Indiana Tribüne, Volume 28, Number 173, Indianapolis, Marion County, 15 March 1905 — Page 6

Europäische Nachrichten.

Frovinz ßcfltaetu M i! n st e r. Zwei vor einen Wagen gespannte, scheu gewordene Pferde rasten, an jeder Seite einen Mann schleifend, dieich vergebens bemühten, der Thiere Herr zu werden, aus einer kleinen Nebenstraße. An der Ecke der Salzstraße und des Servatiiplatzes wurde der eine der Männer. derKnecht W. Prott, von dem bäumenden Pferde fort- und unter den Wagen geschleudert, dessen Räder dem Unglückliehen den Schädel zermalmten. Der Tod trat auf der Stelle ein. Das Unglück ist dadurch herbeigeführt worden, daß die Pferde vor dem Gerausch, das das Durchschlagen eines eisernen Trägers in der Winkelstraße verursachte, scheuten. ..Dortmund. Der Zuschläge! Kleine ist von seiner Frau und seinem Schwager Walter erstochen worden. Beide wurden verhaftet. Hattingen. Der Walzmeister Fries erlitt bei der Arbeit auf der Heinrichshütie einen Unfall, an dessen Folgen er kurz darauf verschied. Fries, demerKopf fast halb abgerissen wurde, toat 47 Jahre alt und Vater von neun Kindern, seine Frau und ein Kind leiden seit Jahren an einer unheilbaren Krankhnt. Kierspe. Ein schwerer Unfall ereignete sich in der Gabelsabrik VoßWinkel Hierselbst. Als der Werkmeister zu Beginn der Frühstückspause das Gehäuse des Wasserrades betrat, fand er den 21jährigen Arbeiter W. Walke als Leiche vor. Der Verunglückte hatte ohne Zweifel eine in dem Gehäufe stehende Pfanne zum Wärmen seines Frühstückes holen wollen. Infolge der durch den Frost in dem Raume herrschenden Glätte glitt er aus und stürzte in das laufende Wasserrad. Der herbeigeholte Arzt stellte fest, daß dem Unglücklichen beideOberschenke!, der Unterkiefer und die Wirbelsäule gebrochen waren, so daß der Tod sofort eingetreten sein muß. S i l b a ch. Das 3jährige Töchterchen des Bergmannes Th. Zimmermann von hier hatte aus der auf dem Tische stehenden Kanne kochend heißen Kaffee getrunken. Das arme Geschöpf ist den erlittenen Brandwunden erle gen. Wegeringhausen. In der hiesigen Strumpffabrik der Frau Görg explodirte bei Ausbesserung der Acethlenanlage der Gaskessel, in dem trotz der Entleerung Gase zurückg?blieben sein müssen. Vier junge Leute im Alter von 15 26 Jahren erlitten schwere Verletzungen, ein fünfter wurde 7 Meier fortgeschleudert, nahm aber keinen ernstlichen Schaden. Von den genannten vier Personen starb einer. Namens Voß vsn hier, noch vor der Emlieseruna in das menqe Kran kenhaus, ein zweiter, Namens Biege aus Sandschotten, in der folgenden Nacht, ein dritter, Namens Gipperich von bier. kurze Zeit darauf. Der vierte, ein 26jähriger Installateur aus Weidenau, erhielt schwere Kopfverlefeunaen und einen doppelten Armbruch, er ist noch nicht außer Lebensgefahr. Seinprovinz. Köln. Dieser Tage starb hier die älteste Einwohnerin unserer Stadt, die am 22. April 1801 geborene Freifrau Friedrich von Eerde, Wittwe des 1348 verstorbenen Landraths des Kreises Geldern. Sie erfreute sich bis kurz vor ihrem Tode einer besonderen geistigen und körperlichen Frische. Aachen. Der Mörder -des Pfarrer Thoebes in Heldenkirchen, Metzgergeselle Hudde aus Schalke, ist hier in einer Herberge verhaftet worden. Er legte ein Geständniß ab. D ü l k e n. In der hiesigen BaumWollspinnerei wurde der 16jährige Arbeiter Buts von dem Schwungrade herumgerissen und todt auf den Boden geschleudert. Der Kopf war ihm zertrümmert. Düsseldorf. Die verstorbene Wittwe de Limon vermachte der Stadt 115.000 Mark. Essen. Nach reichlichem Alkoholgenuß hat der Gasarbeiter Friedrich Humburg zu Berge - Vorbeck im Verlaufe eines von ihm angezettelten Streites seinen Bruder und einen Zinkhüttenarbeiter so schwer durch Messerstiche verletzt, daß beide an den Folgen starben. Das hiesige Schwurgericht verurthellte den Humvurg zu zwölf Jahren Zuchthaus. . Mer scheid. Ein doppeltes Jubiläum konnte hier Herr Schlechter feiern. Fünfzig Jahre sind es her, daß er in den Stand der Ehe trat, und seit 0 Jahren ist er bei der F:rma Linder & Söhne beschäftigt. Der hiesige. Männerchor, dessen Mitglied . Schlechter ist, brachte ihm ein Ständchen. Nheidt. Bei einem Brande, welcher in einem Hause an der Hauptstraße ausbrach, ist der Uhrmacher Wilhelm Messerling erstickt. Solingen. Der zum Vice- und Deputy - Consul der Vereinigten Staaten von Amerika hier ernannte Adolf Kaulen ist durch Ministerialerlaß in dieser Amtseigenschaft anerkannt und zu den Geschäften zugelassen. V e l b e r t. Die Familie Willich wurde durch einen Unglücksfall, welchem das 2y2 Monate alte Töchterchen Luise zum Opfer fiel, unerwartet und hart getroffen. Die. Eheleute hatten ei-

