Indiana Tribüne, Volume 28, Number 182, Indianapolis, Marion County, 25 March 1905 — Page 3

iAft-lllJ B.lßßiß

ipinghlli

Als Konzcntrationspunkt der russischen Armcc bestimmt.

Kuroki marschirt nach Wladiwostock. Friedensgerüchte von Paris gehend. Jules Verne gestorben. San Domingo von Deutschland nicht gedrängt. Französische Höflichkeit gegenübcr dem" deutschen Kaiser.

S i p i n g h a i. St. Petersburg. 21. März. Die russische Nachhut hält jetzt 34 Mei len südlich vom Gunshu-Paß, eine von der Natur befestigte Lmie besetzt, deren Mittelpunkt Sipinghai ist. Es besteht vielleicht weniger die Abficht, diese Linie zu halten, als die Japaner zu zwingen, ihre Kräste zur Entwickelung zu bringen. Alle Korrespondenten melden Gerüchte von weiteren UmgehungS-Bewegungen der Japaner auf beiden Flanken. Feindseligkeiten in großem Maßstabe oder eine Schlacht werden nicht in den nächsten 3 Monaten erwartet. Japanische Operationen. St. Petersburg, 21. März. Nachrichten von der Front deuten die Absicht an, die Hauptmacht bis hinter Harbin zurückzuziehen, sodaß deren Verbindungslinien nicht gefährdet sind, falls es nicht gelingt, die Linie am Sungari Fluffe zu halten. Mehrere Korrespondenten sind der Ansicht, daß Tsitsihar, 300 Meilen westlich von Harbin, als neuer Konzentrationspunlt ausersehen ist. Eine leichte japanische Kavalleriekosonne eilt angeblich auf Tsttsihar loS. während eine starke Kolonne nordöst lich auf Wladiwostock marschirt. Ein Korrespondent meint, die Japa ner drängten Gen. Linevitch nicht, um denselben möglichst weit südlich von Harbin zu halten, wodurch eine allzu große Ausdehnung ihrer VerbindungS linien vermieden würde. Kuroki nach Wladiwostock. GunshuPaß, 24.März. Frauen und Kinder verlassen Harbin, die Geschäf!shäuser find geschlossen. Die Ho spitäler werden weiter rückwärts verlegt und die Bahn westlich und östlich von Toitsihar wird für die nächsten kriege rischen Entwickelungen in Bereitschaft gesetzt. ES besteht die Ueberzeugung, daß Kuroki nun gegen Wladiwostock eilt und seine Basis nach Gensat verlegt hat. Friedenszeichen. Paris, 24. März. Die Aus. sichten auf Frieden zwischen Rußland und Japan wurden durch die Wieder aufnähme der Verhandlungen über die russische Anleihe günstiger. Die Verschiebung der Anleihe erfolgte, da das Finanz-Element in Anbetracht der Unsicherheit der Lage sich zurückhaltend zeigte. Die Bereitwilligkeit, die VerHandlungen wieder aufzunehmen, wird nun dahin gedeutet, daß es dem FinanzElement gelungen ist, die russischen Regierung-kreife zu Gunsten von Frieden zu beeinflussen. - Die Ankündigung der Wiederauf' nähme der Verhandlungen hatte auf die Börse und speziell russische Papiere einen günstigen Einfluß. Vom Rückzüge. Gunshu.Paß. 21. März. Der russische Rückzug ist nun bis zu den: Dorfe Sipinghai, 71 Meilen nördlich vom Tie.Passe, gekommen. Die Armee ist fast seit Monaten ohne Ruhe gewesen, und es ist natürlich, daß sie Müdigkeit zeigt. Die Japaner rücken angeblich längs der Bahn auf Sipinshai vor. Am Abend des 13. März kam es bei Kaiyun zu einem hitzigen Gefechte. Die russische Nachhut schlug zwei starke An griffe der Japaner ab. Nachdem die Russen fünf Eisenbahn brücken nördlich von Kaiyun gesprengt hatten, setzten sie am 19., 20. und 21. März den Rückzug unter leichten Schar mützeln fort. Die Zmeiganftalt der russifch-chinefi schen Bank schaffte all' ihr Geld fort bis auf 8150,000. Russische Schlachtschiffe angegriffen. P a r i 5, 21. März. Dem TempS wird ein unbestätigtes Gerücht aus St. Petersburg gemeldet, daß e3 japani schen Torpedobooten, gelungen ist, die Schlachtschiffe Sissoi, Veliky und Na, darin von Admiral Rojestvenöky'S Ge schwader zu beschädigen.

