Indiana Tribüne, Volume 28, Number 171, Indianapolis, Marion County, 13 March 1905 — Page 7

Jndkana Tribüne, IS. März RO0S.

AnttLpfS mit dem Schicksal. !T oman von SilaS K. Hocking, übersät von V. TreumannKnner.

ortlekuna. 2jie Pflegerin lauschte mit besinn inerter Miene auf feine Athemzüge. Sie hatte schon viele Kranke sterben fehen, meist aber gebrechliche Greise, für die solch friedliches Hinüberschlummein ein Glück war. Jene alten Armenhäusler hatten ihr elendes Leben durchgekämpft, in Mühsal ihre Tage zu Ende geführt, und die Ruhe war ihnen zu gönnen gewesen. Ein im Alter erster schöner Männlichkeit stehender Mensch wie dieser, dessen einnehmende Züge noch nichts von Bitterkeit und Ueberdruß bekundeten das war etwas ganz anderes. Ein Gedanke durchzuckte sie. Falls es mir gelänge, ihn noch eine kurze Weile am Leben zu erhalten, wenn? auch nur durch Stimulantia, so hilft sich die Natur vielleicht doch noch!" Das Mittel war bei der Hand, And sie flößte ihm davon ein. Kann ich noch etwas für Sie thun?" fragte sie dann, sich über ihn beugend. Nein," flüsterte er. Ich bedarf nichts." Haben Sie keine Anverwandte oder Freunde, die Sie gern sehen möchten?" Er lächelte traurig. Und nach einer Pause fragte er leise: Ist St. Denvers weit von hier?" Q nein, kaum anderthalb Stunden." Lebt der dortige Pastor noch?" Meinen Sie Herrn Pfarrer Treherne?" .Jawohl." Ja, er lebt noch' und besucht uns regelmäßig. Ein paar alte Leute aus seinem Sprengel liegen hier krank. Wünschen Sie ihn zu sprechen?" Hans nickte mit einem matten Lacheln. Ich werde gleich zu ihm schicken," sprach die Wärterin und ging hinaus. Gegen Mittag stand der Geistliche am Bett Hans Milwards. Pastor Treherne war dem Ruf sofort gefolgt, in er Meinung, daß einer seiner alten Gemeinde - Armen sich unerwartet schnell für die große Reise vorbereiten wolle. Als die ihn führende Wärterin aber bei Hans stehen blieb, fuhr er betroffen zurück. Er glaubte, es liege ein Irrthum der Pflegerin vor und wollte eben eine Frage an sie richten, als der Kranke die Augen aufschlug und ihm die Hand entgegenstreckte. Der Pastor nahm die ihm gebotene Hand, war aber um nichts klüger. Er konnte sich nicht entsinnen, den jungen Mann da jemals yesehen zu haben. Hans bemerkte, datz er mcht erkannl worden, und sagte lächelnd mit schwacher Stimme: Sie erinnern sich meiner nicht. Ich habe mich aber auch wohl sehr verändert." Beim Ton der- Stimme stutzte der Geistliche er hatte diese schon irgendwo gehört, aber wo und von wem, das wußte er noch nicht. Bekannt kommen Sie mir allerdings'vor ich kann mich aber " Ich bin Hans. Erinnern Sie sich noch des versuchten Einbruchs " Jetzt leuchtete es in des Pfarrers Augen auf. Er ließ Hans nicht ausreden. Gewiß, natürlich! Wie ksnnte ich nur so vergeßlich sein! Aber Sie haben sich wirklich sehr verändert. Und so so ist es das Ende?" Es scheint so," erwiderte Hans ruhig. Aber ich beklage es nicht. Ueber das Stadium bin ich hinaus." Der Pfarrer setzte sich. Er war nicht imstande, gleich zu sprechen. Beide sahen einander ernst in die Augen. Hans fing zuerst wieder an, zu reden: Ich war auf dem Wege zu Ihnen. Ein ! Schneesturm und nachher eine Nacht in Durchnäßtem Zeug da hatt' ich s weg. Und so kommt das Ende ein :bissel früher, als ich gedacht hatte." ' Sind Sie schon lange hier?" ' Ziemlich lange. Aber ich habe das Gedächtniß für die Zeit verloren. Herr Pastor, ich hätte doch besser gethan, Ihren Rath damals zu befolgen. Ich war noch ein so dummer Junge; habe nicht gewußt, was ich über mich nahm. Und ohne Zweck! Aber jetzt ist's vorbei. Was geschehen, ist nicht mehr zu ändern. Was ich am wenigsten ahnte, waren die Schwierigkeiten nach meiner Freilassung." Wie lange sind Sie in Freiheit?" Seit Anfang December. Ich wußte nicht, wie schwer es hält, ohne Freunde in der Welt vorwärts zu kommen." Haben Ihre Freunde, die Zigeuner, Sie im Stich gelassen?" Zu denen zurückzukehren, war nicht meine Absicht. Ich bin ja auch kein ge borener Zigeuner." Wie ist es Ihnen denn seither tu gangen?" Je nun, ich habe mein Leben gefristet; erst als Ackerknecht, dann dachte ich, etwas bessere Arbeit zu bekommen, aber so allein, ohne Geld, ohne Zeugnisse, ohne Freunde fand ich eben kein Unterkommen." Warum wandten Sie sich nicht gleich an mich? Ich hatte Sie doch mit Rath und That unterstützt, so joeit es mir möglich gewesen wäre. Ich wollte eben niemand, auch Jhnen nicht, zur Last fallen." Und doch wolltenSie jetzt zu .mir kommen?"

