Indiana Tribüne, Volume 28, Number 174, Indianapolis, Marion County, 16 March 1905 — Page 6

Jndiana Tribüne, IG. März 1903

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He mliches 5elv. " -t Von M. Klapp-Bliersheim. Du siebst Wohl meine heiteren Blicke, Du siehst mein froh lächelndes Angesicht, Umgeben siehst du mich vom Glücke, Doch was ich leide, daZ siehst du nicht. Du kannst nicht die heimliche Thräne seh'n. Die dem Lluge.in stiller Nacht entquillt; Noch kannst du das Sehnen t versteh', Das brennend die wunde Seele füllt. Du hörst nicht die leise LiebcZklage. Die nur zaghaft über die Lippen bricht; Du siehst wohl meine hellen Tag?, Doch die dunkeln Nächte siehst du nicht. O, gramvoll tiefverschwicgenes Leiden, Dem' endlich kampfmüdc das Herz erliegt! Du kannst mich um mein Glück beneiden,. Denn was ich leide, das siehst du nicht. Ein Porschlag zur Gute. Humoreske von Anna Astl-Leonhard. )b ich heut' Ruh' haben werde?" fragte sie sich wie die letzten Wochen her jeden Morgen auch jetzt wieder beim Frühstück. Es war die permanente Frage seit dem verhängnißvollen Tag, da ihr von einemOnkel ihres derstorbenen Mannes ganz unerwartet eine bedeutende Erbschaft zugefallen war. Natürlich hatte sie auch heute keine Ruhe. Die erste Post schon brachte ihr abermals eine Unzahl Bettelbriefe und sonstige Schreiben von ferneren und fernsten Bekannten, die den Bersuch machten, sie um größere oder kleinere Beträge zu schröpfen in dieser und jener Form. Na also! Sie schmiß die Briefe alle, mitten durchrissen, in den Papierkorb und dachte nach nur über alles das, was ihre nächsten Angehörigen von ihr verlangten: die Mama eine elegante Villa mit großem Garten in einer sashionablcn Frische; der Bruder, der es aus Leichtsinn als Beamter nicht vorwärts brachte, wollte eine große Vierhalle vornehmsten Stils eröffnen; der einen Schwester wieder sollte sie zu einem feinen StadtkaffeeHaus verhelfen; dem Mann der anderen, einem Coinniis voyageur, die Mittel zur Etablirung eines luxuriösen Universal - Damenbazars vorstrecken", und ein Vetter, der Chemie fiudirt, wollet ihre Betheiligung mit 60,000 Gulden bei Gründung einer Fabrik für Theerprodukte u. s. w. Und im stillen rechnete sie nach, wie viel man schon von ihr gefordert und was ihr eigentlich noch bliebe jetzt, vierzehn Tage nach der Erbschaft wenn sie aus diese Begehren einginge ...wie viel ihr bliebe? Nichts. Wohl aber hätte sie nun auch schon über sieb-, zigtausend Gulden Schulden. In diesem Augenblick schlug drau-ßen-die Wohnungsglocke an, dann ein Pochen an der Thür, und eine seltsame Gestalt trat ein. Ein Mann, hoch in den Vierzig, lang, dürr, mit röthlich flatterndem Haar,, einem rothschimmernden Ziegenbart und wasserhellen Augen, die statt der Pupille nur einen winzigen schwarzen Punkt hatten, was ihnen einen seltsamen hilflosen Ausdruck gab. Feierlich in Schwarz gekleidet, mit einem lichten Ueberzieher, der die allzulangen Schöße des Gehrocks hervorgucken ließ, die großen Plattfüße einwärts gestellt, so daß er im Gehen förmlich darüber stolperte, halb befangen, halb vertraulich, also kam Herr Johannes Westermayer in der Art einer abgetackelten Fregatte auf Frau Sophie herangesegelt. In den unbehandschuhten blassen Händen voll großer Sommersprossen trug er sorgsam eine braune Pappschachtel von ausgiebigen Dimensionen. Ich bin's, Frau Schwägerin," säuselte er mit einem unbeholfenen Kratzfuß und einem süßen Lächeln, das seinem in die Länge gezogenen Schneidergesicht ein rührend stupides Aussehen verlieh: .Ich!" Da sah sie ja: daß er es sei. Aber was ihr gänzlich