Indiana Tribüne, Volume 28, Number 169, Indianapolis, Marion County, 10 March 1905 — Page 1

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Erscheint jeden Nachmittag. Jahrgang 28. Indianapolis, Ind., Freitag, 1., März 1905. No. 169. - i i l .

Unerwarteter Besuch.

Charles Meyers, ein Möbelschremer. der mit seiner grau allein das HauS 181 McKim Ave. bewohnt, erhielt ge ftern auf originelle Weise ein neues Mitglied in seinem Haushalte. Frau MeyerS wurde durch Fußtritte auf der Veranda geweckt und an Einbrecher denkend, weckte sie sofort ihren Mann Meyer sprang aus dem Bette, ergriff seinen Revolver und eilte hinaus, um schnell dieselben abzufangen, stolperte aber übe? etwas aus dem Boden Lie gendeZ und -eine nähere Untersuchung ergab, daß dieses Etwa ein kleines in eine Decke sorgfältig eingewickeltes Kind war. Erkennungszeichen waren keine vorhanden; auf einem Papierstreifen jedoch stand: Geboren am 12. Februar 1905". Meyer und seine Frau entschlossen sich, da? Kind auf Probe eine Zeit lang zu behalten, so daß daS kleine verlassene Wesen vielleicht jetzt eine Hnmath fand. Die letzte Ehrung des alten Pioniers Charles John. Unter Theilnahme vieler Verwand ten. Freunde und Bekannten wurde gestern der 90 Jahre alte deutsche Pio nier Charles John beerdigt. Die Kör ner.Loge der PythiaS'Ritter, von welcher der Verstorbene im Jahre 1863 ein Gründer war. gab ihm in Kutschen daS Geleite und hielt die Ceremonien des Ordens am Grabe ab. Pastor Peters hielt die Leichenrede im Trauerhause. Der älteste Freimaurer der Stadt, daS älteste Mitglied deS Ordens der verbesserten PythiaSritter wurde mit ihm zu Grabe getragen. Tore auf Fahrrader und Fuhrwerke fällig. Die Stadt collectirte im letzten Jahre Taxe von 2825 Fuhrwerken, aller Sorten, in diesem Jahre wurden jedoch nur auf 2343 Fuhrwerken solche entrichtet. Diese. Abgaben sind "am 1. Januar füllig und da zur Zeit also noch viele FuhrwerkSbesttzer im Rück stände sein müssen, wird der Stadt Comptroller natürlich der Verzögerung gen überdrüssig. Dem Gesetze nach sollten gegen alle GesetzeSÜbertreterAnklagen erhoben wer den und, ausgenommen die Fuhrwerkstaxen sind innerhalb der nächsten Tage beglichen, werden Anklagen sicherlich folgen. Die Eigenthümer von Fahrrädern bilden die Hälfte der Gesammt zahl der Steuerzahlenden, .welche auf Gefährte Taxen entrichten. Etwa 12, 00 Fahrräder sind in Indianapolis im Gebrauche. Die Stadt verletzt RanchOrdinanz. Unter den vielen Notizen, 'welche der Rauchinspektor den Uedertretern der Rauchordinanz zustellte, befand sich auch eine, in welcher die Behörde für öffentliche Arbeiten benachrichtigt wird, daß die HeizungZanlage in der Tom linson Halle bedeutend mehr Rauch verursacht, wie dieselbe eigentlich sollte. Da diese Anlage Stadteigenthum ist, glaubt der Inspektor, daß dieselbe zu erst verbessert werden sollte, um dann als gutes Beispiel dienen zu können. Durch den Gebrauch guter Kohlen würde etwa abgeholfen, nach Ansicht des Inspektors jedoch sollte die Anlage derartig eingerichtet werden, daß selbst mit billiger Weichkohle kein Rauch erzeugt wird. Dickson & Talbott vom Grand Opera Haus erhielten Notiz, C. P. Zimmermann im Empire Theater, das Pierson Gebäude, daS Freimaurer Gebäude, die FerriS FlatS, daS Blecker Apartment Haus und viele andere wur den mit Notizen bedacht. In jedem einzelnen Falle gab der Inspektor die in der respektiven Heiz. ungSanlage vorzunehmenden Abänderungen an. welche seiner Ansicht nach dem Ruchübel steuern werden. Ein! gen wurde auch der Gebrauch rauchloser Kohle empfohlen. Drei Monate Zeit, um die Abänderungen zu treffen, werden jedem der Benachrichtigten er laubt.

