschleudert wurden. Jede neue Zündkapsel, die verwendet wurde, ließ in dem Schraubenzanz deutliche Spuren zurück, und 'daraus ließ sich leicht ersehen, wie viele Male daS Geschoß schon gebraucht worden war. Eines dieser elfzölligen Riesengeschosse wurde nicht weniger als viermal hin und her gefeuert, und als wir' es den Japanern das letzte Mal zurückschleuderten, fügte ich in d:n Verschluß einen Zettel mit den WorUm Wenn es diesmal nicht erplodirt, sollten die Japaner es in einem Museum als Kuriosität aufbewahren. So drel ich weiß, kam es nicht mehr zuruck. Die Japaner verbrauchten eine Unmenge Munition; an einem Tage fielen allein 800 elfzollge Geschosse in die Stadt, die kleineren aar nicht zu zahlen. An das Getöse er Beschiemina, hatten wir uns derart gewöhnt, daß schließlich bei der Uebergabe, als die Kanonade plötzlich verstummte, uns bas Schweigen ganz seltsam berührte. Mancher glaubte zuerst, er sei taub geworden, und noch lange klangen uns die Ohren von dem Lärm der überstandenen Beschießung. Kostbare Spende. HochzeitSgabe der Provinz Sachsen für den deutschen Kronprinzen. Die Hochzeitsgabe für den KrönPrinzen, welche die Provinz Sachsen zu spenden gedenkt, besteht aus einem Leuchter von großer Kostbarkeit, desffen Höhe etwa drei Fuß beträgt. Der '.Fuß des Leuchters ist aus Onyx. Auf tym erhebt sich ein zweiter Sockel, der in mattem Silber getrieben, zahlreiche charakteristische Bauten der Provinz (Sachsen zeigt. Wir sehen den Rothen Thurm und das Nathhaus von Halle, den Tom zu Erfurt, das Nathhaus zu Wernigerode, das Schloß zu Mersebürg, den Dom zu Magdeburg und Diele andere Bauwerke historischen und künstlerischen Werthes. Ueber diesen zweiten Sockel ragt eine Frauengestalt auf, welche die Provinz Sachsen versinnbildlicht. Ihr wallendes Gewand ist im mattciselirten Silber mit Eoldornamenten inkrustirt, und den Saum ihres Gewandes schmücken die Wappen sämmtlicher Städte der Provinz in lkmousiner Emailtechnik. Die Gestalt hält in ihren Armen einen goldenen 'Reif, der allein einen Goldwert!) von 32500 repräsentirt. Der Reif ist der eigentliche Träger der acht Lichthalter; er ist in durchbrochener Arbeit ausgefuhrt und zeigt ein Vlüthenornament :ht russischer durchsichtiger Email. Das escmmte Kunstwerk wird von einem über fünf Fuß hohen mit Holzschnitzereien verzierten Ebenholzsockel getragen werden. Das Geschenk der Provinz Sachsen wird noch nicht zum Hochzeitstage fertiggestellt fein; es soll deshalb dem kronprinzlichen Paare ein von Künstlerhand angefertigtes 'Aquarellgemälde des kostbaren Leuchters überreicht werden. Man hofft innerhalb Jahresfrist die Arbeit vollendet zu sehen. Vemerlenswerth ist, daß eine Emailarkeit in dieser Größe Tioch niemals ausgeführt wurde, darum fehl: auch die genaue BerechTrung der Zeitdauer des Werkes. Serbische 5könizSmordmarken. , In Serbien hatte man seiner Zeit rieue Briefmarken hergestellt, die gerade zu der Zeit, als der König Alexander rnit seiner Gemahlin Draga ermordet Tvnrde, zur Ausgabe gelangen sollten. Sie trugen das Brustbild des unglücklichen Fürsten, und der Gewaltakt lam sogar der serbischen Postverwal--tnng so unerwartet, daß für andere Briefmarken nicht gesorgt war. Da 5 anderseits absurd gewesen wäre, die Marken mit dem Bilde des ermordettxi Königs weiter zu verwenden, ließ die provisorische Regierung bei den vorhandenen Markenbeständen den Königskopf mit dem serbischen Wappen 'verschiedenfarbig im tiefsten Schwarz "fts zum frischen Blutroth Überdrucken. 'Da heute nur noch Marken mit dem "Silbe des jetzigen Königs Peter versendet werden, sind diese interessanten sogenannten Königsmordmarken schon jetzt in Sammlerkreisen sehr geschätzt. Das S ch a ch.s'p i e l bildet noch immer einen Bestandtheil des LehrPlanes der russischen Schulen
Slrikeamazonkn.