unerfindlich blieb, war, daß er sie Frau Schwägerin" nannte. Wie kam er plötzlich dazu? Weil er ein ganz entfernter Verwandter ihres Schwagers, ein Vetter undenkbaren Grades von dessen Mutter war? Und dann sie hatte ihn im Laufe der Jahre im ganzen höchstens viermal im Hause ihrer Schwester flüchtig getroffen und wußte von ihm nicht mehr, als daß er Violinlehrer und Hagestolz war . . . was also brachte ihn jetzt zu ihr? Auch ihre Erbschaft? Ihr ahnungsvolles Herz behielt recht,, wie sie das sogleich erfahren sollte. Frau Schwägerin," hub er auf ihre Frage, was er wünsche, zaghaft an, ich ... ich .. . Na wissen Sie, Frau Schwägerin, ich hab' nämlich das Weltproblem" seine Mienen wurden feierlich , mit dem ich mich schon seit zehn Jahren befaßt hab, endlich glücklich gelöst, wie es kein anderer vor mir zu Stande gebracht hat, und ... hm, wissen Sie, Frau Schwägerin, ich bin also damit hergekommen, damit Sie es sich anschauen . . . Und . . . hm, dann ... ja, reden wir halt darüber weiter." Er hatte während dem das Pappschachtelmonstrum mit größter Behutsamkeit auf einen Stuhl gestellt und blickte Lie Frau Schwägeiin" nun treuherzig an. So?" meinte sie, die nicht wußte, wie sie sich zu dem seltsamen Patron stellen sollte, nun doch neugierig gemacht. Wirklich? Was ist denn aber dieses Weltproblem, das Sie oelöst haben? Ist es da drinnen in der Schachtel?"

Er nickte bedeutsam mit noch viel feierlicherem ' Gesichtsausdruck und ging mit aller Umständlichkeit daran, die Schnüre der Verpackung loszumachen, hob dann den Deckel ab, brachte mit unüöertrefflicherVorsicht ein höchst merkwürdiaes Blechzeug zum Vorschein und placirte es aus den Tlscy. Ach Gott!" Und Sophie schaute aus thalcrrunden Augen ... Das Ding von ungefähr einem Meter Länge, der Hälfte Breite und Höhe, sollte in seinem unteren Theile offenkundig eine Art Gondel vorstellen. Allein der obere? Was der sein sollte? Das war nicht zu enträthseln. Aussehen that er wie eine plattgedrückte Gurke, die sich an den Enden stark zuspitzte. Seltsame Lappen hingen daran nieder, während an der Gondel eine Vorrichtung zu sehen war, die jedenfalls Aehnlichkeit mit einer Flügelschraube haben sollte, thatsächlich aber weit mehr an eine Kinderratsche gemahnte. Da," sagte Herr Johannes Westermayer mit seiner dünnen Knabenstimme in erhabenem Triumphgefühl, da sehen Sie nur. Frau Schwägerin, da ist es! Das, was den ganzen Weltverkehr von Grund aus ändern wird und die höchste Blüthe der Kultur bedeutet ... Da ist das, was keinem bisher noch gelungen ist und so viele schon in die Nacht des Wahnsinns gestürzt hat, weil ihre Lösung dieses Problems nicht Stich gehalten hat. Aber ich allein mir ist's gelungen wissen Sie ... Ich hab's gelöst, ohne Rast. Was soll es denn nur sein?" In grenzenlosem Glück schaute er aus seinen Fischaugen sie strahlend an und sagte dann in einem Tone, den die Ehrfurcht vor der eigenen Person durchbebte, der zugleich aber auch wie eine jubelnde Fanfare klang: Das lenkbare Luftschiff!" Das lenk -bare Lust schiff " Und ganz erschrocken sprang Sophie von ihrem Stuhl auf, starrte den kühnen Erfinder fassungslos an. Nun er jedoch ihr das stolze Geheimniß seines Lebens geoffenbart, legte er mit allem los, was er so lange still in sich getragen, und hielt ihr einen dunkelsinnigen Vortrag über dieLustschifffahrt im allgemeinen, über Flächen, Schrauben, Flügelräder, Gasballons und höhere Mathematik, so daß Sophie sich eingeschüchtert niedersetzte und das sonderbare Blechwerkzeug unverwandt im Auge behielt, in der ängstlichen Besorgniß, daß es plötzlich losgehen und in den