Indiana Tribüne, Volume 28, Number 164, Indianapolis, Marion County, 4 March 1905 — Page 3

Jnbiana Tribüne, Mörz R903.

Zar Nikolmls Gewährt dem Volke eine Vertretung mit berathender Stimme.

Tie Japaner gewinnen gegen Knropatkin an Boden. Neue Streik-Ver-Wicklung in St. Petersburg. Deutsche Finanz-Neform. Der Kaiser legte den HochschnStreik bei. Polnische Phantasien in Galizicn. Beziehungen zu den Vereinigten Staaten im italienischen Senate erörtert.

Nubland. Kaiserliches Manifest. St. Petersburg, 3. Mürz. Im Alexander Palast zu TsarZkoje Selo unterzeichnete heute der Zar in Gegenwart der Minister, einiger Hof beamten und seiner Gattin ein Reskript, worin er seine Entscheidung kund thut, erwählten Vertretern des Volkes Gelegenheit zu geben bei der Vorbereitung don Gesetzen für das Reich ihre Ansicht ten zu üäßein. Das ist die endgiltige Antwort der Autolratie auf die Agitation zu Gunften der Betheiligung des Volkes bei der Regierung, welche Rußland in den letzten Monaten an den Rand der Re. volution gebracht hat. Ihre Wichtig, seit darf nicht mißverstanden werden. Sie bricht nicht mit der Autokratie, schließt weder eine Konstitution noch eine Nationalversammlung ein. Zu gleicher Zeit jedoch erkennt sie im Prinzip das Recht des Volkes an. bei Erlaß von Gesetzen, unter demn eS leben muß. gehört zu werden. WaS auch das Re sultat sein mag, das Dokument bezeich net eine Epoche in der russischen Geschichte, die ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger ist, wie die Unterzeichnung deS UkaS, der die Leibeigenschaft auf. hob. Der Zar hielt eine Rede, in welcher er sagte, er wolle nur das Wohl seiner Unterthanen. Ich bin willens", rief er, mein Blut für das Wohl meines Volkes zu vergießen." Volksvertretung. Ct.PeterSburg. 3. Mrz. Der Kaiser hat an den Minister deS Innern ein Reskript erlassen, daß er beschlossen habe eine Versammlung erwählter Volksvertreter zu berufen, um Gesetze zu entwerfen und zu berathen. St. Petersburg, 3. März. Der offizielle Reichsbote veröffentlicht heute ein kaiserliches Manifest, welches alle getreue Unterthanen auffordert sich um den Thron gegen die innerenFeinde zu fchaaren. Neue Schwierigkeit. St. Petersburg, 3. März. Wie anzunehmen war, hat die Regie rung die Forderungen der Elektoren auf Entlassung verhafteter Arbeiter, Redefreiheit u. s. w., abgelehnt. Am Volk-palast war heute Morgen eine Bekanntmachung deS Präsidenten der gemischten Kommission, welche die Ar beiterliga untersuchen sollte, angeschla gen, daß die Gewährung der verlang ten Forderungen nicht in seiner Macht sphäre liege. Streik. Warschau, 3. März. Der neue Generalgouverneur Makennoff wird sein Amt Anfang? April antreten. Der Streik in den Gaswerken ist be endet. Die Betriebsleitung hat einen 9ftündigen Arbeitstag zugestanden. Der Arbeiterverband der nationalen demokratischen Partei hat ein Manifest erlassen, in welchem er erklärt, daß nur Narren im gegenwärtigen Augenblicke für eine Revolution sein können, deren Erfolg nur das Abschlachten Unschuld! ger Arbeiter sein werde. Die Behörden erklärm, daß sie yeute keine Schwierigkeiten befürchten und daß sie genügend Truppen haben, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Lodz. 3. März. ES liegen manche Anzeichen für eine Wiederaufnahme der Streikbewegung vor. Zu Ruhestö rungen kam eS, als. heute die Arbeiter der ProznanSki Baumwollfabrik an den Ausstand gingen. Kossacken trie ben die Menge mit ihren Knuten aus einander. Polnische Sprache in den Schulen. Warschau. 3. März. Eine Deputation von Bürgern Warschau'S und anderer polnischer Städte geh unter Führung des Grafen Tzezkiewitch nach St. Petersburg, um den Vorsitzer des MinifterkomiteS Witte und den UnterrichtZminister zu sehen in der Hoffnunq. dieselben zu Konzessionen einschließlich der Einführung der pol Nischen Sprache in den Schulen, bewe gen zu können.

