Indiana Tribüne, Volume 28, Number 163, Indianapolis, Marion County, 3 March 1905 — Page 7

Jndlana Tribüne, S. März 1903.

3tn 2tottt?fc mit dem Schicksal. Roman von SilaS tt. Hocking, übersetzt von B. TreumannKoner.

( Fortsetzung.) Die Geschworenen waren über ihn getheilkr Ansicht. Die einen neigten zu der Annahme, daß er ein harmloser junger Mensch sei, der in die Netze schlauer Vösewichter gefallen. Die an- : deren hielten ihn für einen geriebenen ! Tauqenichts, der seme Verderbthett geschickt hinter der Maske der Arglosigseit zu verbergen trackte, und der als eine Gefahr für Staat und Gesellschaft rechtzeitig hinter Gefängnißmsuern verwahrt werden muss. Aber selbst Diejenigen, auf welche sein Aeußeres günstig wirkte, schenkten ihm keinen Glauben, als er sein Alter auf fünfzehn Jahre angab. Der Präsident des Gerichtshofes lächelte ironisch dazu, mindestens auf siebzehnjährig mußte Jeder den Angeklagten schätzen. Die hohe, muskulöse Gestalt, das gebräunte, wohlgeformte Antlitz mit dem kräftig gebildeten Kinn, der Ausdruck von Willensstärke um den Mund und in den ernst blickenden Augen die ganze Persönlichkeit erschien weit über die Knabenzeit hinaus entwickelt und war eher die eines jungen Mannes. Im Laufe des Vormittags hatte Hans allmählich so viel Muth gewonnen, sich im Saale, so weit er ihn. übersehen konnte, umzublicken. Drei Männer fesselten ihn besonders, und unwillkürlich mußte, er die Augen immer wieder auf sie richten. Jasper Downderry, der unter den Geschworenen saß, war ter, auf den sein Blick zuerst fiel. Der Mann hatte kein gewohnliches Gesicht, es war durchaus nicht hübsch und doch ungemein sympathisch mit den sinnenden, träumenschen Augen, in denen ab und zu ein Helles Verständniß aufleuchtete. Reinste Güte und doch kein Zug von Schwäche lag in diesem cornischen Bauernantlitz. Hätte Hans gewußt und es war eine Ironie des Schicksals, daß er es nicht wußte , in welcher Beziehung zu seiner vermißten und so finge Jahre gesuchten kleinen Schwester der Mann stand, zu dem er sich so hingezogen fühlte, so würd er vielleicht Alles darüber vergessen haben, vergessen, daß er zu schweigen und zu Unrecht in's Gefängniß zu gehen beschlossen kjatte. Mehrmals begegneten sich ihre Blicke, doch nichts ahnend wandte einer vom anderen sich wieder das zwischen ihnen schwebende Geheimniß blieb unenthüllt. Von den übrigen Geschworenen fiel Hans nur einer nockj auf, wohl des Gegensatzes halber, den dessen Perfönlichkeit zu der Jaspers bildete: Jsaak Pengarth von Stamers Höh'. Er war ein kleiner, hagerer Mann mit harten, unangenehmen Zügen; um seinen .fest zugekniffenen Mund und in den tiefliegenden scharfen Augen lauerte ein böser, tückischer Ausdruck. Nur einmal fing Hans einen Blick von ihm auf und schauderte instinktiv davor zurück. Einen giftigeren, erbarmungsloseren Blick hätte der Gutsherr von Stamers Höh' dem jungen Angeklagten kaum zuscbleudern können, wenn lym bekannt gewesen wäre, daß mttz der rechtmäßige Erbe und Enkel John Deans war. Allmählich war die Hoffnung, daß keiner der Milwards jemals wieder auftauchen werde, für Jsaak zur Gewißheit geworden. Die Klagen seiner ??rau. daß ihr von Emiltz jede Nachricht fehle und alle Briefe, alle Packete als unbestellbar zurückgekommen seien, hatte er mit theilnahmsvoller Miene, doch innerlicher Freude angehört. Und schließlich brachte er ihr einen öffentlichen Aufruf durch die Zeitungen in Vorschlag. Später sagte er ihr auch, er habe einen solchen in die Londoner Blätter eingerückt. Jsaak Pengarth war, was die 3Q3tt einen glücklichen Mann nennt. Er genosf die alleinige und unbestrittene Herrschaft über das ganze von John Dean hinterlassene Besitzthum, und sein Sohn Tom, der noch immer UNvermählt war, galt für die reichste Partie der Umgegend. Und dort, im selben Na'lm, stand der directe Nachkomme und Erbe des Mannes, dessen Hab' und Gut Jsaak in Händen hatte, aber die. wenigen Schritte, welche zwischen der Geschworenenbank und dem Platz des jungen Gefangenen lagen, bedeuteten eine weit größere Entfernung, als die, welche Länder und selbst Erdtheile von einander trennt. Der dritte, den Hans bei seiner Umschau in'Z Auge gefaßt hatte, faß seitwärts vom Nichterstuhle auf einem der dort reservirten Plätze. Der Großgrundbesitzer und Freiherr Sir George Treherne war unstreitig die vornehmste Erscheinung im Saale. Das allein war es aber nicht, was Hans an dem Freiherrn intercssirte, sondern mehr noch tejien auffallende Ähnlichkeit mit dem Pfarrer Treherne, seinem Onkel. Und von dieser Verwandschaft wußte Hans nichts. Auch sonst noch kam ihm des Freiherrn Gesicht merkwürdig bekannt px. Ebensolche blaue Augen mit dem gleichen festen, klaren Blick mußte, er schon bei irgend Jemand gesehen haben. .. Er sann und sann, konnte sich aber nicht erinnern.

