Indiana Tribüne, Volume 28, Number 168, Indianapolis, Marion County, 9 March 1905 — Page 5
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oooövvijvy vo-ooo geliefert von A. B. MEYER & CO. Telephone Siuf : Alt - - 2440" Neu- - 516" 10 Haupt-Vcrbmdungen Wir sind zu jeder Zeit zu haben Kohlenhof nahe bei Ihnen. Saupt Ossice : 19 Nord Pennsylvania Straße. Verhängnißvoller Schmugglergang. Einen Wirth von Emsbauern, Vorarlberg, perlockte die Aussicht auf einen Gewinn von 500 Francs ($96.50), einen Rucksack voll Saccharin heimlich über die Grenze zu bringen. 'Oberhalb Die-pold-äu wollte er den Rhein überschreiten; er gerieth hierbei an cincj r v . n iiese ?:eue uno eriran:. . Dreiste Räuber. In Wladikawkas, Russisch-Kaukasien, drangen an einem Abende bewaffnete Räuber in die im Centrum der Stadt gelegenen Läden, während andere Räuber auf der Straße Gewehrschüsse abfeuerten und vier Personen verwundeten. Die Räuber plünderten die Laden und entflohen dann. Zu ihrer Verfolgung wurden Kosaken entsandt. . S ch u l i d y l l. In Vlumenau, Preußisch-Schlesien, ist der 48jährige Lehrer Weidler kürzlich gestorben, nachdem er an schmerzlicher Krankheit lange darniedergelegen hatte. Seit Oktober 1903 hat dort der Schulunterricht auZfallen müssen, und auch jetzt noch hat die dortige Jugend Ferien. Die auffallende Thatsache hängt mit dem Mangel an Volksschullehrern zusammen. Taufe auf dem Friedh o f. In Spandau, Brandenburg, war die junge Frau eines ehemaligen Chinakämpfers, des Büchsenmachers Breuer, gestorben, nachdem sie einem Kinde das Leben gegeben hatte. Nachdem der Geistliche im Beisein der Leidtragenden die Leiche der Dahingeschiedenen in der Friedhojskapelle gesegnet hatte, wurde über dem Sarg die Taufe des neugeborenen Kindes vollzogen. Es geschah dies gemäß einem letzten Wunsche der todten Mutter. Leichenverwechslung. Im Krankenhause zu Godesberg, Rheinprovinz, starben fast gleichzeitig zwei Kranke, einer aus Mehlem und einer aus Pech. Zuerst wurde die Leiche des aus d?m letzteren Ort Verstorbenen abgeholt und beerdigt. Als nun die Verwandten des Todten aus Mehlem sich einfanden und ihren Angehörigen noch einmal sehen wollten, stellte sich heraus, daß der Verstorbene aus Mehlem nach Pech transportirt und dort bereits begraben worden war. Raffinirter EisenbahnDieb. In einem Wurzourg-Munche-ner Schnellzuge stahl ein Kerl einem schlafenden Passagier zwei Winterröcke und auch die Manschetten mit goldenen Knöpfen. Er verließ sodann das Koupe und kletterte am Waggon entlang nach einem Bremshäusch:n; als er dieses von einem Wagenwärter besetzt sah, kletterte er m ein anderes Wagenabtheil und zog in der Nähe der Station Dachau die Nothbremse. Als der Schnellzug hielt, sprang er ab und war verschwunden, bevor man noch hatte feststellen können, von wo aus die Bremse gezogen worden war. Der in Schlaf beraubte Passagier entdeckte sei nen Verlust erst bei der Ankunft in München. Selbstmörderbund. Fünf Gymnasialschuler m Budapest hatten schlechte Schul-Zeugnisse erhalten. Aus Furcht vor den häuslichen Folgen die ser ungünstigen Prüfungsergebnisse be.schlössen sie, vereint in den Tod zu gehen. Einer der fünf Mitglieder dieses Selbstmörderbundes, der 13jährige Franz Schneller, stürzte sich vom zweiten Stockwerke eines Hauses in den Hofraum; doch blieb er, von einigen Kontusionen abgesehen, unversehrt. Er wurde in die elterliche Wohnung gebracht, wo er das Gestandniß ablegte, daß er sich mit vier Schulkollcgen verabredet hatte, sich den Tod zu geben. Der Bruder des jugendlichen Selbstmordkandidaten begab sich zur Polizei, wo er die Namensliste der übrigen vier Knaben deponirte. Die OberstadtHauptmannschaft verständigte die Eltern der betreffenden Knaben von deren Vorhaben. Sardellenfleisch. Gekochtes Rindfleisch wird in Stücke geschnitten, etwas Butter in die Kasserolle gegeben und das Fleisch hineingelegt. Die Sardellen werden geputzt, sehr fein gewiegt,' mit einer Tasse saurem Rahm vermisch:, über das Fleisch gegossen und noch etwas aufgekocht.
