Indiana Tribüne, Volume 28, Number 166, Indianapolis, Marion County, 7 March 1905 — Page 7

Jndiana Tribüne, 7. März 1905.

3m Rampss mit dem Schicksal. Noman von SilaS f. Hocking, übersetzt von V. Treumann'Koner.

( Fortsetzung.) BäAuf lange kann ich Euch, offen gesagt, den Dienst nicht anbieten," sprach der junge Bauer. Mein Knecht, der Jerry, ist nämlich krank geworden, hat die Masern oder so was gekriegt. Wollt Ihr vierzehn Tage bei mir seine Arbeit thun, so will ich sieben Groschen für den Tag und Kost und LogiZ geben." Sieben mal sieben," sagte Hans, das macht neunundvierzig." Halt," unterbrach ihn der Bauer, die Rechnung stimmt nicht. Die Woch' hat ja blos sechs Werktckge! Sechs mal sieben ist zweiundvierzig. Mehr kann ich nicht ausgeben." Auf ein paar Tage mag's denn sein. Lebt Ihr schon lange in der Gegend?" Immer schon. So alt ich bin." Dann kennt Ihr wohl alle Leute hier?" Ich kenn einen jeden." Und wißt auch über ihre Familienverhältnisse Bescheid?" Meint Ihr von Eltern und Großeltern und sonstige Herkunft?" Ja, das meine ich." Was einer weiß, das weiß ich auch." Hans frohlockte innerlich. Am liebsten hätte er den Bauer gleich ausgefragt, aber wenige Schritt vor ihnen lag, in einer Thalmulde halb versteckt, das kleine Haus, und als der Besitzer ihn hineingeleitet hatte, machte dessen junge Frau, eine hübsche, derbe Bäuerin, dem Gespräch dadurch ein Ende, daß sie ihren Mann in ein Hinterzimmer winkte. Die Berbindungsthür blieb angelehnt, und so konnte Hans Wort für Wort verstehen, was sie miteinander sprachen. Aber John," rief die Frau aus, wie siehst du aus! Was ist mit deiner Nase?" Hab' 'ne Schlägerei gehabt!" Aber mit wem?" Dem jungen Menschen da. Fand ihn, wie er von unserer Strohmiete herunterstieg. Wollt' ihm einen Puff geben, daß 's Aufstehen vergaß. Es kam aber umgekehrt. Herr du meine Güte, war der fix mit der Sand!" Und den bringst du uns in'Z Haus, John!" Warum denn nicht? So einen kann ich just brauchen, bis Jerry wieder so weit ist, daß er eintritt." Aber mir scheint, er geht so kurz geschoren mit dem Haar, als käm' er gadwegs aus dem Zuchthaus." rAdj was. So tragen viele daZ Haar." Ein gutes Gesicht hat er," sprach sie, aber," setzte sie zögernd hinzu, einer, der dir die Nase so zerschlagen hat!" Darum paßt er mir grad'. Handfest und flink, wie ich ihn brauchen kann. Nu' aber aeh', zeia' ihm den Brunnen. Er wird sich waschen wol-. len, ehe er frühstückt. Bald saß Hans, durch eine kalte Waschung neu belebt, bei seinem Frühstück, Bratkartoffeln mit Speck, und dann ging's an die Arbeit. Erst spat am Abend fand er Zeit und Ge legenheit, dem Bauer die Fragen vorzulegen, die ihn in fieberhaft:: Span nung hielten. Sechzehntes Kapitel. EinSchrittvorwärts. John Cox hatte am Herdfeuer Plaß genomm:n, eine kurze Pfeife im Munde; ihm gegenüber faß Hans, und beide verhielten sich schweiqend. Hans überlegte, wie er das Ausfragen wohl beginnen könne. Cox, dem zwar die Nase noch etwas weh that, gratulirte sich im Stlllen zu dem heutiaen Han del. Er hatte einen tüchtigen Arbeiter, um den er g;rade in Verlegenheit war, zu einem geringen Lohn bztom men, das woa den erhaltenen ffaustschlag reichlich auf. Er hatte alle Ursache, mit dem Tag zufrieden zu sein. Endlich brach HanS das Schweigen. Ihr sagtet, Ihr hättet immer hier gelebt?" Nicht hier, den Acker hab' ich erst kürzlich übernommen. Bin fünfzehn Jahr Hofknecht gewesen und hab' ver schieden? Dienstherr gehabt. Aus dem Kirchspiel Stamer. bin ich aber mein Lebtag nitherausqekommcn. Hans horchte auf. Stamer den Namen hatte er doch schon gehört., abe? Wo nur, und wann? Plötzlich besann er sich daraus. Das war der Ort, den seine Mutter ihm genannt hatte: Im Thal sind Häuser, und dicht bei Stamer liegt" Was dort lag, hatte sie nicht gesagt. Es war dies t'intx von den Punkten, über die er sich Auskunft verschaffen mußte. Stamer heißt wohl das Kirchdorf?". fragte er. Ist schon mehr Stadt, und ein lebhafter kleiner Ort dafür, daß t so schrecklich weit nach der Eisenbahn lst. Führt der Weg von der Eisenbahnstation über ein Heidemoor? Es gibt noch einen über Mervyn, der über die Pentarnum-Helde lst kur zer; aber graulich einsam, besonders Nächtens." Habt Ihr mal davon sprechen h'ö

