Indiana Tribüne, Volume 28, Number 181, Indianapolis, Marion County, 24 March 1905 — Page 7

Jndlana Tribüne, QÄ. März i00S.

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Das ttötljfrl dcs RollM Aömcn" loma:i van Gerlierrdtoi t t 5 t t .ö. lFortsetzung.) Heydemann war mit sich sehr zufrieden. Es war nicht zu verkennen. Er hatte einen guten Effekt ausgespielt. Also, prosit!" sagte er, wieder anstoßend. Und diesmal auf Ihre Zukunft! Sie wollen wohl bald heirathen? Wie?" JD, damit hat es noch gute Wege,meinte Krüger halblaut. 2)er Alte will noch nichts Er will nicht? Warum denn?" Das Gehalt, das ich bekomme, ist ihm zu klem. Wir sollen warten." So machen Sie sich doch selbststänbig, wenn es zu lange dauert." Ja, wenn das nur so ginge! Mein Schwiegervater will nicht herausrücken. Er braucht das Geld für das Haus, das er umbauen mochte. Und ich selbst besitze nichts. Da müßte ich erst einen Kompagnon finden " Der wäre doch zu finden, wenn man an dem Geschäft was verdienen icrnn?" O und ob! Die Elektrotechnik ich bitte Sie! Das Einzige, wobei man jetzt noch Vermögen macht. Es kommen täglich immer neue Unternehmungen, und so viele ihrer sind, können sie die Aufträge nicht bewältigen. Freilich, man muß scharf hinterher sein." So, ja... ja," meinte Heydemann nachdenklich. Ich habe in der Zeitung öfter derartiges gelesen. Man kriegt wirklich förmlich Lust. Der Mensch muß doch etwas thun, müßig gehen soll man doch nicht. Hm wir müssen nächstens bei Tag darüber sprechen. Die Sache interessirt mich wirklich." Krüger sah den Sprecher fragend an. Er musterte noch einmal den ganzen Kleinstädter, der mit seinem Anzug durchaus nicht den Eindruck eines Mannes hervorbrachte, der so thun konnte, als wollte er ein industrielles Unternehmen begründen. Sollte etwa der Wein aus ihm reden? Das schien der Fall zu sein, denn das Gesicht eyoemanns war jetzt stark gerothet und von der Stirn rollten bereits helle, große Schweißtropfen. Heydemann that wieder einen Schluck, wie ein Mensch, der sich an einem langentbehrien Genuß nicht genug thun kann. Er wischte sich dann mit einem kleinen Taschentüchlein den Schweiß von der Stirn, lehnte sich behaglich in den Sessel zurück, schloß die Augen, öffnete sie wieder und sah sei nem Gegenüber mit einem vergnügten Lächeln in's Gesicht. Nun, Sie trinken ja so wenig. Schmeckt es nicht? Wollen wir mal was anderes nehmen? Sekt O nein, ich danke!" sagte Krüger fast erschreckt. Sie brauchen sich keine Skrupel zu machen." Nein, banse," meinte Krüger mein künftiger Schwiegervater im Uebrigen glaube ich gar nicht, daß Sekt ?m Hause ist. Es ist hier alles so einfach, bürgerlich und Das würde wohl als Verschwendung erscheinen, als eine Verrücktheits Na. ich glaube, daß ich heute schon ein bischen Verschwender sein darf. Ich feiere heute ein Fest." Sie haben Geburtstag?" Nein, aber meine Auferstehung.Sehen Sie mich nicht so verwundert an. Es ist wirklich so. Seit mehr als elf Jahren der erste Tag, an dem ich mich als ein. freier Mensch fühlen kann. Ach so " meinte Krüger, blos um was zu sagen. Jawohl, Herr Krüger sagte Heydemann, erst langsam, stoßweise, dann immer heftiger sprechend, als wollte er sich etwas von der Seele wälzen. Elf Jahre Elend, Sorgen, Leiden. Tiefe moralische Leiden, wenn man eine Mutter jahrelang hinsterben sieht. Vor zwei Jahren ist sie erlöst worden. Und ihre Schwester ein Weib, das der verkörperte Celz, die steinerne Gefühllosigkeit war und meiner Mutter, ich weiß nicht aus welchen Gründen, einen Haß bis über das Grab nachgetragen bat. Und nun hat gerade diese herzlose Frau auch mich erlöst. Sehen Sie . . . da! rief er fast schreiend m zornigem ' Triumph aus, dabei mt dicke Brieftasche wieder hervorbolend und sie wie eine Siegestrophäe hochhaltend, da, hier drinnen! Ein halbes Leben habe ich verloren, und dieses Weib hauste Geld und wieder Geld in ihrem Kasten. Aber sie konnte es nicht mit in ihr Grab . nehmen! Und hier hier ist es!" Seme Summe zitterte vor Zorn und Freude, während feine Augen Funken sprühten ein Vermögen. Vierzig tausend Mark baar in schönen Tau-send-und Hundertmarkscheinen! Vom Nachlaßrichter heute Vormittag mit saurer Miene dem einzigen Erben aus gezahlt. O, ich bin ein lachender Erbe! ... Ja, ich lache lache! Nun, darf ich alfo ein Fest feiern?" ' . V 4s 3a. . . oann auervings. .Also eine Flasche Sekt" Nein, ich danke, Herr Heydemann," lehnte Krüger entschieden ab. Na, denn nicht," brummte Heydemann ärgerlich. Auf Ihr Wohl und die Zukunft saate Krüaer. sein Glas erhebend.' Heydemann war schon wieder begü-

