Indiana Tribüne, Volume 28, Number 170, Indianapolis, Marion County, 11 March 1905 — Page 5
Indiana Tribüno,
11. März WZ.
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000 o o o geliefert von A. B. METER & CO. Telephone Sluf : Alt - - 2440" Neu - - 516" 10 Haupt-Vcröindungcn mm Wir sind zu jeder Zeit zu haben. Kohlenhof nahe bei Ihnen. Saupt Ofsice : J9 Nord Pennsylvania Straße. Hach zu Dchs. Sie mannigfache Verwendung des Tamara ochse t Teutsch-Tüdwestasrika. In Deutsch - Südwestafrika, das durch den Herero-Krieg das Schmerzenskind des deutschen Reiches geworden ist, bildet die Viehzucht die Haupterwerbsquelle und Ninderheerden bilden den Grundstock für den Wohlstand seiner Bewohner. Seit alters her komnien dort verschiedene Ninderrassen vor, keine Rasse ist aber dem Klima und sonstigen Bedingungen des Landes so angepaßt wie das Damararind. Es ist mittelgroß, hochbeinig, schlank und gut gebaut, von einheitlicher Farbe mit gesprrnkelten oder schillernden Flecken. Es hat vortreffliche widerstandsfähige Hufe, die selbst durch sehr ungünstige Bodenverhältnisse nicht so leicht beschädigt werden. Tieses Hererovieh ist ungemein hart, gegen Witterungseinflüsse unempfindlich; es kann drei Tage lang ohne Wasser aushalten und erträgt auch Futtermangel, ohne gleich vom Fleisch zu fallen. Die Kühe geben jedoch wenig Milch, höchstens ein bis zwei Liter für den Tag, und die Ochsen sehen wenig Fett an. Es eignet sich also dieses Rind weniger als Milch- oder Schlachtvieh, leistet aber vorzügliche Dienste als Zug-, Last- oder Reitochse. Das Anlernen der jungen Ochsen als Reitochsen geschieht, in folgender Weise: Das ein- bis ljährige Kalb wird mit1 K Pftfe Vf, -!:' vnh"'''.''' l ?;; -i v Wh$00f--"'" m äd :mr tm AXd-WlZA . i-f.' ,"Vm fc-W-il:...- .,-:''' k nr-;. i Jvb ', i"j,-ir'-" AAin.. . .. "'.H, i, ,,. -.".. .'.;X- ' "l'tv CZvHerero ans einem Neitochsen. ielst Schlinge am Hinterfuß gefangen, und während es andere festhalten, schwingt sich ein Junge auf den Rücken. Natürlich brüllt und bockt der Ochse gewaltig. Am Fortlaufen wird er aber durch Festhalten an Beinen und Hörnern gehindert. Etwa acht Tage wird der Ochse so Morgens und Abends je eine halbe Stunde vorgenommen. Dann wird ihm ein Stück Holz durch die Nase getrieben, an dessen Enden die Zügel befestigt werden. Eine Zeitlang geht nun der Ochse mit einem gelernten Reitthier angekoppelt und kann dann allein geritten werden. Vor der Soiroe. Aber, Edgar, wie kannst Du nur jetzt schon gähnen, wo der Abend noch gar. nicht begonnen hat?" .Ja weißt Du das rührt noch vom letztenmal her!" Am Vifer. Richter: . . . Seien Sie ehrlich, Angeklagter, und geben Sie den Diebsiahlzul" '
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OAOiLOA0A0A0A0OZxai.0A0A0A01O jDic Schlingr. Z 5 o Erzählung nach dem Leben.
