Indiana Tribüne, Volume 28, Number 170, Indianapolis, Marion County, 11 March 1905 — Page 7
Jndiana Tribune, Rl. März 1905
3m Anmpfe mit öcm Schicksnl. 5!oman von SilaS 5k. Hocking, übersetzt von B. Treumannttoner.
( Fortsetzung.) y-r Zweiundzwanzigstes Kapitel. Ein Licht auf dunklem Wege. Es läßt sich so bequem über die Nichtigkeit des menschlichen Daseins Philosophiren, es für werthlos erklären, für eine jämmerliche Farce. Und es kommen selbst Zeiten, wo wir das Leben hassen, verwünschen, es von uns werfen möchten. Aber doch in dem Augenblick, wo es gilt, die Rechnung abzuschließen, die Probe auf das Exempel zu machen, bricht die ganze Philosophie vor dem einfachen Instinkt, dem Naturgesetz des Selbsterhaltungstriebes, zusammen. Wir' können die Todten zwar beneiden, klammern uns aber trotzdem an das Leben. Wir sehnen uns nach der Ruhe des Grabes, und schaudern gleichzeitig davor zurück. Wir umkleiden den Tod mit weißen Engelsgewändern, es nützt nichts, denn unsere Angst bringt wie durch X-Strahlen das Skelett zum Borschein. Der Freund und Tröster, der uns in friedlichen Schlummer wiegen soll, ist dennoch der Fürst des Schreckens. Dem fernen Murmeln des Meeres lauschend, dachte Hans, es fei für .ihn das beste, der Stimme zu folgen, die ihm Ruhe und Schlaf verhieß nach allen Irrfahrten seines, wie er glaubte, verfehlten Lebens. Sein religiöser Glaube stand auf zu schwachen Füßen, als daß der ihm hätte einen Halt gewähren können. Die Lehren seiner Mutter von einer gütigen Vorsehung, die der Menschen Schicksal leite, fand er durch nichts in seinem Leben bestätigt. Es war wie ein loses Blatt vom Winde bald hier, bald dorthin geweht worden, auch wohl mal an ein geschütztes Plätzchen, wo er liegen bleiben, sich ausruhen konnte, bis ihn der Wirbelwind abermals erfaßte und mit sich führte, ziellos, zwecklos; alles nur Spiel des Zufalls, ein blindes Ungefähr! Wenn ich jemand hätte, für den zu leben der Mühe lohnte; Eva ist auch ohne mich glücklich. Es thut mir leid, daß ich ihr sagte, ihr Bruder lebe. Das war ein Fehler. Es thut mir auch weh, daß ich dem alten Mann sein Geld nicht zurückzahlen kann er wird schlechter von mir denken, als ich es verdiene. Es ist nichts daran zu ändern. Ich kann nichts dafür." Die Leute drängten und hasteten an ihm vorbei, während er so seinen Gedanken nachhing. Die Straße hatte sich, seit die Laternen angezündet waren, noch mehr belebt, er fühlte sich vorwärts geschoben, in eine andere Richtung, "vom Strande fort, die Stimme des Meeres vermischte sich mit dem Getöse der Stadt, bis er das dumpfe Brausen nicht mehr hörte. Ein Arbeiter kam singend daher: Mein Liebchen, das liebt nur mich allein, und bald werden beisammen wir sein, Juchhe!" Ein albernes Verschen, und doch muthete es Hans eigenthümlich an. Aufhorchend dachte er: Also giebt es doch noch Glück in der Welt." Der Arbeiter da schien mir wirklich glücklich zu sein, vermuthlich im Vorgefühl des Stelldicheins mit seinem Madcye.-?. Dann zog ein Trupp junger Tarnen des Weges, paarweis schwatzend' und lachend, als gäbe es nur Lust und Freude auf Erden für sie war es sicher noch so. Er blickte ibnen nach, die letzte und jüngste der Schaar erinnerte ihn etwas an Gemma. Es war, als wollte für den Augenblick die Lebensmüdigkeit von ihm weichen. Das Dasein, das ihm öde und leer zwar dünkte, es war am Ende immer noch besser als todt sein. Und eine leise Hoffnung regte sich in ihm, der Instinkt des Lebens hatte gesiegt. . An einer Straßenecke mußte .er siehen bleiben, um eine Prozession von Männern und Frauen vorübe: zu lassen. Sie marschirten in geordnetem Zuge und sangen dabei: Werft als Ballast über Bord Alles, was bedrückt euch schwer! Seht, es winkt der sichre Port, Unser Herr zieht vor uns her. Zum gedeckten