Indiana Tribüne, Volume 28, Number 164, Indianapolis, Marion County, 4 March 1905 — Page 4

Jttdiana Sribünei Ä Marz 1905.

Indiana Tribüne. HnauZgeAeen von der uttderg So. Indianapolis, Ind. varrtz O.THudium .... yrSstdeut. VefchaftSlocal: No. 31 Süd ' Delaware Straße. TELEPH0ME 2S.

ertered at the Post Office ot Indianapoli as tecond dass matter. Traurige Gesellschaft. Die merkwürdigste Erscheinung in der ganzen Baker-Budel.Äffaire ist der Versuch der großen Mehrzahl der Senatoren und Repräsentanten, die ganze Sache auf die leichte Schulter zu neh men und darüber hinweg zur Tagesordnung überzugehen. Die Ungeheuerlichkeit der bloßen Thatsache, daß gewerbsmäßige Lobbyiften mit reichen Geldmitteln, versehen, den Sitzungen beiwohnen, um die Ge setzgebung zu Gunsten gewisser Jnter essen zu beeinflussen, scheint sie weniger aufzuregen, als die Störung, welche die Ungeschicktheit Baker'S in einem so lange betriebenen Geschäste" verur fachte, ein Geschäft, daS so gewohnheitS gemäß geworden war, daß die Volks Vertreter es wahrscheinlich als legitime Wahrnehmung ihrer Privat-Jnteressen betrachteten. Oder sie sahen die Beiträge der Lobby als FeeS" an, welche ihnen völlig- rechtmäßig -neben ihren Gehältern zukamen. Beinahe ebenso schlimm, wenigsten ebenso verächtlich, wie die Baargeld Methode, ist daS System, mit welchem Lobbyist Parmenter, wie er sich brüstet, so gute Erfolge erzZelt haben will. Wenn er seinen Einfluß für oder gegen Annahme einer Vorlage geltend machen will sagt Parmenter, der bekanntlich O. .A. Baker zur Flucht verhalf , schickt er so vielen Repräsentanten oder Senatoren, als er gewinnen will. Einladungen zu einem solemien Cham pagner-Souper. Während desselben mache er dann seine Argumente gel tend,- und eS gelänge ihm gewöhnlich, sein Ziel zu erreichen. Man denke !. Parmenter behauptet, daß .Mitglieder der Legislatur durch ein paar 'Gläser Champagner und Austern in Abgabe ihrer Stimme ebenso beeinflussen kann wie 'ein Wardheeler". einen Nigger zur Mahl zeit mit ein paar Schnäpsen und Frei lunch.' Jedenfalls spricht der Mann die Wahrheit, denn sonst hätte der Ent rüftungSfturm gekränkter Würde aus dem StaatShauS auch an unsere Ohren dringen müssen. Also daS Princip scheint zu sein: Womöglich baar Geld oder giebt'S daS nicht,- etwas Gutes zu trinken oder zu essen. Die Episode im Senat, als mit Ach und Krach $2000 für die Verfolgung von Budler Baker ausgesetzt wurde, ist so recht bezeichnend. t Baker könnte ja als Staatszeuge auftreten, wenn er gefangen wird. Je unerreichbarer er bleibt, desto tofin fchenswerther. Und nun das absurde Verlangen noch Geld dafür bewilligen zu sollen, daß er eingefangen und zu. rückgebracht wird. Diese Zumüthung war wohl geeignet, die gestrige Episode im Senat herbeizuführen, als die Stimme des Vorsitzers den Ausschlag geben mußte. Eine Vorlage für Verwilligung von $50,000 für ein ewiges Exil Bakers aus dem Staate wäre mit EnthusiasmuS angenommen worden. " Ein Protest ldeS Deutsch-Amerika nischen CentralbundeS. 'Aus Phila delphia schreibt man: In der Halle der Deutschen Gesellschaft fand unter den Auspizien deS) deutsch amerikanischen CentralbundeS eine sehr gut besuchte Versammlung statt, um der Vorlage gegenüber Stellung zu nehmen, welche Senator Herbst von Reading in der Legislatur eingebracht hat und welche die Lizensirung von Clubs und Vereinen bezweckt. Durch die Annahme dieser Vorlage wurde die Existenz der Mehrzahl der deutschen Vereine in Frage gestellt. Präsident Dr. C. I. Hexamer führte den Vorsitz. Die nach stehenden Resolutionen wurden ange nommen: In Erwägung, daß unsere deutschen Vereinevon denen besonders die Turn und Schulvereine für die Jugenderziehung sehr viel Gutes thun und Zährlich Tausende von Dollars für Lehrkräfte ausgeben, nicht für den Zweck des Verschleißes geistiger Ge tränke gegründet worden sind, sondern zur Pflege des Gesanges und der Ge selligkeit, geistiger und körperlicher Er

