Indiana Tribüne, Volume 28, Number 175, Indianapolis, Marion County, 17 March 1905 — Page 7
Jndiana Tribüne, 17 März 1903.
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It FtaMpfe mit dem Schicksal. Noman von Lilas K. Hocking, übersetzt oon Treumatttt'ttoner. '
Fortsetzung VIchtundzwanzigsteö Napttel. D i e F l u ch t. Als Hans nach seinem Schreck wieder etwas zur Besinnung gekommen war, entschloß er sich, zu Fuß den beiden Banfylds zu folgen. Er kannte nicht nur die Landstraben, sondern auch die Seitenwege in der ganzen Gegend. Vielleicht würde er sie noch vor dem Abend auffinden. Sie können durch kein Dorf reiUn," sagte er sich, ohne daß die Leute sie bemerken. Und da sie nicht ahnen, daß jemand sie verfolgt, werden sie sich auch keine Mühe geben, ihre Spur zu verbergen." Er suchte in dem weichen Boden nach Abdrücken der Pserdehufe und hielt sich mehrere Stunden lang an diesen Spuren. Als aber der Weg dann steinig wurde, mußte Hans zu Erkundigungen seine Zuflucht nehmen. Niemand wollte oder konnte ihm Auskunft geben. Endlich erreichte er einen ländlichen Gasthof, wo er durch seinen schier unersättlichen Appetit den Wirth in Erstaunen setzte und in der Küche zu Bemerkungen Veranlassung gab, die er zum Glück nicht hören konnte. Die Freigebigkeit, die er bei der Zahlung bewies, machte jedoch einen so vortheilhaften Eindruck auf den " Wirth, daß er mit einem Mal gesprächig wurde. Und so lockte Hans schließlich einige wichtige Mittheilungen aus ihm heraus. Ei jawohl Zigeuner haben wir jetzt hier. Sie campiren wie gewöhnlich im Heidegrund. Weiß gar nicht, wie die Leut' hier Verdienst finden können." Kommen sie öfters bis hierher?" fragte Hans in gleichgültigem Ton. Nicht gerade oft. Zwei sah ich aber heut' vor ein paar Stunden hier vorbeireiten." Zu Pferde waren sie?" Ja, und sie sind gewiß von weit her gekommen; sahen mächtig bestaubt au. Ist's noch weit von hier bis zum Heidegrund?" Na, so ungefähr zwei Stunden. Sie ritten des Weges dahin." Und der Mann bezeichnete die Richtung mit dem Daumen. Nun wußte Hans, daß er auf der richtigen Fährte war. Mit frischem Muth und gestärkt verließ er das Wirthshaus. Eine gute Mahlzeit und eine Stunde Rast hatten einen anderen Menschen aus ihm gemacht. Trotzdem setzte er seine Wanderung in gemäßigtem Schritt fort, da er sich nicht gern vor der Abenddämmerung in der Nähe des Heidegrundes zeigen wollte.,, Die Banfylds haben scharfe Augen, wenn sie mich erkennen, könnte mir das leicht mein Spiel verderben." In dieser Erwägung schlenderte er dahin, während er doch die Zeit kaum erwarten konnte, wo er Gemma wiedersehen würde. Die Ungewißheit, in der er über dieses Wiedersehen schwebte, steigerte seine Ungeduld zu einem qualvollen Zustand. Was konnte nicht alles geschehen sein in den Jahren der Trennung? Er wußte ja nicht einmal, ob sie noch am Leben war. Bald werde ich es wissen, der Weg ist nicht mehr weit," sagte er sich mit einem kleinen Stoßseufzer. ist ahnte nicht, wie bald er es w:isen wurde. Gemma und er hatten gleichzeitig das Thal erreicht, in das sie nun beide, doch er von der einen, sie von der anderen Seite, hinabstiegen. Da Gemma in vollem Lauf begriffen war, erreichte sie die Brücke vor ihm und würde sich unfehlbar im nächsten Augenblick in das dort sehr tiefe Wasser gestürzt haben, wenn sie ihn nicht hätte kommen