Indiana Tribüne, Volume 28, Number 165, Indianapolis, Marion County, 6 March 1905 — Page 5

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oooyv w vo o o geliefert von A. B. MEYER & CO. Telephone Sluf : tttt - - 2440" Neu - - 516" 10 Hailpt-Vcrbindungcn Wir sind zu jeder Zeit zu haben Kohlenhof nahe bei Ihnen. Sanpt Ossice : . 59 Nord Pennsylvania Straße. Auf allen Bahnen, so wird aus -Davenvort. T(a.. atUaat. macht sich ein Mangel an Lokomotiven fühlbar, welcher den Transport von Kohlen ungeheuer verzögert und die dortigen Händler besorgt macht, daß ihre Vorräthe nicht reichen, wenn das laU ie Wetter noch lange anhält. Bei Lureau Junction stehen 250 Wagen Kohlen und bei Peoria sind alle Seitengeleise der Iowa Central mit beladenen Kohlenwagen angefüllt, die wegen .Mangel, an Lokomotiven nicht weiter befördert werden können. Auch die Gruben werden durch die Verzöaerung des Transportes in Mitleidenfchaft gezogen. Die meisten können nicht volle Zeit arbeiten weil die Transportverhältnisse so mangelhaft sind. Die Pennsylvania - Bahn hat kürzlich 350 Lokomotiven bestellt. Die großen westlichen Bahnen sollten das Beispiel ihrer großen Schwester nachehmen. . Ein weiteres Beispiel für die- Intelligenz der Hunde liefert ein Vorkommniß in Fond du Lac, Wis. Frl. Elizabeth Cone, eine Lehrerin in Grafton Hall, ging dem Schulhause zu, als ein, grcßer St. BernhardinerHund, Eigenthum des Dr. G. V. Mears, vor ihn hin- und herlief, laut bellte, umkehrte und. an ihrem Kleide zerrte. Dann rannte er bellend quer über die Straße. Frl. Cone, aufmerksam geworden, sah dem Hunde nach und bemerkte einen Knaben, der an einem Baum gelehnt auf einerSchneebank saß. Der Hund bellte wieder laut, zerrte an den Kleidern des Kindes und lief zu der Lehrerin zurück, bis diese ihm endlich folgte und fand, daß der Junge bewußtlos war. Mit Hilfe von zwei Passanten gelang es der Dame nach vieler Mühe, den bereits halb erfrorenen Jungen wieder zu sich zu bringen. Er hieß John Fulder, war 12 Jahre alt und trug in seiner Hand ein Telegramm an Frau Schell des Inhalts, daß ihr Gatte, ein Lokomotivführer der Wisconsin Central-Bahn, bei einem Unfälle geiödtet sei. Als der Hund sah. daß das .Rettungswerk gelungen war, sprang er mit freudigem Bellen in großen Sätzen davon. Aus Csakova in Ungarn wird der folgende empörende Fall gemeldet: Der 13jährige Thomas Meßmann war bei dem Spenglermeister Anton Pasch in der Lehre. Nachts kehrte der Meister aus Temesvar heim. Der Knabe lag in tiefem Schlafe, und Pasch mußte lange und wiederholt pochen, bis der Lehrling erwachte und dem Meister die Hausthür öffnete. In seinem Zorn über das lange Warten stieß Pasch den Lehrling, so wie dieser sich in nothdürftiger Kleidung aus dem Bett erhoben hatte, mit den Worten in den Ho, : Nun stehe du so lange in der Kälte, wie ich stehen mußte!" Der Knabe wartete eine Zeitlang vor der Thur, luchte dann aber vor der ftrengen Kälte in der Hclzkammer Schutz. Am' Morgen fand man ihn auf dem Holzstoß als Leiche erstarrt liegen. Gegen Pasch wurde das Strafverfahren eingeleitet. . Eingefährlicherinternationaler Hochstapler ist in der Person eines angeollchen Grafen v. Ero mochowski in Neustadt in der Pfalz festgenommen worden. Der Berhaftete ist etwa 30 Jahre alt, hochelegant gekleidet, tritt sicher und gewandt auf und besitzt erne ungewöhnliche Bildung Wie die bisherigen Ermittelungen ergeben haben, ist er mit einer PersonIlchkeit identisch, die wegen Berubung raffinirter Betrügereien und verwegener Hoteldicbstähle in zahlreichen franz'ösischen, italienischen und deutschen Städten von den Behörden steckbrieflich verfolgt wird. Ueber die Herkunft des Grafen- ist ein geheimnisvolles Dunkel gebreitet, da er selbst jede Angabe über seine Personalien hartnäckig ver weigert. Man hat jedoch inzwisch o ueve?zeugung gewonnen, daß er deutscher Staatsangehöriger ist, obwohl er mehrere fremde Sprachen be herrscht. Zahlreiche Photographien des Verhafteten, die den Behörden des In- und Auslandes demnächst . über sandt trerden sollen, dürften dazu bei tragen, den geheimnißvollen Fremden zu entlarven.