V H O O von f.. rrnkkngorf. .. M QTOYOYOVOYOVOOVC7OTOYOYOYO (Schluß.) Aber er sah sich in dieser Erwartung getauscht, denn ohne daß sich die minbeste Ueberraschung in seinen Mienen gezeigt hätte, legte Doktor Gerstenberg das Blatt bei Seite und fuhr in seiner Unterhaltung mit Werdenfels fort: Ihre Weigerung, stch über den 23erstorbenen zu äußern, entspringt gewiß einem sehr schätzbaren und leicht begreislichen Zartgefühl. Aber Sie dürfen nicht vergessen, Herr Forstassessor. daß hier höhere Interessen in Frage kommen und daß Sie nach dem Gesetz zur Aussage verpflichtet sind. Ich möchte Sie also noch einmal fragen, ob Ihnen bekannt ist, daß Heydebrandt von jähzornigem Charakter und zu brutalen Ausschreitungen geneigt war." Ich weiß es nicht aus eigener. Erfahrung, aber ich habe allerdings dergleichen gehört." Und sein Eheleben? Ist es Ihnen als ein glückliches erschienen?" Die Auskunft, die Sie von mir verlangen, Herr Landgerichtsrath, ist etwas peinlicher Natur. Mißverstände nisse und Zerwürfnisse werden vermuthlich ebenso gut in der Heydebrandt'schen Ehe vorgekommen fein wie in jeder anderen; aber der Verstorbene hat niemals Anlaß genommen, mich nach dieser Richtung hin zu seinem Vertrauten zu machen." v Heydebrandt war um mehr, als zwanzig Jahre älter als seine Gattin, er war von derben, fast bäuerlichen Umgangsformen und keineswegs durch körperliche Schönheit ausgezeichnet. Es wäre also nicht gerade wunderbar, wenn seine junge Frau ihm zuweilen Anlaß zur Eifersucht gegeben hätte. Haben Sie etwas davon bemerkt?" Nein niemals!" Es sind Ihnen also auch keinerlei verdächtige Beziehungen zwischen Frau Heydebrandt und dem Inspektor ausgefallen?" Ein sarkastisches Lächeln verzog für einen Moment die Mundwinkel des Forstnssessors. Verzeihen Sie aber das ist eine geradezu ungeheuerliche Vermuthung, und Sie dürften auch schwerlich irgend einen Anhalt dafür haben." Vielleicht doch. Rösecke ist seiner äußeren Erscheinung nach gar nicht so übe!.", Die gebräunten Wangen des Zeugen schienen" plötzlich um eine Schattirung dunkler zu werden. ..Aber ich wiederhole Jhne: dieser Verdacht ist eine Ungeheuerlichkeit. Frau Heydebrandt würde' sich niemals so weit vergessen haben, .zu diesem Menschen hinabzusteigen." Wenn sie nicht ein besonders lebHaftes persönliches Interesse an ihm nimmt, weshalb ist sie dann so angelegentlich bemüht, ihn als schuldlos hinzustellen? Und weshalb scheut sie nicht einmal vor notorischen Unwahrheiten zurück, um ihn zu entlasten?" Vor notorischen Unwahrheiten? Das ist unmöglich!" Sie selbst, Herr Forstassessor, haben mich davon überzeugt." Werdcnfels fuhr sich zweimal rasch nacheinander mit der Hand über die Stirn. Ich? Das kann nur ein Mißverständniß sein, Herr Landgerichtsrath." - Wohl kaum. Frau Heydebrandt hat uns vor wenig mehr als einer Viertelstunde versichert, der Zorn ihres Gatten hätte eigentlich gar nicht dem Inspektor gegolten, sondern Rösecke sei ihm nur unglücklicher Weise gerade in einem Augenblick in den Wurf gekommen, als er aus ganz anderer Veranlassung heftig erregt und seiner selbst nicht mächtig gewesen sei. Sie aber haben uns bezeugt, daß Sie nichts von einer besonderen Gemüthsbewegung an Ihrem Freunde wahrgenommen und sich über völlig gleichgiltige Dinge mit ihm unterhalten hätten, als Rösecke eintrat. Haben wir da nicht schon