Indiana Tribüne, Volume 28, Number 171, Indianapolis, Marion County, 13 March 1905 — Page 6
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Europäische Nachrichten.
Provinz 'Rrandenvurg. Berlin. An einem Tage gestorben sind zwei in Musikerkreisen bekannte Männer, der 42 Jahre alte Musikalienhändler Bruno ScheitHauer, Rosenthalerstr. 6364, und der L9jahrZge Musikdirektor Otto Kramer, Richardstr. 54 im benachbarten Nixdorf. An der Tollwuth gestorben ist der 9 Jahre alte Arbeitersöhn Emil Coschonckowski aus Posen, der von einem tollen Hunde gebissen, zu spät nach der hiesigen Schutzstation gebracht und dann in den Charitebarocken behandelt worden war. Kürzlich wurde an der Ecke des Weidenweges und der Tilsiter Straße die achtjährige Tochter des Postschaffners Senger von dem Pferde eines MilchWagens umgestoßen und erlitt eine Gehirnerschütterung, der sie bald darauf erlag. Der Botaniker Dr. Paul Ascherson, außerordentlicher Professor in der hiesigen philosophischen Fakultät, feierte das goldene medizinische Doktorjubiläum. Im Januar 1855 wurde er an der hiesigen Universität zum Dr. med. promovirt. Einen Mordversuch auf seine Frau beging der Gelegenheitsarbeiter Albert Jonas. Die Frau wurde durch mehrere Messerstiche schwer verletzt. Eheliche Zwistigkeiten und Eifersucht desMannes waren die Motive zu der furchtbaren That, nach deren Vollführung Jonas anscheinend von einem Tobfuchtsanfall ergriffen wurde. Aus dem Fenster des dritten Stockwerks gestürzt ist das dreijährige S'öhnchen Erich des Eisendrehers Heubner, Müllerstraße 163, das die Mutter allein in der Wohnung gelassen hatte. Das Kind .kletterte auf das Brett des offen stehenden Abortfensters .und siel auf den Hof hinab. Es starb bald darauf im Krankenhause. Aus dem Spittelmarkt überfahren und getödtet wurde die 28 Jahre alte Näherin Marie Döring, Kreuzstr. 14. Sie gerieth zwischen mehrere Fuhrwerke und bei dem Versuch, aus dem Gewirr zu entkommen, unter einen Schlächterwagen, der ihr über die Brust ging. Charlottenburg. Polizeisekretär Reschke von der zweiten Abtheilung des hiesigen Polizeipräsidiums 'war mit den unterschlagenen Dienstgeldern thatsächlich nach Amerika entkommen. Nach etwa fünfmonatlichem Aufenthalt in New York ist er dann an Bord des Dampfers Pairia" über Hamburg nach Berlin zurückgekehrt, wo er bei seiner Ankunft auf dem Lehrte? Bahnhofe sofort erkonnt und festgenommen wurde. Bei dem Verhör erklärte er, daß er lediglich aus Sehnsucht nach seiner Familie die Heimreise angetreten habe. F r a n k f u r t a. O. Der Vater des Staatssekretärs des Reichs - Marineamts, Admirals v. Tirpitz, Geh. Justiz- und Kammergerichtsrath a.D. Rudolf Tirpitz hier, vollendete kürzlich sein 94. Lebensjahr. Krebsjauche. Die Scheune des hiesigen Kossäthen WilhelmSchenk ging in Flammen auf; die dicht danebenstehende Scheune und der Stall des Kossäthen Korn, sowie der Stall des Kossäthen Ernst Schenk wurden bald von den Flammen mit ergriffen und brannten mit Inhalt vollständig nieder. L a n ds b e r g. Der 70jährige Holzmeister Prochnow wurde vor einiger Zeit im Regenthiner Walde, ermordet und beraubt- aufgefunden. Als der That verdächtig wurde der 