tigk, er stieß an: beide tranken, unv

Krüger erhob sich. Sie wollen wirklich gehen? Ja, ich bin müde. Ich habe ein bischen viel getrunken und muß früh in's Bureau. . . Gute Nacht." Heydemann erhob sich nun gleichfalls und reichte Krüger die Hand. E fühlte, daß sie zitterte, er fühlte auch, daß ihm der Kopf sehr schwer, und der Athem beengt war. Wenn man elf Jahre nichts als I Wasser getrunken hat " brummte er vor sich hin, nachdem Kruger gegangen war. Ja, das Weintrinken war ihm doch ungewohnt. Und langsam, mit schweren Schntten, ging er die Treppe hinauf und suchte sofort sein Zimmer auf. Es war am nächsten Tage gegen zehn Uhr Vormittags. Heydemann war ziemlich frühzeitig aufgestanden und hatte unten im Gastzimmer fern Frühstück genommen mit der strahlenden Miene eines Glücklichen, der in eine Welt voll herrlicher Genüsse eintritt. Dann ging er hinaus auf die Straße, die sich jetzt in klarem Sonenschein spiegelte. Nicht eine Spur mehr war von dem gestrigen Dauerregen wahrzunehmen; der Himmel glänzte in reinstem Blau, und die unbewegte Lust hatte die Frische eines schönen Frühlingstages. Erst nach einer zweistündigen Manderung kam Heydemann in den Rothen Löwen zurück. Er warf nur einen flüchtigen Blick durch die offene Thür in das Gastzimmer, wo jetzt zwei fremde Herren saßen. Diese Beiden, die zum alten Stamm des Noiyen Löwen" gehörten, waren in der Nacht angekommen, jeder von emer anderen Richtung, aber durch öfteres Zusammentreffen tu demselben Hotel miteinander bekannt. Sie waren viel später aufgestanden als Heydemann, trafen sich beim Frühstück im Gastzimmer und tauschten nun die Erinnerungen an frühere Begegnungen aus. Hendemann hatte sich unten nicht aufgehalten. Eine Melodie leise vor sich hinpfeifend, stieg er sofort die Treppe hinan und begab sich auf sein Zimmer. Da ertönte plötzlich die elektrische Klingel für die Bedienung, Inna unh anhaltend, xit reioen Herren im Speisezimmer hielten in ihrem Gesprach inne. Einige Sekunden war es still im Hause, und weder der Wirth noch ein Stubenmädchen schien den Ruf beamtet zu haben. Nun aber zitterte der Ton der Glocke abermals durch das Haus, diesmal kurz abgebrochen mehrere Male hintereinander, worauf es nach einer kleinen Ruhepause wieder begann, diesmal in ein Sturmläuten ausartend. Das ganze Hotel wurde gleichsam erfüllt von den schrillen Tönen, die mit wahrer Wuth lärmten und förmlich schrieen. Die beiden Herren gingen zum Treppenflur. Sie waren sehr verwundert. Emen solchen Larm hatten sie m dem steifruhigen Rothen Löwen" noch nie gehört. Jetzt endlich ward der Wirth sicht bar und hinter ihm ein Stubenmädchen, das bis jetzt m der Küche beschaf tigt gewesen zu sein schien. Mit einem Ausdruck der Bestürzung, der Verwunderung und der Empörung blickte Herr Welgel zunächst die beiden Herren an, und als einer von ihnen nach oben deutete, eilte er hastig die Treppe hinauf. Dann hörte man oben Thuren aufmachen und heftig zuschla gen, darauf folgte ein erregter WortWechsel zwischen zwei Mannern, der immer heftiger und lauter wurde und sich schließlich bis zu einem wilden Gebrüll steigerte. Die Polizei! Die Polizei! schrieen Beide zugleich hinaus auf den Flur. Der Wirth stürzte hinunter mit zornfunkelnden Augen, mit Geberden des Schreckens und der Wuth, athemlos keuchend, wie ein Mann, dem etwas Furchtbares passirt ist. - Was stehen Sie hier, Minna." schrie er das Mädchen an, gehen Sie rasch auf das Polizeirevier, es möchten sofort Schutzleute kommen. Nein, der Herr Polizeileutnant selbst... Schnell! Vorwärts! Machen Sie, daß Sie fort kommen!" Was ist denn los, Weigel?- fragte einer der Herren. Es ist unglaublich sagte der Wirth keuchend. Ich verstehe die Sache nicht, ,st mir auch noch nie vorgekommen. Ist da oben," fragte der Herr, auf die Stirn deutend, Jemand krank geworden? Es scheint. Ein Herr, der gestern gekommen ist, behauptet,, daß er bestohlen worden sei. Und es ist kein Mensch seit gestern m seinem Zimmer gewesen Bestohl'n?" meinte der Herr er staunt, das ist doch in Ihrem Hause Nicht anzunehmen. Das sollte ich meinen," sagte Weigc bitter. Die Fremden fragten nicht weiter, und Weiael trat mit finsterer Miene auf dem zorngerötheten Gesicht hinaus auf die Straße, in die Richtung hinsehend, aus der die Vertreter der Po lizei kommen sollten. Nach einigen Minuten waren sie auch schon da, und Zwar der Polizeueutnan selbst, ein Wachtmeister und ein Schutz mann. Der Wirth führte sie, nachdem er einige Worte mit dem Leutnant gewechselt, sofort in die erste Etage, in das Zimmer Heydemanns. Dieser saß auf dem Sofa, völlig in sich zusammengebrochen, bleich, mit ver zerrtem Gesicht, eine Verkörperung tief ster.Verzweiflung.