Resolute VglÄderinen bekämpfen mit Er folg ein Lohnreduktion. Als sehr energische Damen haben sich die Arbeiterinnen in der großen Kleiderfabrik von Wallis & Linnell in Kettering, England, erwiesen. Dieser Tage wurde eine Herabsetzung der Stücklöhne angekündigt. Die 100 Arbeiterinnen wählten eine Abordnung und schickten sie mit dem Ultimatum an die Fabrikleitung, daß sie sofort in Ausstand treten würden, wenn es bezüglich der Stücklöhne nicht beim Alten bleibe. Diese Forderung wurde abgelehnt und die Mädchen verließen sofort die Fabrik. Sie gingen nicht weit. In der Fabrik sind auch einige hundert . Männer beschäftigt und sie begaben sich nun zu diesen, um sie gleichfalls zum Verlassen der Arbeit zu bewegen, das wurde jedoch verweigert. Die sinkenden Amazonen beschlossen daraufhin strengere Maßregeln zu ergreifen. Vorposten wurden aufgestellt und als die Arbeiter zur MittazLzeit -die Fabrik verließen, besetzten die Amazonen die ieiden Eingangsthüren und harrten auf die Rückkehr der Arbeiter. Als diese um ein Uhr wiederkamen, fanden sie sich der kleinen Armee in Unterröcken gegenüber und wurden mit den Zurufen empfangen: Geht nur hübsch heim, hier dürft Ihr nicht herein!" Die Männer sahen bald, daß es die Mädchen ernst meinten. Sie verlegten sich auf's Parlamentiren; das hatte aber absolut keine Wirkung. Die Männer standen da, schieden sich in Gruppen und erklärten alle: Gewalt können wir gegen die Mädchen nicht anwenden," und nach und nach verschwand einer nach dem andern und ging heim oder in das Wirthshaus. Den Beamten machten die Amazonen höflich Platz. Ein Arbeiter, der es versuchte, sich im Schutze eines Beamten einzuschleichen, wurde aber von den Arbeiterinnen gefaßt und entfloh bald, nachdem ihm der Rock fetzenweise vom Leibe gerissen war und er Püffe erhalten hatte, die nichts weniger als zart waren. Die Fabrik blieb leer und der Betrieb mußte eingestellt werden. Die Fabrikleitung sah sich nach Lage der Dinge veranlaßt, zu kapituliren und kündigte noch an demselben Tage an, daß es bei den alten Löhnen bleiben werde. Damit war der Friede wieder hergestellt. Rekrutirnngö-Aenderung. Im Ver. Staaten-Kriegsdeparte-ment hat man den Plan gefaßt, zu dem alten Rekrutirungssystem, welches vor dem spanischen Kriege im Gebrauch war, zurückzukehren. Gegenwärtig gibt es hierzulande Rekrutirungsstationen in Städten aller Größe bis zu 10.000 Einwohner hinab. Die Rekruten werden, nachdem sie angeworben, Regimentern zugewiesen und dort einexerzirt. Man will jetzt die Rekrutirung in den großen Städten konzentriren, wie es früher der Fall war, und dann sollen die Rekruten, nach den Waffengattungen getrennt, in großen Garnisonen gedrillt werden, ehe sie an die Regimenter abgeschickt werden. Drei solcher Depots sind in Aussicht genommen, Fort Slocum, N. g., für die Artillerie, Eolumbus Barracks, O., für die Infanterie und die Jefferson Barracks Mo., für die Kavallerte. Man hat ferner die Erfahrung gemacht, daß der größte Prozentsatz der Deserteure aus ganz jungen Rekruten befleht, die sich das Soldatenleben anders vorgestellt haben, wie es