Indiana Tribüne, Volume 28, Number 183, Indianapolis, Marion County, 27 March 1905 — Page 3
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Jndkana Tribüne, 27. März 1905t
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Zwei. Bombenattentate
Gegen Polizeibcamte Warschau's lion Neliollltiv: nären ausgeführt. Ein Interview mit Feldmarschall Oyama. Scharmützel in der Mandschurci.Niederlage der deutschen Banken. Die Kaiserin auf der Hohcnzol lern" vor Mcssma angekommen. Berhangnißvollcr Erdrutsch in Ungarn.
Nuhland. BombenOttentate. Warschau, 26. März. Heute Abend wurde in den Wagen des Poli zeichess v. Rotten eine Bombe geworsen. Der Boron ist angeblich ernstlich verlest. Warschau, 26. März. Nach den letzten Berichten war daS Attentat auf Baron v. Nolken das Resultat einer ausgedehnten Verschwörung der revolutionären Partei. Kurz vor 3 Uhr heute Abend kam ein elegant gellrideter Herr nach der Poll zeistation in der Vorstadt Praga und schleuderte eine Bombe in den Hof. Sieben Personen wurden verwundet, zwei davon schwer. Der Mann ver suchte, wegzulaufen, wurde aber von . dem Stationsvorsteher gefangen. Es war ein Jude, doch ist seine Persönlich keit noch nicht festgestellt. Die Gewaltthat wurde durch Tele Phon sofort dem Polizeichef von Nolken nach der Stadthalle gemeldet. Derselbe machte sich mit einem Polizei beamten in einem Wagen auf den Weg nach Praga. Als sie an dem Schlosse deZ EeneralgouverneurS vorüberkamen, warf ein Mann eine Bombe nach dem Wagen. Baron v. Nolken, der dem Attentäter zunächst war wurde ernstlich verwun det, wahrend sein Begleiter unbeschä d!gt davon kam. Der Wagen Tmtbe zertrümmert. Der Baron wurde nach der Stadthalle getragen. Inzwischen verfolgte der Polizeibeamte den Attentätet und packte ihn. Aber letzterer war stärker und riß sich loö. Ein anderer Polizist feuerte zweimal auf den Fliehenden ohne Erfolg. Eine halbe Stunde später wurde in der Sowia Straße ein Mann todt aufge funden. Die Polizei glaubt, daß dieö der Bombenwerfer war, der fich'erschoß, um der Verhaftung zu entgehen. Ein Mädchen, daß vorbeikam, als die' Bombe geworfen wurde, mußte verwundet nach einem Hospitale ge bracht werden. Wie die Polizei annimmt, hatten die Revolutionäre berechnet, daß der Poli zeichef nach dem ersten Attentate zu Praga dorthin eilen und an dem Schlosse vorbeikommen würde. Das Attentat hat große Aufregung hervorgerufen. Baron von Nolken ist bei den polnischen Massen, die ihn für die blutigen Ruhestörungen Ende Ja nuar verantwortlich halten, sehr ver haßt. Er kam vor einem Jahre hierher von St. Petersburg, wo er Kommandant der berittenen Polizei gewesen war. W a r s ch a u, 26. März. Nach spä teren Nachrichten wurde die Bombe zu Praga nicht in den Hof, sondern in ein Zimmer der Polizeiftation geworfen, in dem sich die Leute zu versammeln pfle gen, bevor sie an Dienst gehen. Sechs Polizisten wurden verwundet. Auf de: Flucht schoß der Bomben Werfer zweimal auf einen Polizisten und traf ihn in den Unterleib. Der Attentäter selbst ist verwundet und be findet sich in einem Hospitale. C5 hat sich herausgestellt, daß der Mann, welcher todt in der Sowia Straße gefunden wurde, ein Polizist in Civil ist, der den Attentäter d.s Poli zeichefs verfolgte. Wahrscheinlich schoß ihn der Verfolgte todt. Baron v. Nolken'S Verletzungen sind erst, doch nicht absolut lebensgefährlich. Mobilisirung. St. P e t e r S b u r g , 27. März. Die Militärbehörde hat beschlossen, die Maschinengeschütz.Compagnien der 3., 9., 22., 31., 35. und 37. Infanterie Division auf Kriegsfuß zu setzen. Aufrührerische Prokla. m a t i o n e n. Warschau, 27. März. Die Gegend von Siedlco, BielSk, Vlodslavsk, Rodin und.Lukow ist mit auf rührerifchen Proklamationen überschwemmt worden. Sie fordern Ein führung der polnischen Sprache in Schulen, Gerichten und VerwaltungS ümtern.
