Indiana Tribüne, Volume 28, Number 164, Indianapolis, Marion County, 4 March 1905 — Page 6

i.

Jndiana Trlbünc. . März 1905. 6

tt n n n n ö n u u u n u tt .0

? Korporal

tt 4 4 --. 31 4 i Kettnerin ?. 4V .1'. 44 44 44. 44 X (Schluß.) sV jt cyanze war in der That vom Gegner geräumt, er hatte den Stoß nicht abgewartet und sich eiligst zurückgezogen. Sofort sah man die Kompagnien rechts und links abschwenken und, im .Dublierschritt die Schanze umgehend, die Verfolgung des Gegners aufnehrnen. Der verlorene Haufen" that an diesem Tage nicht mehr mit, sondern durfte sich auf seinen Lorbeeren ausruhen. Jeder überlebende Mann erhielt einen Golddukaten. Graf Spuar. die ganze Rüstung besudelt, wollte heimreiten und schickte den ihm zunächst siehenden Soldaten es war Kettner nach seinem Pferde, welches der Reitknecht in gehöriger Entfernung nachführte. He! Holla!" rief Kettner, schnell den Gaul des Herrn Qbristen!" Wirst Du stille sein, Du frecher Kerl!" herrschte sie der Reitknecht an. Dann betrachtete er, wie von einer plöhlichen Idee ergriffen, den Soldaten genaue? und schüttelte den Kopf. Maria folgte dem Pferde und kam fast gleichzeitig mit dem Reitknecht beim Grafen an. Der Bursche da," meinte Spuar nachlässig, hat sich heute wacler gehalten. Will's dem Kommandeur sagen. Wie heißt Er denn?" Johann Kettner, Euer Gnaden," erwiderte Maria in strammer Haltung, glücklich darüber, die Aufmerksamkeit 'ihres Ideals heute zum zweiten Male erregt zu haben. Ist gut; will mir's merken." Und der Oberst trabte mit dem höhnisch grinsenden Reitknecht davon. Maria hatte, wie sie jetzt erst bemerkte, einen Streifschuß an der Wange erhalten. Die Wunde fing gegen Abend stark zu schmerzen an und 'Maria mach'.e sich auf, den Feldscher zu suchen. Unterwegs traf sie wieder den Reitknecht des Grafen mit dessen HandPferden; der unheimliche Geselle blieb stehen und sah sie prüfend an. He, Bursche! Sage mir, haben wir uns nicht schon einmal irgendwo gesehen? Deine Fratze kommt mir verwünscht bekannt vor!" redete er sie an. Auch Maria schien es, als ob sie diesen Mann schon früher einmal getroffen habe, allein bei bestem Willen konnte sie sich nicht entsinnen, wo. Das sagte sie ihm kurz und einfach. Wenn Du nicht Soldat wärest, so mochte ich darauf schwören, daß wir uns vor drei oder vier Jahren im Oberösterreichischen gesehen haben, und das unter besonderen Umständen," rief der Reitknecht der sich Entfernenden nach. Allein sie verstand nicht mehr den Sinn der Worte, der Schmerz der Wunde nahm ihre Sinne gefangen. Maria wurde verbunden und blieb drei Wochen im Quartier. Als sie hergestellt war, sah sie geradezu häßlich aus mit der blutrothen Narbe an der rechten Wange. Das fehlende Ohrstückchen wußte sie geschickt unter den Seitenlocken zu verbergen, welche die Soldaten damals nebst dem Zopfe trugen. Selbst ihr Hauptmann Pechmaier zuckte mißmuthig mit den Achseln, was er wohl mit dem verhauenen Kerl machen sollte, der bartlos, mit vernarbter Wange und halbem Ohr allerdings noch nicht Invalide war, aber den man doch nicht mehr gut in die Front stellen konnte. Eingedenk des immer musterhaften Verhaltens und der bewiesenen Tapser keit besetzte der Regimentskommandeur die eben freigewordene Stelle des Regimentsproviantmeisiergehilfen mit Johann Kettner und verlieh ihm gleichzei tig den Rang eines Gefreiten. Diese Stelle behagte Maria aßerordentll' das Lesen und Schreiben, das sie von ihrem Bruder gelernt, kam ihr bei den Verhandlungen mit Backer und Fielscher gut zu statten, und namentlich freute es sie, jetzt mehr in die Nähe des Grasen Spuar zu gelangen, dem als ranaeshochsten Stabsoffizier reglementsmäßig die Oberaufsicht über die Verpflegung des Regiments anvertraut war. Ueörigens nützte Oberst Graf Spuar rücksichtslos die-ihm zugewiesenen Leute aus und hoffte auch mit dem Unaethüm, wie er den neuen Regimentsproviantmeisiergehilfen nannle, schon fertig zu werden. Er nahm ihn in seinen persönlichen Dienst und hatte es nicht zu bereuen. Kein Kammerdiener rasirte den Grasen so leicht und aewandt wie sie. Niemand war im stände, die Frisur des Obersien so fein aufzubauen, seine Umformen rn Ordnung zu halten, wie Maria Kettner. Maria stand aber Höllenqualen aus bei diesem vielfachen Verkehr zwischen Herrn und Kammerdiener. Der Reitknecht des Obersten schien Maria fortwährend mit mißtrauischen Aug?n zu beobachten, er suchte ofsenbar ehvas bei ihr, er hatte einen Verdacht, den er nicht äußerte. Aus gelegentlich hingeworfenen Worten erkannte Maria aber mit Schrecken, daß dieser Reitknecht mit jenem Strolch identisch sein muhte, der sie damals aus der Land siraße bei Ried überfallen wollte, und dem sie seine Kleider entwendet, nack-

