Indiana Tribüne, Volume 28, Number 182, Indianapolis, Marion County, 25 March 1905 — Page 7
Jndkana Tribüne, 25 März 1905
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I Das mt)M des t t Ruthen Ainucn" Honaa von Gerliard Stein t .a.. lFlntsetzung.) Und als wartete er nur auf diesen Moment des völligen Verlustes der letzien Habe, blieb er steif und regungslos stehen, und blickte mit höhnischem Grimm zum Köfferchen hin. Wollen Sie nicht Ihre Sachen aus nehmen?" Es war eine weibliche Stimme, die hinter ihm ertönte. Wie aus einem Schlafe erwachend, wandte er sich um. Eine Frau von untersetzter Gestalt stand vor ihm. Sie hatte ein volles Gesicht mit einer kleinen Nase, auf die ein Kneifer festgeklemmt war, und aschblondes Haar, das in starren Strähnen über die Stirne fiel. Im Ganzen war sie weder hübsch noch häßlich. Sie trug ein elegant gefertigtes grünes Kleid, dessen stechende Faroe das volle Gesicht blaß und kränklich erscheinen ließ. Nur der Hut mit den großen wallenden Federn und dem etwas überladenen Blumenschmuck war an ihr beso-ders auffallend. Heydemann blickte die Frau einen Moment verständnißlos an. Sie wollen doch nicht Ihre Sachen auf der Straße liegen lassen," meinte sie lächelnd. Nein," sagte er gleichgültig. Und langsam schritt er auf den Koffer zu. Es waren wirklich einige Stücke auf die Straße gefallen und im Koffer, in dem der Inhalt in Unordnung gerathen war, sah es aus, als ob die herausgefallenen Stücke keinen Platz mehr finden würden. Warten Sie, ich will Ihnen , ein wenig helfen," sagte die Frau mitleidia. Ö, ich danke, danke sehr," meinte Heydemann verlegen, nicht wissend, was er zuerst angreifen sollte. Die freundliche Helferin aber ging rasch auf den Koffer zu und brachte mit einigen Handgriffen die Sachen in die richtige Lage. Nun geben Sie mal die Gegenstände her, die auf der Straße liegen," sagte sie. Er bückte sich und holte, mechanisch dem Befehl gehorchend, die Stüue heran. Sie sind der Herr aus dem Hotel zum ,Nothen Löwen nicht wahr?" fragte sie neugierig. Ja," antwortete er etwas überrascht. Es war wohl Ihr ganzes Geld, das Sie verloren haben?" forschte sie weiter. Er blickte sie an, und auf seinen Lippen schien die Frage zu liegen, woher sie ihre Kenntniß habe. Ich habe es zufällig erfahren durch einen der Schutzleute,' die mit dem Leutnant gegangen sind," fügte sie hinzu. Was wollen Sie nun anfangen?" Im Koffer war jetzt alles in Ordnung. Heydemann hob ihn aus, preßte ihn an sich, und arbeitete . mit dem Schlüssel an dem verdorbenen Schloß herum. . Ja," sagte er befangen, ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht." Was sind Sie denn von Beruf?" fragte sie weiter. Heydemann wunderte sich gar nicht über diese Neugierde. Er beugte nur den Kopf tief über sein Köfferchen und blickte vor sich hin. Die Frage brachte ihn aber dennoch in Verlegenheit. Die Dame war ja so freundlich und gut gegen ihn, er hielt es darum für seine Pflicht, ihr irgend etwas zu sagen. ' Ich habe eigentlich keinen Beruf." sagte er stammelnd, zögernd. Ich war zu Hause Lehrer; ich gab Nachhilfestunden," fügte er rasch hinzu, und nun wollte ich mit dem Gelde in Verlin " Er kam nicht weiter. Etwas saß ihm in der Kehle, was ihm das Sprechen erschwerte und ihm das Wort abschnitt. Ach so. Ja, dann natürlich. Sie wissen also nicht, was Sie jetzt thun sollen," meinte sie mit einem gewisser Mitgefühl. Und bis das Geld wie dergefunden ist, müssen Sie ruh'z überlegen. Na, wissen Sie . . . wie ist doch Ihr Name?" Heydemann." Richtig ja . . . Herr Heydemann. Nun, vielleicht kann ich Ihnen behilflich s?in. Ich heiße Driesen, Frau Doktor Friedenke Driesen, Schriftstellerin. Sie werden meinen Namen schon gelesen haben. Nicht wahr? Nun, Ihr Fall ist mir besonders interessant. Kommen Sie einmal mit mir in meine Wohnung, da wollen wir über Ihre Angelegenheiten sprechen." Wie? Was wollte die Dame? Heydemann verstand nur halb, was sie zu ihm redete. Er war noch immer wie betäubt, er wußte nicht recht, wie ihm geschah. Er hielt sein Köfferchen nun mit beiden Händen und sah die Frau wie geistesabwesend an, ohne sich von der Stelle zu rühren. So kommen Sie doch!" sagte Frau Doktor Driesen entschieden. Nur ein paar Schritte, wir stehen fast vor dem Hause." Und Heydemann setzte sich m Bewegung: Sie schritt voran, und er folg!e. In der zweiten Etage öffnete sie mit einem Schlüssels die Wohnungsthür, ließ ihn im Korridor seinen Koffer ab-
stellen und lud ihn ein, in ein Zimmer einzutreten.