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K ti cj K y cm $ olclaxvt p r ü s. Z u QXfM'cr&AW'4&-' w'cini -cug um uic xuiuuyyuiuuc lr konnte man in der Miodowastraße cv ' c:. cm:n .3ri..i.. einem Herrn gesetzten Alters begegnen, der von dem Krasiuski'schen Platz nach der Senatorenstraße zu gehen pflegte. Im Sommer trug er einen eleganten, dunkelblauen Ueberzieher, graue Beinkleider vom ersten Schneider, spiegelblanke Stiefel und einen etwas schäbigen Cylinderhut. Dieser Herr hatte em rothes Gesicht, einen melirten Backenbart und graue, mildblickende Augen. Er gmg gebückt und hielt die Hände in den Taschen. Lei schönem Wetter trug er einen Stock unter dem Arm; an Regentagen schleppte er einen englischen seidenen chlrm. Er war stets in Gedanken versunken und bewegte sich langsam vorwärts. Vor der Kapuzinerlirche berührte er romm seinen Hut und ging aus die andere Seite der Straße hinüber, um bei Pik, dem Optiker, nachzusehen, wie der Barometer und der Thermometer standen. Sodann kehrte er wieder nach der rechten Seite der Straße zurück, blieb vor der Ausstellung des bekannten Photographen Mietschowski stehen, berachtete die Bilder und ging weiter. Er wich Allen höflich aus und lächelte reundlich, wenn ihn Jemand anstieß. Bemerkte er eine hübsche Frau, dann fetzte er den Kneifer auf, um sie deuticher zu betrachten. Da er es aber sehr phlegmatisch that, so erfuhr er gewöhnic.) eine Enttäuschung dabei. Dieser Herr war Herr Thomas. Seit dreißig Jahren ging nun Herr Thomas über die Midowastraße, und :s siel ihm zuweilen auf, daß sich hier so manches verändert hatte. Dasselbe hätte die Straße von ihm denken können. Als er noch Vertheidiger war, da rannte er so schnell, daß kein Schneidermädchen, das vom Atelier nach Hause ilte, vor ihm hatte fluchten können. Er war lustig, gesprächig, hielt sich gerade, hatte einen Kopf voll Haare und trug den Schnurrbart schneidig nach oben gedreht. Schon damals machten Kunstwerke einen Eindruck auf ihn. iber er widmete ihnen keine Zeit, denn :r war immer bis über die Ohren verliebt. Was half es doch? Herr Thomas konnte niemals einen freien Auzenblick finden, um sich zu erklaren, da :r stets von der Praxis oder auch durch Verabredungen m Anspruch genommen war. Von Frania ging er nach dem Gericht, vom Gericht rannte er zu Soscha, die er am späten Nachmittag verließ, um mit Juscha und Filka zu Übend zu essen: Als er Justizrath wurde, war" seine Stirn in Folge angestrengter geistiger ölrbeit bis an den Schädel gewachsen. im Schnurrbart erglänzten einige Siloerfäden. Herr Thomas besaß mcht mehr das jugendliche Fieber, dafür hatte er aber Vermögen und den Ruf eines feinsinnigen Kunstkenners. Er hatte sich sogar eine Wohnung von sechs Zimmern gemiethet, auf eigene Kosten Parketfußböden legen und tapeziren lassen, eine schöne Einrichtung angeschaff! und suchte nun nach einer Frau. Aber einem Mann in seinem Alter fällt die Wahl schwer. Diese war zu jung, jen verehrte er bereits seit zu langer Zeit. Die bidt verfügte über ölnmuth und das passende Alter, aber nicht über das gewünschte Temperament, die vierte besaß entsprechende Anknuth. Alter und Temperament, aber bevor -sich