Indiana Tribüne, Volume 28, Number 175, Indianapolis, Marion County, 17 March 1905 — Page 6

Jndiana Tribünc. 17. März 1905

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Europäische Nachrichten.

Elsciß-Lothringen. Straßburg. Unter dem Verdachte des Mordes ist der Feilenhauer Mathery aus Königshöfen in Basel verhaftet und nach Hümngen den deutfchen Behörden ausgeliefert worden. Mathery, der inzwlfcher. nach Stratzbürg transportirt wurde, ist dringend verdächtig, im August 1901 hier den Maurer Löffler vor den' Gedeckten Brücken ermordet und beraubt zu haben. Metz. Oberstabsarzt Dr.-Mehl-tritt?r vom bayr. 8. Infanterie - Negimcnt hat sich hier in seiner Wohnung erschossen. M ü h l h a u s e n. Wie ein Lauffcuer verbreitete sich kürzlich das Genicht, acht junge Lehrlinge der. Gießerei (Elsässische Maschinenbau - Gesellschaft) seien im Rhein - Rhonekanal ertrunken. Glücklicherweise fand dieses Gerücht nur theilweise Bestätigung. Es hatten sich sechs junge Burschen auf daö Eis gewagt, das mit ihnen einbrach. Fünf derselben konnten gerettet, der sechste leider nur als Leiche aus dem Wasser gezogen werden. Der auf so traglsche und unerwartete Weise um's Leben Gekommene heißt Robert Vollmer; er war 14M; Jahre alt. K o l m a r. Fabrikarbeiter Martin Kempf von hier überfiel seine bisherige Braut' in der Jngersh-.imer-straße, warf sie zu Boden und versetzte ihr Stiche in die rechte Schläfengegend und in die rechte Hand. Erst nachdem auf die Hilferufe der Verletzten einige Männer dazukamen, ließ er von seinem Offer ab. Die Schwerverletzte wurde in das Spital gebracht. Der Thäter hat sich darauf von einem Zuge auf der Strecke von Bennweier über, fahren lassen. Schlettstadt. Hier verstarb der Stadtbibliothekar Priester Dr. I. Geny. Der Verstorbene hat sich um die Geschichte unserer Stadt große Verdienste erworben. Mecklenburg. G r o ß - L a a s ch. In der Scheune des Erbpächters Joach. Meyer entstand Feuer, das auf die benachbarte, ebenfalls mit Strohdach versehene Scheune des Erbpächters Bennühr übersprang. Beide Gebäude . brannten in kurzer Zeit mit dem gesummten Inhalt nieder. Auf der Bennühr'schen Stelle kamen bei dem schnellen Umsichgreifen des Feuers 20 Schafe in den Flammen um. L a a g e. Der frühere Küfer Eammin und der frühere Sattler Dohse feierten ihr Mjähriges Bürgerjubilaum. Bürgermeister Kühler und Stadtsprecher Jakobs überbrachten beiden Jubilaren die Glückwünsche des Magistrats und der Stadt. Parchim. Ackerbürger Fahrenkrug wurde in einem Wassergraben des Slater Moores todt aufgefunden. Ob ein Unglücksfall vorliegt oder plötzliche geistige Umnachtung den in guten Verhältnissen lebenden Mann in den Tod getrieben hat, ist nicht festgestellt. Rostock. Jrau A. Rhode, die langjährige erste Vorsitzende des Vereins hiesiger Hebammen, konnte ihr LSjähriges Berufsjubiläum feiern. Schwaan. Eine Leiche, die im Mühlenbache vom Fifcher Biemann gefunden wurde, ist als die des Schweizers Ludwig Jähnicke recognoscirt worden. Jähnicke ist bis Mitte October v. I. bei einem Erbpächter in Vorbeck in Dienst gewesen. Wie von Seiten der Gerichtscommission festgestellt wurde, liegt ein