Indiana Tribüne, Volume 28, Number 175, Indianapolis, Marion County, 17 March 1905 — Page 4
Jndtana Tribüne
, 17. März 1905.
Jndiana Tribüne. HerauIseAkden von der Autndra $ Indianapolis, Ind.
garry O. Thudium Präsident. GeschäftSlocal: No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE ss. tt-tcred at the Post Office oi Indianapolis aa aecond clasa matter. Psychologisches im ostasiatischen Kriege. In der Münchener Psychologischen Gesellschaft hielt General Karl Reis ner Freiheit von Lichtenstern einen Vortrag über den psychischen Unter schied der Kämpfenden in Oftasien. Er führte aus: Die Anforderungen an die ethischen Qualitäten der Heere sind hente entschieden höhere als früher. In dieser ethischen Ueberlegenheit einer Armee liegen mehr Garantien für den Sieg, als zu irgend einer anderen Zelt. Ehedem war der Wille Don Führn und Mannschast einheitlich unmittelbar auf die Erreichung de Kampfzieles gerich tet. Die Kolonnen schritten unauf haltsam vorwärts, um den Gegner durch den Kampf aus nächster Entfer nung aus seiner Stellung zu werfen. Diese sozusagen geradlinige Aeußerung des Kampfwillens erleidet heute eine be trüchtliche Ablenkung und Abschwä chung. Früher galten Zorn und Wuth als die dem Kampf entsprechenden As feite. Durch alle Mittel, Musik beim Angriff, Trommelschlag, wurden sie genährt, bis man sich halb besinnungZ los auf den Feind warf. Im heutigen Schützengefechte hätte eine völlige Um werthung des psychischen Zustandes der Kümpfenden einzutreten. Auch hier folgt der Krieg nur der allgemeinen Entwicklung der Cultur, die als ein untrügliches Zeichen der Bildung zu ruhiger Selbgbeherr schung und zum Zurückdrängen des allzu lebhaften Gefühlslebens führt. Welch schwieriges, praktisches Problem! Nur die Armee, einer culturell hochstehen. den Nation vermag diesen hochgesteiger im Anforderungen zu entsprechen. Wer kommt nun diesem neuen militärischen Ideal näher, die Japaner oder die Ruffen? Ohne Zweifel die Japaner. In dem kurzen Zeitraum von dreißig Jahren hat sich Japan aus einem pöli. tisch ohnmächtigen Feudalstaat zu einer Großmachtstellung emporgeschwungen. Die Tugenden und Lehren d'eS .Sa-murai-, des japanischen RitterS, der verschwunden ist. gelten noch heute im Moralcodex deS Bushido als die Herrfchende moralische Macht. Bushido, dieses Gesetzbuch der Ehre, verlangt Selbstbeherrschung und Gleichmäßig keit deS Temperaments unter den schwierigsten . Verhältnissen - im Krieg oder Frieden, Besonnenheit und eifteögegenwart in plötzlicher Gefahr, Seelenstärke in allen Wechselfüllen des Lebens.. Stoicismus ist das beharr. lich verfolgte Ziel japanischer Selbstzucht. Daß dieser Stoicismus nicht unempsindlich gegen Schmach und Entehrung macht, beweift der heute noch oft ver. übte eigenthümliche Selbstmord, das Harakiri. Dagegen ift der russisch? Gehorsam blind und rein passiv und Versagt in dem Augenblick, in dem eigene Beurtheilung und Entschluß fähigkeit nöthig wären. Hier äußer! sich die allgemeine Rückständigkeit der russischen Cultur, deren 'Widerspiel auch die Rückständigkeit der russischen Taktik bildet. Die Stoßtaktik ift in Ostasien auf der ganzen Linie geschei tert; nicht blos auf infanteristischer sondern auch auf cavalleristifcher Seite. Daß . die so überaus zahlreiche russische Reiterei auf dem Gefechtsfelde gar keine Kraftäußerung zu Stande brachte, sollte denen zu denken geben, die die Wiederkunft der glänzenden Tage eineS Seydlitz erwarten. Der Eavallerie fehlt heute das compakte Angriffsobjekt. Die dünnen.feindlichen Schützenlinien, aus größerer Entfernung kaum sieht bar, schmiegen sich ganz den Unebenheiten des Bodens an. Wohin wollen da die Reitertruppen ihre zermalmenden Stöße richten? ' Ein japanischer Oberst äußerte dem Redner gegenüber, wenn Port Arthur wieder erobert werde, werde dieser Name in Japan der berühmteste unter der Sonne, die Einnahme der Feftung in der öffentlichen Meinung seines Volkes die Krone des Feldzuges sein. Aber auch den Ruffen galt die Feftung als greisbäreS Symbol ihrer Macht und Vorherrschast in Ostasien. Cine Münchnerin. welche die ganze Krim voriges Jahr bereiste, hatte gehört, daß derFall
