Indiana Tribüne, Volume 28, Number 181, Indianapolis, Marion County, 24 March 1905 — Page 5

Wie Julchen Eichler zum Glune kam.

Von Lotte Gubalke. s Auf dem Weg, der von Amonsthal nach Bebenroth führte, ' gingen ein Mann und eine Frau. Sie hielten zwar gleichen , Schritt miteinander, gingen aber jedes an einer anderen Wegseite. Die Landstraße war mit Pappeln eingefaßt, nur hie und da schob sich ein Akazienbaum dazwischen, der jetzt gerade in voller Blüthe stand. Um diese Pappeln hatten sich die beiden entzweit. Das Mädchen behauptete, es sei ein himmelfchreiender Unsinn, daß sie hier geduldet würden. Sie zeigte auf die langen Streifen ganz verkümmerter Weizenhalden, die sich um jeden Baum ausbreiteten, so weit der seine Wurzeln verzweigte, und fügte die Behauptung hinzu, daß jede Pappel einen Unterschlupf für taufende Schädlinge bilde, und daß Pappelholz schließlich genau wie Er lenholz keinen Bauer reich und stolz machen könne. Und der Mann hatte lachend gesagt, sein Herr, der Baron von Trächielaborn, habe es dazu, sich diesen feudalen Baum zu leisten. Was wäre das Schloß da oben am' Waldrand ohne diese Allee!" Und dann waren sie hart aneinanier gekommen über das Praktische und das Schöne. Hatten in ihrer Art heiß darum gestritten und waren dann verstummt. Es war sehr warm. So ein echter duftdurchwehter Sommernachmittag.' Nichts als' das Summen der Bienen und das Zirpen der Grillen unterbrach die Stille, die über der Landschaft lag. Die Frau trug einen schwarzen. Beiderwandrock und eine helle, lila Kattunjacke, ihre Schürze war von leuchtender, veilchenblauer Farbe. Sie schritt ihr Gang hatte nichts Müdes, obgleich sie einen Korb auf dem Rücken trug leichtfüßig dahin und wiegte sich in den Hüften. Manchmal führte sie mit dem Schuienhut aus gelblichem Stroh, der nach ber Art, wie ihn die Waldleute jenseits des Rennsteigs tragen, mit rosa Kattun gefüttert und mit breiten, schwarzen Bandrosetten verziert war, eine schlenkernde Bewegung aus. Sie trug den Hut in der Hand, es war ihr bei dem heftigen Wortstreit zu warm geworden. Ein feiner Duft ging von ihr aus. Das hatte seinen Grund: JuleEichler trug Seife zum Verkauf auf die Dörfer. Gute Kernseife und feine wohlriechende. Der Mann an der anderen Straßenseite war nicht minder stattlich als sie. Er hatte eine Flinte umhängen und trug eine Jagdjoppe. Seine klugen Augen sahen immer wieder nach der stummen Gefährtin hinüber. ' Er schmunzelte und strich manchmal sein Kinn, das ein kurz gehaltener, röthlicher Bart bedeckte. Ich weiß nicht rief die Frau, plötzlich stehend bleibend, -toaturn Ihr nicht ein einzigmal ein ernst Gesicht machen könnt! Als ob Euch das Elend der Welt gar nicht kümmerte, und Ehrgeiz und Streben habt Ihr auch nie besessen, Karle Gehrauch!" Meinst du denn, daß von einer grämlichen Miene die zeitlichen Mißstände gebessert werden?" Eine grämliche Miene und ein männlich gesetzt Wesen ist ein Unterschied, ein himmelweiter." Ich möchte dir schon manchen Gefallen thun, Julchen, aber mein Gesicht läßt sich