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Der ewige Student.

X Von Hans Lies. Er stammte aus guter Familie. Die Gegend, wo Rheinland und Westfalen topographisch nicht zu scheiden sind, war seine Heimath,,sein Alter Herr" dort einer der erfolgreichsten Schlotbesitze?. Fritz Becker kannte keine Alltagssorgen,. bis er die Universität bezog. Glatt wie Oel war er durch die Schule gekommen, und er durste Hoffen, auch das juristische Studium, zu dem er sich entschlossen hatte, mit nicht allzu großer Verspätung hinter sich zu bringen, um dann aus eine ansehnliche Staatspfründe loszusteuern. So um den Regierungsrath herum lag der Endhaken seines juristisch - bürgerlichen Ehrgeizes. Bonn war die Musenstadt seiner Wahl. Zu der lieblichen Universitätsstadt am Rhein pflegen die Söhne der rothen Erde mit Vorliebe zu wandern. Fritz Becker fand da eine ganze Anzahl Landsleute. Mit offenen Armen wurde er aufgenommen, und es dauerte nicht lange, so konnte er sich von den schönen Rheintöchtern in der flotten Stürmermütze eines Bonner Corps bewundern lassen. Bewundern in der That. Es war alles da, wie man zu sagen pflegt. Fritz war von Statur ein forscherKerl, über mittelgroß, hatte ein keckes, chwarzes Schnurrbärtchen im hubschen, etwas bleichen Gesicht, und ür ferne stets fidele Laune die Hauptache einen Wechsel in der Tasche, der das halbe Tausend pro Monat überschritt. Fritz Becker trat-denn auch wie ein kleiner Schlotbaron auf. Die innere Sicherheit brachte er von Hause mit. die äußere war nach den ersten Fuchswehen schnell gewonnen. Panje" wurde er im Corps getauft. Becker ist Bäcker, der hat mit Brot zu thun, und Brot heißt lateinisch panis". Davon nahm man die erste Silbe, dehnte sie zu HJanje , was im Slavischen Herr" bedeutet, und. die Biername war mit studentischer Exaktheit, nach mehreren Seiten wohlbearündet, fertig. Wie Herrlich er saß, wurde, man so recht erst gewahr, als Panje ins dritte Semester gondelte. Er war zwar schon ern Prachtfuchs gewesen, zu gerechtem Stolz seines Leibburschen stramm und schick, pünktlich auf dem Paukboden, beim Friseur, beim Bummel. Frühschoppen, Ausflug, auf demTanzboden und der Kneipe. Großartia hatte er sich entwickelt, und insbesondere bei viermaligem Antreten dreimal abgestochen . Nun aber hatte das PrachtHaus erst seine Krönung erhalten: samt" war selbst em Bursch aeworden. Als wäre seiner Länge eine Elle zugesetzt, schritt er mit dem ncuenBand über der breiten Brust einher, herausfordernd leuchtete es mit den.schwarzen Augen um die Wette, und übermüthig, wie nur t ein sorgenloser Bruder Studio, sang er Abends aus der Kne:pe im Chor der andern das alte, immer neue Lied: An den Rhein, an i)en Rhein, zieh nicht an den Rhein. Mein Sohn, ich rathe dir gut; Da geht dir das Leben zu lieblich ein, Da blüht dir zu freudiq der Muth! Siehst die Madchen so frank und die Männer so frei. Als wär' es ein adlig Geschlecht;' Gleich bist du mit glubender Seele dabei, Sc dünkt es dich billig und recht. Wenn einer, war Freund Panje" berechtigt, alles billig und recht" zu finden. Jung, gesund, wohlhabend, hübsch, beliebt sein Burschenleben lief hin wie leichtgewellte Guirlanden, in denen sichRosc anRose reiht.es fehlte nichts, nur eine Kleinigkeit: das Studium. Zunächst hatte das nicht viel zu sagen. Als er nach dem