20jährige Gärtnergehilfe Krebs in Woldenbürg verhaftet. Bei der Haussuchung wurden in einem Koffer zwei Beutel mit 280 Mark gefunden, welche als die des Ermordeten erkannt worden sind. Krebs scheint die That in einem Zustande geistiger Umnachtung vollführt zu haben. P r i tz e r l e. Die beiden Kinder des hiesigen Armenhausbewohners Grenze! erkrankten nach dem Genuß von Christbaumconfekt, das man ihnen geschenkt hatte. Während in dem Befinden der Mädchens bald eine Befserung eintrat, verschlimmerte sich der Zustand des Knaben so sehr, daß er starb. S p a n d a u. Der hiesige Rentier und Ehrenbürger unserer Stadt, Albert Kühn, verstarb im Alter von 84 Jahren. Lange Jahre hat er in unermüdlicher Thätigkeit als Stadtverordnete? und theilweise als Stadtverordnetenvorsteher gearbeitet. Provinz Ostpreußen. Königsberg. Klempnermeister Rogge, wohnhaft Löbenicht'sche Langgasse 44, erhängte sich in seiner eigenen Werkstatt. Er hatte sich aus seiner Privatwohnung hinunter in die Werkstatt begeben, und als er von seiner Familie vermißt und gesucht wurde, fand ihn seine erwachsene Tochter an einem Haken erhängt vor. Arnsdorf. Dem Eigenkäthner Ehm'schen Ehepaar von hier sind bei einem Brande, der ihre Behausung einäscherte, zwei ihrer Kinder ums Leben gekommen, beide Eheleute und ein Sohn haben gefährliche Brandwunden erlitten. Außerdem dürfte der Brand noch ein strafgerichtliches Nachspiel wegen fahrlässiger Tödtung ihrer Kinder für die Cheleute Ehm zur Folge .haben. Denn trotz polizeilichen Werbots, Flachs in der Wohnstube zu trocknen, haben sie dies doch gethan, und durch unvorsichtiges Umgehen mit Feuer ist der Flachs entzündet worden.
F r ö g e n a u. Die 5jährige Tocy
ter der Arbeiter Salewski'schen Eheleute von hier wollte sich in Abwesenheit ihrer Eltern die Füße am Ofen wärmen. Zu diesem Zwecke scharrte d glühenden Kohlen nach vorn, kcbri fielen ihr solche auf das Kleid und setzten cs in Brand. Das Mädchen erlitt dabei so erhebliche Brandwunden am Körper, daß es an deren Folgen in kurzer Zeit starb. Heilsberg. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich hier bei dem Bau der neuenEisenbahnbrücke. Dortselbst war der auf dem Vorwerk wohnende, etwa 23jährige.Arbeiter Albert Boenke mit Gerüstabbrechen beschäftigt, als er plötzlich ausglitt und herabstürzte. Er war sofort todt. L a b i a u. Ueberfahren und sofort getödtet wurde hier das Schulmädchen Rosa Brock, als es versuchte, sich an einen vorüberfahrenden Wagen anzuhängen. Lötzen. Im Streit erschoß der Töpfcrgeselle Zapitzli den Töpfermeister Purwien. Zwischen dem Sohne des Purwien und dem Gesellen Zapitzki aus dem Kornberger'schenTLpfereigeschäft bestand seit längerer Zeit ein feindliches Verhältniß, das auf Brotneid zurückzuführen war. Rastenburg. Im Hause seines Lehrherrn tödtete sich der Handlungslehrling Sanner durch einen Schuß in die Schläfe. Die Ursache ist in der Furcht vor Strafe zu suchen. Thiesleuken. Der hiesige Besitzer Grigoleit verletzte sich vor Kurzem einen Finger. Da er der geringen Wunde weiter keine Beachtung schenkte, schwoll bald der Arm an, und als dann ärztliche Hilfe kam, war es leider zu spät. Der Aermste mußte an Blutvergiftung