wann oder wo das gewesen sein mochte. Der Pfarrer zeigre sich nur so lange, wie seine Vernehmung es durchaus er-

forderte. Er gab sein Zeugniß unter Hinweis auf jeden nur denkbaren Mil- i derungsgrund ab und bat um möglichste Nachsicht für den armen Jungen. Doch der Richter theilte offenbar nicht des guten Pastors Glauben an die menschliche Natur. Und als englischer Richter erfüllte er seine Pflicht, den Geschworenen feine Ansicht gründlich , darzulegen. Bei diesem Resümee ward . Hans zu Muthe, als sei er das Alles j wirklich ein ganz gefährlicher Cha- ' rakter, ein Meister in der Kunst der Verstellung, ein verwahrlostes Subjekt mit bedenklichen Anlagen zu allen möalichen Lastern, kurzum, ein in die sei Welt und höchstwahrscheinlich auch in jener rettungslos Verlorener." Den Geschworenen blieb sonach nichts übrig, als ihr Schuldig" auszusprechen, worauf der Richter ohne zeitraubende Umschweife auf dreiJahre Gefängniß erkannte. Hans wurde sodann, ehe er sich der Schwere seiner Verurtheilung richtig bewußt geworden, schleunigst in seine Zelle über- j führt. Dort bedürfte er mehrerer Tage, um sich völlig, klar darüber zu werden, was drei Jahre Gefangenschaft, und grade für ihn, bedeuteten, für einen erst fünfzehnjährigen Knaben, der an ein gänzlich ungebundenes Leben in der Natur, an die Freiheit des Vagabundenthums gewöhnt war. Drei Jahre sollte er nun innerhalb hoher Mauern eingeschlossen bleiben, weder Wald noch Wiesen, noch grüne Felder sehen und nicht ein einziges Mal in das liebe Gesicht GemmaS schauen. Ja, das war's, was ihm das Herz am meisten bedruckte drei Jahre, ohne Gemma zu sehen! Ob er sie überhaupt je wiedersehen würde? Und es verging ein Tag, wie der andere. Unsäglich langsam krochen sie. dahin, und die Wochen schienen jede ein Menscbenalter. Zwölftes Kapitel. Ein unbekannter Ritter. Derselbe Tag, an dem Hans, nachhtm er Gemma vergeblich erwartet hatte, jenen Ausflug nach Cornwall machte, der so traurig für ihn enden sollte, brachte seiner Schwester Eöa ein kleines Abenteuer, das einen glücklichen Verlauf nahm. Es war auf ihrem Heimwege von der Schule, die sie nun schon seit einem Jahre besuchte. Als Jasper und Lea ihr so viele Kenntnisse beigebracht hatten, wie sie selber besaßen, entschlossen sie sich, sie nach Stamer zur Schule zu schicken. Jasper hatte mit sehr gemischten Gesühlen gesehen, wie sie für ihre zehn Jahre ungewöhnlich groß geworden. Er hätte sie am liebsten immerfort als Kind um sich gehabt. Das zehnjährige Evchen verlangte nicht mehr, daß er's huckepack tragen und über Heckensteige führen oder über einen Wiesengraben heben solle. Und mit dem Geschichtenerzählen war es auch nichts mehr, seit sie alle Märchen selber lesen konnte. Hierfür wurde er nun freilich auch durch manche neue Freude entschädigt, die ihm das große Mädel bereitete. Mehr und mehr wurde sie ihm zur Freundin, mit der er sich ganz vernllnstig unterhalten konnte. Auch theilte sie ihm dies und jenes aus ihren Büchern mit, und- ergötzlich war's, wenn sie sogar mit ihm zu disputiren versuchte, wobei er nicht selten den Kürzeren zog. Und wie geschickt sie schon Lea in der Wirthschaft zur Hand ging, den Tisch deckte, den Thee besorgte und das Abendessen herrichtete! Jasper war mächtig stolz auf sie, auf ihre Klugheit, ihre Schönheit, ihre Herzensgüte, vor Allem aber auf die Zuneigung, die sie für ihn hegte. Was ihn dahingegen oft quälte, war die Erwägung, daß er ste in nicht gar langer Zeit werde fortgeben müssen. Wenn es wahr ist, daß künftige Ereignisse ihren Schatten vorauswerfen, so gehörte Jasper zu denen, die für diesen Schatten ein ganz besonders achtsames Auge haben. Mit Vorbedeutungen und Ahnungen w er nun'einmal geplagt, er konnte nichts dafür, es lag in seinem innersten Wesen. Wie lange noch, und sie wird erwachsen sein," sagte er zu sich, w'ahrend er in der Kaminecke seine lange Pfeife rauchte. Und dann kommt bald einer, der sie wegnimmt. Ja, sie werden sich Alle in sie verlieben, die jungen Burschen, das ist sicher. Sie ist viel zu hübsch,, und wie rasch sie wächst!" Wäre Lea eine empfindliche oder argwöhnische Person gewesen, so hätte sie eifersüchtig werden können, denn alle Zärtlichkeit, deren ihr Mann fähig war, widmete er dem Kinde. Der erste Schmerz für ihn war schon der, daß Evchen zur Schule mußte. Wegen der Entfernung konnte sie nicht des Mittags heimkommen, und so bekam Jasper sie in der Woche nie vor Abend zu sehen. Das Essen wollte ihm nicht mehr schmecken, da 'sie bei Tische fehlte, und den ganzen Tag sehnte er sich nach ihr. In den ersten Monaten versäumte Jasper viel Zeit damit, sie zur Schule zu bringen und abzuholen. Als er indessen häusig vergebens gehen mußte, weil sie schon auf einem Umwege allein heimwärts geschlendert war, da hatte er es seufzend aufgegeben; sah er doch, wie sie von Tag zu Tag unabhängiger