aus-

RussischeAnleihe. Paris, 21. März. Die VerHand, lungen für eine neue russische Anleihe find wieder aufgenommen worden und machen befriedigend: Fortschritte. Auf alle Fülle scheinen die französi schen Finanzleute überzeugt zu sein, daß die neue Anleihe nicht zur Fort setzung deS Krieges verwandt werden wird. Man weiß, daß zur Wiederaufnähme der Verhandlungen der Gedanke wesentlich beitrug ein großer Theil der Anleihe werde in Frankreich bleiben, um damit die Zinsen früherer Anleihen zu bezahlen, und, daß auch nach Schluß deS Krieges Frankreich große Lieferungen an die russische Regierung machen wird. Gleichzeitig mit der Nachricht von der Wiederaufnahme dieser Verhandlungen kommt aus ossiziellen und diplomati. schen Kreisen eine Andeutung, daß Rußland endgiltkge Schritte zur An knüpfung von Friedensverhandlungen gethan hat. Das auswärtige Amt lehnte eS ab, das Gerücht zu bestätigen, daß Frankreich wahrscheinlich den Ver mittler spielen werde, aber Diplomaten, die sich früher pessimistisch verhielten, schenken den FriedenSgerüchten jetzt Glauben. Streik. Warschau, 21. März. End. lich haben die Leute in den Kohlen und Eisendistrlkten von SoSnovice und Dombrowo die Arbeit wieder aufgenommen. Die Agitation unter der Landbevöl kerung tritt noch hie und da auf, doch ist eS den Sozialisten bis jetzt nicht gelungen, die Bauern von der Nothwen digkeit eines Streiks zu überzeugen. Der neue General'Gouverneur Maxi mowitsch hat die Schildwachen von den Schulhäusern zurückgezogen, da es ihm unwürdig schien, Soldaten zur Bewa chung von Schulknaben zu gebrauchen. Deutschland. San Domingo nicht ge drängt. R e r l i n. 21. März. Auf die An. frage, ob eS richtig fei, daß Großbritannien und Deutschland den Geldfor derungen ihrer Unterthanen gegen San Dominga auf diplomatischem Wege Nachdruck gäbe, erklärte das auswärtige Amt, Deutschland überlasse San Domingo und seine Verpflichtungen auswärtigen Gläubigern gegenüber voll ständig den Ver. Staaten, deshalb dränge auch Deutschland San Domingo nicht zur Bezahlung der Forderungen von Deutschen. Der neue Minister deö Innern. Berlin, 21. März. Dr. Theo. bald v. Bethmann'Hollweg, derzeitiger Oberpräsident der Provinz Branden bürg, ist als Nachfolger des am 20. dahingeschiedenen Freiherrn von Ham mernstein zum Minister deS Innern ernannt worden. Er war schon im Jahre 1901 für den Posten auSer. sehen worden, der dann aber Hammer stein zufiel. Bethmann Hollweg gilt als gemäßigt konservativ. Er war esn Studlengenosse und Korpöbruder deS Kaisers auf der UniverfitütlBonn. Franlreich. Höflichkeit. Brest, 21. März. Der Marine. Minister hat angeordnet, daß an der französischen Küste bis Montag Schiffe keine drahtlosen Depeschen absenden sollen, um den allenfallsigen telegraphi schen Verkehr des deutschen Kaisers auf seiner Fahrt längs der Küste nicht zu stören. JuleS Verne. f AmienS, 24. März. Jules Verne starb heute Morgen im Beisein seiner Familie. Verne litt an chronischer Hantruhr, aber erst seit dem 10. März war sein Zustand kritisch. Ein Schlagfluß be. schleunigte sein Ende. Er starb bei vollem Bewußtsein. (JuleS Verne war im Jahre 1823 in Nantes geboren. .Er schuf eine neue Literaturgattung, nämlich . den wissenschaftlich'didaktischen Roman. Er hat zahlreiche Werke verfaßt.

Oesterreich'Nngarn.