sehen. So aber sprach sie zu sich: Der Mann muß erst vorüber sein:" Lud sie blieb auf das niedrige Brückengeländer gestutzt, regungslos stehen. Hans war so in seine Pläne zu Gemmas Rettung vertieft, daß er die kleine Gestalt auf der Brücke kaum bemerkte. Sie sah auf, als er daherkam, und beider Blicke begegneten einander. Er starrte sie an, doch im nächsten Mo ment stieß er einen hellen Freuden schrei aus. O Gemma, Gemma!" Sie erkannte ihn nicht und trat einen Schritt zurück. Aber, Gemma, kennst du mich nicht mehr? Den cs:? Hans?" sagte sie, den fremden Wanderer unsicher anblickend. Ich bin's ja, der Hans Lazarus. Besinne dich doch! Und dann lag sie in seindm Arm. In dem Augenblick hatte er vergessen, daß sie die Tochier des Barons Treherne war, und er küßte ihr Auaen und Stirn. Für ihn war sie nur die blondlockige Gemma, das Zigeuner madchen mit den Krnderaugen vom remsten Blau des Himmels. Nur wenige Augenblicke währte der Traum, und er löste sanft ihre Arm' von semem Halse. Ich vergaß." sagte er, du bist nicht der Banfylds Kmd." .O. ich weiß es. Lans. Leute fcafce
tch es gehört. Ach, du wirst mich retten, Hans, nicht wahr?" Zu dem Zweck bin ich gekommen," sprach er ernst. Ich habe dich schon viele Tage lang gesucht." Sie schwieg, und eine tiefe Nöthe stieq ihr in's Antlitz. Wenn er nur
fünf Minuten später gekommen wäre, bätte er sie nicht mehr zu retten vermöcht. War das nun die Hand des Schicksals, das Walten der Sternes Bon einer göttlichen Vorsehung wußte ie mchts. Hast du ein Mal auf dem linken Arm?" fraqte er mü aepreßter Stimme. Ja," sagte sie verwundert. Warum willst du das wissen?" Wurdest du es mir wohl zeigen, Gemma," bat er fast tonlos. Sofort streifte sie ihren weiten Aermel bis zur Schulter auf und enthüllte einen weißen, so vollendet wohlgeormten Arm, wie seme Augen noch nie geschaut hatten. Und dann suchte ein Blick die Stelle, wo das Muttermal sich scharf von der blendend weißen Haut abzeichnete. Es ist gut, Gemma, sagte er mü eiser Stimme, ich danke dir." Sie blickte ihn mit großen Augen fragen an. Es ist dir ein grausames Unrecht geschehen," sprach er mit unterdrücktem Zorn. Wenn du mit mir kommst, will ich dich aber zu demem Vater und deiner Mutter bringen." Vater? Mutter? O, Hans, weißt du das gewiß?" Ich weiß es jetzt ganz gewiß." Es sind keine Zigeuner?" Keine Zigeuner," nickte er. Und ich sollte, 0, es ist schändlich, mit dem er war im Zuchthaus verheiratet werden. Hu! wie er aussieht! Ich habe ihn heute gesehen. Ich auch. Ich sah den Vater und den Sohn, folgte ihnen, und so fand tch dich. Und ich ich glaubte an keine Rettung! Ich wollte in's Wasser gehen. Just hier an dieser Stelle habe ich mich ertränken wollen! Und wärst du nicht dazugekommen, ich läge dort unten!" Gemma!" schrie er auf. Komm aber nur fort, wir müssen uns beeilen, sie suchen dich vielleicht schon. Vor der Dämmerstunde werden t mich wohl nicht erwarten." antwortete sie, spähte aber doch ängstlich über den Weg zurück. ..Komm rasch. Gemma. Wenn sie uns einholten und wir ihnen in die Hände fielen, sie wären zu allem fähig. um sich deiner wieder zu bemächtigen. Sie befanden sich schon aus dem Pfade, den Hans herabgestiegen war und schritten nun, so schnell sie konnten, über den Berg. Hoffentlich bekommen wir im Dorf einen Wagen," sprach Hans. Bis zur Station können wir