ziehung, sowie zur Unterstützung in Krankheit und Sterbesällen; in fer nerer Erwägung, daß die dem StaatsSenat vorliegende Herbft'sche Club LicenzBill auch den deutschen Vereinen ungerechte Beschränkungen und Lasten auferlegen würde, die von den meisten nicht getragen werden könnten, sei eS beschlossen, daß sich diese Versammlung entschieden gegen die beabsichtigte Maß regel auSspricht, beide Häuser der StaatS'LegiSlatur ersucht, dieselbe nicht zu Passiren und daS legislative Comite des CentralbundeS beaustragt, sofort geeignete Schritt zu thun, um die Bill nicht zum Gesetz werden zu lassen. Eine Legislatur, die eine Pure Food Bill" ablehnen und Sonntags Base Ball verbieten Zonnte, spricht, selbst ihr Urtheil. Das in Philadelphia erscheinende Medical Bulletin" veröffentlicht eine Reihe von Artikeln über Volksnahrung, von denen einer auch der Ernährung der Schulkinder gewidmet ist und be sonders auf die Ueberfütterung mit den sogenannten Breakfast-FoodS, Bezug nimmt. Diese bilden häusig die lüg lichen Morgenmahlzeiten . für Erwachsene und Kinder in Bürgers und Ar-beiter-Familien, hauptsächlich deshalb, weil sie so bequem zuzubereiten sind, weil man sie fertig im Laden kaufen kann und höchstens mit etwas siedenden Wasser anzurichten braucht. Hierher gehören die vielen Prüferven und Oatmeals, die Erwachsenen wohl zuträglich seien, aber nicht immer Kin dern, namentlich wenn sie deren au schließliche Morgenspeise bilden. Wie werthvoll auch alle stärkehaltigen Spei sen sein mögen, so sollten sie nicht den Hauptbeftandttheil der Morgennah rung für Schulkinder bilden, sondern auf Abwechslung mit etwas Fleisch oder Fifch gesehen werden. Vor Allem sollten die Hausmütter ihren . Kindern wenig Kaffee und Thee geben, ein Gla5 guter Milch sei um Vieleö vorzuziehen jenen Narkotika, selbst wenn sie in noch so verdünntem Zustande verabreicht würden. Ein Kind, das mit einem mit zu viel Stärkemehl baltigen Stoffe und einer oder zwei Tassen Kaffee ge fülltem Magen in die Schule kommt, werde bald erschlaffen und dem Gehirn nicht die genügende Nahrung zuführen können. Die abwechslungsreiche Kost kann mit dem gleichen Kostenaufwand geliefert werden, wenn die Hausfrau nur etwas vernünftiger bei ihren Ein käufen verfährt und nicht aus bloßer Bequemlichkeit Tag für Tag daS gleiche Menu wäblt. Gar zu oft fehlt eS in dieser Hinsicht an der Einsicht und dem guten Willen.

