Indiana Tribüne, Volume 28, Number 167, Indianapolis, Marion County, 8 March 1905 — Page 5

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OOOVVV'V w woo o . geliefert von . A. B. MEYER & CO. Telephone tfluf : ,Mlt - - 2440" Neu - - 516" 10 Hanpt-Vcrbmdmlgcn Wir sind zu jeder Zeit zu haben Kohlenhok nahe bei Ihnen. Sanpt Osfice : J9 Nord Pennsylvania Straße. WcrtKvollc Vriefmarkcnsammlung. Die bedeutendste englische Bricfkuarkensammlung findet sich im Britischen Museum zu London. Sie ist unter dem Namen Tapling-Sammlung bekannt. Die über 100.000 Marken zählende Kollektion ist an Werth und Aollstandigkeit die dritte der Welt und wurde ursprünglich von dem späteren Abgeordneten Thomas K. Tapling zusammengestellt. Er hatte sie begonnen, als er zehn Jahre alt war, und dann hatte er sein ganzes Leben lang mit zähem Eifer daran gearbeitet, die Sammlung vollständig zu machen und zu erhalten. Heute wird sie nach dem Marktwerthe der darin enthaltenen Marken auf 5100,000 ($456,000) geschätzt. Die Museumsbehörden haben es für nothwendig erachtet, die Auslagekasten, di die Taplmg'sche Sammlung enthalten, stets unter die Obhut von zwei besonderen Wächtern zu stellen. Sie stehen in der Mitte des Naumes, der als The Kinq's Library" bekannt ist. Doch selbst damit sind die Vorsichtsmaßregeln der Konservatoren nicht er.schöpft. Vielmehr sind gewisse besondere Werthstüae, von denen jede einzelne Marke einen Sammelwerth von Hunderten von Pfunden darstellt, für sich in einem Kassenschrank in den innern Räumen des Museums besonders untergebracht werhn. Die dort ver einigte kleine Auswahl unter den Schätzen der Sammlung, worunter besonders gewisse Marken von Mauritius. Britisch-Guizna und Hawai geschäht werden, wird als Sehenswürdigkeit für sich betrachtet und ist auf be'sonv2 v.iv. zuaänalrÄ. Auf strenge Weise scheinen in Jotva die Jagdgesetze durchgeführt zu werden. So wird aus Sioux City folgender Fall gemeldet: Während der Farmer Herman Weck mehrere Kisten, welche 3000 Wachteln enthielten, an der Eisenbahnstation in El Point, S. D., ablud, erschien der staatliche Wildhüter James Holtday. Beck entfloh und ließ die Wachteln zurück. Ein Polizeibeamter wurde ihm nachgeschickt. Der Besitz von Wachteln außerhalb der Saison wird mit einer Geldbuße von zehn Dollars per Stück bestraft, so daß Beck $30,. 000 zu bezahlen hätte. Holiday erklärte, Beck müsse die Strafe bezahlen. Letzterer ist wohlhabend. EinBegräbniß mit Hindernissen war dasjenige von Chas. Böttcher in JJltto Berlin, Wis. Der Leichenbestatter Chas. Gaspar achte dabei schlimme Erfahrungen. Schon auf derFahrt nach dem Trauerhause kippte der sie Wagen um, die Fenster zerbrachen, und die Insassen konnten nur mit Mllhe aus ihrer schlimmen Lage befreit werden. Der Kutscher war kopfüber auf - einen Schneehaufen geflogen. Auf dem Wege zur Kirche brach die Deichsel eines anderen Wagens und jedes einzelne Gefährt im Trauerzuge wurde mehr oder minder beschädigt; die Pferde bluteten an den Füßen, in welche die scharfen Schnee- und Eis krüsten Wunden rissen. Einmal mußteii die anwesenden Männer auösteigen und den bedeckten Schlitten, in dem die Bahrtuchträger sich befanden, in die Höhe heben, da derselbe sich festgefahren hatte. Ein ungeschickt geschleuderter Postsack war die Ursache, daß viele St. Valentins" - Briefe, die in dem Postamt zu Jeffersonville, Ind., eingetroffen waren, die Adressaten nie erreichen werden. Der Postsack gerieth nämlich unter die Räder eines ZugeS und wurde böse demolirt. Der Zug der Panhandle - Bahn, der Jeffersonville um dreiviertes sieben Uhr Abends hätte erreichen sollen, hatte mehrere Stunden Verspätung, und als die Maschine endlich in die Station einfuhr, verfehlte der Sack mit Postsachen erster Klasse sein Ziel und landete unter den Rädern deö Zuges. Die Geschäftsbriefe im Sack blieben merkwürdiger Weise fast ' alle verschont. Um die zerstörten Valentines" ist es am Ende nicht schade. Voller Löcher wurde derSack im Postamt abgeliefert. Das Sortiren des mißhandelten InHalts war schwere Arbeit und wurde nur halb erreicht.