Ja, sehen Sie, Herr Pastor, ich war eben Matthäi am letzten," sagte Hans mit trübem Lächeln. DeS Pfarrers Blick umflorte sich, und er war für den Augenblick keines Wortes mächtig. Wenn er doch dem armen Jungen zu rechter Zeit hätte helfen können. Das Gefängniß hatte ihn, gottlob, nicht verdorben die ehrliche Sprache, das offene Antlitz, es war noch ganz das Wesen, wodurch Hans des guten Pastors Herz gewonnen hatte. Und nun war's doch zu spät für menschliche Hülfe. Die Hand des Geistlichen tastete nach dem Gebetbuch, das er in der Tasche hatte. Doch zögerte er, es hervorzuholen. Der gewöhnliche Zuspruch wollte ihm auch nicht über die Lippen. Hier lag ein besonderer Fall, ein außergewöhnlich hartes Schicksal vor, das ihm persönlich nahe ging. Er fragte endlich bewegt: Hans, hast du mir irgend etwas anzuvertrauen? Du weißt, daß du an mir einen Freund hast. Was ich für dich thun kann, soll geschehen." Eine längere Pause. Dann sprach der Kranke mühsam mit leiser Stimme: Ich hätte wohl den Wunsch, Jhnen manches von meinem Leben mitzutheilen. Auch möchte ich, daß Sie so gut wären, meiner Schwester Nachricht von mir zu bringen und ihr von meinen letzten Stunden zu erzählen. Jetzt aber kann ich nicht mehr sprechen. Wollen Sie morgen wiederkommen, ja?" Ich werde morgen wiederkommen. Aber, es wäre mir lieb, du sagtest mir heute, was du mir zu sagen hast. Morgen bist du vielleicht noch schwächer." Es ist eine' ziemlich lange Geschichte. Und ich bin sehr matt." Der Pfarrer schwieg. Dann sagte er: Möchtest du mit mir beten, ehe ich gehe?" Wenn Sie so gut sein wollen. Aber noch lieber wäre mir ein Lied, das Sie gewiß kennen." Und das wäre?" fragte der Geistliche gespannt. Ich hörte es eines Abends von frommen Leuten in Plymouth singen, und feit ich hier liege, ist es mir beständig im Kopfe, nur kann ich es nicht mehr zusammenfinden. Den Anfang weiß ich noch: Befiehl du deine Wen- u ge Mein guter Junge, lieber Sohn!" rief der Pastor eifrig. 'Den Gesang sollst du von mir hören!" Und seine noch schöne, sonore Stimme dämpfend, fang er mehrere Strohfwn h2 Tvrrlirfvn nlipn Kirchenliedes. Als er innehielt, blickte Hans, oer mit geschlossenen Augen zugehört hatte, zu ihm auf und reichte ihm zu stummem Dank die Hand. Dann fielen ihm die müden Lider wieder zu, ein friedliches Lächeln lag auf seinen Zügen, und der Pfarrer Treberne wandte sich lanqsam dem Ausgang des Schiassaales zu, um im Nebenraum einen alten Mann zu besuchen, der sich nach einem überstandenen Schlaganfall noch in Pflege befand. Peter Cobbledick war achtzig Jahre alt, und trotzdem ihn schon zweimal der Schlag gerührt hatte, sah er so rüstig aus, als habe er noch manches Jahr zu leben. Ja. ja," dachte Pfarrer Treherne, die alten Blätter bleiben am Baum, die jungen welken dahin, wenn der Reif sie trifft." Der Alte war äußerst redselig, der Pfarrer ließ ihn ununterbrochen sprechen. Auch hörte er nur das wenigste von dem, was der geschwätzige Greis erzählte. Er war mit allen seinen Gedanken nur bei Hans. Dreiundzwanzigstes Kapitel. Ein Mißverständniß. Im Pfarrhause brannten die Lampen. und Pastor Treherne hatte sich, wie allabendlich, in seine Studirstube zurückgezogen. Zum Lesen kam er jedoch nicht. Er konnte das Bild des armen Hans nicht einen Augenblick vergessen. Nach mehreren Versuchen, seine Lektüre zu beginnen, klappte er das Buch zu, und die quälende Befürchtung, daß Hans noch in der Nacht sterben werde, beherrschte das Gemüth des alten Herrn so sehr, daß er ungeachtet seiner Ermüdung willens war, sich der Strapaze eines abermaligen Rittes nach dem Armenspital zu unterziehen. Da wurde an der Hausthür geschellt. Und der Baron George Treherne, des Pfarrers Neffe, ließ sich melden. ' Damit ist die Frage entschieden," dachte der Pastor. Ich will aber den Nathan hinschicken. Er hat heute einen faulen Tag gehabt. Die paar Stunden im Sattel werden ihm ganz gesund sein." Der Kutscher war' jedoch keineswegs erbaut von dem Auftrag seines Herrn. Nach seiner Meinung ging dessen Theilnahme für das alte Bettelvolk im Spittel viel zu weit. Genug, daß solche Leute im Armenhaus untergebracht wurden, damit hatte die Gemeinde vollauf ihre Schuldigkeit an ihnen gethan. So murrte Nathan, hütete sich aber wohlweislich, seine Ansicht laut zu äußern, denn der Pastor war in diesem Punkt unbeugsam, und eine Pflichtversäumniß hätte Nathan seinen Dienst kosten können. So begab er sich denn in bin Stall und sattelte den alten Grauschimmel. Der Abend war kalt, und Nathan konnte -es sich nicht versagen, am Wirthshaus abzusteigen, um ein kleines Erwärmungsmittel zu sich zu nehmen. Und als er dann wieder auf dem Gaul saß, hatte er mehr Alkobol im Kopfe, als ihm taugte.

