Indiana Tribüne, Volume 28, Number 171, Indianapolis, Marion County, 13 March 1905 — Page 5
Jndkana Tribüno, 13 März 1005
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Tiddlywin Ks. -VLiamoreske von j Euftmia Adlcrsscld.ZZllcftrcm. 11" fl1"1 jit'in'',i''i'i'",'"i'ii'pi"i'v (Schluß.) Otto erwärmte sich neulich so für Seidenwürmerzucht streckte die Näthin zum Schluß ihre FiI5lhörner, d. h. ihre moralischen aus. Solltest Du ihm am Ende Seidenwürmer dann zieh' i ch aber aus, das sage ich im Voraus. Nein ich Hab's: Du schenkst ihm :inen Hühnerhof und die Biester werden mir meine Blumenrabatten und Gemüsebeete zerscharren " Hühner sind, so viel ich weiß, Vö--gel," erwiderte Tante Christel überlegen, und da ich Reptilien verabscheue, dürftest Du Dich über Seidenwürmer umsonst aufgeregt haben." Seidenraupen sind, so viel ich weiß, Insekten," meinte Dorothee lachend und damit wurden sie Tante Christel zunächst los, die etwas von impertinenter Gans" murmelnd, empört das Feld räumte, nicht ohne daß ihre Nichte ihr neckend die Frage nachrief, ob ihr Geschenk vielleicht zur Gattung der Lurche zebörte. tturz nacy zwölf Uhr erschien venn das Geburtstagskind aus dem Dienst heimkehrend wieder zu Haus und direkt darauf gab ein Tienstmann für Tante Christel einen verschlossenen Spahnkorb ab, den sie höchstselbst in Empfang nahm und damit das Zimmer betrat, in welchem dec Rath eben seine Geschenke in Empfang nahm, gebührend alles bewunderte und seine Weiber" gründlich dafür abküßte, während er nicht verfehlte, auch schmunzelnde Blicke auf das Büffet zu werfen wo für das Fest-Mittagsessen schon eine Schüssel appetitlich angerichteterHummermayonnaise und ein Weingelee mit eingemachten Pfirsichen darin stand, lieblich flankirt von blitzenden Kristallschalen mit Kompott, Knackmandeln und silbernem Weinkühler, darin in Eis vergraben eine Sektflasche ihren staniolumhüllten Hals verlockend herausstreckte. Kinder, Ihr verwöhnt mich zu sehr," sagte er, über die seidenweichen, feinen Maco-Socken streichelnd und ganz, ganz unten, um den allgemeinen Eindruck nicht zu verderben, eine Spitze von dem Baumkuchen abbrechend und in den Mund schiebend. Das Beste kommt noch," rief Tante Christel vortretend. Du, lieber Bruder, hast Dich, ich weiß es, in Deinem Hause seit dem vorzeitigen Tod Deines Terriers, des lieben, unvergeßlichen Schnick, vereinsamt und verlassen gefühlt" Na, na, Christel das ist den Mund doch 'n bissel 'voll-genommen," meinte der Rath lachend, die Arme um die Schultern von Frau und Tochter schlingend. Widersprich nicht, Otto, ich weiß es," erwiderte Tante Christel. Dein Herz hängt an den stummen Geschöpfen, die Gott uns zum Troste und zur Pflöge gegeben und darum schenke ich Dir am heutigen Tage wieder ein solch liebes Wesen, das Dein trauriges Heim beleben und verklären soll!" Donnerwetter," sagte der Rath verblüfft und sah mit hochgezogenen Brauen zu, wie Tante Christel den Strick löste, 'der den Deckel des Korbes befestigte. Donnerwetter!" sagte er noch einmal, aber bedeutend lauter, als der Teckel zurückgeschlagen wurde und in dem Korbe sitzend ein Affe den klugen, häßlichen Kopf herausstreckte Nun, Tiddlywinks geh' und sag' Deinem Herrn schönen guten Tag und gib ihm ein Küßchen von seinem Schwesterchen," redete