Unglücksfall vor. Hrdenburg. Oldenburg. Dem Redakteur Möller, dem Maschinenmeister Krapf, dem Küpergesellen Wieker, dem Arbeiter Klockgether sowie der Anna Albers und der Christine Quathamer hier ist die Medaille für Treue in der Arbeit verliehen worden. B a n t. Dr. Phil. Daniel, welcher im August v. I. von Lüdenscheid nach hier gekommen, um als Lehrer an der hiesigen höheren Lehranstalt thätig zu sein, wurde entseelt in feinem Bette gefunden. Der Unglückliche hat mittelst Revolvers seinem Leben ein Ende gemacht. Er war mit einem körperlichen Leiden behaftet und dürfte hierauf die Thai zurückzuführen sein. Friesoythe. Eine eigenartige Blutvergiftung hatte sich hier derSohn der Mühlenbesitzerin Wittwe Warnken zugezogen, welcher er leider erlegen ist. Er hatte an der Nase ein kleines Geschwur, was nicht weiter beachtet wurde. Vor einiger Zeit war der junge Mann mit Löthungen beschäftigt, wobei vielleicht von dem sögenannten Löthwasser etwas in die Wunde gekommen ist. In kurzer Zeit schwollen Nase und Gesicht stark an. Obwohl ärztliche Hilfe bald in. Anspruch genommen wurde, war er nicht zu retten und ist bald darauf eines qualvollen Todes gestorben. Z?reie Stcidte. Hamburg. Als Leiche gefunden wurde der zweite Offizier August Krall vom Dampfer Olga". Man suchte beim früheren Liegeplatz des Dampfers am Bremer Ufer mit einer Todtcnangcl den Elbgrund ab und zog bald darauf den Todten auZ den Fluthen. Man muthmaßt, daß Krall über Bord gefallen und ertrunken ist. Matrose Büsching vom Dampfer .Lübeck", der mit Arbeiten auf der

Reeling beschäftigt war, glitt aus, fiel in's Wasser und ertrank. Die angestellten Rettungsversuche waren erfolglos. Der in der Kielerstraße wohnende 75 Jahre alte Bootsmann Glasner trank kurz vor dem Schlafengeben eine Flasche Rum bis auf den lenten Rest aus. In 5?olae des unsmnigen Trinkens tddtete ihn em $ehirnschlag auf der Stelle. Kunstmaler Anton Aßmussen von hier, welcher längere Zeit spurlos verschwunden war, wurde jetzt als Leiche aus der Alster gezogen. Bremen. In Bremerhaven starb nach mehrmonatlichem Leiden ein alter stadtbekannter Seeveteran, der frühere Lootse H. Behrens, im 72. Lebensjähre. Geboren jenseits der Weser in Waddens, wurde der Verstorbene im April 1856 Weserlootse und trat nach Zöjähriger Dienstzeit als solcher 1892 in denRuhestand, um jedoch auch dann noch mit seinem ganzen Interesse an seinem ehemaligen Berufe zu hängen. Als bemerkenswerth aus seiner Thätigkeit ist zu erwähnen, daß Lootse Behrens einst den Caisson, auf dem z. Z. der Rothesand - Leuchtthurm steh?, an seinen Platz gelootst hat. Konservativ in seiner Lebensweise, hat der Verstorbene 40 Jahre lang, seit längerer Zeit ein gänzlich alleinstehender Mann, im Hause Poststraße 27 gewohnt. Seine für einen norddeutschen Hafenplatz typische Erscheinung barg einen geradezu treuherzigen Charakter, den man noch über das Grab hinaus ehren wird. Lübeck. Dem Steuermann John Oswald Berndtsson aus Gothenburg. vom Dampfer Halmstad" der Holsands Anabats Aktie - Bolag, wurde im Rathhause von Regierungsrath Dr. Geise im Auftrage des Senats die große silberne Medaille für Rettung aus Gefahr in