eine offenkundige Unwahrheit?" Zum ersten Mal seit dem Beginn seiner Vernehmung wandte Werdensels den Blick von dem Fragenden ab und starrte zum Fenster hinaus. Eine halbe Minute des Schweigens verstrich; dann sagte er: Stützen Ihre Vermuthungen sich auf nichts anderes als auf diesen Widerspruch, so kann ich sie leicht genug widerlegen. Nicht Frau Heydebrandt hat Ihnen da die UnWahrheit gesagt, sondern ich." Wollen Sie also die Güte haben, sie zu berichtigen." Heydebrandt war bei meinem Vesuche in der That sehr ausgeregt, und wir unterhielten uns nicht über gleichgiltigc, sondern über recht ernste Dinge. Aber ich muß es entschieden ablehnen. mich naher über den Inhalt unseres Gespräches zu äußern. Mit der hier vorliegenden Untersuchungssache haben diese Dinge nichts zu thun, und da sie eine dritte Person betreffen, bin ich aus Rücksichten der Ehre zu unbedingtem Stillschweigen verpflichtet." Diese Aenderung Ihrer ersten Aus-, sage eröffnet mir allerdings eine ganz neue Perspektive. Es bedarf keines besonderen Scharfsinnes, um zu errathen, daß die Aufregung des Herrn Heydebrandt durch unliebsame Vorkommnisse in seiner Ehs bedingt. war. Und wenn es nicht.de? Inspektor Rösecke' gewesen
ist, -der dabei eine Rolle spielte, so war
es zweisellos irgend ein Anderer. Bitte, Herr . Forstassessor," 'wehrte er einen Unterbrechungsversuch des Zeugen ab, lassen Sie mich ausreden. Ich spreche nicht in den Tag hinein, sondern ich habe meine guten Gründe. Frau Heydebrandt ist, wie ich Ihnen schon sagte, mit einem wahren Feuereifer bemüht, den Inspektor zu entlasten. Wenn, sie es nicht thut, weil er ihrem Herzen nahesteht, so gibt es dasür keine andere Erklärung als die, daß sie wirklich von seiner Schuldlosigkeit überzeugt ist. Das letztere aber ist bei der Schwere der gegen Rösecke vorliegenden Verdachtsmomente nur dann möglich, wenn sie den wahren Schuldigen kennt. Und somit muß in mir nothwendig der Verdacht entstehen, daß sie als Mitschuldige oder doch als Mitwisserin an dem Verbrechen betheiligt sei. Sie versichert, die beiden Zeugen, die den Inspektor kurz vor der That im Park gesehen haben wollen, müßten sich in der Person des Mannes geirrt haben, und sie gibt gleichzeitig zu, daß sie selbst sich noch wenige Minuten vor neun Uhr im Park aufgehalten habe. Muß man da nicht auf die Vermuthung kommen, sie habe ein heimliches Stelldichein mit einem vorläufig noch unbekannten Dritten gehabt, und eben dieser Dritte sei auch der Mörder des unglücklichen Heydebrandt? Der Park war nach allen Seiten hin verschlossen, und ich habe mich durch den Augenschein überzeugt, daß ein Uebersteigen der Mauer so gut wie unmöglich ist. Aber das Räthsel, wie der Mörder hinein und wieder heraus gekommen sei, löst sich ziemlich einfach, wenn man annimmt, daß er sich im Besitz des Schlüssels zu einer der Parkpfcrten befunden habe. Ich hoffe, daß es mir gelingen wird, festzustellen, ob es außer den Gutsinsassen noch andere Persönlichkeiten gab, die über einen solchen Schlüssel verfüg-j ten." Der Referendar hatte längst ausgehört, das Verhalten seines Vorgesetzten zu begreifen. Abgesehen davon, daß ihm seine Schlußfolgerungen von einer ungeheuerlichen Kühnheit schienen, suchte er vergebens iudj einer Erklärung, wie der Landgerichtsratazu kam, einem Zeugen derartige Ausschlüsse über seine Gedanken und