Es steht zu erwarten, daß Präsi dent Rooevett eine detrüchtltche Anzahl der höheren Beamlenposten in den vei schleoenen Departements nach dem 4. Viüxi neu besetzen wird. Im Kabinett werden vorläusig keine Aenderungen stattfinden, doch mag dies sich später hln ergeben. Aber mit Hülfssekretären wird einigermaßen aufgeräumt weroen. Im Schatzamt find bereits wie früher gemeldet, Aenderungen vorgesehen, und tm Postoepartement werden wahrschein lich lm neuen Termin vier neue HUlssGeneralpoftmeister fungiren. Wenn Herr Corielyou die Leitung dieses De partements Übernimmt, so soll dasselbe, wie jetzt versichert wird, auf einer Ge schästsdasiS" reorganisirt werden. ' Der Posten des ersten Hüls'sGeneralpoft. meisterS ist gegenwärtig vakant, da der frühere Inhaber, Herr Wynne, zum Generalpoftmeister lemporär aufgerückt ist' Wenn Herr Wynne am 4. März aus diesem Amte scheidet, wird Herr Cortelyou seinen Kampagne-Assisten ten, Frank Hitchcock, der ehemals unter Cortelyou als Chefclerk des Handels departementS f ungute, aber gleichzeitig mit seinem Chef auS der amtlichen Stellung schied, um diePräsidentschaft! Kampagne organisiren zu helfen, zum ersten HülssGeneralpoftmeifter ernen nen. Der Posten des vierten Assistenten wird ebenfalls durch den Rücktritt Bri stow's sm, , und muß oesetzl werden. Dann heißt eS daß auch die beiden an deren HülfS-Generalpostmeister, Mad. den und Schallenberger, gehen werden. Schallenberger ist nach Ansichr der kon trollirenden. Mächte zu alt, und für Madden wünscht man sowieso ander weitigen Ersatz. Herr Cortelyou wird also alle seine Assistenten nach eigenem Ermessen auswählen können, und da wiro dem nichts im Wege stehen, daß er den Gesammtdienst auf das wirk famfte reorganisirt und reformirt. Sein besonderes Augenmerk beabsichtigt der Präsident aus Verbesserungen im Bundesdienst in den Südstaaten zu richten. Dort hat eine alte Garde von ausgedienten Politikern, die ehedem dazu benutzt wurden, um die Delega tionen für den republikanischen Ratio nalkonvent zu kontrolliren, die Patro nagevertheilung arrangirt. Präsident Roosevelt hat sür diese keine Verwen dung und ihre Rathschläge" werden daher nicht mehr maßgebend sein. Wenn keine passenden Republikaner für die Bundesämter zu finden find, dürfte Präfident Roosevelt in vielen Fällen dazu greifen, Demokraten zu er nennen. Ferner ist eS wahrscheinlich, daß der Konsulardienst auch durchge schüttelt werden wird. In den wich tigeren Generalkonsulaten sind schon jetzt .eine Anzahl von Ausmerzungen und Verschiebungen beschlossen und diese Reinigung wird sich auch auf an dere Konsulate erstrecken.