Sendemann wußte im ersten Mo ment gar nicht, wo er sich befand. Er stand m einem dunklen Maum, wo er, von der hell beleuchteten tratze lommend. die Gegenstände ringsum nicht unterscheiden konnte. Die Fenster waren mit dichten Portieren verhängt, und nur ein ganz schwacher Lichtstrahl drängte sich durch einen schmalen, von einer Gardine verdeckten Spalt in den Naum. Erst allmälig gewöhnte sich sem Auge an diese Dunkelheit. Er sah sich m einem elegant eingerichteten Znnmer, er unterschied einen Tisch mit dunkelgrüner Plüschdecke, ein Sofa und Sessel von gleicher Farbe, er sah Allder an den Wänden, Möbel, auf denen sich allerlei Nlppes befanden, Photographierahmen standen auf dem Tisch und auf einem Schreibtisch in der Nähe des Fensters, und Bücher lagen, wie es schien, überall umher, auf dem Tisch, auf dem Schreibtisch, auf einem kleinen Tischchen, jcgar auf dem Fußboden. Das ist mem Arbeitszimmer. meinte Frau Doktor Driesen erklärend. Auf diesem Schreibtisch entstehen meine Romane," fügte sie mit selbstbewußtem Stolz hinzu. Ich liebe das Halbdunkel, das Geheimnißvolle, das bringt die rechte Stimmung hervor." Sie scyoo ihm emen Sessel zu, lud ihn ein, es sich bequem zu machen, und nahm selbst m einem Lehnstuhl am Schreibtisch Platz. So. letzt wollen wir von Ihren Angelegenheiten sprechen," begann sie. Er saß da mit einem hilflosen Lacheln und sah ihr verständnißlos in's Gestcht. T'as wollte die Frau von ihm? Er verstand sie nicht, er hörte kaum, was sie sprach. Er war vollkommen in sich zusammengebrochen. Am liebsten wäre es ihm gewesen, er wäre todt, oder er säße in irgend einem verborgenen Winkel, wo er sich hätte vergraben, ausschreien, austoben, ausweinen können. O, wenn er den Dieb unter seinen Händen hätte! Er würde ihn schonungslos erwürgen. Und bei diesem Gedanken biß er die Zähne aufeinander, und seme Hände trampften sich, als wenn er die Kehle des Missethäters schon zwischen seinen Fingern hätte. Die Stimme der Frau Doktor Driesen riß ihn aber aus diesem Traume. Sie drang mit rücksichtsloser Energie auf ihn ein und rüttelte ihn gewaltsam in die Wirklichkeit zurück. Ihre grauen Augen, die hinter den Gläsern des Kneifers wie kalte Feuerfunken blitzten und sprühten, übten eine fast hypnotisirende Kraft auf ihn aus. Er mußte ihren Fragen Stand halten, so gebrochen er sich auch innerlich fühlen mochte. Und Frau Doktor Driesen fragte und fragte, als wäre sie ein lebendig gewordenes Fragezeichen. Woher er fei, was er von Beruf gewesen, was er bisher getrieben habe. Und wie er zu seinem Gelde gekommen war. Wie hoch sich die Summe belief. Was er seit Empfang des Geldes in der Heimaty bis zum Wahrnehmen des Verlustes gethan habe. Ob er das Geld auch sicher, ganz gewiß, m den Schreibtisch gelegt habe. Ob alle Schubladen genau untersucht worden seien. Was die Polizei darüber denke. Was er selbst von der Sache hielte. Ihre Miene war inquisitorisch, und sie behandelte jede Frage mit ungeheurer Wichtiakeü. Mich interessirt selbst das kleinste Moment," sagte sie. ihre Fragewuth tr klärend. Sie wissen doch, waö ich bin? Nicht wahr?" Heydemann wußte es immer noch nicht. Ohne seine Antwort abzuwarten, fuhr sie fort: Sie wissen ja, ich bin Kriminalschriftstellerin. Meine Krimi nalromane erregen Aufsehen und wer den von der Polizei mit großer Auf merksamkeit studirt. Sie hat auch Grund dazu. Was verstehen denn diese Polizeueute? Wenn ihnen mcht der Zufall zu Hilfe kommt, wenn die Verore cher ihnen nicht direkt in die Arme laufen, erreichen sie gar nichts. KombiNation davon ist keine Spur. Sie werdcn es