feierlicher Weise, überreicht. In einer Ansprache hob Regierungsrath Dr. Geise hervor, daß die Rettung des Matrosen Meyborg vom hiesigen Dampfer Trave" unter ganz besonderen Umständen mit Einsetzung von Leben und Gesundheit erfolgt sei". Schweiz. Bern. Dem Kohlendampf ist zum Opfer gefallen der Heizer des TranLportschiffes La - Broye", 'vas vom Neuenburger Ufer nach Estavayer (Freiburg) Kies zu führen pflegte. Er brachte die Nacht im Raum neben dem Kessel auf dem Schiff zu. Dort wurde er letztens besinnungslos, von Kohlenoxyd vergiftet, ' aufgefunden. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Der 'Unglückliche, ein 28 ZOjähriger Luzerner, Troxler, war bei Vorgesetzten und Nebenarbeitern beliebt. Infolge eines Herzschlages verstarb unerwartet rasch der Begründer der bekannten hiesigen Chokoladenfabrik, Tobler. Trotz seiner 75 Jahre war Tobler im Geschäfte bis zur letzten Minute unermüdlich' an der Arbeit und den jetzigen Leitern des großen Unternehmens ein lieber Verather. Aarwangen. Hier starb in seinem 74. Altersjahr der langjährige, vielverdiente Gemeindepräsident Joh. Egger, der seit 18 Jahren als sehr angesehnes Mitglied, dem bernischen Großen Räth angehörte. B a s e l. Ihr 50jähriges Geschäftsjubiläum feierte die Vuchdruckereifirma öermann KrüN im Beisein ibrer sämmtlichen Angestellten und Gehilfen in den Sälen des Cafe Central. Chur. Herr Vranger, Postdirektor des hiesigen Postkreises, feierte dieser Tage das 40jährige Dienstjubis läum. Der Bundesrath dankte ihm bei dieser Gelegenheit für sein eifriges und erfolgreiches Wirken. La C h a u x-d e-F o n o s. lein Lena Jaquet von La Sagne gerieth unter den auf dem hissigen Bahnhof manövrirenden Zug der Linie Pont-Sagne und wurde getödtet. Sankt Gallen. Oberst Lämmlin, langjähriger Präsident des hiesigen Verkehrvereins und früher Mitglied verschiedener städtischer Vehorden, ist gestorben. Hesterreich-Vngctrn. Wien. Die 65jährige Universit'atsProfessorswittwe Therese Schrabetz wurde in ihrer von innen versperrten Wohnung, Schumanngasse 39, todt aufgefunden. Die Dame ist allem An scheine nach einem Schlaganfall erlegen. Der bekannte Dialektdichter Gustav Braunmüller feierte mit seiner Gatiin Wilhelmine, geborene Hansa, das Fest der silbernen Hochzeit. Der Schneidermeister Josef Zinniel, dessen Frau und Kind wurden in ihrer Wohnung, Robert Hamerlinggasse 11, bewußtlos aufgefunden. Polizeilich wurde erhoben, daß infolge einer schadhaften Gasröhre Leuchtgas in das Zimmer geströmt war. Der Vorstand der Post- und Telegraphendirektion Hofrath Heinrich Ritter von Kamler feierte in vollster körperlicher und geistiger Frische das seltene Jubiläum des 50jährigen aktiven Staatsdienstes. Der Begründer der Valneologie in unserem Vaterlande Hofrath Professor D. Wilhelm Winternitz beging seinen 70. Geburtstag. Die Wiener Technik hat abermals ei nen schweren Verlust erlitten. Der Professor der Physik an dieser Hochschule, Hofrath Dr. Leander Ditfcheiner, ist gestorben. Der bekannte Architekt Baurath Franz. Ritter von Neumann ist wenige Tage nach Vollendung seines 61. Lebensjahres aus dem Perron des Südbahnhofes plötzlich gestorben.