absolut nicht in andere . Falten legen." Sie waren jetzt an einem Akazienbäum angekommen, unter dem eme Steinbank stand. Julchen blieb stehen. Es war eine alte Gewohnheit von ihr, hier auszu ruhen. Karl Gehrauch half ihr still schweigend den Korb abnehmen. Dann setzten sie sich beide nieder. Julchen sah in den Baum hinauf, der von -in zähligen Bienen belebt war, Gehrauch holte seine kurze Pfeife heraus und fetzte sie IN Brand. Mit dem selbigen Recht, mit dem du meinen Frohmuth verdammst, könnte ich mich über dein verdrießlich Gesicht wundern. Ich wollte wahrhaftig nichts weiter wünschen, daß ich ein Mittel fänd', dich zu kuriren!" Das sollte Euch schwer fallen. Dazu kenn' ich die Welt zu genau. Die Welt. sammt aller Bosheit." Bist gesund hast deinen anständigen Erwerb"..." Schon gut. Alleweil ja! Aber ich hab' sie kennen gelernt die Noth und wenn sie wieder mal einkehrt? Ich : ich bin so: ich ersehe mir nichts als einen Sarg, einen weißlackirten." Gehrauch sprang auf und schob seinen Hut ganz in den Nacken: Nachher, wenn du stirbst, was fangen die Dörfer hier in diesem Gau an? Mein Vater nannte dich immer im Scherz die Kulturträgerin ich meine aber im vollen Ernst, was wird aus uns. allen ohne deine Seife! Und warum soll's denn ein weißer Sarg sein? Willst denn ledig sterben?" Atf-H!" -a) kann nichts dawider sagen. Es f)at seinen Vortheil, das Ledigsein. Man ist keinem Rechenschaft schulbig." So denken die Mannsleute. Um die Rechenschaft wär's mir nicht zu thun. "Ich leg' auch meinem Herrgott alle Abend welche ab, wozu brauch' hi nnrfi ,me Mannsverson!"

Ich meinte Gehrauch, lang 'am nach jedem Wort einen Zug aus 'einer Pfeife nehmend, ich muß getehen, ich hab' von dem Heirathen ein

freundlich Bild. Wenn ich an meine Eltern denke " Und wenn ich an meine Eltern Jule Eichler lachte kurz und hart auf das war ein Trauerspiel!" Das eine war und das ander: war es mag eine sonderbare Wut sein! Aber ich halte mich an das heitere Bild, Jungfer Julchen. Ich glaube auch, es ist in jedes Menschen Hand gegeben, sein Leben erträglich zu gestalten." Wieder lachte Jule kurz und hart auf. Ihr gestaltet Euer Leben recht ge müthlich, Karl Gehrauch, . das soll wahr sein. Aber ich meine, Eure Eltern hatten's auch anders mit Euch' vor! Habt doch Schulen besucht. Solltet doch ein Pastor werden und nun?" Jetzt lachte Gehrauch. Aber eZ klang nicht schroff und hart, sondern lustig. Ein studirter Mann, ein Pastor! Und wenn einer keine Gaben zu so etwas hat? Und klug genug ist, die Grenzen zu erkennen, die seinen Talenten gesteckt waren?" Er sprach das mehr vor sich hin, als zu seiner Gefährtin. Aber die nahm seine Worte auf und meinte: Faul war der Herr Gehrauch! Konnte nicht stille sitzen und hatte allerhand thörichte Sachen im Hirnkasten." Ja, warum sollt' ich denn stme sitzen und Dinge anhören, die ich nicht begriff! Und daheim lag der Acker brach und summten Bienen im Thymian am Waldrand und das Jagdhorn klang. Ist denn etwa ein Tauaenichts aus mir geworden. weil ich über die Tertia