nen nothwendigen Ausgang zu machen und liefen das Kind in dem Bette zu-

rück. Ein Dienstmädchen befand sich in der Wohnung. Durch irgendeinen Umstand ist das Kind zu tief unter das Oberbett gerathen und erstickt. Froinz gbctfcn-'glatfan. Kassel. Dem hiesigen Gymnasialdirektor Prof. Dr. Vogt ist der Rothe Adlerorden vierter Klasse verliehen worden. F r a n k f u r t. Die im Hause Kurfürstenstraße 6 in Bockenheim wohnende 40 Jahre alte Frau des Postsekretärs Wilhelm Schirr vergiftete sich mit Phosphor und starb nach schrecklichen Qualen. Die Unglückliche war schon Jahre lang schwer leidend. Hahn. Hier schnitt sich der Landmann Carl Land, gegen den eine Untersuchung wegen Mord schwebte, mit einem Messer die Kehle durch. Der Tod trat bald darauf ein. Hanau. Durch Explosion einer Petroleumlampe wurde der sechsjährige Knabe der Taglöhnersfamilie Hau hier derart verbrannt, daß er bald darauf feinen Verletzungen erlag. Der Unglücksfall ereignete sich in AbWesenheit der Eltern. I p p i n g h a u s e n. Ein herber Schicksals schlag hat die hiesige Arbeiterfamilie Lotteropp betroffen. Der noch junge Mann, Vater von sechs Kindern, war mit dem Fällen eines schweren Tannenbaumes beschäftigt. Der Baum fiel vorzeitig um und drückte den Unglücklichen zur Erde. Schwerverletzt wurde er dem Rathe des Arztes zufolge nach Cassel ins Landkrankenhaus gebracht, wo er seinen Geist aufgegeben hat. R o t h e n d i t m o l d. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich beim Rangiren auf dem hiesigen Rangirbahnhofe. Der Lokomotivhilfsheizer Wilhelm Messerschmivt aus Cassel stürzte von der Maschine ab und kam unter 'die Räder, die ihm über beide Beine gingen. Während Messerschmidt an einem Beine nur schwere Quetschungen erlitt, wurde ihm das andere gänzlich zermalmt, so daß eine Amputatiou unerläßlich ist. Nach Anlegung eines Nothverdandes brachte die Sanitätscolonne den Unglücklichen in das Krankenhaus. Roßbach. Der Ende der 60er Jahre siehende Auszügler Küllmer von hier ging nach Witzenhausen. Gegen Abend trat er den Heimweg an und wurde noch in Ellingrode gesehen. Am anderen Morgen fand man ihn kurz vor dem Dorfe entseelt am Wege liegen. Schön st ad t. Ein bedauerlicher Unglücksfall traf die Familie Gimbel dahier. Ihr 24jährige?, fleißiger und solider Sohn wurde beim Fällen einer Eiche so unglücklich von dem fallenden Baume getroffen, daß er kurze Zeit darauf verschied. Der sofort herbeigeholte Arzt konnte nur den schon eingetretenen Tod feststellen. Der Familie Gimbel wird allgemeine Theilnahme entgegengebracht, da sie vor etwa Iahressrist schon einen erwachsenen Sohn durch einen Unglücksfall bei der Dreschmaschine verlor. Wiesbaden. Der Einjährige Wirt erschoß seine Geliebte, die Pridatiere Buschheit, in deren Wohnung und daraus sich selbst. Mtterdeutsche Staaten. A r o l s e n. Einiges Aufsehen erregte in unserer stillen, ruhigen Restdenzstadt der Selbstmord eines Musketiers des hiesigen waldeck'schen Bataillons des Infanterie - Regiments No. 83. Auf der Mannschaftsstube in Gegenwart zahlreicher Kameraden schoß' sichrer junge Soldat mittelst Dienstgewehrs, eine Platzpatrone in den Kopf und war sofort todt. Er heißt Steinbach, stand bei der 10. Compagnie und stammt aus einem Dorfe bei Kassel. Das Motive ist völlig in Dunkel gehüllt. Braunschweig. Gendarmerieoberst a. D. Dedekind von hier hat bei einem Spaziergange in der Buchhorst unweit des Restaurants Zum grünen Jäger" die Leiche eines jungen Mannes gefunden, der etwa 13 bis 19 Jahre alt gewesen sein muß. Es wurde alsbald festgestellt, daß es die Leiche des Kaufmanns Linz war, der in der Langenstraße wohnhaft war. Linz hat sich eine Revolverkugel in die rechte Schläfe geschossen. In einem bei ihm vorgefundenen Briefe an seine Eltern theilt er mit. daß Zerwürfnisse mit seinem Chef ihn m den Tod getrieben hätten. Drößnitz. Der Gutsauszügler ammerer feierte mit seiner Ehefrau das Fest, der dimantenen Hochzeit. Das greise Jubelpaar, das sich noch der besten Gesundbeit erfreut, er hielt vom Herzog Ernst dessen Bild in einem kostbaren Rahmen. L Veimersyausen. Der von hier stammende Färber Brückner fiel fcet der Arbeit in einen Bottich und er trank. Hohenerxleben. Das Ehepaar Peter Koch beaina das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar ist 76, die Jubilarm 12 ahxt alt. Jena. Der 27jährige Weber Georg Müller auS Pößneck wurde yker als Reiche aus der Saale gelan det. Koburg. Die Frau Herzogin Älezanorine hat der Stadt zu Wohl ihatlgkeltszwecken etwa eine halbe Million vermacht, darunter 120,000 Mark zur Errichtung eines Bolksba des. Die Alexandrinenschule erhielt