unmöglich laufen. Sie erfaßte seme Hand, um besser mit ihm Schritt halten zu können. Fast willenlos ließ sie sich führen. Sie war wie m emem Traum besangen. Ab und zu blickte sie verstohlen zum Antlitz ihres Begleiters empor. Mehr und mehr entdeckte sie darin von dem Knaben Hans. Und nicht allein die Züge, auch diese oder jene kleine Geste, der Tonfall beim Sprechen waren ihr von früher noch erinnerlich. Ach. Hans," sagte sie schüchtern, du hast dich sehr verändert, aber du bist doch noch derselbe Hans." Er beugte den Kopf zu ihr herab und blickte sie zärtlich an. Und du hast dich kaum verändert; nur, daß du etwas größer geworden Aber aber" Er stockte und sah vor sich hin. Aber? Was für ein Aber?" O, ich meinte nur, daß du dich bald verändert haben wirst, so sehr" - und seine Stimme zitterte merklich daß du mich nicht wollte sagen, daß ich dich in ein paar Monaten Nicht mehr kennen werde. Wie soll ich das verstehen, Hans? Man wird dir eben in ein paar Monaten die Zigeunerin gar nicht mehr ansehen. Du wirst feine Kleider bekommen, und deine Eltern werden dich wahrscheinlich in eine Schule brinqen. Aber all' das kann mich doch nicht in ;uumuicu vciuuuciu, yuu, sagte sie ernsthaft. : nn:.if:..:i T,., c,? Vielleicht nicht. Aber so etwas verändert die Menschen doch zuweilen. Die Zeit wird es ja lehren. Darauf schwiegen sie, und nach einer Weile waren sie bei dem kleinen Gasthof angelangt. - Der Wirth war nicht wenig erstaunt, als er Hans wieder auf das Haus zukommen sah. Nach ein paar erklärenden Worten wurde er aber ganz Eifer und DienstWilligkeit. Die Zigeuner standen durchaus nicht bei ihm in Gunst, und als er hörte, daß Gemma von ihnen als kleines Kind gestohlen worden, hatte Hans sofort einen Verbündeten an ihm. Setzen Sie sich, Sie trinken doch eine Tasse Thee?" sagte er zutraulich. Ich lasse unterdessen anspannen, und nach der Station fahre ick Sie selbst. Du, Mutter," wandte er sich zu seiner Frau, hole das Beste zu essen, was du hast." Sie beiseite nehmend, flüsterte er ihr noch etwas zu, worauf sie ganz so aufmerksam und zuvorkommend wurde, wie ihr Mann. Als Gemma eine halbe Stunde spa' ter in das leichte offene Wägelchen kletterte, erkannte Hans sie kaum wie der. Die gute Frau Bilkey hatte sie
mir emem.ANZua von tyrer MMN
Tochter versehen, den diese vor Iahren ausgewachsen. Und die Verkleidung vollständig zu machen, diente ein kiepenformiaer Hut, unter welchem Gemmas Gesicht und das aufgesteckte Haar beinahe verschwanden. Nach ihr stieg der Wirth auf den Vordersitz und nahm die Zügel. Es war ein weites Ende Wegs bis zur Newton-Stanon, aber das Unternehmen hatte für Peter Bilkey den Reiz eines Abenteuers, und em solches war thm eme willkommene Unterbrechung in dem eintönigen, ereignißlosen Leben, das er jahrein. jahraus auf seinem ländlichen Gehöft führte. Hans nahm den Rücksitz hinter Gemma ein. Er war nicht zur UnterHaltung aufgelegt. Das Ziel seiner Sehnsucht hatte er nur erreicht, um gleichzeitig Verzicht darauf zu leisten. Seit er Gemma wieder :n die glänzenden blauen Augen geblickt hatte, wußte er, van er sie noch liebte, und heißer, wie in feiner Knabenzeit. Vielleicht war es die Unmöglichkeit, sie zu besitzen, die sie ihm so begehrenswerth erscheinen ließ, wie keine andere. Daß sie auch gerade des Barons Treherne Kind sein mußte! Das Schicksal verfuhr