,s,,7, H w (5rz?.hlung nach Krirgsakten von - H. O. Borum ...f. VT 2 . ?? $- -5 44 jTt II? 4 Ti H r? 4 dem sie ihn halb zu Tode geprügelt hatte. Noch mehr als bisher war sie auf der Hut, ihr Geheimniß strenge zu wahren. Und, inmitten dieser steten Angst und Sorge die immer mehr wachsende Leidenschaft für ihren Herrn! Der Graf war durckaus nickt leutCltg zu ihr, bei jeder Gelegenheit regnete es Hiebe und Schimpfworte. Mana ertrug alles geduldig. 3. Bis zum Aachener Frieden stand das Hagenbach'sche Regiment in Oberitalien und blieb auf Kriegsfuß, aber es gai keine feindlichen Angriffe mehr; Soldaten und Offiziere lungerten müßig herum oder wurden zu Privatarbeiten verwendet und an Unternehmer vermiethet. Viele wurden auch beurlaubt und entlassen, jedoch blieben sie in den Listen stehen, und die Obersten bezogen ihren Sold, ein zu damaliger Zeit sehr gewöhnliches Mittel, sich zu bereichern. Oberst Graf Spuar, der das Regiment inzwischen übernommen hatte, machte es natürlich ebenso, nur wurde er trotzdem nicht reich, denn die noblen Abenteuer, Karten und Würsel verschlangen ungeheure Summen, und manchen Griff, den er in die Regimentskasse machte, mußte sein getreuer Helfer und Genosse, der Regimentsquartiermeister Sartori, durch Einsiellung falscher Ziffern in die KassenProtokolle vertuschen. Immer hosfte Graf Spuar das vorhandene Defizit durch irgend eine besondere Gunst Fortunas decken zu können, doch die Gottin blieb ihm ungünstig gesinnt. Mit trüben Mienen saßen Graf Spuar und Sartori eines Tages im Dienstzimmer, wo in einer Mauernische die eisenbeschlagene Truhe verwahrt wurde, welche die Regimentsgelder enthielt, und rechneten und grübelten. Es geht nicht so weiter," seufzte Sartori endlich und legte den Gänsekiel fort, mit dem er lange Zifferreihen aus das vor ihm liegende Papier geschrieben hatte. In kürzester Zeit kommt der Krieqskommlssanus zin Musterung. Wie können wir den Schaden verdecken?" via, ver anen Perucre wlrd' man doch etwas vormachen können!" Herr Oberst haben gar kein Privatvermögen?" Graf Spuar lachte auf. Das hier ist mein Privatvermögen!" rief er, auf , seinen Degen schlagend. Ansonsten! habe ich nur Schulden Schulden, sage ich Ihnen, bis über die Ohren. Der Regimentsquartiermeister kraute sich verlegen den Kopf. Es fehlen über zwanzlgtaufend Gulden, meinte er. Wie viel ist noch in der Kasse?" Zehntausend und etliche." Die theilen wir halt noch einmal!" rief der Oberst vergnügt. Frau Fortuna wird doch endlich einmal Einsehen haben." Und wenn nicht? Dann bleibt uns nur die Kugel." Wir markiren einfach einen Kasseneinbruch von fremder Hand, wenn alle Stricke reißen!". Sartori sah sprachlos seinen Borgesetzten an. Lei Gott!" rief er. Das geht, das kann gehen!" Freilich geht's! Was Graf Spuar will, geht immer. Sie werden mir schon aus Jnterene für Ihre höchstwerthe Haut mithelfen?" Natürlich! Herr Oberst" Und als ordinäres Werkzeug habe ich meinen Reitknecht ausersehen. Im Nothfalle hat der Kerl schon so viel auf dem 'Gewissen, daß er schweigt." Ware nicht der Gefreite Kettner aeeigneter?" wagte Sartori einzuwenden. Er ist Euer Hochgeboren so blmd ergeben." Na ja," erwiderte der Graf und ein finsterer Zug umwölkte seine Stirn. aber der Mann zst zu gut. dieser heilige Aloisius taugt nicht für meinen Plan. Uebrigens ist dem eine andere Rolle zugedacht. Er muß dran!" setzte er hmzu. Was liegt auch an dem Kerl!" Darauf erklärte er dem aufhorchenden Regimentsquartiermeister seinen Plan. Alle Bedenken und Einwendungen wußte er zu beseitigen. Die beiden Biedermänner öffneten mit ihren Schlüsseln die Kasse und theilten die vorhandenen Gelder. Allein auch diesmal war das Glück dem Grafen Spuar abhold. In hoben Sätzen hatte er gespielt und bald den letzten Gulden verloren. Im Hagenbach'schen Regiments hatte Graf Spuar den Nachtdienst bedeutend vermindert und auch die Kassenwache, die ohnehin nur für das Feld galt, aufgehoben. Er begnügte sich mit emem Gefreiten als Kassenordonnanz, der den Dienst im Kassenlokale verbringen mußte, und Kettner, der so schon ganz zu den persönlichen Diensien des Ober sten herangezogen war, wurde auch für diezen Dienst bestimmt. War er als Gehilfe des Proviantmeisters auswärts beschäftigt, so war dies dem Obersten nur erwünscht, und in diese Zeit fielen meist die geheimen Berathungen mit Sartorr.