nicht hinauskommen konnte? Davon verstehe ich nichts ich meine nur, wenn Ihr gewollt hättet, wär' ein Minister aus Euch geworden aber Fleiß und Ausdauer gehört dazu." Wenn, wenn! Und nun ist. noch mehr aus mir geworden ein glücklicher Mann!" Er hatte recht. Er war wirklich ein glücklicher Mann. Seine Eltern hatten ihm ein kleines Vermögen hinterlassen und wenn seine Mutter hochfliegende Träume genährt hatte, alö sie ihn auf dem Arm trug, so hätte sie ihm im Grund kein schöneres Dasein schaffen können, als er es führte. Mit dem Vermögen hatte er sich zu ererbtem Besitz noch ..einige Acker gekauft und erntete so, was er brauchte arbeitete ohne viel fremde Hilfe und war zufrieden. Wir können uns nicht miteinander vergleichen," sagte Juw Eichler, seine Gedanken unterbrechendJhr stammt von 'feinem Holz ab ich ich " Gehrauch lachte: Alle Frauenzimmer wollen Vergleiche anstellen, auch genera'.isiren sie gerne " Braucht keine fremden Wörter, wenn Ihr mit mir redet!" Gut. Reden wir deutsch. Du kannst dich schon ruhig mit mir dergleichen. Du arbeitest, ich arbeite. Vasta. Daß ich es nicht mit dem Studiren zu 'was brachte, erbte ich von meinem Vater. Sie haben ihn bis an sein Lebensende Herr Doktoi" genannt und er war von rechtswegen nichts als ein vor dem Examenthor liegen gebliebener Kandidat. War als Hauslehrer hier auf dem Schloß geblieben gab ja Nachwuchs genug zu erziehen. Der alte Herr Baron und die jungen Herren wußten zu schälen, Master ihnen beibrachte: mehr einen weiten Horizont und Verständniß für die Geschehnisse des Lebens als Gelehrsamkeit. Er war immer ihr bester Freund. War ein tüchtiger, treffsicherer Jäger ein Mann ohne Furcht und Tadel, was brauchte er im Grund mehr zu sein?" Ich versteh davon nichts." Ich glaub's dir, Jule, und es ist schon viel, daß du es zugestehst." Aber meine Mutter! Siehst du, die hatte ein Examen gemacht. Mein Vater sagte immer: eins für zwei Mann ausreichend. Die Baronessen haben bei ihr alles gelernt, was noth that Nachher wollte sie meinem Vater klar machen, wie leicht ein Examen sei. Aber er hat ste einfach geheirathet, als ihn der Varon ohne Examen zu seinem Rentmeister machte. Sie paßten ausgezeichnet zusammen. Er hat stets den Muth bewundert und die Selbstverleugnung, die Amaranthe Timaeus besaß, als ste ihm ihre Hand zum Bund für's Leben reichte." Mir will scheinen, Ihr macht Euch gar ein wenig lustig über Eure Frau Mutter!" Da sei Gott vor! Aber ich lächle darüber, wie-ste mich gehetzt hat mit dem Latein und dem Griechisch, und dank meinem Alten, daß er mir beistand und mich von allen Examen befreite. Nun bin ich Herr auf meiner Scholle, so klein ste ist." Jule zuckte verächtlich die Achseln: Das Wohlleben macht Euch leichtsinnig! Ihr seht nicht auf den Grund!" Meine Mutter kanme ein Verschen: Kinder, geht zur Biene hin, seht die kleine Künstlerin, wie ste emsig stck bemüht und aus allem Honig lieht" Ja Honig zieht meinst du nicht, Julchen. daß in den Blumen dicht nebeneinander Honig und Gift liegt? 'Dicht nebeneinander?"

