Indiana Tribüne, Volume 28, Number 168, Indianapolis, Marion County, 9 March 1905 — Page 7
Jndlana Tribüne, S März loos.
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mit betn Schicksal. Ho man von SilaS K. Hocking, übersetzt von B. Treumantt'Koner. 0 Fortsetzung.) Inzwischen hatte Hans in Stamer Halt gemacht, um sich vor. dem Weiterwandern einen anständigen Anzug zu besorgen. Nach Erledigung dieses Geschäfts kam ihm plötzlich noch ein anderes in .den Sinn, und zwar beim Erblicken eines Messingschlldes, darauf .zu lesen stand: Reginald Mayne, Rechtsanwalt und Notar." Notar?" dachte er, was das bedeuiet. weiß ich nicht, aber Rechtsanwalt rst zawohl einer, an den man sich m schwierigen Lagen wendet, um sein Recht nachzusuchen." Und alsbald stand er im Vorzimmer des Anwalts und ließ sich vom Vureaudiener melden. Dieser führte ihn in ein Zimmer, wo an einem grofcen Schreibtisch ein stattlicher, athle tisch gebauter junger Mann von etwa sechsundzwanzig Jahren saß. In den klugen, angenehmen Zügen des dem Eintretenden zugewandten Gesichts und dem fragenden Blick lag eine gewisse Neugier. Reginald Mayne that sich ein wenig aus seine Famgkelt zu gute, den Menschen ihre Berufsklasse sofort ansehen zu können. Hans jedoch paßte in keine der verschiedenen Kategorien von Menschen, mit denen der junge Advokat m semer Praxis schon in Berührung gekommen war. Dem Anzug nach hätte er ihn für einen Bauernburschen im Sonntagszeug gehalten. Dem jedoch widersprach das intelligente, aufgeweckte Wesen des jungen Menschen, und die Art, wie er sprach, machte den Anwalt vollends stutzig. Die erste Erziehung hatte den Keim zu jenem Bildungstrieb in Hans gelegt, den er, wo er immer konnte. durch Bücher zu befriedigen suchte. So hatte er sich eine für seine Verhältnisse merkwürdig reine Sprache angeeignet, wozu noch eine ihm angeborene Bieg samkeit des Organs kam, wie sie Leuten niederen Standes nicht eigen zu sein pflegt. Er erzählte in knappen, schlichten Worten seine Lebensgeschichte, die der Jurist mit von Minute zu Minute ge steigertem Interesse anhörte. Es fiel Hans auf, daß, als er geen det hatte, die erste Frage des anderen sich auf Eva bezog. .Sie sagten, die junge Dame, die den Namen Miß Downderry führt, sei Ihre Schwester?" .8 unterliegt keinem Zweifel." rtc weiß es aber nicht?" Nein: in meinen jetzigen Verhält nissen kann ich weder ihr, noch ihren Pflegeeltern mit Ehren gegenüber txt ten. Später " Und ihr wahrer Name ist Mil ward?" Jawohl: und mir liegt nun vor al lem daran, zu erfahren, wer unsere Mutter war, welche Gründe sie bewogen haben, sich' mit uns in diese Gegend zu begeben, und wen sie hier aufsuchen wollte. Es ist ja möglich, daß sich schließlich nichts von besonderer Wichtigkeit- herausstellt, indessen Sie begreifen, daß ich mich dafür interessire. Ich begreife das vollkommen. Ha Un Sie denn irgend welche Vermu thung? Erinnern Sie sich etwa, von Ihrer Mutter Aeußerungen geHort zu haben, die darauf hindeuteten, daß besondere Grunde für ihre Reise vorla gen?" ' Meine Mutter sprach sehr wenig von ihrem Vorleben, und überdies ist ein Junge von sechs bis sieben Jahren kein aufmerksamer Beobachter. Doch, so weit meine Erinnerungen reichen, spricht alles dafür, daß meine Mutter in guten Verhältnissen gelebt hatte und von irgend jemand geschädigt oder beraubt worden ist. Sie müssen nam lich wissen, sie