Cindrulksvollc Trauer-

Feier An der Bahre von Wm. A. artmann. Sänger, Turner und reiche Freunde ehren das Andenken des Todten. In der Kapelle der Leichenbestatter AdamS und Krieger fanden sich gestern Abend die Freunde deS so unerwartet verstorbenen Herrn Wm. Aug. Hartmann ein, um noch einen letzten Blick auf die Ueberreste deS todten Freundes zu werfen, welche heute im Crematorium in Cincinnati eingeäschert werden. Der schwarze behangene Todtenschrein war mit Blumengaben bedeckt, von einem Palmenhain umgeben war daS Sternenbanner, welches der Verstorbene so liebte, drapirt. Ein Doppelquartett deS 'Musikver eins leitete die imposante Trauerfeier durch ein herrliches Lied ein. Dann ergriff Herr Joseph Keller das Wort zu einer von Herzen kommenden Ansprache. Nicht äußerlicher Erfolge hatte er zu erwähnen, aber dem reichen l Gemüthsleben des verstorbenen Freun deS wurde er in innigen zu Herzen gehenden Worten gerecht. Schlicht, wie der Mann, dem der Nachruf galt, waren die Worte des Redners, jede Phrase vermeidend, schilderte er den Verstorbenen als Mensch und Freund, der überall, wo er sich im Leben be wegte, den Einfluß seiner sonnig fröh lichen Natur fühlbar machte. Nur wenige Augen blieben trocken, während Her? Keller sprach. Nach ihm sprach Herr Phil. Rappa Port im Austrage des Socialen TurnVereins, dann sangen die Sänger noch ein Scheidelied, die Freunde defilirten am Sarge vorbei, um noch einen Blick auf die nun im Tode starren Züge zu werfen und die einfache und doch so eindrucksvolle Feier war vorüber. Heute werden die Herren Jo seph und Ernst Keller Greyer, Leo Rappaport und Richard Lieber den Todten nach Cincinnati begleiten, um der Einäscherung im dortigen Crematorium beizuvohnen. Die Asche wird Herr Lieber in Obhut nehmen, bis von der in Irland wohnenden Tochter des Verstorbenen darüber verfügt wird. Neues Sandelskammer-Gebände. Die Bewegung, für den Jndiana polis Board of Trade ein neues Ge bäude zu errichten, ist jetzt soweit vorgeschritten, daß daS Baucomite des Board beauftragt wurde. Pläne für ein neues Gebäude untf Kostenvor anschlüge zu unterbreiten. Nachdem die Angebote entgegengenommen find, wird eine" Spezialfitzung der Gouverneure abgehalten werden, um bezüglich der eigentlichen Inangriffnahme deS Baues zu -berathen. Obgleich '.die $25,000, welche man durch die Mitglieder zu erhalten hoffte, soweit noch nicht gezeichnet find, um einer auS anderer Quelle stammenden Summe von 8100,000, sowie' auch $40,000 in der Kaffe beigefügt zu wer den, besteht doch kein Zweifel, daß die Vereinigung die nöthigen Fonds zur Hand haben wird. Zwei der drei Ge legenheiten, dieselben zu erlangen, sol len sich darbieten. Die Frage ist nicht, wo die Gelder herkommen, sondern die. ob sich daS neue Gebäude deS Board vf Trade für S165.000 erbauen läßt. Nach viermon etlichem Krankenlager starb gestern Abend Clayton F. Low, No. 865 PaceStraße, Sohn des Schließers John Low, am Lungenfieber. Seit fast 17 Jahren stand der Verstorbene in Diensten der Kahn Tailoring Co.; seine Arbeitgeber stellen ihm das denkbar beste Zeugniß sür seine Pflichttreue und Gewiffenhaftigkeit aus. Gottlled L e u k h a r dt, Die gemüthliche Ecke," Ecke Noble undMarket Str.

