Indiana Tribüne, Volume 28, Number 174, Indianapolis, Marion County, 16 March 1905 — Page 3

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-4fc Jndtana Tribune, 16. Marz löö K0 .

Reichskanzler

Erklärt Deutschlands Stellung zn den kricgsührcnden Parteien.

Kamps am Tie-Passe. Blutige Krawalle im Kau?asus.-Tcr deutsche Kaiser beim Botschafter Tower. Deutschlands Handelvcrhalmiß zu Amerika und England. Italien will seine Grenze gegen Oestereich bescstigen. Geplante Reise des spanischen Königs.

Deutschland. AuZdem Reichstage. Berlin. 15. März. In Beant. Wartung einer Resolution, welche die Regierung ersucht Elsaß-Lothrwgen eine selbstständige Vertretung im Reich' tage zu geben, sagte Kanzler v. Bü low heute im Reichstage, eS sei noth wendig die Ansichten aller BundeSftaaten darüber zu hören, denn die Befug nitz des Statthalters von Elsaß Lothringen einen Vertreter in den NundeZrath zu schicken, gebe thatsächlich Preußen eine Macht, welche die Konpi tution nicht berücksichtigt habe. Der Wunsch Elsaß.LothrlngenS eine selbst, ständige Vertretung im BundeSrathe zu haben, zeige die Stärke der Bande, welche diese Provinz mit dem Reiche verknüpften. Herr v. Vollmar (Soz.) kritisirte die Regierung wegen ihrer duldsamen Hal tung Rußland gegenüber beim Ankaufe deutscher Handelsschiffe und wegen der Ausweisung russischer Flüchtlinge. Der Kanzler bemerkte hierauf: Herr o. Vollmar. welcher ausländische Vor gänge sehr aufmerksam verfolgt, muß bemerkt haben, daß die franzözifchen Republikaner und die französischen De mokraten das Bündniß zwischen Ruß. land und Frankreich mit großer Sorgfält hüten. Die englischen Liberalen hegen den lebhasten Wunsch, daß zwischen Groß, britannien und Rußland gute Be Ziehungen herrschen mögen und Andere in anderen Ländern glauben, daß Rußlands Stellung als Großmacht die KriegSereigniffe und inneren Unruhen überdauern wird." Die Sozialdemokraten", fuhr der Kanzler fort, wünschen Krieg mit Rußland. Ich bedaure, sagen zu mögen, daß sie die Absicht haben, ein solche Feuer anzustiften und ihre Suppe darauf zu kochen. Herr von Vollmar spricht zum zweiten Male von der Abhängigkeit Deutschlands von Rußland, obgleich ich oft erklärt habe, daßwirvonRußland nicht abhängig sind und daß wir ihm nicht nachlaufen. Aber wir haben auch keine Ursache, unfreund lich gegen dieses Land zu sein, wie viele Personen eS wünschen." Bezüglich deS Verkaufes von Han delSschiffen an Rußland, bemerkte der Kanzler, beide kriegführende Parteien hätten zahlreiche Handelsschiffe, PrivatEigenthum von Neutralen, gekauft. Solche Geschäfte seien durch daö Vö'l. kerrecht nicht verboten. Wir find von beiden Seiten", sagte der Kanzler, getadelt worden. Von einer Seite wird behauptet, daß wir uns zu Rußland neigen, von der ande ren, daß wir wünschen, Rußland möge durch einen langen Krieg geschwächt werden. Eine Beschuldigung ist so unbegründet wie die andere. Beide Re gierungen wiffen, wie wir stehen. Ja pan weiß, daß e5 auf unsere strikte Neutralität zählen kann." HandelSverhältniß zu Amerika und Eng land. Berlin, 15. März. Die Au-. gestaltung des handelspolitischen Ver hältniffeS zwischen Deutschland und den Ver. Staaten, nachdem die Handels. Verträge mit den anderen Staaten un ter Dach und Fach gebracht worden find, beschäftigt in hervorragendem Maße alle hiesigen dabei interessirtm Kreise. Die Blätter betonen gegenüber New Jorker Meldungen anderer Auffassung, daß der zwischen Deutschland und Amerika bestehende sogenannte Gegen seitigkeitS.Vertrag spätestens Ende No vember dieses Jahres gekündigt werden müsse. Wenn bis zum März 1906 das wirthschaftliche Verhältniß zwischen den beiden Ländern nicht Vertrags mäßig geregelt worden sei, müsse den Ver. Staaten gegenüber der neue deutsche Generaltarif mit seinen hohen Zollsätzen in Krast treten. Zu einem Zollkrieg mit Amerika dürfte Deutschland aber um so weniger geneigt sein, als auch von anderer Seite Gefahr droht. Diese andere Seite rft die JiSkalresorm, mit welcher Joseph