g KVft tUUfti l! iTS 51 ttsenvfry

W!M.'-,t,KMk' i KWM ittEGuuRmr CXA5GERAT10T4 suppRüsicri ft0UlY enÄi:::at3:ccicc PUATTAftftÄ YTMH I wniintvwntibii' Prfctui)flfc S Eines Abends hatte Graf Spuar zu Hause gespeist und die Neste des Mahles, wie er das häufig that, für seine Kassenordonnanz stehen lassen. Vorher hatte er ein weißes Pulver in die Speisen .gestreut und den Wein ganz ausgetrunken. Dann ging er aus. Im Hofe schien er sich zu erinnern, daß die Ordonnanz keinen Wein habe, und befahl dem im Stalle weilenden Reitknechte Regaller, für Kettner ein: Flasche aus dem Keller zu holen. Er gab ihm die Schlüssel und befahl ausdrücttich, den Wein nicht von der gerinaeren Sorte, wovon übnaens nur nccü wenige Flaschen im Keller waren, sondern von dem zu nehmen, den der Oberst selbst zu trinken pflegte. Regaller machte sich die Gelegenheit zu nutze, in den Keller zu kommen, stellte für sich einige Flaschen beiseite und nahm eine der mit geringem Wein gefüllten für Kettner hinauf, für den er ihm gut genug war. Heute hatte Spuar Glück im Spiel und hatte schon einige Tausender geWonnen, als ihn ein Diener herausrief mit der Meldung, daß sein Reitkuecht ihm eine wichtige Mittheilung zu macken hätte. Scheinbar ärgerlich über die' Unterbrechung, verfügte sich der Graf zu Regaller, der vor der Thür des Gasthauses stand. Dieser berichtete aufgeregt, daß er die Kassenordonnanz in einem derartigen Zustande angetroffen habe, daß er furchte, es ginge dem Kettner an's Leben. Dummes Zeug!" brummte der Oberst und schritt, gefolgt von Regaller. seiner Wohnung zu. Unterwegs begegnete ihnen scheinbar ganz zufällig der Regimentsquartiermeister Sartori, der sich den Beiden anschloß. Zu Hause angelangt, fanden sie Kettner mit verglasten Augen starr am Voden liegend, und nur ein schwaches Röcheln verkündete, daß noch Leben in dem Körper sei. Sartori beugte sich über den Verunglückten, während der Oberst sich durch einen raschen Blick überzeugte, daß die Teller rerngegessen waren. ..Vergiftet ist der Bur,ch." Sartori trat zum Tisch und roch an den Gläfern. Mit dem Mein hier!" Mit Wem, sagen Sie?" fragte der Graf bestürzt, und sich an Regalle? wendend, fuhr er diesen an. was für Wein er dem unglücklichen Kettner gegeben. Gnade. Herr Oberst!" flehte der Reitknecht. Ich dachte, für ton Sch!