ist, und in den ersten Wochen schon wieder davonlaufen. Die verhältnißmäßig zahlreichen Desertionen erfordern häufige Kriegsgerichte. Man will nun die angeworbenen Rekruten mehrere Wochen lang drillen, ohne ihnen Uniform zu geben oder sie den Fahneneid ablegen zu lassen. Laufen sie in dieser Zeit davon, so läßt man sie eben laufen. Es werden dann andere angeworben. Man erspart sich dadurch viele Kriegsgerichte und den Deserteuren schwere Strafen, die eigentlich nicht im Verhältniß zu den Vergehen stehen. Hohe Philippinenreisende. Mit Kriegssekretär Taft an der Spitze werden am 1. Juli d. I. eine stattliche Anzahl Bundessenatoren und Repräsentanten, hauptsächlich Mitglieder der Komites für Mittel und Wege, sowie für Handelswesen und Militärangelegenheiten, eine Reisc nach den Philippinen antreten. Die genannten Komites haben sich mit Angelegensten, welche die Philippinen betreffen, zu beschäftigen, und es liegt deshalb im Plan der Administration, den Mitgliedern die Möglichkeit zu gewähren, aus eigener Anschauung über die Verhältnisse im Archipel urtheilen zu können. Speziell würde es dem Präsidenten und dem . Knegssekretär wichtig sein, wenn die Mitglieder des Hauskomites für Mittel und Wege von der Nothwendigkeit überzeugt würden, den Philippinen-Handel freizugeben. Die Reisekosten werden aus der Kasse der Philippinenverwaltung bestritten, aber für die Beköstigung hat jeder Reisetheilnehmer selbst aufzukommen. Für die Fahrt nach Manila sind 30 Tage berechnet. Der Aufenthalt auf dem ' Archipel wird einen weiteren Monat währen, die Rückfahrt - wird wieder einen Monat in Anspruch nehmen. Am 1. Oktober gedenkt man wieder in der Bundeshauptstadt zu sein, um dke eventuelle Extra-Session des Kongresses nicht zu versäumen.
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Europäische Nachrichten. Mitteldeutsche Staaten. A p o l d a. Buchdruckereibesitzer Commerzienrath Gustav Evers und seine Gemahlin haben unter dem Namen Aline und Gustav Evers-Stif-tung" 15,000 Mark zur Gewährung von Freibetten im städtischen Krankenhause an bedürftige hiesige Einwohner und 5000 Mark für die Zwecke der Wirkerlehrlingsschule gestiftet. Blanken bürg. Einen schwe ren Unfall erlitt der Zimmermann Heurold aus Eattenstedt. In der Mügge'schenRiemens chneidefabrik flog ihm ein Holzkloben so unglücklich an den Kopf, daß das eine Auge schwer beschädigt wurde und Heurold in eine Halberstädter Klinik gebracht werden mußte. Dessau. Auf dem hiesigen Güierbahnhofe kam der Hilfsbremser Oede aus Ziebigk beim Rangiren zwischen die Puffer. Er wurde schwerverletzt nach dem Kreiskrankenhause gebracht, wo er starb. G e r a. Generalzolldirektions-Se-kretär Ernst Strohm in Erfurt, ein Geraer Kind, der eine Reihe von Iahren bei dem hiesigen Hauptsteueramte als Hauptamts - Eontrolleür beschäftigt und vorher als Obercontroll - Assistent in Schleiz und reiz stailonirt war, feierte die 25. Wiederkehr des Tages feines Eintrittes in den direkten Steuerdienst bei dem hiesigen Hauptsteueramte. Gräfenroda. Der Bahnwärter Sauerbrey wurde infolge eigener Unachtsamkeit von einem