Indiana Tribüne, Volume 28, Number 184, Indianapolis, Marion County, 28 March 1905 — Page 3

Jndiana Tribüne, 21)- März 1903.

er deutsche Kaiser

Wird in Lissabon vom König von Portugal feierlich empfangen. Die Japaner vor Linevitch's Front verschwunden. 'Ansichten deö Moskauer Adels. Die amerikanische Gefahr. Ossiziellc Depeschen von französischen Kriegsschiffen gestohlen. Consistorinm in Rom.

Portugal. Kaiser Wilhelm ange kommen. Lissabon, 27. März. Der Dampfer Hamburg mit Kaiser WilHelm an Bord kam gegen Abend hier an. König Carlos Kronprinz LuiS Philippe und andere Mitglieder der königlichen Familie, begaben sich mit ihren Stäben an Bord des Dampfers und geleiteten den Kaiser an Land' An der Landungsbrücke fanden zahl reiche Vorstellungen statt. Dann ging der Zug der Equipagen durch die prächtig geschmückten Straßen nach dem Palaste zu Belem. Der Kaiser und der König fuhren in einer Equipage zusammen. Der Zug wurde von Ka vallerie eröffnet und geschlossen und wurde überall mit Begeisterung be. grüßt. Bei der Ankunft im Paläste zu Belem um 6.15 Uhr Nachmittags wurde der Kaiser von der Königin und ihrem zweiten Sohne, Prinz Manuel, em pfangen. Es fand ein großes Diner von 250 Gedecken im Ajuda Paläste statt, dem ein Konzert folgte. Heute Abend war die Stadt illuminirt und auf den Straßen spielten Musikkapellen. Der Kaiser hat König Carlos er sucht, einen Empfang zu veranstalten und ihm hervorragende portugiesische Gelehrte, Schriftsteller und Politiker vorzustellen. China. Japaner verschwrrnden. Gunshu.Paß, 27. März. Die Japaner haben sich anscheinend in der Gegend südlich von der russischen Front zurückgezogen. Kossackenpatrouillen haben bis 35 Meilen südlich keine Japaner gesunden. Gen. Linevitsch hat Streifpartien öft. lich und westlich auf Kundschaft auSgeschickt um gegen eine UmgehungSdewegung Vorkehrung zu treffen. Eine Anzahl chinesischer Banditen ist gefangen worden; eS sind auch Mon golen darunter. Unsicherheit überjapa Nische Pläne. .Ct. Petersburg, 27. März. In militärischen Kreisen herrscht die Ansicht, daß die Japaner, nachdem sie die Russen in der Mandschurei nun im schädlich gemacht haben, ihre Aufmerk, samkeit Wladiwoftack zuwenden werden. DaS Verschwinden der Japaner vor Gen. Linevitch'S Front scheint die. zu bestätigen, doch kann eS auch nur eine Finte sein. Unwahrscheinlich ist eS nicht, daß die Japauer ihre Verbindung; linien nicht verlängern wollen und sich darauf beschränken, die Stellung am Tie.Passe zu halten. Wenn auch in' der Umgebung des Zaren die Stimmen für Frieden lauter werden, führt die Regierung doch mit den KriegSrustungen fort. ES 'werden Vorbereitungen für die Modilisirung von fünf Armeecorps ge troffen. Ob die Garde in St. Peter?, bürg bleiben wird, ist nicht ganz sicher, manche Offiziere bereiten sich wenig stenö für das Feld vor. ES tauchen wieder Gerüchte auf, daß Kriegsminister Sacharoff in Kürze durch Eeneral'Leutnant Ridlger ersetzt werden solle, der seither Chef der Kriegskanzlei war und zur jüngeren Schule gehört. Er hat zahlreiche Werke über Taktik verfaßt. . McCormick'S Abschiedsa u d i e n z. S t. Petersburg, 27. März.. Der ZKaifer urd die Kaiserin empfingen heute zu TsarskojeSelo den amerika Nischen Botschafter McCormick in Ab schiedsaudienz und überreichten ihm ihre Portraits. Deutschland. Die amerikanische G e fahr. Berlin, 27. März. Geheimerath Goldberger, Verfasser des BucheS DaS Land der unbegrenzten Möglichkeiten" steht im Begrffe gleichzeitig in Berlin und Brüssel eine Flugschrist Die ame titanische Gefahr zu veröffentlichen,

die eine Fortsetzung und Ergänzung seines BucheS bildet. Er vergleicht in der Schrift die ökonomischen Krüste der Ver. Staaten und Deutschlands. Wenn er auch die technischen Hilfö krüfte und Leistungsfähigkeit der Ver. Kfn.ltm nriprftnni fTirtitht tr hnf