i &U,000 Mark. Die gesammte Die

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Irgendeine Frau kann Linderung jener peinlichen Schmerzen, oder Frauenschwäche. finden, wenn sie den Wlne of Cardul, der in jeder Avotheke zu haben ist, gebraucht. Vermittelst dieses berühmten Frauen.?t2rkungsmittels können schmerzhafte den und nkederdrJckende Schmerzen dermkeden werden. Wer möchte da noch dermeidliche Menstruationsschmerzen extn&räl .Der Wine of Cardal kurirt neunzehn aus je zwanzig Fällen von Menftruationsstörungen. und hat jstet Frau, welche je an dieser Krankheit gelitten hat. den Wlne of Cardul gebraucht, ohne ein erfreuliches ja erzielen, selbst wenn ihr Leiden mit ernstlicher Schwäche verbunden war. Seit sQnfundsicbzig Jahren hat der Wlne of Cardul FrauenschwZchen af Sskungen kurirt. und jede Frau, die ihn je drobirt hat. derläbt sich aus ihn. und wird sie nichts Anderes gebrauch, ba sie sicher ist. daß der Wine of Cardul sie kurirt. Verlangt den Wlne o! Cardul von itm Apotheker, und gebt Acht, daß er acht ist! Der Wiiie of Cardui kostet nur $1.00 Ctefäe, und liegt im Bereiche einer jeden Frau. Er dringt vositwe Linderung, sogar nachdem die besten Sveziattsten bttseschlagen haben, (und ist die Behandlung derselben stets kostspielig). Der Wine ok Cardal ist a iMges Heilmittel, indem er eine rasche und sichere Kur bewirkt. Wenn Ihr andere Heil Mittel Vrobirt habt, ohn fcfcftmruna zu finden, dann empfehlen wir Euch, den Win of Cardal zu dersuchen. F r e e m a n. Ind.. den 2. März. 1904. Ich Haie feit letztem Sommer am Lebenöwechsel gelitten, und habe dafür gedoktert, ohne Linderung zu finden, bis ich de Wia es Cardul und Thedford'a Black-Draaght zu gebrauchen begann. Ehe ich dies that, mußte ich meine Wäsche besor gen lassen, und jetzt kann ich den ganzen Tag lang arbeiten, ohne mich zu ermüden. Ich erachte den Wine of Cardal oll einen Segen der Frauen, und kann ich ihn nicht genug empfehlen. Ich wünschte, daß alle leidenden Frauen diese Medizia gebrauchen würden, um sich zu kuriren. Frau Kate Vandedenter.