HU Weltreise. Eine wahre Geschichte von A. Baumgart. Für einen jungen Mann in seinem Zustand gibt es nichts besseres als Lustveränderung," sagte Baron Reimers zornig, tfrifc hat schon oft den Wunsch geäußert, eine Weltreise zu machen er soll jetzt eine machen!" Und du glaubst, daß er sich bei der Heimkehr das Madchen aus dem Kopf geschlagen habe?" fragte die Baronin zweifelnd. - Ob ich's glaube? Ich weiß es ganz genau!" schrie der Baron in höcyster Erregung. Verlaß dich darauf, er hat sie schon vergessen, wenn er in New Fort ankommt." Hättest du mich in so kurzer Zeit vergessen, wenn dein Vater dich zu diesem Zweck auf eine Weltreise geschickt?" fragte seine Frau mit zitternder Stimme. Du redest ja, als wärest du mit dieser verrückten Idee einverstanden! Du willst doch nicht etwa dieses unebenbürtige Mädel zur Schwiegertochter haben?" Jjltya, nein, gewiß nicht," erwiderte die Baronin hastig. Fritz Reimers, der in Wien Jura studirte, Pflegte jeden Sonntag auf das väterliche Schloß zu kommen, das nicht weit von Wien entfernt lag. Er erschien am nächsten Abend pünktlich wie immer und erfuhr sehr bald die Absicht des Vaters bezüglich der Reise. Fritz war ein ernst veranlagter junger Mann von vierundzwanzig Iahren, der etwas Tüchtiges lernen und nicht bloß auf den väterlichen Geldsack vertrauen wollte. Als Fritz von dem Reiseplane hörte, hatten seine Augen aufgeleuchtet, denn er sehnte sich schon lange danach, die Welt kennen zu lernen, dann war sein Gesicht jedoch ernst geworden. Und wie lange soll ich fortbleiben?" fragte er. Ein Jahr mindestens." Ein Jahr ist eine lange Zeit," meinte Fritz. Kannst du es leugnen, daß eS langst dein Wunsch war, eine Weltreise zu machen?" brauste der Baron auf. Es war allerdings mein Wunsch, be jetzt meine Studien " Kannst du nach einem Jahr wieder aufnehmen! Hast du nicht selbst gesagt, das Reisen sei auch eine ErZiehung?" Aber eine sehr theure!" De? Baron rang in komischer Verzweiflng die Hände. Seh mir einer den Jungen! Als ob es ihm was anginge, wenn ich Geld ausgebe!" Er zeigte dem Sohne eine Anweisung aus seinen Bankier, und Fritz war tiesgerührt ob der Großmuth des Vaters, die ihm eine so hohe Summe bewilligte. Am Montag kehrte Fritz nach Wien zurück. Am Nachmittag fuhr er nach einem kleinen Vorort, wo er vor einem bescheidenen Hause ausstieg. Das Dienstmädchen, daß ihm geöffnet, ließ ihn in den kleinen Salon eintreten, den gleich darauf ein junges, schönes Mädchen betrat. Nun Fritz, was Neues?" fragte sie. Eine große Neuigkeit bringe ich!" erwiderte Fritz,' aber keine erfreuliche, mein Lieb. Wir müssen uns trennen." Trennen!" Mein Vater wünscht, daß ich eine Weltreise unternehme, die ein Jahr dauern soll." Und du du hast eingewilligt?" Ich konnte nicht anders." Dann liebst du mich auch nicht," Tief das junge Mädchen schluchzend und drückte das Gesicht in die Sophakissen. Irma, mein süßes Lieb!" rief Fritz bestürzt. Nenne mich nicht dein Lieb!" kam es abgebrochen aus den Sophakissen hervor. Ich bin dein Lieb nicht mehr! Deine Eltern rechnen darauf, daß du nach einem Jahre anderen Sinnes geworden bist. Und sie werden recht behalten. Du wirst nach einem. Ja!l)r kein bischen mehr an mich denken!" Sie weinte herzbrechend, das Gesicht noch immer in die Kissen gedrückt, während Flitz vor ihr kniete und sie mit tausend Kosenamen zu trösten versuchte. Du thust mir unrecht, Irma. Ich merke die Absicht wohl, aber ich lache darüber. Nichts kann meine Liebe zu dir erschüttern." Irma guckte mit dem rothgeweinten Näschen zwischen den Kissen hervor. Wohin sollst du dinn reisen?" Zuerst nach Hamburg und von da nach New York." . Oh, und die Amerikanerinnen sollen so hübsch und chic sein!" rief Irma verzweifelt, während ihr Gesicht wieder zwischen den Kissen verschwand. Es bedürfte einiger Minuten leidenschaftlichen Ueberredens, ehe es wieder zum Vorschein kam. Glaube mir, Irma, ich bringe ein großes Opfer, indem ich diese Reise unternehme. Aber ich hoffe, daß wenn Papa mich seinen Wünschen so gehörsam findet und nach einem Jahre erkennt, daß mein Sinn sich nicht geändert hat, er seine Einwilligung zu unserm Herzensbund aeben wird." Irma schwieg. Nach einer Weile sagte sie leise: Es ist traurig, daß ich gegen deinen Titel und Reichthum nichts in die Wagscbale zu werfen habe. Ach, Fritz, wenn ick an die bübscken Ameriknn.

