Indiana Tribüne, Volume 28, Number 165, Indianapolis, Marion County, 6 March 1905 — Page 3
Jndiana Tribüne, . März 1903.
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Entscheidende
Scheint in der Umgebung Mukdcns, Mandschurei, zu toben.
Beide Hauptquartiere wissen Erfolge zu berichten. Unaufgeklärte BombenAffaire in Warschau. Ein Protest Chinas. Elektrische Schnellbahn zwischen Köln und Düsseldorf. Die MontignosoAffaire. Französische Commentarc zur Jüaugu-rations-Rede Roosevclrs.
Gefecht bei Chantan. Mulden. 3. März. (VerMei). Die Zurückziehung des rechten russischen Flügels am 1. März sührte ein Gefecht bei Chantan herbei, westlich von San depaS. Am 2. März erobSrten die Russen mehrere Maschinengewehr: und machten eine Anzahl Gefangene. Die Russen erlitten schwere Verluste, aber sie der? Steten auch vor Chantan ein ganzes jäpanischeS Regiment und verbrannten in den Dörfern nördlich vom Hun Flusse alles Futter. Die Japaner griffen Chantan von SandepaS und gleichzeitig von Liao Dang an. Die Russen betrachten ihre Stellung als sehr günstig, weil die japanische Linie zu weit ausgedehnt sei. Zu Mulden herrscht die regste Thä tigleit. Alle Straßen und Landwege sind mit TrainS der Armee angefüllt, die Gen. Nogi gegenübersteht. Die Ereignisse der letzten 3 Tage haben neue- Leben in die Armee gebracht. Mulden, 4. März. (Verspätet.) Flüchtlinge langen hier von Sinmin tin, aus der Gegend nördlich vom HuN'Flusse an. Die japanischen Gefangenen, die ge siern auf der Westfront gemacht wurden. waren so erschöpft, daß sie nicht mehr gehen konnten und wie todt dalagen. Die zeigt, welche riesigen Strapazen die Truppen Rogi'S auS halten mußten. ES wird berichtet, daß die Japaner sich feit gestern etwas zurückgezogen haben. Mulden, 4. Mürz (Verspätet.) Der Kampf gegen Gen. Nogi's Trup. den wurde heute Morgen wieder auf genommen. DaS russische Artillerie feuer war weit stärker wie TagS zuvor. Am Shahke-Flusse war die Lage bis Freitag etwas unverändert. Die Japaner erlitten auf allen Punkten starke Verluste. Mulden, 5. Mürz. Das Knar. ren der ArmeeWagen in den Straßen wird durch das Schlachtendonner übertönt, der aus Süd und Nordwesten herüberschallt. Dort vertheidigen Kuropatkin'S Truppen die Stadt und die Eisenbahnen gegen Gen. Nogi's Veteranen von Port Arthur. Russen zurückgedrängt Tokio. 5. März. Die Russen' die von Chnihocheng verbrieben wurden kamen durch Talun und blieben vier Tage zu Samlungkee. Die Japaner drängen sich auf Makunlin. Die Japaner haben ihre Verbindung mit Bensiha hergestellt. Bedenkliches Zeichen. Niutfchwang, 5. März. Nach den letzten Beeichten verbrennen die Russen, in Vorbereitung eines Rückzu geS, ihre Vorräthe und die Eisenbahnftation bei Mukoen. Artilleriekampf. Mulden, 5. März. Seit Morgen ist östlich von hier ein heftiger Ar tilleriekampf im Gange. Die japani schen Granaten schlagen bereits 3 Mei len von den Gräbern der MandschuhDvnastie ein. Die javanischen Schützenlinien erstrecken sich etwa 7 Meilen parallell mit der Eisenbahn. Die zerstreuten chinesischen Dörfer die in dieser Flächen-Gegend die einzige Deckung bieten, werden von 'dm Kanonieren speziell auf'S Knrn genommen. Die ganze Gegend ist manchmal durch den weißen Dampf explodirender Geschösse verhüllt. Stellungen der Armeen. Tokio. 5. März. Feldmarschall Ovama setzt seine großen Umgehungen auf beiden Flankm der russischen Armee fort. Seine Front bildet nun einen großen Bogen mit der Basis am Shakhe.Flusse. Sein rechter Flügel reicht bis östlich von Fushun, sein lin ker bis .westlich von Mulden. Er schließt den eisernen Ring immer fester. General Kuropatkin wehrt sich verzweifelt gegen die Umklammerung und macht gleichzeitig Vorstöße gegen das japanische Centrum. Die Japaner gewinnen westlich der Bahn stark an Bo-