ren, daß vor langer Zeit eine Frau hl auf der Landstraße gestorben ist?" Jawohl Es war damals wer weiß w lange die Nede davon. Kein Mensch hat sie gekannt und niemand

konnt' dahinter kommen, wo te her war. Hans fühlte sein Herz heftig po chen, und er mußte für die nächste Frage erst Athem schöpfen. Hatte sie nicht ein kleines Madchen bei sich?" Nein, sie war allein, keine Seele bei ihr." Hans erschrak sollte er sich am Ende doch noch um feine Hoffnung betrogen sehen? Wißt Ihr, daß sie wirklich ganz allein war?" Na, ob! Jos Trelivick und Aaron Pinch, die sie gefunden haben, sind ja gute Bekannte von mir. Sie dachten nicht, daß sie todt wär', sonst hätten sie sich zu sehr gegrault, sie auf ihren Wagen zu nehmen und bis nach Polwhele zu fahren. Ich hörte, es sei ein kleines Madchen bei ihr gewesen," sprach Hans und seufzte. Vielleicht meine ich eine andere." Es ist noch keiner auf der Heide gestorben, seit Powell. Powell ist vor fünfzig Jahren gehenkt worden, also meint Ihr keine andere." Dann hat sich das kleme Madamen von ihr entfernt, und wird verloren gegangen fein. Bei ibr war ein kleines Mädchen." Der Bauer blickte erstaunt zu Hans hinüber. Ihr wißt das sicher V Ganz sicher." So wißt Ihr was über die Frau?" Einiaes allerdings." gab Hans zö gernd zu. Ich bin hergekommen, über Ihr Ende mir Auskunft zu verschaffen, und das Kind aufzufinden." Wie alt wär' das kleine Mädchen wohl?" Sie war aeaen drei Jahre damals. Wenn sie lebt, wär' sie also vierzehn alt." Und wie hat sie geheißen?" Ihr Vorname war Eva." Cox nahm die Pfeife aus dem Mund. Na nu! Aber so was!" ruf er . Ihr kennt sie? Wißt, wo sie ist?" Hat einer je so was erlebt! Nein, aber das sieht den Downderrys ähnlich! Und Charlcy. de.r Zs grad' so ein Heimlicher, wie sie!" Aber so sagt mir doch, was Ihr wißt! Von wem sprecht Ihr?" Na, dos ist doch klar! Hat sich doch kein Mensch erklären können, wie Downderrys zu dem kleinen Mädel kamen. Und nu wird mir's klar!" Was ist klar! Was sind das für Leute? So gebt mir doch endlich vernünftigen Bescheid!" Was die Downderrys sind, da gibt's keine besseren Leut', achtbar. sehr achtbar, wenn auch ein bischen zugeknöpft. Na. um's kurz zu sagen Kinder haben sie nie gehabt, und mit einem Mal ist da ein kleines Mädel, ein wundernettes Ding, die haben sie als ihr Eigen aufgezogen. Und Eva Keifet sie. Die Nachbarn batten keine Ahnung, woher sie kam. Aber allgemein hieß es, das Kindchen wär' 'ne Waise aus der Verwandtschaft, 'ne Nichte oder so was von ihnen." Und in dem Haus ist sie noch?" fragte Hans in höchster Svannuna. Ei gewiß. Hab' sie heut' früh erst gesehen, wie sie nach Stamer in die Klavierstunde ging. Ja, die Downderrys wenden alles au,, sie sein zu er ziehen!" Sie wird aber doch vielleicht ihre Nichte sein?" Kann sein, auch nicht. Aber mit der Zeit stimmt's auch. ' Elf Jahr ist's her, und es war just dazumal, wie die Fuyrleut' das arme Weib todt auf gefunden hatten. Das ist grad' an einem Markttaa aewesen. und Downderrys brachten die Kleine mit, als sie vom Polwheler Markt kamen. Da ist doch klar wie Kloßbrühe. Sie ha den das Kind auf der Heide verirrt angetrofsen und mit helmgebracht Sehr brav von ihnen. Mancher hätt sie in's Armenhaus gethan." Und Sva heißt sie. nicht wahr?" Ei gewiß. Fräulein Eva Doww derry wird sie jetzt genannt. Ein großes Mädchen für ihr Alter, und bild: hübsch. Angezogen geht sie wie die semue zunge Dame. . Jasper ist mach tig stolz auf sie. Er könnt' nickt meh von ihr halten, wenn sie sein eigen Fleijch und Blut wär'." Wo wohnen die Leute?" Ganz nah von hier, 'ne Viertel stunde Wegs. . Der Crantocker Acker liegt dicht an der Chaussee, wo's nach Stamer atht. Nu' habt Ihr mir aber noch nicht gesagt, wie das Mädel eigentlich heißt." Ich möcht's Euch nicht sagen, ehe ich nicht mehr ausgekundschaft' hab'." O, das ist nicht recht. Ihr könntet mir gern so viel vertrauen. Ich bin kein Plappermaul." Nun, so behaltet auch 'das für Euch, was Ihr mir sagtet. Es hat keinen Zweck über Dinge zu reden, die noch lange nicht bewiesen stnd." Na, wenn das noch nicht bewiesen ist! Ich mein', die Geschichte stimmt so klar, da kann keiner dran zweifeln." In diesem Augenblick kam Frau Cox herein, und Hans bemerkte, er sei müde und wolle gern zu Bette gehen. Glaub's schon, seht, auch müd' aus. Kommt nur."