Die Agitation unter der Landbevölkerung dehnt sich aus. Japan. Gefechtslage in derMand f ch u r e i. St. Petersburg, 3. März. Nach den letzten Nachrichten ist die Schlacht in der Front eine allgemeine

und von verzweifeltemCharakter. Schon bei den einleitenden Kämpfen waren die Verluste auf beiden Seiten außeror ventlich groß. Obgleich es ossiziell nicht zugegeben wird, ist eS doch sicher, daß Gen. Kurovatkin's ganze Anstrenaun gen darauf gerichtet find, seine Armee glücklich nach dem Tie.Passe zurückzu iehen. Er liefert ein Rückzugsgefecht unter ehr schwierigen Umständen. Die Japaner haben nicht allein seinen linken Flügel zurückgeworfen, eine Kolonne oll auch schon den Hun-Jluß bei Fu hun überschritten haben. Unter dem wirksamen' Feuer ihrer BelagerungS geschütze bedrängen die Japaner daS russische Zetrum hart und Kuropatkin zieht sich allmählich zurück. Der Versuch der Japaner den rechten russischen Flügel zu umgehen war nicht erfolgreich, aber letztere wurde fast auf die Linie von Mulden zurückgedrängt. Zwei russische Divisionen wurden ab geschickt um der weitausgreifenden Umgehung vom Liao-Flusse gegen Sin mintin (30 Meilen westlich von Mut den) entgegenzutreten, aber sie kamen zu spät. Die Japaner hatten die Stadt schon gestern besetzt und wurden erst bei Sewnipu (11 Meilen von Muk den) zum Stehen gebracht. Die Russen sollen bis gestern Abend 7000 Mann verloren haben. General Rennenkampf zeichnete sich besonders aus bei den Kämpfen in den Bergpässen südöstlich von Mukden. S h a k e t u n, 3. März. Heftige Kämpfee dauerten den ganzen Tag an. Vier japanische Divisionen stehen etwa 11 Meilen weglich von Mukden. Die Japaner machten heute 2 InfanterieAngriffe auf den Putiloff.Hügel, wur. den aber zurückgeschlagen. Sie setzen die Beschießung fort. Die Japaner griffen heute Morgen den äußersten russischen linken Flügel am Gauto.Paffe und 2 anderen Punkten an. Die früher ausgegebenen Stel lungen wurden von den Russen wieder besetzt. Amerikanisches Schiff gekapert. Tokio. 3. März. ES wird be richtet, daß der amerikanische Dampfer Tacoma mit 2000 Tonnen gesalzenen Fleisches von Seattle nach Wladiwostock bestimmt, seit dem 15. Feb. nördlich von Hokkaido im Eise festliegt. Schweden und Norwegen. Ministerkrisis. C h r i st i a n i a, 3. Mürz. Zur Abwechslung hat nun auch Norwegen seine Ministerkrisis. Infolge des Kon fularDiSputS mit Schweden hat der Premier Hagentrupp feine Resignation eingereicht und mit ihm das ganze Ministerium. Der bisherige Finanz minister Michaelson hat sich jedoch be reitS zur Neubildung deS Kabinetts be reit erklärt. Italien. Beziehungen zu den Ver. Staaten. R o m, 3. März. Die Beziehungen zwischen Italien und den Ver. Saaten bildeten den Hauptgegenftandder Nach mittagssitzung des Senates. Es. wurde darauf hingewiesen, daß Italiener we gen BildungSmangel in den Ver. Staaten als. Einwanderer nicht will kommen seien. Der Minister deS In neren erklärte dies für übertrieben. Sowohl Baron Java, der frühere Botschafter in Washington, wie der Minister deS Äußeren Tittoni geben zu. daß auf bessere Handelsbeziehungen zu den Ver. Staaten nicht zu rechnen fei, so lange dort, die Schutzzollpolitik Herr sche.

