Indiana Tribüne, Volume 28, Number 173, Indianapolis, Marion County, 15 March 1905 — Page 7
Jndiana Tribun 13 März 1905.
7
Im A5anöpfe mit Sem Schicksal. 5!oman von Lilas tt. Hocking, übersetzt oon Treumann-Koner.
Fortsetzung. 3äi)le lieber die ZZuchlem mcyr, vevor sie ausgebrütet sind," sagte Hans lachend. Aber das sage ich Dir, Richard, wenn ich noch mal nach London gehe, so kommst Du mit!" O, Hans, ich sollte sie mit meinen eigenen Augen sehen, die erlauchten Führer des geistigen Lebens " Um vielleicht enttäuscht zu wer den," warf Hans trocken ein. Ach Du bist ein gescheiter Mensch. aber Du bast keine Vbantasie!" Und Du hast zu viel davon," lachte Hans. So wurde denn der Gärtnerdursche in einen Gentleman verwandelt, und die Leute nannten ihn fortan, den Herrn Rentamts - Sekretär. Die Arbeit war die eines mittleren KanzleiBeamten, und das Jahresgehalt betrug achtzig Pfund Sterling. Die Begriffe von Einkommen und Stellung sind relativ, und in den Augen von ganz Polduly war Hans, jetzt zu den Honoratioren aufgerückt, mit Harrer und Schulmeister auf gleiche Stufe gelangt. Und nicht nur das. Herr Teague war alt, und so konnte es leicht kommen, daß Hans der Nachfol ger seines Chefs wurde. Und das besagte sehr viel für die Pächter in Polduly, denn der Rentmeister war eine allgewaltige Persönlichkeit, wichtiger fast noch, als der Baron selbst. Hans fand die Obliegenheiten seinp - .neuen Amtes durchaus nicht styu?. Jr hatte Briefe zu kopiren, Rechnungen und Quittungen auszuschreiben und ein paar einfache Kontobücher zu führen. Die Arbeit war so wenig anstrengend, daß er sich nach beendeter Dienstzeit frisch genug fühlte, um in gewohnter Weife die Abendstunden unter Richards oder Regonings Leitung seinen Studien zu widmen. Fünfundzwanzigstes Kapitel. Eine aufregende Enthül l u n g. Hans hatte sich bald das Herz seines neuen Vorgesetzten erobert. Er war ein guter Zuhörer und der Rentmeister ein sehr redseliger alter Herr, der, als er merkte, daß Hans völlig unwissend in Bezug auf die Trehernefche Familienchronik war, es sich angelegen sein ließ, ihn gründlich über den Stammbaum und die geschichtliche Bedeutung des alten Adelsgeschlechts zu belehren. Hans hatte im Grunde wenig Interesse für diese weitschweifigen Erzählungen aus grauer Vergangenheit. Er war von aufrichtiger Verehrung für den edlen Baron und dessen Oheim, den gutherzigen Pastor von ' St. Denvers, erfüllt, aber die lange Ahnenreihe, deren Gebeine in den Familiengrüften des , Stammgutes ruhten, war ihm ziemlich gleichgiltig, und ob die Trehernes mit Wilhelm dem Eroberer in's Land gekommen oder deren Vorfahren schon vor dessen Ueberfall darin ansässig gewesen, dafür hatte er vollends nur ein höchst mangelhaftes Verständniß. Sobald -jedoch die Rede auf die Jetztzeit kam, war Hans ganz Ohr und lauschte den Erzählungen des gesprächigen RentMeisters mit lebhafter Theilnahme. Mehrmals hörte er ihn auch das traurige Ereigniß beklagen, das die Kinderlosigkeit des Barons George verursacht habe. Ein Eingehen hierauf schien Herr Teague aber nicht für nöthig zu halten, vermuthlich weil er Hans darüber unterrichtet glaubte. Schließlich es war etwa zwei Monate nach seinem Dienstantritt sagte Hans einmal geradezu: Sie trauen mir mehr Kenntnisse zu, als ich besitze. Was war denn das mit dem einzigen Kinde des gnädigen Herrn?" W as? Sie wissen wirklich nickits davon? Wie merkwürdig. Ja so, ich vergaß, daß Sie hier fremd sind, und daß die Leute schließlich von allem, und sei es das Außerordentlichste, mal aufhören zu reden." Und dies Außerordentliche bitte, was war es?" Geduld. Ich komme schon darauf. Also der Herr Baron und die gnädige Frau waren schon fünf Jahre lang verheirathet, bevor ihnen ein