& cher wird auch der Wein gut genug fein. den Herr Graf nicht selbst trinken." Und meinem ausdrücklichsten Vefehle hast Du zuwider gehandelt. Du Hund! Bist zum Mörder geworden und hast mich in die schwierigsten Kalamitäten bracht." Entsetzt starrte der Reitknecht seinen Herrn an. Das ist eine sehr fatale Lage," bemerkte Sartori ernst. Freilich, dem Kettner ist nicht mehr zu helfen, wenn auch der Regaller da in die Ketten kommt." Aber die endlosen Scherereien, die Untersuchungen und Schreibereien!" schrie der Oberst wüthend. Wenn nun Thäter und Opfer verschwänden?" wendete Sarton ein. Reaaller griff den Strohhalm begie rig auf. Ja, Herr Graf. Ich will verschwinden und den Menschen da wegschaffen, daß keine lebende Seele jemals mehr von ihm hören soll. Haden Sie Mitleid und Gnade!" Soll man es wirklich versuchen durch ein Unrecht einen zufälligen Verbrecher vor der Strafe zu bewahren?" fragte Graf Spuar den Quartiermeister. Und als dieser bejahend zustimmte, sprach er ernst zu seinem Reitknecht: 'Stehle mir noch ein Pferd, den Rostan meinetwegen, und den leichten Wagen, lade den Kerl auf und schau, daß Ihr Beide morgen früh weit außerhalb des Landes seid." Regaller ließ sich das nicht zweimal sagen. Er lud den armen Kettner auf seine Schultern, und bald verkündete das Rollen eines leichten Wagens, daß die beiden Opfer gemeinster Niedertracht verschwanden. Was wird er wohl mit dem Kettner anfangen?" fragte Sartori ängstlich.

MkmmielnDM jsicrllteiriu Der Wine of Carduitst eine milde Medizin, aber ein wirksames Stärkungsmittel, dessen Erfolg in der VeHandlung der Frauen - Krankheiten unübertroffen ist. Ueber 1,500.000 leidende Frauen sind von Leiden kurirt worden, von denen man gewohnlich glaubt, daß sie die kostspielige Behandlung eines Spezialisten erfordern, indem sie das große Frauen-Stärkungsmittel gebrauchten. Der Wine of Cardul empfiehlt sich für sittsame Frauen mit geringen Mitteln, weil er in der Zurückgezogen, heit zu Hause gebraucht werden kann, ohne sich einer beschämenden örtlichen Untersuchung und gefährlichen Vehandlung unterwerfen zu müssen. , Die Behandlung ist nicht kostspielig, und jede Leidende kann sie selbst vornehmen. Wenn Sie ein Opfer von Frauenschwäche irgend welcher Art sind, dann ist der Wine of Cardul die Medizin, die Sie gebrauchen sollten, und Sie können es sich nicht gestatten, die Behandlung hinauszuschieben. Ihr Leiden wird immer schlimmer, nie besser. Der Wine of Cardul verfehlt nie, selbst das chronischste Leiden der ernstlichsten Natur zu Nndern, und in einem cu3 zehn Fällen bringt es absolute Heilung. 1.600,000 kurirte Frauen empfehlen den Wine of Cardul. 5fe sollken den Wine ok Cardul gebrauchen, verlangen 8ke ihn yeute von Jtzrem Zpolgeker.