sterben. W i r b a l l e n. Der 57jährige Diener der Woydschaft Simonis Baltruschas von hier war nach Willkowischken gefahren und hatte durch die heftigen Schneestürme so sehr gelitten, daß er bei seiner Rückkehr das Bett aufsuchen mußte. Nach kurzer Zeit verstarb der am ganzen Körper erstarrte Mann. VrcV,nz Zyestpreutzerr. D a n z i g. Der Amtsgerichtsrath Geh. Justizrath v. Heyking hat seine Entlassung nacbqesucht, um nach über 50jähriger Dienstzeit in denRuhestand zu treten. Mit ihm scheidet zugleich der älteste Richter des Oberlandesgerichtsbezirk Marienwerder, dem er allein seine Dienstzeit gewidmet hat, aus dem Amte. Briefen. Lehrer Schapira von der hiesigen Stadtschule feierte sein 25jähriges Lehrerjubiläum. Die Stadtvertretuna batte dem Jubilar eine Ehrengabe von 100 Mark bewilligt. Graudenz. Nach fast 50Zähriger Ehe die goldene Hochzeit sollte im April stattfinden starben hier die Goldianschen Eheleute in derSchützenstr. ohne besonderen Todeskampf innerhalb einer Viertelstunde, nachdem sie nur kurze Zeit an Influenza krank gewesen waren. K o s s o w o. Einer der äl'en Landwirthe in der Schwetzer Weichfelniederung, der hochgeachtete Grundbesitze: Johann Kutscher, ist hier im Alter von 86 Jahren gestorben. P a l l u b i tz. Die gerichtliche Sektion der Leiche des hieben Gutsbesttzers Leo v. Ganski hat ergeben, das Ganski durch einen Schlag in's Genick mit einem Stein oder einem stumpfen Eisen getödtet worden ist. Das Genick war gebrochen. Auch ist v. Ganski am Halse gewürgt worden. T h o r n. Eine bemerkenswerthe Auszeichnung ist dem hiesigen Honigkuchenfabrikanten Hermann Thomas, welcher den größten Theil des Bedarfes des Kaiserfamilie an Honigkuchen deckt, zu theil geworden. Der Minister für Handel und Gewerbe verlieh ihm nämlich für hervorragende gewerbliche Leistungen die große Staatsmedaille in Silber. .Waitzenau. Der hiesige BahnWärter Lewalski wurde auf der Bahnstrecke Hohenkirch - Goßlershausen todt aufgefunden. Der Kopf war ihm vom Rumpfe getrennt. Provinz "gfommera. Stettin. Ein schweres BrandUnglück wurde durch eine schon so oft gerügte Unsitte verursacht. Die in dem Hause Ottostraße 9a wohnhafte Arbeiterfrau Fleder hatte, um das Feuer im Ofen anzufachen, aus einer Kanne Petroleum in die Flammen gegössen. Das Petroleum in der Kanne fing Feuer, wodurch der Boden 'der Kanne herausgeschleudert wurde. Die brennende Masse ergoß sich über den Oberkörper der Frau, die sofort in hellen Flammen stand. Auch Gegenstände der Wohnungseinrichtung und der Fußboden geriethen in Brand. Dieser wurde von Nachbarn und der herbeigeeilten Feuerwehr zwar bald gelöscht, doch hatten die Frau und ihr einjähriges Söhnchen bereits derart schwere Verletzungen erlitten, daß sie nach dem Krankenhause gebracht werden mußten. Dort ist die Frau gestorben, und auch das Kind dürste schwerlich mit dem Leben davonkommen. A n k l a m. Conrector Keibel, eine hier sehr bekannte Persönlichkeit, ist gestorben. V U l 0 w. tfaomvcinjer oiuuif mann, seit 24 Jahren Mitglied des hiesigen Magistrats - Collegiums, des Kreisausschusses und des Kreistages, ist. am Herzschlag gestorben.
3m Herzen tief innen, Bon Heinrich Müller.