Kindchen bescheert wurde. Der Herr Baron hatte sich so sehr einen Sohn - gewünscht, als ihm aber dann die Nachricht gemeldet ward, seine Gemahlin habe einer Tochter das Leben gegeben, da wurde er ganz wild, und viele meinen, wie auch er selbst, davon sei das ganze Unglück hergekommen. Es fei eine Strafe gewesen, sagten auch einiqe. wegen seines Undanks." Eine Strafe, wieso?" Hören Sie nur weiter. Nämlich, der Förster hatte gerade einen Zigeuner, den er beim Wilddiebstahl gefaßt, vor den Baron gebracht, und der gnädige Herr, der sonst wohl den winfeinden Burschen mit ein paar Hieben hätte davon kommen lassen, gab in der bitterbösen Stimmung, in die ihn die Meldung seiner vereitelten Hoffnung auf einen Sohn versetzt hatte, sofort den Befehl, den Zigeuner zur Polizei abzuführen. Und das fiel sehr übel für den Wilddieb aus, denn der Unttrsuchunasrichter stellte teil, daß der Arrestant ein von der Polizei gesuchUz schwerer Einbrecher war. Er bekam denn auch siebzehn Jahre
Zwangsarbeit und sitzt jawohl heme noch in der Strafanstalt Aber die Geschichte, Sie sprachen von dem Kind." So hören Sie doch nuV. Die Kleine war zwei Jahre alt, da verschwand sie plötzlich auf geheimniß-
volle Weise." Also dasKind ist nicht gestorden?' Gestorben oder auch nicht. Niemand weiß es. An d:m Unglückstag waren die Herrschaften auf emen Tag verreist. Das Dienstpersonal hatte sich einen vergnügten Tag gemacht und eine kleine gemeinschaftliche Partie nach dem Strandgehölz unternommen. Auch das Kindermädchen wollte nicht zurückbleiben und nahm die kleine Paullne mit. Das Kind war sehr munter und trippelte herum, ohne daß die Gesellschaft sich sonderlich darum kümmerte. Als man zu Hause anlangte, war die Kleine nicht mehr da. Alles Suchen nützte Nichts. Die bestürzten Mädchen beschuldigten eine die andere. Das Kindermädchen wollte emem der Hausmädchen das Kind in Obhut gegeben haben, diese meinte, die Kochm sei zuletzt mit der Kleinen gegangen, und als die Herrschaft kam, war die Verwirrung so groß, daß Niemand mehr einen klaren Bericht eben konnte. Das Kindermadchen, das schon seit einiger Zeit Spuren von Nervosität gezeigt hatte, verlor vollends den Verstand, und sie mußte in ein Irrenhaus gebracht werden, wo sie heute noch ist. Die verschiedensten Muthmaßungen wurden natürlich aufgestellt. Das Kind konnte sich bis an den Strand verirrt haben und ertrunken fein. Es wurde auch für möglich gehalten, daß die Kleine in einen Kaninchenbau gestürzt und unter dem nachstürzenden Sand verschüttet worden war. Sehr phantasievolle Leute hatten die Idee, daß das Kindermädchen in plötzlichem Wahnsinn ihre kleine Pflegebefohlene umgebracht und dann beseitigt habe. Der Baron aber schüttelte zu allem den Kopf. Er brachte das Unglück sofort mit der Verhaftung jenes jungen Zigeuners in Zusammenhang, den er m der Stunde d:r Geburt semes Kindes zur Strafe gebracht hatte. Er glaubt, daß dessen Sippschaft ihm aus Rache das Kind geraubt hat. Und die Ercebnißlosigkeit der Nachforschungen bestärkte feinen Verdacht. Zwar wurde binnen einiger Zeit eine Kindesleiche aus dem Meer gefischt. Aber es ließ sich feststellen, obschon dieselbe bereits unkenntlich war, daß das Muttermal fehlte." Das Kind hatte ein Mal. Wie sah es aus?" Wie eine kleine Traube, es war ein ganz merkwürdiges Gebilde, und 'der Baron weiß auch, aus wie vielen perlgroßen Punkten es besteht. Sollte sie je gefunden werden, so wäre das Mal- ein untrüglicher Jdentitätsbeweis." Hofft der Baron, sie noch wieder zusinden?" Ich weiß nicht, ob er es hofft, oder ob er es fürchtet. Da hat sich mal ein altts Zioeunerweib an ihn gedrängt, als er aus der Hausthür trat, und ihm in Bezug auf fein verlorenes Kind allerlei unheimliche Geschichten