800 Personen verhaftet. M o k a u , 26. März. Ein Lager von Waffen und Bomben wurde auf dem Anwesen deS reichen Kaufmannes Barassow entdeckt. Die Untersuchung enthüllte eine Verschwörung und 800 Personen wurden verhastek. '
Groß. Industrielle in Sorgen. SU Petersburg, 27. März. Eine bemerkmZwerthe Erscheinung ist e5, daß die industriellen und HandelsKlassen, welche seither sorgfältig eine Einmischung in die Politik vermieden. nun, durch den drohenden Ruin ge zwungen, sich an derselben betheiligen. ie unterstützen durchgehendZ die For. derungen der Liberalen. Der Moskauer Millionär Morosoff. unter dem Namen Baumwcllekönig" bekannt, hat eine Versammlung von Groß.Jndustriellen Rußland einberufen, um der Regierung Vorstellungen zu machen. Auf dem Lande werden die Ruhestö rungen wieder größer. Verschiedene Großgrundbesitzer sind ermordet worden. Insel Sachalin bedroht. St. Petersburg, 26. März. Von der Insel Sachalin wird gemeldet. daß daselbst in zwei Wochen eine San dung der Japaner erwartet wird, da der Hafen KorsavovSk um diese Zeit eisfrei wird. Die Besatzung bestehend auS 2000 Soldaten und befangenen Wärtern, ist zu schwach, um ernstlichen Widerstand zu leisten. ES befinden sich auf der Insel außerdem 3000 Sträflinge, 6000 frühere Sträflinge unv 3000 Eingeborene. Kuropatkin auf dem Holzwege. St. Petersburg, 27. März. Fürst UchtomSky'S 'Zeitung Dawn" veröffentlicht einen Bericht des damaligen Kriegsministers Kuropatkin vom Herbste 1903 an den Zaren. Der General ist der Anficht, daß die Besetzung des Jalu-DistrikteS den Krieg herbeiführen werde, spricht aber daS Ver trauen aus, daß Rußland zu Wasser und zu Lande mit Japan fertig werden könne. Er glaubte, daß der Dreibund den Krieg benutzen würde, um Ruß land im Westen zu bedrohen, und daß Großbritannien das Verhältniß bezüglich Afghanistans zum Bruche bringen werde. In den Berechnungen des Generals spielt die Gefahr an der euro päischen Grenze eine große Rolle; sie verhinderte ihn auch, bedeutende Ver stärkungen nach Osten zu schicken, bis Kaiser Wilhelm beruhigende Versicherungen gab. Gen. Grippenberg. St. Petersburg, 26. März. Ein kaiserlicher Erlaß enthebt Gen. Grippenberg des Kommandos der 2. mandschurischen Armee, beläßt ihn qber in der Stellung als Flügeladjutant des Zaren. Japan. Erstes Interview Oyama 's. I i n l a ii, 22. März, über Tient sin. Heute gab Feldmarschall Oyama einem Zeitungskorrespondenten die erste Unterredung, die er hatte, seit er in 8 Feld zog. Er weigerte sich, die Mög lichkeiten eine? Friedensschlusses zu er Srtern. Ich bin nur Soldat", sagt er, kein Politiler. Die japanische Regierung wird FriedenSbedingungen vorbereiten, wenn die Zeit kommt. Wir waren gezwungen, diesen Krieg im Interesse deS internationalen Frie denS und der Sicherheit unseres Lan des zu führen. Persönlich habe ich große Achtung vor den Russen. Sie find Soldaten. Offiziere und Leute haben geschickt und tapfer gefochten. Währenddes Krieges zwischen Japan und China war ich Kommandant der Armee, die Port Arthur nahm. Mit anderthalb Divisionen nahmen wir die Stadt in 5 Stunden. Das diesmalige Resultat zeigt den Unterschied zwischen Chinesen und Rus sen Aber unsere Armee, Osfiziere wie Soldaten thaten ihre Pflicht, wie das Land es erwartete. Ich war 16 Jahre lang Kriegsminister von Japan und