nnnen denke nein, ich laß' dich nicyr fort! Ich sterbe vor Angst. Der Mensch soll das Glück festhalten, wenn er's erlangt hat und du bist mein ganzes Glück und ich laß dich nicht fort!" Sie war aufgesprungen und umklammerte ftrin. Der junge Mann war in hellster Verzweiflung. Als er das Haus verließ, war ihm der Kopf schwer und das Herz traurig. Nun begab er sich zu seinem Freund. Ich komme, dir eine Neuigkeit mitzutheilen. Mein alter Herr schickt mich auf eine Weltreise, damij ich meinen Sinn ändere. Heute über acht Tage soll's losqehen." Glücklicher Kerl!" rief Herr von Salza. Und du kommst extra hierher, mir das zu erzählen, damit ich vor Neid berste?" Nein, ich komme, um an deine Freundschaft zu appelliren," sagte der junge Baron Reimers. Und dann vertieften sich die beiden Freunde in ein eifriges Gespräch, bis Herr von Salza eine unbeschreibliche Grimasse zog, laut auflachte und sich vor Uebermuth . ein paarmal um sich selber drehte. fJch stehe dir ganz und gar zur Verfügung, "sagte er dann. Am nächsten Tage liefen beide in den verschiedensten Geschäften herum. Sie kauften Anzüge, Stiefel, Hüte, Handschuhe, Regenmäntel u. s. w. Herr von Salza war manchmal so übermüthig, daß Fritz ihn dringend ermähnen mußte, sich anständig" und nicht wie ein Verrückter" zu betragen. Drei Tage nach der Abreise ihres Sohnes erhielten ie besorgten Eltern die erste Karte des Weltreisenden aus Hamburg. Die Karten und Briefe des Sohnes waren nun für die nächste Zeit die Hauptereignisse auf dem väterlichen Schloß. Ein Brief kam aus New Fork, einer aus Chicago, einer aus Buenos Aires und alle enthielten begeisterte Schilderungen der Städte und ihrer Umgebung. Habe ich's nicht gleich gesagt, es ist nichts besser, als so eine Weltreise?" meinte der Baron Reimers triumphirend zu seiner Gattin. Aber der Brief aus Buenos Aires brachte den Eltern nicht eitel Freude, denn er erhielt die Mittheilung, Fritz habe einen Anfall des gelben Fiebers. A)ie Baronin blickte ihren Gatten vorwurfsvoll an. Das gelbe Fieber! Er liegt in einem Hotel in Buenos Aires und ich kann ihn nicht pflegen!" Aber der Varon nahm die Sache leichter, obgleich sein väterliches Herz voller Sorge auf die nächste Mittheilüng wartete. Diese kam eine Woche später in Gestatt eines Telegramms, dessen Inhalt den Baron und die Baronin lange Gesichter machen ließ. Der Baron brach in ein schallendes Gelächter aus. Geld!" schrie er. Geld verlangt der Junge! So ein lieber Kerl! Endlich lernt er, daß es sich für einen Baron Reimers geziemt, tüchtig Geld auszugeben!" Vielleicht braucht er das Geld für die Aete!" wandte seine Gattin ein. I wo! Wahrscheinlich zu Austern und Champagner!" Und noch an demselben Tage ging eine reichliche Geldsendung auf tele.graphischem Wege ab. Etwa eine Woche nach dem Telegramm aus Buenos Aires hielten sich Baron Reimers