prophezoit, die ihn den Tag verfluchen lassen würden, an dem es geboren wurde." Aber der Baron wird doch auf das Gefasel eines solchen alten Weibes sei nen Werth legen?" Wer weiß. Ich glaube, es würde zu seiner Beruhigung dienen, wenn er sicher wüßte, daß sein Kind todt ist." Wieso?" , Können Sie sich denn nicht denken, zu welchen Befürchtungen da Raum gelassen ist?" Nein. Was sollten das für B fürcötungen sein?" Der ??all liegt doch nahe, daß die kleine Baronesse, wenn sie wirklich von Zigeunern gestohlen wurde, als uncivilisirte Landstreicherin bei ihnen aufaewachsen Ware. Dem Unglück ließe sich doch durch Ernebuna noch abhelfen. Aber, wenn sie inzwischen schon erwachsen wäre, hätte sie vielleicht iraend einen verlumpten Zigeuner ge heirathet, und falls sie mit solchen Menschen, wohl gar Kindern dereinst auftauchte, um ihre Rechte geltend zu machen um Himmels willen, wa ist .bnen?" Hans war von seinem Sitz empor . . i t -m c . V geschnellt und stand iietoeoietcn uno an allen Gliedern zitternd vor dem alten Herrn. So sprechen Sie doch," sagte die ser bestürzt. Sie sehen ja aus wie der Tod!" Bitte, lassen Sie mich darf ich etwas Luft schöp en?" Und zur Thür hinausstürzend, 1 - . . 1 1p CVw.t irnml 11rf TVw xanuic ci ui ut.v.vein. dem Meere zu. Er konnte seiner Erregung nicht anders Herr werden, als durch athemlosen Lauf dem Winde entgegen, der ihm die Schläfen kühlte. Er wußte iekt alles. Wie mit einem Zauberschlage war der Schleier vor r . ! T V JT- 1 ' C 1tu. 1 einem eoainiß zellliieu. uuvci standene Andeutunaen. flllcktiae Ein drücke fiiafcn fick zu einer Reibenfolae klarer Gedanken. Auf dem felsigen Gestade der Bucht warf er sich zu Bo den und versuckte den Sturm in sei inem innern so weit zu besckwichtiaen um die nöthigen Schritte zu überlegen. Er begriff zetzt den Smn des ie fpräches zwischen Banfyld und Laza rus, das ihn vor lang: Jahren ver folat Katte. Er wunte. was damit ae meint war: Die Erbin der altadliaen
Sippe ein Zigeunerwetd, mit Zigeunersprößlingen gesegnet!" Und
wenn unser Willy wird erlost sem aus der langen Gefangenschaft, da krieat er ein Mädel mit Auaen so hell und blau wie der Himmel!" Kein Zweifel! Daher also war Gemma so anders und sah kemem der Zigeunerlinder ahnlich. Und daß sie mit solcher Rücksicht behandelt, so ängstlich behütet wurde, war auch erklärt. Von ihrem kostbaren Leben hing die Rache ab der Banfyld's Rache! Er durchschaute den ganzen teuflischen Plan. Gemma war aufgespart bis zur Freilassung des Sträflings Willy Banfyld, sie sollte mft diesem verhei rathet und als Mutter semer Kinder ihrem Vater zugeführt werden! Du weißt, was wir vorhaben." Hans erinnerte sich jetzt wieder genau der Worte: Dagegen sind Todesqualen nichts für Den." Als Hans aufstand, hatte er alles bedacht. Und Er? Seine Hoffnung war vernichtet. Gemma, das Ziaeunerkind.. hätte er den Banfvld's mögllcoerwelje nocy enireiiZen rönnen für sich. Die Tochter und Erbin des Barons Treherne war ihm so unerreichbar, wie einer der Sterne am Himmel droben. Wie aber," flüsterte eine leise Stimme in ihm,wenn Du vorläufig Dein Geheimniß für Dich behieltest? Du könntest sie erretten, selber heirathen und dann ein annehmbarerer Schwiegersohn als der Willy Banfyld wärest Du immerhin für den Baron." Pfui, hatte er das wirklich gedacht? Indessen wenn er auch solcher Handlung nicht fähig war, brauchte er deshalb sem Leben zu wagen? Wenn sein Plan gelang und er Gemma befreite, sie vor der Rache der Banfyld's rettete, so war er keinen Augenblick vor deren Mordanschlagen stcyer. Was sollte er thun? Nichts? Den Dingen ihren Lauf lassen? Unmöglich, nach allem, was er letzt wußte! Etwas mußte geschehen, und nur er konnte es thun. In qualvoller Unruhe wanderte