Güterzuge überfahren und getödtet. H e i l i g e n st e i n. Vor einiger Zeit wurde hier an der Bahnlinie Wutha - Ruhla der Bürgermeister Jsensee von einem zugereisten Russen mit einem Revolver angegriffen. .Er wurde durch drei Revolverkugeln schwer verletzt. Hoiersdorf. Der hiesige Männer - Gesangverein beging unter Betheiligung der ganzen Gemeinde sein silbernes Jubiläum. Ronneburg. Die Aufregung über den Verlust seines Portemonnaies, in dem sich über 40 Mark befanden, soll den bejahrten KohlenHändler Wilhelm Gräfe hier zum Selbstmord veranlaßt haben. Er wurde auf dem Spitzboden seines WohnHauses erhängt aufgefunden. Schmiedehausen. Durch ein großes Schadenfeuer sind die Anwesen der Gutsbesitzer Retzemann und Borne? in Asche gelegt worden. Das Vieh konnte zum größten Theil gerettet werden, dagegen sind große Ge-treide-und Futtervorräthe, sowie viele landwirtschaftliche Maschinen und Geräthe ein Raum der Flammen geworden. Weimar. Kürzlich kam ein junger, gutgekleidete? Mann in eine hiesige Badeanstalt und verlangte eine Vadezelle erster Klasse. Die Zelle wurde ihm verabfolgt, der junge Mann ging hinein und verriegelte die Thür. Als er nach längerer Zeit nicht wieder zum Vorschein kam, blickte man durch ein kleines Fenster in die Zelle, und der rasch hmzugerufene Polizeibeamte sah den jungen Mann blutüberströmt halb in der Badewanne liegen, deren Wasser abgelassen war; er hatte sich mit einem Rasirmesser die Kehle abgeschnitten. Der. Lebensmüde wurde als der' LOjähnge Student Karl Zehrt, gebürtig aus Essen an der Ruhr, zur Zeit in Jena Jurisprudenz studirend,- erkannt. Sachsen. Dresden. Hier verschied im 61. Lebensjahre der Seminaroberlehrer Dr. Phil. Adolf Netsch, ein Mann von hervorragendem Gemeinsinn und selbstloser Aufopferung für die Jugend. Dem Bahnmeister Schütze hier ist für seine ununterbrochene, länger als 30jährige treue Dienstleistung im Betriebe der Aktiengesellschaft Dresdner Straßenbahn das tragbare
giebt nur wenige Leute, welche
schwäche kurirt. Niemand bezweifelt kurirt nicht nur, sondern er verhütet
gebrauchen sollte. Tausende von Frauen, welche über keine ernstliche Krankheit klagen, fühlen oft müde und erschlafft nach Verrichwng ihrer Pflichten, nicht nur, in- der Versorgung ihres Haushalts, sondern auch nach der Arbeit in der Geschäftswelt. Das kommt daher, well der weibliche Organismus die Anstrengung nicht ertragen kann. Er bedarf der Nachhilfe. Der Wine os Cardui stärkt erschlaffte Frzuen und macht sie für ihre Pflichten taug lich. Der Wine ot Cardui bringt einer erschlafften, entmuthigten Frau ihre Kräfte und Gesundheit zurück. Er ist ein belebendes Stärkungsmittel, das zu jeder Zeit wohlthätig