der Justizrath erklärte, heirathete sie d?n Doktor. Herr Thomas grämte sich jedoch nicht darüber, denn es blieben noch genug Mädchen. Er ergänzte nach und nach seine Einrichtung und legte immer mehr Werth darauf, daß jeder Gegenstand in seiner Wohnung einen künstlerischen Werth besäße. Er tauschte die Möbel, stellte die Spiegel um, kaufte Bilder. Seine Ordnungsliebe wurde berühmt. Ohne es selber zu wissen, hatte er eine Gemäldcgallerie angelegt, die von Neugierigen immer häusiger besucht wurde. Da er seh? gastfrei war, seine Gesellschasten gab und mit Musikern stets in Beziehung stand, so führten sich sehr bald musikalische Abende, bei ihm ein, die sogar Damen mit ihrer Gegenwart beehrten. Herr Themas sah Alle gern bei sich, und als er in dem Wandspiegel bemerkte, daß seine Stirn über den Schädel hinweg bis zum schneeweißen Kragen reichte, da dachte er immer häufiger an's Heirathen.' Umso mehr, als er den Frauen stets sehr gewogen war. Als sich eines Tages eine ziemlich zahlreiche Gesellschaft bei ihm versammelt hatte, da rief eine von den jungen Damen, nachdem sie sich in seinen Salons umgescbaut hatte: Welch prächtige Bilder! Und diese glatten Fußböden! Die Gattin' des Herrn Justizraths wird sehr glücklich werden." Wenn die glatten Fußböden .ihr zum Glück genügen," bemerkte hierzu ein intimer Freund des Justizraths mit gedämpfter stimme. Im Salon herrschte eine sehr heitere Stimmunq. Herr Thomas zeigte ebenfalls ein lächelndes Gesicht; seit dieser Zeit wollte er aber nichts mehr vom Heirathen hören, und wenn ibm Jemand davon sprach, dann wehrte cr nachlässig mit der Hand ab und sagte: .Jh-h! .
Zu - jener Zeit ließ er sich den
Schnurrbart arasiren und einen Backenbart wachsen. Von den Frauen sprach er stets mit Hochachtung, für ihre Fehler zeigte er große Nachsicht. Da der Rath nichts mehr von der Welt erwartete denn auch die Praxis hatte er aufgegeben so schenkte er all sein ruhiges Empfinden und Fühlen der Kunst. Ein schönes Bild, ein gutes Konzert, eine neue Theatervorstellung waren gleichsam die Meilensteine aus seinem Lebenswge. Er begeisterte und ereiferte sich nicht, sondern er empfand Genuzz. In den Konzerten wählte er seine Pkatze nicht zu nahe am Podium, um die Musik zu hören, ohne durch den Lärm und den Anblick der Künstler gestört zu werden. Wenn er in's Theater ging, machte er sich zuvor mit dem Inhalt des dramatischen Werkes bekannt. um dem Spiel der Schauspieler ohne fieberhfate Neugier folgen zu können. In den Gallerien blieb er stundenlang und besichtigte die Bilder, wenn die wenigsten Zuschauer dort waren. Gefiel ihm etwas, so sagte er: ...Wißt Ihr. das ist ganz nett!" Er gehörte zu den Wenigen, die sogleich das Talent erkannten. Doch verurtheilte er mittelmaßige Werke Niemals. Wartet doch, vielleicht bringt r es noch zu etwas!" pflegte er zu sagen, wenn Andere den Künstler tadelten. So nachsichtig war er stets gegen die menschliche UnVollkommenheit, und über Verbrecyen sprach er überhaupt mcht. , Unglücklicher Weise ist kein Sterblicher von irgend welcher sonderlichen Eigenheit frei, und auch Herr Thomas hatte die seinige. Er haßte die Leiermänner und die Leierkasten. Wenn der