er am Rande der Klippen hin und her. Ein Boot schaukelte auf der Fluty. Es lag rn der Bucht vor Anker, und drei Fischer mit dem Ausbessern ihrer Netze beschäftigt, saßen darin und sangen bei ihrer Arbeit ein frommes Lied. Hans horchte auf die Melodie war ihm bekannt. Er kletterte etwas den Abhang der Klippe hinab, und nun vernahm er auch die Worte: Dem Herren mußt du trauen. Wenn dir's soll wohl ergehn, Auf sein Werk mußt du fcbauen. Wenn dein Werk soll bestehn!" Nie wunte Sans aenau. ob wirkttck die in jener Strophe enthaltene Mahnung iyn oettimmt hatte, do cyvon seinem Zaudern befreite sie ihn. Bon oem Äugenviicl an hatte er erkannt, was ihm oblag. Zu Herrn Teague zurückgekehrt, berichtete er alles, was er wußte. Der alte Herr war zuerst kaum im Stande, das Ungeheuerliche zu fassen. Und was meinen Sie, was ich thun soll?" fragte Hans schließlich. Sind Sie Ihrer Sacke aam sicher?" ' " " Entschieden." , Haben Sie Ihren Arm gesehen?" Nein." Darauf kommt es vor allen Dingen an." Allerdings." Wir wollen vorläufig dem Baron noch nichts sagen. Erst müssen wir Gewißheit haben. Wenn wir ih,: einweihten und wir wären dann doch auf falscher Fährte, es könnte sein Tod sein." Ich füge mich ganz Ihrer Einsich)," erwiderte Hans. Nun denn, so begeben Sie sich morgen auf die Reise. Ich werde Sie mit dem nöthigen Gelde versehen. ErMitteln müssen Sie das Mädchen, und wenn Sie es gefunden haben, vergewissern Sie sich des Muttermals. Und haben Sie das Zeichen gesehen, so daß kein Zweifel möglich ist, so suchen Sie, mit ihr zu entkommen. Sie sind schlau genug, einen Fluchtplan zu entwerfen. Die Polizei lassen Sie nur aus dem Spiele, die könnte durch Unaesckicklickkeit alles verderben. Und dann Beweise haben wir ja nicht, daß das Kind wirklich gestohlen wurde." Hans nickte zustimmend. Gut also. Gehen Sie nach Hause und rüsten Sie fick zur Reise " Am nächsten Morgen saß Hans auf der Bahn nach Plymouth. Er wußte, daß er vor dn größten Krisis seines Lebens stand. SechZundzwanzizsteZ Kapitel. lZchwierigeSuche und kein Erfolg. Drei Tage irrte Hans in den Zigeunerquartieren von Plymouth umher, ohne etwas anderes zu erfahren, als daß Niemand mehr da war. Kein einziger schien von dem allgemeinen Sommerauszua zurückgeblieben zu sein. Er hatte gehofft, irgend einen Anhalt für seine Nachforschungen zu ziwmnen, doch selbst der Name Ban fyld schien hier nicht mehr bekannt zu sein. Er war rathlos. Wohin sollte er sich wenden? Nach einer Nomadenfamilie das Land durchsuchen, ohne zu wissen, ob sie nach Nord oder Süd, ostwärts oder gen Westen gezogen? Da kam ihm ein rettender Gedanke. Als er vor sechszehn Monaten in Ply mouth gewesen, hatte ein junger Bur sche ihm gesagt, daß ein Sohn Ban fvld's in Vortland eine Tn'
Zuchthausstrafe verbüßte und die Sei-
mgen, um rn semer Nahe zu sein, ihren Aufenthalt in der Grafschaft Dorset genommen hatten. AllerWahrschemlichkeit nach waren sie also auch in diesem Sommer dorthin gezogen. Als er im Coupe saß. schalt er sich einmal über das andere den größten Dummkopf der Welt. Nicht gleich zu wissen, daß dieser Sträfling aus dem alten Zigeunergeschlecht der Vanfyld's und Gemma's Prinz ein und dieselbe Persönlichkeit war! Lange durfte er freilich nicht bei solchen Selbstanklagen verweilen, denn es galt nunmehr, alle Verstandeskräfte zu sammeln und keine Zeit zu verlieren. Er sagte sich. daß die Eheleute Banfyld alles daran setzen wurden, die geplante Henath zu beschleunigen. Daß Gemma noch ein halbes Kind war, würden sie nicht in Betracht ziehen. Vor der Vollziehung des Racheaktes mußte jede sentimentale Rücksicht schweigen. Freilich glaubte er geHort zu haben, daß die Strafzeit des jungen Banfyld erst in zwei Jahren ablief, indessen war