war eine Dame, trotz unserer großen Armuth. Und Sie haben keine Ahnung, wie sie als Mädchen hieß?" Nicht die entfernteste." Ihr Vater war Maler, ein Kunst ler, sagten Sie? Ja. aber er hatte keinen Erfolg. Wir bekamen ihn selten zu sehen. Er war meist vom Hauie abwesend. Reginald Mayne dachte nach. Er war noch nicht lange genug in Stamer ansässig, um mit den Fammenchroni ken vertraut zu sein. Sonst hätte er vielleicht aus der Geschichte von Hans dies und das herausgehört, was ihm auf eine Spur hatte helfen können. Ich weiß nicht," sprach Hans nach einer Pause, ob es einer NachsoTschung lohnt. Auch kann ich Ihnen zur Zeit nichts für Ihre Bemühungen bieten. Sollte es Ihnen jedoch gelingen, etwas von Werth für mich zu erfahren, so werde ich Ihnen natürlich eine angemessene Vergütung zahlen. Sie können sich Zeit nehmen, ich werde die Gegend verlassen und wohl so bald mcht zurucnehren. Können Sie mir Ihre Adresse ge ben?"' Ich faire keine," lachte Hans. So bald ich wieder nach hier komme, werde ich bei Ihnen vorsprechen und mich nach dem Stand der Sache erkundigen. Ich werde mein Möglichstes thun. sagte der Anwalt, den der Fall offenbar tnteresslrte. Guten Morgen, mein Herr. Ich danke Ihnen." Und auf, der Straße
sprach er zu sich: Jetzt' also will ich
mein Gluck zu machen suchen. Wie schwer das oft ist, bedachte Hans nicht. " Eine seiner aefahrllchsten Schwachen war die Neigung, sich treiben zu lassen, anstatt selbstthätig und planmäßig zu handeln. Es war dj.es eine Folge seiner langen Gefangenschaft. Oft wußte er in einer Mmute nicht. was er in der nächsten beginnen solle. Er hegte stets die Hoffnung auf irgend ein alückliches Unaefähr. eine günstige Wendung, die ohne sein Zuthun für sem Geschick entscheidend sein werde. Für die Jugend ist ja die Welt so reich an Aussichten, und warum sollte sich der alte Spruch Unverhofft kommt oft nicht an ihm bewahren? So dachte Hans, als er seines Weges zog, um das Glück zu suchen. Neunzehntes Kapitel. Wo h i n ? Frau Fortuna war jedenfalls nicht in der Laune, sich dem mit elastischem Schritt auf der hartgefrorenen Landstraße dahmschmtenden jungen Wandersmann zu zeigen. 'Er hatte die Richtung nach Plymouth eingeschlagen; Nicht nur, weil ihm der Ort bekannt war, sondern aua. weil er um diese Jahreszeit die Zigcuner dort in ihren Winterquartieren wußte.. Mit seiner Zigeunerlaufbahn hatte er zwar abgeschlossen, aber seines Herzens Sehnsucht zog ihn dahm, wo er Gemma möglicherweise begegnen konnte. Er hoffte, unerkannt von allen übngen, sich ihr nähern zu können, nur ihr allein. Ein Wiedersehen mit ihr, dazu brauchte er nicht erst reich zu werden. Ein eigenes Haus und Gemma darin als Herrscherin, schwebte ihm noch immer als höchstes Ziel seines Strebens vor. Um es zu erreichen, mußte er freilich erst Geld erwerben. ' Ob sie warten wurde, bis er so viel hatte, ein Heim, wie sie sich stets eins gewünscht, ihr schaffen zu können? Ob sie überhaupt noch an ihn dachte? Sie hatte ihn lieb gehabt, lieber als irgend jemand anders, aber Mädchen sind wankelmuthig so wenigstens hatte er es in Büchern gelesen. Und der Prinz wenn dieser ihm zuvorkam, was sogar wahrscheinlich war, so gefiel ihr der vielleicht doch besser. Ein Vrin war auf alle Fälle ein aefäbrlicher Nebenbuhler, und am Eure hatte sie schon jetzt Hans mußte und wollte wissen, woran er war. N ich Plymouth also so rasch