Tisch, Kamraden, Führet euch die Gnad' des Herrn, Alle Sünder sind geladen, Kommt, er labet jeden gern!" Hans schloß sich den Leuten an. Klang doch, was sie sangen, wie eine persönliche Einladung für ihn. Es lag auch eine zuversichtliche Freudigkeit in der einfachen Melodie, die aufrüttelnd wirkte, so daß er unwillkürlich mit marschirte. Unterwegs vergrößerte sich der Zug und bald befand Hans sich in der Mitte desselben, anstatt am Ende. Vor einem offenen Thorweg staute sich der Zug, und dann ging einer nach dem anderen in einen großen Saal. Hans blieb stehen, er wußte ja nicht, ob er mit eintreten dLrfe. Wieder hörte er die Leute singen; keine flotte Marschmelodie, wie vorher auf der Straße, sondern eine feierlich ernsie Weise. Den Text verstand er draußen nicht. Ein Mann kam heraus und redete den einsam Zurückgebliebenen an: Warum steht Ihr hier? Kommt Ihr nicht herein?" Darf ich denn? Was habt Ihr vor?" Wir loben den .Herrn mit Gesang
und essen vom Lebensbrot, lieber Freund." Hans horchte auf. j . So seid Ihr-wohl zu einem Mahl versammelt?" Das will ich meinen! Zu einem herrlichen Gastmahl."
Zahlt Ihr viel dafür?" fragte Hans mit gesteigertem Interesse. Nichts haben wir zu zahlen. Wir erhalten alles aus lauter Gnade." Das konnte mir so passen, sagte Hans. Hast du Hunger, Kamerad?" O, und wie sehr!" Du bist mühselig und beladen?" Das stimmt." So komme zu uns herein, du Aermsier. Die Thür steht dir offen und Platz ist noch viel. Komm, laß dich führen zum Stuhl der Gnade." Jeder Stuhl ist mir recht. Ich habe, seit heute morgen nicht gesessen." O! Mein Bruder, du vermengst geistliche und fleischliche Dinge dein leiblich Sein und das Heil deiner Seele. Noch sind taub deine Ohren für die Botschaft und mit Blindheit bist du geschlagen. Ich will dich geleiten an den Fels der Ewigkeit, die Düfte der Eedern des Libanon werden dich umfangen und erlaben sollst fordich an den Trauben von Eskol!" Komm, lieber Bruder und Sünder," sprach er mit vor innerer Erregung bebender Stimme. Die Stunde hat dir geschlagen. Sieh der Trsch ist gedeckt, das Kalb ist geschlachtet." Er zog Hans zur Thür. Die Ge, meinde stimmte soeben ein neues Lied an, dessen Text den Heimathlosen wunderbar ergriff. Niemand achtete auf ihn, wie er auf einen Stuhl sank, der in einer Ecke unweit des Eingangs stand. Die versammelten Männer und Frauen hatten die gefalteten Hände emporgehoben und die Augen zur Zimmerdecke gerichtet. Gespannt hörte er dem Gesänge zu: Befiehl du deine Wege Und was dein Herze kränkt Der allertreusten Pflege Des, der den Himmel lenkt." Der Mann war noch immer neben ihm und sprach von der Sündenvergebung und dem ewigen Leben. Hans hörte nicht mehr darauf, das Lied fesselte seine ganze Aufmerksamkeit und lieZ ihn Müdigkeit und Hunger vergessen. Der Wolken Luft und Winden Gibt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege finden. Da dein Fuß gehen kann. Dem Herren mußt du trauen. Wenn dir's soll wohl ergehn, Auf sein Werk mußt du schauen. Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbst eigner Pein Läßt Gott sich gar nichts nehmen, Es muß erbeten sein." Von der Predigt, die dem Gesang folgte, und allem, was sonst noch vorging, verstand Hans nicht mehr viel. Die drückend warme Luft im Saal machte ihn schläfrig, und er vermochte nicht mehr, die Augen offen zu halten. Ein abermaliger Chorgesang nach der Predigt weckte ihn jedoch, und als dieser beendet war, kamen einige Mitglieder der Versammlung auf Hans zu und redeten eifrig auf ihn ein, aber seine Erschöpfung hatte jedenfalls seine Denkfähigkeit beeinträchtigt. Er hörte wohl, daß den guten Leuten daran gelegen war, ihn zu belehren, daß es ihnen heiliger Ernst war, ihn zu -erretten" auf irgend eine Weise, von der er sich aber keinen rechten