sechsten Semester zu den Ferien nach Hause kam, wurde er zum ersten Male daran erinnert. daß das Wort Student eigentlich mit Studiren ziemlich intim zusammcnhängt. Run, Junge, wie steht's mit' dem Examen?" fragte der Alte Herr" mal so gelegentlich. Mit was für einem Examen?" hätte Panje wieder fragen könne??. In den Tagen unmittelbar nach der Immatrikel hatte er wohl hier und da mehr aus Reugier, denn aus Wissensdrang, in einColleg hineingesehen, sonst aber war er in der Universität nur bis zur Vorhalle gekommen, von wo man direkt zum Paukboden gelangte. Ich denke nächstes Semester," log Panje, und damit war das Thema abgethan. Nach dem nächsten Halbjahr fuhr er nicht nach Hause, und auch nach dem übernächsten fand er es räthlicher, die großen Ferien zu einer Reise nach dem Schwarzwald und der Schweiz, nach Heidelberg, 'Freiburg und Genf zu benutzen. Man mußte sich in der Welt doch etwas umsehen, ehe man sich in dem Beruf einkapselte. Im neunten Semester erübrigte er so viel Geld ,daß er. sich die Pandekten und einige andere Fachbücher anschaffen konnte, und im zehnten belegte er glücklich ein Repetitorium oei einem älteren Assessor, der das wohleinträgliche Nebenamt des Einpaukens mit Würde nnd Nachdruck versah. .Nur schade, daß der gute Mann die Marotte hatte, die Stunden frühmorgens von sieben bis neun abzuhalten. ,Es war zwar Sommer, aber um sechs Uhr aufstehen, das war etwas zu viel, verlangt. Bis sechs Uhr durchbummeln, das ging

schon eher. yaje kam ein paar Mal zur Zeit, ein paar Mal zu spät, dann kam er gar nicht mehr. Die Sache langweilte ihn auch riesig, er hatte gar nicht gedacht, daß-daö Jus so ledern aussah, so ganz erbärmlich ledern für den Anfänger. Er schlug in dem Semester seine 24. Mensur und reiste mit einem Entschluß nach Hause. Die Freude des Wlebersehen? war bei der Mutter groß, bei der Schwester enorm, beim Vater zweifelhaft. Zwei Jahre war er nicht dagewesen. Eine peinliche Aussprache war im Zuge. Er schnitt sie mit einer Erklärung ab. Jura gefällt mir nicht," sagte er bestimmt. Trotz besten Bemühens ist es mir unmöglich, dem Zeug Geschmack abzugewinnen. Ich sattle um und werde Mediziner." Gut," erwiderte der Alte. Und du verläßt Bonn und dein Corps und gehst nach Marburg. Da studirt man gut und billig. Ich gebe dir fortan 300 Mark." Nur drei?" wollte der Sohn einwerfen, aber die Augen des Alten Herrn" blickten fest und kalt. Da war jede Widerrede zwecklos. In vier Semestern erwarte ich das Physikum," setzte er-streng hinzu. Panje ging nach Marburg und trat bei einem dortigen Cartellcorps ein. Nach zwei Semestern wurde er Zweibänder - Mann" und hatte damit erreicht, was er an dem neuen Ort erreichen konnte. Studiren that er kaum

meyr als in Bonn, und als das vierte Halbjahr anbrach, war an Physikum nicht zu denken. Der kluge Mann beugt vor, dachte Panje und schrieb an den Alten Herrn", er habe sich leider noch gründlicher geirrt, als das erste Mal, in der Klinikluft werde ihm übel, und im Sezirsaal sei die Hölle. Er möchte es mit Philologie versuchen oder auch Chemiker werden, nur bäte er um die Erlaubniß nach Bonn zurückgehen ZU dürfen. Zu Weihnachten wurde Panje nach Hause beordert. Er fand den Alten weniger in Harnisch, als er gefüchtet hatte. Philologie dauert zu lange. Dazu bist du ZU alt. Du studl.rst Chemie und