wie möglich! Änstatt, wie er ansanglich beabsichtigt bcH, die ganze Reise zu Fuß zu maäjW, benutzte er nun die Bahn. Sofort nach seiner Ankunft begab er sich in das ihm zu vertraute Jigeunervieriel. Er wanderte durch die Gassen, blieb an den offenen Wirthshäusern stehen, lugte in die Fenster, belauschte die Kinder auf der Straße, weder sah er ein bekanntes Gesicht, noch hörte er die Namen Bansyld und Lazarus. Drei Tage währte seine vergebliche Suche, bis er endlich am vierten auf emen jungen Burschen meß, der ihm Auskunft geben konnte. Bradley und Lockett waren wegen Einbruchsdiebstahls Hans zuckte zusammen, als er dies horte zu fünfzehn Jahren Zwangsarbeit in Dartmoor verurtheilt. Ogla Lazarus war todt. Sam hatte sich wieder verheirathet. Und Banfylds?" fragte Hans beklommen. Die treiben sich in der Gegend von Portland herum, wo sie doch einen Sohn in der Strafanstalt haben, der seine fünfzehn Jahre bald abgemacht hat. Sie hoffen, daß er ein bischen früher loskommt." Lebt die Gemma noch, ihre Tochter?" Er bemühte sich, möglichst unbefangen zu thun. Na, gewiß. Warum sollte sie gestorben sein?" Es kommt doch vor, daß einer stirbt." Allerdings: aber die wird gut gehütet. Sie bringt den Banfyld ein Vermögen." Wenn sie heirathet, meint Ihr." Natürlich. Zch merk'. Ihr wißt Bescheid. Aber nichts aus der Schule schwatzen, Kamerad. Wo wollt Ihr denn hin?" Ich weiß es selber noch nicht." Der Lazarus, denk' ich, wird Euch wohl nun nicht mehr brauchen." Hans 'stutzte. Ihr kennt mich?" Wie sollte ich nicht. Habt Euch freilich mächtig verändert. Seid riesig gewachsen. Das Gesicht ist aber noch dasselbe. Kannt' Euch gleich, wie Ihr nur den Mund aufthatet." Ihr habt ein gut Gedächtniß. sagte Hans anscheinend gleichgültig. ,Jch erkannte niemand hier. Eure Leute sind auch anderswohin gezogen. Wo liegt denn Portland?" Aha, Ihr seid hinter dem Mädel her? Macht Euch keine Hoffnung. Die kriegt Ihr nicht. Ist 'ne abgemachte Sache, daß d den Willy neh men muß." Den Prinzen meint Ihr?" - Der andere lachte unbändia. - J&fci Ihr wißt famos Bescheid. Ha, ha, ha!" Kommt er denn bald?" Das ist ungewiß. Hängt davon ab, wie er sich fuhrt. Wie er sich führt?" fragte Hans verwundert. Der andere sab ibn sckarf an. Am Ende wüßtet Ihr doch nicht alles?- fragte er.Was soll ich denn wissen?"
Daß eben das Mädel gar keine j
Banfyld ist." Hans schrak zusammen, als sei eine Pistole neben seinem Ohr losgegangen. Doch faßte er sich rasch. Ei, gewiß, das war mir ja längst bekannt." Der Zigeunerbursche lachte wieder. Was Ihr doch klug seid, Kämerad," sprach er. Mir seid Ihr aber doch in die Falle gegangen." Was wollt Ihr damit sagen?" rief Hans trotzig. In der Banfyldschen Familie sollt' ich nicht Bescheid wissen!" I freilich, so genau, wie der alte Bansyld selber," höhnte der andere. Hans sah ein, daß er seine Unkenntniß der Banfyldschen Familiengeheimnisse nun einmal verrathen hatte. Bei geblich war all sein Bemühen, Weiteres aus dem Burschen heraus zu bekommen. Nicht, daß der ihm die Antwort verweigert hätte! Bereitwilligst gab er auf jede Frage Auskunft und fügte sogar noch vielerlei hinzu, wonach er gar nicht gefragt wurde. Hans aber merkte recht gut, daß der andere log. und so wußte er schließlich nichd mehr, was Wahrheit und was erdichtet war. ' In der Nacht lag er noch lange wach. In seiner armseligen. Herberge war manches, was ihm den