Mfcl.f VttfHUItl V VVty, I daß eine amerikanische Gefahr" für Europa und speziell Deutschland nicht bestehe. Die Handelsbeziehungen zwischen den Ver. Staaten und Deutschland sollten durch einen ReziprozitätSvertrag ge regelt werden. Rußlands Freundschaft. Berlin. 27. März. Große Auf. sehen erregen Enthüllungen, welche der Geheime KriegSrath Lehmann soeben mit spezieller Erlaubniß deSKaiserS über die Geheimgeschichte deS deutsch-franzö fischen Krieges veröffentlicht. Durch die aktenmüßigen Darstellungen deS bt deutenden MilitärfchriftftellerS wird zum ersten Male aufgeklärt, wie Deutschland sich zur Zeit der Mobil. machung im Jahre 1870 den Rücken zu decken vermochte. Der Verfasser der nicht blos in militärischen Kreisen sörm lich verschlungenen Broschüre weist nach, daß Zar Alexander der Zweite die Zusage gegeben hatte, 300,000 Mann russischer Truppen an die Grenze zu werfen, und Galizien zu besetzen, falls Oesterreich Miene gemacht hätte. sich Preußens prekäre Lage zu Nutze zu machen, und Revanche für 1866 zu nehmen. Dadurch wären natürlich die österreichischen Streitkrüfte paralystrt worden und Preußen konnte daher. dank der Freundschaft Rußland'S nicht nur sein ganzes stehendes Heer, sondern auch den größten Theil der Landwehr, zur Kriegführung in Frankreich verwenden. NeuerCardinal. Berlin, 27. März. ES wird gemeldet, daß der Papst beabsichtigt. einen deutschen Priester zum Cardinal di Curia" zu ernennen, der in Rom wohnen und speziell deutsche Angelegen heiten beim Vatican vertreten soll. Berliner Untergrund Bahn. Berlin, 27. März. DaS Pro. jekt eines genügenden unterirdischen Bahnsystems für Berlin ist seiner Ver wirklichung wieder um einen Schritt näher gerückt. Polizeipräsident von BorrieS, welcher die staatliche Aufsicht?. behörde repräsentirt, hat daS System, welches der städtischen TranSport'Dcpu. tation vorliegt, genehmigt. DaS System steht Linien nach Nor den, Süden, Osten, Westen, Nord. Westen und Südosten, Verbindung des Potsdamer und des Stettiner Bahn Hofes, eine Verlängerung der bestehen den unterirdischen Privatbahn nach der Station am Alexanderplatz und von dort nach nach dem Stettiner Bahnhofe vor. CZ führt also durch und um den HauptgefchäftStheil. Die preußische Regierung wird ersucht werden die Strecke zu bauen, welche den Potsdamer und Stettiner Bahhof verbindet. Mehr Denkmäler. Berlin. 27. Mai. Da Deutsch. land noch nicht genug Denkmäler besitzt, hat der Kaiser, wie heute bekannt wird, die Ausstellung von 10 römische Kaiser darstellenden Hermen im Garten deö Neuen Palais befohlen. - Spezialtruppe für Minen. Berlin, 27. März. Nachdem der russisch-japanische Krieg die Wichtigkeit von Seeminen dargethan hat, hat die Regierung beschlossen, eine Abtheilung von 200 Mann am I.April zu Cuxhaven zu errichten, die speziell im Legen von Seeminen ausgebildet wer werden soll. Die Minenschiffe Pelican" .Reiber" und Otter" sowie 12 Torpedoboote sollen dort permanent ftationirt und bei den Uebungen verwendet werden. Ein hoher Flottenoffizier 'erklärte heute, daß die Elbe mündung in 12 Stunden durch ein Minensystem gedeckt werden könne.

Tornado.