Tante Christel den Afsen in zwitschernden Tönen an, während die Familie Bunelius dastand und entgeistert auf das Geschenk" starrte. Tiddlywinks starrte auch, aber nicht zu lange, denn ein Affe übersieht die Situation mit der ihm in allen Dingen eigenen Schnelligkeit. Er stieg aus dem Korbe heraus und setzte sich daneben hin, um sich zunächst bewundern zu lassen: hm, ja, für einen Affen war er ganz hübsch, groß wie eine kräftige Hauskatze, mit langhaarigem, braungrauem Fell, buschigem, langem Schwänze und ein paar Augen, die vor Bosheit funkelten. Donnerwetter," sagte der Rath zum dritten Mal und seine Frau lachte hysterisch auf. Ich habe Dir von vornherein gestattet, dieses sonst so unvornehme Wort zu gebrauchen," sagte Tante Christel stolz. Nun, hat mein Geschenk nicht Hand und Fuß?" Tiddlywinks bewies sofort selbst, daß er das hatte. Zur Vorbereitung kratzte er sich erst rechts, dann links die Rippengegenden und als er das liebe Thierchen gefunden hatte, das ihn zu dieser Bewegung veranlaßt, grinste er die Anwesenden an, um sein tadelloses Gebiß zu zeigen und machte dann einen Satz, der ihn direkt und mit unfehlbarer Sicherheit auf den Geburtstagstisch brachte, wo das Bouket im Baumkuchen seine Aufmerksamkeit erregt hatte, und ehe noch irgend Jemand ihn daran zu hindern vermochte, hatte er's auch schon an sich gerissen und zerrte und biß daran herum, daß es eine Freude war. Die schönen, schönen Rosen!" schrie Dörothee auf, einen Schritt nach dem Tische machend und da hatte sie auch schon das zerflederte Bouket am Kopfe und das Maroquinetui mit den Hemdknöpfen hinterdrein, d. h. nur das Etui, kenn die Knovfe waren bei dem Kluat
durch die Luft herausgefallen und kol-: lerten durch die Stube. Daß der Baumkuchen bei der Attacke stehen geblieben, war eigentlich noch ein Wunder jedenfalls versuchte Frau Vunclius ihn zu retten und aus des Assen qefährlicher Nähe zu entfernen, aber Tiddlywinks verstand ihr hastiges Zugreifen nach der hohen Tortenschüssel, auf der der Kuchen prangte, falsch, und versuchte zähnefletschend das hohe Gebäude zu ersteigen. Entsetzt fuhr die Räthin zurück Schüssel und Kuchen sausten mit einem Krach vom Tisch herunter, auf dem Boden eine hübsche Melange von Scherben und Brocken produzirend, und der Affe fiel rückwärts auf den Tisch zurück. Der Schreck, den er dadurch bekam, machte ihn erst recht wild, denn aufspringend wandte er sich blindlings gegen die Lampe, die natürlich umfiel, wodurch Glocke und Cylinder die andere Seite des Tisches mit &rhen Niirnirten. wäbrend das Petroleum sich aus dem dito zerdrocynen Bassin in einem lieblich duftenden Strome ergoß. Ter Affe gehörte aber sicherlich nicht zu den Liebhabern dieses Parfüms, denn er ergriff unverweilt das seidene Cachenez und so viel Socken, als er fassen konnte, und kersucbte.damit den rinnenden Petroleumstrom zu stoppen jedenfalls eine Reminiscenz früherer Tage. Affen sind ja sehr gelehrig. Aber der Rath, der bisher starr der Verwüstung seines Geburtstagstisches zugesehen, fand nun, daß es genug sei und stürzte sich mit dem Rufe: Na wart, Du Satansvieh" auf das Geschenk der Tante Christel, das sein trauriges Heim beleben und verklären sollte" und in demselben Moment, als er seine Hand am Arm der Gerechtigkeit darnach ausstreckte, biß TiddlyWinks ihn auch schon in den Daumen, daß ihm Hören und Sehen verging. Das natürlich sofortige Zurückweichen