Schlaf verscheuchte die durch die dünnen Wände hörbaren Geräusche in den Nachbarlogis, der Lärm von betrunkenen Nachtschwärmern auf der Straße, die elende Beschaffenheit seines Bettes, und als Letztes, das Schlimmste die ihm gewordenen Mittheilungen, mochten sie nun richtig oder unwahr ein. Soviel wurde ihm immer klarer, je mehr er über das Gehörte nachdachte und grübelte, daß etwas Wahres mit den Lügen vermischt war, die ihm der Bursche hatte aufbinden wollen. Und so gelangte er denn auch zu dem Schluß, daß der Bericht mjwet Theile zerfiel, wovon der letztere nur dazu dienen sollte, den ersten möglichst zu verschleiern. Vor dem Einschlafen glaubte Hans auch zu wissen, wo die Wahrheit aushorte und die Fabeln anfingen. . Als er erwachte, war der Morgen chon ziemlich vorgerückt und die Herberge von Gästen leer. Nachdem er sein spärliches frühstück verzehrt hatte, präsentirte ihm die Wirthin, wie üblich, die Rechnung. Er griff in die Tasche und sprang bestürzt von seinem Sitze auf. Das Weib schielte nach ihm hin. während er bleich und mit zitternden Fingern seine sämmtlichen Taschen ourchsuchte. Junger Mensch, sprach sie, nachdem sie ihn eine Weile lauernd angeblickt hatte, mtt dem Schwindel kommen Sie bei mir nicht durch. Schwindel! rief er empört. Ich ftn hier bestohlen." Ansinn!" fuhr sie ihn an. Ve: mir kehren bloß, respektable Leute ein. Hier beshehlt sie keiner. Wenn von Ihren Gasten keiner mich bestohlen hat," entgegnete er scharf, so thaten Sie besser, mir den Dieb zu nennen." Was?" schrie sie erbost, Sie wollen mir hier an die Ehre meines Hauses! Ich rathe Ihnen, sich keine Unannehmlichkeiten zuzuziehen!" Das rathe ich Ihnen! antwortete er mit zornbebender Stimme. Ich sage Ihnen, daß ich gestern Aben zwei Pfund in Gold und etwas Silbergeld bei mir hatte, und nun habe ich keinen Groschen mehr. Die Redensarten kennt man," sag te sie höhnisch. Ihr Geld war eben alle, aber wenn Sie glauben, ich werde Sie fortlassen, ohne daß Sie mir Bett und Frühstück bezahlt haben, so sind Sie gewaltig im Irrthum. Geben Sie mir mein Geld zurück, dann will ich sofort zahlen," erwiderte er heiser vor Aufregung. Was unterstehen Sie sich!" rief sie mit gutgespielter Entrüstung. Hochaufgerichtet trat Hans auf sie zu. Ich gehe jetzt die Polizei zu holen. sprach er drohend. Sie besitzen Schlüssel zu allen Thuren hier, ich werde dieses Diebsnest durchsuchen IanU" Thun Sie's doch," gab sie zur Antwort, holen Sie nur die Polizei, aber sofort. Das ließ er sich' nicht zum zweiten Mal sagen, und wenige Minuten darauf traf er auch cmei Wachter des Rechts und der öffentlichen Sicherheit an emer Straßenecke. Dem irua er den Fall vor. Der Mann des Gesetzes strich sich den Bart und betrachtete Hans mit lächelnder Miene, als wolle er sagen: Sie scheinen mir noch recht grün, junger Mann." Doch was er sprach, war nur: Und welchen Beweis haben Sie dafür, daß die Frau Ihnen das Geld gestohlen hat?" Einen absoluten Beweis habe ich allerdings nicht, entgegnete Hans. Hm, und können Sie den Beweis erbringen, daß Sie das Geld hatten?" Äas hangt davon ab, was Sle Be weis nennen. Ich gebe Ihnen mein mit daraus. Worte sind keine Beweise," sagte der Blaurcck achselzuckend. Es thut mir leid, aber ich kann Ihnen nicht yetsen. Hanö mußte das leider einsehen. und so mischte er sich denn unter die Menge, froh, seine Schmach verbergen gu ivnnen.