Inzwischen hatte der Pastor seinen Neffen überredet, die Nacht im PfarrHause zu bleiben. Die Gutsherrin befand sich auf einer Besuchsreise in London, und Schloß Penlogan war für den Freiherrn daher nicht gemüthlich. Die beiden Herren unterhielten sich natürlich von Hans. Die GerichtsverHandlung wegen des Einbruchs war dem Freiherrn noch genau in Erinnerung. Nun hörte er' zum ersten Mal den wahren Sachverhalt, denn der Pfarrer erleichterte sein Herz durch eine offene Mittheilung des merkwürdigen Ereignisses, das ihn heute schwerer denn je bedrückte. Der Freiherr folgte mit gespannter Aufmerksamkeit der Erzählung seines Onkels, antwortete aber nicht sogleich. Weißt du," sagte er schließlich nachdenklich, daß des Jungen Furcht durchaus nicht unbegründet war? Mit solcher Zigeuner - Bendetta ist nicht zu spaßen. Hätte er die beiden Kerle verrathen, es wäre sicher sein Tod gewesen. Das ist ein gefährliches Volk mit seinen geheimbündlerischen Gesetzen, und ich bin überzeugt, daß ich heute nicht kinderlos wäre, wenn ich damals den Spitzbuben von Zigeuner nicht wegen Wilddiebstahls zur Haft gebracht hätte. Die Polizei entdeckte dann einen lange gesuchten schweren Einbrecher in ihm, und er wurde zu siebzehn Jahren Zuchthaus verurtheilt ich glaube, er sttzt noch. Und meine kleine Pauline wurde das Opfer der Rache seiner Sippe. Ich hörte dich diese Vermuthung schon öfters aussprechen," bemerkte der Pastor; doch näher liegt wohl die Annähme, daß das halbverrückte DienstMädchen, das ihr damals hattet, an dem Unglück schuld war. Was ist eigentlich aus ihr geworden?" Das arme Geschöpf sitzt im Bodminer Irrenhaus und ist ganz harmlos, wie sie immer war. Nein, Onkel, das Kind ist uns von den Zigeunern geraubt worden. Unser einziges, welcher Verlust! Manchmal denke ich, ob sie nicht noch am Leben sein mag. Sie wäre jetzt fünfzehn Jahre. Und dann wieder nein, und besser so. Ein Kind unter der- Erde zu wissen, ist hart. Aber schwere 5st dies Geschick zu ertraaen. 9&s taugt dir Nicht, neber George, dein Gehirn mit Möglichkeiten zu martern, die deinen Seelenfrieden untergraben müssen. Denke, dein Kind ist todt, die Umstände, unter denen es verschwand, deuten obnebin darauf." Acy, sjntei, wenn man i einen m danken gebieten könnte! Meine Frau und ich sind längst überein gekommen, nicht mehr davon zu sprechen. Oft kommt es auch nicht vor, daß ich mich solchen Grübeleien überlasse. Nur bei deiner Erzählung von dem armen Burschen überwältigte mich die Erinnerung.' Uebrigens der junge Mensch, wie leid thut er mir! Er hätte ein besseres Loos verdient." Noch eine Stunde blieben sie beieinander, dann wollte der Gast sich zur Ruhe begeben, als wiederum die Hausglocke gezogen wurde. Das mußte der Kutscher sein. Jäh sprang der Pfarrer vom Lehnstuhl auf und ging die Treppe hinunter. Nun. Nathan. wie steht's?" Er ist todt, Herr Pastor." Todt? Schon todt? Aber" Ja; gleich nachher, als Sie mit ihm gesprochen hatten, kam's mit ihm zum Sterben." O, Gott," sprach der Pfarrer mehr zu sich, als zu dem Kutscher. So nahe hätte ich das Ende nicht geglaubt." Auch keiner nicht, Herr Pastor. Ihm wurde plötzlich schlecht, und weg war er." Der Geistliche senkte das Haupt, und verharrte eine Minute schweigend. Es ist gut, Nathan, danke," sagte er, und langsam kehrte er in das Studirzimmer zurück. Auf die Frage: Todt?" neigte der Pastor nur bejahend den Kopf, und auch der Freiherr machte keine weitere Bemerkung. Als der Geistliche allein war, setzte er sich an seinen Schreibtisch. Schlaftn könnte ich doch nicht," sprach er zu sich. Und ich bin es seinem Andenken schuldig. Der Vendetta ist er ja nun entrückt. Armer