Wenn Föhn aus den Bergen weht Ein Ahnen von Frühlingszeit Und Sonnen und Mai'n Und Blüthenduft, Lerchensang Und frohen Schalmci'n. Ein Sehnen nach Kinderfreud' Und Liebe und Glück. Gab einst es selige Zeit, jlehrt nie sie zurück! Wenn Föhn aus den' Bergen weht Und Schnccglöcklein blüh'n, Tann fühl' ich im Herzen tief Ein. selig Erglüh'n. Auf der Straße; öumorcske von Julius Knopf. Ein herrlicher Herbstnachmittag! Die mild lächelnde Sonne erwärmt mit ihren schräg herniedcrfallenden Strahlen die leicht fröstelnde Erde und versucht, dem andrängenden Winter Widerstand zu leisten. Doch vergebens! Gelbe, todte Blätter fallen in dichten Schaaren von den halbkahlen Bäumen hinab auf die Erde, einen unabsehbaren, raschelnden Teppich bildend. Nur wenige grüne, lebensfrohe Blätter noch klammern sich ängstlich fest an die nackten Zweige. Doch auch sie werden bald dem dräuenden Feinde, dem Frost, zum Opfer fallen. In dem Riesenparke, dem Thiergar ten der Oase Berlins ist es fast menschenleer; es ist Wochentag, Arbeitstag! Zwel junge Mädchen gehen, eng aneinanvsr geschmiegt, an dem schmucken Luisen-Denkmal vorbei dem Brandenburger Thore zu. Ein Herr folgt ihnen schci eine geraume Weile, aber die beiden oemerken ihn nicht. Schöne, junge Mädchen sind in Berlin daran gewöhnt, von müßigen Stutzern angegafft und verfolgt zu werden zu jeder Zeit, am Tage und am Abend. Sie achten nicht mehr daraus. An einem Kreuzungspunkt der Wege bleiben die Damen ' stehen. -Die kleinere, eine rothwangige Blondine, derabchieoet sich von der Freundin. Also grüße Stepha von mir! Ich besuche, sie nächstens. Heute geht es nicht. Wir haben Gesellschaft zu Haus." Ein herzhafter Kuß die Mädchen trennen sich. Der Herr folgt der größeren, welche die Richtung nach dem Brandenburger Thor innehält. Wenn ich nur wüßte, wie ich es anfangen soll, sie anzusprechen!" murmelt er verzweifelt. Sie gefällt mir sehr." .Da kommt eine alte Frau herangehumpelt, die in der schmutzigen Hand einen Korb voll Blumenräußchen hält. Mein Engel!" ruft er der Frau leise zu. Er nimmt eins der größten Veilchenbuketts aus dem Korb und drückt der Alten ein Markstück in die Hand. Ohne die erstaunt - freudigen Dankesäußerungen der ob dieser Generosität verblüfften Verkäuferin abzuwarten, eilt er hastig dem jungen Mädchen nach. Bald holt er die Ahnungslose ein. Er zieht seinen Hut. Mein Fräulein," stottert er etwas verlegen heraus, ihr den Strauß präsentirend, diese Veilchen haben Sie soeben verloren. Gestatten Sie mir, sie Ihnen wieder zu überreichen." Bedaure,, Sie irren sich, mein Herr. Ich kann diese Blumen nicht verloren haben, denn ich habe h:ute gar keine getragen!" Aber " Sie geht schnell weiter. - Er läßt sich nicht abschrecken. So erlauben Sie mir, mein Fräulcin, Ihnen diese Veilchen anzubieten. Was sollen sie mir?" Mein Herr! Sind Sie nerdös?!" jitin, nur Provinziale, der es für kein Verbrechen ansieht, einer schönen, jungen Dame in allen Ehren ein kleines Bukett anzubieten." Mein Herr!!!" Mein Fräulein!!Herr Provinziale, Sie sind einfach unver " schämt," setzte er ergänzend hinzu. Sie machte eine nicht mißzuversiehende Geberde der Verabschiedung. Er aber hartnäckig läßt sich nicht beirren. - Man sagt mir," plaudert er ganz unbefangen weiter, daß ein klein wenig Unverschämtheit die Bedingung sei, ohne welche man hier in Berlin nicht vorwärts kommen könne. Und im Uebrigen, glauben Sie mir nur: es ist wirklich nicht so bös gemeint von mir. Ich thu' Ihnen nichts. Sie brauchen sich durchaus nicht vor mir zu fürchten!" Sie lachte herzlich. Dafür sehen Sie doch etwas zu zu harmlos aüs!" Sie lachen! Ah! Wie mich das freut!" Sie legt ihr Gesicht wieder in ernste Falten. Ich bin allein, mutterseelenallein hier in Berlin, mein Fräulein. Gestern Abend erst angekommen, um Onkel, Tante und Cousine zu besuchen. Und da verspürt so ein bezopfter Provinziale, wie ich, einmal die prickelnde Lust nach einem Abenteuer, einem kleinen. unschuldigen Abenteuer!" Zu welchem Sie mich aussuchen! Ich danke Ihnen für diese Gnade, mein
llno (Schneeglockleln bluy n. Da?? fühl' ich im Herz rief Ein selig Erglüh'n.