So war er denn wieder ein obdachloser Vagabund, ohne Freunde, ohne Geld. Jasper Downderrys gut gemeintes Darlehen hatte dem armen Jungen nicht nur nichts genützt, sondern noch eine neue Schranke zwischen ihm und du Schwester aufgerichtet. Nie würde er sich ohne das Geld nach dem Crantockhofe zurückgetrauen. Und drei Pfund dünkten ihm ebenso unerrcichbar, wie dreitausend. Wußte er doch nicht, wie auck nur seinen täali-
chen Unterhalt zu bestreiten. Eine Stunde oder länger durchirrte er die Stratzen. Ueberall Menschen, und alle in Eile, offenbar auf dem Weae zur Arbeitsstelle, jede,r füllte einen Plan im eben aus, nur er allein hatte keinen, er war ein Ueberzäbliaer unter den vielen. Gegen Mittag begann ihn der Hunger zu plagen, und das machte ihn noch elender und bitterer. In den Eßwaarenladen lagen Vorrathe über Vorräthe gehäuft; vieles davon muße sicherlich verderben, aber für ihn, da gab es keinen Bissen, kein Krümchen. Im planlosen Hinwandern kam er zur Hoe", dem herrlichen Aussichtspunkt an der See, doch verweilte er nicht. Es wehte ein eisiger Wind dort oben.' Auch regte ihn der Anblick des glitzernden Meeres auf. Die See dünkte ihm ein lesiges Ungeoeuer, das sich ihm entgegenwälzte, und drohte ihn zu verchlingen. Von weither hinter dem Wellenbrecher klang es wie ein Rufen aus der Tiefe. Ihm wurde unheimich bei diesen dumpfen, gurgelnden. grollenden Tönnen, er wandte sich ab und sloy von dem Ort. Als aber der Hunger schärfer nagte und ihm schier unerträglich wurde, da enkte er die müden Schritte wieder zum Meer, dessen Stimme ihm noch m Ohre klang: doch nicht mehr schaurig oder drohend, vielmehr lockend zum Ausruhen, zum friedvollen Vergessen und traumlosen Schlaf. Warum sollte er sich nicht von aller Qual erlösen. vom Hunger und Elend befreien lasen? Wozu die Bürde des Lebens noch weiter schleppen? War denn das bloße Dasein wirklich so viel werth? Für ihn sicher Nicht. Es war gut für die. denen liebevolle Hände sich entgegenstreckten, denen nach des Tages Mühen ein Obdach und Bücher rnd Freunde winkten. Aber er hatte das alles nicht, und keine Hoffnung mehr. es zu gewinnen. Aucy lern neoestraum war aus. Gemma hatte er Nicht wiedergefunden, und wenn auch, was denn? Es stand fest, daß sie einen anderen heirathete, sobald sie alt genug dazu war, was bei den Zigeunern sechzehn oder höchstens siebzehn hieß, und sie zahlte nun schon bald fünfzehn Jahre. So mußte er sie denn verloren geben, und damit war der Preis des Kampfes' aus seinem Leben derschwunden. Wozu sollte er nun noch gegen das Schicksal sich wehren? Wofür noch ringen und leiden? Drum fort aus dem Gewühl der Straßen und nach der mcerumspulten Hoye, wo die Wellen ihm Ruhe und Frieden verkündeten, mit ihrem eintönig rhythmischen Brausen, das ihn jetzt nicht mehr so schreckte, wie zuvor. Wie das Schaukeln einer Wiege dünkte ihm das Rs.Än der Wogen, so einschläfernd und beschwichtigend. Er wußte nichts mehr von Angst und Grauen, in seinem Innern war alles still. Ganz dicht an dem steilen Gestade hatte er kleine Buchten gesehen, wo es grun aus der Tiefe heraufschimmerte. Es war Seegras, das unter der spiegelhellen Fluth breit dalag, wie eine Wiesensläche, die der Sommerwind streift. Keine Seele würde ihn vermissen, niemand ihn dortsuchen. Und das Gras war ein weiches Ruhebett, über dem die See ihr Schlummerlied sang. Äwanziastes Kapitel. Jurisprudenz und Liebe. Als fhanz den Necbtsanwalt Rcainald Mayne verlassen hatte, rieb sich t r i V 4 rneer Herr vergnugi lac&eino oie .ftände. ..Kndlick mal ein intcressanter Fall," dachte der junge Anwalt, der in hieiVm Nunkt nickt eben verwöhnt war. Zu thun hatte er auch nicht eben viel. In kleinen Landstädten scheuen die Leute den Advokaten und mebr nock die Anwaltsaelsübren. Ja, wenn die