Junge! Ich fürchte, wir sind beide' dumm gewesen. Wie blind sind wir Menschen! Nun will ich dies wenigstens thun, seine Ehre zu retten. Schaden kann es ihm nicht mehr." Und eine Stunde schrieb der Pfarrer in einem Zuge, dann steckte er die Bogen in einen großen Umschlag und ging damit selbst zum Postbriefkasten. Ich denke, es wird noch morgen rechtzeitig für die Abendausgabe da sein." Er hatte richtig calkulirt. Tausende lasen am folgenden Abend . und Tages darauf den Artikel: Tragische Geschichte eines Einbruchs." Im Kirchspiel St. Denvers wurde - von nichts anderem gesprochen, und im ganzen Land erregte die Sache das größte Aufsehen. Jasper Downderry vergoß Thränen darüber, aber er sagte Eva nichts davon. Reginald Mayne verfiel, nachdem er den Artikel gelesen hatte, in tiefes Nachdenken, aus dem er sich schließlich aufraffte, um zum Crantock-Hof hinaus zu wandern. Er fand Jasper wenig geneigt, die Ermittelungen, zu denen Hans den Anwalt beauftragt hatte, fortsetzen zu lassen. .Er wollte gar nicht wissen, wo Eva berstammte. . Sie aehörte ihm