wirklich grausam mit ihm. Auch Gemma war in Gedanken versunken. Hans hatte ihr nichts über ihre Eltern gesagt. Alle möglichen Vorstellungen zogen durch ihr aufgeregtes Hirn. Sie dachte, ob sie wohl in einem kleinen Hause wohnten, das einen Vorgarten hatte? Und wovon sie lebten, was für Arbeit sie haben mochten? Daß es reiche, vornehme Leute fern konnten, die auf einem großen Herrensitz wohnten, kam ihr nicht in den Sinn. Der Abend dämmerte schon, und Peter Bilkeys Gefährt rasselte noch in flottem Tempo über den holperigen Weg. Erst, als die Sterne sichtbar wurden, gestattete er seinem Gaul, ein wenig langsamer zu gehen. Ich glaube," sagte er, zetzt sind wir vor ihnen sicher. Im Dunkeln kann uns niemand erkennen. Wollen doch lieber noch nicht Hur rah schreien, sie könnten uns hören meinte Hans. Sie sind gewiß längst in allen Richtungen auf der Suche. Suchen können sie, aber Nicht fmden," erwiderte der Wirth und lachte p i ig. Einige Minuten darauf war hinter ihnen das Klappern von Hufen ver nehmbar. Hans schreckte zusammen. O. da verfolgen sie uns schon! Herr Wirth, fahren Sie zu!" , Peter wandte den Kopf und horchte. Wahrhaftig, murmelte er, es ist iemand hmter uns. Aber, um Gottes willen, fahren Sie doch rasch! Hätt' keinen Zweck. Unser Pferd hat den Wagen und drei Leute zu ziehen. Was machen wir nun? fragte Hans aufgeregt. Für den schlimmsten Fall sind wir, ungerechnet das Mädel, zwei gegen einen, brummte der Wirth. Da sprengte der Reiter auch schon heran und hielt nebm dem Fuhrwerk, die Insassen schars musternd.. Guten Abend. Freund," sprach Peter Bilkey bedächtig, Ihr reitet scharf zu, habt's wohl noch weit heute Nackt?" Und Ihr fahrt wohl noch totMV war die mürrische Gegenfrage. Wie man s nehmen will: bis zur Station von Newton. Meine Tochter Mary und ihr Mann waren bei uns Alten zu Besuch." Ach so, und da gebt Ihr ihnen d.s Geleit zur Bahn? Seid Ihr nicht der Wirth vom Pslug" ? Zu dienen, ja; Peter Bilkey." Hört mal, habt Ihr vielleicht eins von unseren Mädeln bei Euch vorbeikommen sehen? Eme aus Eurem Wagen draw ßen?" Ja. ja." Ne, glaub' nicht," antwortete Pe ter langsam und nachdenklich. Aller, dings ist ein fremdes Mädchen so .um drei oder vier heut' Nachmittag bei uns vorübergegangen, die sah aber nicht aus, als gehört sie zu Euch. Wie hat sie denn ausgesehen? fragte der Mann. O, ihre Haut war weiß, und sie hatt' mächtig viel helles Haar, das hing ihr lose um die Schultern." Stimmt, das war sie!" nes der Mann eifrig. Wißt ihr noch, welchen Weg sie gmg? Sie war auf dem Weg nach Polsworthy zu, aber, Mann, das is ja ein faar Stunden her gewesen. ' Sie war doch Mlt niemand zusam men, wie?" Bei uns vorbei aina. sie allein. Wahrscheinlich ist sie verweile langst zu Hause." Vielleicht." erwiderte der Mann, wandte sein Pferd und galoppirte in der Dunkelheit davon. Na," sagte Peter, den waren wir glücklich für ein paar Stunden los." Brav gemacht, Ihr seid em famoser Kerl!" jagte Hans. Und alle verstummten - wieder. schweigsam spähten sie m die Dunkel heit, bis sie die Anfahrt zum Sta ttonsgebaude erreichten. Hier aber zuckte Gemma zusammen und um klammerte Peter Bilkeys Arm, wäh rend der Schreck auch Hans den Athem benahm. Vor dem Eingang, von der , Laterne hell beleuchtet, stand Bob Bansyld selbst und faßte jeden, der
ourcy oas cjfene Porial ging, Ichars in's Auge.