rn auch m Ihrer Sache erfahren die Polizei wird Ihnen Zi Ihrem Gelde gewiß nicht verhelfen. Nun, ich habe andere Methoden als die Polizei. Bei einem gebeimnißvollen Fall muß man kombiniren. man muß nach den Geheimnissen forschen, die verborqenen Fäden aufdecken, die oft dort liegen, wo man sie gar nicht vermuthet. Was hat denn die Polizei in Ihrer Sache gethan? Nichts. Man hat ein Protokoll aufgenommen, man hat ein paar Leute und wahrscheinlich wie immer die unrechten ausgefragt, und damit Gott befohlen. Sie können ietz Ihr Vermögen suchen, wo Sie wollen Aber Sie werden es mcht finden. I aber, ich werde Ihnen suchen helfen Wir wollen einen anderen Weg einschlagen ais die Polizei, wir wollen kombiniren, wir wollen dem Verbrechen nachgehen J6i in seine geheimsten Schlupfwinkel, und wir werden es entdecken!" Sie sprach die letzten Worte mit gesteigerte? Stimme, mit einem Ton de5 Triumphes, als hatte sie den Mittethater bereits am Kragen. Es lag eine solche Zuversicht in ihrer Verheißung daß Heydemann voller Verwunderung auf die Sprecherin starrte. Und nach ihrer Rede versank Frai Doktor Driesen auf kurze Zeit in Nach denken. Dann hob sie ihren Blick, ihre grauen Augen richteten sich auf Heydemann und sie sprach weiter: Wir wollen
der Polizei einige Tage Zeit lassen. Sie soll sich selbst überzeugen, daß sie nichts herauskriec,!. Ich will mir unterdessen die Sache zurechtlegen, dann wollen wir eingreifen. Sie gehen einstweilen ruhig
Ihrer Beschäftigung nach und wanen, was Ihnen die Polizei berichtet. Nicht wahr?" ..la. ia " sagte er mechanisch, hatte das Wort Beschäftigung" gehört und verstand es mcht ganz. Ja, Bechäftigung," fuhr er fort. Wenn ich nur wüßte " Sie blickte verdutzt auf. Sie hatte in ihrer kriminalistischen Begeisterung völlig vergessen, wie es eigentlich um ihren Klienten stand. Ach. Du lieber Gott," rief sie. das ist ja wahr... Und Sie haben wohl sehr wenig Geld?" Er senkte den Kopf. Er hatte ja nur noch vier Mark' in der Tasche. Äm. freilich, das habe ich nicht vedacht," meinte sie. Plötzlich kam ihr ein Gedanle. Ich hätte etwas für Sie," sagte sie zögernd, vorlausig wenigstens. Wenn Sie es nehmen wollen?" Ab selbstverständlich!" rief er lebhaft. . ... Sie wandte sich zum Schreibtisch, kramte eine Weile und suchte schließlich einen starken Stoß loser beschriebener Blätter zusammen. Das ist mem letzter Roman, den ich noch unter der Feder habe," sagte ste. Sehen Sie sich mal das Manuskript an. Es ist etwas durcheinander geschrieben. Ich muß meine Sachen stets abschreiben lassen. Der Schreiber muß intelligent fein, denn ich bin etwas flüchtig, auch in der Interpunktion, in der Satzbildung. Wollen Sie die Arbeit übernehmen? Ja? Na, dann wäre ja vorläufig geholfen." Sie übergab ihm das Manuskript, und er stand auf. So wirr es auch in seinem Kopse und in "seinem Herzen war, 'er fühlte, daß das, was ihm dieZe Frau anbot, eine momentane Hilfe war. Was hatte er denn auch anfangen sollen? Es war einmal sein Schicksal, tu armer Teufel zu bleiben. Ob nun Nachhilfestunden zu Hause oder Abschreiben in Berlin einerlei. Er war dieser Frau, die sich seiner annahm, jedenfalls zu Dank verpflichtet. Ich danke Ihnen, ich danke Ihnen sehr," sagte er, während er das Manuskript in sein Köfferchen steckte. Nun konnte er gehen. Er empfand. daß er hier nichts mehr zu thun hatte. Er griff nach seinem Hut, stand noch einen Motneni zögernd da, dann verbeugte er sich und machte einen Schritt zur Thür. Adieu, Herr Heydemann, sagte sie. ihn etwas zerstreut anblickend. Da fiel es ihr ein. daß sie noch etwas