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Der geschnitzte Pnopf. Karnevalsqeschichte von E. Fahrow. Es war nur einer unter einem Dutzend, aber trotzdem war es ein unersetzliches Stück, denn es war ein Porträt. Der Großvater., Jsenheil hatte diese Knöpfe von irgend einem Großen geschenkt bekommen, denn wenn man Hofmarschall an tmtm Duodezfürstenthum ist, so regnet es Souveniers, die zu damaliger Zeit nicht lediglich in 'billigen Orden, sondern oft in theuren Schmucksachen und dergleichen bestanden. Der Großvater Jsenheil war eine hochvereyrte und sagenumwobene Persönlichkeit in der Familie. Das kam daher, daß er eigentlich nicht der Großvater, sondern der Urgroßvater war, was indessen nje jemand von den Jsenheils erwähnte. Denn es gab nur noch einige weibliche Nachkommen dieses berühmten und vornehmen Ahnen, und die hielten an der Tradition mit mehr Liebe als Correktheit fest, so daß eben die Verwandtschaft ebenso wie die wenigen Übriggebliebenen Andenken gleich gewissen Alterthümern zwar schön, aber unverbürgt war. So lange es in den letzten fünfzig Jahren junge Herren unter den JsenHeils gegeben, hatten die Knöpfe nichts gegolten, denn man konnte sie nicht tragen. Es war eine besondere Vosheit des Schicksals, daß die eleganten und künstlerischen Westenknöpfe gerade erst wieder modern wurden, als es niemand mehr gab, der sie tragen konnte. Solche Erwägungen beschäftigten das alte Fräulein von Jsenheil, die Klavierstunden für fünfzig Pfennige gab, häufig. Sie hatte versucht, die Garnitur an einer schwarzen Seidentaille zu verwenden, aber mangels einer einigermaßen sichtbaren Fülle ihrer Gestalt machten die Kunstwerke dort keinen Effekt, ja, man hatte zu ihr gesagt, es sei schade, daß sie. nicht ein Dutzend gleiche Perlmutterknöpfe aufgetrieben habe! Und dabei bestand die Schönheit der kleinen weißen Dinger gerade in ihrer Verschiedenheit, es waren nämlich alles Porträts von Fürstlichkeiten und Notablen, die zur Zeit des hohen Großvaters gelebt hatten. Eines TageS kam Fräulein von Jsenheil auf die Idee, die Knöpfe ihrer Lieblingsschülerin zu schenken, einem hübschen, jungen Mädchen, die stets aufmerksam und freundlich zu der alten Lehrerin gewesen, und die gerade an dem Tage Geburtstag hatte. an dem das alte Fräulein ihre Stunde gab. Klein Eugenie war selig über das Geschenk, denn sie verstand es zu schätzen, und beschloß sofort, sich dadurch zu revanchiren, daß sie ihren Vater veranlaßte, dem Fräulein von Jsenheil die ganze Winterfeuerung in ihre kleine Wohnung fahren zu lassen. Da der Vater Holz- und Kohlenhändler war, konnte das ohne große Opfer geschehen. Und dann ließ sich Eugenie einen Maskenanzug machen, den sie soeben benöthigte, weil im Stadthause der alljährlich stattfindende Maskenball bevorstand, bei dem kein hübsches 'Bürgerkind fehlen durfte. Eugenie hatte die Perlmutterknöpfe an eine seidene Schoßtaille genäht, die zu ihrem französischen Marquisenkostüm gehörte. Zehn Knöpfe saßen vorn, zwei zierten hinten die zierlichen Frackschößchen. Gerade diese beiden trugen die Porträts von Voltaire und Friedrich dem Großen. Unter den jungen Zerren, die den Ball besuchten, war auch Alfred Bertram, ein junger Mann, der