Schlncht
den und haben viele Vorräthe erbeutet. ES sind schon große Verluste eingetreten, aber ste werden noch viel größer werden, wenn die großen Infanterie. Massen aufeinanderstoßen. Feldmarschall Oyama berichtet: Unsere Truppen auf dem rechten Ufer deS Hun-Flusses drängen den Feind aus seinen Stellungen nordöst lich von Siosscho, das zwischen dem Hun- und Liao.Flusse liegt, und sind nach Norden marschirt. Dieselben trie den auch den Feind aus seiner Stellung zwischen Chanton und Schufangtai und verfolgten ihn heftig. Die Linie ist jetzt zwischen Chochiaho, 15 Meilen südwestlich -von Mulden und Taitfe, 13 Meilen westlich von Mulden. Mäh. rend dieses Kampfes erlitten die Russen starke Verluste. ES wurde große Beute gemacht. Wireroberten viele LebensMittel zu Wanchangpao und ein Kleiderlager zu Tahantai." Nach hiesigen Berechnungen hat Gen. Kuropatkin zwischen Shahke und dem Tie-Passe etwas über 400,000 Mann, bestehend aus 335,000 Jnfanterie, 33.000 Kavallerie und 35.000 Artillerie mit 1504 Geschützen. Hierbei sind nicht eingeschlossen die Truppen zu Wladivostock. die Eifenbahnwachen und Angestellte. Die Gesammtzahl der Truppen östlich vom Baikal-See wird auf 700,600 berechnet. Kuropatkin 's Bericht. St. Petersburg, 5. März. Die Aufklärungs Abtheilungen deS japanischen linken Flügels standen am Samstag 5 Meilen von Mukden. Andere Japaner hatten Guchudzia und Lanichanppa genommen, dagegen wur den ihre Angriffe auf den PutiloffHügel und 13 Attacken auf ttandosan abgeschlagen. Kuropatkin meldet: Nach 10 Angriffen auf Kandolian lagen die feindlichen Leichen vor unse ren Befestigungswerken hoch aufgethürmt: Die Angriffe auf unsere Stellung am Gauto-Passe wurde am Samstag Abend eingestellt, doch erwartet man ihre Erneuerung. Am Samstag wnrde die Vorhut des Feindes, die unsere rechte Flanke um geht, zwischen der Mukden-Swimintin Bahn und dem HunFlusse bemerkt. d. i. 5 Meilen vom Bahnhose von Mukden. Die Japaner nahmen Suchubzio, rückten aber nicht weiter vor. Sie nahmen auch Lenschaipa nach hartem Kampfe. Der Feind erneuerte seine Angriffe auf Kandosan, wurde aber am Samftammorgen zurückgeschlagen. Im Ganzen machten die Japaner 18 At tacken. Zwei Angriffe auf die Kutilini Stellung wurden abgewiesen. Auf unserem äußersten linken Jlü gel herrscht verhältnißmäßige Ruhe. 2 japanische Geschwader. London, 5. März. Wie dem Daily Mail" gemeldet wird, sichtete am Samstag der deutsche Dampser Nubia 10 Meilen südöstlich von Hongkong 2 japanische Geschwader. Das erste, bestehend aus 9 Schlacht schiffen undKreuzem, wurde um 2 Uhr Morgens gesehen. ES fuhr ohne Lich ter unter vollem Dampfe. DaS zweite Geschwader von 13 großen KriegSschif fen wurde am Nachmittage gesehen. Russischer Spion. Niutschang. 5. März. Der russische Zensor Renhoven kaul heute zu Tutsin an. Letzte Woche hielt er sich zu Sinmingtun vor den Japanern verborgen, die auf ihn fahndeten. Er gilt als einer der fchlauesten russischen Geheimagenten. AlSZ er Sinmingtun verließ, befanden sich mehrere russische Ofsiziere bei ihm, die, wie man glaubt. den japanischen Streifkorps entgangen und in den russischen Linien wieder an gekommen sind. Blockadebrecher im Eise. T o k i o, 5. März. Man glaubt. daß dieDampfer, die nördlich von Hok kaido im Eise gefangen wurden, see wärtS getrieben sind und wahrscheinlich zerdrückt werden. Vom Dampfer Tacoma, der mit
Fleisch von Seattle nach Wladiwostock bestimmt war und in der Sago.Straße im Eise festlag, hat man keine Spur.