seines Angreifers benutzte der siegreiche Affe sogleich zu einer neuen That: er riß die Hosenträger aus ikjrun Karton, warf den letzteren nach dem Rath und band sich die ersteren selbst mit großer Gewandtheit kreuzweise um den Leib. Tann setzte er sich hin, kratzte sich wieder an den verschiedensten - Stellen seines corpus und sah sich nach etwas Neuem um. Das Büffet mit seinen diversen, bunt leuchtenden Schüsseln darauf, schien ihm einer genaueren Inspektion für geeignet und da weder der gebissene Rath, der sich ein Schnupftuch um seinen Daumen gewickelt hatte, noch auch die drei Damen - wußten, wie sie ihn daran verhindern sollten, so turnte Tiddlywinks auch ohne jede Schwierigkcit seitwärts am Büffet in die Höhe und landete zunächst auf der rechten Seitenkonsole des Büffetaufsatzesauf der ein sogenanntes Vexir-Huilier wohlc-efüllt stand. Dieses Gefäß interessirte ihn sofort sehr. Er nahm es in seine allzeit Zum Zugreisen bereiten Borderfüße oder Hände, schüttelte es und begann es tattmäßig zu neigen. Nach rechts floß das Oel, nach links geneigt, der Essig heraus und das machte er so lange, bis nichts mehr in den gekreuzten Glastuben war. Dann warf er das Gefäß einfach herab, betrachiele sich noch mit schiefem Kopf die Scherben und langte, als er davon genug hatte, unverweilt nach dem Salatherzen, das frischgrün den Mayonnaisenhüael krönte. Das gab Frau Bunelius, welche die Mayonnaise mit liebevoller Hingabe selbst gerührt hatte, den zagenden Muth zurück, und wie auf den Baumkuchen, so stürzte sie sich nun auf diese leckre Schüssel, um sie dem Affen zu entreißen. Doch der, die Attacke nahen sehend, setzte sich, wie der Blitz so schnell, einfach darauf, mitten in die Mayonnaise hinein und mit dem Rufe: Kinder, das ist mein Ende!" sank die in ihren heiligsten Gefühlen als Köchin total vernichtete Räthin auf den nächsien Stuhl, um kreischend sofort wieder aufzufahren, denn der Affe hatte sie zur Vermittlung und Ermöglichung eines sonst unmöglichen Sprunges vom Busfet auf den Eßtisch benutzt, um sich dort durch Hin- und Herrutschen auf der gedieaenen, wollenen Tischdecke mit dem schönen persischen Muster der an seiner Kehrseite haftenden fetten Mayonnaise zu entledigen. Der Umstand, daß in dem Moment, als sie übersprungen wurde, der Räthin eine schöne, dicke Hummerscheere in den Schocß kollerte. brachte d:e arme Frau völlig aus der Fassung. In Thränen ausbrechend. stürzte sie aus dem Zimmer, gefolgt von der lammerncen Xoicu;ee, und tr; Rath, seinen Daumen im Taschentuch gegen Tante Christel schwingend, schloß sich mit dem Ausrufe: Da kann man ja noch froh sein, wenn man nicht an Blutvergiftung stirbt!" dem Rückzug der Seinen an. Die Gebcrin war nun mit ihrer Gabe allein. Es ist wahr, sie hatte du- größte Lust, gleichfalls diesen von einem so kleinen Geschöpf in unverhältnißmäßig kurzer Zeit verwüsteten Raum zu verlassen, aber es ist auch ebenso wahr, daß sie es zunächst versuchte, eben dieses kleinen Geschöpfes vorher habhaft zu werden. Der Affe,' der ihm anhaftenden Mayonnaise einigermaßen ledig, hatte sich der Birne der elektrischen Klingel bemächtigt, die von der rothscidenen, um die Hängelampe über dem Eßtisch geschlungenen Cordel herabhing und zerbiß diese mit spielender Leichtigkeit. Tante Christel näherte sich dem Tische. . Tiddlywinks flötete sie zuredend. .Will mein süßes Thierchen nicht zu mir kommen? Da schön! Da schön!" Aber das süße Thierchen schwang ch als Antwort nur an der Hängelampe in' die Höhe und durch das vermehrte Gewicht gab der Flaschenzug nach. Die schaukelnde Beweauna. mit der er ber-