ihm ja bekannt, daß ein Sträfling durch gute Führung eine Abkürzung seiner Gefangenschaft erwirken kann. So war der Fall nicht ausgeschlossen, daß Willy Banfyld sich zur Zeit schon in Freiheit befand. Kine furchtbare Anast erarikf 5ans. als er diese Möglichkeit in's Auge faßte. Die neue Wendung der Dinge hatte seine alte Liebe zu Gemma wieder in den Vordergrund seines Daseins aeruckt. Beständig umschwebte ihn tfr Bild wie in der ersten Zeit seiner Trennung v5n ihr. Und nun gesellte sich zu dem schmerzlichen Berzicht auf sie die Furcht, daß sie, kaum der -Kindheit entwachsen, in so zartem Alter zur Ehe mit einem ungeliebten rohen Menschen gezwungen werden sollte, der noch einmal so alt war, wie sie. Verloren war sie für ihn so wie so, als Tochter des Barons George Treherne, wie als Weib des entlassenen Zuchthäuslers. Und doch welcher Unterschied! Auf der emen Seite drohte ihr ein elendes, qualvolles Leben, auf der anderen winkte ihr die Sphäre, der sie von Geburt angehörte Wohlleben und Erfüllung aller Wunsche, die sie von zeher gehegt hatte. Sie wurde schone Sachen m Fülle haben, ein festes, mit jedem Luxus ausgestattetes Heim, und vor allem das beste die Liebe einer Mutter wurde sie kennen lernen und die Güte eines zärtlichen Vaters. Ich hatte mrr's auf andere Weise erträumt, sie glücklich zu machen," dachte er bei sich. Doch besser so. Ich werde sie vielleicht ab und zu sehen, und sie glücklich und zufrieden zu wissen, muß mn genügen. Mit solchem Zuspruch suchte er sich für seine Aufgabe zu stärken. Einige Taae zoq er in Dorset umher, ohne jedoch eine Spur der Familie Banfyld zu entdecken. . Von Weymouth wanderte er landeinwärts, immer in die ödesten, abgelegensten Gegenden, wie die Zigeuner sie zum Kampiren gern Wählen. Endlich gelangte er eines Abends vor ein Zigeunerlager. Die Leute hatten sich um ihr Feuer versammelt, über dem ein großer Kessel bing. Hans näherte sich vorsichtig so weit, um in ihre vom Feuerschein beleuchteten Gesichter zu spähen. Doch kannte er keines. Er wendete sich schließlich an einen alteren Mann, der auf der Deichsel des großen Wagens faß und rauchte. Er fragte nach einem gewissen Rakestraw natürlich ein erdichteter Name der Pächter in jener' Gegend sei. Kenne ich nicht," lautete die mürrische Antwort. - ' Seid Ihr hier herum bekannt?" Ziemlich." Ein mißtrauischer Blick streifte den Frager. Hm; wo dieser Pächter Rakestraw wohnt, könnt Ihr mir also nicht sagen?" Nein, hörte den Namen noch im Leben nicht." Nun, dann muß ich falsch berichtet sein. Danke schön." Am nächsten Morgen fand er sich wieder an der Stelle ein, doch waren die Zelte schon abgebrochen, und er sah nur noch, wie der Zug mit den Wagen sich in der Ferne fortbewegte. Er verfolgte den Trupp ein paar Stunden Wegs, bis derselbe zur Mittagsrast Halt machten. Einige Kinder und ein großer Wächterhund blieben bei den Wagen, während die erwachsenen Leute sich mit ihren Bürsten, Mqtten und Drahtarbeiten beluden und in verschiedenen Richtungen abwanderten. Hans richtete diesmal sein Augenmerk auf ein junges Mädchen, und 'er hatte sich nicht in der Annahme verrechnet, daß er das weibliche Geschlecht zugänglicher und mittheilsamer als die Männer finden würde. Erlauben Sie," redete er sie an, da sie oerade im Begriff war, einen Heckensteg zu erklimmen. Sie haben ein so schweres Bündel, daß zwei daicn zu tragen hätten." Das Mädchen lächelte und nahm dankbar die ihr gebotene Hilfe an. Es geschah wohl nicht oft, daß ein hübscher junger Mann ihr so höflich fokegnete. (Fortsetzung solgl.) . Abgeholfen. Arzt (bei der Rekrutenaushebung): Haben Sie sonst noch Fehler? StellungspflichtiaVr (kläglich): Ja, eine zu kurze Brust. Arzt: Ziehen Sie eine längere Weste iin.