Spiegel oder ihr in's Gesicht fahren könnte. Fliegt das Ding da auch?" gab sie mit einem Mal ihrer Befürchtung unwillkürlich Ausdruck. Durch diese unvermuthete Frage aus dem Concept gebracht, starrte er sie verdutzt an. Na ja", meinte sie ganz ernsthaft, fliegt es wirklich?" Er erröthete wie eine zarte Jungfrau. Q . . . aber Frau Schwägerin," kam es stotternd, überstürzt aus seinem Munde, es ist . . . es soll . . . ja, wissen Sie, es wird erst fliegen, denn das da ... wissen Sie, ist ja nur das Urmodell." . Sie war über diese Antwort verblüfft. Ah so," machte sie dann langgedehnt, es wird erst fliegen?" Und still U sich dachte sie, daß eigentlich wohl nur das Geld- dafür fliegen dürfte, nicht aber das Luftschiff . . .- Und dachte weiter, daß alle diese unlenkbaren Luftschiffe sehr lenkbare Geldgeber voraussetzten. Gekränkt durch ihren Zweifel entwickelte Herr Westermayer nun einen ungeheuren Aufwand an Worten,, als könnte er durch die Lebhaftigkeit seiner bilderreichen Rede die beschauliche Ruhe seines unglückseligen Urmodells" überwinden, das fest und schwer wie ein ungeheures Bügeleisen dastand. Der Tenor seiner Rede besagte ungefähr, daß man sich so lange sein eigentliches erprobbares Modell nicht hergestellt sei das wirkliche lenkbare Luftschiff vorläufig nur denken müsse. Eine Nothwendigkeit, die der jungen Frau gerade nicht einleuchten wollte. Auch konnte sie sich der banalen Ueberzeugung nicht verschließen, daß ein Modell wie das da und mochte es auch zehnmal mit Gasballon und Mechanismus versehen sein sich nur dann thatsächlich in wirkliche Bewegung setzen dürfte, wenn sein Schöpfer es ergrimmt zu Boden schleudern würde. Und plötzlich kam ihr die Begierde, zu erfahren, wie hoch, in schnödes Geld umgerechnet die exzentrischen Luftschiffphantasien des Violinlehrers von ihm selbst beziffert wurden. Wie sie dann hörte, daß hunderttausend Gulden gerade hinreichend wären, und daß der konsequente Herr Schwager" den schönen Wahn nährte, sie würde seine weltumwälzende Erfindung kapitalisiren und ihn dadurch zum Milliardär machen, wurde ihr die Sache ungemüthlich, und sie war darauf bedacht, ihn mit guter Manier loszuwerden. Wenn Sie also diese hunderttauSend Gulden.. hineinstecken wollten, frau Schwägerin," fuhr er fort, indem er sein Blechzeug wieder auf das Sorgsamste einpackte, .so möchte ich Ihnen einen großartigen Vorschlag machen." Er blickte sie vielsagend an. So? Und der wäre?" Sie war doch wieder neugierig, was der merkwllrdige Mensch da noch in sich herumtrug. Na, hm, ja. .. wissen Sie, Frau

Schwägerin." Etwas verwirrt suchte er nach den richtigen Worten und strich sich seinen Ziegenbart zurecht. Ich hab' das Werk und Sie haben das Kapital... ich bin also der Geist, Sie sind das Geld... und... na ja, wissen Sie, das sollte halt vereint sein... und dann thun Sie mir auch leid, Frau Schwägerin. . . als junge Wittwe nämlich. . . Und deshalb möcht' ich halt als alter Junggeselle..." Jetzt schauen Sie aber, daß Sie weiter kommen mit Ihrem Luftschiff!" Und sie spranq zornrotb auf und wies mit ausgestreckter Hand nach der Tyur. Wäre sein Modell plötzlich losgegangen, er hätte nicht verblüffter sein können als über diese Wirkung seines höchst ernstgemeinten Antrags. Und fassungslos rang er nach Worten Aber liebe Schwägerin, lassen Sie sich nur sagen. ." Sie ließ sich aber gar nichts sagen, sie hatte die Geschichte satt. Hinaus, Sie Halbnarr, Sie!" Und sie läutete dem Mädchen. Mit feiner Pappschachtel, die so urplötzlich zum Grabe seiner stolzen Hoffnungen geworden, stolperte er mit blöden Mienen und einem