Sreches Räuberstückchen. Der Wirth Jsaac Ciener von zwei Negern beraubt.

Reiche Bcutc siir Eine ergebnißlose Jagd, bei Ein frecher Raub, die Flucht der Räuber, die Polizei auf der Suche und ein Revolverduell in den Frachthöfen zwischen Polizei und Verdächtigen, sind die Hauptzüge eines im Stadtcentrum an der Washington Straße begangenen Verbrechens. In seinem eigenen Geschäfte auSgeplündert, beraubt und an Händen und Füßen gefeffelt, wurde gestern Abend Jfaac Ciener. ein Wirth, 325 West Washington Str. Kurz vor 8 Uhr, während momentaner Geschäftsstille, welche die Angestellten benutzt hatten, um sich zum Esten zu begeben, betraten zwei Neger die Wirthfchaft. Ciener faß an seinem Schreibtische. Die beiden Gauaer verlangten darnv n mm ä nm w ... eme Prove ves z.öu vmsley zu sehen und um dem Verlangen nachzukommen, begab sich Ciener. nach dem hinteren Ende deS ziemlich langen LadenraumeS, wohin ihm die beiden Kunden" folgten. Ciener zapfte hier eine kleine Probe ab, richtete sich wieder in die Höhe und blickte in den Lauf eines Revolvers. Unter TodeSdrohungen wurde er dann aufgefordert, sich ruhig zu verhalten und seine Werthsachen abzugeben. Er leistete dem Verlangen Folge. Eine $175 Diamantnadel, Uhr und Kette im Werthe von $100 und $15 in Baar, welche er in seinem Besitze hatte, wurden ihm in aller Eile abgenommen. Hierauf wurde er zur Herausgabe der Schlüffel gezwungen und einer der beiden Schwurzen ging dann nach vorne, schloß die Thüre ab und drehte mit Ausnahme eines einzigen alle Lichter aus. '-. Dann machten fich die Burschen über die Cashregifter her, welchen sie $14 Baar entnahmen. Inzwischen hatte der Ciener bewachende Räuber den $150 Diamantring deö Wirthes ge sehen und derselbe wanderte dann gleichfalls in die Tasche deS Banditen. Mittels eines schweren Eisenstempels, wurden sodann die kleinen Schubladen deS ganz vorn beim Fenster nach der Washington Str. zustehenden Geld schrankeS zerschlagen und seltene Ver. Staaten Münzen im Betrage von etwa $100 wurden diesen entnommen. Beide Banditen arbeiteten schnell, jedoch mit völliger Ruhe und unbekümmert um die Gäste, welche hin und wieder an Ider Thüre rüttelnd Einlaß begehrten. jedoch im Glauben, daß Ciener be reitö geschloffen habe, kopsschüttelnd wieder davon gingen. Auch einige der benachbarten GeschäftSleUte wunderten sich, daß dort schon alles dunkel war, sprachen auch darüber, untersuchten aber nicht weiter. und so kam es denn, daß Ciener allein mit den beiden Banditen sich abzufinden hatte. Als die Räuber alle Baarbestände und Werthartikel, die ihnen unter die Augen gekommen waren, an fich genommen hatten, mußte Ciener ein Seil besorgen und nachdem sie dem Wirth die Hände und die Füße gebunden hatten, verließen sie daS Lokal durch die Hinterthüre und entkamen. Ciener Achtzigster Geburtstag. Im Kreise seiner Familie, von Gattin, Kindern und Enkeln, sowie zahlreichen Freunden umgeben, beging gestern Abend in dem festlich geschmück ten Helm, 820 Süd Illinois Straße, Herr David Wechsler seinen achtzigsten Geburtstag. Herr Wechsler befindet sich seit 1859 mit seiner Gattin Katharina in Jndianapolis und hat fich durch die Lauterseit seines Charakters viele Freunde er" worden. . -

die Hallunkcn. der fleißig geknallt wurde.