Aeim Eintritt der Serren erbob er

sich mühsam. Seine physische- Kraft schien völlig aufgebraucht zu sein. Der Leutnant warf einen forschenden Blick auf die Gestalt, die jetzt zusammenge knickt vor ihm stand. Also was ist geschehen?" fragte er. Heyedemann vermochte erst keinen Ton aus der Kehle hervorzubringen. Tann aber rief er in erstickten Lauten: Aierzigtausend Mark!... Alles, was ich besaß, ist mir gestohlen!" Vierzigtausend Mark?" sagte der Leutnant, unwillkürlich einen Schritt zurückweichend. Die äußere Erscheinung Heydemanns stand -mit der Summe in sehr grellem Widerspruch. Jawohl, soviel war es sagte Heydemann, genau soviel. Der Betrag einer Erbschaft, die ich gestern Vormittag in meiner Heimathsiadt Mittendorf erhob." Ah, eme Erbschaft!- meinte der Leutnant. Die Sache erschien nunmehr glaubwürdiger. In memem Hause sind lerne Diebe!" rief der Wirth dazwischen. .Bei mir ist noch kein Mensch 'zu Schaden gekommen." Der Leutnant schnitt dem Wirth durch eine Bewegung das Wort ab und wandte sich zu Heydemann. Sie haben das Geld vielleicht verloren," sagte er. Verloren?" meinte Heydemann kopfschüttelnd. Wieso denn? Das Geld kam nicht einen Augenblick aus diesem Zimmer. Gestern Abend hatte ich die Brieftasche vor den Augen des Wirthes in der Hand. Nun, die ganze Brieftasche ist weg." Sie waren ia heute schon mehrere Stunden in der Stadt!" rief ihm Weigel zu. Das ist richtig, meinte Heyde mann, aber ich hatte das Geld nicht mit." Wie kommt es, daß Sie erst jetzt entdecken, daß Ihnen das Geld fehlt?" fragte der Leutnant. Wo hatten Sie denn überhaupt Ihre Brieftasche?" Hier in diesem Schreibtisch und m diesem Schubfach," antwortete Heydemann, auf eine Sckublade aeiacnb. Als ich gestern Abend nach dem Abendessen in Dieses Zimmer kam, fiel es mir ein, daß es unpraktisch sei, eine so große Summe mit mir zu tragen. Ich legte also die Brieftasche in das Fach, schloß den Schreibtisch ab und nahm die Schlüssel an mich." Und heute früh?" Stand ich auf, überlegte, ob ich das Veld herausnehmen sollte und kam zum Resultat, es lieber nicht zu thun. Ich frühstückte, ging dann fort, machte einen Spaziergang durch die Straßen und ging in eine Garderobenhandlung." Wie konnten Sie denn m eme Garderobenhandlung gehen?" sagte der Pollzeileutnant zu Heydemann. Sie hatten doch kein Geld bei sich" ) doch, im Portemonnaie, ungefähr vierzig Mark in Gold. Ich glaubte, damit einen Anzug bezahlen zu können. Man zeigte mir verschiedene Stoffe, ich bestellte zwei Anzüge, hinterlegte zwanzig Mark als Anzahlung und ging dann zurück, um neues Geld zu holen." Nun und Nun, ich komme in mein Zimmer, schließe den Schreibtisch aus, alles scheint in bester Ordnung, ich mache die Schublade auf sie ist leer! Ich öffne dann eine Lade nach der anderen nichts, nicht eine Spur von der Brieftasche, nicht ein Stückchen von dem Gelde alles ausgeraubt!" Wie ein wilde? verzweifelter Aufschrei tönten die Worte. Sie hatten den Stempel der reinsten Wahrheit. Ter Leutnant schüttelte den Kopf. Er kannte den Wirth, er kannte das Haus. Das ganze Ereigniß erschien ihm seltsam. Er besah dann den Schreibtisch, zog die Schubladen aus, durchsuchte das ganze Möbelstück keine Spur von emer Brieftasche, aber auch nicht das geringste Anzeichen eines fremden Einarmes. Wußte Jemand davon, daß Sie das Geld -im Schreibtisch aufgehoben hatten?" Nein. Wußte Jemand, daß Sie soviel (Leid mit sich führten? Der Wirth sah gestern die Briefe tauche und. Herrn Kruger habe ich ge sagt, wieviel sie enthielt." Haben Sie einen dieser Herren im Verdacht?" Das kann ich nicht sagen. Ich habe alle Welt und Niemand im Verdacht." Ter Polizcileutnant ging erregt und rathlos im Zimmer hin und her. betrachtete noch einmal den Raum und die Möbel und sagte endlich: Mein Herr, ich kann in der Sache vorläufig nichts thun, als sie den betreffenden Behörden zu weiterer Behandlung übergeben. Sie sprechen ja auch keinen bestimmten Aerdacht gegen irgend Jemand aus, und Herr Weiges ist mir persönlich bekannt.. Wollen Sie hier in diesem Zimmer weiter wohnen bleiben?" Das wird nun nicht gehen," sagte Heydemann resignirt. Schön, dann will ich den Schreibtisch und das Zimmer vorläufig unter Siegel legen. Sie kommen vielleicht mit auf mein Bureau, damit wir Ihre Anzeige ausführlich zu Papier bringen." Da war wirklich nichts anderes zu thun, das sah Heydemann ein. Mit einem Seufzer setzte er seinen Hut auf und griff nach seinem KLfferchen. Da flog ihm plötzlich ein Gedanke durch den Kopf.

Was bin ich schuldig. Herr Wirth?'