' Neunundzwanzigstes Kapitel. VaterundTochter. O, 0, was soll ick thun?" stöhnte Gemma in ihrer Herzensangst. Laß Mich nur machen. Kind." slusierte Bilkey. Und schon rasselte das Wägelchen im Bogen d:m Eingang zu. vor dem ver Gastwirth mit einem Ruck das Pferd zum Stehen brachte. Heda, guter Freund! rief er dem am Thor stehenden Zigeuner zu. .Wollt Ihr nicht mal das Pferd beim Kopf nehmen, nur eben, bis wir meine Tochter sie kann nicht allein absteigen vom Wagen herunter haben!" Ausathmend bewunderte Hans im Stillen die Geistesgegenwart, die dieser täppische, ungebildete Bauer im Augenblick der Gefahr entwickelte. Ohne nn Wort der Entgegnung trat Bansyld vor den Wagen und faßte das Pferd beim Kopf. Peter kletterte flink von semem Sitz, und während er vorn um den Wagen herum ging, sagte er erklärend zu dem Zigeuner: Meine Tochter hat sich arg den Fuß verstaucht, und da will ihr Mann mit ihr nach Plymouth zu einem Doktor, der ja wohl für so was berühmt ist. Hm, so?" knurrte Bansyld. Du, Sam!" rief Peter darauf. .Nimm dich nur ja in Acht. Mußt sie recht sachte runterheben, mein Junge." Hans sprang vom Rucksitz und folgte der Weisung des findigen, unerschrockenen Wirthes. Auch Gemma fand sich sofort :n die ihr zuerthente Rolle und ächzte ganz erbärmlich, als Hans ihr behutsam aus dem Wagen half. Peter nahm sie alsdann in die Arme und trug sie in die Bahnhofshalle, wo eben der Zug einfuhr, als Hans mit den eiligst gelösten Fahrkarten herbeistürzte. Inzwischen war Bob Bansyld, ahnungslos, daß er gefoppt worden, bei dem Pferd stehen geblieben und hatte seme Musterung der den Eingang passirenden Personen eifrig fortgesetzt. Als der Letzte hineingegangen war und sodann auch Peter Bilkey zurückkam, athmete der Zigeuner hoch auf, und ohne einen Dank abzuwarten, schritt er rasch in der Dunkelheit davon. Hab' mich wohl umsonst aufgeregt," sprach er zu sich. Sie wird sich schon wieder eingefunden haben. Warum auch sollte sie uns ausreißen? So nah vorm Ziel wird man halt ein bissel nervös." Und er schwang sich über emen Werdenzaun, hinter dem er seinen Gaul angebunden hatte. Hans und Gemma saßen schon eine Weile in einem Coupö dritter Klasse, ohne noch ein Wort gesprochen zu haben. Beiden war seltsam zu Muthe. Hans mochte sie nicht aufklären. ,Denn, bis wir in Polduly sind, ist sie noch Gemma, nur Gemma, und ich bin noch für sie Hans, ihr bester Kamerad. Dort aber wird sie Fraulem Pauline Treherne, die Aristokratin, und ich " .Hans!" Er fuhr aus seinem Selbstgespräch auf. Ja, Gemma. Wissen mein Vater und meine Mutter, daß ich komme?" Nein, sie haben nicht emmal eme Ahnung, daß du noch lebst." Wenn sie mich aber nicht haben wollen? Ich meine, in der ersten Ueberraschung werden sie vielleicht nicht glauben, daß ich wirklich ihre Tochter bin?" Sie werden es wissen, wenn sie dich sehen. . Wohl wegen des Mals auf meinem