Hoffnungslose Ver Wicklung. Budapest, 21 März. Die Opposition hat gestern nochmals durch förmliche Resolution verkündet, daß sie ohne Erfüllung ihrer aus die Armee be züglichen Forderungen weder das Budget.Proviforium noch' daS Rekruten. Kontingent bewilligen werde. Zugleich hat sie peremptorisch erklärt, daß sie in eine bedingungslose Genehmigung' deS Handelsvertrages mit Deutschland nicht willigen könne, weil dadurch die Verwirklichung der Wirthschaftlichen Unabhängigkeit Ungarn'S in Frage gezogen werde. Und endlich wurde in der neulichen Versammlung der Oppositionsparteien beschlossen, die Koalition während der herrschenden Krisis aufrecht zu erhalten, um doch noch die Krone zum Nachgeben zu zwingen. Dem Grafen Andrassy hat die Opposition für feine Dienste als Vermittler zwischen ihr und dem König feierlich ihren Dank ausgesprochen. AnoererseitS ist das Kabinett Tisza nicht gewillt, noch länger auf dem Poften zu verbleiben, damit ihm nicht der Vorwurf gemacht werden könne, es habe die Lösung der Krise verhindert. Der einzige Ausweg ist nun, mit Verordnungeu zu regieren, während das Parlament vertagt ist, was aber verhülltem Absolutismus gleichkommt. Bisher weiß jedoch Niemand eine Ant wort auf die Frage zu geben, welcher Politiker sich dazu bereit finden lassen würde, eine solche erdrückendeVerant wortung zu übernehmen. Großbritannien. Uebereinkommen mit Venezuela. L o n d o n , 24. März. Das Uebereinkommen zwischen Venezuela und den englischen und deutschen BondZ.Jnha. bern wurde heute unterzeichnet; 60 Procent der Zolleinnahmen aller Häfen, mit Ausnahme von La Guayra und Puerto Cabello, werden verpfändet. Hamburg." Dover, 24. März. Der Dam pfer Hamburg" mit Kaiser Wilhelm an Bord fragte hier nach Depeschen und setzte seine Reife nach dem Mittelländi schen Meere fort. SchwimmendeSSanatorium Glasgow, 24. März. Der Dampfer Fürst BiSmarck" der Ham burg'Amerik. Linie ist hier erfolgreich vom Stapel gelaufen. Dies ist der Dampfer, den die Gesellschaft unter dem Beirath vieler hervorragender me dizinischer Autoritäten von Europa und auf Grund eingehender Studien zu einem schwimmenden Sanatorium be sonders für die Ruhe und Erholung bedürftige RekonvaleSzenten eingerichtet hat, in welchem sie unter den günstig ften Umständen der heilenden und kräf tigenden Wirkungen der Seeluft theil haftig werden können. Das neue Fahrzeug ist ein Doppelfchraubendampfer von 8600 Tonnen. Die Reiserouten werden sorgfältig aus gelegt, dergestalt, daß die Patienten sich bei derselben Pflege und Verpfle gung und derselben ärztlichen Beihilfe wie in einem Korort am Lande fort während wechselnder Scenerien er freuen. Die erste Rundreise geht am 8. Juli von Hamburg aus über 3773 Seemei Meilen und dauert 26 Tage; ste be rührt u. A. folgende Punkte: Ryde, Guernsey, Bantry Bay, Oban, Störn away. Leith (Edinburg), Lerwick (auf einer der Schottland-Jnseln), Molon StanS, Drontheim, Gudwagen, Odde, Bergen. Generalkonsul EvanS. London. 21. März. Vierzig Repräsentanten der amerikanischen Ko lonie gaben heute 'dem zurücktretenden Generalkonsul H. C. EvanS ein Ab schiedsdiner. Evans wird Ende Apil eine Tour von 2 Monaten durch Europa an treten. Holland. Zwangs maßregeln gegen Venezuela. Haag, 21. März. Die Holland! sche Regierung beabsichtigt allein oder in Verbindung mit anderen Mächten, die Differenzen mit Venezuela haben, energische Schritte zu tbun, um die Freilassung der 5 Matrosen zu errei sen, die seit 7 Monaten in Venezuela widerrechtlich gefangen gehalten wer den. Wenn keine wesentliche Aenderung ir. der Lage in Ostasien eintritt, werden wahrscheinlich einige Kriegsschiffe, welche die Neutralität der holländischen Inseln in Oftindien aufrecht erhalten, nach venezolanischen Gewässern geschickt werden.

Kirt.