hochgeehrter HeiiPUnd, um nicht noch andere Mädchen der Gefahr . uszusetzen, das Opfer Ihrer Heldenthaten zu werden, lassen Sie sich sagen, daß es in Berlin auch anständige Mädchen gibt, Mädchen mit Grundsätzen. M babe GrundMe!" Grundsätze?! Also: die gerade Linie ist der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten " Ah! Sie haben also die Quinta absolvirt, mein Herr, das hätte ich nicht gedacht, und " Zerschmettern Sie mich vollends, Fräulein!" Das würde mir sehr schwer fallen. Denn ick sehe, Ihr Mund gleicht einer Hydra nicht todt zu kriegen." Ja, wo es gilt, die Ungnade einer schönen" sie sieht ihn strafend an pardon, einer sagen wir interessanten Dame wieder von mir abzuwenden, da raffe ich mich zusammen, wie der Soldat auf der Parade." Sie lächelt wieder. Und nun, verzeihen Sie die schlechten Manieren eines unerzogenen " , Ungezogenen!" kommt es leise von ihren Lippen. Eines unerzogenen Provinzialen, der es im Eifer der Unterhaltung übersehen hat, sich Ihnen vorzustellen. Mein Name ist" er stockt einen Augenblick Müller!" Uno mein Name ist Schulze!" fällt sie schnell ein, mit eisigem Ernst, in einem Tone, der all' ihren Zorn, all' ihre Verachtung über seine vermeintliche Namensfälschung wiedergibt. Sie sind inzwischen am Brandenburger Thor angelangt, wo es von Spaziergängern belebt ist. Nun aber, mein Herr, muß ich Sie wirklich ernstlich bitten, mich zu verlassen. O Gott, da kommt eine Freundin! Gehen Sie! So gehen Sie doch!!" Sie stampft ungeduldig mit den Füßchcn. Jetzt könn ich nicht mehr," erwidert er ausgelassen. Was sollte Ihre herantänzelnde Freundin davon denken, wenn ich jetzt plötzlich gleich dem Mohr, der seine Arbeit gethan, verschwinden würde!" Mein Herr! Sie sind ja ein Abgründ!" Aber kein tiefer! Fürchten Sie sich nicht. Sie fallen da nicht hinein." Die Freundin ist inzwischen an das Paar herangekommen. Ach, Milli, wie mich das freut, dich zu sehen!" Also Milli heißt sie," murmelte er. Ganz schöner Name." Die Angekommene hängt sich an Millis Arm, welche nun gezwungen ist, ihren Verfolger vorzustellen. Herr Müller," sie betont den Namen und sieht ihn dabei scharf an Fräulein Engler!" . Sie gehen zusammen die Linden entlang," unter lebhaftem Plaudernd Herr Müller zeigt sich als ein Mann von Geist. Du, der Herr ist entzückend," flüstert die Freundin Milli zu. Diese muß ihr insgeheim recht geben. An der Schloßbrücke verabschiedet sich die Freundin. Beide sind wieder allein. Aber gehen Sie, bitte,, nun wirklich!" fleht Milli angstvoll den Fremden an. Ich könnte doch Unannehmlichkeiten haben durch Ihre Spielerei." Wenn Sie durchaus darauf bestehen," erwidert er ernst, so muß ich ja wohl." Sie macht eine Verbeugung, welche gegen ihre Absicht sehr höflich ausfällt, und biegt nach links ab. Er lächelt und thut das Gleiche. Es ist fatal," ergreift er wieder das Wort, ick scheine denselben