zuerst Offizier geworden, dann Philosophie studirt und jetzt im Besitz eines hübschen Vermögens und großer Uebersättigung kaum noch Lust hatte, solche mittelmäßigen Vergnügungen wie einen Ball zu besuchen. Doch des Geschickes Mächte schreiten schnell, wie Alfred sagte, der das Prinzip möglichster Abkürzung auch Zitaten gegenüber hatte. Er ging also in der Maske eines Marquis in das Stadthaus. Kein Wunder, daß er sogleich die reizende Marquise zur Dame erwählte, die in einem so echten Kleide erschienen war. Die Knöpfe fielen dem kundigen Alfred sogleich auf; die waren aus der Zeit, sie waren wahrscheinlich ein Erbstück, und er fand, sie seien sehr geschmackvoll verwendet. Noch viel geschmackvoller fand , er die lustige Art der Unterhaltung dieser jungen Dame, die wunderfeine Füßchen und Händchen hatte. Wahrscheinlich entstammte die Marquise einem wirklichen Marquisgeschlecht. Schönste Dame", sagte er während einer Gavotte, Sie haben da auf Ihrer Casaque so reizende Knöpfe. Darf ich fragen, ob es Erbstücke sind?" Erbstücke sind es wohl, aber nicht aus meiner Familie. Niemals würde ich mir doch das Bildniß Voltaires alö das eines Uronkels gefallen lassen! Voltaire, der über die Frauen so abscheulich dachte!" Ach, schönste Marquise, was thut das? Man kann über die Frauen ganz abscheulich und über die Frau ganz anders denken." Die Frau? Die, die man liebt, oder die, die man hat?" . Meine Gattin liebe ich natürlich über alle 'Maßen aber ich meinte jetzt nicht gerade' meine Frau.-.

Eugenie rausperte sich vernehmlich, daß Bertram merkte, sie glaube nicht recht an die Existenz dieser Gattin. .Jedenfalls liebe ich Sie!", sagte er rasch. Eugenie lachte hell auf: Von, einem verheiratheten Manne lasse ich mir keine Liebeserklärungen machen. Gehen -Sie, Monsieur, Sie sind ein maiivais sujet." .Ich bin untröstlich. Aber ich wette, daß Sie morgen nicht mehr derselben Meinung sein werden." Morgen, mein Herr, bin ich derschwunden, wie weiland Aschenbrödel." Dann werde ich Sie zu finden wissen, wie weiland der Prinz." Eugenie antwortete nicht, denn der Tanz war zu Ende, und sie machte ihrem Partner den schönsten Knix. Im nächsten . Augenblick war sie im Gewühl der Gäste verschwunden. Bertram meinte, sie müsse bei der nächsten Tour wieder zum Vorschein kommen. Aber Eugenie war nun einmal heut in der richtigen Faschingslaune. Sie erschien allerdings wieder unter den Tanzenden, aber nur im Domino, so daß ihr liebentbrannter Kavalier sie nicht wiederfand. Am nächsten Morgen sah Eugenie mit Schrecken, daß von ihrer Casaque ein Knopf fehlte, und zwar war es gerade Voltaire, der sich verflüchtigt hatte. Sie ahnte nicht, daß ihr heimtückischer Tänzer ihr absichtlich und mit diebessicherer Geschicklichkeit denKnops vom Frackschoß abgetrennt hatte. Ja, Herr Alfred besaß den Perlmutterknopf. Das war aber auch das einzige, was er an greifbaren Beweisen von der Existenz seiner Schönen davongetragen hatte. Ohne den Knopf hätte er sie getrost für einen Traum, für ein Schemen halten können. Das that er aber nicht, sondern er schwor bei sich darauf, daß ihn das Schicksal selbst mit dieser entzückenden Kleinen zusammengeführt habe, in die er so arg verliebt