machte fich sofort daran, seine Fesseln zu lösen und nach längerer Arbeit gelang eS ihm die Füße frei zu bekammen. so daß er, die Hinterthüre öff. nend, fich ins obere Stockwerk begeben konnte, um fich dort die Fesseln von den Händen schneiden zu lagen. Die Polizei wurde benachrichtigt und in erstaunlich kurzer Zeit waren RadPolizisten zur Stelle, um den inzwischen entflohenen Negern nachzuspüren. So bald der Raub der Polizei gemeldet wurde, erhielten alle Polizisten der Stadt den Auftrag, nach den Räubern Umschau zu halten, und eine systematische Verfolgung derselben wurde eingeleitet. Alle auslaufenden Züge und Jnter-urban-Wagen wurden scharf bewacht und auch die Geleise sorgsam abpatrouillirt. Die Polizisten Miller und Streit trafen dann spät in der Nacht auf der Kreuzung der Big Four - Bahngeleise und Süd Pine.Straße zwei ihnen verdächtige Neger, die fich sofort ostwärts den Geleisen entlang flüchteten, so bald sie die Polizisten erblickten. Der Anruf zu halten, wurde mit Schüssen beantwortet, worauf dann die Polizisten auch ihre Revolver zogen und im Laufen auf die Fliehenden schIssen. Etwa 24 Schüsse wurden gewechselt und Polizist Miller erhielt einen Schuß durch den Helm, der gerade über dem Kopfe sich einbohrte. Trotz der sie umpfeifenden Kugeln fetzten beide Beamten die Jagd etwa 4 SquareS weiter fort, bis ihnen dann die Neger in der Rabenfinsterniß zwifchen den auf den Geleisen ' stehenden Frachtwagons. entschlüpften. Einer hielt Wache, während der andere zur nächsten Patrolbox lief und einen Generalalarm zur Station sandte und in kurzer Zeit waren Radlerpo lizisten, Detektivs und Reservemannschasten zur Stelle, während weitere Mannschaften nach den entlegenen Revieren deö SüdostenS gesandt wurden, um von dort auS ein Kesseltreiben zu beginnen. Ein Fingerzeig, welcher zur Entdeckung der beiden Räuber sühren mag. wurde der Polizei heute früh durch Mary HodgeS, eine junge Farbige, ge. geben, als fle der Polizei eine Uhr, einen Ring und 16 alte Münzen übergab, welche fie von einem Neger gestern Abend im Union-Bahnhofe erbaltzn haben will. Nach Aussage des Mädchens traf fie mit dem Manne in Chick LewiS' Wirthschaft, an Nord-Straße und dem Canale, zusammen. Er bat fie, mit ihm auszugehen, und Beide gingen zum Union-Depot. Ihrer Erzählung nach, steckte ihr der Neger etwas in ihre Geldtasche; so bald fie dann von dem Raube hörte und die altm Münzen und Schmucksachen sah, meldete sie den Radlerpolizisten Morgan und Samuels die Sache. Der Mann habe ihr gesagt, sie solle im Union-Bahnhofe auf ihrf warten, jedoch sei er nicht wieder erschienen. Die Polizei setzt die Verfolgung fort. Die folgenden, Kinder wohnten dem schönen Feste bei: Herr und Frau Hy. Wechsler und Tochter, Herr und Frau ChaS. Wechsler und Tochter. Herr und Frau Wm. Wechsler und Sohn, Herr und Frau Emil Wechsler und Kinder, sowie Herr LouiS Wechsler. Den vielen eingetroffenen Glückwünschen fügt die Tribüne" auch den ihrigen bei.

C l e v e l a n d, O. Durch Einsturz eines Sewer an Jonia Str. im Weffende der Stadt, wurden 5 Manner'kerschüttet.und schwer verletzt.

Eine neue Sahn.