Julchen seufzte: Meine Mutter war eine Schisfersfrau. Wenn mein Vater heimkam, gab's am ersten Tag einen kargen Willkomm, am zweiten einen Rausch, am dritten Tag Prügel. Dann ging er fort. Schließlich kam er nicht wieder. Er soll in eine Untiefe gefallen sein im Rausch ist er fehl getreten. Es waren unser Sieben. .. sieben elende Würmer. Nur ich, die Aelteste, war gesund. Fünf kleine Särge hab' ich auf den FriedHof getragen ich ganz allein ehe der Todtenaräber zuschaufelte, bab' ich einen Liedervers über dem Gräbchen gebetet. Die Noth war so groß und schwer und die 'Särge so leicht und klein Dann starb meine Mutter und der letzte Junge an einem Tag. .. Anfänglich meinte ich, das wäre 'das Loos detf Schiffersleute. Aber nachher, wie ich der lahmen Marth' beim Seifenhandel half und so auf die Dörfer kam in arme und reiche Häuser überall gab's Gleiches."' . Gehrauch stand auf und schüttelte sich: Manchmal, Julchen, da kannst einem den ganzen Sommertag verderben! Indessen ich bleib' nun doch dabei, daß beides da liegt in der

Welt, das Elend und das Glück, es kommt nur darauf an, daß man den richtigen Griff thut. . Jule war aufgestanden, hatte ihren Korb mit Gehrauch's Hilfe wieder ausgenommen uno nun gmgen oic Beiden nachdenklich weiter. Gehrauch sah stch das kräftig gebaute, stattliche Mädchen an und fing an zu pfeifen! Jule sckaute erstaunt auf: Könnt Ihr das auch noch ich denke, Ihr wart aus dem Schwabenalter heraus! Was Ihr doch nicht alles könnt!" Warum soll ich denn nicht pfeifen? Manchmal kommt mir sogar der Wunsch an, ich möchte jemand haben. der danach tanzt, eme Frau und elnen Buben oder zwei. . ." So laßt doch das Geschnack!" Am Dorfeingang trennten ste stch. Gehrauch bog auf einen Wiefenpfad ein, der zu seinem kleinen Anwesen führte, das die Leute das Bien'gütchen nannten, seit er dort eine ausgedehnte Bienenwirthschaft betrieb. Jule Elchler glng m die armen Hütten und zu den reichen Bauern und trug überall ihre Seift . hin. Konnte ein Armer nicht gleich zahlen, so stundete sie gelassen, und nahm auch allerhand andere Dinge statt Geld in Zahlung: Hinterfrucht, die. , sie .als HUhnerfutter weiter verkaufte, Zwie s ein und Käse, Obst und Eier. So trug sie meist einen vollen Korb wieder heim. Und immer zog sie einen sicheren, wenn auch bescheidenen Bor theil aus ihrem Geschäft. Indessen ein behagliches Genießen kam nie bei ihr aus. Die Schatten, die über ihrer trostlosen Jugend lagen, hätten sie so furchtsam und zage gemacht. Sie konnte nie ohne Seufzen ihr Stückchen Brot essen, das doch nicht einmal trocken war. - Es war drei Tage später. Geh rauch saß gegen Abend unter der großen, alten Linde vor seinem Hofe und sah nach dem Bienenhaus, das seitwärts in dem Garten 'stand, der rings um das Wohnhaus ging.. Die Bienen trugen emsig . ein, das gab heuer ein gutes Honigjahr. Die Obstbäume hatten geblüht wie selten.