an, das war ihm genug. Der Gedanke, daß irgendwelche Verwandte sich zwischen sie und ihn drängen könnten, war ihm verhaßt. Enttäuscht kehrte Reginald in sein Bureau zurück. Und ich werde es doch nicht aufgeben Eva selbst wird es vielleicht eines Tages gern wissen wollen." So dachte er, ooch entschied er sich dafür, die Sache vorläufig ruhen zu lassen. Inzwischen erwartete den guten Pastor Treherne die größte Uebcrraschung seines Lebens. Und doch war die Erklärung höchst einfach. Er hatte dem Kutscher sehr kurze Instruktion ertheilt, die dieser widerwillig entgegennahm. Während der Pfarrer so ganz mit seinen Gedanken bci Hans war, daß er den alten Cobbledick völlig vergessen hatte, dachte Nathan nicht anders, als daß seines Herrn Nachfrage diesem Patienten gelte zumal er von dem anderen nichts wußte. Sein Gespräch mit dem Spittelpförtner war denn auch möglichst kurz gewesen. Er hatte einfach bestellt, fein Herr, der Pastor lasse anfragen, wie es dem Manne gehe, mit dem er heute gesprochen habe. Hierauf der Pförtner: O, der ist todt, glaube ich. Will aber noch mal hören, der Sicherheit halber, ob es auch seine Richtigkeit hat." Aber bitte, beeilt Euch. Ich kann nicht lange warten!" Nach wenig Augenblicken war der Pförtner wieder da: Ja, er ist richtig todt. Es ist schlechter mit ihm geworden, als der Herr Pastor eben fort war. Und dann war's plötzlich vorbei, wie wenn ein Licht ausgeblasen wird." ' Der Pastor war am folgenden Abend nach dem Spital gefahren, um wenigstens für ein anständiges christliches Begräbniß des armen Hans zu sorgen. Und nun erst wurde er über seinen Irrthum aufgeklärt. Mit welchen Gefühlen er vom Pförtner den Bericht vernahm, daß Peter Cobbledick plötzlich einem dritten Schlaganfall erlegen war, läßt stch denken. Im ersten Augenblick blieb er wie angewurzelt stehen, dann stieg er, so rasch er konnte, die breite Steintreppe hinan und stand alsbald vor Hans, der ihm lächelnd die abgezehrte Hand entgegenstreckte. Im Antlitz des Pastors zuckte es seltsam, als wolle er lachen und weinen zu gleicher Zeit. Er schluckte mehrmals, und endlich brachte er die ersten Worte' über die Lippen: Jch habe ick bin so überrascht, wie soll ich dirs nur erllaren " Etwas Unangenehmes ?" half Hans ein. O nein im Gegentheil " Der Geistliche rückte tinen Stuhl an das Bett und begann zu erzählen. Zum Schluß zog er den Abdruck seines Artikels hervor und gab ihn Hans zum Lesen. Dieser las, und seine Augen wurden immer größer. Als er das letzte Wort gelesen hatte, starrte er über das Blatt hinweg in's Leere. Nun, was sagst du?" fragte der Pfarrer nach einer Weile. Hoffentlich liest es keiner . von ihnen." Sprichst du von den Zigeunern?" Ja." Du hast sie ja nicht verrathen." Aber ich habe ihnen eine Falle gestellt. Daß sie nicht erwischt worden sind, daran bin ich unschuldig." Du fürchtest sie noch immer?" Wissentlich verzichten sie nie auf ihre Rache." Ob sie die Zeitung lesen, ist wohl sehr zweifelhaft." meinte der Pastor. Sollten sie daZ Blatt aber zufällig sehen, so finden sie ja deinen Tod darin constatirt." Ach ja wie gut." sagte Hans, und seine Züge hellten sich auf. Hans, der Zigeuner, ist todt. Hans Milward lebt und wird wieder besser." - Hm," machte der Pastor, ich müßte doch wohl über kurz oder lang meinen Irrthum eingestehen. Das bin ich mir schuldig. Ich verstehe deine Gründe, indessen darf ich mich nicht compromittiren." Hans sah wieder beunruhigt rnS. Ach, daran dachte ich nicht." sagte er. Natürlich dürfen Sie stch nicht compromittiren. Ich hoffe, 'Sie können es vermeiden, ohne mich zu comPromittiren. Nun möchte ich von anderen Dinaen mit ?lmen red?n." (Fortsetzung. folgt.)

E r k e n n t s i ch. Du. glaub' mir's. der Bub' wird mit jedem Tage Dir ähnlicher, er wird der ganze Papa werden." So? Was hat er denn wieder angestellt?" Kupfergeschirr zu reinigen. Zum Reinigen von Kupfergeschirr eignet sich sehr gut ein Brei von gekochter Kleie, welchem man nach dem Auskühlen etwas Schwefelsäure zusetzt, die man in dem Brei gut vertheilt. Auf ein Quart Kleie nimmt man einen Eßlöffel Schwefelsäure. Mit diesem sauren Brei werden die betreffenden Gefäße tüchtig gerieben, bis die schöne rcthi Farbe d:s Kupfers erzielt ist; nachher werden sie mit reinem Wasser abgespült und getrocknet. Spitzen - Schleier zu was ch e n. Man legt dieselben in Alkohol 'und weiches. Wasser zu gleichen Theilen, presse sorgfältig, nicht reiben. Alsdann lege ein Handtuch auf' den Tisch, stecke den Schleier darauf fest und lasse ihn trocknen.

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