Das Komteszchen. - ., Humoristisch b Skizze von E. Fahrow. Die kleine Komtesse Edelgard, Garda genannt, wurde von aller Welt angebetet; von ihren Eltern natürlich in erster Reihe. Deshalb wuchs sie auch zu einem eigenwilligen Geschöpfchen heran, das keinen anderen Willen kannte als seinen eigenen; daß aber nicht nur sie selbst, sondern auch die ganze übrige Menschheit diesen ihren Willen thun sollte, das war zuweilen nicht so ganz selbstverständlich, wie sie annahm. Stellten sich ihren Wünschen Hindernisse entgegen, dann ward sie nicht etwa übler Laune o nein, so etwas kannte sie nicht aber sie setzte dann alle Hebel in Bewegung, verwendete förmlich Mühe, Nachdenken und Geduld darauf, schließlich doch zu siegen. Uebrigens gelang es ihr auch im mer. Einfach deshalb, weil sie so unwiderstehlich war. Um ihr entzückendes Lächeln auftauchen zu sehen, hätten ihre Verehrer Drachen erschlagen sagten sie. Die einzigen Drachen, welche es in Gardas Kreis gab, waren aber ältliche Damen strenge, höfliche, unnahbare Tanten, an die sich niemand gern heranwagte. Eine dieser Tanten war sehr geizig. Natürlich war sie zugleich die reichste. Garda haßte diese Tante. Diese Tante Christine von Polhalden wollte nicht immer so wie Garda wollte. Deshalb reizte es die krausköpfige Kleine nun gerade, all ihren Willen auch hier durchzusetzen. Zum Beispiel in Bezug auf die alte Wegnein! Das war doch nun mal ihr Schützling! . Die alte Wegnern stammte - aus Polhalden, dem Stammgut der Tante. Seit vielen Jahren schon saß sie an der Ecke der Park- und der Bismarckstraße und hielt Obst seil. Was blieb lhr denn auch anderes übrig, da 'sie doch nur eine arme Wittwe war und ihr Mann, der Kutscher : J6ei Tante Christine gewesen, ihr auch keine Wittwenpension zurückgelassen hatte! Komtesse Garda kauftet alle Tage eigenhändig Obst bei der - Alten und ließ sich 'bei der, Gelegenheit erzählen, wie es ihr ging, der alten Wegnern! Na, schlecht ging's ihr natürlich! Immer schlecht. ' , ' Im Rücken hatte sie's und in den Füßen, die Augen waren so '.schwach, und die Ohren auch. Mit der Zunge schien es aber wenigstens noch ganz leidlich zu gehen. V. Daß die alte Tante aber auch'fö hartherzig war! Die Wegnern wollte weiter gar nichts als Mch Polhalden zurück und dort in einer ganz bescheidenen Stube ibre alten Taäe. z'ubnn--

gen. i Bloß'n bißken Deputat will. ick.

jnädiges Komteßchen und wat so daßu jehört: 'n bißken Holz un Torf, un'n Brot alle Woch, un bet Essen aus de Hofleuteküch', un'denn 'n bißlen wat zu Weihnachten Jott, man braucht ja man so wenig!" . ' ' ;'V""' Ja, auch Garda fand, das sei doch im ganzen schrecklich wenig wenn e3 auch nicht mehr und nicht weniger bedeutete als volle Pension in Polhalden. Tante Christine keifte aber: die Wegnern sei eine faule Trine, sie sei noch lange nicht sechzig und habe keine Ursache, Rentiere spielen zu wollen". Ach Tantchen," hatte Garda mit ihrem reizendsten Lächeln gesagt, wenn du. der Wegnern nichts geben willst, werde ich schon andere Leute zur Mildthätigkeit bewegen! Ich habe mir nun einmal vorgenommen, mich bei ihr zu revanchiren. Sie hat mir immer die Aepfel so reichlich zugewogen!" Tante Christine stapfte mit dem Kopf", wie Garda ihr eigensinniges Nicken nannte, und dachte, das sei ja ganz schön, wenn andere Leute mildthätig gegen solche 'unbescheidenen Weiber sein wollten. Sie lachte sogar vor Freude. Aber einige Tage darauf lachte sie nicht mehr. Da vernahm sie nAmlich Folgendes: Komtesse Garda hatte ihren'sZmmtlichen Bekannten und das waren etwa zweihundert gesagt, am Freitag werde sie von 12 bis 4 Uhr Obst verkaufen sie, die Komtesse, cm der Ecke der Park- und der Bismarckstraße. Und wahrhaftig, da stand sie in der frischen Winterluft und wog Aepfel ab das Pfund drei Mark. Sie hatte einen groben Rock an, ein riesiges Wolltuch um die Schultern gewickelt, um den Kopf ein feuerrothes, gestricktes Kopftuch, das ihr zum Küssen stand, und an den Händen weiße Wollhandschuhe. Da kamen sie, alle die Gardeoffi5iere, die Diplomaten, die Juristen, die Künstler, kurz alle, die sie sonst im Ballsaäl sah.. Und jeder kaufte ihr ein Pfund Aepfel und manchmal auch ein paar Kilo ab, und alle bezahlten sie noch mehr als gefordert war. Um vier Uhr waren die zwei Centner Aepfel verkauft, aber da kamen gerade noch einige Bekannte, die auch noch wohlthätig sein wollten. Da verkaufte Garda ihr Kopftuch um 20 Mark. Und dann ihre Handschuhe um denselben Preis. Und auch das Umschlagetuch ward verhandelt.' - Da aber zupfte sie die Wegnern am Aermel: , .Na. inädiaes Komteöcöen. den Rock