Man glaubt, daß er knapp an Kohlen st und daß er hilflos wird, wenn es hm nicht gelungen ist bald Wladiwostock oder einen anderen Hafen zu erreichen. Protest C h i n a's. Tokio, 5. März. Man weiß, daß China bei Japan wegen Verletzung der Neutralität durch die Besetzung Sinmintri'S proteftirt hat. Wahr. scheinlich wird die Regierung erwidern, daß Japan sich für verpflichtet hält, die Neutralität Nord Chinas zu respek. iren. so lange dies auch Rußland thue. Die Besetzung Chinas seitens der Ruf' en hätte aber Japan dieser Verpflichung entHoden. Die Besetzung Sin mintri's durch die Japaner sei als miitürische Nothwendigkeit zur Wahrung der Interessen Japans erfolgt. K u r o p a t k i n's Rückzug. Berlin, 5. März. In der rufstchen Botschaft wird zugegeben, daß Kuropatkin'S Rückzug bevorsteht. Die j russische Armee wird sich nach dem TiePasse, wo angebiich- schon lange Stelungen vorbereitet sind, rückwärts konzentriren. Die Beamten der Botschaft sagten. die Aufgabe Mukden'S werde einen großen moralischen Effekt haben, wenn auch die Stadt von strategischem Standpunkte aus keinen großen Werth habe. Nubland. Bombenattentat. Lodz, 5. Mürz, Im Hause des reichen Fabrikanten Poznanski explodirte gestern eine Bombe. Ein Diener, der sie gefunden hatte und in der Hand hielt, wurde in Stücke gerissen. Zwei Bomben und inkriminirende Schriftstücke wurden in der Wohnung desfelben gefunden. Die Arbeiter Proznanski'S waren am Tage vorher an Ausstand gegangen. Streik. St. Petersburg, 5. März. Ruß- und Veedomofti" konnten heute nicht erscheinen, da die Setzer streikten. Warschau, 5. März. ES wird berichtet, daß seit Donnerstag Hunderte von Personen verhaftet wurden, die im Verdachte standen, Ruhestörungen zu planen. Sie werden entlassen werden, sobald die Verhältnisse es rechtfertigen. Die Stadt ist heute ruhig und wird von zahlreichen Patrouillen durch zogen. Lodz, 5. Mürz. Von der PoS-nanSki-Frbrik sind 7000 Mann an den Streik. Die Stadt ist ruhia. Deutschland. Wegen Todtschlags prozessirt. Mainz, 5. März. Hier beginnt am Montag der Prozeß gegen Baron Moritz v. Lengerke, welcher deS Todt schlagS angeklagt ist, weil er im Sep tember vorigen Jahres seinen Schwie gervater, den Altbürgermeifter Ledert, in ErbeS.Büdeöheim, Provinz Rhein Hessen, erschoß. DaS blutige Fami lien-Drama erregte seinerzeit daS größte Aussehen. Baron Lengerke, der zur Zeit in Wiesbaden seinen Wohnsitz hatte, war mit seiner Frau nach Erbes BüdeSheim gekommen, um dort einige Geschäfte abzuwickeln. Bei dieser e legenhcit fanden zwischen ihm und sei nem Schwiegervater wegen ErbschastS Angelegenheiten mehrfach heftige Wort Wechsel statt. Der Altbürgermeifter Lebert hatte nämlich kurz vorher sein ganzes, nicht unbedeutendes Vermögen unter Uebergehung des Schwiegersoh neS seinen Enkelkindern testamentarisch vermacht. Baron Lengerke, dem infolge der verschiedenen Auftritte von Lebert das HauS verboten worden war, begab sich nochmals zu seinem Schwiegervater, um sich vor der Rückreise nach Wies baden von ihm zu verabschieden. Leber gerieth dabei dermaßen in Wuth, daß er einen Revolver ergriff 'und mehrere Schüsse auf den Erschienenen abfeuerte. worauf dieser, anscheinend in der Noty wehr, seinen Schwiegervater nieder schoß. Lengerke wurde durch dre Schüsse, von welchen zwei in die Arme und einer in die Brust gingen, nich lebensgefährlich verletzt und hatte noch die Kraft, sich trotz des großen Blut Verlustes nach feinem Zimmer zu schleppen, wo er später verhaftet wurde. DaS MoltkeDenkmal. Berlin, 5. März. Nach viel monatlicher Paüfe sind die Arbeiten am Moltke-Denkmal wieder aufgenommen