seine Absichten zu geben. Die größeren Ueberraschungen aber standen ihm noch bevor; denn auf nichts anderes war er so -wenig vorbereitet gewesen als auf die Antwort, die jetzt, und zwar wiederum nach einem längeren Schweigen, von Seiten des Forstassessors erfolgte. Ich bewundere Ihren kriminalistischiin Scharfsinn. Aber um Ihnen zu beweisen, wie leicht Sie bei Ihren Nachforschungen wiederum auf eine ganz falsche Fährte geführt werden könnten, gebe ich Ihnen ohne Weiteres zu, daß ich selbst einen solchen Schlüssel zur kleinen Parkpforte besessen habe und noch jetzt besitze. Ich ersparte dadurch einen großen Umweg, wenn ich von Vierlinden herüber kam, und .pflegte mich seiner bei meinen Besuchen auf Rischdorf darum regelmäßig zu bedienen." Das ist einleuchtend. Aber ich kann Ihnen doch meine Genugthuung nicht verhehlen, Herr Forstassessor, daß Sie durch einen glücklichen Zufall in der Lage sind, Ihr Alibi während der hier in Betracht kommenden Zeit nachzuweisen. Ich hätte Ihnen sonst vielleicht pflichtgemäß mancherlei Unbequemlichleiten und Weitläufigkeiten bereiten müssen." Wollen Sie damit etwa andeuten, daß man mich" Aber ich bitte Sie, die Sache erledigt sich ja durch Ihre Anwesenheit im Kasino ganz von selbst. Man kann doch nicht gut hier in der Stadt in einem Lesezimmer sitzen und gleichzeitig eine halbe Stunde davon entfernt verhängnißvolle Schießübungen anstellen. Um Sie aber nicht erst durch eine nochmalige Vorladung belästigen zu müsfen, bitte ich Sie, mir den Namen irgend Jemandes zu nennen, der uns Ihr Verweilen im Lesezimmer des Kasino zwischen achteinhalb und neuneinhalb Uhr am Abend des 23. März eidlich bezeugen kann." Werdenfels schien angestrengt nachzudenken. Sein bräunliches Gesicht hatte eine eigenthümlich fahlgelbe Färbung angenommen, und seine Augenlider waren halb geschlossen. Nach einer Weile, während deren es todtenstill im Zimmer gewesen war, schüttelte er den Kopf. Aber als er dann zu sprechen begann, war seine Stimme vollends heiser und tonlos geworden. Ich kann Ihnen eine solche Person leider nicht nennen, denn ich erinnere mich nicht mehr, wen ich etwa gesehen hätte oder von wem ich gesehen worden sein könnte." Aber Sie werden doch bei einigem Nachdenken darauf kommen nicht wahr? Sie waren ja nicht mit einer Tarnkappe angethan und sind auch nicht durch's Fenster hinein und heraus geflogen." Nein. Aber das wenig benutzte esezimmer wird autzer von ver tfrau, die es am Morgen zu reinigen hat, oft tagelang von keinem Menschen betreten, und wenn mein Gedächtniß mich nicht täuscht, bin ich auch an jenem Abend ganz allein darin gewesen." Das ist ein recht unangenehmer Zufall. Aber jedenfalls sind Sie' doch von dem Portier gesehen worden, als Sie das Gebäude betraten? Ich kann ja.wenn es Ihnen erwünscht ist. den Mann auf der Stelle holen lassen." Er streckte die Hand aus, als wenn er nach der vor ihm stehenden Glocke greifen wollte. " '