Arm?" Ja, das wird sie überzeugen." Wieder schwiegen sie, und Hans drückte sich in seine Ecke, die Augen schließend. Bitte, Hans, schlafe nicht ein. Ich möchte noch etwas fragen. Sind meine Eltern nette Leute? Ja, sie sind sehr nett," antwortete er gepreßt. Haben sie emen kleinen Gurten? Ja, sie haben einen Garten." Ei, das ist hübsch. Und ist es ein Garten mü viel Blumen dnn?" Ja, viele Blumen sind darin, du wirst ja morgen alles sehen. Ist es noch weit?" Nein, nur noch zwei Stationen haben wir zu passiren. Eine Viertelstunde spater rnelt der Äua bei Polduly. Die Dorfbewohner lagen meist schon im tiefsten Schlaf. Nur die stattliche Villa des Herrn Teague war noch erbellt. Als HanZ dorthin seme SchNtte lenkte, blieb Gemma in der Mitte der Gartenanlagen stehen imb zog angst- . ... uch an semem Arm. Wohnt hier mein Vater?" fragte sie verstört. Nein. Gemma." Warum führst du mich aber in ein so vornehmes Haus?" Dein Vater wohnt ziemlich weit von hier, und möglicherweise ist er nicht zu Hause, dann würdest du hier übernachten." JD! Wie sonderbar und wo sind wir hier? Hier sind wir am Ende Am Ende?" Ja. Hier endet das alte Leben, und es beginnt ein neues für dich. Erlaubst du, daß ich dich noch einmal Me. Gemmas
Natürlich, HanZ. Wie seltsam du
prichst." Er antwortete ihr nicht. Aber er beugte sich zu ihr nieder und küßte sie zart und ehrfürchtig. Dann ging er esten Schrittes auf das Haus zu und zog die Thürklingel. Herr Teague aerieth m gewaltige Aufregung, als er Hans im Hausflur prechen hörte, und seme Aufregung wurde noch größer, als er ihn in Begleitung einer bäuerisch gekleideten ungen Person erblickte. Ich habe sie gefunden, sprach Hans. , O, mein Himmel! Das wäre sie?" Ja, das ist sie. Tritt näher zum Licht, Gemma. Nimm den großen Hut ab und ziehe die alte Jacke aus." Sie that, wie ihr geheißen worden, angsam wie im Traum. Jetzt löse dein Haar." Sie gehorchte schweigend. In weichen Wellen fiel die glänzende Haarsulle uder ihre Schultern. Der alte Herr hob bewundernd die Hände. Und nun zeige dem Herrn deinen Arm." Als sie der Weisung folgte, näherte ich ihr Herr Teague in höchster Spannung, und sein forschender Blick erannte das Mal. Ehe Gemma wußte, wie ihr geschah. hatte der alte Herr sie an sich gezogen und geküßt, als wäre sie sein eigenes Kind. Sie war zu verwirrt, um sprechen zu können. Von der Eingangshalle in ein elegantes Wohnzimmer geführt, blieb sie, wahrend Hans Mit dem Hausherrn sie auf ein paar Minuten verlassen hatte, regungslos in einem Lehnsessel sitzen und sah staunend um sich. Ein so reich ausgestattetes Haus hatte sie bisher noch nie betreten. Sie fühlte sich von solcher Pracht schier überwältigt. Das massive Mahagonibusset mit der Spiegelwand, die mit Plüsch überzogenen schwellenden Polster des Sophas und der Armstuhle, der dicke weiche Teppich, das blankpolirte Kamingitter, diese ihr sammtlick