worden und der Königsplatz bietet ein
Bild eifrigen Schaffen. Bekanntlich mußten die Arbeiten im vorigen Frühjahr unteibrochen werden, weil die Lieferungen des Marmor ausblieben. Die Marmorbrüche in den Tiroler Alpen waren durch eine Lawine heimgesucht worden und nun. da der. Schaden beseitigt ist, wird UphueS Werk seiner Vollendung entgegengehen. Montignoso. Affaire. Dresden, 5. März. Die ganze achsische Presse, selbst diejenige konserzativer Observanz, fordert mit größter Entschiedenheit eine amtliche Aufklärung über die immer räthselhaster und verworrener werdende Affaire der in Florenz wohnenden Gräfin von Monignoso, geschiedenen Gattin des Königs Friedrich August. Die Blätter beHäupten, das hartnäckige Schweigen des achstjchen voses mache den Eindruck, daß in der Behandlung der Angelegenheit schwere Fehler gemacht worden und der toSkanischen Prinzessin Unrecht gehan sei. DaS gewöhnlich gutunterrichtete Leipziger Tageblatt" meldet, der König habe beschlossen, auf daS geplante Gerichtsverfahren zum Zwecke der Herausgabe der kleinen Prinzessin Anna Monika zu verzichten. Schon aus dem Grunde, weil die Verhandungen vor den italienischen Instanzen wieder als willkommenes Objekt der nternationalen SensationSmacherei ausgeschlachtet werden würden. Oberschlesiens Heims u ch u n g. Berlin, 5. März. Wie auS den oberfchlesischen Bezirken Michaelkowitz, Zalenze, Bogutfchütz. BiSmarckhütte und Laurahütte gemeldet wird, hat die Genickstarre nun auch dort ihre Opfer gefunden. Die Krankheit wüthet bereits in 16 Orten und Erkrankungen und Todesfülle mehren sich in erschreckender Weise. In KönigShütte allein sind vom 20. November bis heute 63 Personen an Genickstarre gestorben. Die Aerzte stehen der Epidemie rathloS gegenüber. Elektrische Schnellbahn. Köln, 5. Mürz. DaS Projekt ei ner elektrischen Schnellbahn von Köln nach Düsseldorf nähert sich seiner Ausführung. Alle erforderlichen Vorberritungen find getroffen und die nöthigen Gerechtsame erwirkt. ES handelt sich um den Bau einer zweigeleifigen Vollbahn, deren Kosten aus lnöge sammt 21 Millionen Mark veranschlagt worden find. Die Arbeiten sollen so rasch wie irgend möglich gefördert wer den, und man erwartet, daß die Strecke Köln-Dusseldorf ebenso schnell im Be trieb sein wird, wie die geplante Linie Blankense-Hamburg-OhlSdorf, deren Kosten von Hamburg und Preußen gemeinsam getragen werden. Weißer Saphir. Berlin, 5. Mürz. Den größten weißen Saphir, der je gefunden wurde, hat der Ingenieur Heppner hierher ge bracht, der viele Jahre in Brasilien lebte und dort mehrere Gruben besitzt. Er schützt den Werth des Steines aus 300,000 Mark. Deutsche Edison Akku. mulatoren-Gesell fchaft. Berlin. 