Alle Apotheker Was kann 'uns das kümmern!" meinte verächtlich der Oberst. Sie schütteten in die geöffneten Kistenschlösser Schießpulver hinein und zündeten es an, so daß durch die Explosion die Schlösser weggerissen wurden und das Ganze einem Einbruch ähnlich schien. Dann trennten sie sich. 4. Am nächsten Tage war in Easalmaggiore, der Garnison des Haenbach'schen Regiments, eine aufregende Nachricht verbreitet. Die Regimentskasse war während der Nacht, als der Oberst in Gesellschaft war, mit Pulver aufaesprengt und total ausgeraubt worden. Die Kassenordonnanz und der Reitknecht des Kommandanten wurden vermißt, auch fehlten em Pferd undder Wagen des Obersten, so daß der Verdacht nahe lag, Kettner und Regaller hatten den Einbruch gemelnschaftuch verübt und seien desertlrt. Reltende Patrouillen suchten die ganze Gegend ab, und eine Estafette ging sofort an den kcmmandlrenden General, den Feldzeugmeister Baron Damnitz, ab. der stch schleunigst mit Eilpost nach Easalmaggiore begab. Sofort trat erne Untersuchungskommifsion zusammen. Hauptmann Pechmaier, der derselben angehorte, schuttelte bedenklich sein graues Haupt, denn daß sein sonst so braver Kettner zum Dieb, Einbrecher und Deserteur geworden sem sollte, konnte er nicht glauben. Auch der Kriegsauditeur überraschte, nachdem er sorgfältig die gesprengte Kasse untersucht hatte, die Kommission mit der Erklärung, daß der Einbruch fingirt und die Kassenschlösser erst bei schon geöffnetem Deckel gesprengt worden feien. Das wäre schön!" lachte Graf Spuar grimmig. Was die Herren nicht alles 'herausbringen! Und womit dürften der Herr Auditeur diese Entdeckung beweisen?" Einfach dadurch, daß die Eingriffzargen des Deckels, die doch in inniger Berührung mit den Schloßriegeln .bei geschlossener Kasse stehen,' hier gar nicht vom Pulver geschwärzt sind." Das ist wahr!" rief Pechmaier. Sartori erblaßte, der Oberst hingegen suchte durch zornige Worte den Eindruck, den diese Entdeckung verursacht, abzuschwächen. 'Man beschloß schließlich, das Lokal zu sperren und die Entscheidung des kommandirenden Generals abzuwarten. Die öffentliche Meinung in Easalmaggiore hatte sich , mittlerweile so sehr gegen den Grafen Spuar gerichtet, daß Feldzeugmeister Baron Damnitz ihn vom Kommando des Hagenbach'schen Regiments suspendirte und die gerichtliche Untersuchung der Angelegenheit in die eigene Hand nahm. Als stch schwerwiegende VerdachtsMomente auch gegen Sartori ergaben, erschoß sich dieser, und das war wieder em Beweis mehr für die Schuld des Obersien, der jedoch hartnäckig leugnete und auf seine Stellung als Offizier und Edelmann pochte. 'Da trat ein neuer Zwifchenfall ein. Von emem Orte in der Nahe des Po kam die . Meldung, daß Landleute am Steilufer des Flusses eme schwer kranke, nur mit Unterkleidern versehene Person aufgefunden hätten, die in der Verpflegung der Gemeinde sich befinde. Sie gebe an, der Gefreite Kettner des Hagenbach'schen Regiments zu sein, was aber nicht glaubwürdig sei, da die betreffende Person em Weib sei. Sogleich wurde die Ueberführüng der Gefundenen nach Easalmaggiore angeordnet, und zu allgemeiner Ueber raschung wirklich deren Identität mit Kettner konstanrt. Maria beschwor hoch und theuer, von tinem Einbruch nichts zu wissen. Sie .habe sich bald nach dem Verzehren der ihr vom Grafen Spuar überlassenen Speisereste schrecklich elend gefühlt. Wem habe sie überhaupt nicht getrun ken und wisse von gar nichts weiter, als daß sie plötzlich durch ein Gefühl von Kälte zur Besinnung gekommen sei und

$$szzrnnx. j5i äettt

M(MW

verkaufen !KZl..V0-Wafchen.