oeyanen s:e aocr memg'sttns anr Garda setzte sich auf eine leere Kiste und brach in ein unaufhaltsames Gelächter aus. Was gibt's denn?" fragte Baron Uditz, der seit zwölf Uhr nicht von dem Verkaufsstand gewichen war. Ich möchte aern mitlackien." Aber Garda wischte sich die Augen aus und schüttelte den braunlockigen Kopf. Dann zählte sie ihr Geld sie hatte achthundert Mark eingenommen. Wegnern!" rief sie, jetzt sind Sie reich! Nun können Sie, sich im St. George - Stift einkaufen und brauchen Ihr Lebtag nichts mehr arbeiten." Dies allerdings ging der Alten gegen die Ehre sie wollte wohl arbei ten, aber, nicht um das knappe tägliche Brot. Bloß so mehr freiwillig! Wenn sie Lust hatte! , Tante Christine von Polhalden bekam schier einen Schlaganfall, als sie von Garda's Streich hörte. Sie eilte zu deren Eltern und zeterte: Garda ist toll geworden! Das Mädchen ruinirt mit Gewalt die Familienehre. . ." Na, na, Christine!" beschwichtigte sie Garda's Vater. Ich weiß, was ich sage! Solche Extravaganzen führen immer in'3 Werderben! Was hat das Mädchen schon alles angerichtet! Einmal ist sie zwei Meilen mutterseelenallein durch den Wald geritten, weil gerade kein Reitknecht zur Begleitung da war. . Und weil der alte Schäfer, der sich ein Bein gebrochen hatte, nicht länger ohne Arzt bleiben sollte," unterbrach sie der Graf. Alle impulsiven Streiche unserer Garda sind immer nur ein Ausfluß. ihres goldenen Herzens, Extravaganzen kannst du sie doch nicht nennen." - Allerdings, da bin ich andererMeinung! Und soviel kann ich Euch nur sagen, einen Mann, der sich sehen lassen kann den kriegt die nie!" Die letzten Worten mit ihren vielen i hatte die Tante in den höchsten Tonen hinausgequietscht, und jetzt schoß sie in der ihr eigenen Manier geräuschvoll . zum Zimmer hinaus. Die Eltern sahen sich an und lächelten. Gerade an diesem Nachmittag hatte Baron. Uditz um Garda angehalten. Und dieser, ein Prachtmensch und überdies, einer, der vornehmsten' Magnaten ' des .Reiches, gehörte zu fceneiv die sich sehen lassen können". Komtesse Garda hatte ihre alteWeg-, nern also glücklich im Stist untergebracht und ihr ein Dutzend Strümpfe zu stricken in Auftrag gegeben. DieS konnte, in dem warmen Stiftsstübchen geschehen, hinter den blanken" Scheiben, an denen Primeln blühten. Nun konnte das Komteßchen an neue Thaten gehen. y Sie war sehr klug, aber ihre Eltern, waren doch noch klügere : V; Da sie herzlich wünschten, daß Herr von Uditz ihr Schwiegersohn werden mochte, mußten sie ja nicht, zu bereitwillig thun! Garda, die dem schmucken Leo-Friedrich längst gewogen war, mußte annehmen, es gälte auch hier ihren Willen durchzusetzen, wenn sie ihn nahm." Man machte ihr also von der schriftlichen Werbung des Barons Mitthiilung, indem .man zugleich erwähnte, der Freier sei doch noch sehr jung und auch ziemlich leichtsinnig und vielleicht nicht ganz taktfest mit der Gesundheit, und überhaupt sei es nicht so eilig mit der Verlobung. Da' fuhr Garda auf wie ein kleiner Feuerteufel: ' ' ' Und ich werde gar nicht gefragt, nicht wahr? Wenn ich euch nun sage, daß ich gerade diesen Leo Uditz haben will und sonst keinen?" Aber liebes Kind, das eilt doch nicht! Du hast doch noch Zeit, bist erst neunzehn." Neunzehn ist schrecklich alt! Du, Mama, warst mit siebzehn schon verheirathet, wie du mir erzählt hast, und Tante Christine natürlich war ebenfalls mit achtzehn Jahren schon unter der Haube, obwohl ich beim Jupiter nicht begreife, wie auf die jemals ein Mann hereinfallen konnte!" Garda, du sollst nicht so burschikos reden." Ach was, ihr habt bloß ewig was an mir auszusetzen, und Baron Uditz nie der liebt mich, so wie ich bin, und alle meine sogenannten Extravaganzen findet er entzückend, weil er ganz genau weiß, daß ich nie etwas wirklich Unpassendes thun werde und Ihr habt mich wegen der alten Wegnern ausgescholten, und jetzt soll ich mich nicht mal verloben können, mit wem ich will, aber das lasse ich mir