Frankreich. Frau Dr. M e n d e. Paris, 3. März. Heute fand

die Ziviltrauung Frl. Elfte Porter's, Tochter des amerikanischen Botschafters, mit Dr. Edwin Mende von Zürich statt. Staat und Kirche. Paris, 3. März. Der Minister. rath hat beschlossen die Debatte über Trennung von Staat und Kirche zu verschieben, bis die MeinungSverfchiedenheiten der Regierung und des Kam merkomiteS bezüglich Einzelheiten der Maßregel auszugleichen sind'. Das Komite will nicht wie die Regierung betagte Priester pensioniren. Die Regierung scheint geneigt dem Komite nachzugeben um die Befürworter deS Gesetzes zu einigen. Venezuela. F e h l f ch l a g. Willemstadt, Insel Curacao, 3. März. Präsident Castro hat, wie aus Caracas gemeldet wird, General Antonio Velutini aus Europa zurück berufen. Gen. Velutini wurde vor 2 Jahren dorthin geschickt, um eine Con solidation der venezolanischen Schuld zu bewerkstelligen, hat aber leinen Erfolg gehabt. Oesterreich'Ungarn. Au s.Freiers süßen? Wien, 3. März. Die Rundreise, welche der jugendliche König Alfonso demnächst durch Europa antritt, wird mit seiner Verlobung endigen. Seine angebliche zukünftige Braut soll die reizende 19.jährige Erzherzogin Gabriele von Oesterreich, eineZTochter des. Erzherzogs Friedrich, fein. Deutschland. Pessimismus bezüglich R u ß l a n d 'S. Berlin, 3. Mürz. DaS Manifest deS Zaren an fein Volk und die wahrscheinliche Niederlage der Armee werden von den hiesigen Zeitungen aller Parteien als der Beginn einer neuen Unglücköperiode für Rußland angesehen Die monarchischenZeitungen prophezeien neue Unruhen im Innern. Dieselben würden den Krieg im Osten erschweren und den Kredit ' RaßlandS schädigen. Grubenunglück. . Berlin, 3. März. In der OSkar-Kohlengrübe brach heute Feuer aus das 15 Bergleute vom Ausgange abschnitt. Giftige Gase machen Rettungsarbeiten unmöglich. Man glaubt, daß die Eingeschlossenen todt sind. Beschützer für Luise. Berlin, 3. Mürz. Wie dem LokalAnzeiger" auS Florenz gemeldet wird, hat die ExKronprinzessin Luise von Sachsen ihre Absicht, nach der Schweiz überzusiedeln, so gut wie auf gegeben. Sie wird sich wahrscheinlich dauernd in Calabrien niederlassen. In der Person des greisen einstigen Gari-baldianer-Oberften, ParlamentS-Abge ordneten und vielfachen Millionärs Achille Fazzari ist ihr nämlich ein Befchützer erstanden. Der galante alte Haudegen hat ihr und ihrem Töchterchen ein Asyl auf seinen großen Gütern in Süd-Jtalien angeboten, ünd sie soll diese Offerte so gut wie angenommen haben. Wenn sie der Einladung wirklich folgt, wird sie nicht länger auf die ihr mit Widerwillen gezahlte Unterstützung deS Dresdener Hofes angewie sen sein. Polnische Phantasien. Berlin , 3. März. In der Club-Versammlung der galizischen conservativen Abgeordneten zu Lemderg er. klärte der Vorsitzende, Graf StaniölauS v. TarnowSki, Preußen habe feine Hand im Spiele bei den Unruhen in Rufsifch.Polen. Es wolle im Trüben sifchen und die seit Langem herbeigesehnte Gelegenheit herbeiführen, dort einzuschreiten. Der Graf versicherte allen Ernstes, preußische Ossiziere hätten sich offen dahin ausgesprochen, sie würden bald in Russtfch.Polen einrücken. Da Graf StanislauS v. Tarnowski nicht nur in der allpolnischen Propaganda eine tonangebende Rolle spielt, sondern auch den regierendm Kreisen Oesterreich? nahe steht, so hat sein AuSfall hier recht peinlich berührt. Seine Erklärung beweist nach hiesigem Dafür halten, daß der Haupthaß der national polnischen Wortführer sich entschieden gegen Preußen, bezlehungsweiseDeutsch land, richtet. Der Kaiser griff im Hoch schul streit ein. Berlin, 3. März. Die schnelle