Slizze von F. Wilde. t Leutnant Becher sitzt am Schreib tisch und trommelt mit den glänzend polirten Fingernägeln auf die rund geschweiften Lehnen. Er sieht abgespannt aus. Nervös, so wie ein Mensch, der mit sich unzufrieden ist. Oft war er das. nicht, der Unwiderstehliche heut doch! Lächerlich ein Flirt darum so viel Gedanken! Ein Engel von Schönheit war sie gar nicht einmal dann gerade nur die nothwendige Kaution! Alle Kameraden hatten schwerreiche Frauen geheirathet warum er nicht auch? Aber liebreizend ist sie. Das schmale, feine Gesicht mit der geraden Nase, der vollen, kurz ge schürzten Oberlippe, den weichen, braunen Augen. Dazu die imponirende Größe ausfallend direkt. Ein bißchen mager nach seinem Geschmack doch das war noch das Unfertige an ihr. Wenn diese Gestalt einstRundung annehmen würde. Unsinn es war eben nur ein Flirt! Entschlossen nahm er das BüttenPapier und schrieb: Mein sehr verehrter Herr Major! Für ehrenvolle Einladung ergebenen Dank. Leider bin ich verhindert, derselben nachzukommen. Einen vergnügten Abend und Empfehlung an dfc Damen wünscht Ihr ganz ergebenster Leutnant Becher." Das Couvert wird geschlossen. Damit ist der Bruch besiegelt. Ist er nun zufrieden mit sich? Er will gar nicht seinen Stimmunaen lauschen. Zum Kuckuck, man muß doch wissen, was man will! Den Deqen um, Mantel an, eine Cigarette zwischen die Lippen so in den Club. Im schmalen Eckzimmer mit den vielen rothen Plüschmöbeln wird gespielt, geraucht und getrunken. Der kleine Leutnant mit dem blasirten Gesicht lacht! Das kommt nur selten vor, er ist eigentlich viel zu blasirt, aber heut herrscht doch Stimmung. Und die Sektkorken fliegen im Bogen durch die Luft. Kolossal, famos fidel, lieberBecher. Schneiden Sie nicht solch Manövergesicht u Art Moralischer geht vorüber!" Leutnant Becher klappt sein silbernes Cigarettenetui auf und schiebt es über den Tisch: Bedienen sich die Herren." Moralischer? Ah! Verstehe!" Point: ü'amour?" Becher zuckt verächtlich die Achseln. Um solche Bagatelle niemals." Er träufelt mit spitzen Fingern die Citrone auf seinen Kaviar. Warum lachen Sie so ironisck. Röder?" Ick, comb'niere!' Aber bitte, laut. Scheint doch eine interessante Chose." Pardon, lieber Becher. Einem on dit" zufolge Sie hatten einen Flirt mit der Ulla. Man glaubte schon" ... Man hat gar nichts zu glauben. Ein Hausball ein Eisfest, eine Aufführung für 'ne Wohlthätigkeit: Wie gesagt, ein Flirt." Es ist ja auch zu dumm." Röder schlürft den Schaum vom Glase. Die haben sich auch den Kopf eingerannt. Bei Majors wird man in den nächsten Tagen -Verlobung proklamiren! Der lange Götz hat geplaudert. Ullas Vetter, der Intimus der Familie." Hat der sich auch einen Korb geholt?" Ja die Unwiderstehlichen." Der kleine Leutnant zwinkert mit den Augen und wiegt den Kopf hin und her. Ihr geschmackloser Spott kann mich nicht treffen!" Becher wirft die Serviette fort, dann im schneidenden Ton: Ich bemerke noch einmal, daß Sie sich irren, meine Herren! Also sehen Sie sich vor." Aber liebster Becher!" werde Ihnen übrigens beweisen, daß mich die Sache im wesentlichen gar nichts angeht. Ich bin Zeuge dieser ' Verlobung. Man hat mich dazu 'eingeladen, und die Absage ist noch nicht unterwegs. Habe sie zum. Glück noch in der Brieftasche." Der Beweis soll uns schlagen?" Ich bitte sehr darum." Na schön! Uebrigens paräon für Ulla, die heirathet einen sogenannten Jugendfreund Wunsch der Eltern u. s. w. Der saß da fest irgenwo in Posemuckel auf seinem Gut. Sollte sie hier Trübsal blasen?" Na denn also los!" Die Straße ist glatt und blank vom Regen. Leutnant Becher geht ganz langsam. Das feuchte Gericsel thut ihm wohl. Im Club haben sie ihm den Kopf heiß gemacht. Also hatte man doch bereits Vermuthungen gehegt. Ulla und er ein Paar. Der Gedanke kommt ihm jetzt beneidenswerth vor. Warum auf einmal?. Weil sie ihm nun verloren ist! Möglich. Das menschliche Herz hat Zufälle. Was es nicht mehrchaben darf, erscheint ihm plötzlich in einem anderen Lichte! Begehrenswerth. Und während er das denkt, zerreißt er den Absagebrief in lauter kleine Schnipsel, zerstreut sie auf den glatten Asphalt, daß sie der Regensturm verweht. ' Nun muß er der Einladung folgen.