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Chamberlain bekanntlich das britische Imperium beglücken will. Die kürz, lichen Debatten im britischen Unter hau? sind hier mit großer Aufmerksam keit verfolgt worden. Herr Chamber lain sagt, er betreibe die Campagne für Fiskalreform energischer denn je, und er werde den Engländern empfehlen, deutsche Produkte mit Einfuhrzöllen von fünfzehn bis zwanzig Prozent zu belegen. Wie aus Dresden heute mitgetheilt wird, hat der König den Justizminifter Dr. jur. Ott mit der Fortführung der heiklen Verhandlungen mit der Gräfin Montignoso betraut. Die Thatsache, daß der König den Justizminister zu seinem Spezialbevollmächtigten ernannt hat, kann wohl als Beweis dafür gel ten, daß er feine geschiedene Gattin in den weiteren Verhandlungen mit der ihrem Range gebührenden großen Rück sichtZnahme behandelt sehen will. DerttaiserbeiTower. Berlin, 15. März. Kaiser Wilhelm speiste heute bei Botschafter Tower und Gattin in deren Wohnung. ES waren weiter anwesend Kanzler v. Bülow, Gen. Graf Moltke, Gen. Graf Hohenau, Gen. v. Loewenfeld, Admi ral v. Tirpitz, Arnold v. Siemens, der amerikanische Gesandte nach Brüssel Towr.Send und Gattin, Generalkonsul Mason und die Mitglieder der Bot. chast mit ihren Frauen. Kranke Minister. Berlin, 15. März. Der preu. ßische Minister deS Innern, Freiherr von Hammerstein, und sein Kollege vom Ministerium der öffentlichen Ar betten, Generalmajor a. D. v. Budde, sind schwer erkrankt. Während der erstere an einem bösartigen Asthma leidet, ist letzterer von einem Darmleiden heimgesucht. Daß Herrn v. Budde's GesundheitS zustand viel zu wünschen übrig läßt. war bekannt und im Hinblick hierauf hatte der Kaiser ihn eingeladen,' an seiner Mittelmeerfahrt, die am 23. dS. ihren Ansang nehmen wird, theilzunehmen. Rev. Heischmann auf der Heimreise. Bremen, 15. März. ,-Der Pa. stor I. I. Heischmann von der deut schen evangelisch'lutherischen St. Petri Kirche in Brooklyn, der als Ehrengast des Kaisers der am 27. v. M. stattge. habten Einweihung des neuen Domes in Berlin beiwohnte, hat an Bord deS Norddeutschen Lloyddampfers Barba rossa" dke Heimreise angetreten. Rußland. Bauern-Revolte. Moskau, 15. März. Die Land, fitze des Großfürsten Michael Alexan drowitsch im Gauvernement Orel und deS ermordeten Großfürsten SergiuS im Dimitrow.Distrikte, nahe Moskau, wurden von der Landbevölkerung geplündert. Meutererbestraft. Warschau, 15. März. Reservigen. die zu Wolkowsk. Gouvernement Grodno, eine Verschwörung anzuzetteln versuchten, wurden vor ein Kreisgericht gestellt. Fünf wurden zum Tode verur theilt. Das Urtheil wurde am 13. März vollstreckt. Vier andere wurden zu lebenslänglichem Gefängnisse und 8 zu 20 Jahren Zwangsarbeit verur theilt. Man erwartet in Kürze die Mobil! firung des 15. und 19. Korps, die in Polen stehen. 2000 todte Armenier. St. Petersburg. 15. März. Privatnachrichten aus dem Kaukasus beweisen, daß die früheren Berichte über dortige Schreckensszenen nicht übertrieben waren. Die Armenier schürn die Zahl ihrer Todten auf 2000. Die Ernennung des Grafen Worontzoff . Daschkoff als General Gouverneur des Kaukasus wird günstig beurtheilt, da derselbe mit den dortigen Vtrhültnissen vertraut und geeignet ist, dem Blutvergießen ein Ende zu machen.