- Kein Regen und kein Melthau hatte Schaden gethan. Nun blühte der Klee und die Akazien. Er war fast vollkommen zufrieden, denn auch auf den Aeckern stand alles gut. Kam zur rechten Zeit ein gnädiger Regen. so brachte der sckwere Lettenboden guten Ertrag, und wenn auch die Ernte nicht so großartig ausfiel! Hatte er nicht in jedem Jahr einen kleinen Ueberschuß beiseite gelegt? Nur eins war nicht nach seinem Sinn. Seit seine alte Mutter auf dem Friedhof am Waldsaun ruhte, hatte er niemand mehr, mit dem er sich zusammen freuen konnte. Wenn er vor Jahren manchmal artf Heirathen dachte, dann stieß er bei ihr auf wunderliche Ansichten, die den seinen zuwiderliefen. Sie war für eine gebildete Frau. Mit einem tiefen Seufzer setzte ste ihm das ausemander, und er Karl Gehrauch, der seine drei Jahre bei den Ulanen gedient hatte und niemals die Geheimnisse der lateinischen oder sonst einer fremden Sprache begriffen hatte, er schüttelte sich und ging auf keinen ihre'r Vorschläge ein. Etwas für's Herz" ersehnte sich Karl und er konnte sich nicht vorstellen, daß für sein Herz eine gelehrte Frau passe. Er brachte es auch nicht fertig, seiner Mutter klar zu machen, daß seiner Ansicht nach gelehrt und klug sich nicht immer decke und so unterblieb das Heirathen und Karl wurde älter und bequemer und fand, 'er vermisse im Grunde nichts, weil seine Mutter ihm das Leben behaalich machte. (Schluß folgt.) N a ck den SetlAn hei Ober - Vieh'mspektorL Prof. Ramsey vom Bundes - Ackerbau - Departement hat in seinem Distrikt, Montana l. ... -- - : . , uno oen oelven )akotas, vas Rtnvviel) auf den Ranckies oam ausatteicknet überwintert. Wenn nicht noch schwere Märzstürme kommen, werden die Verluste geringer sein wie jemals zuvor. Auck bat die Viebkräde bedeutend nachgelassen, seitdem voriges Jahr die Dipping" - Stationen eingerichtet woroen uno. ..

' usllfchc Zustande.

anzsrtdürme aus Legeltuch aus einem . Tchlachtschisk-Tie ÄestkÄttchkett. In einem kürzlich erschienenen Buche With the Russians in Veace and War" erzählt der enaliscbe Oberst T. A. Wellesley. der Militärattache in Petersburg war. aanz erstaunlicke Tinge von russischen Zuständen, unter denen Die folgende Anekdote besonders auffällt. Der russische Marineminister hatte dem Zaren Alexander II. fäljchllch berichtet, das Schlachtschiff ,.Peter der Große" wäre seeklar, ehe ;:och die Panzerthürme ausgerüstet :varcn. Da kündiate der Kaiser seine Abucht an, das Schiff zu besichtigen. Sofort wurde nun alle zweckentsprechende Arbeit an Bord des SckiffeZ unterbrochen und Hunderte von Leuten aroelteten Tag und Nacht an der Ernchtuna von Kamten und hölzernen Panzerthürmen und bedeckten das Schlss Mlt Schempanzern. Der Kapitän des Schiffes qina soaar nock weiter und reate bei einem der naenieure an, man möge Stroh unter den Schornsteinen, die schon an ihrer Stelle waren, anzünden, damit Rauch sichtbar wurde. Der verstorbene Herzog von . Edinburg, dem man bei seinem Besuche in Petersburg die Geschichte von den hölzernen Panzerthürmen erzaytle, wollte jie nicht glauben. Er wollte erst selbst die Wabrbeit der Thatsachen feststellen, und setzte einen Bemch des Sernffes durck. obaleick man ihm alle möglichen Hindernisse in den Wea leate. Er saate darauf ?.u Oberst Wellesley, es wäre falsch, daß die Panzerthurme aus olz aesertiat wären, wie man ihm aesaat bätte: e: hätte auf einen seine Hand gelegt, und es war Seaeltuch. das dem Druck der Finger nachgab!" Als sich einmal ein fremder Fabrikant bei einem G.roßfürsten beliagte. weil er zeden