! von ihm wurde.

Als der November mit seinen trüben Tagen gekommen war, erreichte sie den Crantock - Hof meist erst, 'wenn es dunkel geworden war. Sie fürchtete sich aber nicht, denn sie kannte den Weg so genau, daß sie sich blindlings heimgefunden hätte. Und als Landleute, die von Kindheit an in der Gegend zu Hause waren, dachten auch Jaspr.und Lea an nicbts Arges, ihnen galten die Wege hier für sicher, sei es Tag oder Nacht, und daß Eva über Feld wandern würde, war bei der Nässe und dem Schmutz nicht denkbar. An dem bewußten Nachmittag war sie noch mit einigen Schulfreundinnen in den Straßen herumgebummelt, und so wurde sie schon an den vor dem Städtchen angelegten Gärten von der Dunkelheit überrascht. Rasch warf sie den Tornister über die Schultern und lief zwischen den Hecken dem Landwege zu. Da tauchte plötzlich hinter einem Zaun ein langer Schlingel von etwa siebzehn Jahren vor ihr auf, sprang auf sie zu und versuchte, sie festzuhal-

ten. Eva schrie mit aller Kraft ihrer Lungen und versuchte, sich frei zu machen. Doch gegen die sie umklammernden Arme des Strolches war sie : machtlos. Dem ungleichen Kampfe wurde indessen bald durch einen Dritten ein Ende gemacht. Er kam mit so leichten und schnellen Schritten daher, daß ihn weder Eva noch der ruchlose Tölpel nahen hörten. Und ehe Letzterer noch wußte, wie ihm geschah, fiel er, von einem scharf gezielten Faustschlag zwischen die Augen getroffen, rücklings auf den Boden. Dem Schlag folgte blitzschnell ein Stoß mit dem Fuß, worauf der Unhold sich mühsam ausrasste und laut heulenv davon hinkte. Es ist dir doch nichts zuleide geschehen. Kleine?" fragte, ihre zitternden Hände erfassend, Evas Retter .in freundlichem Tone. O nein, kein bischen," antwortete sie; aber ich habe mich furchtbar ge ängstigt." Du solltest nicht nach Schulschluß noch in den Straßen verweilen; im Dunkeln allein zu gehen, ist nicht ungefährlich," ermähnte er gütig. Ach, ich wußte es nicht," rief sie, dem Weinen nahe. Und bis jetzt hat mich noch nie Jemand erschreckt." Ich sah, wie der Schurke schon von Stamer aus am Heckenzaun hinschlich, und ahnte, daß er Böses im Sinn hatte. Deshalb ging ich ihm nach." Wie gut von Ihnen," sprach sie dankbar. Was müssen Sie aber für ein kräftiger Mann sein!" Er lachte und ließ ihre Hände los. Nun komm," sagte er. Ich will dich nach Hause begleiten. Nicht wahr, du wohnst auf dem Crantock-Hofe?" Sie nickte, und dann gingen sie miteinander fort. . Ten größten Theil des Weges legten sie schweigend zurück. Der Fremde schien nicht zur Unterhaltung aufgelegt. Den Kopf vornüber geneigt, seine kleine Gefährtin scheinbar nicht weiter beachtend, wanderte er rüstig vorwärts. Eva mußte bedeutend rascher als sonst gehen, um mit ihm Schritt zu halten. Verstohlen sah sie ab und zu an ihm hinauf und bemühte sich, einen Blick in sein