I MMOSSMMMAMMKVMGM WMchM -MMOA-LMMMÄß y'' w' "?' WMA AMI HmtzßWMÄ ... 'MMMAÄ K'V 1 y ; - c PKchch - ; ' AWÄMFW tn$fo'A - "f&ü -'" - ; ' MHckRMj vl ''H '&'; " -MOKM Wr OW-'MWHM Vi, , 1 ' ' - , w'AwMw'tä - V&t - r"w$ MMFMM fo, " '""-iKy&7.'.'.vsm-'. 'W'7wfrytfyyZA VZÄ'.. I i. ::: V, Ij&WllP tyty. y "y iivt - ii ' '4 rvÄM t4zv'' s sjß. y tö- - fr-' 4' if wtr . , y&f k DMi'MWM t '' v& MÄs Y"'fs &wcJyb -V. f ''Ai'HthK-Ji vyy'y,-y, . ','',?yi Ä , 5 ÄÄizfe;::! y'x'4yrf.' 5v'x.,?'?-,-.5,' 'y'yyyK'4:-i'' X ! 's,' y,?' 'fs4r, $ "'i , W WZWGwMG W-?: MMMMM .AMWOSS fyVt''"""" '"-' fr&p. t; WÄj ' ", . " aa, ? 'y"t'y'',ty',''-yi. UMMßü &irr iMtzHMMM kMAiW H(ft chMhOchSOHM pßz'6: 'A- AlmMt xÄfe: ri tM-;?' '; v-,'w .&ÄWAyU?y?ir, f?V"iYtä ' YJyS HnztZt ' JMr- i?f&i-A tS'S'', '"' V'VAx' s'v y's4 ' , r' y '','? yiyyyyii''My' -V'4 H'&'&V "MKSMÄMSWÄAKM my M m?rt vffiry '- 'y v. b x , & 4A K 1 ' V 4 & 1- Li 2L,, I
Senator John Der Senator hat einen Gesetzentwurf sicherungS-Cefellschaften im Lande unter Streitigkeiten unter den Direktoren der Anregung zu seinem Plan. avsuyr, gefiel .iOdlywinkö aber sicytllch die Erinnerung an schaukelnde Aeste in seinen Urwäldern stieg in ihm auf er schwang sich auf die Krönung der Lampenglocke, ergriff von den drei die Lampe tragenden Ketten zwei und begann sich-durch entsprechende Bewegung kunstgerecht zu schaukeln erst lang sam, dann schneller, und bald flog die Lampe mit dem darauf stehenden, die Ketten umklammernden Affen über dem Eßtisch hin und her wie ein Perpendikel, oer verrückt geworden ist. Entsetzt sah Tante Christel dem gefährlichen Spiele zu und wartete, mit beiden Här.den vor den Ohren, auf den Moment, wo erstens das Bassin der Lampe mit dem Brenner herausfliegen mußte und wo zweitens' Glocke und Affe dem ersteren folgen würde. Dazu keuchte und quietschte oben der Lampenhaken in der 'in die Decke geschraubten Oese wenn die nachgab, dann schlug nock das Gewicht des Flaschenzuaes alles kurz und klein! Rein, die Oese gab nicht nach, sie war gut eingegipst in der Decke, aber der Haken sprang bei dem immer toller werkenden Schaukeln heraus und mit einem fürchterlichen Krach flog die Lampe gegen und auf das Büffet, dort noch vernichtend, was der Affe vorher ganz gelassen. ' Tante Christel war bebend in ihre Kniee gesunken, als die Katastrophe erfolgte und hatte sich die Augen zugehalten. Die Stille, die dem Sturme folgte, war ihr aber noch fürchterlicher fast, als der Anblick dss Nernickitunawi'rL ihrer das Heim verklärenden", Gabe ja, um's Himmels willen, was war aus dieser geworden? Hatte die stürzende Lampe den Affen erschlagen? I Gott bewahre! Tiddlywinks saß unter dem Tische und überwand den Schrecken, den ihm diese unzuverlässige Schaukel verursacht hatte, durch Vertilgung der Knackmandeln, die bei der Katastrophe freundlicher Weise vom