5. März. Die Deutsche Edison Akkumulatoren-Gesellschaft ist nunmehr mit einem Kapit.al von drei Millionen Mark, unter Mitwir kung der Deutschen Bank", in'S Le. ben gerufen worden. Thomas Edison Gehört dem AuZfichtSrathe des neuen Unternehmens als Mitglied an. Schweiz. ' Menelik'S Besuch. Genf, 5. Mürz. Wie der fchweizerifche Ingenieur Gill, der in Abegy nlen eine große Rolle spielt, seiner hier wohnenden Familie berichtet, beabfich tigt Kaiser Menelik, in Kürze eine Europa-Reise zu nte.nehmen, auf der er London, Paris und Rom besuchen wird. Frankreich. KommentarezuRoosevelt'S Rede. Paris, 6. März. TempS' sagt, die JnaugurationSrede des Prüft denten Roosevelt rieche nach JmperialiSmuS, ErpansioniSmuS und Mili tariSmuS. ' Journal deS DebatS" meint Prü sidentLZoosevelt'S Rede zeigt Vertrauen zu sich selbst und in daS Geschick der Nation."
Richard Barthold. Verband der Parlamentarier.
Washington, 6. März. Repräsentant Richard Bartholdt von St. LouiS, Präsident des amerikanischen Zweiges des Verbands der Par lamentarier, hat auf morgen eine Sitzung im Kapital berufen, um" einen Bericht über die letzte Konvention des Verbands in St. Louis und über die Excursion entgegenzunehmen, welche die Vertreter ausländischer Regierungen als Güfte der Ver. Staaten machten. Die Versammlung wird auch Vorbereitungen für die nächste Konvention reffen, die in Brüssel stattfindet. Dänemark. Mecklenburg" flott. K o r s ö r. 5. März. DaS deutsche Schlachtschiff Mecklenburg", das am Samstag östlich von der Insel Samsö auflief, ist wieder flott. ES zieht an mehreren Stellen Wasser. Oesterreich'Ungarn. Neuformirung deö Kab i n e t t s. Wien, 5. März. Dem Vernehmen nach besteht an maßgebender Stelle die Absicht, das Beamten - Kabinett Gautsch, welches seit seinem Amtsanritt zu Beginn deS neuen JahreS mit dem Reichsrath recht gut ausgekommen st, weil eS sich völlig neutral verhielt. durch Heranziehung von Vertretern der großen Parteien in ein Parlament tarisches umzuwandeln. AIS Freiherr v. GautZch den Dr. Koerber auf dem Posten deS MinisterPräsidenten ablöste, war die damalige Rekonstruktion deS Kabinetts überHaupt nur als ein Proviorium gedacht. da ehestens einem parlamentarischen Regime weichen sollte, sobald' die größten Verlegenheiten der Staatsverwaltung überwunden seien. Italien. Chartreuse wieder f a b r i z i r t. Rom, 5. Mürz. Der Papst hat gestattet, daß eine Anzahl KarthäuserMönche nach Frankreich zurückkehrt und wieder die Fabrikation des berühmten LiqueurS betreibt. Auch die französtfche Regierung will die Mönche wieder zulassen, da sie nach Einstellung der Fabrikation eine große Summe an Steuern verloren hat. Die Karthäuser unterhielten seit mehr als 20 Jahren das französische College von Santa Chiara zu Rom und andere Anstalten. Dies würde ohne die Ein fünfte aus der Liqueurfabrikation nicht mehr möglich fein. Reform der Kirchenmusik. Rom, 5. März. Die päpstliche Ccmmission, die auf speciellen Wunsch deS PapfteS gebildet wurde, um die Reformarbeit bezüglich der Kirchen musik zu berathen, hat den Papst er sucht, einige der Bestimmungen des päpstlichen Dekrets für manche Länder, darunter