während dieser Zeit wurden KonskriptionSgesetze angenommen. Ich habe den Aufbau der japanischen Armee ge nau verfolgt; die Leute baden alle Hoffnungen erfüllt, wie sie es auch in früheren Zeiten gethan haben würden, als die Armee aus Berufssoldaten be stand. Die moderne Armee rekrutirt fich auS allen Klassen, aber alle unsere Hoffnungen wurden im Kriege durch diese tapfere Armee erfüllt." Feldmarschall Oyama lehnte eS ab, künftige Bewegungen oder Pläne der japanischen Armee zu besprechen. Er deutete an, er sei bereit den Krieg wei terzuführen, so lange eS nothwendig sei. Trotz gegentheiliger Berichte ist der Gesunoheits Zustand Feldmarschall Oyama'S ausgezeichnet. Er ist mit seinem Stäbe in einem feinen chinesi schen Hause untergebracht, das ihm der chinesische Vizelönig zur Verfügung ge stellt hat. Siegesfeier. Tokio, 26. Mrz. Die ersten Gefangenen von Mulden kamen auf dem Wege nach den Marashimo-Kaser nen hier durch. Sie waren sehr dürf tig gekleidet. Der Verband der Geschäftsleute be reitet eine große Feier der Einnahme
von Mukden für den 3. April vor. .65 soll eine Parade nach dem Uyanv'Park stattfinden, an der 100.000 Mann Theil nehmen und an dem kaiserlichen Palaste vorbeidefiliren werden. Kleinere Bewegungen. Tokio, 26. Mrz. Folgende offizielle Depesche ist hier eingetroffen : Unsere Armee zu Singking meldet. daß der Feind fich von Singking auf Houlungchore, 90 Meilen nordöstlich, zurückzog. Ein anderer Bericht sagt. daß eine feindliche Schwadron bei Mienhuachien an der Kirin Straße zwischen Piyuanpomen und Changtee hielt. Bei Kanko.rshi sind schwache feind liche Abtheilungen aufgetaucht. Auf ihr Ersuchen wurden 421 Nicht. kombattanten, die zu Mukden gefanken wurden über die japanische Postenkette hinausgebracht und 344 find südlich nach Tschisu und Shanghai geschickt und entlassen worden. Tokio, 26. März Die Bahn zwischen Mukden und Kaiyuan ist re parirt und der Verkehr ist wieder auf genommen. Anleihe. Tokio, 26. März. Große Be. friedigung herrscht über die UnterbriN' gung der ausländischen Anleihe. Die inländische Anleihe wurde mehrfach überzeichnet. Wahrscheinlich wird ein Theil derselben an ausländische Unter zeichne? gegeben werden. Der Ersolg beider Anleihen hat das Vertrauen erhöht, daß Japan im Stande sein wird, den Krieg ohne Schwierigkeit weiterzusühren. Der deutsche Gesandte geehrt. Tokio, 26. März. Zu Ehren des deutschen Gesannten, Grafen Arco Valley, der morgen zur Hochzeit deS Kronprinzen Friedrich Wilhelm nach Berlin abreist, gab heute Abend Prin zesfin Arisuwaga ein Diner, dem die KabinetSmitglieder, daS diplomatische KorpS und andere Notablen bkiwohneen. Deutschland. Peinliche Ueb'erraschung. Berlin, 26. März. Große und peinliche Ueberraschung Hut hier in wei testen Kreisen die Nachricht hervorgeru fen, daß die neue japanische Anleihe im Betrage von 600 Millionen Mark ohne Mitwirkung der deutschen Bankwelt ab geschloffen worden ist und gleichzeig in London