7 Personeu vermnndet. St. Paul, 27. März. Hier ist die Nachricht eingetroffen, daß der kleine Ort Louisburg im westlichen Theile des Staates von einem Tornado vollständig zerstört wurde und daß 7 Per. sonen schwer verletzt wurden. ES gingen auch Gerüchte, daß zwei bis sieben Personen getödtet wurden, 5och war eS nicht möglich, Gewißheit zu erlangen, da keine Drahtverbindung mit dem Orte besteht. Frankreich. Offizielle Depeschen ge stöhlen. Pari 5; 27. März. DaS Verschwinden zweier Beutel mitoffiziellen Depeschen für daS französische Geschwader im indischen Ozean verursacht der französischen Regierung Kopfzerbrechen. Die Beutel wurden den Kommandanten der Kriegsschiffe Infernal" und Kerfaint"' übergeben und verschwanden auf der Fahrt von Port Said nach Jibutil. Sie enthielten angeblich auch Befehle bezüglich der Bewegungen deö zweiten russischen PacificgeschwaderS. Die Untersuchung hat keine Spur der Diebe ergeben und man befürchtet, daß die Depeschen an eine Partei kamen, die ein Interesse daran hatte, die Pläne des russischen Geschwaders zu kennen. Herzog von Orleans. Paris, 27. März. Der Herzog von Orleans hat ein Manifest erlassen. in dem er wieder einmal erklärt, daß die Wiederherstellung der Monarchie nothwendig fei, um geregelte Regierung des Landes und religiöse Freiheit zu sichern. Italien. Consistorium. R o m, 27. März. Der Papst hielt heute ein geheime Conststorium. Der einzige anwesende Amerikaner war Rev. ThoZ. F. Hickey, welcher als Condjutor des Bischofs von Rochester, N. I., bestätigt wurde. Der Papst hielt eine Ansprache, in welcher er die Verfolgung der Kirche in verschiedenen Ländern, speziell in Frankreich beklagte, wo die Trennung von Staat und Kirche geplant werde. Der Vatican sei hierfür nicht verant wortlich. Eine Stelle in der Ansprache des Papstes lautet : Unter anderen Dingen, die unsere Seele betrüben, find auch die Schrecken deö Krieges, der nun den fernen Osten mit Feuer, Blut und Tod verwüstet. O, welche Thräne i werden dort ver gössen ! Jene welche auf Erden Ihn vertreten, der den Frieden predigte, mögen von Gott erleuchtet werden, da. mit Fürsten und Völker zum Frieden kommen. Der Uebel, welche die Mensch. heit befallen, find so viele und große. daß es nicht nothwendig ist Krieg zu führen, um die Dinge schlimmer zu machen." Der russische ' ;' 'J ' - . vs rl - ii Die obere Illustration zeigt wie die Graben und Wälle aufwerfen um die Das untere Bild zeigt das Innere eines

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Rußland.

Von den Attentaten. W a r s ch a u . 27. März. Polizei chef v. Rotten, auf den gestern Abend das Attentat gemacht wurde, verdankt fein Leben dem Umstände, daß der Attentäter die Bombe hinter den SBqj gen statt unter denselben warf. 'Nolken wurde von unzähligen Bombensplit. i tern getroffen. Der Attentäter ist noch nicht verhaftet. Der Mann , welcher vorher eine Bombe in die Polizeistation von Praga warf, wird wahrscheinlich sterben. Er wurde durch einen Bombensplitter sowohl, wie durch Schüsse der Polizisten verwundet. Er verweigert jede Auskunst über seine Person und gesteht nur zu ein Sozialist zu sein. Die Polizei hat aber später in Erfahrung gebracht, daß er der 13 Jahre alte Schlosser Stephen Okrjeia auS dem Distrikt No. vominsk ist. G o r k y leidend. St. Petersburg, 27. März.Maxim Gorky'S Lungenleiden erregt die Besorgniß seiner Freunde. Die Aerzte erklären, daß seine Uebersührung von Riga nach dem südlichen Rußland absolut nothwendig sei. ' Brandstiftung. S e b a st o p o l, 27. März. Auf. rührer haben zu Jalta in derKrim fast alle Lagerhäuser und Schnapsläden zerstört. Die Polizeistation und eine Anzahl andere Gebäude wurden in Brand gesteckt. Truppen bewachen das Postamt und die Staatskasse. Die An kunft weiterer Truppen wird jeden Au genblick erwartet. Der Polizeichef in ZZalta ist angeblich verwundet. Reformplane. Moskau, 27. März. In einer Versammlung deö Adels vom Gouver. nement MaSkau, der auch Vertreter anderer LandeSthelle beiwohnten, wur den eine Erklärung gegen konstitutio. nelle Regierung, wie sie Völker deS westlichen Europa'S hätten, beschlossen und als Grund die geographischen und ethnographischen Verhältnisse, sowie die politische Entwickelung deS russischen Volkes angegeben. ES solle VolkSveriretung bis zu einem gewissen Grade sein, aber keine Be schränkung der Autokratie, sondern nur der administrativen Willkühr eintreten. Herrscher und Volk sollten in nähere Berührung kommen. Die Anwaltskammer von Moskau nahm Beschlüsse an, in welchen eine Volksvertretung verlangt wird, um eine Konstitution zu entwerfen. Finnische Demonstration. HelsingforS,27. März. Heute fand hier ein großer Umzug statt, an dem Tausende von Arbeitern Theil nahmen. Viele finnische Fahnen waren in demselben zu sehen. Musikkapellen spielten sinnische Melodien und das Voll sang nationale Lieder. ES wurden Reden in finnischer und schwedischer Sprache gehalten und Beschlüsse gegen die Konskription angenommen. Die Polizei mischte sich nicht ein, da alles in guter Ordnung verlief. Rückzug. r.ViTm , ,n wir russtschen Pioniere im Rücken des Gros Verfolgung der Japaner zu hemmen. russischen FeldhospitalS.