machst nach sechs Semestern den Doktor. Dann kannst du dich hier in der Fabrik nützlich machen. Du darfst auch nach Bonn zurück, aber unter einer Bei dingung: Du hältst dich vom Corps möglichst zurück und studirst studirst wirklich auf Ehre und Gewissen!" Auf Ehre und Gewissen," wiederholte Panje und fuhr heilfroh nach den Feiertagen in die Stadt zurück, wo sein lies Corps war und wo er's erfahren hatte, wie lieblich das Leben, einem da eingehi. Den Carneval machte er kreuzfidel bis zum grauen Aschermittwoch mit, am Anfang des Sommersemesters wouie er ernttllch mit dem Studium beginnen. Es traf sich zwar scbleckt. daß das Corps keine Füchse bekommen hatte und die alteren Mitglieder sich bis auf drei zerstreuten, aber er batfe ja noch Zeit. Schlimmer schon war es, aiö einer an den Folgen einer Unglücklichen Säbclmensur oder richtiger an ver lelchtstnnlgen Flickerei" starb, die auf Deutschlands hohen Schulen üblich ist. Der Bestand des Corps war in Frage gestellt, von auswärts kam kein Zuzug und Panje besann sich nicht lange und setzte sich den Stürmer wieder auf. Altes Haus, wieder aktiv?" Mancher Bundesbruder, der sich längst in Amt und Würden befand, begrüßte ihn so bei gelegentlichem Wiedersehen. Natürlich, ich bin im ersten Semester," lachte Panje, der siebenundzwanzigjährige Jüngling und hatte von seinem Standpunkt nicht" mal Unrecht. Damals war es, daß man ansing, ihn den ewiaen Studenten" au nennen. Selbstverständlich sagte ihm das Niemand ins Gesicht. Dafür war der gutmüthiae alte Bursche viel zu beliebt. dafür schlug er auch eine viel zu gute auinge. Im Handumdrehen war das letzte der bewilligten sechs Semester herangekommen und Panie besann ..auf Ehre und Gewissen". Sein Gewissen hätte ziemlich weit sein müssen, wenn er yatte flnoen sollen, daß sein Arbeiten mit seiner Ebre sebr verträalick sei Aber er war nun mal leichtgesinnt, die paar chemischen Formeln, die er zum Examen brauchte, waren nicht alleWelt und ein Semester, nur ein einziges, das würde der Alte Herr" ja wohl auch gerne zulegen, falls es nöthig sein sollte. (5s wurde nothig, und Fritz Be cker war etwas erstaunt, am Ersten sei nen fchönenNamen nicht wie üblich au einer schönen Postanweisuna-zu seben Als sich auch am zweiten kein Postbote einstellte, pumpte er sich einige Mark und telegraphirte nach Hause: Wo bleibt Geld?" Prompt erfolgte die ua)qt Antwort: Geld bleibt hier!' Der Alte war schon immer ein Dick köpf, dachte Fritz und schrieb an' die Mutter, sie möchte ifim baldmöalickst seinen Wechsel schicken. Es kam kein Bescheid. Er schrieb an die Schwester, was denn los sei? Nicht die kleinste Silbe zurück. Donnerwetter dachte Fritz und wurve zum ersten Mal in seinem Le ben ernst. Es war nur einige Augen miete. Äiö Korpsstudent bat e er m unbegrenzten Credit und den schöpfte er oann aucy nacy allen Regeln de Kunst aus. Sobald er auf Sckwie rigkeiten stieß, schrieb er an Mutter oder Schwester. Das batte Zwar keinen Erfolg, eö beruhigte ihn aber wenigstens. Er fand immer wieder neue

Quellen, nach einem Jahr wurde die Situation aber doch bedenklich. Es gab kaum Jemand, dem er nicht Geld schuldete, bei Schuster und Schneider,