die Vereinigten Staaten, nicht bindend zu machen. Besondere Schwie rigkeiten bereitet der Ausschluß von Frauen aus den Kirchenchören. R e v. Prinz M ax. R o m, 5. März. Prinz Max, Bru der deS Königs von Sachsen und katholischer Priester, ist hier angekommen, um dem Papste seine Achtung zu er weisen. Der Prinz erklärt, daß sein Erscheinen in keinerlei Beziehungen zu den Differenzen zwischen seinem Bruder und dessen Gattin, der Gräfin Montig noso stehe. Mörder-Familie. Tin Towanda, Pa., hat sich ein gewisser BlsZler Johnson schuldig bekannt, seme Frau Maggie B. Johnson und ihre zehnjährige Nichte Anna Bemannn ermordet und die Leichen verbrannt zu haben. Der Morder unterzeichnete die Anklaaeatte und bekannte sich schuldm ohne mit einer Wimper zu zucken. Er ist erst 26 Jahre alt, während seine. Frau 40 Jahre zahlte. Bor Kurzem wurde sem Bruder Charles wegen Mit Hilfe des Mordes im ersten Grade über führt, doch ist ihm ein ne.'cr Prozeß bewlülgt worden. Die Mutter Bigler Johnsons und die Geschwister des Mörders Und ebenfalls weaen Mitbilf bei dem Verbrechen vor Gericht gestellt worden., sämmtliche suns Familien glieder sollen sich wahrend der Nackt x xiU Maggie Johnsons Haus begeben, Mut ter und Kino mit einer Art erschlaae n und dann das Gebäude in Brand gesetzt haben. ludj den! bekannten Spriclxniort. Bauer (zu einem andern, der sich "r r , m - . ' ' uoer lerne t lernen nartossein aus dem Felde beklagt): Ja. ja. aeaen v? Trockenheit hilft aa die größte Dummyeii nix:
Bcrsicheruttg gegen Kriegsgefahr.
Das Jamm?ral?schroi, das sich ünast in den Kreisen des Secveriichcrungs'Geschäftcs erhob, die. sich mit Vorliebe der Versicherung gegen Kriegsgefahr widmen, hat einen sachundiae?: Mitarbeiter der Londoner Timcs veranlaßt, Ermittlungen dar über anzunellen, tiurnetocii dieser Theil des-Marktes durch die erhöhte Wachsamkeit der Japaner über den Verkehr mit Wladiwostok gefährdet er. Es lst inzwischen die üftachnchi eingelaufen, daß der Tampfer Tcllus von Schanghai aus glücklich mit einer Ladung Ncis Wladiwostok erreicht hat. Der Dampfer Tellus war mit einer Prämie von 25 Gmnccn vom Hundert gege die Wegnahme versichert. Nach den Erhebungen des Gewährsmannes der TimeZ wäre das Versicherung?" Gesäxlft gegen Kriegsgefahr im vergangenen Jahre bedeutend umfang eita " und das Era?bmn aunitlacr zewesen, als man bisher angenommen hat. Nach Deckung sämmtlicher Verluste durch Wegnahme wären stark drei Viertel der als Prämien einae nommencn Gelder als Deckung für weitere Ansprüche zur Verfügung. seit Anfang des neuen Jahres sei dann wieder ein stattliches Geschäft zu hohen, stellenweise sehr hohen Prä mien abgeschlossen worden. Wenn nun amintllche gegen Kriegsgefahr ver tdjcne Ladungen, die heute von Eu 'opa und von der pazifischen Küste Amerikas nach Wladiwostok unter. Wegs sind, abgefangen würden, was a iiach den inzwischen eingelaufenen Depeschen im höchsten Grade unwahrmelullä) Ware, so wurden diese Prä miengelder allerdings erschöpft wer den, und die einzelnen VersiclMungs firmen hätteii auck noch eine .ubune 'aufzubringen, die allerdings nicht allzu lioch sein wurde. Die am starrsten