Beilegung der Hochschul-Streitigkeitm in Hannover, Über welche früher be richtet wurde, ist, wie man aus bester Quelle erfährt, auf das direkte Ein greifen deZ Kaisers zurückzuführen. Der Kaiser hatte sich vom Kultus. minister Dr. Studt eingehend Vortrag halten lasten und befahl eine schleunige Erledigung der unerquicklichen Ange legenheit. welche in deutschen Studentenschaft eine so tiefgehende Erregung verursacht hatte. Graf Kalckreuth verur theilt. München, 3. März. Hier ist Graf HanS Kalckreuth, welcher Direktor der Süddeutschen VerwerthunzSGesellschaft" war. wegen Betruges und Urkundenfälschung zu 45 Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Türlei. Arabische Rebellion. Konstantinopel, 3. März. Die OrteAab u.Z)erim in der arabischen Provinz Jemen sind in die Hände der Rebellen gefallen. Ali Riga Pascha ist mit 5 türkischen Bataillonen am 23. Feb. von Akabo nach Hodeida aufgeKrochen. EroKdritannien. Schadenersatz verlangt. L o n d o n, 3. März. Die britischen Ansprüche für den Schaden, der bei der Schießerei in der Nordsee angerichtet wurde, belaufen sich auf $325,000. Sie find Rußland eingereicht worden und werden, wie man weiß, nach wenigen Tagen bezahlt werden. .