wirkt. Sie sollten eine Flasche Wiiie Kaufen 8tc heule noch eine Ehrenzeichen für Treue in der Arbeit verliehen worden. Blase witz. Frau Privata Günther war es dieser Tage vergönnt, ihren 100. Geburtstag zu feiern. Sie lebt bei ihrem 75 Jahre alten Sohne. E l l e f e l d. In der Wohnung des Tischlermeisters Gerisch brach ein Brand aus, der das ganze Gebäude einäscherte. Frankenberg. Nach längerem Leiden entschlief hier der Stadtrath a. D. Reinhold Hanitzsch. Von Beruf Architekt, siedelte er 1862 nach hier über, um sich als Baumeister niederzulassen. Er ist der Schöpfer d3 hiesigen Rathhauses. Großschirm a. Hier wurde das zur KLhler'schen Holzstoff- und Papsnfabrik Ehurprin gehörige Vergschmiedegebäude eingeäschert. Leipzig. Dieser Tage beging einer unserer ältesten Mitbürger, der Kaufmann und Papierhändler Friedrich August Hermann Oelfchig, sein sechzigjähriges Bürger- undGeschäftsjubiläum. Der Mathematiker I. E. V. 5,offmann, Herausgeber der Zeitschrift für mathematischen und uaturwissenschaftlichenUnterricht", ist, 79 Saläre alt. aestorben. O y b i n. Vor zwei Jahren wurde in dem nahen Walde an der böhmischsächsischen Grenze eine Leiche aufge'funden, die als die des ehemaligen Sägewerksbesitzers Vuttig von hier aqnoszirt und beerdigt wurde. Dieser Tage tauchte plötzlich der angeblich Todte zur allgemeinen Ueberraschung wieder auf; er hatte sich die Zeit über die Welt angesehen. Wer der damals Aufgefundene ist, ist unbekannt. Keflen'Aarmstadt. D a r m st a d t. Zwei Arbeiter der Werkstätte - Inspektion I. der Preußischen und Großherzoglich hess. Staatsbahn konnten hier ein Doppeljubiläum begehen. Letztens waren es 25 Jahre, daß der Vorschlosser Johann Haas und der Schmied Karl Reeg in die vorgenannte Werkstätte eingetreten sind. Taglöhner Ludwig Seipel aus Giersheim stürzte am Theaterneubau aus beträchtlicher Höhe herab und verletzte sich erheblich. Er hat außer einem Beinbruch auch noch einige Verletzungen am Kopfe davongetragen und mußte alsbald in das städtische Krankenhaus verbracht werden. Eddershe im. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich auf der hiesigen Station. Beim Einfahren eines Personenzuges stürzte, wahrscheinlich infolge des plötzlichen Vremsens, der Hilfsschaffner Carl Schäfer von hier von der Plattform des zweitletzten Wagens und wurde von dem letzten so unglücklich überfahren, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Gaulsheim. Auf der Arbeitsstelle der Gebr. Himmelsbach ereignete sich ein trauriger Unglücksfall. Der 16jährige Sohn des Arbeiters Lorenz Hooß hantirte mit einem Revolver, der sich entlud und dem jungen Leben ein Ende bereitete. . Gießen. Krankhaft nervöse Ueberreizung, vielleicht auch Liebeskummer, hat das Mädchen, das wegen seiner Anmuth und Bescheidenheit in allen Kreisen gern gesehen war, anscheinend in den Tod getrieben. Mainz. An einem Pfeiler der Kaiserbrücke wurde der PionierBaumHauer von der 4. Compagnie des 21. Pionier - Bataillons in Kastel erhängt gefunden. Was den Soldaten in den Tod getrieben hat, ist noch nicht bekannt. Auf dem Bahnhof in Kastel aeiieth der verheirathete Bahnarbciter Krämer aus Kostheim beim Rangiren zwischen die Puffer. Er starb auf dem Transport nach dem KrankenHaus. Ober - Gersprenz. Seinen 90. Geburtstag beging hier Förster a. D. Bernhard. . Den rüstigen alten Herrn, der 54 Dienstjahre hinter sich hat, begleiten die besten Wünsche Aller auf seinem, hoffentlich noch recht lange währenden Lebensabend.
Macht die Jrauem für aTe Wichten faßig .