Murmeln, das vielleicht ein beleidigtes Gebrumm war, hinaus. Er grimmt sah sie ihm nach. Das hatte ihr gerade noch gefehlt. Und alles drang mit einem Male auf sie ein: die elegante Villa für Mama, die vornehme Bierhalle für den Bruder, das feine Stadtkaffeehaus für die Schwester, der Universal - Damenbazar für den Schwager, die chemische Fabrik für Theerprodukte, die diversen Darlehen, die man von ihr haben wollte, und die sonstigen Dinge, die vielen Vettelbriefe, das lenkbare Luft schiff und der Heirathsantrag dazu... Ein toller Wirbel! Der Kopf begann ihr zu schwirren. Wie das alles darin herumtanzte: Vegriffe, Gegenstände und Gestalten, die Zweimalhunderttausend -Gulden-Erb-fchaft und der Bettelstab, der ihr drohend aus der Ferne winkte. Und sagte sie auch zehnmal Nein auf alles man wird ihr doch nicht Ruhe lassen und wieder kommen und sie weiter quälen um ihr Geld! Und darum fort, UM sich dem allem zu entziehen, damit sie doch nur wieder zu sich käme und es erwägen könne, was ihr und damit auch den Ihren am meisten frommen würde mit diesem Geld. Das Mädchen war hereingekommen und fragte, was der Gnädigen beliebe. . Die Koffer! Schnell die Koffer vom Boden herunter!" lautete der Befehl. . Am Abend schon entführte sie der Schnellzug ihren Quälgeistern in die Berge. Das war für sie die Lösung auch eines Weltproblems, das nicht ohne Belang ist, wie Fremdlinge und Träumerin dieser realen Welt es gemeinhin glauben.

Weibliche Trunkenbolde im Mittel alter.

Häufig sind im Mittelalter und dann im 16. Jahrhundert Verordnungen, durch die die Behörden der Trunksucht der Frauen zu steuern suchten. Der Nath zu Heilbronn fertigte im Jahre 1561 einen Erlaß aus, in dem es heißt: Dem Trunke ergebene Weiber sollen vom Stadtknechte herumgedängelt und ihnen an den Kopf ein Zettel gebeftet werden mit den Worten: Vdrsoffene Krugsurschel". In München wurden unter dem 19. April IM und 16. Christmond 1570 Verbote erlassen, aus denen man ersieht, daß dazumal Weiber und Kinder bei den Weinen von Oesterreich und Welschland gleich Männern zechen lernten, während merkwürdigerweise vom Bier darin keine Rede ist. Dagegen wendeten sich im Jahre 1576 die aus gemeiner Bürgerschaft" heutzutage Stadtverordnete geheißen zu Borna an den Rath ihrer Stadt mit dem Gesuch, daß den Weibern am Abend die Bierzechen verboten sein sollten, in Ansehung, daß daraus allerhand Unrecht und Beschwerung nicht allein dem Wirthe, sondern auch den Personen, fo die Zeche für sie bezahlen müssen, entstände. Und während die Weiber säßen und zecheten, ging's daheim in Haus und Hof übel zu mit dem Gesind und den Kindlein." Der Chronist fügt jedoch betrübt hinzu: Hat solches aber nit viel helfen wollen, und mag wohl deren Weiblein Einrede das Meiste dazu beigetragen haben." In Frankreich gab es namentlich unter Ludwig XIV. am Hofe viele Damen, die gleich den ärgsten Saufbrüdern kneipten und unter der Regentschaft sowie unter Ludwig XV. wurde es in dieser Hinsicht noch schlimmer. Stoßseufzer. Bauer (Namens Dengelmeier, der ein Schriftstück unterzeichnen muß): Sakra, daß i' auch so heißen muaß Meier allein thät's auch!" Concurrenz. Abgebrannter (als knapp nach dem Brande ein Baumeister kommt und ihm Offerte wegen Neubau des Hauses machen will): Bedaure, es war schon ein College von Ihnen da, wie 's Haus noch gebrannt hat!" ' Beim Heiraths.- Vermittle. Ich war bereits in Jta lien als Gattin eines Geschichtsprofessorö, eines Archäologen, eines BildhauerS und eines Architekten nun möchte ich noch mit einem Maler eine Hochzeitsreise dahin unternehmen dann kenne ich es gründlich!"