Der Tie-Patz

Von Japanern besitzt. Niutschwa ng, 16. Mürz. Die Japaner besetzten letzte Mitternacht den Tie-Paß. - VomTie. Passe. St. Petersburg. 15. März. Die Japaner machen anscheinend wieder Umgehungsbewegungen. Gen.Ren mnkamyf griff am 14. März eine japanische Abtheilung auf dem rechten Flügel an. In der Front haben fich die Japaner bis Mittag ruhig verhak ten. Der Zensor hat sein AmtZlokal nach Santovu, 8 Meilen nördlich vom Tie Passe verlegt. Neuer Oberbefehlshaber. St. Petersburg, 15. März. Um den Eifersüchteleien zwischen den j Heerführern ein Ende zu machen hat der Zar beschlossen, Großfürst Niko laus Nikolajowitch zum Oberbefehlshaber in der Mandschurei zu ernennen. Japanischer Angriff abgeschlagen. S a n t o p u , 15. März. Gestern kam eS 3 Meilen südlich vom Tie.Passe zu einem blutigen Gefechte. Die Russen schlugen den japanischen Angriff ab und drangen eine Strecke südlich. Die Japaner ließen 1000 Todte zurück. Amerikanisches Schiff gekapert. T o k i o, 15. März. Der amerikaNische Dampfer Tacoma wurde gestern von den Japanern gekapert. (Die Tacoma ging am 6. Januar mit einer Laduug gesalzenen Fleisches von Seattle nach Wladiwostock ab und lag nach den letzteu Nachrichten nördlich von Hakkaido im Eise fest.) Wladiwostock bald eisfrei. Tokio, 15. März. Man erwar tet, daß die Fahrstraßen zu Wladiwo stock bis zum 21. Mürz eisfrei find. Chinesen fügensich. T i e n t s i n, 15. Mürz. Nach einer Vereinbarung mit den Japanern wird der Dienst auf der Jinkau-Ku pangtse'Sinmintin-Bahn morgen wieder aufgenommen werden. Togo auf der Wacht. London, 16. Mürz. DaS Erscheinen von Admiral Togo's Flotte in dem Kurs, welchen Admiral Rojeft vensky nach Wladiwostock einschlagen müßte war die wichtigste Neuigkeit deS TageS. Man weiß nicht,- ob Togo selbst bei der Flotte ist. Der Korrespondent der Daily Matt", welcher die japanische Flotte bei ihrer Ankunft zu Singapore besuchte, fand die Offiziere sehr zurückhaltend. Zwei Offiziere suchten den japani schen Konsul an Land auf. Man glaubt, daß fie etwaige Nachrichten über Rojestvensky'S Bewegungen holen woll' ten, andern Zweck schien der ganze Besuch nicht zu haben. Da Wladiwostock bald eisfrei wird. muß sich RojestvenSky über seine Zwecke in's Klare kommen. L o n d o n, 16. März. Eine Depe sche von Singapore meldet die Abfahrt der japanischen Flotte. Ausländer getödtet. S a n t a p u (15 Meilen nördlich vom Tie.Passe), 15. März. Es geht das Gerücht, daß feit der Räumung MukdenS durch die Russen 80 Auslän. der von Chinesen getödtet wurden. Unter den Getödteten soll fich auch Richard . Little, Correspondent der Chicago Daily NewS", befinden. (Herr Little hat inzwischen an die Chicago Daily NewS .telegraphirt,' daß er von den Japanern gefangen wurde und nach Kobe gebracht werden wird.) Türkei. K r i e g S w o I k e n. Konstantinopel, 15. März Die seit Jabr und Tag über dem Bal kan hängenden Wetterwolken ballen fich immer dichter zusammen. Ein Krieg zwischen Bulgarien und der Türkei scheint unvermeidlich. Der Sultan macht seine Armee in größter Eile mo bil und der drohende Konflikt dürfte mit der für Anfang des nächsten Mo nats prophezeiteu neuen Erhebung der Madeconier beginnen. Der österreichische Botschafter in Konstantinopel hat der Pforte heute eine Note übermittelt, in welcher er ver langt, daß das österreichische Protekto rat über die Katholiken in der europäi scheu Türkei anerkannt und den drei Hundert ögerreichisch-ungarischen Schu len dieselben Vergünstigungen gewährt werden sollen, wie den amerikanischen in Kleinasien.