Begriff machen konnte. Mochten sie auch nur wenig befriedigt von dem Erfolg ihrer Bemühungen sein, so hatten sie ihm viel mehr Gutes erwiesen, als sie ahnten. Die Stunde bedeutete einen abermaligen Wendepunkt in seinem Leben. Die Welt erschien ihm nicht mehr so öde und leer, das war für den Augenblick freilich alles. Er war noch so hungrig, wie zuvor, noch ebenso aussichtslos, als er wieder planlos die Straße entlang wanderte. Hierbei stolperte er über ein Hinderniß, das er bei der mangelhaften Beleuchtung der titendasse. in die er aeratben war. nicht gesehen hatte. Er siel daraus nin, und nun merkte er, daß es ein hochaufgeschütteter Haufen Kohlen war. Im Nu war Hans wieder auf den Beinen. Hier gab es vielleicht ein Stück Arbeit für ihn. Er pochte an die Hausthür, vor der die Kohlen lagen. Eine Frau öffnete, und Hans sagte, höflich die Mütze ziehend: Darf ich Ihnen die Kohn hereinfchaffen, Madame?" Wieviel wollt Ihr dafür haben? Mein Mann konnte es nicht mehc thun, er ist todtmüde von der Arbeit gekommen." Fünf Groschen würde wohl nicht zu viel sein." Ich will mit meinem Mann sprechen. Du, Jim," hörte Hans sie sagen, ein junger Mensch fragt, -ob er uns die Kohlen für fünf Groschen hereinbringen soll." .Ei, gern," lautete die erfreute Antwort. Wir hätten sicher mit der Polizei zu thun bekommen, wenn sie draußen geblieben wären." Es war für Hans kein leicht verdientes Fünfgroschenstück. Die Frau sah dies auch wohl ein, denn sie gab ihm noch ein großes Stück Brot mit Käse und einen Topf voll heißen Kafsee dazu. In der Nähe fand er dann für feine fünf Groschen eine Schlaf stelle nebst Frühstück. Das Nachtquartier war zwar nicht besonders einla-
dend, aber er brachte es auf volle acht Stunden Schlaf, was manchem nicht gelingt, der auf Eiderdaunen gebettet ist. Anderen Tages war Hans wieder auf der Arbeitsuche, und was er gelegentlich verdiente, reichte für seinen Lebensunterhalt hin. In der Woche vor Weihnachten, um die Zeit des geschäftigen Sorgens und des fröhlichen Gebens, fiel auch hie und da etwas mehr als sonst für den armen Wanderburschen ab, und er konnte sogar ein Sümmchen ersparen. Nach dem Fest aber ließ der unvermeidliche Rück
schlag nicht lange aus sich warten. Bald waren seine Spargroschen aufgezehrt, und er wußte nicht, wie er sich das nackte Leben fristen solle. Wüßten doch die Moralisten, die da behaupten, wer nur arbeiten will, der findet schon Arbeit," wie wenig ihre Weisheit mit den wirklichen Verhältnissen im Einklang steht. Hans gab sich redlich Mühe, doch feste Stellung wa? ohne Zeugnisse nicht zu erlangen, und zur Aushilfe bedürfte man niemand. Als nun gar sein Anzug schäbig wurde, war es mit der Aussicht auf irgendwelchen Verdienst für ihn auch gänzlich vorbei. Seltsamerweise kam jedoch nicht wieder jene tiefe Niedergeschlagenheit über ihn, die ihn fast in den Tod getrieben hätte. In seinem Innern war an dem Abend, wo ihn die fromme Brüderschaar vor völliger Verzweif lung bewahrt hatte, eine Salte berührt worden, die in ihm nachklang mit leisem Ton, nicht wie der dumpfe Singsang der See, der ihn zum Schlummer einlud, 'sondern mahnend, wie ferner Glockenschall und Erinnerungen in ihm wachrufend, die seit seiner Kindheit nie ganz erstorben waren. Unter diesem Einfluß reifte in ihm ein Entschluß, den er wohl schon früher erwogen, doch den zu fassen ihn seine Scheu zurückgehalten hatte, als Bittender anzuklopfen, so lange er noch die Kraft in sich fühlte, ohne fremde Hilfe ehrTi durchzukommen. Stolze Unabhängigkeit, ein schönes Ideal! Ob aber eines, das erreichbar in dieser Welt? Hans begann stark daran zu zweifeln. Wer ist denn- überhzupt unabhängig? Wer vermag sein Ziel zu gewinnen, ohne von anderen gefördert zu werden? Schon für die ersten Schritte ins Leben