und New Jork emittirt werden wird. ES ist offenes Geheimniß, daß die englischen Finanziers von Beginn an auf das Cisrlgfte gegen die Bethei ligung deutscher Banken an der TranS aktion intriguirt hatten, während die Amerikaner durchaus willens waren Berlin an der Anleihe Partizipiren zu lassen. Die Engländer aber wollten den deutschen Banken im höchsten Falle eine sehr untergeordnete Betheiligung einräumen, woran die Verhandlungen im legten Augenblicke scheiterten. Russische Zustünde. Berlin, 26. Mürz. Welch Stimmung unter dem russischen Volke in den südlichen Provinzen und im Kaukasus herrscht, zeigt ein Vorfall der fich soeben in Sukhun ereignete Die dortige Polizei hatte die AuSwei sung.von zwei bekannten Sozialisten verfügt. Als die beiden Revolutionäre nach dem Bahnhof geschleppt wurden sammelte fich eine große Menschenmenge
an, mit dem Entschlüsse, ihre Deport!
rung um jeden Preis zu verhindern. Mehrere Stunden lang drohte ein blu. tiger Aufruhr, und derselbe wurde nur dadurch abgewendet, daß der Distrikts. Vorgeher fich von einer Bürger-Depu. tation bewegen ließ, die beiden Verhaf. teten in Freiheit zu setzen. Emil Schalk'S Preisarbeit. Berlin, 26. Mürz. Demnächst erscheint hier im Buchhandel eine Preisarbeit des im vorigen Jahre verstorbe nen New Yorker Fabrikanten Emil Schalk, welche beachtenSwerthe Betrach. tungen über den industriellen und kom merziellen Wettbewerb zwischen Deutsch. land und den Ver. Staaten enthält. chalk macht den Vorschlag, die deutsche Industrie solle durch Pflege der technischen Wissenschaften, höhereSchutz' Zölle sowie industriefreundliche Gefetz. gebung gefördert werden. Er empfiehlt ferner Subventionirung der deutschen Dampferlinien, eine centrale Organifirung des Ausfuhrhandels und die chaffung eines deutschen Zollvereins mit Anschluß an die benachbarten Hei nen Staaten. Vor allem befürwortet er eine große deutsche Marine, welche mit der Entwicklung der Handelöflotte Schritt halten müsse. Neuer Commandeur d e s 2. bayerischen E o r p S. München. 26. März. Wie ge meloet wird, ist der bisherige Commandeur der 2. bayerischen Division, Gene ral Leutnant Freiherr Theophil von Äeichlin-Meldegg, zum commandiren den General des 2. bayerischen Armee corpS ernannt worden, als Nachfolger des Generals der Cavallerie Emil von Xylander, der in den Ruhestand tritt. nicht zu verwechseln ,'.mit, dem ehemaligen commandirenden General deS 3. bayerischen Armeecorps, General der Infanterie Heinrich v. Xylander, dessen Ableben gestern gemeldet wurde. Der neue commandirende General war in den neunziger Jahren Militärbevollmächtigter Bayerns beim Bundesrathe in Berlin. Er wurde 1846 geboren nnd gehört der Armee seit 40 Iah ren an. DaS MoinmseN'Denkmal. B e r l i n, 26. März. Sieben hervorragende Bildhauer find zu einem Wettbewerb für das im Vorgartm der Berliner Universität zu errichtende MommfeN'Denkmal von dem zustän digen Konnte eingeladen worden. Man vlant eine fitzende Figur und es wird In dem Preisausschreiben ausdrücklich er klärt, daß das Postament einfach und nicht mit Seitenfiguren ausgestattet sein soll. Die Konkurrenz schließt am 