Großbritannien.

Sturm. L on d o-n, 15. Mürz. Ein hesti. ger Sturm herrschte lrtzte Nacht an der irischen und englischen Küste, der viele SchiffSunfälle verursacyte. Das britische Schiff Kybber ging an der Küste von CornwalliS in Trümmer; 23 Leute der Bemannung ertranken, 3 wurden gerettet. Im nördlichen Theil von Irland wurde großer Sachschaden angerichtet. Die telegraphische Verbindung zwischen London und vielen Küftenorten ist unterbrochen. Die Königin, welche ge stern nach Portugal abfahren wollte, hat ihre Reise bis morgen verschoben. Oesterreich'Ungarn. D i e R e o r g a n i s i r u n g des Ministeriums Gautsch. Wien. 15. März. Als nahe bevorstehend ist die Reorganisirung des Ministeriums Gautsch anzusehen. Hie sige Blätter singnalisiren heute denEin tritt des ObmannS der deutschen Volks Partei, Dr. Derschotta, des' Polen v. Bilinöki und des Tschechen Pacak in das Ministerium. Mit diesen neuen Mit gliedern würden die maßgebenden Völ kerstämme der schwarz,gelben Monarchie in dem Ministerium Vertreter haben, und im Gegensatz zu dem Ministerium Körber, das einen reinen Beamtencharakter hatte,., wird das Ministerium Gautsch auf der Basis eines Ausgleichs zwischen den verschiedenen Nationalitü ten stehen. Italienische Befestigungen. Wien, 15. Mürz. Der römische Bericht, daß der italienische Kriegsminister von der Deputirtenkammer $40,000,000 verlangen will, um die östliche und die nördliche Grenze zu befestigen, wird hier vielfach besprochen. Der Plan wird als Beweis des wachsenden Mißtrauens Italiens gegen Oester reich und als Resultat deS abnehmen den Einflusses Rußlands auf der BalkanHalbinsel angesehen. Ein Beam ter deS Auswärtigen AmteS sagte dem Vertreter der Ass. Presse: Oesterreich sieht mit Bedauern diese Kundgebung deS Mißtrauens Italiens gegen österreichische Absichten, aber wenn Italien Befriedigung darin fin det, große Summen für Grenzbefesti gungen auszugeben mit dem Resultat, daß das Sicherheitsgefühl Italiens erhöht und die Möglichkeit von Mißver. ständnissen und Reibungen vermindert wird, so wird das Vorgehen nicht ohne Nutzen für beide Länder fein." Spanien. König wird reisen. Madrid, 15. März. Der Mini ster des Auswärtigen kündigte an, daß König AlfonS Paris und London be suchen wird. Italien. Auftrag zurückgezogen. R o m, 15. März. In Folge ein gelaufener Beschwerden hat der Vatican den Auftrag an Msgr. Vroderick, die amerikanischen Bischöfe zu erhöhter Sammlung des PeterSpfennigS zu veranlassen, zurückgezogen. Indien. Japanische Kreuzer. Singapore, 15. März. Die japanischen Kreuzer Kasagi und Chitoz kamen mit den Hilfskreuzern Jawata und America hier an. Frau Stanford'S Leiche. Honolulu, Hawaii, 15. Mürz. Nach entsprechenden Feierlichkeiten in der Kongregationalisten-Kirche wurde die Leiche Frau Stanford'S unter ftarker Theilnahme hiesiger hervorragender Bürger auf den Dampfer Alameda ge bracht. Derselbe ging alsbald nach San Francisco ab. Jnaugurationskoften. Washington, 15. März.. DaS JnaugurationS-Comite hielt heule eine Sitzung ab, wahrscheinlich die letzte. DaS Finanz.Comite berichtete, daß nach Bezahlung der Ausgaben ein Ueberschuß von $66,0C0 vorhanden sei, wovon den Unterzeichnern des Garantie.Fonds S62.380 zurückbezahlt werden sollen. Neuer Geyser. St. Paul, Minn., 15. März. Im Jellowstone Park ist ein neuer Geyser entstanden, dem der Name .Skyrocket- gegeben wurde. Frazier nominirt. Nash ville, Tenn., 15. März. Gouverneur Frazier wurde heute vom demokratischen CaucuS für den Sitz im Bundessenate nominirt, der durch W. B. Bateö' Tod erledigt wurde.