Allerlei siir'S HM. Blume nfärben. Wenig bekannt ist es, daß man das Färben vou z. B. weißen Hyazinthen in Gläsern, aber auch von abgeschnittenen Blumen, wie Astern, Nelken usw. selbst in der Hand hat. Man fügt nämlich dem Wasser etwas Anilinfarbe hinzu, und die Blume wird darauf nach und nach den gewünschten Farbenton annehme?. Marmor und Holz. Um Marmor auf Holz zu befestigen, mache man durch Hineinschütten von fein pulverisirtem Gips in Wasser (nicht umgekehrt) einen dünnen Brei, rühre diesen schnell, ehe er fest wird, in gleichfalls dünnflüssigen Tischlerleim und bestreiche damit den Marmorgegensiand, den man danach fest auf den Holzuntersatz aufdrückt. Man beschwere das Ganze und lasse es einige Tage trocknen. Mauser der Hühner. Bei der Mauser der Hühner, d. h. bei der jährlichen Erneuerung ihres Federkleides gehen massenhaft mineralische Nährstoffe verloren, die zum Aufbau der ausfallenden Federn dienten, und Nährstoffe werden in recht erheblichem Umfange für die Neubefiederung erforderlich. In der ganzen Zeit der Mauser tritt weiter ein fieberhaft krankhafter Zustand des Huhnes ein, der ein Warmhalten der Thiere und eine geeignete Ernährung verlangt. Da aber die .l?.ier-Produktion der Hühner vor der Zauser aufhört und erst
eine längere Zeit danach wieder beginnt, so meint mancher Geflügelhalter fälschlich, es sei auch, den Grundsatz von Leistung und Gegenleistung beobachtend, überflüssig, daß man die Hühner vor, während und nach der Mauser mit Futter reichlich versorge und auf eine geeignete Zusammenfiellung des Futters große Sorgfalt verwende. Manch' einer wundert sich dann noch, daß gleichaltrige Hühner gleicher Rasse und gleich günstig quartiert, bei anderen .Geflügelzüchtern eifrige Winterleger sind, im eigenen Betriebe aber als solche versagen. Ohne genüaende und passende Fütterung in der Zeit der Mauser ist eine frühe Legethätigkeit überhaupt ausgeschlossen. Körnerfutter allein genügt während der Mauser nicht, wohl aber folgendes -Futter, einmal am Tage verabreicht: 2y2 Theile gekochte Begetabilien (Kartoffeln, Rüben oder KleeHäcksel), 212 Theile Maismehl, 212 TheileWeizenmehl, iy2 Theile Fleischmehl und 1 Theil Futterkalk, mit heißem Wasser angerührt und so steif, daß es sich beim Ausdrücken noch ballt. Zum Putzen großer KL-chen-und Waschgeräthe aus Eisen, Kupfer und Messing kann man, statt der stets mit großer Vorsicht anzuwendenden Schwefelsäure oder anderer scharfer Putzmittel, sauer gewordene Kleie verwenden. Diese kommt, wenn sie mit Wasser zu einem steifen Brei angerührt wird und an einem mäßig warmenOrt steht, in Gährung. Durch die Gährung bilden sich Milchund Essigsäure, die Metalloxyde zu lösen vermögen. Wirken diese organisehen Säuren auch nicht so stark wie Schwefel- und andere Mineralsäuren, so haben sie doch diesen gegenüber das Gute, daß ihr Gebrauch mit keinerlei Gefahr verbunden ist. Um fleckigen Marmor z u reinigen, vermischt man 2 Theile BackPulver mit 1 Theil Bimstein und i Theil feines Salz. Man treibt die Mischung durch ein Sieb, vermischt es mit Wasser und reibt es tüchtig über den Marmor, wodurch die Flecken alsbald verschwinden werden. Zum Waschen von Hutfedern benutzt man eine Lösung von 1 Theil weißer Seife m 32 Theilen warmem Wasser, welche in einem recht geräumigen Behälter zu Schaum geschlagen wird. Man bringt die Federn bündelweise hinein, arbeitet sie etwa 6 Minuten mit den Händen durch und wascht sie dann mit reinem Handwarmen Wasser. Zum Bleichen be nutzt man schweflige Säure, und um einen letzten gelblichen Schein zu verdecken, werden die Federn durch kaltes Wässer gezogen, welches ein wenig Jndigoldsung enthält, dann noch in einem Bade mit etwas eingerührter feiner Stärke oder geschlämmter Kreide herumgenommen, endlichem handwarmem Wasser gespült, auf Bindfaden getrocknet unt dabei von Zeit zu Zeit geschüttelt. Um die Schäfte recht biegsam zu machen, schabt man sie mit Glas oder schneidet von dickeren auch wohl die eine Hälfte ganz fort, die Fahne aber wirö über die Schneide eines stumpfen Messers gestrichen, um sie zu irauseln, auch wohl vorsichtig mit einem heißen Eisen behandelt. Die Federn, welche nicht weiß bleiben sollen, werden gefärbt. Waschen der Wäsche mit Petroleum. Auf je 16 Gallonen Wasser nimmt man sechs Eßlöffel Petroleum und etwa y2 Pfund Seife und läßt das Ganze mindestens eine halbe Stunde kochen. Alsdann wird die schmutzig: Wäsche, so wie sie ist, in die kochende Masse hineingethan, und man läßt sie in derselben eine weitere halbe Stunde ebenfalls tüchtig durchkochen. Man erzielt durch die Petroleumwäsche eine ganz erhebliche Arbeits- und Seifeersparniß, indem daö mehrmalige Durchwaschen der Wäsche ganz fortfallt. Besonders hat sich dieses Bei fahren bei Küchen- und Arbeitsw'äsche, welche sehr schmutzig ist, bewährt. Der Eeruck des VetroleumS verflieat rasch.