Cuba. Neues Kabinet. H a v a n a, 3. März. Die Bildung eines neuen Kabinettes aus Mitgliedern der gemäßigten Partei, der sich Präsident Palma neuerdings anschloß, ist vollendet. ES s.tzt sich wie folgt zusammen : Justiz Juan Francisco O'Farrill. Finanzen Gen. RiuS Rivera. Inneres Gen. Freyre Andrado. Oeffentliche Arbeiten Gen. Rafael Montalvo. Unterricht Eduard ZZero. Ackerbau, Industrie und Handel Ernesto Castro. Die Opposition erklärt dieses Ka binet für ein politisches. Merkwürdige Grabstätten. , , , Die böhmischen Chroniken erzählen von einer Grabstätte, die noch bei dem Dorfe Duschnik zu sehen sein soll und einen runden Hügel ohne irgend ein äußeres Merkmal darstellt. Als nämlich im Jahre 1179 in dieser Gegend die Schaaren der um Böhmens Fürsienhut streitenden Herzöge Sobieslaw und Friedrich zusammentrafen, kam es zur Schlacht.- Herzog Friedrich erlitt eine vollständige Niederlage, fast alle seine Truppen wurden theils, niedergehauen, theils gefangen. Unter den Gesangenen befand sich ein deutscher Nitter von riesenhafter Leibesgröße. Sobald der tchechische Herzog Sobieslaw feiner ansichtig wurde, kam ihm ein Einfall, von dem man nicht weiß, ob man sich mehr über die Sonderbarkeit desselben verwundern oder vielmehr die ausgesuchte Grausamkeit verabscheuen soll. Er ließ nämlich den ganzen geharnischten Deutschen, auf dem Rosse sitzend, mit Stricken und Ketten in aufrechter Stellung festmachen und befahl, daß jeder Kriegsmann seines Heeres feine Sturmhaube voll Erde bringen und über den unglücklichen Gefangenen schütten sollte. In kurzer Zeit war der Deutsche lebendig in einem Berge begraben, den Menschenhände zusammengetragen hatten. Ein ähnliches Grab, nur edlerer Art, befindet sich im asiatischen Königreiche Kasan in einer Ebene bei der Stadt Samara. Es ist der Berg Sariol Kurgan" am linken Ufer der Wolga. Ein tatarischer Fürst Namens Momaon, welcher mit sieben anderen Führern der Tataren an der Wolga hinauf gegen Rußland zu Felde zog, starr derselben Stelle, an der sich nun jener Berg erhebt. Sein Tod erfüllte das ganze Heer der Verbündeten mit aufrichtigem Schmerz. Jeder einzelne Kriegsmann trug in seinem Schilde und Helme Erde und Sand aus daS Grab seines geliebten Kriegsobersten herbei, bis unter ihren Händen jener Berg entstand. Man kann nicht allen helfen, sagt der Engherzige und hilft keinem. Wer liebt, der hat das Edelste gethan. Denn ohne Liebe ist das Leben Wahn. Sieh' auf das Ziel, Sprich nicht zu viel. Such' rn der Arbeit deine Ruh'. Den Sgen gebe Gott dazu! - Hilf mir nur erst aus meinen Nöthen. Freund, Die Rede kannst dn nachher halten.

Ein vogcr-Löseruatonum.