und seine Gattin in Wien auf und gingen eines Nachmittags in den Stadtpark, um dem sich vergnügt auf dem Eise tummelnden jungen Volk zuzusehen. Der Baron und die Baronin hatten auf einer der Bänke dicht an der Eisbahn gesessen, als es dem ersteren einfiel, einen besseren Platz zu suchen. Unterwegs prallte einer der Schlittschuhläufer mit ihm zusammen und einen Moment hielten sich die beiden umschlungen, das heißt, der junge Mann hielt den alten Herrn fest, um diesen vor dem Umfallen zu bewahren. Der Fremde entschuldigte sich, plötzlich jedoch blieb ihm das Wort im Munde stecken und der Baron starrte den Fremden verblüfft an. Der Fremde war nämlich kein Fremder, sondern Fritz, von dem er glaubte, daß er sich jenseits des Oceans befinde. Fritz!" murmelte der alte Herr, aber du, du bist doch in Buenos Aires oder bist du's nicht? Jener

Brief M Und das gelbe Fieber?" fiel die Baronin ein, die ebenfalls näher gekommen war und. die das junge vor Gesundheit strotzende Gesicht, auf dem keine Spur vom gelben Fieber zu sehen war, fast mit den Augen verschlang. Ich will Euch alles erklären," stammelte Fritz mit einer wahren Armsündermiene. Ich bin nämlich gar nicht abgereist. Ich konnte einfach nicht! An meiner Stelle schickte ich einen Strohmann. Der junge Salza ist's, der unter meinem Namen in der Welt heruinreist." Aber die Briefe?" fragten Vater und Mutter wie aus einem Munde. Habe ich alle in Wien geschrieben. Salza hat sie mitgenommen. Das ist nicht schwer, wenn man genug Reisehandbücher hat." Aber das Telegramm?" Was für ein Telegramm?" forschte Fritz. Das vor acht Tagen auZ Buenos Aires kam und lautete: Lieber Vater. Geld ist alle. Sende rofort paar tausend. Dein Fritz."

Das ist frech von Salza!" rief Fritz. Und du bist den ganzen Winter in Wien gewesen?" Jawohl, Tag für Tag." Eine Pause trat ein. Jetzt war der kritische Moment gekommen, wie Fritz wußte, und er endete damit, daß sich der alte Baron auf eine Bank setzte und aus vollem Halse lachte. Das ist ja'n Hauptspaß! Ein ganz kapitaler Spaß! So was habe ich in meinem Leben nicht gehört!" schrie er unter fortwährendem Lachen. Wer bätte das von dem Junaen aedacbt? Und ist habe ihn immer für fade gehalten!" Ich hätte es auch nicht thun können, wenn nicht um Irmas willen," sagte Fritz. Darf ich sie Euch bringen? Sie ist hier, sie ist so schön und lieb und gut " Der Baron lachte noch immer, so daß er weder ja noch nein sagen konnte. Fritz dachte einen Moment nach, dann wandte er sich hastig um und lief davon, die Auserwählte seines Herzens zu holen, eingedenk des Sprichwortes: man muß das Eisen schmiedn, so lange es heiß ist." Nun. schließlich ist das immer noch besser als das gelbe Fieber." meinte die Baronin, der es im Grunde ihres Herzens gar nicht ernst damit war, den Henzenswunsch ibres' lieben Jungen nicht erfüllt zu seh:n.