nicht wären, lägen sie sich woyl oft m den Haaren, aoer vor rem Kostenpunkt hatten sie einen gewaltien Nefheft. Wenigstens in Stamer und Umgegend war es so, und Reginaiv Mayne, obwohl ern anerlanm tüchtiger und gewissenhafter Anwalt, batte eine Vraris. die iust seine But r & ... w reaumiethe deckte, und. wenn hoch kam wenigstens wie seine Schwestern sagten ebenfalls noch feinen Bedarf an ferfilthsen und KraaN. Er stützte den Kopf auf die Hand uno lann. .Steckt aewin so etwas wie ein Ro man dabinter. Das sollte s.ck dock in dem Rest hier noch ermitteln lassen. rv-w v W, , i f Cf VJiu ornazt naturilü). ijo vooqi vzu chen was weiß? Der Fall interessirte ihn wirklich sehr, und mcht nur als Jurlz:en..eu drei Jahren etwa kam jeden Morgen m. ii i:tm?. uno leoen cacumuiag ein wuuu;w blondes Schulmädchen an seinem Buaufenster vorüber, und mehr und mehr war. ihm zur lieben Gewohnheit geworden, sie zu beobachten und mit seinen Blicken zu verfolgen. Von jenem Spätherbsttage an, wo er in der Dämmerung die Rolle ihres unbekannten m.ccr.i s ;r ciyugcrs uoerno mitten uue, um u
ne tiese Zuneigung für sie in seinem Herzen erwacht, ohne daß er recht wußte, was ihn so zu ihrem Wesen hinzog. Dutzende von Mädchen ihres Alters gingen die Straße entlang, und manche drehte das. Köpfchen nach seinem Fenster, aber er hatte für keine weder Auge, noch Sinn. Von all den jungen Damen, die- als Freundinnen seiner Schwestern im Hause seiner Mutter verkehrten, wohlerzogenen Mädchen aus guten Familien, nahm er so wenig Notiz, daß er daheim für
ehescheu und ungesellig erklärt wurde. Reginald Mayne hatte mit seinen sechsundzwanzig Jahren noch me geliebt, nicht einmal eine Liebelei angeknüpft. Zuweilen mußte er lächeln, wenn er daran dachte, was seine Mutter und Schwestern wohl sagen wurden, wenn sie ihn auf feinem Späherposten am Fenster gesehen hätten. Und er selbst wußte eigentlich nicht, wie er zu dieser sonderbaren Freundschaft mit einem Kinde gekommen war. Er zählte dreiundzwanzig Jahre und Eva elf, als er ihre blauen Augen zum ersten Mal sah. Sie hatte auf ihrem Wege zur Schule achtlos nach seinem Fenster geblickt. Von Stund' an war sie der Lichtpunkt in seinem täglichen Leben geworden. Es war ihm schier unbegreiflich, daß ihr Anblick genügte, ihn froh zu stimmen. Es gab doch am Ende mehr hübsche kleine Mädchen inzwischen freilich war sie schon recht groß geworden, aber dennoch das reine Kind. Und gerade das gefiel ihm an ihr. Nichts lag ihm ferner, als der Gedanke, daß sie m ein paar Jahren erwachsen sein werde und er die Rolle eines märchenhaften Unbekannten mit der eines Bewerbers um ihre Hand vertauschen könne. Liebe also war nicht der Grund seiner Sympathie, da hatte er zene Zelt ;a herbeisehnen mussen. Nein, ob es ihm auch zuweilen schwer wurde, sich ohne einen herzhaften Kuß von ihr zu verabschieden und sie hätte ihm in aller Unschuld den rosigen Kindermund geboten sie war und blieb für ihn das kleine Schulmädchen, deren harmloses Geplauder ihn entzückte, wenn er sie an dunklen Abenden heimgeleitete, und zwar immer noch unter strengster Wahrung seines Inkognito, als ihr stets wachsamer Freund und getreuer Ritter. Und da Eva tyn nur unter diesem Namen kannte, meinte sie schließlich, daß er in der 'That so hieß. Längst hatte sie aufgehört, etwas Außerordentuches m femer Begleitung zu fmden, und wenn es dunkelte, zögerte sie schon auf ihrem Wege in der Erwarhing, seine wohlbekannten Schritte zu nehmen. Daß er aber noch immer nicht mt'h ins Haus kommen wollte, wunderte sie. Im Sommer stellte er sich überhaupt rncht zu lhrer Begleitung ein, da sie dann seines Schutzes nicht bedürfte. Einmal jedoch, an einem Markttag, war sie ihm begegnet. als sie mit ihrem Onkel Jasper durch die Hauptstraße von Stamer ging. Der