Justizrath einen Leierkästen auf der Straße hörte, dann beschleunigte er seine Schritte und verlor für einige Stunden seine gute Stimmung. Er, ein sonst so ruhiger Mensch, wurde jähzornig. , begann zu schreien und zu wüthen, sobald er die ersten Töne res Leierkastens vernahm. Er machte aus dieser seiner schwachen Seite kein Geheimniß, ja, er rechtfertigte sich sogar: Die Musik" sagte er empört ist die zarteste Materie des Geistes, und im Leierkasten geht dieser Geist in die Funktion des Triebwerkes und in Raubwerkzeug über. Denn die Leiermanne? sind einfach eine Räuberbande. Uebrigens" sügte er hinzu macht mich ein Leierlasten nervös, und ich verfüge nur über e i n Leben, das ich nicht mit dem Anhören dieser gräßliche.i Musik vergeuden mag." Ein Spaßmacher, der den Widerwillen des Jupizraths gegen spielende Masckiinen kannte, machte sich einen häßlichen Scherz und schickte zwei Leiermänner unter seine Fenster. Herr Thomas Kurde vor Aerger krank und forderte den Missethater zum Duell. Es mußie ein Ehrengericht zusammen-. gerufen werden, um das Blutvergießen wegen eines anscheinend so mchngen Anlasses zu verHuten. Das Haus, worin der Justurath wohnte, hatte einige Male den Besitzer geändert. Natürlich erachtete der neue Wirth es stets für seine Pflicht, allen Einwohnen, vor Allem aber- Herrn Thomas, die Miethe zu steigern. . Der Justizrath ließ sich die Steigerung reNgnirt gefallen, aber mit der im Kontrakt deutlich eingetragenen Bedingung,. daß keine Leierkasten im Hause spielen dürften. Unabhängig von diesem im Kontrakt verzeichneten Vorbehalt ließ Herr Thomas stets den neuen Portier zu sich kommen und führte mit ihm ungefähr folgende Unterhaltung: Hör' inal, lieber Freund! Wie heißt Du? " Kasimir, gnädiger Herr!" So höre, Kasimir! Jedesmal, wenn ich fpät nach Hause komme, und Du mir das Thor öffnest, bekommst Du von mir , zehn Kopeken. Verstehst Du?" Jawohl, gnädiger Herr!" Außerdem sollst Du anderthalb Rubel monatlich von mir bekommen, weißt Du auch, wofür?" Das kann ich nicht wissen, gnädigster Herr!" erwiderte der Portier ganz gerührt. Dafür, daß Du keinen Leiermann in den Hof hineinlaßt." Ich verstehe, allergnädigstcr Herr!" Die Wohnung des Justizraths beuanv aus zwei zueilen. Äie vier größeren Zimmer gingen nach der Straße hinaus. Die beiden kleineren nach den, Hofe. Wenn Herr Thomas zu Hause war, so saß er den ganzen Tag in seinen: Arbeitszimmer, das nach dem Hos hinausging. Jenseits des Hofes, gerade gegenüber, befand sich eine Wohnung, die von weniger bemittelten Leuten be wohnt wurde. Zwei Damen mit einem kleinen, achtmhrigen Madchen Halter hier ihr Heim. Die Frauen verdienten sich ihr Brod durch Arbeit. Die eine nahte, die andere webte Strümpfe und Jacken auf der V!aschine. Die jüngere und hübschere nannte das Mädchen Mama, zu der alteren sagte es Sie. Die Fenster des Justizraths und di der Leute im Hinterhaus waren stets gcolfnet. Wenn Herr Thomas in sei nem Sessel saß, so konnte er ganz genau sehen, was bei seinen Nachbarinnen vorging. Sie hatten eine dürftige Einrichtung. Auf Tischen und Stuhlen, auf dem So pha und der Kommode lagen Stoffe zum Verarbeiten und Vaumwollknäuel zum Weben umher.