Institut zur Beobachtung der Gewöhnhritcn der beschwingten Sänger. Seltene Vögel Ter VZeifter und seine Pfleg lings Ungelöste Probleme Natur oder Nachahmung? Züchtung gewisser EpezieS. Ändere Experimente. In dem Vogel-Observatorium, das kürzlich in Shawnee, Pa., errichtet wurde, haöen wir hierzulande ein Instltut zur Beobachtung des Vogellebens erhalten, das ohne Gleichen in der Welt dasteht. Die Entstehung dieser Anstalt ist der Generosität eines Mannes Namens C. C. Worthington zu danken, der ohne Aöaern einige Zehntausend 'Acker seines ausgedehnten und pittoreslen Beptzthums am Telaware-Fluß zu diesem Zwecke zur Verfügung stellte und damit den naturwissenschaftlichen Forschungen ein neues Feld eröffnete, dessen Bearbeitung,, interessante Aufschlüsse über die Gewohnheiten und das Leben gefangener Vögel zu bringen verspricht. Dieses Gebiet der Naturwissenschaft ist zum größten Theil noch unerforscht und voll von Problemen, deren Lösung die größte Bedeutung beigemessen wird und Worthingtons Bemühungen, die wissenschaftlichen Untersuchungen in dieser Richtung zu erleichtern, verdienen in Folge dessen höchste Anerkennung. Der Name des Gelehrten, dem die Leitung des Observatoriums anvertraut ward. Professor W. E. D. Scott, Kurator der Ornithologie an der Princetoner Universität, einer der hervorragendsten Naturforscher der Ber. Staaten, bürgt dafür, daß diese Anstalt ihre Aufgabe vollauf erfüllen wird. Wenn das gegenwärtige temporäre Observatorium, ein geräumiges zweistöckiges Gebäude, äußerlich auch alles architektonischen Schmuckes entbehrt, so bietet es doch in seinem Innern desto mehr des Jnteressanten und Seheüswerthen. Man glaubt sich in wunderbares Land versetzt, in ein Land, das die beschwingten Sänger aller Zonen beherbergt, denn Singvöges fast aller Herren Länder sind hier in stattlichen Exemplaren vertreten. In großen Volieren mit MiniaturWäldern und -Seen, deren Wasser von der Spitze eines Berges herbeigeleitet wird, hat Professor Scott seine gefiederten Lieblinge komfortabel untergebracht. Ihr Wohlbefinden läßt infolge seines Bestrebens, ihre Umgebung nach Möglichkeit der Natur anzupassen, das heißt, ihnen im Kleinen die Heimath mit ihren verschiedenen klimatischen Verhältnissen hervorzuzaubern, in der That außer der Freiheit nichts zu wünsehen übrig, soweit sich dies vom menschlichen Standpunkt beurtheilen laßt. In diesem Reiche herrscht der Gelehrte uneingeschränkt, aber seine Herrschaft beruht auf Liebe zu seinen Pflegebefohlenen, die in deren Zutraulichkeit zu ihrem Gebieter einen fröhlichen Widerhall findet. Ein Lockruf, der Staar vom Himalaya und der große weißgefiederte Papagei von Neu-Guinea verlassen unverweilt ihren Platz in einem entfernten Winkel des Saales, um im nächsten Moment auf den Arm oder die Hand ihres Meisters niederzuflattern. In Bezug auf den Umfang der Stu. dien, welche das Observatorium bezweckt, und die damit verbundenen Experimente äußerte sich der Professor wie folgt: Die in Aussicht genommenen Versuche nehmen natürlich viel Zeit in Anspruch. Hier habe ich wenigstens eine positive Grundlage, eine hinlängliche und vortreffliche Gelegenheit, ein zweckdienlich ausgestattetes Laboratorium mit einem festen finanziellen Rückhalt, und damit zugleich die Gewähr dafür, daß, wenn ein Experiment einmal unternommen ist, es auch fortgeführt werden wird, bis die Frage endgiltig für oder gegen zum Austrage gebracht ist, und sollten 25 Jahre dazu nöthig sein. Die Forschungen können sich demnach nicht auf einen einzigen Mann beschranken, sondern dürften vielmehr ganze Generationen von Gelehrten beschäftigen, die alle dem gleichen Ziele zustreben. Ter Probleme die noch der Lösung harren, sind viele; vor allen Dingen soll aber das Leben des Zndividuellen Vogels einem eingehenden Studium unterzogen werden,um über seinWachsthum, feine Gewohnheiten, seine Gesundheit und sein Temperament Aufklärung zu schaffen. Nicht weniger wichtig ist das Studium der Natur und Ursache der Variationen in verschiedenen Vertretern derselben Spezies, ferner des Wechsels in Farbe und Aussahen und endlich der Lebensdauer und des Geschlechts." An praktischen Experimenten wird es auch nicht fehlen; als eines der wichtigsten sei das der Züchtung und AusWahl gewisser Vogelspezies zur Ausrottung schädlicher Insekten besonders erwähnt. Eine andere Untersuchung wird sich mit der Frage befassen, ob Singvögel den Singinstinkt erben oder durch Nachahmung sich zu eigen machen. Zu diesem Behuf wird eine Anzahl von der Außenwelt abgesperrter Zimmer eingerichtet werden, welche zur Aufnähme der für diese Experimente auserlesenen jungen Brüt dienen sollen, die hier in völliger Abgeschiedenheit von allen anderen Vögeln die ersten zwei Jahre ihres Lebens verbringen müssen, bis mit Sicherheit die erwähnte Frage beantwortet werden kann. Die Lokomotiven für die Eisenbahnen in Korea werden ausschließlich in den Ver. Staaten gekauft. Wahrscheinlich weil sie dort schneller zu erlangen sind.

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