neuen, wunderbaren Dinge erhöhten ihre Verwirrung, so daß sie fast glaubte, alles im Traum zu sehen. Hans und Herr Teagiie sprachen im Nebenzimmer miteinander, während der Wagen angespannt wurde. Die Fahrt zum Schlosse wollte Hans indessen nicht mitmachen. Persönlich dem Baron alle möglichen Fragen zu beantworten, dazu war er nicht m der Stimmung. Er hatte seine Ausgabe erfüllt, das Werk war vollbracht, welches ihn von Gemma schied. Für ihn war es das beste, sie nicht mehr zu sehen. Wozu die Verlängerung der Qual? Herr Teague, der ja nichts von des jungen Mannes Gefühlen wußte, wollte ibm aber durchaus nicht seinen Willen lassen. Nein, nein, Hans, das kann ich nicht zugeben," sagte er eifrig. Sie haben die ganze Ehre zu beanspruchen. Mir gebührt nicht das geringste Verdienst." Aber Sie werden doch mit uns kommen, nicht wahr?" fragte Hans, der einsah, daß er nicht von dem alten Herrn loskam. Naturlich, mitfahren will ich: und ich übernehme es auch, den Herrn Baron vorzubereiten." (Fortsetzung folgt.) - Schlau. Hausfrau: Gestern Abend haben Sie den Soldaten m der Küche geküßt, daß ich das nicht noch einmal sehe! Auguste: Schön, gnädige Frau, wenn er wieder kommt, will ich das Schlüsselloch verstopfen. vtenoviren von Gypssig u r e n. Um Gypsfiguren ein marmorähnliches Aussehen zu verleihen, werden dieselben mit einer Mischung von 2 Theilen Stearin, 2 Theilen ve nezianischer Seife und 1 Theil Pott asche in Wasser durch Kochen aufgelöst, so daß die Lauge dünnflüssig ist, mehrmals überstrichen. Die Flussig keit kann erst drei Tage nach ihrer Zubereitung in Gebrauch genommen werden. Die Anwendung geschieht warm. ReinigenderFensterfchei ben. Um Fensterscheiben und Spiegel zu reinigen, werden dieselben mü kaltem Wasser gewaschen und, wenn ne lauver und. mit reinem Loschpapier oder mit Fensterleder tro cken polirt. Bleiben nach diesem Verfahren noch Flecke im Glase zurück, so reibe man dieselben mit Spiritus oder Ema aus. Im Sommer liesern fri sche Vrennnesseln ein gutes Putzmittel. Man nehme dieselben fest in ein Bündel zusammen, tauche sie in kaltes Wasser, reibe die Scheiben damit ab, spüle mit 'taÜtm Wasser nach und volire das Fensterglas mit Löschpapier oder Fensterleder trocken. Dem Ausschlagen von N u ß b a u m m 0 be l n vorzu beugen. Man reibe dieselben mit einem mäßig angefeuchteten Fensterleder kräftig ab. Der Uebelstand wird überhaupt vermieden, wenn die Möbel alle Woche m dieser Weise gereinigt werden, dann kann sich das wegen unvollkommenen Aufpolirens zeitweise ausschlagende Oel nicht mit Staub zu Schmutzflecken vereinigen. Zur Politur empfiehlt es sich, aufgelösten Schellack zu verwenden, der in jeder Dro guenhandlung zu haben ist; y Pfund guer Schellack ist mit 1 Ltter SplntuZ einige Tage gut verkorkt m einer Fla sche stehen zu lassen, und dann ist die beste Poliertinktur fertig.
Kuer - Signale.