war, wie noch selten zuvor. Dies ist die richtige Liebe", sagte er sich. Denn ich habe mich in ihren Geist und nicht in ihre, äußerliches Reize verliebt!" Trotz aller seiner Nachforschungen aber gelang es ihm nicht, eine Spur seiner Holden wiederzufinden. Und so stand denn eines Tages die folgende Annonce im Tageblatt: Ich bin auf dem Bürgcrmaskenballe verloren gegangen und sehne mich nach meinen Standesgenossen zurück. Um die Adresse feiner Herrin bittet dringend Voltaire." Dieses merkwürdige Inserat las Fräulein von Jsenheil bei ihrem dünnen Morgenkaffee, und sie witterte sogleich, daß hier von 'den Knöpfen die Rede war. Deshalb schrieb sie unter der angegebenen Adresse eine kurze Antwort, in der nichts stand als: Fräulein von Jsenheil, Grundstr. 4, bittet Voltaire, zu ihr zurückzukehren." Am nächsten Vormittag, der zufällig auf. einen Sonntag fiel, ging Alfred mit hohem Hut und langem Rock nach der Grundstraße. Das alte Fräulein öffnete ihm selbst und bat ihn, näher zu treten. Erschrecken Sie nur nicht!" sagte sie gutmüthig, der Knopf gehörte wirklich mir! Ack, Du meine Güte! Sie werden ja ordentlich blaß! Sehen Sie denn nicht, daß ich eine alte Jungfer bin?" Ja", Platzte Afred heraus, das seh ich." Wie offenherzig Sie sind! Na, schadet nichts. Sagen Sie mal, mein Herr, denken Sie denn, daß ein wohlerzogenes junges Mädchen auf so ein Inserat antworten würde?" Sie kennen sie?" rief Bertram. Oh, mein gnädiges Fräulein, Sie sind ein Engel! Wer ist sie denn?" Was? Sie haben wirklich keine Ahnung? Und was wollen Sie denn von ihr?" Ich will sie hei das heißt, ich will sie näher kennen lernen." . So? Sie sind doch Herr Bertram, nicht wahr?" Verzeihen Sie! Ich vergaß in der Aufregung mich vorzustellen!" Schadet nichts. Also Sie sind Herr Bertram. Ich habe nämlich Ihre Eltern ganz gut gekannt. Nun, ich will Ihnen bloß sagen Ihre Dame ist keine Adlige, sondern bloß Holz und Kohlen en gros :rnd en detail." Das ist mir ganz egal! Sie ist entzückend, und ich liebe sie. Bitte bestellen Sie ihr doch das, gnädiges Fräulein." Gott, sind Sie leichtsinnig! Eugenie ist mordhäßlich!" In diesem Augenblicke, klingelte es, und Fräulein von Jsenheil sprang auf. - ,Das ist sie!" rief sie. Mein Gott, wie unangenehm! Ich. . ." ' Im Gegentheil, wie angenehm", rief Alfred. Verstecken Sie mich, .verehrtes . Fräulein. Das . ist ja wie im Theater, dann kann ich meine Gottin sehen,' ohne daß sie eö weiß! Hier ist ja eine Thür! Kann ich da hinein?" Halt! Nicht weiter! Die Thür führt führt zu meinem genug, Sie können dort nicht hinein. .' . ach Gott. . . wie peinlich!" Weder Eugenie noch Alfred fanden jedoch die Situation so peinlich wie das Lbercorrekt: alte. Fräulein.. Im

Gegentheil, die Unterhaltung war sofort im besten Gange, denn Eugenie war nur wegen des Inserats zu ihrer alten Freundin gekommen, und jetzt fand sie den Missethäter selbst vor. Voltaire wanderte zurück zu seinen Standesgenossen. Dafür aber gingen die zwölf Knöpfe sehr bald in den 'Besitz des jungen Herrn über, der sie an seiner Hochzeltsweste befestigen ließ. Und dort waren sie endlich wieder an ihrem Platze. - mmmmmm Der verkaufte Kuß. Sine Bazar-Humoreöke von Oskar Menke. Im großen Saale