Büffet geflogen waren, und dieser Anblick erbitterte Tante Christel dermaßen, daß sie ihre Rechte ausstreckte und dem Affen eine Ohrfeige versetzte. Dagegen schien Tiddlywinks aber ein ganz entschiedenes Vorurtheil zu haben wuthentbrannt über die unerwartete Züchtigung warf er erst die Schale der Knackmandeln der Tante Christel in's Angesicht und sprang ihr dann mit einem Satze auf die Schulter. Entsetzt schrie, sie auf in der. Furcht, nun auch gebissen zu werden und siel dabei vornüber auf ihre Hände, so daß ihre Stellung nun thatsächlich die war, von der man zu sagen pflegt, daß man auf allen Vieren" sich befindet. Run aber gefiel Tante Christel sich in der gleich dem Puffscheitel seligen Angedenkens vielbeliebten Friseur a la Japanaise, die unter hundert Gesichtern kaum dreien wirklich kleidet, unter allen Umständen aber durch die wulstartig ringsum aufgebauschten Haare den Kopf unverhältnißmäßig vergrößert und auf dem höchsten Gipsel mit einem sogenannten Kicks" abschließt, einem Haarknoten, den Tante Christel in Ermangelung eignen Haars beim Friseur käuflich an steh gebracht hatte. Dieser Kicks" reizte sofort den Affen er riß ihn seiner Besitzerin mit einer Gewalt vom Kopfe, daß ihr das Wasser in die Augen schoß, weil es natürlich gräßlich raufte," und dann wühlten sich die kleinen. aber ach! so kräftigen Asfenhände in ihre aufgebauschten eignen Haare, zerrten und rauften darin umher, daß Tante Christel Ach und Weh schrie, und schüttelten sie daran mit einer Kraft und Ausdauer, daß sie mit der Rase fast auf den Boden aufschlug und ihr im wahren Sinne des Wortes Hören und Seben veraina.
F. Druden. im Congreß eingereicht, der alle Ver Controlle der Regierung stellt. Die Cquitable" gaben dem Senator die
In diesem Augenblick tiefster Erniedrigung für Tante Christel, da sich einmal im Leben die Geißel, die sie enderen zugedacht, gegen sie selbst kehrte in diesem fürchterlichen Augenblick öffnete sich die Thür zum Korridor und der Referendar von Newsky betrat die Stätte der Verwüstung. Daß eine weiße, wciblickie Hand diese Thür hinter ihm schloß und Dorothees Gesicht lachend und weinend sich dabei auf einen Moment zeigte, konnte Tante Christel in ihrer Stellung auf allen' Vieren nicht sehen, aber sie erkannte den Eintretenden sofort', trotzdem ihr die Haare nun Lber's Gesicht hingen wie einer, die aus dem Narrcnhause entsprungen ist. Der Referendar, der mit einem kurzen Blick überschaut, was er' ehedem als seiner künftigen Schwiegereltern elegantes Eßzimpser. kannte und nun seine funkelnden Pincenezgläser auf das Objekt auf dem 'Boden zu seinen Füßen richtete, hatte alle Mühe, seinen Ernst zu bewahren er hat später gesagt, er wüßte nicht.' wie er das fertig gebracht, denn der Affe hatte bei seinem Eintritt die Haare der Tante Christel fahren lassen und 'saß nun auf ihrem Rücken, den .Eintretenden angrinsend, worauf er sich theils aus Verlegenheit, theils aus Nothwendigkeit mit der rechten Hand unterm rechten Arm kratzte. ' ' Hilfe! Retten Sie mich!" gellte Tante Christel den mit allen bösen Geistern der Schadenfreude und der Lachlust ringenden Referendar an. Aber dieser junge Mann, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch so altmodisch war, trotz eigener Habenichtsigkeit ein verhältnißmäßig