Aber der Forstassessor erhob abwehrend die Hand. Es würde wahrschcinlich ein vergebliches Bemühen sein, denn ich habe bei meinem Eintritt nicht den Haupteingang von der Lindenstraße, sondern die nur für Mitglieder zugängliche Nebenthür nach der Heinrichsgasse benützt, und dort befindet sich kein Portier. Wohl aber kann ich Ihnen eine Anzahl von Personen namhaft machen, mit denen ich später in den Spielzimmern gesprochen habe." Um welche Zeit?" , Nach halb zehn Uhr." Das hätte kaum irgend welchen Werth, denn .Sie wissen wohl selbst, Herr Forstassessor, daß man in einer halben Stunde bequem von GroßRischdorf nach dem Kasino gelangen kann. Wir würden also, wie es fcheinen will, lediglich auf Ihre eigene Erklärung angewiesen bleiben. Sie haben dieselbe noch nicht beschworen. Wünschcn Sie vielleicht etwas davon zurück zu nehmen oder zu ändern?" Ich wüßte nicht, was mich dazu veranlassen sollte." Ich bitte um eine klare und bestimmte Antwort, die ich protokottiren lassen kann. Sind Sie bereit, zu beschwören, daß Sie sich am Abend des 23. März zwischen achteinhalb und neuneinhalb Uhr hier in der Stadt und zwar im Lesezimmer des Kasino, aufgehalten haben?" Diesmal war es ein heftiger, lange anhaltender Hustenanfall, der Werdenfels an einer sofortigen Erwiderung verhinderte. Er mußte ihm großes Unbehagen bereitet haben, denn sein Gesicht war dunkelroth, da er noch immer schwer athmend sagte: Ja, ich bin bereit." Eine seltsame Wandlung ging in diesem Augenblick auf dem Antlitz des Untersuchungsrichters vor. Der Ausdruck freundlichen Wohlwollens, den seine Züge so lange sestgehalten hatten, war mit einem Mal verschwunden, und ein Zug unerbittlicher Strenge trat auf seinem Gesicht hervor, während er, den Zeugen mit durchdringendem Blick fixirend, sagte: So dürfte es denn endlich an der Zeit sein, Herr Forstassessor Werdenfels, die Schlinge zuzuziehen, in die Sie selbst so unvorsichtig Ihren Kopf gesteckt haben. Ich bitte um die Ermächtigung,' Herr Kollege, Ihre Benachrichtigung vorzulesen." Er griff nach dem Blatt, das der Referendar ihm vorhin zugeschoben und las mit nachdrücklicher Betonung: Der Zeuge sagt die Unwahrheit, wenn er behauptet, am Abend des 23. März um die von ihm angegebene Zeit im Lesezimmex des Kasino gewesen zu sein, denn zufällig habe ich mich an jenem Abend von sieben Uhr an in diesem Raume befunden, um einige eilige Briefe zu schreiben. Und es ist bei der Beschaffenheit des Zimmers ganz ausgeschlossen, daß mir seine Anwesenheit entgangen sein könnte. Meine richtig gehende Taschenuhr wies auf neun Uhr fünfünddreißig Minuten, als ich aufbrach. Ich ging durch die Spielzimme? und den Speisesaal, um mich nach Bekannten umzusehen. Und ich bin bereit, eidlich zu erhärten, daß stch der Zeuge um diese Zeit in keinem der bezeichneten Räume befand. Nun, Herr Werdenfels, was haben Sie darauf zu erwidern?" Schon bei den ersten Worten der Verlesung hatte sich der Forsiassessor von seinem Stuhle erhoben. Er hatte die Herrschaft über seine Gesichtsmuskeln vollständig verloren, und um seine Nasenflügel und seine Mundwinkel zuckte es heftig. Im Uebrigen aber bewahrte er noch immer, seine feste und scheinbar sichere Haltung. Ein funkelnder, haßsprühender Blick seiner schwarzen Augen traf den Referendar dann, sagte er: Wenn ich Ihnen zugestände, daß es mit der Behauptung jenes Herrn dort feine Nichtigkeit hat, was würden Sie daraus folgern?" ' Daß Sie den Gutsbesitzer Heydebrandt im EinVerständniß mit seiner Frau ermordet haben, um das Hinderniß Ihrer verbrecherischen Wünsche aus dem Wege zu räumen das würde ich daraus folgern. Herr Werdenfels!" Der Forstassessor war an den grünen Tisch herangetreten. Er hatte seinen Hut achtlos zu Boden fallen lassen und stützte sich mit