Gesicht zu thun, doch war es ihr nicht möglich, in der Dunkelheit auch nur die Linien seines Profils zu unterscheiden. Sie konnte nichts weiter sehen, als daß er groß und schlank und fein gekleidet war. Von da an,' wo der Weg nach Crantock sich von der Landstraße abzweigte, wurden seine Schritte langsamer, und er sagte, sich zu Eva herabbeugend: Ich hoffe, daß ich nicht zu schnell für dich gehe?" Sie gehen rech! hübsch schnell," meinte sie, aber ich kann ganz gut mitkommen." . Hast du's noch weit bis zu Haus?" Nein, ein kleines Stuck nur den Weg entlang, und hier fürchte ich mich auch gar nicht mehr." Ich gehe aber lieber mit dir, bis wir Licht vom Hause sehen," erwiderte er. Der Onkel wird sich sehr freuen. wenn Sie mit zu uns hereinkommen," sagte sie. Ich danke dir, Kind, aber jetzt kann ich keinen Besuch mehr machen. Habe noch spät zu arbeiten heut' Abend." Sie arbeiten noch nach Dunkelwerden?" fragte sie verwundert. O ja," sagte er, ein wenig lachend, das heißt, wenn ich a der Stimmung dazu bin." Ich dachte gar nicht, daß Sie auch arbeiten," bemerkte sie nach einer Pause. Wieso, Kleine?" Ja, weil Sie einen hohen Hut tre gen, und aber vielleicht haben Sie Ihr bestes Zeug an." Das kann wohl sein." Und er lachte wieder. Onkel Jasper trägt seinen hohen Hut bloß Sonntags, und allemal auch nicht." Er wird ihn möglichst schonen wollen." Ja, und sehr lange hat er ihn schon, er sagt, viele, viele Jahre. Und mächtig theuer ist er gewesen. Aber hübsch kleiden thut er den Onkel doch nicht." Er paßt ihm vielleicht nicht ganz," sagte ihr Begleiter mit einer halben Wendung zu ihr hin. und es kam ihr vor, als ob er über sie lächelte. Aber sie bildete es sich wohl nur ein, gesehen konnte sie es im Dunkeln nicht haben. Nur noch wenige Minuten hatten sie

zu gehen, bis ihnen die Lichter ' von Crantock entgegen schimmerten. Der Fremde blieb plötzlich stehen. Gute Nacht, Kleine," sagte 'er. Ich denke, wir sehen uns mal wieder." Und mit kurzem Nicken wandte er sich um und war gleich darauf verschwunden. Eva hielt es für rathsam, von ihrem Abenteuer den Pflegeeltern nichts zu erzählen. Sie dachte aber noch lange daran, und ihr Beschützer, von dem sie' nicht wußte, ob er hübsch oder häßlich, jung oder ältlich war, beschäftigte ihre Phantasie. Ihre Hoffnung, ihm wieder zu begegnen, erfüllte sich in den nächsten Wochen nicht. In der ersten Zeit spähte sie eifrig nach Cylinderhüten. Aber es führte zu nichts; ihre Neugier blieb unbefriedigt. Inzwischen nahm sie sich beim Weg von der Schule stets vor Verspätung in Acht. Nach einem Monat aber kam es einmal vor, doß sie nachsitzen mußte. Sie war sonst eine fleißige Schülerin, doch an diesem Nachmittag hatte sie keine Lust zu ihrer Arbeit gehabt und wenig gethan. Das Wenige, was sie fertig bekommen hatte, war auch schlecht ausgefallen, folglich war Nach-