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Von der Mecklenburgi

schen Reblaus wird aus Gießen erzählt: Im vergangenenHerbst ging ein junger Gelehrter, der längere Zeit auf der hiesigen Universitätsbibliothek thätig war, mit einem Stipendium nach Griechenland zu wissenschaftlichen Studien. In der Weihnachtszeit sandten ihm, wie man sich jetzt in hiefigen Akadcmikerkreisen erzählt, seine Angehörigen aus Mecklenburg einen Tannenbaum als Christgeschenk. Doch die Zollbehörde zu Athen lieferte den Tannenbaum nicht an den Empfänger ab, sondern schickte ihn nach Mecklenbürg zurück, mit dem Bemerken, daß die Einführung eines solchen Baumes in Griechenland wegen der Reblausgefahr nicht angängig sei. Derbekannte englische Gelehrte S:r William Ramsay erzählte kürzlich in einer Gesellschaft eine sehr bezeichnende Geschichte. Ein alter Herr, der gestorben war, hatte zu Testamentsvollstreckern drei Herren, 1 Engländer, 1 Iren und 1 Schotten ernannt. Jedem hinterließ er ein beträchtliches Legat, stellte aber dabei die Bedingung, daß jeder fünf ' Pfund Sterling in den Sarg legen solle. Am Tage der Beerdigung kam der Engländer und legte eine Fünfpfundnote in den Sarg; darauf fügte dr Ire fünf Pfund in Goldstücken hinzu. Run nahte fich der Schotte. Ernsthaft schritt er zum Sarae. schrieb bedächtig einen Schein über 50 Pfund aus, legte ihn in die Hand des Todten und nahm das übrige Geld heraus! - Schwere Ausschreitungen gelegentlich der Kaisergeburtsfeier, die sich Mannschaften vom 3. Aataillon des Infanterieregiments Ro. 44 in Lötzen (Ostpreußen) hatten zuschulden kommen lassen, fanden vor dem Kriegsgericht ein Nachspiel. Angeklagt waren insgesammt 10 Musketiere. Sie hatten an der Kaisergebnrtstagsfeier am 28. Januar d. I. nicht theilnehmen können, weil sie zufällerweise zur Festungswache commandirt waren. Hierüber aufgebracht, ließen sie sich zu Ausschreitungen gegen den Wachthabenden hinreißen, was ihre sofortige Verhaftung zur Folge hatte. Das Kriegsgericht erkannte gegen die zehn Angeklagten theils wegen Gehorsamsverweigerung und Achtungsverletzung vor versammelter Mannschaft, theils, wegen militärischen Aufruhrs auf Gefängnißstrafen von einem Jahre bis zu einem Jahre drei Monaten. Sämmtliche Angeklagte erklärten, gegen das Urtheil Berufung einzulegen. Eine Ausschreitung des unter dem Namen kluger Hans" bekannten gelehrten" Pferdes wird aus Berlin gemeldet; er hat seinen Pfleger Schultz übel zugerichtet, der mit schweren Verletzungen, im Lazaruskrankenhaus darniederliegt. Eine geräume Zeit hatte die Mitwelt nichts von dem denkenden" Pferde vernommen, dessen Leistungen eine Zeitlang ganz Berun ln Athem hielten. Hans machte die Erfahrung so vieler berühmter Zeitgenossen, daß unsere schnellebige Generation auch über die Besten zur Tagesordnung übergeht. Schon seit einiger Zeit bemerkte die Umgebung, daß Hans nervös geworden war. Er erledigte seine Schularbeiten nicht mit gewohnter Frische, bekündete aber andererseits einen hervorragenden Appetit. Neuen Exempeln und arithmetischen Nüssen, die ihm Herr von Osten zu knacken gab, begegnete er mit den Zeichen äußerster Reizbarkeit. Als sich ihm kürzlich sein Pfleger Schultz näherte, um ihn aus dem Stalle zur gewohnten Lektion auf den Hof zu führen, versetzte er ihm einen Huftritt, der dem Bedauernswerthcn Nase und Oberlippe spaltete. Als Andenken an den nervösen. Hans wird der Verletzte zeitlebens eine entstellende Gesichtsnarbe davontragen. Ueber den tragischen Tod des Grafen Albrecht v. Finckenstein, Majorathsherrn auf Groß-Her-zogswalde, der sich am Grabe seiner Gattin erschoß, werden äus DeutschEylau folgende Einzelheiten berichtet. Graf Finckenstein pflegte Tag für Tag das Grab seiner vor mehreren Monaten verstorbenen Gattin zu besuchen und auch an dem betreffenden Nachmittag hatte er sich zu diesem Besuche zu Fuß nach dem Friedhofe begeben, nachdem er zuvor seinem Gärtner die Weisung ertheilt hatte, Ihn nach Verlauf von einer Stunde mit dem Fuhrwerk von dort abzuholen. Als der Gärtner um die befohlene Zeit in der Nähe des Friedhofes eintraf, vernahm er das Röcheln eines anscheinend Sterbenden, und, nichts Gutes ahnend, eilte er so schnell, wie er konnte, an das Grab der Gräfin Finckenstein. Hier fand er den Grafen, mit geöffneten Oberkleidern und aus zwei Wunden in der Herzgegend blutend, am Grabhügel liegend auf, die todtbringende Waffe krampfhaft in der Rechten haltend. Der entsetzte Gärtner, dem es nicht gelingen wollte, den Schwerverletzten aufzurichten, begab sich nun sofort in das nahe gelene Forsthaus, um' von dort Hilfe zu holen. Währenddessen hörte er einen dritten Schuß fallen. Nach dem FriedHofe wieder zurückgekehrt, fand man den Grafen noch lebend vor und man tonnte ihn, trotz der schweren Verwundungen, auch noch lebend nach dem Schlosse zurückbringen, wo er jedoch bald nach der Ankunft verstarb, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu ha-den.