bezweifeln, daß der Wine os Cardn! es, der ihn probirt hat. Aber der Wine auch Krankheit. Er ist eine Medizin, die os Cardui im Hause halten. dTastfje Wjnß os Cardlli bei Ihrem Von einem seit 54 Jahren Verschollenen ist dieser Tage in Flushing, L. I., Nachricht eingetroffen..Jm Jahre 1851 war James Travis von Glen Cove mit einem Walfischfänger abgefahren und nie war wieder etwas von ihm gehört worden. Vor 12 Jahren war in Amerika ein Verwandter gestorben, der James' Vater wie den Söhnen je $50,000 hinterließ. Damals wurde in den Zeitungen aller Länder nach ihm gesucht, das Kriegsdepartement wurde in Anspruch genommen, nicht eine Spur war zu finden, bis kürzlich sein Bruder, Jra W. Travis, von dem Vermißten einen Brief auS Australien bekam, in dem er schreibt, daß es ihm sehr gut geht und daß er Frau und 11 Kinder hat. Jra will versuchen, seinen Bruder zu veranlassen, herzukommen, um die Familienbande zu erneuern und sein Erbe abzuheben. Das unvorsichtige Handhaben von Feuerwaffen durch Kinder hat wieder in Port Washington, Wis., ein Unglück herbeigeführt. Dort wurde die 14 Jahre alte Tochter einer Frau Kirsch von einem Knaben geschossen und tödtlich verwundet. Der Schuß drang durch den linken Arm in den Körper oberhalb des Herzens. Drei junge Burschen von ungejähr 12 Jahren, Betz, Kirsch und Neosen, begaben sich zum Hause des Kirsch, wo das Mädchen mit dem Putzen der Küche beschäftigt war. Die Kleine forderte die Jungens auf, draußen zu bleiben. Der junge Betz hatte eine Büchse, Kirsch gehörig, der aber vorher erklärt hatte, sie sei nicht geladen. Der junge Neosen hatte sie aber geladen, ohne daß die anderen Jungens etwas davon wußten. Als dann ihnen der Eintritt in die Küche untersagt wurde, legte der junge Betz an und schoß mit dem angegebenen Resultat. Der Kinderhülfs gesellschuft in Brooklyn hat ein unbekannte? Wohlthäter die Summe von $100,000 und ein 44 Acres großes Grundstück in schönster Lage zu dem Zwecke zur. Verfügung gestellt, dort eine Sommerherberge für lungenleidende und mit anderen Krankheiten der Athmungsorgane behaftete arme Kinder zu errichten. Das neue Heim wird 32 Meilen von der Stadt New 2)orf entfernt in nächster Nähe des Hudsonthales gelegen sein und etwa 200 Kindern für eine Zeit von Monaten Obdach gewähren. Auch von anderer Seite stnd der Brooklyner Kinderhülfsgefellschaft bedeutende Schenkungen zugegangen, so daß ihre segensvolle Thätigkeit eine bedeutende Erweiterung erfahren kann. Drei Brooklyner Bürger schenkten der Gefellschaft passende Häuser, wohin später die Bureauräumlichkeiten verlegt werden sollen. Eine dritte Schenkung besteht in einem Grundstücke in der unmittelbaren Nachbarschaft, wo ein Heim für arbeitende Knaben und eine Herberge für obdachlose Kinder errichtet werden soll Auf dem Wege von den Kolar Goldfeldern in Indien nach London ist eine Kiste Goldbarren im Werthe von $16,000 gestohlen und durch eine Kiste mit Blei und Eisen ersetzt worden. Neun Kisten mit Goldbarren wurden in Bombay am 20. Dezember nach London eingeschifft, in dem festen Gewahrsam des Schiffes untergebracht und dort sorgfältig bewacht. Die neun Kisten kamen anscheinend auch ebenso wie sie eingeliefert waren, im englischen Hafen an, wurden nach der Bank von England befördert und dort in Geldschränken untergebracht, bis sie dem Käufer abgeliefert wurden. Als dieser dann die Kisten öffnete, fand er zu seinem Erstaunen in einer Kiste statt des .erw'arteten Goldes Eisen und Blei. Da vier Wochen zwischen der Ankunft der Kisten in London und der Entdeckung des Diebsiahls verflossen waren, hatte die Polizei für ihre Untersuchungen wenig Anhaltspunkte; man glaubt aber, daß der Diebstahl schon in Indien begangen wurde. 1