junge Rechtsanwalt zog den Hüt, blieb aber nicht stehen, und Eva erwiderte seinen Gruß errothend und lachelnd. Wer war denn der Zerr?" fragte Jasper Downderry und wendete in seiner langsamen Art den Kopf, um dem hochgewachsenen, vornehm ausse henden jungen Mann nachzublicken. Ein Herr Ritter, sagte s ern klein wenig verlegen. Kennst du ihn vielleicht?" Nein. Kind," erwiderte er nach einigem Besinnen. Ich kenne lange nicht alle Leute in Stamer. Vor Jahren wohnte eme Familie Ritter an der Bodmin - Chaussee. Möglich, daß er zu denen gehört. Er wohnt aber in der Stadt. Ich habe ihn öfters hier gesehen. Ist er wohl ein Doktor oder so was? Er sieht aus wie was Feines." Ich weiß nicht, was er ist, Onkel. Ich habe noch Nie danach gefragt. (Fortfetzung folgt.) DieEntdeckunavon aold haltigem Quarz wird aus dem Berg lande vonKintail in Roßsbire. Schott land, bericktet. und- maz soll einem deutschen Gelehrten, der eine geologi sche Forschungsreise machte, diese Ent oeckung zu verdanken sem. Zwei ti fabrene Erzscbürfer baten die Ader die sehr reich sein soll und über neunzig Fuß in den Bergabhang hineinfuhrt, bearbeitet; sie erklären, daß der Gang immer re'ä'r wird, je weiter er fuhrt Man bat Proben, die bis zu 3V Prozent reines Gold aufweisen; Proben von aolovaltlaem Quarz in der Umae buna ?.eiaen einen verschiedenen Vro zentjatz an Vold. Natürlich herrscht m der Gegend große Aufregung, und die wildelt?n Gerüchte werden verbreitet. Frühere Entdeckungen von Gold in den Hochtanden erwiesen sich zeooch rnshe immer als wenig oder gar nicht werth voll. CrE i n g e g a n g en. Braut: Hast Du Papa endlich 'Deine Schulden gebeichtet? Bräutigam: Ja. heute!Braut: Und was sagte Papa?' Bräutigam: Er. werde verschwie gen sein wie das Grab!Unverbesserlich. Schau'n S , mein Mann hat sich fest Vorgenom men, sein Bier mehr zu trinken we nigsteus daheim nicht!" Und da8 führt er wirklich durch?" Jawohl aber seitdem geht er jeden Tag aus!"
Feuer - Signale.
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Henry ff WeridianundSay '4 No. 4 Spritzenhaus VadtsonSv.uWorriZ Wadion Lv. u Dunlop a o , Haken Leiterhant Louth nah Delavar Penn.urA u Delaware u. RcSarN afinndettz e Jersey u.Vn vtrg.Lv.n Lradsh, Eaft nd Prospekt U Bicking und High 1 51. ll Spritzenhaus ir Lve. nah Huro 1 Last und Georgia t ftbax und Ekn i Davidson u Georgia Snglish Av. u Pine e Shelöy und ateS 'S No. 8 Spritzenhaus Prospett nahe Shelby Fletcher Av. u Lhelby il Varket u. New Jersey Delawan und Wash. 'Z -ftu Washington :4 New York u. Davidss raubstunnnm Anstalt Z Ver. Staaten Arsam '? Orten tal und Wash. 'S Fraum-Aesormat. X No. 13 Spritzenhaus NsryKnd nahe Wer. Veridien u. Veorqia, 3 Meridian und South u Pmnstl) u. Lruistana 5 Virginia Ave u. Lllab, ' Haptquartter. -7 Crand Hote!. ?3 Zapital ve und Oht, Z No. 1 Spritzenhaus IS. und Lsh. ti Alabama und 18. 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"Die p bezeichnete Signal tsord nur 0! ächter angegeben da an den detreZftnd Straps reuzunae kew LlannAktst aebr4t fsX. Brieftaube als Schiffspassagier. Auf einer Fahrt, die der Touris'endauchfer Viktoria Luise" von Hamburg nach New Jork gemacht hat, ließ sich leim Eingang in den englischen 5ianal eine Brieftaube ermattet auf das Schiff nieder. Man verpflegte sie gut und nahm sie nach New For! mit, von wo die Taufe dann mit dem Dampfer Pretoria" nach Europa zurückreiste. Haus für eine Mark! Ein dem Schuhmacher und Karusselbcsltzer König in Nordhausen, Provinz Sachsen, gehörendes Haus, das wegen Baufällizkeit zwangsweise verkaust "1 werden mußte, wurde von den Jnhabern einer Brauerei für den Preis von 1 Mark erstanden, da keine weiteren Gebote abgegeben wurden. Die auf dem Hause ruhenden Hypotheken in Höhe von 1500 Mark fielen damit auQ