cs ncorgens segien vie grauen iei bcr die Wohnung auö. um zwölf Uhr brachte ihnen die Aufwartefrau das nicht, sehr reichliche Mittagbrod. Sonst verließen die beiden Frauen kaum ihre rasselnden Maschinen. Das Madchen saß gewöhnlich am Fenster. " Es war ein Kind mit dunklem Haar und hübschem Gesichtchen, aber bleich und seltsam ruhig. Manchmal drehte es mittelst zweier Stricknadeln einen Gürtel aus Baumwollenfäden. Zuweilen spielte es mit der Puppe, die es langsam und mit sichtbarer Mühe an- und aus'og. Oft that es gar nichts und horchte nur am Fenster. Niemals sah Herr Thomas, daß dieses Kind fang oder im Zimmer umherlief,' nie bemerkte er ein Lächeln auf den blassen Lippen und dem unbeweglichen Gesichtchen. Ein ieltsames Kind!" dachte der Justizrath und begann, es aufmerksamer zu beobachten. Emes Tages , (es war ein Sonntag) sah er, wie die Mutter der Kleinen ein klemes Straußchen gab. Das Kind wurde etwas lebhafter. Es spielte mit den Blumen und küßte sie. Schließlich band es das Sträußchen wieder zusammen, stellte es in em Glas mit Wasser. setzte stch an's Fenster und sagte: Nicht wahr, Mama, hier ist es traurlge Der Justizrath war entrüstet. Wie konn'.e es in einem Hause traurig sein, darin er seit so vielen Jahren immer guter Laune war! Emes Tages weilte der Justizrath gegen vier Uhr in seinem Zimmer. Um diese- Stunde stand die Sonne der Wohnung seiner Nachbarinnen gegenüber, sie leuchtete und brannte sehr stark. Herr Thomas blickte hinüber und mußte etwas Ungewöhnliches erblickt haben, denn er setzte ellig den Kneifer auf die Nase. Der Justizrath sah Folgendes: Das blasse Mädchen .lehnte zum ??en-. ster hinaus, den Kopf auf den Ärm gestützt, und blickte mit weitgeöff7!eten Augen in die Sonne. . Auf seinem sonst so . unbeweglichen ,. Gestchtchen spielten jetzt die gemischten Gesühle von Freude und Kummer. Es ist blind," flüsterte der Justizrath und ließ den Kneifer hinunter. Er empfand ein Siechen rn den Au gen bei dem Gedanken, daß Jemand in die feurig glühende Sonne blicken konnte. Das Mädchen war thatsächlich seit zwei Jahren erblindet. Als es sechs Jahre alt war, erkrankte es an einem Fieber; wochenlang war es ohne Bewußtsein und wurde . nachher so schwach, oafe es regungslos und iprachlos,' wie todt dalag. Man ernährte das Kmd mit Wem und Bouillon, und es erholte sich langsam. Als man es . aber . zum ersten Maje im Vettchen aufsetzte, da fragte es die Mutter: Mama, ist jetzt Nacht? " ; Mein, mein Kind! Wie so glaubst Du es? t , Das Mädchen antwortete nicht; es war schläfrig. Als aber am nächsten Morgen der Arzt kam, da fragte es wieder: Jst es noch immer Nacht?" Da begriff man, daß das Mädchen das' Augenlicht verloren hatte. Der Arzt untersuchte seine Augen und meinte, man müßte abwarten. Je mehr sich.die Kranke aber erholte, desto mehr, machte , ihr Leiden sie unruhig. Mama, warum sehe ich Dich nicht?" Deine Aeuglein sind verschleiert. Aber das geht vorüber." Wann denn?" Recht bald." ' ' Morgen vielleicht schon, Mama?" '3n einigen Tagen, mein Kind!" Wenn es wieder gut ist, dann sag' es mir gleich, Mama, denn das macht mich sehr traurig! " Tage und Wochen vergingen in ErWartung. Das Kind begann bereits, sein Bettchen zu' verlassen. Es hatte gelernt, tastend im Zimmer umherzugehen; es zog stch allein an und aus, ganz lanasam und vorsichtig. Aber das Augenlicht gewann es nicht wieder. . Eines Tages sagte die Kleine: . Nicht wahr, Mama, ich habe ein blaues Kleidchen" ,;Nein, Kind, ein graues!" Siehst Du es?" . Ja, mein Liebling!" So wie am Tage?" ' 3a!" Auch ich werde in einigen Tagen wieder alles sehen? Oder vielleicht erst n einem Monat. " Da die Mutter nichts antwortete, fuhr sie fort: Richt wahr. Mama, draußen ist es Tag? Und im Garten sind Bäume wie früher? Kommt das kleine Katzchen mit den schwarzen Pfoten noch zu uns? -Jch sah mich doch früher im Spiegel. nicht wahr. Mama? Ist hier kein Spiegel? Die Mutter reichte ihr einen Spiegel. Hier muß man hineinsehen,- wo es glatt ist." sagte das Mädchen und legte den Handspiegel an das Gesicht. Ich sehe nichts!" rief es. Siehst auch Du mich im Spiegel nicht, Mama?" Ich sehe Dich, mein Vöaelchen!" Wieso denn?" fragte das Kind kummervoll. Wenn ich mich nicht sehe, dann durfte doch im Spiegel nichts sein. Und Jene, die im Spiegel ist, kann s.e mich sehen oder mcht? Die Mutter brach in Thränen aus und lief aus dem Zimmer. .- (Schluß folgt.)
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