Weg zu haben wie Sie." Lüge!" zischt sie-hervor. Alles Lüge dieser Weg Ihr Name " Aber, Fräulein, Sie sind stark im Irrthum. Ich habe Ihnen nur die Wahrhcii gesagt " Ich würde sie Ihnen sagen, und sehr deutlich, venn Sie mir nicht zu gleichgiltig wären!" Er plaudert unentwegt weiter. Sie setzt dem ein beharrliches Stillschweigen entgegen. Endlich 'bleibt sie vor einem großen Hause stehen. Ich bin an meinem Ziele angelangt!" sagte sie, erleichtert aufathmenv. Nummer' 46?! Ich auch!" antwortet er verblüfft. Das ist mir aber zu stark!" sprudelt sie hervor. Mein Herr! Sie sind einfach " Nicht wieder unverschämt! Bitte, nein?" sagt er etwas niedergeschlagen. Ob Sie mir glauben oder nichts Fräulein, aber dieses Haus ist auch vas Ziel meines Spazierganges." Ich ghe nicht mit Ihnen zusammen da binein!" replizirt sie energisch., Na, dann werde ich vorgehen!" Nein, auf keinen Fall!" Nun, dann gehen Sie zuerst!" Unentschlossen steht sie da. Also, Sie haben doch Furcht vor mir, trotz meines außerordentlich harmlosen Gesichts!" spottete er. Sie macht eine flüchtige Verbeugung und huscht hinein in's Haus. Langsam geht er nach. Im ersten Stock klingelt er. Ein junges Mädchen öffnet ihm. Vetter Georg! Vetter Georg! Hast Du es endlich einmal wahr gemacht, nach' Berlin auf die Vrautschau zu kommen? Daö ist reizend von Dir." Die Dame erwidert seinen brüderlich - vetterlichen Kuß und zieht ihn dann (inein in daö Zimmer. Start
bleibt er am Eingang sichln. Daö junge Mädchen.' welches dort am Fenster steh! und ihm den Rücken zukehrt es kommt ihm fatal bekannt vor. Er will retiriren aber cs ist zu spät. Schon ruft die Cousine: Liebe Milli. erlaube. Mein Better: Georg Müller meine Freundin: Milli Schnitze," fällt er sarkastisch ein. Offenen Mundes steht Milli da, in Ueberraschung erstarrt. Schultze?" staunt die Cousine. Wie wird ein so hübsches Mädchen einen so häßlichen Namen haben. Nein, nicht Schultze, Milli Krause!" Die beiden machen eine stumme, ballsteife Verbeugung. Der Onkel kommt hinzu, bald auch die Tante. Milli will sich empfehlen, aber die Freundin läßt es nicht zu. Seufzend fügt sie sich in das Unvermeidliche. aber sie vermeidet es ostentativ, Herrn Müller : sie bittet ihm im Stillen den Verdacht der Namensfälschung ab anzusehen, anzusprechen. Er aber läßt sich nicht abschrecken. Liebenswürdig redet er auf sie. ein, und endlich löst sich das Eis und ihre Zunge. Sie wird lebhaft, munter, ausgelassen. Eine animirte Stimmung bemächtigt sich der kleinen Gesellschaft. Die Stunden fliegen dahin. Niemand achtet darauf. Plötzlich schlägt es vom nahen Kirchthurm elf Uhr. Milli springt entsetzt auf. Herrgott, ich muß nach Hause! Was werden meine Eltern denken!" Sie rüstet sich zum Gchen. Georg! Du begleitest doch Milli nach Hause?" fragt ihn die Cousine. Gewiß, mit Vergnügen!" Äan hört einen leisen Seufzer. Wieder stehen beide vor dem Hause, in welches sie einige Stunden zuvor hineingegangen.