Vom Auslande.

N i ch t n u r f ü r d e n D e u tschen, sondern auch für den Engländer unaussprechliche Ortnamen findet man in Wales, ellenlange Namen, in denen fast das ganze Alphabet vor kommt. Ein solcher Ort spielte kürzlich in einem Prozesse eine Rolle. Die Anwälte nannten den Ort Llanfair, und als der Richter, -der Wales zu kennen scheint, nach dem wirklichen Namen des Ortes fragte, ward ihm der folgende Name aufgeschrieben: Llanfairpwllgwyngyllllgogerychwyr ndrobwlllltysiliogogogoch". In Wales ist der Ort als Tlie Englishraan's jawbreaker" bekannt. Mit beispielloser Verwegenheit wurde, wie aus Odessa berichtet wird, versucht, die Kasse einer dortigen Großhandelsfirma zu berauben. Gegen Mitternacht drang eine Räuberbande, die dem Anschein nach aus mindestens sechs Personen bestand, in das Comptoir der bekannten Odessaer Firma Jubers. Die Räume l.egen mitten in der Stadt und werden des Nachts von drei Wächtern bewacht. Die Räuber überwältigten die Wachleute nach verzweifelter Gegenwehr und erwürgten sie. Darauf versuchten sie, den Geldschrank zu sprengen. wurden aber, ehe sie ihr Vorhaben ausführen konnten, durch eine auf das Geräusch herbeigeeilte Militär - Patrouille verscheucht. Bei der Durchsuchung der Geschäftsräume fand man dann die verstümmelten Leichen der Wächter. Den Mördern gelang es, zu entkommen, und bis jetzt fehlt noch jede Spur von ihnen. DurchdieKrankheitdes Prinzen Eitel Friedrich ist ein Potsdamer Geschäftsmann recht empfindlich geschädigt worden. Er ist der Inhaber eines Kellers, der in einem Hause der Schloßstraße, unmittelbar neben dem Kabinettshause belegen ist. Er betreibt darin einen Bierverlag mit Viktualiengeschäft und Speisewirthschaft und erfreute sich bisher einer zahlreichen Kundschaft. Um nun Vt Ruhe des erkrankten Prinzen nicht zu stören, wurde die Schloßstraße zuerst nur für den Wagenverkehr gersperrt. Ais aber eines Tages einige Leute sich direkt unter dem Fenster des Krankenzimmers läut unterhielten, wurde auf Veranlassung der Kaiserin die Schloßstraße auch auf der Seite, auf der das Kabinettshaus liegt, für den Fußgängerverkehr gesperrt. Der Gesch'äftskeller des Händlers lag nun inmitten 'dieser Sperre, und die Folge davon war, daß die Kunden des Händlers nur noch mit besonderer polizeilicher Erlaubniß zu ihm kommen konnten. Sie blieben 'bei dieser Controlle schließlich fast ganz aus, so daß der Geschäftsmann eines Tages eine Einnahme von 20 Pfennig hatte. Eine Beschwerde bei der