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schaff wurde von der Fürstin reichlich bedacht. Könitz. Das einzige Söhnchen des Maurers Dietzel wurde von einem durchgehenden Pferde über den Haufen gerannt und durch Huftritte so schwer verletzt, daß es alsbald starb. Saalfeld. In der Nähe der Werrabrücke im hiesigen Bahnhofsviertel wurde ein elegant gekleides Paar erfchossen aufgefunden. Es handelt sich um den 24jährigen Bankbeamten Theodor Wolf aus 'Leipzig und die 22jährige Anna Bergner aus. Langendorf. zuletzt ebenfalls in Leipzig wohnhaft gewesen. Beide wurden schon längere Zeit vermißt. Zur Ausführung des gemeinsamen Selbstmordes haben sie einen Revolver benutzt, der merkwürdigerweise den Vermerk: Polizei-Nevolver" trug. Das Motiv der That ist unbekannt. Weimar. Der Großherzogliche Geheimne Finanzrath und Chef der ldeikommlßverwaltuna des Großherzoglichen Hauses, Dr. Julius StoUberg, ist gestorben. I n R o t s ch z u a" zwischen Monstein und Glaris gerieth ein Mann Namens Valar auf dem Wege zur Sennerei in eine Lawine. Es gelang ihm, sich an die Bergseite zu druden, so daß er nicht fortgerissen wurde. Aber im nächsten Augenblick ward er von den nachstoßenden Schneemassen begraben. Die warme Milch, die aus der Butte floß, vermochte einen kleinen Hohlraum auszuschmelzen, so daß der Eingeklemmte wenigstens Kops und Arme frei behielt. Er probirte mit den Handen den Raum zu erweitern, mußte aber wegen der Härte des

wFttn Schnees bald von rmmer wie die Schmahlpacks. diesem Versuche abstehen. Gegen 8 $ann bc Js an unser Haus vorUhr horte er die Post ganz nahe an sich bnflt Sltfv f, tn nniu.

vorbeifahren. Der Huf des, Pferdes sank dicht neben ihm in den Schnee. Er rief, erhielt aber keine Antwort. Da hörte er schaufeln. Nun rief M. Balär, und in kurzer Zeit war er befreit. Der Schaufler war sein Bruder, der ahnungslos nur den Schnee hatte beiseite schaffen wollen, um den Weq für die zurückkehrende Post auszubessern. Ein sogenannter Studentenwitz hatte für seinen Urheber recht verhängnißvolle Folgen. Das Landgericht Breslau hat den Hörer der dortigen philosophischen Fakultät S. am 9. Juni v. I. wegen Urkundenfälschung zu einer Woche Gesangmß ver urtheilt. Der Berurtheilte wohnte dem Candidaten F., den er gern zum besten hatte, gegenüber. Er schrieb an die Paketfahrtgesellschaft eine mit dem Namen des F. unterzeichnete Karte, worin um Abholung von 34 großen Kisten ersucht wurde. Am nächsten Tage erschien dann ein großer zweispänniger Rollwagen mit drei Leuten bei F. Der Angeklagte will geglaubt haben, die Gesellschaft werde die Bestellung wegen der großen Zahl der Kisten für einen Scherz halten; das Gericht hat ihm dies aber nicht geglaubt. Die Postkarte war beweiserheblich, da der Absender sich dadurch band. Die Revision des Angeklagten, der bebaüvtete. eine Schädiauna sei

nicht beabsichtigt, aber auch nicht festgestellt worden, hat das Reichsgericht verworfen. ' Eine Freudenbotschaft für Briefmarkensammler kommt aus Italien. Auf Veranlassung des Königs werden die in der Armee üblichen Strafportomarken abgeschafft und jedes Bataillon oder jede militärische Einheit wird seine eigene Briefmarke erhalten. Französischen Philatelisten ist es mit großen Schwierigkeiten geümgen, bereits einige Neudrucke an die Außenwelt zu bringen. Die Exemplare sollen von großer Schönheit sein. Nationale Helden, alte wie neue, klassische Mythen, berühmte Denkmäler, Städtebilder und historische Scenen sind als Markenbilder verwendet.