von Port Arthur die in Rußland bestehende Gührung zur Auslösung bringen, ja zur Resolution treiben werde. Diese Prophezeiung war nicht unberechtigt. Mit dem Besitz solch plastisch be deutsamer Objekte verbinden sich bei den Völkern naturgemäß bestimmte Machtvorstellungen. in Auch England bekommt nunmehr von seinem geliebten japanischen Freund einen Fußtritt Es muß Weihaiweih räumen. Schon nach dem Falle von Port Arthur schrieb die in Tokio erscheinende ossiciöse Zeitung Kokumin": Mit dem Falle von Port Arthur hat der zwischen Rußland und China bestehende Pachtvertrag der Halbinsel Liaotung keine Gültigkeit mehr. Mithin muß England auf Weihaiwei verzichten; denn nur unter der Bedingung hat es einen Contract mit China gemacht, daß feine Rechte nicht länger dauern sollten, als die Rußlands. Daß England in nicht allzulanger Zeit die Sache in Ordnung bringen muß, versteht sich von selbst. Wir hoffen, daß unser Verbündeter in dieser Angelegen heit mit un? Hand in Hand gehen und zum Besten der betheiligten Nationen handeln wir')."
Grnndeigenthums - Uebertragungen. Elmer Williams an Jas. P. Sewell, Lot 239,. Allen'S zweite Nord Addition, Nordseite der Chicago Str., östlich von Rader Str. 81000. Emily B. gleicher an Sadie B. McMains, Lots 4, 5, 15 und 16, Senate Ave. Addition, Ostseite der Senate Av., zwischen 23. und 29. Str. $2500. Mary J.Hooker an Charles L.Busch, mann, nördliche Hälfte der Lots 16 und 17, Meridian HeightS Place, West feite der Meridian Str., südlich von 46. Str. 52500. Frank Seidensticker, Trust, an Degie Wilmont u. A. Lots 404 und 405. Miller & Wacker's Parkway Add., 80 bei 140 Fuß, verbessert, südwestliche Ecke von Koehne Ave. und 27. Straße. $3,500. Dessie Wilmot an Frank Seidensticker, Truftee, dasselbe Eigenthum. $3,500. George Miller an Denselben, Lots 27 und 23, Fenneman'S Hkghland Home Add., 60 bei 15.6 Fuß, verbessert, Oftseite' von Chestnut Str., nörd lich von Minnesota Str. $3,000. Ralph K. Smith an Frank F. ReynoldS, Lot 153, Morton Place, 40 bei 153.5 Fuß, verbessert, Oftseite Alabama Str., südlich von 20. Straße. $9,000. . Wilhelmina Weghorft an JndianapoliS Union Railway Co., Theil See. 13, Township 15, Range 4, 52 an Madison Ave. und Gürtelbahn. $3,. 000. Stephen F. PeterS an Martin ö. Reiffel, Lot 30, Frank's Woodlawn Add.. 30 bei 123.8 Fuß. verbessert, Ostseite Dawson Str., südlich von Woodlawn Ave. $1,400. Martha Hill an Maria Hohn, ein Theil der westlichen Hälfte des südöstlichen Viertels der Section 6, Township 15. Range 3, 8 Acker in WayneTshp. $2600. Alvin Grube an Charles CradenS, Lot 5 in RoysterS Add., Town von Soüthport. $300. William E. Stevenson an Michael Holloran, ein Theil der Lot 12 in GoldsberryS Subd. der Außenlots 46 und 47, 46 bei 50 Fuß, verbessert, Nordseite der Nord Straße, westlich von Noble Str. $3200. Ella M. P. Connaty an die Union Trust Company, Bevollmächtigte, Theil der westlichen Hölste des nordwestlichen Viertels von Section 10, Township 15, Range 3, 26.58 Acres, Center Township, $25,000. Die State Plaza Company an Sa rah G. Russe, Lot 104, State Plaza Addition. 40.17 bei 100 Fuß, Nordwest.Ecke von Parkway Ave. und OhioStraße, vac., $1000. Chriftina Hochstetter an Emil Mantel it., östliche Hälfte von Lot 7, Gatling's Subdivifion, Outlot 117, 44 bei 108t Fuß, verbessert, Westfeite von Chestnut Sir., südlich von McCarty. Straße, $1200. JameS V. StanSberry an John E. Reed. Lot 213, Talbott'S rev. Addition, 40 bei 117 Fuß, verbessert, Ostseite von Talbott Ave., nördlich von 18. Straße. $3650. William M. St. Clair an ThamaS Hockensmith :c, Lot 19 und Theil von 18, Block 6, Noth Indianapolis, 45 bei 125 Fuß, verbessert, Südseite von 30. Straße, östlich von Elmira Str., $2150.