Der Gedanke wäre ihm furchtbar.

wenn es hieße, er hatte sich einen Korb geholt. Also die Komödie geht los. Er wird conventionell lächelnd vor die glückliche Braut hintreten und seinen Glückwunsch möglichst stilvoll anbringen. Dann wird er mit ein paar Worten vergangener, vergnügter Stunden gedenken, die sie doch über ihre Seligkeit nicht ganz vergessen möge. Damit endet der Flirt, ganz und gar. Leutnant Becher steht vor dem Garderobenspiegel des endlosen Korridors und bearbeitet mit zwei Elfenbeinbürsten die Wellenlinien seines aschblonden Scheitels. Hinter sich, in dem offenstehenden Salon, sieht er durch das Spiegelglas eme hohe Gestatt in gelber Chinöseide, die lange, weiße Handschuhe über sehr schöne Hände streift. Er ist absichtlich früh gekommen, er hat es sich gewünscht, mit dieser stolzen Gestalt noch einige Augenblicke allein zu sein. Sie hat ihn auch sofort gesehen; sie knöpft aber erst sorgfältig den letzten Handschuhknopf zu, ehe sie aufschaut. Papa wird Sie gleich begrüßen. Bitte!" Sie deutet auf einen Sessel. Aber der Leutnant bleibt stehen. Seine Augen sind voll offener Bewunderung auf Ulla gerichtet. Sie ist eine ganz andere heut. Macht das die kostbare Toilette mit den hängenden Margueritenblüthen und der ernste, hochmüthige Zug auf dem feinen, blassen Gesicht? Sieht er sie mit den Blicken seiner Stimmung, oder hat schon das erhabene Gefühl der Braut seinen Stempel ihrem Antlitz aufgedrückt? Da fragt er ohne weiteres: Gnädiges Fräulein, ein Wort noch, solange wir allein sind." Bitte, Herr Leutnant!" Ist es begründet, wovon man spricht?" Sie sieht ihn ruhig an. In dem Ausdruck ihrer dunklen Augen spiegeln sich ihre Gedanken. Also, der-heutige Abend entscheidet über Ihr Schicksal?" .Ja!" Dann Sie haben mix gar nichts mehr zu sagen?" Ich Ihnen?" Ein bedauerndes Lächeln. Das mit uns" abgethan", redet er weiter mit leise vibrirender Stimme, wir haben uns niemals näher gestanden? Damals auf dem Eise auch nicht? Hand in Hand, Auge in Auge auch Arm in Arm, weit der übrigen Gesellschaft voraus!" Ulla lehnt in einem Sessel. Langsam hebt sie den Blick zu ihm auf. Und, als ich damals, befangen von dem Reiz der Stunde, ein Wort von Ihnen erhoffte, das mich hätte glücklich machen können ich sage damals da Wie nett und amüsant ist doch so ein kleiner Flirt" sagte der Leutnant plötzlich mal so was Apartes auf dem Gebiet des Gesellschaftslebens, mal frei sich selbst zu gehören." Das war eine eisige Dusche, . und von dem Moment an war ich kurirt." Der Leutnant preßte die Lippen zusammen, dann sagt er hastig: Man weiß oft nicht, was für Sprünge unser Herz macht. Heute, da Sie einen anderen gehören, fühl' ich, daß ich meine Empfindungen für Sie nur nicht richtig erkannt habe denn nun steht es fest, daß ich Sie leidenschaftlich liebe." Er hat sich dicht zu ihr herabgebeugt, daß fein Athem ihre Wangen streift. Da erhebt sie sich und tritt von ihm zurück. Das ist nun zu spät, Herr Leutnant, und damit zur Versicherung ich bin auch ohne den Unwiderstehlichen sehr glücklich geworden." Und wenn ich damals Sie gefragt hätte?" Seine Stimme zittert Hätte ich vielleicht ja gesagt! Sicher es aber schon in kurzer Zeit bereut. Sie taugen ja gar nicht zur Ehe, Sie anspruchsvoller Gesellschaftsmensch mit Ihren hundert Passionen und Herzensstreifzügen." Aber, wenn Sie meine Frau geworden wären" Hätte ich keine ruhige Stunde gehabt. Ich bin froh, daß es nicht dahin gekommen. Ich wünsche mirWindstille in der Ehe. Sie sind ein angenehmer Schwerenöther Und gehören zum Flirt. Anders ist das gar nicht denkbar. Zur Ehe eignet sich besser ein Biedermann. Solchen hab ich mir erkoren!" Da blitzt es zornig auf in seinen Augen, und er sagt im kühlsten Ton: So dispenstren Sie mich für den Heutigen Abend." Aber auf keinen Fall! Ich lasse Ihnen jetzt noch Zeit, sich zu präpariren. Sie sollen eine flotte' Wienerin zu Tisch führen eben aus der Donaustadt importirt. Mit der werden Sie Gelegenheit haben, um die Wette zu flirten. Nebenbei, es lohnt sich, das Wiener Madl hat ein Milliönchen." Und als er noch Einwendungen machen will, nimmt Ulla seinen Arm. Da kommt der Papa, nun können Sie nicht mehr entschlüpfen." Laut sagt sie dann: Nicht . wahr, Papa, der Herr Leutnant wird heut seinen Spaß haben! Er bekommt etwas Reizendes zum Flirten."