Und der Bauer führte Hans hinaus über den Hos und eine steinerne Treppe hinan. Das hier gehört zum Haus, aber es fehlt eine Zwischenthür. Ihr seid also für die Nacht ausgesperrt." Nicht übel bei einem Gast, den Ihr nicht kennt," lachte Hans. Mein' ich auch. Hier habt Ihr Licht und Streichhölzer. Punkt sechs Uhr gibt's Frühstück. Schlaft wohl."

Erst auf mehrmaliges Pochen seines Dienstherrn konnte Hans am andern Morgen sich ermunternd Er wußte zuerst gar nicht, wo er sich befand. Die Kammer war dunkel, er tastete um sich, und dann erst, da er nicht die glatte Zellenwand berührte, besann er sich auf die Ereignisse der letzten beiden Tage. Ich komme gleich!" rief er dem Bauer zu und sprang aus dem Bett. Und zum erstenmal, seit er aus dem Gefängniß entlassen war, wallte ein Gefühl der Freiheit in ihm auf. Sein alter Optimismus kehrte ihm wieder, als er daran dachte, daß die verlorene Schwester ihm nahe war, daß er sie nun endlich sehen würde; er vermochte das Glück kaum zu fassen. Hiernach erschien ihm alles möglich, nur keme Enttäuschung. Er war jung, kraftig. gesund, warum sollte er sich nicht emporarbeiten können? Und daß- er von ganz unten anfing, was that's? Je der Schritt konnte ihn nur aufwärts führen. Für heute und auch die nächsten Tage mußte er sich noch gedulden, der Bauer gab ihm viel zu viel zu thun, als daß ihm Zeit für einen Versuch, sich Eva zu nahern, geblieben Ware. Endlich, am fünften Tage Morgens war's, als er ein Feld überschreiten mußte, das unweit des Crantocker Weges an die Fahrstraße grenzte. Da sah er eine mädchenhafte Gestalt in winterlicherKleidung mit einer Mappe flm Arm von dem einen Wea in den anderen einbiegen, offenbar, um die Richtung nach Stamer zu nehmen. Ob sie es ist? O, gewiß, sie ist es!" Und so rasch, wie der Gedanke ihn durchzuckte, wandte er sich einer Hecke zu, die sie Passiren mußte. Als er eine Weile dort gewartet hatte, kam sie denn auch auf der Seite des Weges, wo er stand, ihm ganz nahe vorüber und ihr Blick begegnete schüchtern dem seinen. Aber' er fand nicht den Muth, sie anzureden. ES war immerhin nicht sicher, daß sie seine Schwester war. Das blühende junge Mädchen glich dem zarten Kindchen von damals doch gar zu wenig. Aber selbst wenn sie es war? Ihre Spbäre und seine Lage waren zu verschieden. Sie lebte in einer ihm verschlossenen Welt. Er blickte