armes Mädchen heirathen zu wollen, wußte andererseits ganz gut, auf welcher Seite sein Brod gebuttert war außerdem hatte er draußen im Korridor schon der weinenden Dorothee versprochen, sich die Tante mal kaufen" zu wollen dieser junge Mann that also nichts dergleichen er ließ Tante Christel ruhig auf allen Vieren mit dem Affen auf dem Rucken zu seinen Füßen, stemmte die Arme in die Seiten und sagte rubia: Mein gnädigstes Fräulein nach der mir von Ihnen so deutlich markntel. Ablehnung meiner Person würde ich mir nie erlauben, meine verachtete Hand zu ihrer Erhebung auszustrecken!" Tante Christels Cbarakter neigte zum Muckschen" und sie hätte vielleicht auch jetzt noch gemuckscht," wenn eine Bewegung ihres Kopfes Tiddlywinks nicht gereizt hätte, mit seiner nicht engagirten linken Vorderhand nach ihren heillos zugerichteten Haaren zu greifen und fest daran zu ziehen. Au weh um Gottes willen das Thier tödte! mich!" schrie Tante Christel auf. Befreien Sie mich von dem Affen und ich will Ihnen ewig dankbar sein!" Mas verstehen gnädiges Fräulein darunter?" fragte Herr v. Newsky so ruhig, als seine Lachlust ihm das erlaubte. Ack ick will nickts daaeaen baben. daß Sie sich mit Dorothee verloben," gapste Tante Cbristel. Danke sehr verbunden. Aber da Herr Landgerichtsrath Bunelius .und seine Frau Gemahlm schon vorher nichts dagegen gehabt haben, so genügt mir das," sagte der Referendar. trocken. Doch auf Ihre gütige Zustimmung hin will ich.aern die Ihrerseits etwas scharf accentuirte Kränkung Dorothees und meiner selbst zu übersehen versuchen, das Kriegsbeil vergraben und Sie von dem Affen befreien, wenn Sie m:r vorher "twas versprechen wollen Alles was Sie wollen nur . neb-
men Sie das Thier von meinem Rücken fort." flehte Tante Christel schluchzend. Gleich," versicherte Herr v. Newsky, ohne sich zu rühren. Sehen Sie. mein gnädiges Fräulein, in Ihrer sonst ganz aewin löblichen Absicht, billiae Gelchenke zu machen, haben Sie von meinem Gerichtsschreiber den Affen erstanden, der dem armen Manne schon seine ganze Wohnung verwüstet hat, ohne zu bedenken, was Sie mit einem solchen Geschenk anrichten könnten. Der Mann war selig, das Vieh loszuwerden, selbst gegen Ihr Tauschobjekt, hat er mir heut' früh gesagt. Unbesehen ist das billige also nicht immer das beste. Wenn ich Ihnen ien Affen abnehmen soll, so müssen Sie mir vorher versprechen, den ganzen Schaden zu ersetzen, den er hier anaerichtct hat" 'Ach Gott, ach Gott!" jammerte Tante Christel theils für ihre Börse, theils weil der Affe eben mit allen vier Händen anfing den Rücken ihrer eleganten Bluse zu bearbeiten. Ten ganzen Schaden, sage ich," fuhr der Referendar fort. Was Sie thun wollen, Ihren Verwandten die ganze verdorbene Festfreude inklusive schreck und Aerger zu vergüten, das wüßte ich ohnehin nicht. Also: Sie versprechen?" Ja! Ja!" schrie Tante Christel lauter, als es die Sache erforderte, denn die Nägel des Affen kamen ihr schon auf's Lebendige. Ihr Wort darauf!" begehrte der etwas mißtrauische Referendar. Aber das wird ja ein Heidengeld kosten!" wimmerte die Tante. Na, wenn Sie nicht wollen dann adieu, mein gnädiges Fräulein." war die kühle Antwort und Herr v. Newsky drehte sich auf dem Absatz um. Bleiben Sie ich verspreche es." kreischte Tante