im Wasser gelegen habe. Sie sei mühsam an's Ufer gekrochen, wo sie sich so heftig erbrochen habe, daß sie vor Schwäche wieder in Ohnmacht gesunken sei. Baron Damnitz und der Auditeur Besci fanden diese Rechtfertigung einfach und glaubwürdig, trotzdem blieb Graf Spuar bei seiner Aussage. Acht Wochen zog sich die Untersuchung in die Länge, wahrend welcher Zeit die arme Maria, an einem hitzigen Fieber erkrankt, ini Jnquisitenspitale der Stadt leg. Es scheint, daß von Wien irgend ein Wink gekommen fein muß. die Sache zu vertuschen, denn Oberst Graf Spuar wurde nicht -bestraft, sondern einfach entlassen. Er ging nach Frankreich,. nahm dort Kriegsdienste und soll bei Roßbach gefallen sein. Maria Kettner dagegen blieb wegen des am Aerar verübten Betruges in Untersuchung.. Doch .fiel, diese sehr glimpflich aus. . Barons Dammtz und der diesmal ausnahmsweis e mens chenfreundliche Auditeur Besci fanden in der VerHeimlichung ihrer Weiblichkeit keine Absicht, den Staat zu schädigen, was die Kettner durch ihre tadellose Dienstzeit bewiesen habe. In ihrem ganzen Militärleben sahen die Herren eher eine Hcldenthat und berichteten in diesem Sinne an den Hofkriegsrath nach Wien. Das Hagenbachsche Regiment, dem die schließlich genesene Maria wieder übergeben wurde, wußte nun freilich nicht, was es mit diesem sonderbaren Soldaten machen sollte, und berichtete über den ZZall auf's Neue an den Hofkriegsrath. Der Schlußsatz des Berichtes lautete wörtlich: Uebrigens hatte die Kettner allezeit gehoffet, daß, sofern sie einstens würde entdecket werden, Jhro kaiserliche Majestät sie begnadigen wüi den, inmaßen sie allezeit, in allen Begebenheiten, gleich allen Soldaten ihre Schuldigkeit gethan hatte, bitte also anbei die Grad vor sie zu haben und sie nit-zu verstoßen." Die Kaiserin resolvirte am 3. Februar 1748: Die Kettnerin soll zum Korporallen ernannt und mit Ehrenabschied pardonieret werden; wenn sie m meinen Landen verbleiben will, so werde ihr eine Pension gegeben bey dem gehaimben cammerzahlambt, wo nicht, so werde ihr ein stück Geld auf einmal gegeben. Will sie aber zuvörderst sehen." Im August desselben Jahres ist also Maria Sophia Kettner in Hagenbachscher Regimentsmontirung als Korporal in Wien erschienen, wurde der Kaiserin vorgeführt, fiel ihr zu Füßen und dankte für die hohe Gnade. Maria Theresia sprach ihr gütig zu. da sie allzeit emadretter?oldat gewe,t, im Kriegsvolke wacker ausgehalten habe. um im Dienste der guten Sache ihr Leben zu fakrifiziren." Die Akten erwähnen noch, daß sie eine Monatspension von acht Gulden erhielt, was auch die eingangs erwähnte Grabschrift bestätigt. Verwandte von feiten ihres Oheims leben noch in Oesterreich. So hat ein Neffe von ihr, Jgnaz Kettner, im Ma: 1809 als k. k. Sappeur bei der Vertheidigung des Passes Lueg im Salzburgischen mitgewirkt und fiel während des Ruckzuges nach Steiermark m franzo sische Gefangenschaft, aus der er sich ranzionire. Im Jahre 1860 feierte dieser Kettner seine goldene Hrchzeit, umgeben von zahlreichen Kindern und e C nmoesimoern. Setzte Soffnung. Ich kann meinen Schlüssel nicht finden!" Hast Du schon in Deiner Gilettasche nachgesehen?" Dort such' ich ihn zuletzt; denn w?nn er da auch nicht ist, krieg' ich eine Schandwuth!" Klciucs Mißverständniß. Der flehte Kurt: Und was wün schest du dir, 3?!uma, zum Geburts taa?" Mutter (von sechs Kindern) : Ich wünsche inir sechs artige .mnder!" Kurt: Ach. wie. hübsch, Mama. dann sind wir gerade ein Diltzend!" -