Deutsch - Amerikanischer Demotraten Club
Hielt eine enthusiastische Versammlung ab. Wenn die gestern Abend in Ottmar Kellers Halle abgehaltene Versamm lung obigen Clubs, eine Vorbedeutung war, was sür ein Geist unter den Deutschen der Stadt herrscht, in politischer Beziehung, dann hat das liberale Element allen Grund mit froher Zuversicht ver Zukunft entgegen zu gehen. Schonzeit Jahren hatten sich die Mitglieder nicht mehr so zahlreich singefunden, schon seit lange waren die Mitglieder in den Versammlungen und Ansprachen nicht so interessirt.. Alle ohne Ausnahme sprachen die Ansicht aus, daß der Deutsche, dem in den letzten Jahren so übel von den Politi kern mitgespielt wurde, endlich einmal wieder energisch Front gegen die Mucker und Finsterlinge machen wöge. Mit Begeisterung wurde den Reden gelauscht, die von den Herren Tamm, Scheid, Schaub und Sahm vom Stapel gelassen wurden. Die Versammlung war in jeder Beziehung ein durchschlagender Ersolg und ein Beweis, daß die Deutschen, wenn sie in Ihrer persönlichen Freiheit angegriffen werden, sich aufraffen und der Partei, die Ihre Rechte als Bürger beschränken, den Fehdehandschuh in's Gesicht schleudern. Die Wahl der Beamten gestaltete sich sehr interessant, indem für die meisten Aemter mehrere Kandidaten nominirt waren. Als Sieger gingen aus dem Kampfe die folgenden Herren hervor: m Präsident O. R. Wald. -Vice-Prüsident Fred. Schrader. Secretür George Schauer. GehülfS.Secretär Wm. Roesinger. Fin.-Secretär Michael Robinius. Schatzmeister Julius Reinecke. . Marschall Jacob C. Hinkley. . HölfS-Marfchall Joseph Bayer. . Thürhüter ChaS. DreweS. Direktoren Jakob Buenagel, Fred Groffart, John W. Holtzman, August Kühn, Fred Mack. Albert'Sahm' Jo' seph Schaub, Peter Scheid, August Tamm und Jakob Wößner. Nachdem die Wahlbehörde berichtet hatte, forderte der Präsident die neugewählten Beamten und alle Mitglieder des Clubs auf, im kommenden Jahre ein reges Interesse an den Bestrebun. gen des Clubs zu nehmen und fern Bestrebungen, die für das Wohl des Deutschthum der Stadt find, zu unter, stützen, damit derselbe seine Ziele, die er sich gesteckt, auch erreichen könne. Der Bericht der Beamten, der dem Club vorgelegt wurde, beweift, daß der Club seinen finanziellen Pflichten vollständig nachgekommen ist und sein fünfzehntes Jahr mit froher Zuversicht auf seine Zukunft beginnen kann. Die Entscheidung des Appelhoseö über Rechtsgültigkeit von Schreibma schinen-Unterschristen ist äußerst merkwürdig. Die Prücedenzentscheidung des früheren BundeöGeneralAnwaltS Wirt, welche den Appelhof in seiner Entscheidung leitete ift entschieden schlecht gewählt. In der von GeneralAnwalt Wirt vor 80 Jahren entschiedenen Frage handelte eS sich darum, ob eine mit Bleistift oder anderem als Tinte und Feder ausgeführte Unter schritt gesetzliche Gültigkeit habe. Der Anwalt entschied bejahend und wohl fraglos mit Recht, denn eine Handschrist bleibt eine solche ob sie auf Pergament oder Holz mit Feder, Pinsel, Stist oder mit in Kohlenstaub getauchtem Finger gemacht.wurde. Die Individualität der Unterschrist verbleibt. Eine Schreibmaschine ist aber weiter nichts wie eine durch Handkraft in Bewegung gesetzte Druckerpresse und wenn eine damit gemachte Unterschrist Rechtsgültigkeit. hat, so muß eine mittels Fuß, Dampf oder elektrische Kraft getriebenen Presse hergestellte Namens Unterschrift ebenso rechtsgültig sein. Fälschungen würden absolut nicht mehr nachzuweisen noch Beweise für Authentität