Jleik Dabersack's Zchreibebrief.

Xo. 88. SeLhrter Mister Edithorl Ich hen Jhne von den verunglückte Sopper geschriwwe. Die Selma Hot awwer gar nicks drum gewwe; se sagt, wann se ihren Stoff aus den Grosseriestohr geholt hätt, dann wär auch nit alles förschtreht gewese un mehr wie einmol hätt se Pännkehks aus die Ehks mache müsse, bikahs in en annere Weg pnepehrt hätt se noch kein Pick esse lönne. Well, am nächste Morgen hen ich, wie ich aus den Bett sin. en ganz schreckliche Schmell genohtißt, wo mich bald den Adam Hot stocke mache. Well, well, hen ich gedenkt, was is dann do gehäppend! Ich hen mich gedreßt un sin reit daunstehrs un do Hot die Selma Widder Hehm un Ehks for Breckfest gemacht, awwer ei tell juh, den Schmell vergeß ich in mei ganzes Lewe nit un wann ich noch siwwe Hunnert Jahr lewe deht. For Hewen Sehks, hen ich gesagt, Selma, ! ,r sn ,fL2 .rr. ;2 du duhst doch mt eckspeate, daß en , irr Bilding erunner brenne, bikahs es is e poollck Nuhsenz. Die Selma Hot arig schlecht gefühlt un se Hot gesagt, se hätt's doch so gut gemeint un zu ihre Sarroh deht se sinne, daß die Ehks all no gut wäre. Do hen ich gesagt: Luckehier, Selma, ich will dich emol ebbes sage; einiger Mensch kann en Mißtehk mache un am Beste gehst du her un läßt deine Kids all die Ehks hen. Die könne alle Keind Fonn, mit hen, for dich sin se doch von kein Juhs. Die Kids hen sich gefreut wie alles, wie se gehört hen, daß ihre Ma die Ehks nit hen wollt. Ich hen mich dann dran gemacht un hen getren. den Hehm zu esse, awwer Mister Edithor, hen Se schon emol e sauere Picke! gesse, wo ganz mit Salz un Pepper voll gestofft war? Den Weg Hot der Hehm getehst un ich hen en ' Koff kriegt, daß mich purtinier die Auge aus den Kopp gefalle sin. Die Selma Hot auch emol getehst, awwer se Hot's reiteweg Widder ausspitte müsse. Der Hehm war so versalze, daß ihn kein Mensch Hot esse könne, Der kleine Bub Hot gefragt, ob er mehbie auch den ganze Hehm hen könnt, for Fonn mit zu hawwe. Die Selma is so unglücklich gewese, daß se gesagt Hot, se deht gar nicks drum gewwe un se kö inte den ganze Stoff im Keller hen, for all was sie drum gewwe deht. Well, ich will Jhne Ihren Aeppeteit

i r-AAr

nit fpeule un for den Riesen will ich liewer die Storie korz mache un blos sage, daß von den ganze Stoff, wo die Selma gekauft Hot, nicks gut war eckzept die Qnjiens. Die gekannte Sache hen mer noch nit inwesiigehtst un den Weg kann ich noch nit sage, ob se ahlrecht sin. Jetzt Hot die Selma ausgesickert, was se for en Lahs geHabs Hot, wie se Hohlsehl gekauft Hot un ei tell juh, es is fiers gewese. Ich hen mich driwwer gefreut wie en Schneekönig, bikahs ich hen se doch e fehre Warning gewwe gehabt. Der Christ Hot gar nicks gesagt; in die erschte Lein Hot er, denk ich, nit gemüßt, was er sage sollt und dann kennt er auch seine Alte gut genug un weiß, daß mit. sie nit gut Kirsche esse is, wann se mähd is. Awwer der l Trubel is noch, nit all iwwer gewese. 1 Die Kids hen ' sich gleich nach das