Einzelnen bestechen müsse, um einen Regierungkontrakt zu erhalten, erwiderte der Großfürst: Wenn ich. ein Großfürst und ein . Bruder des Kaisers, bestechen muß. um Reaierunasaufträae au be kommen, so sehe ich nicht ein, warum Sie als Ausländer von dieser Steuer befreit sein sollen." Tuberkulose und Achulc. Zunehmende Tterdli,s,k,it n, dieser rank fielt unter 2chulkinöcrtt in '..'rcuszcn. Die Vorstellung, daß der, Antheil der Tuberkulose an der Bevölkerungssterblichleit besonders im letzten Jahr zehilt zurückgegangen ist und daß hierfür :m Wesentlichen der Kampf gegen diese Volksseuche verantwortlich zu machen ' ist, beherrscht die weitesten Laien- und wissenschaftlichen Kreise. Daß nackte statistische Zahlen aber innere Verhaltnisse nicht leicht widerspiegeln können, zeigt eme von dem betarnten. Tuberkuloseforscher und Mitqlied des Reichsgesundheitsamts, Professor . ,Kirchner-Berlln, veröffentlichte Zusammenstellung über die Vetheiligung einzelner Altersklassen rn Preußen an der Tuberkulosesterblichkeit. Aus der lehrreichen Arbeit ergibt sich. daß. während die Gesammtsierblichkeit an dieser Krankheit in Preußen von im bis 1902: fortschreitend abgenommen hat, dies für , das schulpflichtige Alter, nicht' zutrifft, hier im Gegentheil sogar eine nicht unerhebliche Zunahme vorliegt. Im Alter von 5 bis 10 Jahren stieg der Tuberkulosebruchtheil der Gesammtsierblichkeit bei Knaben von 4.0O'auf 7.09 von 100. bei Mädchen von'5.W auf 10.83 von 100, und ähnljche Zahlen ergab auch die weitere Altersperiode von 10 bis IS Jahren. Wenn es somit wahr ist. daß der in den letzten Jahrzehnten beobachtete Rückganz der Sterblichkeit an Tuberkulose eine Folge der Entdeunz des Tuberkelbazillus durch Robert . Koch, eine weitere Folge des Aufschwungs der Hygiene im Allgemeinen und des infolgedessen aufgenommenenKampfes gegen diese Volkskrankheit im Besonderen gewesen ist, so gewinnt es den Anschein, als wenn diese Wohlthaten hauptsächlich den höhern Altersklassen zutheil geworden sind die jüngern dagegen nicht in dem Maße daran betheilizt waren, wie e? im Interesse der Volksgesundheitspflege erwünscht gewesen wäre. Nach 18 Jahren konnten dieser Tage zwei Brüder in Mwneapolis, Minn., ein freudiges Wiedersehen feiern. Der Polizist W. H. Hahn und der Fuhrmann Christian Hahn wohnen Beide feit 18 Jahren in Minneapotts, aber trotzdem sind sie nie zusammengekommen, bis vor einigen Tagen eine Zusammenkunft der Beiden in der Polizeistation stattfand, wohin Christian gegangen war, nachdem er endlich bx Adresse seines Bruders ausfindig gcmacht hatte. Durch Zufall war die Familie vor vielen Jahren auseinander und seitdem nicht wieder in Berührung gekommen, bis wieder durch einen Zufall Christian hörte, daß fein Bruder ein Polizist in Minneapolis sei, uno ibn dann aucb fand. Beide Brüder waren während der letzten 13 Jahre manchesmal aus der Strafe an ernan der vorübergegangen, ohne stch zu ken nen. Sprechende Ziffern. Ein Vergleich zwischen Eisenbahnunfällen in den Ver. Staaten und Preußen ergibt, daß in den Ver. Staaten Entgleisunqen 3 mal und Zusammenstoße Lmal'bäufiaer sind, und die Zahl der Getödteten oder Verwundeten 36 mal arösi.er ist. als in Preußen.

Schwedens Zkönig.