Nicht zuletzt beim Sorps hing er himmelhoch und man war im Stillen allfettig zufrieden, daß Panje sich entschloß, einem befreundeten Corps M Halle, das nicht recht florirte, als sel ten tüchtige Pauk-, Kneip- und Redelrast aus die Strumpfe zu helfen, luch Panje selbst erhoffte von einer LuftVeränderung mancherlei. Vor allem natürlich neuen Credit. Den fand er auch reichlich. Und dabei brauchte er jetzt aar nicht so viel, denn endlich hatte er von seiner Schwester, ein Lebenszeichen erhalten. Erst t)er letzte Brief wäre in ihre Hände gelangt, da Vater grade verreist war, sie fuge ihr Taschengeld bei und morgen schicke Mutter mehr. Fritz Becker steckte einen Zwanzig- und einen Fünfmarkschein vergnügt in die Tasche und nahm am nächsten Morgen noch der gnügter 150 Mark in Empfang. Ein Brief von der Alten Dame" folgte. Er möchte fortan an die und die Adrefie scvreioen uno im ueongen oaio sein Examen machen, dann wäre alles wier . r . e . . . c . 5 Tw F. ! der gut. Sie, Mutter und Tochter, hätten garnicht gewußt, weshalb er so lange sich nicht gemeldet hätte, sie, die Mutter, werde sehen, chm monatlich das Gleiche zu schicken. Sein Examen? Wenn es ihm nur klar gewesen wäre, wie das eigentlich aussah! Aber das kommende Geldversprechen, das war doch ebenso lieb, als das ewige Pumpen gräulich. Mit 150 Mark konnte er zwar nicht auskommei:, aber es war doch elnStammkapital, mit. dem sich halbwegs wirthschaften ließ. Nach zwei Jahren erreichte er das Höchste, was er in Halle erreichen konnte. Er erhielt von dem Corps in Anerke'nnung unschätzbarer Verdienste" dasBand und war nun glücklich Dreibänder - Mann". Damit hielt er sein: Umoersitätsstudien für abgeschlossen. und als bei demCorps im nächsten Semester sechsFüchse einsprangen, sprang er von dannen. Nur noch den AntrittsCommers machte er mit, dann dampfte er ab. Nach Berlin hatte es ihn schon länast aezoaen.' Er kannte es von den Festcommersen alter Corpsherren. Von Halle hatte er den Katzensprung oster zu einem Theater oder Nennen hinübergemacht. Nun war er da, eine Motte mehr an dem großen Licht, das matt Reichshauptstadt nennt. t In der Friedrichstadt schlug er sein Hauptquartier auf. Bei Siechen von 912, in .der Hütte von 12 bis jenachdem. Da blieb er mit seinen Leuten" in Zusammenhang. Auch mit seinen Leuten zu Hause kam er wieder in Berührung. Die Schwester oder die Nutter sollten sich ein. um nach ihm zu -sehen. Auf ihren Wunsch belegte er auch einige Collegs, einen Zweck hatte das weiter nicht. Vom Vater wurde überhaupt nicht gesprochen. Häufige Geldverlegenheiten verdarben seine Laune. Er konnte es nicht begreifen.weshalb das Geld gerade in Berlin so rud und derCredit so knapp war. Durch Spielen. Knobeln, Wetterk brachte er manches herein, auf der andern. Seite ging es dreifach hinaus. Innerlich sank er immer tiefer, äußerlich bewahrte er eine gewisse Aufmachung. Auch die Angehörigen konnten ihm nicht mehr viel helfen.- Die Fabrik litt unter der allgemeinen Depression, am liebsten hätte er Niemand gesehen. Nur Siechen und Hütte,' da fühlte er, daß er lebte. Da flogen die Leute heran, die auf derDurchreise waren oder zum Assessor kamen, da gab es manch frohen und tiefen Trunk nach bestandenem Examen und manchen guten, Gelegenheitspump. So war's einem alten Bundesbruder auch wieder geglückt. Eine mächtige Geldwelle kam angerauscht, auf der sich der junge Assessor noch einige Zeit in Berlin amüsiren sollte. Panje hosfte das Beste, und machte