Europäische Nachrichten.

SacHsen. Dresden. Prof. Hermen Starcke von den Dresdener Nachrichten" feierte das Jubiläum seiner 40jährigen Thätigkeit als Schriftsteller. Wegen Betruges wird von der hiesigen Staatsanwaltschaft der frühere Hofschauspieler Heisrich Emil Gredei, geboren am 19. Juli 1837 zu Singen in Baden, steckbrieflich verfolgt. Greder, der durch sein ausschweifendes Leben seine -Finanzen und seine Nerven ruinirt hat, ist vor einiger Zeit flüchtig geworden; sein gegenwärtiger Aufenthalt ist unbekannt. B u ch h o l z. Ein verdienter Bürger der Stadt, Stadtrath Ernst Wagner, ist im 75. Lebensjahre verstorben. Von 1862 bis 1901 gehörte er dem Rathscollegium an und war gleichzeitig lange Jahre stellvertretender Bürgermeister. Chemnitz. Der in der Iahnfiraße No. 21 wohnhafte 45 Jahre alte Schlosser Reich hat in einem Anfall von Geistesstörung seiner 12jährigen Tochter und seinem 5jährigen Sohn mit dem Taschenmesser mehrere schwere Körperverletzungen beigebracht, so daß beide Kinder ins Krankenhaus aufgenommen werden mußten. Reich ist flüchtig. Frohburg. Kurz vor ihrem 102. Geburtstag verstarb hier die äU teste Frau Sachsens, Mutter Wetgand". Gohlis. Im hiesigen KrankenHause ist das 5 Jahre alte Töchterchen des in der St. Privatstraße wohnhaften Arbeiters Lehmann gestorben, das sich in der elterlichen Wohnung am Feuerherd zu schaffen gemacht und sich dabei erhebliche Brandwunden am ganzen Körper zugezogen hatte. Leipzig. Kürlich erstickten drei Kinder der Familie Weih. Die Kinder haben wahrscheinlich, während sie allein waren, durch Spielen mit Zündhölzern die Betten in Brand gesetzt. t Neudörfchen. Das dreijährige Töchterchen des Schmiedemeisters Kunze fiel in die Zschopau und ertrank. R a n s p a ch. Hier brannte das Gottlieb Naglersche Bauerngut nieder. Der Besitzer hatte gerade Schlachtfest. S e i d a u. Dem aus dem Amte geschiedenen Gemeindevorstand Jursch ist das Albrechtskreuz für langjährige treue Dienste verliehen worden. Zwickau. Mit seinem Dienstgewehr versuchte sich der Soldat Ditmar vom 133. Jnf.-Regiment zu erschießen, der Schuß ging jedoch fehl und verwundete nur den Mann schwer; der Grund zu dem Selbstmordversuch ist unbekannt. KesseN'Aarmstadt. Darmstadt. Der 11 Jahre alte Schüler Heinrich Fritz, Sohn eines Zimmermanns, erlitt einen bedauerlichen Unfall. Die Eltern des Jungen waren, als das Unglück geschah, nicht zu Haus. Der Junge chatte sich, wie er selbst angiebt, zu weit aus dem Fenster des vierten Stockes des Hauses in der Heinheimerstraße hinausgelehnt und war in den Hof gestürzt. Die Eltern kamen kurz nach dem Unfall nach Hause und fanden ihren Sohn mit zerbrochenen Armen und Beinen. Die Verletzungen des Jungen sind sehr schwer. V i n g e n. In dem Lager des Terrazzounternehmers Biasizzo in der Gerbhausstraße entstand ein großer Brand, der ein benachbartes umfangreiches Holzlager und auch Wohnhäuser bedrohte. Das Lager, das ein Hintergebäude zum Hause des SteinHauermeisters Natzinger bildet, ist gänzlich