Seuer - Signale.
tZZamkv VUatti tEngiiff'0pa'Hau I Saft und NVori t Noble und Nichigan St. Jersey u. Stoss 80 9 Pine und NorH Y Market und Pü I Vermont nahe Saft .". No.. 8 Spritzenhaus " Stoff, vc nahe NIe iS Deuuoarrund Walnut U Jersey u Eentral. 6 KajV und CemeP Vvt 'S Äst m.d 11. Etraßk '.7 Park v und lt Ctr .8 Columbia nd Hillfld 19 Highlsnd Lv u. Pratt il Jllino und Ct. Jo u Pennsylv. und Pratt U Meridian und II. Ctr 5 No. 5 Spriyachauö 15. nahe Jllinoii U Senate Lveu.StTIai? n Jlliiund Mlchiga Peklylvania und 14. Senate Ave. und 13. 3io. i Spritzenhaus JnoSvenaheMichiga Meridian und Walnut 14 California u Vermont Bekund New Dort 5 Ind. Av. u. 6t, ai, 37 City Hospital Blak und Norty Michigan und LzneS II Ro. S Spritzenhaus WaMigton nahe Vefl ü Gsendorf u Wash. 3 Missouri u New Fork 15 Meridian u Wash ie JllinoiS und Ohi, V Capitol Av.u Wass M uigan'S PorkhauS i Straßenbahn EtöU 23. Washington Et? & No. 10 Spritzenhaus JUinoiSuVerrill Illinois Louisiana 5 West und South J4 West und McTsrty M Senat ve. u Henry Meridian und As? No. 4 LpritzenHaus RadisonSv.uVorrlS Madison Lv. u Dunlop Ro Haken LeiterhauS Louthna Telavsr 2 Pm. u Merrill Delaware u. MrSarv UafiundVrSsrtH New Jersey .Merr 7 Oirg. Lv. u LradfhaS Saft und Prospekt Bicking und High n Ns. il Spritzenhaus LirLve.nheHuro f Sckft und Seorgi 1 Eedar und Ein 74 Davidson u Swrgia 1? Snglish Av. Pine li Shell, y und BateS 'S No. t Spritzenhaus Prolpect nahe Sheiby 9 Fletcher Av. u Shelby Market u. New Jersey Delaware und Wash. U Ost u Washington 14 New York u. Davids Taubstummen Anstalt X er. Staaten Arsenal fr Orients! und Waff. FrauenkReformat. n No. is Spritzenhaus MarylLnd nahe Mer. Meridian u. tZeoryia. )3 Meridian und South 4 Pennshd u. Louisiana Virgini Av u. lad. )8 Hauptquartier. 17 Grand Hotel. 15 Capital Ave ad OhiT IS No. 18 Spritzenhaus 16. und Äff. U Alabama und 16. ü Central Ave und 1&. ? JandeS und 15. '27 Brookstde und Juvit 23 Centra! Av und 17. 2 Dektvare und IS. 31 Alabama und 11. ? Bellesontawe und S. 54 College Ave und . 'S Delaware und 13. 36 Alabama und Nerth 57 Nvnann und 19. 55 College Ave und 14. 39 CorneU Ave und 13. 41 Dande un! IS. 2 Highland Ave und ia. iS Tecumseh und 10. 45 New Jersey unv . lt Alvord und 17. 47 No. 2 Spritzenhaus Hikside Ave und 1. 6 College Ave und is College Ave und 7. 6i axl Ave und 2. 63 LGu. W Bahnn. 2, 54 ZZamsey Ave und 10. 5 Stoughton u Newnu 61 SlllaS und Pike. 55 Blod und Papaw. 59 No. 21 Spritzenhaus Brightwood Sx Arven und Depot 63 Vrightwood und 28. U Nural und Lloyd it 5t, Ciair u. Sedstone (1 Arsenal Ave und U. cllefontain unl ü. M9 Park Cm nAi( 111 Capital Lve und 17. 315 Pennsyw. . Michig 514 Jllino UNd 29. 215 Senat Ave und 21 216 Pennsvlvania und 22, 17 Meridian und 16. 219 Capital Ave und 24 219 Broadway und 10. 231 JllinoiS und McLe 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30, 285 JllinoiS und 33. 36 Snnetta und K 237 No. Spritzenhaus Udell und Nader 233 Udell Ladder SorlI 2Sg Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. JllinoiS u Staat 243 Eldridge und 23. 