ihr nach, so lange er sie sehen konnte, und dann ging er zurück üver das Feld. Sein wird sie es schon," dachte er mit einem tiefen Seufzer. Sie ist schmuck und lieb und gut versorgt. Ich sollte mich recht glücklich fühlen. Es ist aber besser, ich bleibe ihr fern. Sie würde sich schwerlich , über mich freuen. Ehe ich mich ihr zu erkennen gebe, muß ich es erst so weit in der Welt gebracht haben, daß sie sich meiner nicht zu schämen braucht." Aber," so schoß es ihm durch den Sinn, war es nicht eine Gelegenheit, fein Loos zu verbessern? Solche Leute, wie das Ehepaar Downderry wurden für den Bruder ihres Pflege kindes gewiß eine offene Hand haben, und wenn sie stolz waren vt nun, dann schicken sie ihn vielleicht mit einer hübschen Summe m's Ausland." Pfui, da will ich lieber keinen Pfennig in der Tasche haben! Es ist besser, ich lasse mich nicht vor ihnen sehen. Indessen sollte er binnen wenigen Tagen die Bekanntschaft der Familie Downderry dennoch machen. Und das kam so. John Cox hatte eine Schnellwage von Jasper Downderry geborgt und, wie die meisten Vorger, das Wiedergeben vergessen. Die beiden Manner trafen nun auf dem Wo chenmarkt in Stamer zusammen, und Jasper, der -am nächsten Tag Schweineschlachten auf seinem Hofe vorhatte, mahnte den säumigen Nachbar um Rücksendung der dazu nöthigen Wage. .Ich hatt' Ihnen die Wage wirilich noch nicht geschickt?" rief Cox, sich höchlichst erstaunt stellend. Da bitt' ich vielmals um Entschuldigung. Noch heut' soll mein neuer Knecht sie 'nüber bringen. Für den Jerry, der mir krank ae worden ist. Ich sag' Ihnen, ein Kerl! Wenn er bleiben will, behalt' ich ihn ganz. Hat Kräfte wie em Sner und 'ne mächtig fixe Hand. Freut mich, Nachbar. Also, nicht wahr, die Wage bekomm' ich heut' noch!" Am Abend wanderte Hans also, die Wage auf der Schulter, dem CrantockHofe zu. Wie ihm das Herz schlug, als er die erhellten Fenster des Hauses durch die Allee schimmern sah! Es stand bei ihm fest, daß er sich Eva Nicht entdecken wollte. Aber er hoffte, ihr in die Augen schauen zu dürfen. den Ton ihrer Stimme zu hören, sie zu sehen, wie sie ohne den ihr Stirn und Haar bedeckenden Hut aussah. Seine Aufregung nahm so zu, daß er. als aus sein Schellen Eva zum Oeff nen kam, keines Wortes mächtig war. ' Siebzehntes Kapitel. -U n t e r v i e r A u a t n. Eva bemerkte das verlegene Wesen