des englischen Hauses war, wie in jedem Jahre, der große Verkaufsbazar des FrauenHilfsvereins etlirt worden. In der Damenwelt der ganzen Stadt hatte dies Ereigniß, das alljährlich am 2. Sonntag im Januar stattzufinden pflegte, schon seit Weihnachten die Gemüther aller Damen erregt. Man agitirte, intriguirte, 'man sprach tagtäglich vom großen Bazar; man bettelte bei den Kaufleuten um Spenden für diesen Wohlthätigkeitsmarkt. Die Damen, die als Verkäuferinnen dort wirkten, wurden beneidet. Freilich, es war auch ein großes Ereigniß für den ganzen Ort. denn die Prinzessin Clementine, die hohe Protektorin des Frauenhilfsvereins, hatte ihr Erscheinen auf dem Bazar zugesagt. Man wußte von früheren Iahren her, we die junge Dame sich liebenswürdig mit den Bazarverkäuferinnen zu unterhalten pflegte, wie sie Einkäufe machte, diejenigen Verkäuferinnen, welche besonders hohe Einnahmen für den wohlthätigen Zweck erzielt hatten, belobte und durch langere Ansprachen auszeichnete. Daher waren denn alle Damen bestrebt, dieses eine Ziel zu erreichen: eine hohe Einnahme, womöglich die höchste Einnahme; daher ließen sie alle erlaubten Mienen der Koketterie sprinqen, um die Kasse zu füllen. Freilich Eines schickt sich nicht für Alle; was dem Einen erlaubt erscheint, oder auch sein mag, ist's nicht für Alle, und Grethe Lersen. die reizende, blonde Tochter des Universitätsprofessors Lersen, war nicht wenig ärgerlich, daß ihr der Dr. Alten, der junge, liebenswürdige und fesche Assistent ihres Papas, freundschaftliche Vorwürfe dar-

über 'machte, wett ste ermge J.age vor dem. Bazar dem flojten Baron von Hardenfeld versprochen hatte, ihm für hundert Mark einen Kuß zu verkaufen. ' Aber, Doktor, dabei ist doch nichts Schlimmes, wenn ich dem Varon einen Kuß gestatte; es geschieht doch 'zum wohlthätigen Zweck. Im vorigen Jahre hatte die Galloni doch auch dem Herrn von Werder einen Kuß vertauft." ' Mein gnädiges Fräulein, einer Bühnenkünstlerin verzeiht man es wohl, wenn sie sich einmal zum wohlthätigen Zweck einen derartigen Scherz erlaubt, 'ist sie doch 'durch ihre Kunst oft genug, gezwungen, auf offener Bühne vor Tausenden von Zuschauern sich küssen und umarmen lassen zu müssen. Und wenn es auch in solch' besonderem Falle, wo es sich um einen guten Zweck handelt, einem anderen jungen Mädchen viele verzeihen würden, ein Einziger, mein gnädiges Fräulein, wird das niemals thun, der, der Sie schätzt und liebt! Mir wird e's wehe thun, wenn Sie sich von dem Baron küssen lassen werden!" Ich habe nicht die Absicht gehabt, Ihnen weh zu thun!" sagte das junge Mädchen schmollend. So waren die Beiden am Tage vor dem Bazar in Verdruß auseinander gegangen. Grethe Lersen war sogar in nicht geringer Erregung, und in ihrem Innern tobte ein Kampf. Sie hatte den Doktor Alten sehr gern; zwar waren Beide noch' nicht verlobt, aber alle Welt betrachtete sie beide als ein künftiges Paar, und man Hatte wohl auch ein Recht dazu, sie so anzusehen, denn Dr. Alten vehrte im Hause des Profegors Lersen wie ein eigen Kind und man wußte, daß Dr. Alten die Klinik des Professors binnen kurzer Zeit wohl übernehmen würde,da Professor Lersen mehrfach geäuße'l. atte, er wolle sich von der ausübenden