glicht gefallen, und ihr sollt schon sehen, daß ich meinen Willen durchsetze. Endlich war ihr doch nach diesem ohne eine Sekunde des AnHaltens hervorgesprudelten Satze der Athem ausgegangen, und sie lief aufgebracht aus dem Zimmer. Die Eltern. sahen sich an und lachten.' Eingegangen!" sagte der Graf und rieb sich die Hände. Das darf sie aber nie erfahren." An diesem Abend fand ein großes Eisfest im Park des Casinos statt. Garda war mit beiden Eltern erschienen und sah bezaubernd aus in ihrem weißen Tuchkleide, einen verwegenen Kalabreser aus Hermelin auf dem Haupte. Ihre Wangen glühten, und sie spähte'mtt ihren Luchsaugen , nach Uditz aus. Endlich erblickte sie ihn. Er hatte, wie sie, noch keine Schlittlchuhe

llHtairv&ls

5--H,

find Die

floni

6 LrsUm

SchMaShaft Starkend Aöfolnt rein. Office-Telephon 1060. Auch in Flaschen durch das Flaschen -Departement zu beziehen

5Wfe0: Neu angeschnallt und stand zögernd mitten auf dem Eise, hell bestrahlt von einer elektrischen Lampe. Da eilte sie auf ihn zu; mit lachendem Munde rief sie ihm zu, doch, so, daß nur er eZ hören konnte: Schnell, geben Sie mir einen Kuß!" - Und dabei streckte sie ihm beide Hände entgegen. Das ließ er sich nicht zweimal sagen, und vor versammeltem Kriegsvolk ließ sich Garda küssen. Die Verlobung war somit veröffentlicht,' , noch ehe' sie gefeiert worden war. ; Es läßt sich denken, daß der Baron mit dieser neuesten , Extravaganz des Komteßchens noch mehr einverstanden war, als mit den früheren. Natürlich hatte ihm Garda erzählt, daß sie auf diese Weise ihre. Eltern gezwungen" habe, ihre Einwilligung zu geben. Aber M PoHe? war' die, daß von nun an alle'Wravägarlzen der Kleinen . ein Ende, hätten. -Leo ' meinte, sie schickten" sich nicht für' eine Frau, welche ihr Mann aus Händen trüge. Und Garda glaubte ihm, wenn sie seine Logik auch, nicht' ganz verstand. Mit fünfundzwanzig Jahren war sie eine ganz ruhige, gemüthliche Frau, fast ein wenig pedantisch. . Auch dies war ein Wunder de? Liebe", von dem kein Dichter singen mag. Garda aber behauptete in aller Gemächlichkeit, .sie habe sich nur geändert, um Tante Christine gegenüber recht zu behalten. ' Und das war auch ein Standpunkt. Der . saubere Dichter. Dichter: Wie vortheilhaft es doch ist, wenn man sienographiren kann; was mir so draußen . einfällt, schreib' ich alles