Ibeiden Händen auf den Rand der Platte. In seinen Wangen schien kein Blutstropfen mehr zu sein, aber das Zucken in seinem Gesicht hatte aufgehört, und seine Augen glühten in unheimlichem Feuer. Machen wir denn der armseligen Komödie ein Ende! Jaich habe 'ihn erschossen. Aber , ich versichere Ihnen, bei meiner Ehre, seine Frau hat keinen Antheil an meiner That." ' Darüber werden wir bald im Reinen sein. Wollen Sie mir ein unumwundenes Geständniß ablegen ein Gestä'ndniß, das in allen Punkten der Wahrheit entspricht?" Ich will es. Aber ich bin etwas erschöpft durch das Katze- und Mausspiel, das Ihre Klugheit eine halbe Stunde lang mit mir getrieben hat, und Sie müssen mir darum gestatten, mich für heute kurz zu fassen. Wir werden ja, wie ich denke, noch Zeit genug haben, uns darüber zu unterhalten." Er hielt einen Moment inne, und ein tiefer Athemzug hob seine Brust. Was soll ich da übrigens viel erzähyn! Ich liebe Frau Heydebrandt, und sie liebt mich. Wir waren Beide tief unglücklich, aber keines von uns dachte daran, den Mann, der uns ijn Wege stand, durch einen Mord zu beseitigen. Da trat ein unerwarteter Zwischenfall ein. Heydebrandt hatte einen Brief aufgefangen, den ich seiner Frau geschrieben. ' Als ich. am Tage vor sei-
nem Tode nach Rischdorf kam, stellte er mich deshalb zur Rede und verbot mir das Haus. Während dieser Unterredung war es, daß Rösecke eintrat und einen Theil der Wuth, die in Heydebrandt tobte, über sich ergehen lassen mußte. Ich ging, aber ich mußte die g:liebte Frau noch einmal sehen und deshalb schlich ich mich am folgenden Abend zu einer Zeit, wo wir uns manchmal heimlich gesprochen hatten, in den Rischdorser Park. Ohne Zweifel bin ich es gewesen, den die beiden Zeugen für Rösecke gehalten haben. Daß lch einen Kragenmantel trug wie er, mag den Irrthum erklären. Frau Heydebrandt war wirklich da, aber sie betrachtete unsere Zusammenkunft als einen Abschied für's Leben, und ich versuchte umsonst, sie zu einer Flucht zu überreden. Zum Unglück für ihren Mann und für mich erzählte sie mir von dem entsetzlichen Auftritt, den er ihr gemacht hatte und von den rohen Mißhandlungen, bis zu denen er sich hatte hinreißen lassen. Als sie nach einem letzten verzweifelten Lebewohl in das Haus zurückgesehen war, schlich ich mich unter einem unwiderstehlichen inneren Antriebe an das erleuchtete Fenster des Speisezimmers, in welchem ich meinen Todfeind wußte. Und wie ich ihn da vor mir sah, mit seinem rohen, brutalen Gesicht, seiner ungeschlachten Gestalt und seinen plebejischen Fäusten da kam etwas über mich, das ich nicht schildern und über das ich nicht Rechenschaft geben kann. Ich weiß nur noch, daß ich plötzlich den Kolben meines Revolvers zwischen den Fingern fühlte, daß ich Heydebrandt mit beiden Armen in die Luft greifen und vom Sopha herabgleiten sah. Dann floh ich durch den Park, indem ich die Thür hinter mir wieder verschloß, auf die Landstraße hinaus und begab mich eiligst nach der Stadt. Ich überlegte, daß ich mir vielleicht eirf Alibi schaffen könnte, wenn ich in's Kasino ginge. Ich wußte, daß das Lesezimmer, in das ich unbemerkt gelangen konnte, während der Nachmittagsstunden immer unbenutzt war. und ich rechnete darauf, Glauben zu finden, wenn ich später behauptete, mich dort schon seit einer Stunde aufgehalten zu haben. Das war alles."