ragte er. O, das brauchen wir nicht zu verrechnen," meinte Weigel brummig. Nein, nein," sagte Heydemann entschieden, ich bin kein Zechpreller, ich will meine Rechnung bezahlen." Na, dann" , erwiderte Weiael achselzuckend, das Abendessen, Bic.. zwei Flaschen Rheinwein, das Fruh stuck macht zusammen sechzehn Mark." ' . , Heydemann entnahm seinem Portemonnaie ein Zwanzigmarkstück und gab es dem Wirth, der den Rest zurückzahlte. Von der ganzen Erbschaft ein Vermögen von vier Mark!" sagte Heydemann mit . grimmigem Hob . ! . P m . i i v 'ann cernen er in Begleitung oes Plizeileutnants das Zimmer. 2. K a p i t e l. chreiben Sie uns, sobald Se Wohnung gefunden haben,' ! . W i l rw , t waren rne leeten uxoxit oes Polizei - Leutnants, nachdem alle Fragen beantwortet und alle Umstände protokollnt waren. Die Behörde hatte also vorläufig ihre Pflicht gethan, und nun hieß es: stillsitzen und warten. Und nun eine Wohnung. Ja, eine Wohnung mutz aber bezahlt werden, und er war jetzt armer als je in femem ganzen, an Freude so armen Leben. Gedankenvoll schritt Heydemann durch das Thor des Polizeiamtes in das helle Tageslicht hinaus. Nach Hause zurückkehren? Die paai Mark reichten ungefähr für das Eisenbahnbillet nach Mittendorf. Dann aber besaß er nicht einen Pfennig mehr. um em Stuck Brot kaufen zu können. Und die lieben Mittendorfer! Diese spöttischen Gesichter, wenn der Ein-tags-Nabob plötzlich nach Hause kommen und seine alte Beschäftigung für fünfundzwanzig Pfennig die Stunde wieder aufnehmen wurde. Dieses höhnische Bedauern, diese schadenfrohwohlwollenden Redensarten! ... Er hörte förmlich die bekannten Stimmen, uitd die Worte schlugen an sein Ohr wie Peitschenhiebe, als wenn sie wirklich gesprechen würden. Älso schon lieber in Berlin bleiben, um an Ort und Stelle zu sein, wenn man was ja jeden Augenblick geschehen konnte den Dieb entdecken und das Geld ausfindig machen würde. Doch wovon leben? Womit ein Zimmer. und wenn auch ein noch so kleines, oder nur eine Schlafstelle bezahlen? In diese Gedanken versunken, mit seinem Köfferchen in der einen und dem großen Regenschirm in der . anderen Hand, stand er nun fast in der Mitte des Fahrweges und blickte rathlos vor sich hin. Die Sonne leuchtete ihm gerade in's Gesicht, und der Schweiß rann ihm von den Schläfen. Leute gingen an ihm vorbei, warfen fragende oder gleichgiltige Blicke auf ihn. Aber er sah weder die Menschen, noch hatte er die rechte Empfindung, wo er sich eigentlich befand. Was nun? Wohin?