ausgebrannt und zusammengestürzt. Giessen. In seiner Wohnung erschoß sich hier Prof. Dr. Pflug. Er war seit langer Zeit schwer leidend und dies wird als Motiv zur That angesehen. Mainz. Der Geheime Commercienrath Michel, der Vorsitzende der Handelskammer, wurde aus Anlaß seiner 25jähriaen Zugehörigkeit zur Kammer zum Ehrenbürger ernannt. O ck e n h e i m. Der Landwirth Lorenz Schreiber war mit dem Fällen eines Baumes beschäftigt, als der Baum plötzlich umfiel und dem 73jährigen 'Mann den Schädel zertrümmerte, so daß er gleich darauf verstarb. S e l i g e n st a d t. Das Haus des Nikolaus Faulhaber, worin ein Spielwaaren - Geschäft betrieben wurde, brannte total nieder. Bei dem Brande sollen dem Eigenthümer, der mit seiner Familie bei einer Festlichkeit war, 1700 Mark in baar gestohlen worden sein. -Rn?ern. München. Hier ist im 64. Jahre Prof. Erwin Hanfstängel gestorben. Sein Leben war reich an großen künstlerischen Erfolgen auf dem Gebiete der Porträtphotographie. Der als vielfacher Millionär geltende bekannte Baumeister Trump ist in Concurs gerathen. Die Schulden belaufen sich auf etwa vier Millionen; 13 Häuser und ein Bauplatz bilden die Aktiva. Baarmittel sind nicht vorHanden. Augsburg. AuZ Schwermuth über - den vor einiger Zeit erfolgten Tod ihres Gatten stürzte sich Frau Justizrath Herzfelder aus dem Fenster und erlitt sckwere innere Verlekunaen'

Bayre'üih. Im Alter von 74 Jabren verstarb hier der Gründer und Besitzer der Nerven-Heilanstalt St. Gilgenberg Geh. Hosrath Dr. Falko. Er war weit über Deutschlands Grentn hinaus bekannt, fanden in seiner Anstalt doch Patienten aus den höchsten Ständen Aufnahme. r D a ch a u. Am steilen Karlsberge verunglückte der Bote Liebl von Wiedenzhausen mit seinem Fuhrwerke. Die Sperrkette brach und das Pferd ging durch, so daß bei der Curve am Fuße des Berges das mit Schweinen beladene Fuhrwerk an den Randstein geschleudert wurde, wodurch das Pferd schwer verletzt, der Wagen demolirt und einige Schweine getödtet wurden. Liebl selbst mußte schwerverwundet in das hiesige Krankenhaus gebracht werden. Ienhausen. Hier hat sich der 70 Jahre alte Wirthschaftsbesitzer Richstein mit seinem Jagdgewehr erschössen. Landsberg. Die Leiche des schon seit längerer Zeit abgängigen 48jährigen Sägers Benedikt Fäustle von hier wurde in der Nähe von Asch aus dem Wiesbache gezogen. Fäustle scheint in der Dunkelheit in den Fluß gerathen und ertrunken zu sein. S t a r n ö e t g. Eine wohlverdiente Ehrung wurde kürzlich dem Obersekretär a. D. Karl Schleusinger zutheil, der nicht weniger als 40 JaSre am hiesigen Amtsgericht gewirkt hat und für 60jährige Dienstleistung die Ehrenmünze des Ludwigsordens verliehen erhielt. u f f e n h e i m. Während der zweite hiesige Stadtpfarrer Schuhmann dieser Tage zu einer kranken Frau gegangen war, um ihr das Abendmahl zu reichen, schnitt sich seine Frau, osfenbar in einem Anfalle von Geistesumnachtung, mit dem Rasirmesser den Hals ab. Als der Pfarrer nach Hause kam, fand er seine Frau todt