Frauen os Cardul jede Frau IMgeker In dem Gefängniß zu Madrid spielte sich eine aufregende Scene zwischen dem Anarchisten Cesarino Gil (Cefar Flores) und dem Herausgeber des Anarchistenblattes El Rebclde", Apolo, ab, in dessen Wohnung jener im September v. I. verhaftet wurde, als er mit neun Dynamitpatronen in der Tasche in Madrid angekommen war, angeblich um den damaligen Ministerpräsidenten Maura zu ermorden. Am Nachmittag hatte das Schwurgericht gegen' beide unter Ausschluß der Oessentllchkeit verhandelt, Apolo freigesprochen und Gil zu zwölf Jahren Zuchthaus verurtheilt. Der schon früher aufgetauchte Verdacht, daß Apolo im Dienst der Polizei steht, soll durch die VerHandlung neue Nahrung empfangen haben. Als nun die Gefangenen wieder im Gefängniß eintrafen, fiel Gil plötzlich mit einem Messer, das er si'ch Gott weiß wie beschafft hat, über Apolo her und brachte ihm fünf Wunden bei, bevor sich die Gendarmeriewache dazwischen werfen konnte. Ueber d e a wahrhaft staunenswerthen Erfindimgsgeist der Schmuggler an der russischen Grenze wird aus Tilstt geschrieben: Die beiden russischen Soldaten, die dem Dorfe Kallehnen gegenüber an der Grenze Wache hielten, bemerkten in der Nacht, wir ein Ungethüm" plötzlich von einem diesseitigen Wäldchen aus aufstieg, sich zu einer schwindelnden Höhe erhob und dann sich langsam mit unheimlicher Stille der Grenze näherte. Ein Thier mußte es sem, denn sie erkannten deutlich den gewaltigen Kopf und einen langen Schweif, der sich in schlangenartigen Windungen fortbewegte. Da man hier an einen Kunstgriff der Schmuggler nicht im Entferntesten denken konnte, so wurden nur die bekannten blinden Alarmschüsse abgegeben, und bald waren die nächsten Grenzsoldaten zur Stelle.. Man beschloß, sobald das Ungethüm über die Grenze gezogen wäre, Feuer zu geben. Das geschah, aber die seltsame Erscheinung ließ sich dadurch in ihrem Fluge nicht stören; erst die dritte Salve der Soldaten schien es getroffen zu haben, denn es arbeitete entsetzlich mit Kopf und Schweif, neigte dann plötzlich den er.steren tief nach unten und schoß wie ein Pfeil zur Erde hernieder. Die Soldaten stoben auseinander; aber das Thier mußte getroffen sein, denn es lag still und regungslos da. Nun naherte man sich, und da fand man einen gewaltigen Papierdrachen, dessen Schnur durch die Schüsse getroffen und zerrissen war. Der Drache wurde behutsam nach dem nahen Grenzstationshause gebracht, und hier ergab die Untersuchung, daß sein Kopf rne doppelte Wand und in seinem Innern 20 goldene mit Edelsteinen ausgelegte Uhren und werthvolles Spitzenzeug bärg. Der Drache war auf deutschem Gelände ausgeworfen worden, um mil seiner werthvollen Ladung durch die Lüfte auf russisches Gebiet herübergezoaen zu werden. JmmerderGleiche. Ein junger Reisender, noch Neuling, ist infolge ungeheuren Schneefalls in einem kleinen Städtchen vollständig eingeschneit. Er weiß sich keinen Rath und depejchirt an sein Haus: Eingeschnet! Bahn verweht! Was machen?" Drahtanwort des Prinzipals: Sfat spielen! Gewinn einsenden!" Darauf geholfen. Herr (wüthend in ein Rcdaktionsbureau stürzend): Daran ist nur Ihre ver dämmte Zeitung schuld!" Redakteur: Ws ist denn?" Herr: Sie haben vorgestern berichtet, es wäre ein Dieb in meine Wohnung einaebrochen, hätte den Schreibtisch geöffnet und einen Geldbetrag gestohlen, aber glücklicherweise' die goldene Uhr übersehen, die in der Nebenschublade lag!" Redakteur: Nun, ich denke doch, die Sache verhält sich so!?" Herr: Das schon aber jetzt hat der Halunke auch noch die Uhr seholt!"