In der Ofsice des County-Recorders reichte die Indianapolis & Chicago Air Line Traction Co. ihre Papiere ein. Die Compagnie gedenkt eine direkte Linie von hier nach Chicago zu bauen. DaS Actienkapital der Compagnie beläuft sich auf $100,000. John W. Alderman aus Chicago ist der größte Actieninhaber der Compagnie, John A Shafer, ein Civil-Jngenieur der Stadt, sowie auch Ex-Gouverneur W. S. Taylor aus Kentucky, 'sind gleichfalls in dem Unternehmen intereffirt. Als Direktoren werden die folgenden genannt: John W. Alderman, W. S. Taylor, Charles I. Raub, Chalmer, Ind.; Herman E. Harvey, Elwood; John A. Shafer, Charles F. Knowlton. Chicago. Andere ActieN'Jnhaber find die folgenden hiesigen Bürger: George R. King, H. S. Leonard und John Feigen. Die Linie wird die folgenden Hauptsächlichsten Städte berühren: Jolietville, Kirklin, Michigantown, Flora, Rockfleld, Jdaville, Buffalo, FranceSville, Crown Point und Jndiana Harbor. ' Hl Sudseite Turnhallen - Ban-Ge-sellschast. Gestern Abend fand die erste Versammlung der Direktoren der Südseite Turnhallen - Baugesellschast statt und wurde nach der Direktoren - Wahl folgende Reorganisation vorgenommen: Präsident F. I. Mack. Vice.Prüsident John Eitel. Prot.-Secretär Curt Toll. Finanz-Secretür Aug. Elbrecht. Schatzmeister Henry Röbke. Haus -und Wirthschaft s. Comite. John Eitel. LouiS Köhler, Carl Sander, George Sohn, Jos. Kernell. Der vom Comite unterbreitete Vorschlag dem früheren Präsidenten und Schatzmeister Herrn Henry Victor den Dank des Direktoriums darzubringen, wurde genehmigt. Nahm Pillen und starb. Frau Robert Merrill, No. 625 Nord Capitol-Avenue wohnhaft, begab fich gestern zum Besuche ihrer Mutter, Frau I. D. Stewart, nach dem Hause No. 1632'Ludlow-Avenue, und nahm auch ihren kleinen, nicht ganz zwei Jahre alten Sohn Gilbert mit. Wäh rend Mutter und Großmutter mit ein ander sich unterhielten, spielte der kleine Knabe um sie herum. Frau Stewart bemerkte dann plötz lich, daß ihr eine Schachtel mit Pillen fehlte, welche auf dem Tische gestanden statte. Beide Frauen suchten nach der Schachtel, dte man m Händen des kleinen Gilbert vorfand. Eine Untersuchung der Schachtel zeigte, daß das Kind 18 derselben ver zehrte und drei weitere im Munde hielt. Sofort wurden Aerzte requirirt, leider gelang eö. nicht, daö Kind, welches gleich darauf in Krümpfe verfiel, am Leben zu erhalten. Großmutter und Mutter find beide darüber untröstlich über den Tod des Kindes und die Lage der schon früher kränkelnden Großmut ter wird als eine schwere angesehen. Der Vater deö Kindes ist auf Reisen und konnte noch nicht vom Ableben deSsel den unterrichtet werden. Die Kleidung im Krankenzimmer. Ueber die Kleidung in Krankenzimmern äußert sich ein englischer Arzt: Es ist nicht allgemein bekannt, daß ein Mann, der in Krankenzimmern schwarze oder dunkle Kleidung trägt, empfänglicher für ansteckende Krankheiten ist als derjenige, der mit hellen Stoffen bekleidet ist., Die feinen Theile, welche von dem kranken Körper ausströmen, werden viel leichter von dunklen als von hellen Stoffen aufgesaugt. Die Richtigkeit läßt sich leicht erproben. Wenn man ein helles und ein dunkles IfUeib fünf Minuten lang dem Tabakrauch aussetzt, wnd man fmden, daß das. dunkle stärker nach Tabak riecht und den Geruch langer fezihalt als ttl Ux Stoff. In Zimmern, wo ansteckende Krankheiten, herrschen, sollte man deshalb keine schwarzen oder dunklen Gewänder tragen.

Nachrichten aus Jndiana.