ihm in aller Form eine Gratulationsvisite. Der gute Freund war aber etwas harthörig und Panje zog betrübt von dannen. Er befand sich rn furchtbarer Verlegenheit. Einige Tage später traf er ihn auf der Straße. Komm mit, altes Haus, wir fahren zum Rennen. Feine Kiste, du bist mein Gast. Panje aina bis zum Bahnhof mit. Herr Gott Strambach!" sagte er. Da hätte ich a beinahe vergessen, heute ist ja Rudi ausHeidelberg fällig! Nimm's nicht übel, Lieber ich muß den alten Kerl begrüßen. Gut denn, beute Abend, wo seid ihr? In der Hütte, bon. So um Zwei rum. Ich will ihn auch sehen. . Als der frischgebackene Assessor nach dem Rennen in seine Wohnung zurückkehrte, machte er erne unliebsame Ent deckung. Sein Schreibtisch war er brochen und ein Paket Hundertmark scheine daraus verschwunden. Er setzte die Wirthsleute und die Polizei in Bewegung und ging verstimmt am späten Abend zur Hütte. Rudi war richtig da, von Panje war nichts zu sehen. Es fiel ihm das nicht weiter aus, am an dern Tage hatte er aber eine plötzliche Erleuchtung. Um alles in der Welt wär's möglich!" dachte er. Er konnte die Nacht nicht schlafen und ging frühmor gens zür Polizei. . Man solle sich nicht weiter bemühen, er verschmerze das Geld gerne. Der Kriminal lachte und überreichte ihm ein kleines Paket. ES waren die Scheme blö auf emen.

Woher haben Sie das?" stieß der Assessor vor. Wieder abgenommen." Wem?" Der Gauner nennt sich Becker Fritz Becker.- Wird natürlich Falle sein." Der Assessor fragte nicht weiter. Panje, der Dreibändermann, übe? wanderte ins Gefängniß. Vom BahnHof hatte er sich direkt zur WohttUNg des Assessors begeben und unglircklicherweise mit einem seiner Schlüssel die Flurthür aufbekommen. Beim Weggehen war er von Hauseinwohnern gesehen und Abends, als es den total Betrunkenen zum Thatort drängte, wiedererkannt und verhaftet worden. Nach Verbüßuna seiner Strafe schob

ihn seine Familie nach Amerika ab. Ein ansehnliches Zehrgeld hielt ihn eine Weile über Wasser. In dem neuen Land ein neues Leben zu beginnen, war ihm nicht möglich. Er war ein unheilbarer Trinker. Von der Last des Daseins befreite er sich schließlich durch einen Schuß. Oefichtömasken von Lebenden. Der Wunsch, die Züge geliebter Angehöriger nicht nur auf Photograph!schem, sondern auch auf plastischem Wege vervielfältigen zu können, ist schon von vielen Seiten rege empfunden und oft ausgesprochen worden. Er war auch die Veranlassung, daß sich ein, 'Londoner Bildhauer, Herr Bird. damit beschäftigte, ein Verfahren zu ersinnen, das es ermöglicht, 'diesen Wunsch in die Wirklichkeit umzusetzen. Seine Bemühungen waren von Erfolg gekrönt. Derjenige, dessen Antlitz plastisch nachgebildet werden soll, wird zunächst in einen Stuhl gesetzt, in dem Kopf und Hals in absolut ruhiger Lage festgehalten werden. Dann wird, um eine Beschmutzung der Kleider zu verhüten, über die. eine Schutzdecke gebreitet und nach diesen Vorbereitungen kann dann zur eigentlichen Herstellung des Abgusses geschritten werden. Aber auch für diesen müssen zunächst noch einige weitere Vorbereltungen getroffen werden. In erste? Linie handelt es sick darum, das Haar Mlt einer Schutzbinde zu umgeben, so daß nichts von der plastischen Masse. die spater aufgetragen wnd, rn ihm hängen bleibt. Dann werden die Ohren mit Matte gefüllt, die nach einem besonderen Verfahren präparirt ist. Hierauf wird das Gesicht des Patienten" mit einer Lösung bestrichen, die, den Zweck hat, ein Ankleben der plastischen Masse zu verhindern. Es ist hierbei besonders darauf zu sehen, daß jed auch der kleinste Theil des'Gesichts.