bedürfen wir einer Hand, die uns führt. Mit Hans war es genau so, das sah er jetzt ein. Und die hilfreiche Hand, die einzige freilich, die er kannte, würde ihm der gute Pastor Treherne von St. Denvers nicht verweigern, falls er noch am Leben war. So wanderte Hans denn wieder gen Süden, muthig dem Hunger und der Kälte Trotz bietend. Was konnte er anders erwarten, es war Landstreicherlos. Und er bekam auf der Strecke bis zur Grenze von Cornwall genug von beiden zu kosten. Das Ungemach, das ihn aber dort befiel, war ihm neu, und schlimmer, als frieren oder hungern oder beides zusammen. Bis hierher hatte ihn die Zuversicht auf eines guten Menschen Mitgefühl noch aufrecht erhalten. Kaum war er auf cornischem Boden, als es anfing, zu fchneien. Dazu stieg, ein scharfer Wind auf, der die dicken weißen Flocken vor sich herfegte. Zum Glück hatte Hans ihn im Rücken, so daß er mehr dadurch gefördert als gehemmt wurde. Zumeist führte sein Weg zwischen Hecken und Gräben hin oder über ödeZ flaches Moorland. Meilenweit wanderte er ohne ein Haus oder eine Hürde zu sehen, nirgends zeigte sich auch nur eine Spur von einem lebendigen Wesen auf der Landstraße. Kein Wunder bei dem Wetter. Wer nicht hinaus mußte, blieb daheim, und das Vieh lag geborgen im -warmen Stall Hans hatte morgens für seinen letzten Groschen ein Stück Brot erstanden, in das er ab und zu hineinbiß, nachdem er es mit einer Handvoll Schnee angefeuchtet hatte. Festen Schrittes stapste er weiter, doch ward es ihm nun doch schwer, guten Muthes, zu bleiben. Die nassen Kleider klebten ihm am Leibe, und sein schon stark strapazirtes Schuhwerk war durchlässig geworden. In den Fingern und den Zehen fühlte er einen stechenden Schmerz, der von Minute zu Minute peinigender wurde. Das Schneetreiben ließ erst nach, als das Tageslicht schwand, und da endlich gewahrte er ein weitläufig gebautes Dorf. Hier hoffte er durch Schneeschauseln ewas Geld zu verdienen. Doch beim cornischen LandVolk war da wenig zu hoffen. Für eine Arbeit, die er selber thun kann, gibt der fleißige, sparsame Bauer dort nichts aus. Schließlich, als Hans sich bereit erklärte, für einen unerhört niedrigen Lohn zu arbeiten, wurde feine Hilfe angenommen. In drei bis vier Stunden hatte er es glücklich auf die Summe von fünf und einen halben Groschen gebracht, wovon er einen Theil für sein Nachtmahl und das übrige einem Grobschmied für die Erlaubniß zahlte, dessen Werkzeugkiste als Bett benutzen zu dürfen. So hart das Lager auch war Hans schlief sofort ein, nachdem er sich in seinen nassen Kleidern darauf ausgestreckt hatte. Besser wäre es gewesen, wenn er nach kurzer Rast hätte weiter wandern können, aber seine Kraft war auf das Aeußerste erschöpft. Am Morgen, als ein Lichtstrahl durch daS Schmiedethor fiel, wachte er auf und wollte sich rasch von? der Kiste heruntergleiten lassen. Kaum hatte er jedoch versucht, sich zu bewegen, als er mit einem lauten Schmerzensschrei zu-
rücksank. Noch einigemal hob er den Kopf, indessen nur wenige Zoll, der Schmerz, den die Bewegung ihm ver-
ursacht hatte, war unerträglich. So verharrte er denn stöhnend in derselben Lage, bis dr Grobschmied kam. . via, junger Mann, wollt Ihr den lieben lanaen Taa hier lieaen bleiben?" rief der Meister ihn an. Aber, um Gottes willen, was macht Ihr für ein Gesicht!" Ich möchte aufstehen." ächzte Hans. Wenn ich nur könnte." Ein bissel steif, was? Kommt wohl vom langen Liegen auf den harten Brettern? Ich will Euch aufhelfen." Mit diesen' Worten erarrn er ans bei den Schultern, aber ein gellender Ausjchrel netz den Mann sofort von seiner wohlaemeinten Silfeleistuna Abstand nehmen. So schlimm m es? fraate er erschreckt. Ja, ach ja; tch stehe 'Hollenqualen aus." Gewiß habt Ihr Euch erkältet. Friert Ihr?" Ach, nein, ich