- Immer wieder drängten sich ihm diese Fragen aus. Da wurde' er durch eine in raschem Trabe heranfahrende Droschke aufgerüttelt. Der Kutscher schrie ihn an, das lebhafte Pferd lief geradeaus auf den im Wege Stehenden zu, und er hatte eben noch im allerletzten Momente Zeit, sich durch eine rasche Bewegung auf das Trottoir zu retten. Das KLfferchen aber, von einem Fußtritt des Pferdes getroffen, flog im Bogen zur Seite und klappte im heftigen Niederfallen auseinander. Der Kutscher drehte sein blaurothes, aufgedunsenes Gesicht Heydemann zu und schimpfte, wobei das Gesicht noch rother wurde, und Heydemann ,stano, dem Fuhrmann nachblickend, einige Se künden wie betäubt da. Endlich raffte er sich auf. Sein Auge fiel auf den Koffer, aus dem die Wäschestücke und mehrere Kleinigkeiten hervorgequollen waren und sich nun über die Straße verstreuen zu wollen schienen. Auch das noch!" dachte er mit bit terer Ironie. Und er lachte grimmig auf. Es war wirklich spaßhaft. Erst das Geld alles, alles, was seine Zukunft bedeutete, und nun noch der kümmerliche. ärmliche Rest ferner letzten Habe. Es wäre ganz selbstverständlich. wenn jetzt e'i Wind käme und die paar Sachen in alle Richtungen forttragen. oder irgend ein Strolch das Ganze als Freigut mitnehmen wurde. (Fortsetzung folgt.) 5 n btn Sinunassaal des Ver. Staaten-Senats dürfen laut Beschluß des Senats-Komites hinfort Blumen Nicht mehr gebracht werden. Infolge der niedrigen Sterblichkeitsrate konnte die Wisbeth Cemetery Co." in Wis beth, England, letztes Jahr keine vidende erklären. Wisbeth zählt 12, 000 Einwobner. ffJovojT a Sariise sctzdolz ?etn zzann. (Sächsisch.) Wo Sie de Nordsee brandend brilld, Wo Helgoland mer siehd un Syld, Wo Sie der Fischer Hummern sängv. Wo in Venehd'g mer Gondeln länkd, Wo Sie de blaue Donau le?fd, Wo Dfchächen der Valwier einseefd. Wo bliehd der Abbklslnenboom, flttrt fS.fV W rnfe sitöln D0M. Wo durch B-rlin Sie schleichd die Schbree-, Wo der Chinese schlSW ven yee, Win hm ATrtfrtt cifth V V V W V tvD I . . , . Wo den Mong Blank s Mann ieschdeigd. Wo Sie der reewe ward geiago, ysn' frUff ntp TOfirtfA kick waad v m vjjvvrn 0 " -i-7 , , - v Wo Sie der .Schwab' de .Schwäwin- näcko, Vtt)debd mer unsern Dialitto:

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