des jungen Mannes, 'wenn sie es sich

auch Nicht zu deuten wußte. Es fiel ihr auf, daß er nicht wie ein gewöhnlicher Ackerknecht aussah. Schon seine bleiche Gesichtsfarbe, verrieth, daß er kein Landmann sein konnte. Und bei ihrer regen Phantasie und raschen Combinationsgabe kam sie sofort zu dem Schluß, daß er von besserem Stande sei, als er scheinen wolle. Der Eindruck, den er ihr machte, war- ein sympathischer. Er hatte so ehrliche Augen und ein gutes Gesicht. Um seinen Mund lag ein Leidenszug, der ihn alter erscheinen ließ, als er wohl war. Sie ormgen die Waage von Herrn Cox?" fragte sie, da er immer noch schwieg. Ja. Fraulein. Und mein Herr läßt bestens danken und Herrn Downderry um Entschuldigung bitten, daß er die Wage so lange behalten hat." Seine Art, sich auszudrucken, bestärkte Eva in ihrer Vermuthung. Auch sprach er ohne Spur vom cornischen Dialekt, und seine Stimme klang tief und weich; nicht, als ob er gewohnt sei, mit voller Kraft seiner Lungen in den Wind zu schreien oder weithin über die Felder zu rufen. Mein Onkel ist in der Scheune, sprach sie. Er muß jeden Augenblick herüber kommen. Wollen Sie nicht drinnen auf ihn warten? Vielleicht hat er Ihnen eine Bestellung an Herrn Cox aufzutragen. Und sie führte ihn m die geräumige Küche, wo auf dem breiten Herd ein großes Holzfeuer lustig knisterte. Die Tante, erklärte sie, emen Stuhl heranschiebend, war müde und ist zu Bett gegangen. Die Markttage ermüden sie immer sehr." Das läßt sich denken," erwiderte er, noch immer in sichtlicher Verwirrung. Das kommt von der Luft, so den ganzen Tag im Freien sein, macht sckläfria." Entschieden. Ich kann auch des Abends kaum noch die Augen offen halten." Sie sind wohl nicht an Außenarbeit gewöhnt?" versuchte sie auf's Gerathewohl, ihm auf den Zahn zu fühlen. Allerdings rucht." antwortete er leicht erröthend. Wenigstens in den letzten Jahren habe ich nur im Hause gearbeitet." Ich sah Ihnen sofort an, daß Sie nicht aus unserer Gegend sind," sagte sie. Ich bin in London geboren," erwiderte er ruhig. Wie merkwürdig! Ich glaube, dort bin ich auch geboren. Aber ich habe keine Erinnerung mehr an Lonoon. Als ich hierher kam, war ich kaum drei Jahre alt." Haben Sie keine Eltern mehr?" fragte er, um zu erfahren, was ihr von ihrem Vorleben bekannt sein mochte. " Nein; sie sind beide todt," sprach sie nachdenklich. Und Geschwister haben Sie auch nicht?" Ich hatte einen Bruder, weiß aber nicht, ob er noch am Leben ist." Sie wissen es nicht?" forschte er weiter. Der Onkel sagt, da er so lange nichts von sich hat- hören lassen, wird er jedenfalls gestorben sein. Ich kann aber die Hoffnung nicht aufgeben, obwohl ich nicht oft davon spreche! Onkel hat es nicht gern. Wissen Sie, was ich mir oft ausdenke?" setzte sie mit kindlicher Offenheit hinzu: daß Hans eines Tages als stattlicher Herr zu mir kommen wird. O, wie stolz und glücklich würde mich das machen! Der Onkel sagt freilich, es sei thöricht, so etwas zu denken. Aber schön wäre es doch, nicht wahr?" Ja, sehr schön," antwortete er bedrückt. Er ist nämlich spurlos verschwunden, auf dem Wege nach hier, als die Mütter mit uns unterwegs war. Wie er von uns ging und wohin, blieb unaufgeklärt, weil die Mutter todt war, als sie mit mir gefunden wurde." Sagten Sie nicht, Ihr Bruder hieße Hans?" Ja, eigentlich Johannes. Er wurde aber nie anders als Hans gerufen." - Und Ihr Name?" Ich heiße Eva." Nun, dann habe ich Ihren Bruder gekannt." Die Worte kamen ihm über die Lippen, fast ohne daß er es gewollt. Eva stieß einen Freudenschrei aus. Sie kannten ihn? Er lebt also wirklich? O, bitte, bitte, erzählen Sie mir alles von ihm!" Ich will Ihnen erzählen, was ich weiß. Vor Jghren war ich mit einem jungen Menschen bekannt, der sich als siebenjähriger Knabe verirrt hatte und von Zigeunern aufgelesen wurde, die sich seiner annahmen. Seine Mutter hatte ihn nach Hilfe abgeschickt, als sie krank auf der Landstraße zusammengebrochen war. Der Jun ge muß wohl im Dunkeln vom Wege abgeirrt und irgendwie zu Schaden gekommen sein, fcenu die Zigeuner fanden ihn bewußtlos am Boden Ixt gen. Sie haben ihn durch eine lange Krankheit gepflegt und ließen ihn nicht fort, obwohl er durchaus nach seiner

Genesung davonlaufen wollte, um seiN Mutter zu suchen. Sie sagten ihm, dt "'seine Mutter gestorben und daß se ' Schwester bei reichen Leuten sei, dj sie an Kindes Statt angenommen hatten." Und Ihr Freund sagte, daß seine Schwester Eva hieß?"(Fortsetzung folgt.)

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