1. Juli. Italien. Amerikanerbeim Papste. Rom, 26. März. Der Papst empfing heute 12 amerikanische Priester und 45 Laien. Kaiseryacht angekommen. M e s s i n a , 26. Mürz. Die deutsche Kaiseryacht Hohenzollern. mit der Kaiserin und den Prinzen Eitel Fritz und Oskar an Bord, kam heute an. Tausende von Zuschauern begrüßten die Ankömmlinge. Ein italieni. scheö Geschwader und zahlreiche Jachten erwiesen die üblichen Ehren. Oesterreich'Ungarn. S ch i l l e r . F e i e r. Wien, 26. März-Eine großartige Schiller-Feier wird hier vorbereitet. Am 9. Mai. dem hundertsten Todestage des Dichtes, wird eine Massenhul digung vor -dem Schiller-Denkmale stattfinden, an. welcher fich, außer sämmtlichen Gesangvereinen, 50,000 Schulkinder betheiligen werden. Die Gemeinde Wien veranstaltet im Rath Hause eine Feier, und die deutschen Studenten der Wiener Hochschulen be reiten eine glänzende Feier vor, der?n Erträgniß dem Fond zur Gründung einer freien deutschen Hochschule in Salzburg bestimmt ist. Verhängnißvoller Erd rutsch. Semlin, 26. Mürz. Heuteer. folgte hier ein großer Erdrutsch. Von einer Kompagnie Soldaten, die einer verschütteten Frau zu Hilfe eilten, wur den 3 getödtet und 19 verletzt. Canada. Schadenersatzklagen. H ali f-ax. N. S., 26. März. Die Besitzer des Dampfers Panfian", der gestern an der Hafeneinfahrt von dem ..Albano" der Hamburg.Amenka Linie angerannt wurde, haben eine Klage auf 8150,000 Schadenersatz er hoben. Die deutsche Gesellschaft wird
eine Gegenklage einreichen
Der trlnkscstc Byron.
Der Vergleich zwischen Lord Byron und Alfred de Musset ist oft gezogen worden. In einer Hinficht aber führt Dr. Labonne in der Pariser Md. Ztg." aus, waren die beiden großen Schriftsteller verschieden, namltch in ihrer Stellung zum Alkoholismus, obgleick sie beide eigentlich trunksüchtig zu nennen waren. Wenn Musset einmal in der Akademie fehlte, so hieß es Müsset est absinthe". Er widerstand den Wirkungen des AlkoholgenusseS nicht. Byron rühmte sich dagegen geradezu seiner Trinkfestigkeit. Er forderte einmal einen Nebenbuhler auf 3 Bedingungen heraus: erstens eine Wegstunde im Meer schwimmend zurückzulegen, zweitens Zug um Zug vier FlaschenBordeaux zu trinken und drittens fich für em Gedicht von einem Verleger 1000 Pfund Sterlina zahlen zu lassen. Einer der Freunde Byrons, der seine Gespräche und Erfahrungen mit dem gemalen Dichter veröffentlicht hat. schrieb, wie er mit Kummer die Abspannung undAbmagerung Byrons beobachte. Um sich zu erhalten, trank er nur um so mehr Wein, und namentuch sein Lleblmgsgetrank Genever, das er, freilich in Mischung mit Wasser, geradezu die Quelle all seiner Jnspirationen nannte. Byron sagte zu seinem Freunde mit Bezug darauf: Würdet ihr trinken wie ich, so würden auch eure Verse so gut sein wie die meinen, glaubt mir, dies ist die wahre Hippokrene." Vhron trank jeden Abend etwa 600 Gramm Genever. Wenn man nun noch den Wein hinzunimmt, so muH er in der That einen hübschen Posten Alkohol täglich vertigt haben. Freitag vin ich krank . Aus den letzten Lebensmonaten Adolf v. Menzels wird eine kleine Geschichte erzahlt, die die originelle Art des Meisters