Apotheken?

y Breckfest die Vackse mit Ehks m die Jahrd geschleppt un hen en Kriegsrath abgehakte, was se am Beste mit duhn dehte. Wie se noch die die Jahrd Ware, do Hot's gestart zu regene un do hen se off Kohrs in's Haus gemußt; später an is der Rege in Schnee getörnt un do hen se ihre Berathung Widder in-die Jahrd uffnemme. könne. In die erschte Lein hen se alle Kids aus die ganze Nehberhutt herbeigeholt un do hätte Se emol sehn solle, was die Buwe sich gefreut hen. Blos hen se kein Egriehment kriege könne, was se eigentlich mit die Ehks duhn sollte. Nach e kleine Weil sin die fremde Kinner Widder fort un unsere sin in's Haus komme un ich hen schon gedenkt gehabt, daß se die Ehks ganz uffgewwe hätte un se for Rättpeusen stehn lasse wollte. Wie's awwer dunkel geworde is, do sin aus alle Ecke un Ende die Buwe komme un se hen sich all hinner die Kohlschett in die Jahrd gehockt. Von dort aus hen se nach die Stritt guck- könne un sobald daß sich en Feller Hot sehn losse, do hen se aus ihrem Heidingplatz auf ihn mit die Ehks gefeiert. Ei tell juh, es war en großer Spohrt. Es Hot nit lang yenomme, do is kein Mensch mehr mer komme un die Kids Ware schon rettig, ihren Fonn bis zum nächste Dag zu postpohne, do is noch uff eemol en Feller in Seit komme un wie er nier bei is komme, do Hot awwer e Kannonad gestart, das Hot einiges geöotte. Ich kann Jhne sage, der Kmine Hot geguckt, als wann er von owwe bis unne mit Ehks gepchnt wär. Die Kids sind ganz dcßperett geworde un hen ihn auch noch sei Fehs un den Kopp gefickst, das war werklich schrecklicb. Der Heller konnt sich aar nit r;ije un do is er an unser Fronldoyr aelaufe komme, un ich denke, daß er do Proteckschen gesucht Hot. Ich sin schnell Hingelaufe for ihn inseit zu losse un denke Se emol an, do hen ich erscht gesehn, daß es der Christ war, wo die Kids so verhammatscht hatte. Well, do bot's awwer eins gewwe. Der Christ Hot in die Bäckjahrd gemißt un dort hen ich un die Selma ihn mit ebaut dreißig Pehls Wasser gesohkt, bikahs mit den Schmell Hot er doch nit in's Haus gekonnt. Wie er dann inseit gedorft Hot, do Hot er ausgeguckt, als wann er drei Stunde lang in die Lehk gelcge hätt. Er Hot gleich in's Bett gemuht un dann Hot sich die Selma die Kids erei gerufe. Was die mit se gemacht Hot, das könne Se sich denke. Ei tell juh, soviel KidZ es Hot, soviel blutige Roses Hot'S gewwe. Es war e rehgeller Schehm. Mit allerhand RiegardS Juhrs Trulie, Meik Habersack, Eskweier un Scherisf von Apple Jaö Der Saccharinschmu ggel aus der Schweiz nach Deutschland wird trotz der Wachsamkeit der Zollbehörden schwunghaft betrieben. Wenn die in letzter Zeit erwischten Schmuggler ihre Heimath meist weit entfernt vom Rhein hatten, so gibt es doch auch Grenzbewohner, die aus Gewinnsucht das gefährliche Gewerbe betreiben. Ein solcher wurde jüngst im Rhein unweit Hohenems als Leiche treibend bemerkt und ans Ufer gezogen. Der Mann steckte in einer wasserdichten Segeltuchumhüllung und trug aus dem Rücken einen gut aufgeschnallten Rucksack. Die amtliche Untersuchung ergab, daß im Rucksack durch die Nässe aufgelöstes Saccharin als teigähnlicher weißer Brei sich befand. Der Schmuggler war jedenfalls beim Durchwaten des Rheins an eine zu tiefe Stelle gerathen und dann von den Fluthen mitgerissen worden. Das im Rucksack vorgefundene Saccharin hätte dem Schmuggler einen Gewinn von etwa 800 Franken eingebracht. .Boshaft. Ehefrauk Diesen neuen Hut, den mir mein Mann gekauft, verdanke ich einem Kusse." Freundin: Ein Kuß ist wohl da wirksamste Drohmittel?!"