vergessen hatte. Sie haben noch keine Wohnung?" fragte sie. Nein, antwortete er. Hier im Hause, vier Treppen hoch, ist ein Zimmer zu vermiethen," meinte sie. Gehen Sie doch hinauf und sagen Sie, daß ich Sie schicke. Vielleicht wird Ihnen das Zimmer passen. Sie können es dann bezahlen, wann Sie wollen. Nach drei Tagen, bitte, kom men Sie ich werde Ihnen die Stunde sagen lassen dann wollen wir weite: sprechen." Drei Tage vergingen. Um die Mittagsstunde des vierten Tages stand Heydemann vor der Wohnungsthür der Frau Doktor Friedenke Driesen. Er hielt ein Üeines Packet in der Hand und drückte schüchtern den Knopf der elektrischen Leitung, so schüchtern, daß in der Wohnung nur ein ganz kurzes. schwaches Klmgttn gehört wurde. Erst nach einer geraumen Weile wurde geö'net. Ein junges, blondes Mädchen steckte den Kopf aus der Tbürfvalte und blickte mit ibren blauen Augen den fremden Mann so starr an. als sei ein Gespenst aus einer fremden Welt zur Thür berabqestieaen. Plöklich aber schien ihr ein Gedanke durch oas kleine Hirn zu fahren, ihr blonder Kovf verschwand, die Tbür fiel krachend zu, und Heydemann stand ganz veromsst da und wartete weiter. Nach einer Minute aber wurde wie der geöffnet. Der blonde Kopf ward aoermats stchtoar und diesmal fand er auch Worte. Herr Heydemann?" fragte bai Mädchen. Ja." -war die Antwort. Bitte, nur herein zu spazieren sagte sie mit dem Bestreben, ilck vor nehm auszudrücken. Die gtlädige rau wartet aus Sie. Heydcmc'in spazierte hinein. Da Mädchen nahm ihm den rnt ab und führte ihn in ein Zimmer, in dem sich die yxau Doktor und noch eme Dam befanden. Guten Tag. Herr Heydemann." be grutzte :e xen lebhatt. Meine Schwe ster Edith." stellte sie vor. Lehrerin, fügte sie hinzu. Nun. aibt's roa Neues? Hüt die Polizei von sich hören lassen? Sind Sie schon zu Ihrem Gelde gekommen? Haben Sie eine Vorladung erhalten? Ist Ihnen sonst eine 'cachricht zugegangen? .Nein." sagte er melancholisch, dies, Fluth von Fragen mit einem Worte bzantwortend. Na, das dachte ich mir, das wußt, ich schon im Voraus," meinte Frai Doktor verächtlich. Ja, die Polize? die thut nur immer so wichtig. Voi selbst findet sie doch nichts!" Nun bemerkte sie, daß ihr Heydfr mann ein Packet hinhielt. Ach, Sie bringen Manuskript." Sie öffnete den Umschlag. Ste sind ja sehr fleißig gewesen," bemerkte sie; ah
Ste hab:n Korrekturen vorgenom-
men. . . Meine'n Sie, daß es so richtig ist i via, wir können a ein andermal darüber sprechen." Sie vertiefte sich aber trotzdem in das Manuskript, als wollte sie prüfen, ob Heydemann seine Sache richtig gemacht habe. Er stand unterdessen da. und schüchtern streifte sein Blick die Umgebung. Das Zimmer war ähnlich einaerichtet wie das Arbeitszimmer der Frau.Doktor. Nur waren die Möbel blau, ebenso die Portieren. Auch der Teppich hatte eine blaue Grundfarbe. In der Nähe des z)enster stand em elegantes Pianino und neben diesem ein Regal mit , Noten. Aus der blauen Tischdecke lagen Bücher, wie Heydemann wahrnahm, dieselben wie im Arbeitszimmer. Der goldene Titeldruck auf dem Deckel zeigte überall einen und denselben Nay c c . men, nam:.az oen oer rau U)oltor Driesen. Es waren von ihr verfaßte Kriminalromane. Am Tische stand die Dame, die Frau Driesen als ihre Schwester Edith vorgestellt hotte. Heydemann warf unwillkürlich einen schüchternen Blick auf sie. Sie war ein junges Mädchen, das eben die Zwanzig v i ii . y. uoericyrmen yaven mochte. Ihre Gestalt war schlank, ihr Gesicht mit den dunklen Augen etwas ernst, aber sehr hübsch, von jener Regelmäßigkeit, die an antike Köpfe