kennzeichnet. Ein paar Tage vor Menzels letztem Geburtstag (8. December) sandte Professor H. sein Dienstmädchen zu der tlelnen Excellenz", um diese für Freitag zum Abendessen zu bitten. An der Wohnungsthure Menzels waren zwei Zettel angebracht, von denen der eine die Worte enthielt: Man bittet, nicht zu klingeln." :Das Dienstmädchen ließ sich von dieser Mahnung nicht abschreden, schenkte dem zweiten Zettel vollends keine Aufmerksamkeit und läutete kräftig an. Nach einer Weile erschien Menzel in der halbgeöffneten Thür, betrachtete kopfschüttelnd die kühn anstürmende Magd, über deren Echauffement er einige launige Bemerkungen machte, und fragte dann nach dem Begehren. Excellenz möchten Freitag Abend zu Professor H. kommen", brachte das eingeschüchterte Mädchen etwas mühsam vor. Statt aller Antwort wies Menzel stumm auf den zweiten Thüranschlag, den das Dienstmädchen nicht beachtet hatte, und verschwand hinter der geschlossenen Thüre. Die Magd aber las staunend den Orakelspruch: Freitag bin ich krank. Menzel", den sie dann getreulich daheim hinterbrachte. Der.Commentar zu der räthselhaften Kundgebung aber ist der folgende: Menzel wußte, daß er am Donnerstag, an seinem Geburtstage, in den Tafelgenüssen, namentlich im Pokuliren, ein Uebriges thun würde. Vorsichtigerweise meldete er sieb darum bei allen Besuchern und Einladern für den Freitag . krank. Man sieht: Selbstironie und kräftiger Humor geleiteten den Meister bis an die Schwelle des neunzigsten Lebensjahres. Die Hauptsorge. Warum glauben Sie denn, daß Ihr GatU nach Ihrem Tode gleich wieder hei rathen würde hat er denn so'n liebebedürftiges Herz?" Das gerade nicht wer soll ihm denn aber dann die Kravatte binden!" Moderner Gauner. Richter (zum Einbrecher): Sie hatten damals bei dem Einbrüche S0,000 Mark erobert! Wieso befanden sich aber bei Ihrer Verhaftung 60,000 Mark in Ihrem Besitze?! Einbrecher: Wei! ich mit dem Gelde ein bissel spekulirt habe! Zweifelhafte Hilfe. Verschuldeter Baron: Wenn ich das verspielte Geld nicht aufbringe, muß ich mich erschießen. Man sagte mir. Sie wüßten einen Lebensretter!" Agent: Jawohl ich weiß einen r fp n c - n - , ave.? ossen geianoen: es in in neqv abschneide?!" -.Bissig. A.: Wie bist denn Du nun auf einmal verheiratet?! B.: Ach, das war eigenthümlich! Ich wurde mal von einer Dame überradelt, brach Arm und Bein, und wie es sich so hin und her drehte, wurde sie noch meine Frau! A.: Ja ein Unglück kommt selten allein! Vermuthung. Vorsitzender: Die Verhandlung ist geschlossen, das Urtheil wird jedoch noch nicht kundgemacht, sondern bleibt vorbehalten !" Erste Dame (im Publikum): Warum das?" Zweite Dame: Gewiß wollen die Richter über die Sache erst zu Hause mit ihren Frauen sprechen." Stimmt. Diener (eines Barons, als dieser von einer sehr großen Reise zurückkehrt): Nun, fanden der Herr Baron nicht alles so, als ob der Herr Baron selbst dagewesen wäre?! Baron: Jawohl! Sogar im Weinkeller und in dem Cigarrenkasten sieht'S aus, als ob ich gar nicht fortgewesen wäret "
Warum nicht Ihr Heim anziehend machen, durch den Ge
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