. Zehn Minuten später wattn alle Förmlichkeiten erledigt, und der Forstassessor Werdenfels hatte in Begleitung zweier Beamten als Untersuchungsgefangener das Zimmer verlassen. - In tiefster Seele erschüttert, waren der Landgerichtsrath und sein junger Protokollführer zurückgeblieben. Während er den Befehl für die Haftentlassung des unschuldig verdächtigten Inspettors Rösecke unterfertigte, sagte der Untersuchungsrichter: Da haben Sie nun den Beweis erhalten für die Richtigkeit meiner Theorie von der Schlinge,, die jeder Verbrecher sich.von selbst um den Hals legt, wenn man ihm nur hinlänglich Gelegenheit dazu gibt. Mein Verdacht gegen den Forsiassessor war in demselben Augenblick rege geworden, als ich das sonderbare Benehmen der Frau Heydebrandt gegen ihn beobachtete. Und schon in dem Moment, da Sie mir Ihren Zettel zuschoben, war die Vermuthung zur Gewißheit geworden. Aber das war der rechte ZeitPunkt noch nicht, um die Schlinge züzuziehen. Ich mußte ihn weiter und weiter treiben, bis es kein Entrinnen mehr für ihn gab. Nun könnte ich ja einigermaßen stolz sein auf meinen Erfolg. Aber, unter uns gesagt, mein lieber junger Kollege, es ist doch ein Stück .Henkersarbeit, und ich möchte den Himmel bitten, daß er mich nicht allzu oft verurtheilen möge, sie zu verrichten." Feine Rache. Ein holländischer Admiral war einst von dem General der Landarmee in sein Zelt zur Tafel geladen. Der General hatte ihm einige Offiziere nebst einem prächtig geschmückten Reitpferde entgegengeschickt, das der Admiral auch bestieg. Aber da er des Reitens wenig kundig war, spielte er eine ziemlich elende Figur, und als der General ihm entgegen kam, ward er sogar durch den Seitensprung, den das Pferd mit ihm machte, abgeworfen. Niemand konnte sich des Lachens enthalten, und der Admiral, so sehr es ihn heimlich verdroß, lachte mit. Auf den anderen Tag war der General mit den vornehmsten Offizieren der Armee auf das Admiralschiff geladen. Die Gesundheit der Generalstaaten wurde ausgebracht; Alle standen auf, und es ward plötzlich aus den Kanonen, auf Ordre des Admirals, eine starke Salve gegeben. welche das Schiff erschütterte und in's Schwanken brachte. Der General und die sämmtlichen Landoffiziere stürzten in Folge dessen zu Boden, der Admiral mit seinen Seeoffizieren blieben stehen, und der Erstere sagte zu dem General, indem er wieder an seiner Seite herzlich lachte: So ryden wy to Water. myn. Herr." (So reiten wir zu Wasser, mein Herr.) Die Ge s a m m t z a h l der Feuerbestattungen im Deutschen Reich betrug im Jahre 1904 1331; das sind 307 oder 28 Prozent mehr als im Jahre zuvor und doppelt so viel als im Jahre 1901. Voran geht noch immer Gotha (301); es folgen Hamburg (281), Jena (189). Mainz (156), Heidelberg (155), Offenbach (123), Mannheim (74), Eisenach (56). Karlsruhe (46). Von den eingeäscherten Personen waren 908 mannlich, 473 weiblich. Der Konfession nach waren 1050 evangelisch, 142 katholisch. 108 jüdisch, 44 freireligiös. L7 unbestimmt. -
seuer - Signale.
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Et, Elatr '7 Sity Hojpital A Bülke und NorH Michigan und Lgne l No. 6 Cdrltzenbaut Washington nahe Weft Gttftndorf u Wash, -s Missouri New Fork Meridian u Wash JllmoiS und Ohw '7 Sapitol Av. u Waff 1 Ämgan'S PorkhauS i Straßenbahn Etöll W.WaHingtonEtk No. 10 SvritzenhauS JllinoiS uWerrill JllinoiS u Louisiana West und Louth !4 West und McTartd Senate ve u Henry il Meridian und May Ns. 4 Epritzachauk adison Zlv. orrlt Wadion Av. u Dunlop tt No Haken Lelterhaui South nahe Tlavan 4 Pam.u WriII delavan n. ZRrSarU M an und Steter Skew Jer1ey.rA 7 Lirg.Lv.n LradffaS Saft und Prospekt Licking und High 1 Sitf. 11 Spritzenhau ir Ave. nahe Huron f Saft und Georgi n Sedar und Ein 74 Davidson u Eeorgia n English Av. Pine f Chelöy und Lates No. I Spritzenhaus Prospekt nahe Ehe? Fletcher Av. u Shelby 31 Market u. New Zersetz 32 Delatvan und Wash. S8 5st u Washington 54 Nrw York u. Davids ?& Taubstummen Anstalt i Ver. Staaten Arsenal 37 Orient! und WaH. Z Frauen-Resormat. 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