glühe. Habt Ihr was zu trinken?" flehte Hans. Der Schmied legte ihm die Hand auf die Stirn. .Mächtig heiß seid Ihr - scheint im Fieber zu sein." Er wandte sich nach dem Ausgang und zwei Finger zwischen die Zähne steckend, pfiff er mehrmals in die klare Morgenluft hinaus. Was gibt's?" rief ein unweit herunschlendernder Polizist. Meister Jonas ging dem Blaurock entgegen. Da ist ein kranker junger Mensch in meiner Schmiede; ich glaube, er hat ein schweres Fieber." ' Vorsichtig näherte sich der Polizist und betrachtete den Kranken aus respektvoller Entfernung. Bor Strolchen und Einbrechern hatte Polizist Davies keine Angst, die wußte er anzupacken, aber ein ansteckendes Fieber war ein unheimlicher Gast, mit dem er sich lieber nicht befaßte. Will zum Doktor gehen, das wirr . das beste sein," sprach er und überließ Hans einstweilen seinem Schicksal. ' Nachdem der Schmied ein Federkissen herbeigeholt und dem Kranken einen frischen Trunk gereicht hatte, trat eine Art Betäubuna ein. aus der erst der Arzt den für die Belebungsmittel nicht eben dankbaren Patienten weckte. Was fehlt mir?" fragte er schwach. Akutes rheumatisches Fieber mit Komplikationen," erwiderte der Doktor. Was für Komplikationen?" Das kann ich noch nicht sagen." Werde ich durchkommen?" Wenn. Sie sich ruhig verhalten. Sprechen Sie lieber nicht." Entweder ich muß sprechen oder stöhnen," sagte Hans mit einem kläglichen Versuch, zu lächeln. Der Arzt blieb ernst und machte keine weitere Bemerkung. Eine Stunde später kam der Lazarethwagen. Hans hatte schon geglaubt, auf seinem Bretterlager in der Schmiede Höllenqualen zu leiden, doch die Martern, die er während der Fahrt nach dem Krankenhause ausstand, spotteten aller Beschreibung. Er biß sich die Lippen blutig, um nicht laut zu schreien. Endlich hielt der Wagen vor dem Spital. Die Aerzte hatten Erbarmen genug. Hans die Kleider vom Leibe zu schneiden, und dann wurde er in ein warmes Bad gebracht. Ein so weiches Bett, wie er es darauf erhielt, hatte er in seinem Leben noch Nicht kennen gelernt. Eine Woche lernet war er ohne Be wußtsein. Ab und zu hatte er wohl einen lichten Augenblick, doch unter heftigen Schmerzen. Dann verfiel er wieder in Fieberphantasien oder Bewußtlosigkeit. Auf diesen Zustand folgte eine so hochgradige Erschöpfung, daß er fast beständig mit halbgeschlossenen Augen dalag und, obwohl bei klarem Verstände,, nicht sah, noch hörte, was um ihn vorging. Die Aerzte hatten den Fall gleich für einen sehr ernsten erachtet. Zu dem mit Herzasfektion verbundenen Gelenkrheumatismus war Lungenkongestion hinzugekommen. Und jetzt hing alles davon ab, daß der Patient bei Kräften blieb. Hier aber war wenig Aussicht vorhanden. Seine Kräfte nahmen vielmehr zusehends ab, und eines Tages gab der leitende Arzt auf seiner Runde der bei Hans stationirten Pflegerin unverhohlen zu verstehen, daß er das Ende für nahe bevorstehend halte. O, wie traurig," sagte sie. Ein so jünger Mensch!" Ja, es ist traurig, aber wer weiß, ob es nicht noch trauriger für ihn wäre, wenn er durchkäme. Eine verfehlte Existenz auf alle Fälle." - Aber er sieht aus wie ein ordentlicher Mensch." Das bestreite ich nicht. Doch solchen Leuten das Leben zu erhalten, ist eine zweifelhafte Wohlthat." Damit entfernte sich der Doktor
rasch, und mit einem Seufzer setzte sich die Pflegerin wieder an das Bett ihres Patienten. Er blickte unter den halbgeschlossenen Lidern zu ihr hin, aber er redete sie nicht an. Selbst das Sprechen war eine zu große Mühe für ihn. Er hatte nur den. Wunsch, still liegen zu dürfend Die Schmerzen hatten ihn verlassen. Ihm war zu Muth, als sinke er unaufhaltsam ins Bodenlose, und daS Gefühl war durchaus kein unbchagliches. (Fortsedung folgt.)
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