Vctheiligteii würden alsdann 000 bis 0000 Pf. St. für den einzelnen verlieren. In den meisten Fällen wäre jedoch die öinbufze sehr viel geringer. Unter diesm Umständen wäre also das Unglück selbst in dem recht unwahr scl)elnllchen schlimmsten Zvalle ohne ernstere folgen zu verschmerzen. Das schlimmste, was nach Ansicht des Mitarbeiters der Times, wohl -den kühnen Spielern dieses Geschäfts wi derfahren würde, wäre, daß sie, statt des erwarteteir großen Gewinnes, ent weder gar keinen oder nur einen klei,ien davontragen durften. ?ine Unschuld vom Lande, die Tochter des Oberförsters, ein Fräulein Elfe Rotte! in Beilin, hiitc es mit ihrem hübschen Gesicht, -um ebenmäßigen Gestalt, ihrem rescheid.'nen Wesen und vor allem ihren vielen Tausenden" einer ganzen Reibe vcn jungen Männern angethan. Bekannt'schaften zu machen, wurde ihr iti ihren vielen Vorzügen nicht schwer. Aber als Tochter eines Ober'örsiers mit einer Mitg'ft von 40.000 Mark wußte sie die Männer auch so zu fessein, daß sie ihr gern die Ehe versprachen und dann auch auf die künftige Mitgift bereitwilligst größere und kleinere Vorschusse gaben oder sonstwie Opfer brachten. RLkrend wußte sie zu schildern, weshalb sie zu Hause nicht bleiben könne; bei der bösen Stiefmu'ter war es nicht auszuhalten. Lei jedem Liebhaber führte sie einen anderen Namen. Zuletzt hieß sie Anna Hazse, weil sie einen Schirm gestohlen halte, in dessen aoldner Krücke dieser Nsm: eingeschnitten war. Früher hztt: sie andere Namen geführt. Em iung:r Mann, den sie unter Vorspiegelu"g einer Erbschaft, die ieben Tag eintreffen sollte, bedeutend erleichtert und d'nn versetzt- hatte, traf die Oberförsterstcchter" später zufällig auf der St aße und ließ sie festnehmen. Jetzt erfuhr er ihren richtigen Namen und d'e unangenehme Thatseche, daß Else Rottei schon zweimal im Zuchihause ge'essen hat. Hoch klingt das Lied vom braven Mann. Die heldenmütige That d.'sSch'eppdampfers Cuxhav'en",Kapitän Bostelmann, Reederei Schrader & WredeHamburg, der in der Elbmündung die Besatzung der untergegangenen norwegischen Bark Frey" rettete, hat jetzt auch eine klingende Anerkennung gefunden. Die Deutsche Gesell.chaft für Rettung Schiffbrüchiger hat dem Schleppdampfer Curhaven" 360 Ms. zuerkannt, doch hat der Kapitän Bostelmann auf seinen ihm hiervon zufallenden Antheil mit der Begründung verzichtet, daß er für Rettung aus Seenoth kein Geld annehme, da er mit solchen Thaten lediglich seine Pflicht erfülle. Diese Gesinnung ehrt den wackeren Kapitän um so mehr, alZ die ganze Lage der Bark.bei dem fürchterlichen Unwetter und der brandend: See eine überaus kritische war und ohne das unerschrockene Vorgehen der Schleppdampfer-Mannschast an eine Rettung der Besatzung der Frey.gar nicht zu denken gewesen wäre, weil das Rettungsboot der Staticn der Deutschen Gesellschaft für Rettung Schiffbrüchiger nicht ausgelaufen war. Aus welchem Grunde das Auslausen dieses Rettungsbootes unterblieben ist, darüber werden jetzt vom zuständigen Hamburger Seeamt.eingehende Erkundigungen eingezogen. - - In W ien ist der e h em a l i g e Handelsminister im 'Kabinett Thun, Freiherr von Dipauli. gestorben.