Ucbertragung der Regentschaft an seinen Sohn und die Ursache. VchwärmerischerTichterund leidenschaftlicher Leemann-OskarS II. Popularität Patrl archallichesBerI,ältnik-Goethe,Ueberstz,r und Sänger. König Oskar II. von Schweden und Norwegen, der kürzlich wegen Kränklichkeit seinem Sohne, dem Kronprinzen Gustav Adolph, die Regentschaft übertrug, steht im 77. Lebensjahre. Schon seit dem Jahre 1872 schmückt sein Haupt die Krone zweier Reiche. Der einstige schwärmerische junge Dichter und leidenschaftliche Seemann hatte nie von solchen Würden geträumt, und als er nach dem Tode seines Bruders den Thron bestieg, nahm er die Frische und ' Einfachheit des Seemanns und die Feinfühligkeit des Dichters mit. Diese Eigenschaften. verbunden mit seltener Liebenswürdigkeit, verleihen seinem Wesen einen ganz besonderen Reiz. Auch auf dem Throne blieb Oskar II. seiner Jugendliebe, der See, treu und widmete sein Hauptinteresse der Marine, in der er durch alle Grade, vom Kadett an bis hinauf zum Admiral, gedient hat. Seine Facht Droff" ist sein zweites Heim und das gelbe Königsschiff mit den drei Schornsteinen eine bekannte Erscheinung zwischen den schwedischen Schären und in den norwegischen Fjorden, ein häufiger Gast der Nordsee und des Mittelmeeres. In seinem Lande hat der König, bis auf zwei kleine Dörfer, jede Stadt und jedes Dorf besucht. Von diesen Reisen erzählt man sich viele heuere Anekdoten. So passtrte es dem Bürgermeister eines kleinen Stadtckens, daß er emen der Honora tioren der Stadt folgendermaßen dem König Oskar H. Könige vorstellte: Herr Großkaufmann Anderson Seine Majestät Oskar II." Die Fürsorge dieses Bürgermeisters war unnöthig, denn jedes Kind kennt den Onkel Kövig." dessen Weg die Jugend mit Feldblumen bestreut, wenn er durch das Land fährt. Vor allem zeigt stch die Popularität des Königs natürlich zu Hause," m seiner Residenz, dem lebenslustigen Stockholm, wo er auf intimstem Fuße mit der Bevölkerung steht. Einmal wöchentlich, jeden Dienstag, steht die Thür seines Schlosses Jedermann offen, und mit regem Interesse nimmt der König persönlich, in ungezwungener Unterhaltung die Anliegen oder Beschwerden jedes Einzelnen entgegen. Auch in den Straßen und Parks tritt der König mit der Bevölkerung oft in Berührung, spricht den ihm Begegnenden mit seinem patriarchalischen Du" an. Neben der Popularität Oskars II. als König geht die des Dichters. Wie das Bild Oskars II. in jedem Hause hängt, sind die Dichtungen von Oskar Fredrik" die Lektürc der Familien. Seine Seemannsbilder," von denen das bekannteste Die Ostsee" ist, preisen in leidenschaftlichem Schwünge das Meer und das freie Leben des Seemanns. Auch als Uebersetzer hat stch der Monarch hervorgethan; eine seiner ersten Arbeiten war die vortreffliche Uebertragung von Goethes Torquato Tasso," die er seiner damaligen Braut, der Prinzessin Sofie von Nassau, mit einem seiner kleinen Gedichte widmete. Bei der stark lyrischen Veranlagung des Königs ist seine große Vorliebe zur Musik fast selbstverständlich. Er ist ein ausgezeichneter Sänger und hat bis in's hohe Alter hinein noch Gesangunterricht genommen. Trotzdem der König allcm ein so reges Interesse entgegenbringt und selbst so reich veranlagt ist, war das Leben an feinem Hofe infolge der jahrelangen Krankheit der Königin das denkbar ruhigste. Größere Festlichkeiten waren lange . Zeit . ausgeschlössen, da es keine weibliche Reprasentantin des Hofes gab, denn auch die Kronprinzessin . war leidend und gezwungen, die Winter im Süden zu verbringen. Dem Ansehen,- das König Oskar genießt, und seiner vermittelnden und friedvollen Haltung war es auch zum guten Theile zuzuschreiben, daß die in Norwegen bestehende Bewegung auf vollständige Trennung von Schweden immer noch hintangehalten ward.

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