erinnert. Auffallend war ihr reiches, braunes Haar, das in starken, dickten Zöpfen wie ein Schild den Hinterlypf schmückte. Sie hob ihren Blick und saate mit einem Lächeln, das dem ernsten Gesicht emen sehr anmuthigen Ausdruck gab, zu Heydemann, indem sie auf einen Fauteuil wies: Wollen Sie nicht Platz nehmen, Herr Heydemann?" Er bernr? verlegen, setzte sich, und Edith nahm gleichfalls am Tische Platz. Meine Schwester sagte mir," begann sie, daß wir gewissermaßen Berufsgenossen sind. Sie waren Lehrer?" Nicht angestellt," antwortete er wie abwehrend, nur privat ... im Hause." Acy das kommt ungefähr auf dasselbe heraus. Die gleiche Arbeit hier wie dort. Freilich hier m Ber lin kommen für Sie andere Verhaltnisse. Da ist der Lebenskampf etwas schwerer. Gedenken Sie auch weiter diesen Beri'f auszuüben?" Ich weiß es nicht " sagte er verlegen. Sie musterte ihn emen raschen Moment, mit lebhaftem Interesse. Etwas an ihm schien ihr zu gefallen. Sem intelligentes, männliches Gesicht trug den Ausdruck des Leidens und der Mutlosigkeit. Das war leicht begreiflich. Aber hinter Gram und Leiden sah der scharfe weibliche Blick auf seinem Gesichte, in seinen Augen ein jugendllches Feuer, eine ungebrochene Kraft, die sich erst bethätigen mußte. Hinter seiner hohen, schönen Stirn war eine Intelligenz, deren Aeußerungen nur durch die Verhältnisse gehemmt wurden. Sie müssen eben Muth haben" sagte sie in weichem Ton, aus dem eine große Herzensgüte herausklang. Hier Y rn . n r . . tf in erim i 0 rnei Spielraum ie haben sich auch als Schriftsteller versucht?" Ich?" fragte er ganz erstaunt. Da fiel es ihm ein, daß Frau Driesen unter. den zahllosen Fragen, die sie an ihn gerichtet hatte, auch die stellte, ob er schon einmal etwas geschrieben hätte. Und so antwortete er Edith, was er ihre? Schwester gesagt hatte: Ich habe nur manches versucht, aber es ist nichts daraus geworden. Es waren eigentlich mehr Uebungen, Trost in schweren Stunden" In diesem Moment riß das blonde Dienstmädchen die Thür auf mit den Worten: Gnädige Frau!" und verschwand wieder so schnell, wie sie erschienen war. Frau Doktor Driesen blickte vom Manuskript auf, erinnerte sich, daß es Zeit zum Mittagessen war, und lud Heydemann ein, in das. anstoßende Speisezimmer einzutreten. Während der Suppe herrschte Schweigen. Frau Doktor hatte das Manuskript mitgenommen, und w'ährend sie in Pausen den Löffel zum Mund führte, blickte sie mit lebhaftem Interesse das Gesckriebene durch. Editb sckien aam ihren Gedanken nachzuhängen, und Heydemann wagte es, von Zeit zu Zeit verstohlen einen Blick auf sie zu werfen. Es hatte ihm wohlgethan, daß sie so freundlich zu ihm war. Und es strömte etwas von ihr aus, eine Anmuth, eine Kraft, em Wollen, das ihn ganz verwirrt machle, das ihn mit einer wohligen Wärme erfüllte. Sie scheinen mit meinem Stil nicht ganz einverstanden zu sein," begann die Frau Doktor plötzlich mit einem eigenthümlichen Gesichtsausdruck. Er wurde sehr verlegen. Ich dachte." sagte er stotternd. Frau Doktor memten ja, daß ... ja ... es war manches so in der Eile hingeschrieben, und ich glaubte, es sei Ihre Absicht" Na ja," sagte sie leichthin, man schreibt so was gewissermaßen im Fieber und kann nicht auf jedes Wort, jedes Komma und jeden Punkt achten. So ein Kriminalroman ist ja auch ein Kunststück, das nicht Jedermann zuweae brinat." (Fortsetzung folgt.) U n g e neuer Bank beamt e r. Aus Belgrad, Serbien, ist der Bankbeamte Zivion Gyorgyevits nach Unterschlagung von 10.500 Francs ($2026) spurlos verduftet.
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