ärztlichen Thätigkeit zurückziehen und ganz auf seine Lehrthätigkeit allein sich legen. Dieser nicht zu ferne Zeitpunkt sollte wohl auch, wie , man allgemein meinte, der Tag der Verlobung Grethe's mit Dr. Alten sein. Leicht hatte der Professor den Kummer des Töchterleins ausgeforscht. Aber, Grethe, weißt Du auch!" so sagte er, wenn Dir das so zu Herzen geht,' dann liebst Du wohl den Dr. Alten recht sehr!" Grethe nickte rn Thränen; sie hatte es vielleicht heute zuerst vollkommen empfunden, wie sie den Dr: Alten liebte. ' Nein, mein Kind, dann werde ich Dir sagen, was Du zu thun hast. Du wirst Deinen Wohlthätigkeitskuß austheilen und Deine hundert Mark dafür erhalten. Du mutzt Dich aber ganz an meine Vorschriften halten. Und ich werde sofort mit dem Doktor reden!" Baron von Hardenfeld war pllnkt lich auf dem Platze; kaum war der Bazär eröffnet, so trat er mit einigen Herren, an, nahm vor der Verkaufs

bud'rvon Grethe Lersen' Aufstellung, drehte seinen schneidigen Schnurrbart

und sagte: Mein gnädiges Fräulein; ich bin zur 'Stelle,- und fordere meinen gekauften Kuß!" Grethe Lersen trat aus ihrer Verkaufsbude heraus, und mit ihr Professor Lersen und Dr. Alten, die der Baron weniger schneidig und weniger freundlich begrüßte. , Aber, Herr Baron, es ist ja sehr schmeichelhaft," sagte Grethe Lersen mit scherzhaftem Lachen, daß Sie sofort nach Eröffnung des Bazars kommen; daß Sie es offenbar nicht erwarten können, Ihr kostbares Kaufsobjekt einzuheimsen. , Aber ich finde es hier noch recht leer; ich hatte mir gedacht, Sie würden später kommen, wenn recht viele Käufer hier auf dem Bazar sind, ich möchte mich doch für die hundert Mark vor recht vielen Leuten küssen lassen!" Diese kleine' Kokette!" dachte sich der Varon, aber laut sagte er: Aber, meine Gnädigste, ich bin so zeitig, wie möglich gekommen!" Gut!" Wenn Sie denn nicht mehr Zeugen für Ihren Kußkauf wünschen, dann bin ich auch jetzt dazu bereit! So geben Sie mir denn die hundert Mark!" Aber mit größtem Vergnügen, meine Gnädigste!" rief der Baron und .griff in seine Brieftasche, um einen blauen Schein herauszunehmen, den er Grethe Lersen mit einer Verbeugung überreichte. . Ich , danke Ihnen, Herr Baron," sagte Grethe, für diese reiche Gabe, die Sie unserem Frauenhilfsverein zuführen. Sie glauben garnicht, meine Herren, wie sehr Ihr Herr Kamerad mich mit dieser Gabe erfreut hat. Und ich werde auch nicht verfehlen, Ihrer Hoheit, der Prinzessin Clementine, mitzutheilen, wem ich so reiche Einnähme zu danken habe. Ah," so fuhr sie dann schwärmerisch fort, heute ist überhaupt ein Glücks-: und Freudentag für mich! Die . ganze Welt erscheint mir heute im Festtagsglanz; und die Menschen sind alle so gut zu mir; Sie, Herr Baron, und mein Verlobter, Dr. Alten. Ach, da fällt mir ein, meine Herren, ich habe Ihnen ja noch garnicht mitgetheilt, daß ich mich heute Morgen verlobt habe, mit meinem lieben, guten Hugo." Mit diesen Worten umarmte sie stürmisch den Dr. Alten, der sie zärtlich an fern Herz druckte. Aber, da müssen . wir ja gratuliren!" sagte einer der Herren, nicht der Baron von Hardenfeld, der ganz perplex war, und der Varon schloß sich natürlich den anderen an, dte mit Ver beugungen