Christel, ich will alles erscnen ich aebe 5hnen mein Wort Gut, und ich accepttre Ihr Wort," sagte der Referendar und mit einem Griff am Genick hatte er den Affen gepackt, in den Korb fpedirt und diesen geschlossen. Dann gab er Tante Christel die Hand und richtete sie empor. Ihr erster Blick fiel dabei in den Spiegel und mit einem Schrei des Entsetzens sank sie auf den nächsten Stuhl, den" was sie in dem erbarmungslosen Glase sah, Ws war nicht das elegante, soignirte. immer noch sehr gut aussehende Fräulein Christa Bunelius-das war eine wilde Jndianersquaw, wie sie wohl aussehen mag.' wenn sie um den Kessel tanzt, in welchem ein Bleichgesicht" schmort und so hatte dieser Newsky sie gesehen, so sah er sie noch über'Z ganze Gesicht lachend vor ihr stehend. Mit wankenden Knieen stand sie auf, sich zu entfernen und als sie schon an der Thür war, da trat er noch einmal auf sie zu und reichte ihr mit spitzen Fingern den stark verzausien Kicks." Gnädiges Fräulein werden das zur Ergänzung Ihrer Toilette brauchen," sagte er schmunzelnd. . Der Kicks" machte bei Tante Christel das Maß voll. Halb ohnmächtig fiel sie dem erstaunten Newsky um den Hals und brach in Thränen aus. Na, na," sagte er, gutmüthig wie er nun einmal war. so schlimm ist das ja nicht das wird sich ja wieder glatt machen und anstecken lassen! Gnädiges Fräulein Tante Tante Christel!" Ja, nennen Sie mich Tante," schluchzte sie. Sie sind ein ein edler junger Mann ich will ich will Dorothee auch gern ein ein Nadelgeld aussetzen, damit ihr bald Hochzeit machen könnt" Na, na," machte der Referendar abermals, nicht leichtsinnig Tante, Tante Christel! Mit 20 Mark monatlich wird uns nicht auf die Beine zu helfen sein, fürchte ich."
Setzen Sie noch eine Null an die Zwanzicl." lächelte sie schwach. Wird's dann rächen?" Ich denke schon! Und das ist Ihr Ernst?" Ich scherze nie in Geldsachen," erwiderte Tante Christel würdevoll, nahm ihren Kicks und verschwand. Donnerwetter!" sagte der Referendar hinter ihr drnn. Und dann ließ er sich eine Droschke holen und fuhr mit Tiddlywinks in den Zoologischen Garten, dem er damit im Namen von Fräulern Christa Bunelius ein Geschenk machte, das sogar in die Zeitung kam. Tante Christel hat Wort gehalten. Sie hat alles ersetzt, was der Asse zu schänden gemacht und ihrer Nichte Dorothee das versprochene Nadelgeld pünktlich ausgezahlt. Auf der Hochzeit hat sie sogar um den. Brautkranz getanzt und da er ihr dabei zufiel, so wartet sie gläubig noch heute auf den Bräutigam dazu. Man foll nichts auf dieser Welt verreden. Aber seit dem bttühmten Geburtstag hat sie in den Familien ihres. Bruders und ihrer Nichte einen Spitznamen, den ich Dir, lieber Leser, verrathen will, ivenn Du versprichst, ihn nicht auszuposaunen. Nun, sie nennen Tante Christel: Tiddlywinks! Nach Allem, was sie seither gethan, ist das eigentlich nicht hübsch! - I n London sind während der mit letztem März zu Ende gekommenen zwölf Monaten 490 Kinder im Bette erstickt. Chauffeure in England, welche ihr Vehikel nicht zum Stehen bringen, wenn sie der Lenker eines Fuhrwerks darum ersucht, werden zu einer Geldbüße verurtheilt. Im Hafen havarirt. Im türkischen Hafen Erekli erlitten während eines Sturmes etwa 40 Segelschiffe Havarie; sechs Personen büßten das Leben ein.