Alte Kinder. Im Jura besteht die Sitte daß zu Ostern die Patheukinder zu ihren Pathen gehen, um bei ihnen Ostereier zu holen. Auch eine 66jährige Frau ging in Curgena zu ihrem Pathen, der 82 Jahre alt war, um das übliche Ostergeschenk abzuholen, traf ihn aber nicht zu Hause, da der 82jährige eben auch ausgegangen war, um bei seinem eigenen Pathen, der seinerseits 96 Jahre zählte, Ostereier zu essen. Ein Grabmonument für den französischenOperettencomponisten Robert Planquette wird, wie man aus Paris schreibt, demnächst auf dem Pre-Lachaise enthüllt werden. Der schlichte Denkstein ist ein Werk des Bildhauers Legastelois. Ein rother Granitsockel, der die Büste des Sch'öpfers der Glocken von Corneville" trägt. Den Sockel krönt eine Lyra, über der symbolisch einige Glocken schweben, an das Hauptwerk des Entschlafenen gemahnend. Ein GoldMedaillon trägt den Namen des Mannes, der dort ruht und aus beiden Seiten des Sockels liest man die Titel der Schöpfungen Planquettes und die Daten ihrer Erstaufführungen. E in außergewöhnlicher Fall von gewaltsamer Gefangenhaltung ist durch das Dazwischenkommen der Polizei in Paris entdeckt worden. Der 60jährige Graf von Sampigny d'Jssencourt wurde in seinem eigenen Hause. Boulevard -Beaus6jour No 17, von seinen beiden Bediensteten gefangen gehalten. Länger als 20 Jahre waren die beiden im Dienste des Grafen. Seit fünf Jahren beherrschten sie ihren Herren vollständig; während dieser ganzen Zeit wurde er gefangen gehalten. Der Graf crzähltedaß das Paar ihm unausgesetzt mit einer furchtbaren That drohte, falls er das Haus verlassen würde. Auch ist er gezwungen worden, öfters Aether -u sich zu nehmen. In seinem letzten Willen mußte er seine Peiniger zu seinem alleinigen Erben (von einem Ver mögen von iy2 Millionen Fr.) machen. Die Polizei verwies das Paar aus dem Hause Ild übergab den alten Grafen der Obhut eines Verwandten.. Ein Verfahren ist gegen die zwei Erbschleiche? eingeleitet worden. Oelfreie Stempelfarbe. Solche stellt man her durch Auflösen oon 1 Theil Tanninschwarz in 1 Theil Wasser und 2 Theilen Glycerin Unter Anwendung von Warme und Umrühren. Die Lösung bildet eine gleichförmige sirupdicke Flüssigkeit von großer Schwärze. G u t e s u n d a n g e n e h m r i echendes Mundwasser kann man sich auf folgende Weise herstellen: Man mischt y Quart 90procentigen Sprit mit Quart Rosenölessenz und Quart Veilchenwurzeltinktur und fügt 5 Tropfen blausäurefreies Bittermandelöl hinzu. Nachdem die Mischung gut durchgeschüttelt ist, füllt man. sie in kleine Fläschchen und verkorkt diese fest. Beim Gebrauch setzt man dem lauwarmen Mundspülwasser einige Tropfen dieser Mischung zu. Als ein sehr einfaches Mundwasser kann auch eine Mischung von 1 Unze Lavendelspiritus und 4 Unzen Rosenwasser, je ein halberTheelöffel voll von . dieser Mischung auf ein Glas Wasser, emvfohlen werden. Ein vorzügliches Klebem i t t e l kan sich leicht jeder selbst bereiten, ohne Mühe und Kosten. Man nehme weiße Gelatine, thue sie in ein Porzellangefäß man benutze dazu eine abgebrauchte Fleischextraktkruke , gieße ein wenig Essig darauf, stelle daZ Gefäß auf den Herd oder eine Wärmflamme; sehr bald ist die Gelatine gelöst. Hiermit klebt man Glas, Porzellan, Holz, Pappe u. s. w. Der Klebestoff hält vorzüglich. Da Gelatine sehr leicht steif wird, muß man bei jeder Benutzung die Masse wieder wärmen und wieder etwas Essig darauf gießen..