- Er bietet ihr seinen Arm, den sie zögernd annimmt. Leicht nur, kaum fühlbar, ruht ihre kleine Hand auf seinem Arm.. Sie gehen eine Weile schweigend, in Gedanken versunken. Sie sind mir noch böse?" fragte er sie. Seine Stimme vibrirt. Das Herz schlägt ihm 'bis an den Hals hinauf. Sie antwortet nicht. Auch - sie ist befangen, beklommen. Er sucht seiner Erregung Herr zu werden. Sie müssen mir verzeihen, Fräulein. Sehen Sie, ich bin ein Stiefkind des Schicksals, das in der Tretmühle täglicher Arbeit steht. Tag für Tag viele Mühen und Pflichten, wenig Freude. Und wenn so ein Sohn der Arbeit einmal überschäumt, wenn solch' dreißigjähriges Menschenkind seiner frohen Laune die Zügel schießen läßt selten genug kommt's vor ist das unsühnbar?" Sie schüelte verneinend den Kopf. Unsühnbar nicht. Wenn Sie mir versprechen, derartige Don Quichottiaden in Zukunft zu unterlassen " Gern. Ich verspreche alles, wenn Sie mir wieder gut sind." Er drückt dankbar ihren Arm. Sie läßt ihn gewähren. Und darf ich Sie wiedersehen, Fräulein Milli?" Sie zuckt leicht zusammen, da er ihren Vornamen nennt. Ich werde mich freuen, Sie bei uns zu sehen. Hier wohnen wir!" Milli!" jubelt er auf. Sie wird flammroth und schauert zusammen. . Milli, können Sie amier conjugiren?" Ob ich ? Welche Frage! Ich bin in die höhere Töchterschule gegangen und habe die Selekta absolvirt!" Um so besser! Und wie heißt je t'ainie?" Ich liebe dich!" Und werden Sie das je können, Milli?" Ich weiß nicht ich will's versuchen!" O, Milli! Den schönsten, hoffnungsvollsien Tod stirbt die trübste Nacht; sie stirbt immer in einem Sonnenanfaang. Und diesen schönsten Tod stirbt auch Ihr Haß er stirbt in unserer Liebe! Auf Wiedersehen denn morgen!" Auf Wiedersehen!" Gute Nacht, Milli!" Gute Nacht, Herr Müller!" Müller? Weißt Du nicht, daß Du mich von nun an Georg zu nennen hast?Gute Nacht Ge Georg!" Milli!!"
Grasslecke zu entfernen. Sehr leicht verschwinden Grasflecke aus Stoffen durch lochendes Wasser. Man kann sie auch gelinde schwefeln und dann wüschen. Wäscht man sie mit Seife, so bleibt, besonders bei Weißzeug, ein schmutzig aussehender Fleck zurück. Ebenso kann man Gras- -flecke auch durch ÄuSreiben mitSpiritus beseitigen; der Fleck darf aber vorher noch nicht mit Wasser in Berührung gekommen sein. Bleibt bei Weißzeug ein grauer Schatten, so vergeht derselbe in der Wäsche. Zeitgemäße Frage. Verlassen Sie sich darauf, dieses Haarwasser ist das Beste, was es gibt"! Das glaub' ich schon. . . ist es nun aber auck aut?I" V i t t k o w e n. Der hiesige Wirth Martin Sendtko ist der Kälte zum Opfer gefallen.' Er war nach Kowohlen gegangen und ist auf dem RückWege unweit seiner Besitzung, weil ihn wohl im Kampfe mit hem Sturm die Kräfte verliefen, erfroren.
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