Ys YT ÄMU 000 000 geliefert von 1. B. MEYEE & C0. Telephone Nuf : ' - 2440" jReii - - 516" 10 Haupt-Vcrömdungcn Wir sind zu jeder Zeit zu haben. Kohlenhof nahe bei Ihnen. Sanpt Office : 13 Nord Pennsylvania Straße. IAKE ER1E & WESTERII R.R. .. ..Fahrzeit der Züge.. . Abfahrt Sntunf. lolkdo. Ehlcazo und ichigan Expreß... 7.1 sie. koledo. Detroit und Chicago Lim 12.20 f 8.26 Vichtgan fcitl), Munrie u.LasayetteSplj 7.20 fl0.5 tSzlich f ausgenommen GonnJagJL Französische Medaille für den deute scheu Kaiser. Varon dc Zuylcn, der Präsident des französischen Automobilklubs, überreichte dem deutschen Kaiser bei Eröffnung .der Berliner Autoniobil ausstellung eine goldene Medaille zur Erinnerung an das Gordon VcnncttNennen. Varon dc Zuylen richtete hierbei folgende Worte an den Monarchen: Es ist mir die hohe Ehre zu Theil geworden. Eurer Majestät im Namen des französischen Automobilklubs unsere goldene Plakette zu überreichen, als ein Zeichen der Tank, barkcit für die Protektion und die Ermuthigungcn, die Eure Majestät der im Entstehen begriffenen Automobil industrie zukommen lieszen. Wir wer, den auch niemals die Liebenswürdige keit vergessen, mit der Ew. Majestät die Mitglieder des französischen Automobilklubs und die französischen Konstrukteure im Taunus empfingen. Die Erinnerung daran ist unvcrlösa lich in unserem Gedächtniß eingeschrieben." Tarauf antwortete der Kaiser: ,,ch bin Ihnen unendlich dankbar, Herr Baron, für die Worte, mit denen Sie mir die geschmackvolle. Plakette überreichten. Ich nehme sie mit Vergnügen an als ein Erinncrungszeichen an die Tage von Hom bürg, die. wie ich zn meiner Freude sehe, in Ihnen, meine Herren, und Ihren Lanböleuten angenehme Erin nerungen zurückgelassen haben." Cnrill und Melitta, oder der Noman zweier Königskinder so ungefähr würde der Titel für einen Roman lauten können, in dem die Schicksale der beide?: geschildert werden. Und ein Noinan ist ihr Leben. Trr Großfürst mit seiner interessantcu Vergangenheit, die Großherzogm mit der noch interessanteren sie passen zueinander, denn sie lieben sich so innig, wie sich nur zwei gleichge stimmte Menschenkinder lieben können. Wo Tu bist, da will ich auch sein, denkt Cyrill. Erstens ist ein Aufenthalt an der Seite der hübschen Cousineweit ungefährlicher als in Rußland' oder der Mandschurei, und zweitenshat man sich ja so viel, ach so viel zu erzählen . . . Uno weil sich die Zwei, gerne haben, schon sehr lange, versteht, man nicht, warum nur die schöne Melitta so sehr erbost sein konnte, daß sie nach Bekanntwerden der Verlobung ihres einstigen Gemahls, des Groß Herzogs von Hessen, die vier ihr von ihm geschenkten herrlichen Schimmel hat erschiceßn können. Krank waren sie nicht, die armen, schönen, theueren Tbicrchen. Tie Welt sollte es auch nicht erfahren, daß draußen auf dein schönen Sommersitze Rosenau eines Vormittags vier Schüsse knallten unddes Großhcrzogs Geschenk zu nicht? mochten. Und doch blieb's nicht ver schwiegen. Ans den, Gerichtssaal. Der Bichelbauer soll bezeugen, daß der Schmiedtoni dem Hortwastl eine Ohrfeige gegeben hat. Richter: Wie war die Sache, Zeuge Bichelbauer?" Z e u g e: I' hab' gar nix g'seh'n, Herr Richter i' hab' mi' glei' um'dreht. wie er ihm d' Waisch'n 'geb'n hat!" , Unbekannte Sterne. Ter berühmte Astronom Leverrier war nach Rußland gekommen und wurde vom Zar Nikclaus zur Hofiafel gezogen; da er abe' kein Russisch konnte, so r?ar er sehr einsilbig. Der Kaiser wandte sich a' Puschkin, der sich in seiner Nähe befand, und frcgte: Alexander Sergeiwitsch, was mag Leverrier fehlen? .Er scheint seh? verdrossen." Sogleich antwortete der Dichter, indem er auf die dekorirten Generäle deutete: Jedenfalls ist er verwirrt über den Anblick so vieler ih.n unbekannter Sterne."
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