von gedruckten Unterschristen gegen Ableugnung des Namensinhabers zu erbringen fein. Der HandschriftenSachverständige wäre dann glücklich aus der Welt geschafft. Aber indem vorliegenden Falle handelt es sich ja um Unterschriften auf Remonstranzen und bei diesen ist ja vor den JndianaerGerichten alleS gültig. ,, Kolonisten Tickets nach dem Westen Uk.d Eüdwesten, via Pennsyl' vania Linien. Februar 2l. und März 21. werden spezielle einen Weg, zweite Klasse Colonisten TiSets verkauft nach allen Punkten im Westen und Südwesten, via Pennsylvanta Linien. Für völlige Einzelnheiten hinsichtlich Raten und Fahrzeit etc. spreche man bei dem nächsten TicketAgenten dieser Linim vor.
lEnliiMfniifl Der Naukunfl.
Von den Felsenhöhlen bis zu den Kölner Tom. T!e Wohnung des Urmenschen Anfänge der Baukunst Wohnungsuoth in grauer Bor zeit Natürliche und künstliche Höhlen. Primitives Baumaterial. Das Bestreben, sich gegen klimatische Einflüsse oder den Angriff wilder Thiere zu schützen, bewog den Menschen noch in seinem Urzustands zum Baue von Wohnungen. Wo diese Motive zum Wohnungbauen fehlten, da dachte der Mensch auch nicht daran, sich ein schützendes Dach zu errichten. Ehe die Noth nun den Urmenschen zwang, sich einen Unterschlupf zu schaffen, hatte er ; genug an dem, was die Natur ihm bot. In den deutschen Mittelgebirgen beispielsweise gab es eine Unmenge Felsenhöhlen, die den Urbewohnern dieser Gegend als Wohnung dienten. Die Wohnungsnoth, von der heute so haufig die Rede ist, wurde aber auch schon damals zur brennenden Frage. Die Menschheit vermehrte sich, die natürlichen Felsenhöhlen dagegen nicht, und so schritt man zur künstlichen Herstellung solcher. Vorhandene Felsenspalten wurden erweitert, indem man sie dem Feuer aussetzte und dann Wasser dagegen goß, so daß das Gestein barst und abbröckelte. So entstanden Höhlcn, die groß genug waren, eine Familie aufzunehmen. Aber nicht in allen hegenden gab es Felsen mit natürlichen oder künstlichen Höhlen, in der norddeutschen Tiefebene zum Beispiel mußte sich der Urmensch anders zu helfen suchen. Er schleppte große Steine zusammen, sogenannte erratische Blöcke, die von den nordischen Gebirgen zur Eiszeit auf mächtigen Schollen herüberschwammen und aus dem abschmelzenden Eise auf die damals mecrbedeckte norddeutsche Ebene niedersanken. Diese Blöcke wurden im Kreise aneinandergewälzt und der entstehende Hohlraum durch flache, plattenarttge Steine zugedeckt. Das unbehauene Material gab natürlich große Lücken, die mit kleineren Steinen ausgefüllt wurden, und da auch dieses Dichtungsmaterial feinen Zweck nur sehr unvollkommen erfüllte, erhielt das Ganze einen dicken Erdbewurf. Das den? Eingang verschließende Thiersell genügte aber auch nicht, Wind. Schnee und Regen das Eindringen zu verwehren, und deshalb wurde vom Eingang der Steinwand bis zur Gkenze des Erdmantels ein gewundener Gang gebaut, in dem sich der Wind fing. Erst als aus dem umherschweifenden Jäger der auf der Scholle seßhafte Ackerbauer sich entwickelte, legte er mehr Werth auf seine Behausung. Lehm, mit Stroh untermengt, wurde sorgfalt!g senkrecht aufgeschichtet, und man erhielt so Wände, die dick und auch ohne' Holzunterlage . haltbar . waren. . Als Dachbedeckung gelangte Stroh zur Verwendung. Die unförmliche Dicke der Lehmwände wurde aber schließlich als störend empfunden, und man sann darauf, aus dem Lehm Steine zu formen, die fest genug waren, den Bau .dünner Wände zu gestatten und durch regelmäßige Form die