H H 3n deutschen Haushaltungen so. ohl wi in amerikanischen ist Dr. Jfugust Kocnig's Kamöurger H H H H hoch geschätzt ,ur Heilung von Zusten, Erkaltung, Dronchitis, geiserkeit, Iflhma. H Der echt Thee ist ebenfalls bekannt als das beft Hell, mitte! gegen Grippe. M Gr wärmt da Blut, vermin. Itvt btn 5?e(, stärkt, stellt wieder her und heilt. -E Aerzte. vr. 3. A. Sntcliffo, Wund -Arzt, Zeschlechts., Urin. unl,Rectnm Rrankheiten. : 155 OS Market Str. Tel. $41 CHle Staut : 9 bis 19 Uhr Sau : I tll Wr. Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. Gehandelt alle akute und chronische Kran! heiten. SeburtShülfeSpezialität. Osstee: West Ohio Str. KStnnde : 10-11 Sor. 1-4 $10. olafll : 1.10-10.80 vm. fctXedloa. Neu 41. . Wohnung: so Vadif v vpreSstunden : 78 ätmi Sonntag : 6 Nach. Wohnung Telephone t IX Mi! Niedrige Einen Weg" Kolonisten Raten via nach California, lvasizington, Gregon, Idaho, Montana, Utah, und umliegendes Territorium. Fahrkarten zum Verkauf vom 1. März biS 15. Mai 1903. Für völlige Information und Einzelnheiten hinsichtlich der Raten, Fährkarten etc. wende man sich an die Agenten der Big Four Route- oder schreibe an Warrea j. Lynch, Gen. Pass. & Ticket Agt. Ctncinnatt, O. ober H. M. Bronson, A.S. P. &, Indianapolis. Züge ersten Ranges ! Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden ! IL 829c Zwischen Indianapolis und Cincinnati. IQ Züge zwischen Indianapolis und XL Dayton, 6 Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. 6 Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. 4 Züge zwischen Indianapolis und Springsield, Illinois. Pari Waggons an aSen Tages und Cchlaf waggons an allen Nacht-Zügea. . Indianapolis Office : Union Bahnhof und 8 Nord Illinois St. R. P. Algeo, D. P. A. IM EillE M7ESTEIUI U.R. .. ..Fahrzeit der Züge.... SbsahrtSakuns loUto, Chicago und ÜNchigan Cintet-t 7.15 tl0S toltbo, Detroit und Chicago la 12.Z0 t SJtt Mchigan EU?, Sfttncic n.Lafayettepl5 7J0 N0.R5 täglich ' t ausgenommen Cotmtagl.

k

WruIWee

iigForioiifß