12 West uud Wainut 13 West und 12. 14 Howard und 1&. 315 Torbet und Paea 816 Capital Ave und XV 817 Northwestern Vve 515 Gent und IS. 31 Cana! und 10 324 Cerealine WorkS 24 Vermont und Ltzn 25 iSma, u randttetl 32 No. 20 SprchenhauS Haughville. 27 Michigan u. H,imeS, 323 Michigan u. Concord 41 West und McJntyre 412 Missouri u. Marylani 413 Missouri und Ohio 415 Capital Av.eorgia 416 Missouri kentuckyL. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und E ktundsuS 23. WashirJton. 411 Jrren-Hrspital. 424 Miley Ave u.JD2V 425 Wash. and Harr? 42S No. IS Spritzenauß W. Washington 427 Oliver und Lirch 3 Oliver und OSzood 9 Nordhke und Z)on 431 Hadley Av u. Morrit 4Z2 Skiver Ave u. MorriS 454 Niver Ave und Nah 435 Hardwg u. ig 4 n Zk S Harding und ttfött 437 No. 19 SprtHenhqZ MorriS und LcbMxwSHH5OS stoqU 451 ReiSn ch "62 Howard uttd 8ct 451 Brot und S 5 feantet und SeägNrt 457 jtortt Utt . -5 acoit WorkS tu Lest xs Ray 011 enuukh Lv u.g&xfr 614 Meridian und MonO K1S JllinoiS und Lanssß 517 MorriS und Dakota SIS Morris und khurch 51? Capital .u VcTar 521 Meridian und Pal 3 Pine und Lord 124 MadisonZweu Lwabi SL Meridian und f&tiSl 527 CarloS und Ratz 528 Veridian und rizn K29 Staribian . Staymond 631 Meridian u. R:CaH.! 522 No. 17 SpritzenlauS MorriS nah West 1 McKernanund Drugh. 13 Eaft u. Lincoln m4 614 Eaft und Lceci 15 Wright n SC! S17 McCarry und veaty SIS New Jersey uvirr 71 Spruc und Prospeel 7tngl:shAve.u.Lsr! 714 eiate AM m. ei 5 716 Shell uud Vch 71k State Av vxio OranK 718 Orange und Laurel 719 Shelby u.Q.age 721 LeöngtnA.u ae) 7UFletchaArn.Sfirua 724 Etat Ave u. PleasmA TU Prospekt und Nleasant 71 Orange und Harlav 725 Liberty und Vkn 719 Noble und South 1, No. 15 CpritzenbsnS Oft Washington tr 8il Market und Noble 814 Ohio u. Highland Av S15 ZNichigan u. High! SIS Market Arsenal Att 17 Ost 9t. tair und Union Sah cUif" ! 621 Pn Handle ShopS kil Vermont und EScUait 824 Wash. und State k 815 Maddm'S Loungr5ad 818 Tucker und Dorsch 827 Vash. und eviL ZU ei No. 11 Spritzenhaus eville ahe VichisZH 831 Southeaster v ml Woodside. 832 Walh. und Tearbor, 814 Southesster tut Arsenal AveS. 835 New fjorf md Zcs&4 11 JllinoiS und Msrtzl. ,13 JllinoiS und artet. 014 P?n. und Bttft 915 Dklawa bs Vg? Spezial Signale.ersten Schläge, zweiter Alarm, Zweiten 2 Schläge, dritter Alarm, Lrittm 2 Schlage, vierte Alarm. '-1-1, Feuer aus und Schlauch 6ftere& , Schlag, Wasserdruck ab. .1 Schlage, 11 Uhr Mittags. Die bezeichnete Signale krden nur Thur ächter angegeben da an den betreffend Ctra&e Ittuzuna keine LlaruvKe emsebnuZt ßd. is "W ." Cta5ltrt 1533, nimmt jederzeit Engagi entZ entgege. Irgendwelche Orchester und irgend eine Nnzahl von NustK wird geliefert. Neue NuLftattnng und neue Uniformen. & & Niller, DirecUr. Henry Sprengpfeil, SefchäftSführ. C01 Kentucky Ndenue. Telephon Neu 4593, 1AKE EfllE & 7ESTEn:i 11. il ....Fahrzeit der Züge bsahrt'un? loledo. hieazo und ichiga livxt.-1 7.18 ti0l3 oledo, Detroit und Chicago Lim 12.20 f utl vVza ktth, rcunrie u.Lasahttpl7.7LS fio.U titttü f nlieaoBca'CottÄtaaJI.