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Die Königin - Wittwe Marghcrita von Italien ist bekanntlich eine leidenschaftliche Freundin des Automobils. Sie besitzt einen ganzen Automobilpark mit zwölf Chauffeuren und Mechanikern, denen ein Autoinobildirektor Sign. Ettore Carnolato vorsteht, der das Automobil, in dem die Königin fährt, gewöhnlich zu lenken hat. Jedes der Automobile hat einen Namen. Der Kraftwagen, vermittels dessen die Königin vor Kurzem von Rom nach Turin fuhr, heißtAquila und ist ein 24 III' - Doppelphaeton. Die Reise von Rom nach Turin wurde in vier Etappen von ungefähr je 223 Kilometer zurückgelegt. Aquila ist besonders gut gebaut, um auf den schlechten italienischen Straßen keinen Schiffbruch zu erleiden. Die innere Ausstattung des Wagens ist äußerst gediegen. Er ist mit elektrischem Lichte versehen und enthält alle Vorrichtungen, die die Einnahme einer Mahlzeit gestatten, einen kleinen Tisch für sechs Personen, vier Fauteuils und zwei Stühle, ferner eine complctte Collektion von Landkarten, Thermo Meter, Barometer und Hygrometer. An einer der Wagenwände befindet sich eine silberne Medaille mit dem Vildniß des heiligen Christoph. Um die Medaille, die von den Königlichen Initialen überragt ist, zieht sich ein Goldreifen mit der Inschrift: Heiliger Christoph schütze uns vor Lebensgefahr und vor 'den Unfällen der Reise. WieausTromsöberichtet wird, hat Kapitän Kjeldsen, der kürzlich dorthin zurückgekehrt ist, in London mit dem Amerikaner Champ ein Segelschiff mit Hilfsschraube von 700 Tons gekauft, das für eine Hilfsexpedition für die Ziegler - FialaExpedition ausgerüstet werden soll. Die Hilssexpedition geht Voraussicht lich am 1. Juni unter LeitungChampS und unter Führung Kjeldsens ab. Die Besatzung besteht aus 22 Mann, au ßerdem sollen 6 Pferde und 20 Hunde mitgenommen werden. Falls ungün stige Eisverhältnisse eintreten sollten, soll eijse Schlitten - Expedition ausgesandt werden. Nach der Ostküste Grönlands wird ein kleineres Schiff entsandt werden, um die von Baldwin errichteten Depots auf Spuren von der Ziegler Fiala-Expedition zu untersuchen. Seit , der Abreise der Ziegler - Fiala - Expedition auf der Amerika" von Norwegen im Jahre 1903 hat man keine Nachrichten von dem Schiffe erhalten. Es war bestimmt worden, daß das Schiff nach seiner Ankunft in Franz Josefs-Land eine Verpflegungsbasis anlegen solle, von der aus forcirte Märsche in der Richtung auf den Pol unternommen werden sollten. Mr. Champ hatte bereits im Jahre 1904 auf dem Schiff Frithjof" vergeblich versucht, die Ziegler - Expedition aufzufinden. Im Dorfe Niedererzwehren, Provinz Hessen - Nassau, wohnt in einem kleinen Häuschen ein hochbetagter Mann Namens Schwenicker, der mit seiner Schwester zuzammen ein zurückgezogenes Leben führt und daher der Einsiedler" genannt wird. Nur selten öffnen sich die Vorhänge der Fenster des Häuschens, und selten wird der Einsiedler den Nachbarn sichtbar, wenn er einmal aus dem Fenster schaut oder nach der Kassel sährt, um Einkäufe zu machen, oder wenn er in seinem Garten einmal spazieren geht. Sobald er sich zeigt, pslegen ihn die Kinder zu necken, ihm nachzurufen oder sonst Schabernack zu treiben. So geschah es auch eines Sonntags Nachmittags; als der Ein siedler sich in seinem Garten erging, trieben es die Kinder wieder einmal ziemlich arg und warfen ihn mir Schneeballen. Darüber aufgeregt, griff der Alte, wie schon gemeldet, zum Revolver und scboß in die Kinderschaar hinein; ein zwölfjähriges Mädchen wurde von einer Kugel getroffen und getödtet. Der Mörder wurde verhaf-tet."