. Pennlv und Market i SnglisY'S Oper-HauS k Eastund NM Fork 1 Noble und Michigan J N. Jersey u. Stoff tt I Pine und North ' 1 Market und Pine i vmnsnt nahe Saft 31$. 8 Spritzenhaus Mass. A nah Stellt ; fcfutoar und Ealmil 4 .Jersey u Central. a War,, undCorne?Av Af& md 11. Ctraße ' Park Ave und 12 Ett 4 Columbia undHillsld High land Av u. Pratt 1 JllineiS und Et. I 1 $mfoto. und Pratt Meridian und 11. Bit f Nv. 5 Spritzenhaus 15. na?e JUino Senatt Av u. LtOa Jllinoii und Michigan Vt tshlvania und 14. i Smate Lve, und u, -3lo. 1 Spritzenhaus Znv SrenahkMlchiga t Meridian vrJb Walnut California u Vermont 5 Blak und New fjsxt t Ind. Av. u. et Elair City HospUal 8 8Ia!c und Norq 9 Michigan und Lne I No. k Spritzenhaus Washington nah Weft 8 Ssendorf u 20a fh, iffouri u New Fort Reridian u Waff 4 JlknoiS und Ohls 7 Eapitol Av. u Wssh 18 Zkngan'S PorkhauS 9 Straßenbahn EtLllt 28. WsHingtonCU 6 Ns. 10 Spritzenhaus ZllinoiS uWerrill Jlltnoi u Louisiana U West und South West und KCarty Senat ve. u Henry fl Sfcrifctan und Aay 9lo. 4 Spritzenhaus VadisoaSv.nVorriS Iiion Lv.u Dunlop a 0 Haken Leiterhaui South nah Tlatvsr 2 Penn.u MerriU Dklawan u. VdSarttz afi undearttz Reto Jersey u. VkerrtÄ virg.v.LradfhaS Säst und Prospect Bickmg und High 1 Ro. 11 Spritzenhaus ir Ave. nah Hur l Gast und Seorgia ? Ledar und Elm 4 Davidson u Georaia Lnglish Av. u Pin 8 Shelby und BateS 1 No. Spritzenhaus Prospett nahe Shelby i Kletcher Av. u Shelby i Market u. New Zersey Delaware und Wash. 5ft n Washington 4 New York u.Davidfoe 6 Taubstummen nstalt ? cr. Staaten Arsenal 7 Orient al und Oaff. 9 Frauen-Neformat. Ao. 13 Spritzenhaus v!n?!and nahe Wer. Meridian u. Seorgia. ? Meridian und South 4 Pennshlli u. Louiftana :?gini Ave u. Lllab. Harptquarttcr. 1 Grand Hote!. h Capital Av und Ohw No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 1 Alabama und 16. 6 Central Av und 15. 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Epritzenya Udell und Rad 253 Udell Ladder WorS 239 Jsabel und 27. 21 Meridian und 24. 242 Illinois u St.Clat 243 Eldridge und 23 , 12 West uud Wainut S13 West und 12. 314 Howard und 16 316 leitet und Paca 816 Capital 8Ux und ife 317 NorHiveftan ZSot U.U 818 Gent und 18. 319 CaN2l UNd 10. 824 Cerealin WorkS 824 Vermont und Ltzn 325 BiSmiu SrandeZl 826 No. 20 SpntzenbauS Haughville, 327 rnchigan u. imet, 813 Vkichiga . Concor 341 West und ZkcJntyr 412 Missouri u. MarylanZ 413 Missouri und Ohio 415 Capital Avt. seorgia 416 Missouri ukenwSy S. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und kZundkauS W. Washington. 423 Irren-Hospital. 424 Mi!kyvu.JDV 425 Wash. and Hans 424 S!o. 18 e&vilcnhat W. Washrzgto 427 Oliv und Lira) 428 Oliv und 0300 429 Nordyke und XJort 431 Hadley Xv n. MorriS 432 Skiv Av tu SUtriS 434 River Ave nd LZsy 455 Harding .LigSR? 436 Harding und 487 S!s. 19 eprtm9c? 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