Merkt Dieses Man kann fl9 fdt des Lebens erfreue, en a mit Leberkeiäen geplagt ist. VStann kann ( doch Unwohlsein mit Wohl sei vertauschen durch di Vnmendung von ?r. August KöuZg's ambursser Tropfen. Aerzte. Dr. J. A. Siitcliffe, Wund -Arzt, Seschlechts-, Urin- un,Äectum Arankheiten. mtt : 155 OS Market Str. Tel. 941 0fne5tsse t 9 tll 19 tttr . : 1 feil 4U)r. J-l I I -M Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. Sehsndelt alle akute unb chronische Krank heiten. GeburtShllfe Spezialität. - Osstce: 14 West Ohio CStt. tflcGt8Blti: 10n Sara. 54 ach. otttazi : M0-19J0 8m. 'phon. en . Co nung: 1S50 Sladis, Tv evrechAuuden : 78 Ittl onntag : b ach. Wohnung Telephone : ftlt S025; R.NN Niedrige Einen Weg" Kolonisten Raten via nach California, Washington, Vregon, .Idaho, ZNontana, Utah, und umliegendes Territorium. Fahrkarten zum Verkauf vom 1. März biö 15. Mai 1903. Für völlige Information und Einzeln heiten hinsichUich der Raten, Fährkarten etc. wende man sich an die Agenten der Vig Four Route" oder schreibe an Wsrren j. Lynch, Gen. Pass. & Ticket Agt. Sincinnati 0. oder . M. Bronson, ?.8L, JudiavapolU. Züge ersten Ranges ! Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden ! M Züge zwischen "Indianapolis und 1 (Sincinnati. 10 Züge zwischen Indianapolis und XL Dayton. 6 Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. 6 Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. 4 Züge zwischen Indianapolis und Springsield, Illinois. Parlor Waggovl an allen Xagel und $laf maggsnü an allen Nacht-Zügen. Indianapolis Office : Union Bahnhof und 8 Nord Illinois St. R. P. Algeo, D. P. A. IM QilE M7ESTEI1II N.N. .... Fahrzeit der Züge . . .. . bsahrt knkuuf loledo, Ehieazo nd Vttchigan irreA T.15 HOM roledo. Detroit und Chicago Lim lS.t0 t I.IS vichiga UY, Stande tt.afattteeLt 70 jlg.u Üblich t aslttnornrnta Cotnüaal.

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