Uebelstände des natürlichen Steinmaterials vermissen ließen. Diese Lehmziegel wurden an der Sonne, getrocknet, und da man bald merkte, daß die Steine um so härter und widerstandsfähiger wurden, je heißer die Sonne brannte, so verfiel man bald darauf, die Wärme der Sonnenstrahlen durch Feuer zu ersetzen. Die Baukunst zur Höhe zu führen, blieb dem Stein vorbehalten. Man lernte es allmälig, die zur Verwendung kommenden Steine so auszuwählen, daß sie besser auf einander paßten, so daß sich höhere Wände ausführen ließen. An ein Bindemittel, einen Mörtel, dachte man allerdings noch nicht, und die zwischen den einzelnen Steinen entstehenden Fugen füllte man mit Moos oder Gras aus. Die Entdeckung des Kalks als Bindemittel ist wahrscheinlich eine rein zufällige geWesen. Sobald dieses Bindemittel aber dem Menschen zur Verfügung stand, war er befähigt, feiner Bauthätigkeit höhere Ziele zu setzen, und der Monumentalbau trat in seine Rechte. Die ältesten Zeugen dieser Baukunst finden wir in den egyptischen Pyramiden; sie bilden einen gewaltigen Fortschritt im Vergleich zu den Höhlenbauten und doch sin.d sie nur plumpe, ungeschlachte Machwerke, verglichen mit den Herrlichen Bauwerken späterer Zeit, mit den gothischen Kirchen, deren schönste Blüthe der Kölner Dom ist. Die Parteien in Oesterreich. Die 425 Mitglieder des Lsterreichisehen Abgeordnetenhauses vertheilen sich auf die einzelnen Parteien folgendermaßen: Polen 63, Jungtschecben 45, Deutsche Volkspartei 44. Konservativer Großgrundbesitz 30, Deutsche Fort-, schrittspartei 28, Katholisches Centrum 28. Cchristlich-sozialer Verband 23, Slavischer Verband 24, Konservativer böhmischer Großgrundbesitz 19. Italicner 18, Schönerianer 14, Freialldeutsche 11, Nuthenen 10, Slovenischer Fortschrittsklub 6, Böhmische Agrarier 6, Böhmische Nationalsoziale 5,Numänen 5, Polnische Volksparte! 4. Deutsche Agrarier 4 Mittelpartei 3. Radikale Böhmen 2, Radikale Polen 1. Wilde. 26, erledigte Mandate 4. ..Die Kin derwagen müssen in. Berlin lizensirt und nummerirt sein. .
Allerlei für's HanS. Gurkenpomade. Von manchen Damen wird - di'. Gurkcnpomade als Toiktienmittel gern benutzt. Sie kühlt und bleicht die Haut und ist besonders Damen zu empfehlen, deren Teint durch die Sonnenstrahlen sehr leidet. Sie wird bereitet, indem man einige Gurken reibt und in einer Porzellanschüssel mit einer . an Gewicht gleichen Menge vonQlivenöl vermischt. Man stellt lernn das Gefäß in einen mit Blasser gefüllten Topf, erhitzt es bis zum Sieden, wobei man die Mischung stets umrührt. Hierauf gießt man sie durch ein feines Sieb und rührt frisch geriebene Gurken bei. Letzteres Verfahren wiederholt man einigemale. Am besten wendet man die Gurkenpomade vor dem Schlafengehen an. T as Gesicht wird mit kaltem Wasser gewaschen, , mit der Pomade eingerieben und dann mit einem feinen Tuch kcbandelt. Desinfektionsmittel. Ein Des'.nfektionsmiitel, das neuerdings besonders für Krankenzimmer viel empfohlen wird, ist Kaffte in gebranntem und auch in rohem Zustande; der letztere eignet sich noch besser zu demZweck. als der gebrannte. Man legt auf eine eiserne Schaufel ein Stück durchweg glühende Kohle, das weder hell brennt noch ravcht, streut das Pulver von gebranntem oder rohem Kaffee darauf un.J setzt den Raum, der desinfizirt werden soll, den darauf aufste:genden Dämpfen aus. Sie todten besser a's sonstige Desinfektionsmittel alle Krankheiiskeime und reinigen auch die Luft von schlechten Dünsten. Will man roben