Polizei hatte den Erfolg, daß ihm gesagt wurde, er müsse sich schon aus Patriotismus die Sperre gefallen lassen. Da er aber nicht gut auf die ihm entgangene Einnahme verzichten kann, will er jetzt weitere Schritte thun, um für den Ausfall Schadenersatz zu erhalten. EinBanditen st reich von außergewöhnlicher Frechheit wurde an einem der jungst vergangenen Abende in einem Hause in der Avenue de la Toison d'Or zu Brüssel verübt. In dem betreffenden Hause, dessen Bewohner momentan an der.Riviera weilen, wohnt ein braver Hausdiener mit seiner Frau und einem LLjährigenSohne. Am Abend stellten sich nun drei Kerle ein, gaben sich für Geheimpolizisten aus und erklärten, mit einer Haussuchung betraut zu sein, da der Hausdiener unter Anklage stehe, falsches Geld in Umlauf gesetzt zu haben. Auf den Protest der Frau, die die Thür geöffnet, antworteten sie, indem sie die Frau an Händen und Füßen banden; dasselbe Loos ereilte den hinzukommenden Sohn und den Vater. Nachdem so die ganze Familie unschädlich gemacht worden war, begaben sich die Banditen an die Arbeit. Sie stöberten alles aus, aber war ihnen unmöglich, den Geldschrank zu öffnen. Darauf begab sich einer der Helden zu seiner Wohnung, um andereBrecheisen zu ho!en, und feine Kumpane überwachten unterdessen die drei geknebelten Personen, die sie, um sie gegen die Kälte zu schützen, mit Wolldecken zugedeckt hatten. Das sollte ihnen Verdejbrnß bringen. Unter seiner Decke gelang es dem Hausdiener, seine Bande zu lösen, und da sich die Diebe mit Zeitungslesen die Zeit vertrieben und ihn unbeachtet ließen, richtete er sich plötzlich auf und wars dem einen der unliebsamen Wächter eine Petroleumlampe an den Kopf. Verwundet machte sich dieser schleunigst aus dem Staube. Nun machte der Hausdiener seine Frau frei und diese sHrie am Fenster um Hilfe. Eine herbeigeeilte riesenstarke Frau entwaffnete den anderen Banditen, der unterdessen auch versucht hatte, zu entkommen, und er wurde dingfest gemacht. In seiner Tasche fand man ein Retourbillet von Ostende. Jnfolgedessen wurden sofort alle Bahnhöfe benachricktigt. und .wirklich arretirte man einige Stunden später auch den durch die Lampe verwundeten Vanditen am Nordbahnhofe, als er seinen Gepäckschein holen wollte. Des dritten ist man nicht habhaft geworden. . Die Verhafteten hüllen sich in tiefesSchweigen. Man glaubt, es seien Franzosen und Mitglieder einer' internationalen Verbreckerbande.

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