J

w V Zlennthirre für Grönland. Dänischer Plan zur Besserung der LebeA Verhältnisse der Eskimos. Die Grönländer sind ein ausgeprägt tes Jagd- und Fischervolk, das dem Meere und dem Lande abgewinnt, was ihm die Natur an Thieren bietet. Ihr y Haupterwerb ist die Fischerei, sowie die? Jagd auf Robben, indessen gestaltet sich ' die Ausbeute äußerst schwankend, so daß di: Grönländer, die keine Meister, im Haushalten sind, mitunter bitt:re Noth leiden, wenn der Fang fehlschlägt. Hierzu kommt, daß die Fischerei bei Grönland immer rationeller von Europäern und Amerikanern ausgenutzt wird, denen gegenüber die Grönländer mit ihren primitiven Geräihen nicht erfolgreich konkurriren können. Ihre Lage muß sich daher um so trauriger gestalten, als auch der frühere gewaltige' Bestand an wi.den Rennthieren in Grönland auf's Aeußerste geschwunden ist. Noch Mitte des vorigen Jahrhunderts erlezlen die Grönländer jährlich etwa 25,000 Stück, aber jetzt ist die Jagd auf diese Thiere von wenig Bedeutur.g. Im Hinblick auf diese VerHältnisse hat man in Dänemark den Plan gefaßt, nach Grönland, das dänifche Kolonie ist, zahme Rennthiere überzuführen. Man gedenkt damit den Polarbewohnern ein wirksames Mittel im Kampf um's Dasein zu bieten. Mit dem Halten von Rennthieren würden die Grönländer ihr vollständiges Auskommen haben, wie dies bei den Nomaden Nordeuropas und Asiens der Fall ist, denen die Thiere alles liefern, was zum Lebensunterhalt nöthig ist. Der vor 12 Jahren begonnene Versuch, zahme Nennthiere in Alaska zu akklimatisiren, ist vollständig gelungen. Hier befanden sich die Eskimos in ähnlicher Nothlage wie die Grönländer. Die amerikanische Negierung ließ daher im Jahre 1892 gegen 1000 lappländische Rennthiere nach Alaska bringen und verpflichtete gleichzeitig eine Anzahl Lappländer, die Eingeborenen in der Behandlung der Thiere zu unterweisen. Letztere haben sich schnell vermehrt und von solchem Nutzen erwicsen, daß auch die Amerikaner in großem Umfange davon Gebrauch machen. Rennthiere kommen jetzt in Alaska für Post- und Transportzwecke zur Verwendung, denn sie sind vorzügliche Zugthiere. Ein Paar zieht eine Last von etwa 400 Pfund und legt täglich 37 englische Meilen zurück. Lediglich einer Renn-. thier-Expedition war es zu verdanken, daß die Mannschaft von acht Walfischfangschiffen, die vor einigen Jahren beim Cape Barrow im Eise festsaßen, gerettet werden konnte. Rennthiere sind auch in den Polargeöieten insofern zweckmäßiger als Eskimohunde, als sie sich ihr Futter, das Rennthiermoos, selbst suchen, indem sie dieses mit den Hufen aus dem Schnee hervorscharren, während für Hundegespanne meistens das Futter mitgeführt werden muß. Grönland bietet mindestens ebenso gute Bedingungen für Rennthiere wie Alaska. Die wichtigste Nahrung, dasMoos, ist dort im Ueberfluß vorhanden. Die Rennthiere würden den Eingebornen gleichzeitig die ihnen anher unbekannte Naturmilch liefern." Eine Rennthierkuh gibt täglich bis j Liter Milch, die aber so dick ist, daß sie mit viermal so viel Wasser verdünnt werden kann. Einem schlechten Scherz ist Karl Novak in St. Louis, Mo., zum Opfer gefallen. Er leidet stark an Rheumatismus, und um die Schmerzen etwas zu lindern, rieb er sich mit Kam-pher-Spiritus ein. Ein anwesender junger Mann wollte, wie -sich ausdrückte, aussinden, ob der Spiritus auch brenne. Er steckte ein Streichholz an und setzte den Fuß in helle Flammen, wodurch Novak schwere Brandwunden erlitt. ' Sein, Friser. H e r r (im Friseurladen, läßt sich die Haare schneiden; der Friseur er-, zählt langweilige Geschichten): Ich bitte Sie, schneiden Sie mir die Haare, aber lassen Sie mich dabei ungeschoren!" '

4

j ii v r k j ' i