sitzen unvermeidlich gewesen. Es war schon ziemlich dunkel, als sie durch die Gassen von Stamer eilte, und auf der Landstraße hielt sie fofc. eingedenk ihres Abenteuers, möglichst wett von den Hecken entfernt. Sie war noch nicht weit gegangen, als sie Scyritte hinter sich horte. Sie ging schneller, aber noch rascher näherten sich ihr d'e Schritte. Nun begann sie sich zu angstiacn und ftnq an zu laufen. Doch blieb sie akbald stehen und wandte sich um. Sie hatte eine Stimme vernommen, deren Klang sie sofort erkannte. Brauchst nicht davon zu laufen, Kleine! Ich gehe denselben Weg mit dir." Ach, sind Sie es? Wie mich das sreut! Aber wo sind Sie denn so plötzlich hergekommen?" Das ist sehr einfach. Ich wohne in Stamer und sah dich vorbeigehen, und ich ging dir nach." Haben Sie den garstigen Menschen wieder gesehen?". . Nein., Ich glaube auch nicht, daß er dich je wieder belästigen wird. Indessen ist es auf alle Fälle besser, du machst den Weg nicht allein im Dunkein." Und sind Sie eigens gekommen, um mich nach Hause zu bringen?" Wenn du es doch wissen willst 5 ja. Wirklich, für mich haben Sie das gethan? Dafür bin ich Ihnen sehr gut!" sagte sie kindlich. Du bist ein gutes kleines Mädchen. Nebenbei war es für mich aber auch sehr angenehm, in die frische Luft hin-' aus zu kommen. Arbeiten Sie im Hause?" fragte sie. Ja, leider." .. Da sind Sie vielleicht ein Schneider?" Wie kommst du darauf?" lachte er. Sie gehen wieder so fein gekleidet und am Alltag." Hierauf lachte er nur noch mehr, wurde dann aber plötzlich ernst. Ich fürchte, daß ich mit meiner Arbeit der Welt lange nicht so viel nütze, als wenn ich den Leuten Kleider machte. Aber du hast mir noch gar nicht gesagt, weshalb du wieder so spät nach Schulschluß heimwanderst." Nur deshalb, weil ich nachsitzen mußte." . Bist du unartig gewesen?" Ich glaube wohl. Die Lehrerin sagte, daß jch faul gewesen sei. Was die sagt, ist immer richtig." Und thut es dir leid?" Daß ich faul war?" CVa 1 a. Nicht sehr. Aber hungrig bin ich sehr. Haben Sie auch schon mal nachgesessen?" Das kann ich dir wirklich nicht sagen! Bin ja schon lange nicht mehr zur Schule gegangen." Ja. ja. das glaub' ich schon," erwiderte sie mit lustigem Kichern. Und nach einer Pause fragte sie: Wissen Sie, was ein Geschworener" ist?" O ja." antwortete er ernsthaft. Mein Onkel Jasper, der ist jetzt ein Geschworener." Was du sagst!". Ja. Und er ist nach Bodmin gefahren zur Sitzung über einen jungen Menschen, der Einbruch verübt hat. Seinen hohen Hut hat er aufgesetzt und sein allerbestes Zeug angezogen. Fein, sag' ich Ihnen." Da hätt' ich ihn sehen mögen." Aber Onkel Jasper muß wohl noch gewachsen sein, seitdem er geheirathet hat, es saß ihm Alles so knapp, und sehr komisch sah er aus. Sie haben ja Ihren hohen Hut gar nicht auf?" Nein; ich nahm den ersten besten heut' Abend." . , Haben Sie denn so viele Hüte?" Mehrere hab' ich. Doch da sind wir nicht weit vom Haus, und so will ich dir gute Nacht sagen, Kind." Rasch wandte er sich und war bald im Dunkel verschwunden. Eva blieb stehen und lauschte, bis feine Schritt, in der Ferne verhallt waren. Dann ging sie nachdenklich und langsam dem Hause zu. Fast den ganzen Abend über blieb sie in sich gekehrt und starrte sinnend in das Kaminfeuer. (Fortsetzung folgt.)

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