auf meine Manschetten.', aber ich sage Ihnen, da komme ich manchmal sechs Wochen mit aus!" , Indiskret. Der Herr Leutnant ißt mehrere Tage nacheinander Abends Käse es ist eben schon der 26. Der Bediente, der den käse bei einem Kaufmann in der Nachbarschaft holt, hat den Auftrag erhalten, immer beizusetzen: zum Nachtisch für den Herrn Leutnant." Als der Bediente später wieder einmal an dem Laden, vorbeigeht, fragt der Kaufmann: . Der Herr Leutnant ist mir wohl untreu geworden, weil er seinen gewohnten Nachtisch nicht mehr bei mir holen läßt?" Bedienter: Jetzt hab'n wir wieder Geld da giebt's kein' Nach tisch!" P o r t l a n d. Drei verschiedene Versuche, die Wohnung Andrew Van Dorn zu berauben, wurden in drei auf einander folgenden Nächten unternommen. Van Dorn hat kürllich beträcht licheö Vermögen geerbt.

mwK um

( V'Vi 1 'ih ? 1 't "): vT 7 j W MM imJ

Joi Omans,

Rechtsantoalt... (Früh EtaattanwaU.) 323-32 Jndiana Trust Oebande Telephon (neu) ISO.

ksmmsn Biere der 1030 mt 1050 Wir spreche In IxmX einem Stadttheil fcc Wäsche vor. 224 W. Ökarylek Ceife 0$ontJ CC& tffäimty Lisch es 5T1 ep artem txA P" MVWM'A Wechsel, Kreditbriefe, Postanweisungen, auf alle Städte Europas. , .', " Schiffsscheine von und nach Europa. Un und Verkauf auSländi schen Geldes. II UJ.WI 9lo, 35 Süb eribiait ;Sir Mercliants National Bank. 0C400C4NQHXe0C000eCct Burton v. i ...Nechtsandm tte... W. H. Burton, früher Konsul ln Teutschland. John Stahl, früherlGehilfZ.StaatSanwalt. Deutsche Advokaten und Notare Praktiziren in .allen Gerichten der Ver. Staaten. 67 State Lise Gebäude. Reite Telephone 5881. 12 Prozent jährlich. Zinsen zahlbar blerteljahrllch. Dividenden zahlende Aktien in etablirten Manufaktur Geschäften in Indianapolis. Ebenso Bonds, GrundeigenthumökHypothe, ken und alle Sorten Geldanlagen ersten Ran geö. Bessere Sicherheit als eine Bank. Um t"echselbar in Baar auf Ivtägige Kündigung. Kapital und Zinsen garantirt von der ..Germania Investment Company.. (Incorporirt.) . Eingezahltes Kapital $10,000. BURTON & STAHL ' - ....Deutsche Advokatur.... 607 &tte Life Gebäude. OOO0 OOO geliefert von 1. B. MEYER & CO. Telephone Ruf : Alt - 2440" Neu - - 516" 10 Haupt-Berbindungen Wir sind, zu jeder Zeit zu haben. ttohlenhos nahe bei Ihnen. Sanpt Ossiee: 19 Nord Pennsylvania Straße.

gCo

tos

mm

Ol

(nMsij

wwvyw