örgsältiz bedeckt wird; später werden, damit die Athmung nicht behindert wird, in die beiden Nasenlöcher kleine Nöhrchen gesteckt, die bis zur Abnahme der fertigen Maske darin stecken bleiben. Inzwischen hat dann das vorsichtige Auftragen der Masse begonnen und zwar wird an der Stirne angefangen und bis zu den Augenbrauen vorgcZangen; dann wird am Halse von zon neuem bcci nnen und Kinn, Mund. Ohren undWangen werden nacheinander eingehüllt. Die Nase und die Augenbrauen vorgegangen; dann ' wird am Halse von neuem begonnen und Kinn, Mund. Ohren und Wangen werden nacheinander eingehüllt. Die Nase und die Augen bleiben bis zuletzt frei. Endlich werden auch diese bedeckt und kaum sind sie mit der Masse überklebt, so wird auch bereits im nächsten Momente die Maske wieder abgerissen und die ganze Operation", die nur wenige Minuten gedauert hat, ist zu nde. Sie geht so schnell vor sich, daß selbst Damen oder nervöse Personen sie sehr gut ertragen, besonders wenn man die beiden zum Athmen nöthigen Röhrchen erst im letzten Momente vor dem vollständigen Bedecken der Nase einführt. Die abgenommene Form erhärtet sofort und es kann dann durch Elngleßen von Gips ein getreues Modell hergestellt werden, um nach diesem eine Büste in Marmor und Bronze auszuführen. Hirngewichte. Das Hirngewicht des größten Landthieres. des Elephanten, ist dreimal so groß wie das des Menschen; während aber das Menschenhirn ein Vierzigstel seines Gesamtgewichts ist. beträgt das Elephantenhirn nur ein Funfhundertstel seines Riesenkörpergewichts. Diese Zahlenverhältnisse sind mnemotechnisch interessant, da sich das 3. 4, 5 und der Einer-, Zehner- und Hun derter - Divisor spielend leicht behalten lassen. " Im relativen Hirngewicht wird de: Mensch nur von einzelnen Vögeln Lbertrosfen; diese - absolute Ueberkgenheit in der Hirngröße ist jedoch wegen der spezifischen Leichtlgseit des Vogelkörpers, wieder, eine nur scheinbare. m m Einechter Protz. Buchhalter: Herr Commercienrath, unser Kassirer ist uns mit 300.000 Mark durchgegangen. Commercienrath: Deshalb brauchen Sie doch nicht zu schreien? ES gibt noch mehr Kassirer! Ueberraschung. Bräutigam (einige Tage vor der Hochzeit zu seiner Braut): Das eine darf ich Dir nicht verschweigen: ich trinke ab und zu ein Gläschen Bier sehr gerne und verschmähe auch gelegentlich ein Schnäpschen nicht!" Braut: Na und ich erst!"

,seuer - Signale.

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Der Polizeimeister dieses Ortes verhaftete dort einen Bauer auf dem d:r Verdacht ruhte, der Mörder des unlängst auf der Landstraße erschlageuen Dorfschulzen zu sein. Der Bauer betheuerte seine Unschuld, konnte aber sein Alibi nicht nachweisen. Um den vermeinilichen Verbrecher zum Geständniß zu bringen, befahl der Polizeimeister seinen Leuten, ihm eine Kaße an den Leib zu lassen und ihn mitKnuten durchzupeitschen. Die Katze, die gleichfalls eine tüchtigePortion Schläge erhalten hatte, zerkratzte in ihrer Wuth den Körper des armen Bauern dermaßen, das; er bald darauf unter schrecklichen Qualen verstarb.