sich um das Vr'autpüar'und den Professor Lersen drängten, 'und c nti". j. rjt.. i t.s.fi innen oie iiuarounicqe uuui iijii chem Händeschiitteln darbrachten. Aber, wir dürfen unser Geschäft auch nicht vergessen, lieber Baron, Sie haben ja Ihren Kuß noch nicht!" sagte nun Grethe Lersen und zog sich dabei ihren Handschuh von der rechten Hand. Wohin Sie mir den Kuß drücken wollten, hatten wir ja nicht vereinbart, nicht wahr, Herr Baron! Das ist Ihnen ja auch wohl gleich! So hoffe ich denn, Sie stnd zufrieden mit einem Kuß auf meine Rechte!" damit streckte sie dem Baron ihre kleine, zierliche ftand entaeaen. Ich schätze mich glücklich, meine Gnädigste!" sagte Baron von Hardenfeld und zog die Hand ehrfurchtsvoll an seme Lippen. Wenn die Herren." sagte Professor Lersen. uns heute Abend das Ver gnÜJen machen wollen, so werden Sie uns zu einer intimen Verlobungsfeier willkommen sein! Die Herren dankten und sagten zu. Dann gingen ste weiter zu den anderen Verkaufsbuden. Grethe Lersen aber klatschte in die Hände vor Vergnügen, und ihre Freude stieg noch.' als später Prinzessin Clementine erschien und ihr, als sie vernahm, wie reich ihre Kasse war, alle möglichen Liebenswürdigkeiten saate. . Aber auch Varon von Hardenfeld war nicht allzu böse auf die Enttäuschung. die ihm geworden war, denn auch ihn zeichnete die hohe Protenonn des Vereins mit liebenswürdigenDankesworten aus, hatle Grethe Lersen doch nicht vergessen, der Prinzessin mitzutheilen, wem sie den reichen Zufluß ihrer Kasse verdankte. Auskunft. A.: Was hat denn Dine Frau gesagt, wie Du diese Nacht heimkamst?" B.: Hm. . . wenn ich noch einmal um 3 Uhr heimkomme, laß' ich mich scheiden! Entgegenkommend. Er: Als Abonnent der hiesigen Morgenpost" hätte ich ein Gratisinserat!. . . Aber was soll ich inseriren? Sie: Ich kann ja durchbrennen dann kannst Du mich zur Rückkehr auffordern...! Nachträgliche Erklärung. Arzt (zu seiner jungen Frau, die über Magenkrampf klagt): Da nimm diese Medizin, die hat Dir ja immer geholfen, als Du noch Braut warst. Frau: Ach, damals war ich kerngesund, ich wollte mich nur von Dir behandeln lassen! m y o ye n zi i t x x o n Jahren starb in Wyocena. bei Portage, Wis., Frau Sophie Westover. Der Vater der Verstorbenen war ein. alter Freiheitskämpfer und ein Mitglied der Green Mountain B5, welche unte? Ethan Allen da Fort Ticonderoga erobttten. . .

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In Uebereinstimmung mit einer sonderbaren - Klausel in " dem Testament der alten und wohlhabenden Wittwe Constanze Miller in New Rochelle. N. Y., welche dieser Tage einem Nierenleiden erlag, wurde ihre Asche im Grabe ihres Gatten beigesetzt. Die Frau hatte immer Angst gehabt, lebendig begraben zu werden und bestimmte daher, daß ihre Leiche verbrannt und ihre Asche in .ihr Arbeitskörbchen, welches s,e viele Jahre lang benutzte, gelegt und das Körbchen dann in das Grab ihres im Tode vorausgegangenen Gatten versenkt werde. Die Ausführung dieser letzten Anordnung bereitete dem Lcichenbestatter ziemlich viele Mütze und Umstände. Er mukte die Schnee- und Eiskruste von MillerZ Grab entfernen, dann n Loch m dle harte Erde araben und das KorbckeA

mit de? Asche einscharren.