Kaffee verwenden, so muß man die Bvhnkn erst. trocknen, ehe sie sich stoßen leff .'n.Flecken in Papier bestreicht man mit einem Pinsel mit einem Brei von gebrannter Magnesta und Wasser und entfernt ihn wieder mit einer Bürste oder einem Messer, sobald er trocken geworden, was bis zum vollen Erfolg zu wiederholen ist. Sind Bücher befleckt, so mischt man kohlensaure Magnesia mit Benzin zu einer krümlichen Masse, reibt mit dieser die Flecken vorsichtigt ein und läßt das Buch tu nige Zeit unter mäßigem Drucke siehen, worauf man die Magnesia abklopft. : Messing - Bügeleisen lassen sich sehr schön mit einer dicklichen Mischung von Essig und Salz putzen. Herzklopfen. Bei nächtlichem Herzklopfen genieße man vor dem Schlafengehen Citronenlimonade aus Citronensaft und Zuckerwasser. Das Bett des Kindes soll zur Herbeiführung eines gesunden Schlafes und nicht minder zur gesunden körperlichen Entwicklung über-
Haupt unter gewöhnlichen Verhältnis'sen aus einerharten Matratze und ein bis zwei Wolldecken bestehen; böchstens magere und blasse Kinder können ein wärmeres Lager erhalten.- Das Federbett ist kein gutes Lager. Auch das Kopfkissen soll aus einem festen Polster bestehen und nur niedrig sein. Hohe Kopflage verursacht Schiefläge und giebt durch die zur Gewohnheit werdende Seitenlage zur Wirbelsäulenverkrümmung Anlaß. Gute Leder sch wärze. Alte gerostete Eisenabfäll, Nägel, u. s. w. übergießt man mit emem'Gemische von gleichen Raumtheilen gutem Essig und saurer Milch und läßt sie damit 8 Tage stehen. Inzwischen kocht man eine hinreichende Menge Blauholz mit Wasser nud seiht die Abkochung durch ein. Tuch. Man trägt die Schwärze mit einer Bürste auf das Leder. Fliegenleim wird durch Zusammenschmelzen von 600 Theilen Colophonium, 380 Theilen Oleum Lini und 20 Theilen Cera flava oder 650 .Theilen Resina Pini, 340 Theilen Oleum Lini und 10 Theilen Cera japonica bereitet. Fliegenstöcke stellt man sich selbst her, indem man dünne Stäbchen mit einer Mischung aus zwei Theilen Rüböl und'einem Theil geschmolzenem Colophonium bestreicht. Um aus Fettresten Seife herzustellen, werden 4 Pfund Abfallfett, 1 Pfund Seifenstein und 4 Quart Wasser in einen genügend großen Kessel gebracht und unter öfterem Umrühren 2 Stunden lang gekocht. Wenn von dem herausgezogenen Spatel keine Tropfen mehr herunterfallen, sondern Fäden gezogen werden können, kommt das erforderlicheSalz (auf obige Menge etwcc zwei Hände voll) hinzu, und man siedet dann so lange, bis sich eine weiße feste Masse auf der Oberfläche angesammelt hat. Die rückständige Masse wird mit etwas Bergamottöl und ostindischem Melisseöl gemischt und in Formen gegossen. Gegen das. Durchliegen während einer Krankheit dient folgendes' Mittel: e nach der Jahreszeit nehme man frische oder trockene Quittenkerne (etwa 40 bis50 Stück ), gieße ein halbes Pint kochendes Wasser darauf und lasse sie auf dem Ofen mehr ziehen als koo?en. Dann treibe man die so gewonnene gallertartige Masse durch ein weites Sieb, um die. Kerne daraus zu entfernen, und lasse sie er kalten. Die wunden Stellen, mit dieser Masse Morgen und Abends vor sichtig bestrichen, werden bald aufhg ren zu schmerzenrmd rasch heilen. Zu bemerken ist noch daß es sich empfiehlt, zur Bereitung der Masse einen neuen ndenen Topf zu verwenden, und daß .man die trockenen Kerne in der Apotbeke erhalten kann. ... .. i
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Ita
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JOI C. WSW.