Alexandria. Gegen William Whitehouse und Charles Whitworth, Beide noch unter 21 Jahren, wurde angeblich wegen verbrecherischen Angriffö auf Arthur Joung, Sohn deö CapitänS G. F. Henry, ein Haftbefehl erlaffen. Sie sollen versucht haben. Joung von einem Zuge hinabzustoßen, um ihn dann zu berauben. Der in halb bewußtlosem Zustande Darnieder, liegende kann jetzt, nach zwölf Tagen, noch nicht in zusammenhängenden Sätzen sprechen. H u n t i n g t o n. Vor etwa 50 Jahren ließ Dr. Jlickinger. der .sich zur Zeit in Afrika aufhielt, gelegentlich einer Taufe in der Misston einen kleinen Neger auf seinen Namen taufen. Er vergaß inzwischen die Sache und erst zwölf Jahre später wurde er wieder an dieselbe erinnert, ols er den jungen Neger in New Jork anwarb, damit derselbe sür ihn arbeite. Es stellte fich heraus der junge Farbige durch Misste näre nach New tyoxt zur Ausbildung geschickt war. Der Doctor traf Anftal ten, den Jungen weiter ausbilden zu lassen. Mehrere Jahre später heirathete dieser dann eine Negerin aus Dayton, Ohia, und reiste bald darauf nach fei- . ner Heimath ab, um selber Misfionär zu werden. Daniel Jlickinger Wilberforce verrichtete große Arbeiten und stattete im Laufe der Zeit feinem Adop tiv-Vaterlande Amerika mehrere Vifiten ab. Zuletzt gerieth er jedoch auf Abwege, und als ein? Anzahl der Wilden rebelllrte, da mußten fich er und seine Begleiter verstecken. ES gelang nach längerer Zeit, den Häuptling zu versöhnen, indem Wilberforce eine HüuptlingSstelle bei einem der Stämme annahm. Jetzt soll er bereits wieder ein Wilder sein, Teufel anbeten und sein Christenthum bei Seite geworfen haben. Huntington. Daniel Flickinger Wilberforce, ein geborener Afrikaner, der indeß hier seine Erziehung genoß und 25 Jahre als Missionär in seinem Vaterlande thätig gewesen, soll aus der Kirche der United Brethren in Christ, dessen Mitglied er ist, wieder ausgestoßen worden, da er in seinen alten heidnischen Götzen glauben zurückfiel und Polygamist wurde. Diese, Ankündigung wurde gestern seitens deS Executiv-CcmiteS hier bekannt gemacht. E v a n S v i l l e. Der vor Jahren stattgesundene unglückliche Verkauf einer Metterei, daS Mißlingen eines FarmUnternehmens in ArkanfaS und der letzthin stattgehabte- Verlust von vier Pferden müssen den 45-jährigen Benjamin F. Witherspoon dermaßen zur Verzweiflung getrieben haben, daß er sich gestern in seinem Wagen mit einer Flobertbüchse zu erschießen suchte. DaS Geschoß ging aber glücklicherweise fehl. Frau Jennie Falls, 35 Jahre alt, sprang gestern in selbstmörderischer Absicht in einem Anfall von Delirium in die Flutben deö Ohio, wurde aber noch im letzten Augenblicke gerettet. B e d f o r d. Die Einwohner dieser Stadt sollte eö, nachdem nun schon zum dritten Mal die Großgeschworenen in der bekannten Schäser Mordaffäre zwei Wochen lang mit einer kurzen Unterbrechung zu Gericht gesessen haben, nicht Wunder nehmen, wenn irgend ein Bürger der Stadt noch unter Auklage gestellt würde. Ganze Schaaren von. Zeugen sind bisher vernommen worden und haben ihre Aussagen vor der Grandjury, dem Untersuchungö-Richter und im Proceß JameS McDonalds bereitS zum fünften Male wiederholt. L a p o r t e. Der unter den Trümmern des ViehzugS zu Fracey an der Baltimore und Ohio Eisenbahn hervorgezogene und bisher unerkannt gebliebene Leichnam wurde als C. M. Patterson identificirt. Patterson stand inf35. Lebensjahr und stammte aus Aurora, Jll. I A u f d e r Negier ungsst a t i o n in Lulea, Schweden, macht man Versuche , zwecks Erlangung von Pflanzenarten, die gegeTl den Frost gefeit find.

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