vor. Weiden. Im hiesigen Bahnhöfe wurde der Bahnarbeiter Georg Pretzl von einer Rangirmaschine erfaßt und getödtet. . Württemberg. Stuttgart. Stadtbaumeister Jrion konnte kürzlich auf eine 30jährige Amtsthätigkeit zurückblicken. Aus diesem Anlaß und in Anerkennung der großen Verdienste seines langjährigen Mitgliedes um die bauliche Entwicklung der Stadt hat der hiesige Baugewerkeverein den. Jubilar zum Ehrenmitglied des- Vereins ernannt. V i b e r a ch. Prof. Anton Bxaith. der hie in seinem Geburtsort gestorben ist, war als Thiermaler wohl bekannt. Braith wurde 1836 als armer Taglöhnerssohn geboren und' hat sich unter unsäalicben Mühen und Entbehrungen zum angesehenen Landschafter und beliebten ' Thiermaler emporgerungen. Göppingen. Buchhalter Frey von der hiesigen Landererschen Anstalt, ein Mann von etwa 50 Jahren, ist auf dem Wege von einer Wirthschaft in seine jenseits der Fils gelegene Wohnung in der Dunkelheit, als er seinen ihm vom Winde entrissenen Hut suchen wollte, in die angeschwollene Fils gestürzt und ertrunken. Nosenfeld. Kaufmann Schneckenburger hat sich auf dem hiesigen Kirchhof erschossen. Der Beweggrund der That ist unbekannt. S ch a l l st e t t e n. Kürzlich ist hier das große, zahlreiches Vieh und große Futtervorräthe enthaltende Viehhaus des Schulzenbauern Hagmaier vollständig niedergebrannt; das Vieb konnte gerettet werden. Wartyausen. In der hiesigen Kunstmühle von Robert Sträub brach Feuer aus. Trotzdem die hiesige und die zu Hülfe gerufene Biberacher Feuerwehr das Möglichste thaten, ist der umfangreiche Komplex vollständig niedergebrannt. Die Entstehungsursache wird auf das Warmlaufen eines Mahlganges zurückgeführt. 'Waden. Karlsruhe. Zugmeister Friebrich Schaufelberger, Rankestraße 2 hier wohnhaft, erlitt auf der Station Oos einen kleinen Renner von einer Lokomotive, den er gar nicht beachtete und der ihm auch, außer einer unbedeutenden Schürfung, gar nicht weiter auffiel. Es trat jedoch Blutvergiftung ein, und die Kunst des Arztes konnte den diensteifrigen Beamten nicht mehr retten; er starb nach kurzer Zeit. Allmannsweiler. Dem 16jährigen Schlosserlehrling Wilh. Binder wurde beim Abfeuern einer Pistole die rechte Hand zerschmettert, fo daß sie oberhalb des Handgelenks abgenommen werden mußte. Emmendingen. Im Alter von 7812 Jahren verstarb hier Reallehrer a. D. I. Adolph, ein in den weitesten Kreisen bekannter und beliebterMann. Derselbe war einer der drei letzten noch lebenden Gründer der hiesigen Sängerrunde" im Jahre 1837. Auch den hier in hoher Blüthe stehenden Arbeiterbildungsverein hat Adolph im Iahre 1863 ins Leben gerufen. Weit über ein Menschenalter war der Verstorbene hier als Lehrer thätig. Freudenberg. Letztens machte sich der 18 Jahre alte Steinhauer Hugo Ullrich an einer Pistole zu schaffen. , Der Schuß ging los und traf den 21jährigen Steinhauer Franz Schmitt in .die Lunge. Der Unglückliche, erlag nach einigen Tagen feiner schweren Verletzung.

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