Indiana Tribüne, Volume 28, Number 163, Indianapolis, Marion County, 3 March 1905 — Page 4
Judtana Tribüne, S. März 1905.
Indiana Tribüne. HttauZgeae von Ut Indianapolis, Ind.
yarry O. Thudium Präsident. GeschästSloeal: No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 2ö. Kntered at.the Post Office ot Indianapolis a sccond eins matter. Die Internationale Arbei ter-Schuiz-Conferenz. Die schweizer Presse veröffentlicht den Wortlaut der Einladung, die der BundeZrath an fünfzehn europäische Staa ten zur Theilnahme an der internatio nalen Arbeiter . Schutz - Conferenz dersendet. Die Einladung lautet: r Minister! '3rn Auftrage der von der Kölner Delegirten-Versammlung der Jnterna tionalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz eingesetzten Commission hat uns das Bureau dieser Vereinigung ersucht, eine internationale Conferenz zur Regelung der folgenden Fragen des Arbeiterschutzes einzuberufen: 1. Verbot der Verwendung deS weißen Phosphors bei der Herstellung von Zündhölzchen. 2. Verbot der gewerblichen Nacht arbeit der Frauen. Was den zweiten Punkt betrifft, so ergiebt sich aus den Erörterungen des Bureaus und den Resolutionen der vor. erwähnten Commission (Verhandlungen vom 10. und 11. September 1903 in Basel), daß die Frage folgende Po stulate umfaßt: a) Unter dem Ausdruck Frauen" find alle Arbeiterinnen ohne Altersunterschied zu verstehen; b) das Verbot der Nachtarbeit soll darin bestehen, daß sämmtlichen in irgend einem Be trieb, also außerhalb ihreS Haushaltes beschüstigten Arbeiterinnen, eine ununterbrochene zwölfstündige ArbeitSruhe von Abends bis Morgens gesichert sein soll; c) von den Verboten können Ausnahmen für alle Fälle drohender oder öereUS eingetretener Betriebs gefahr vorgesehen werden; ä) die Ar betterinnen, welche Rohmaterialien zu verarbeiten haben, die einem raschen Verderben ausgesetzt find, z. B. jene der Fischerei und gewisser Arten der Obstverarbeitung, können die Erlaub niß zur Nachtarbeit in jedem Falle erhalten, in welchem dieS nothwendig ist, um den sonst unvermeidlichen Verlust der Rohprodukte hintanzuhalten; e) diejenigen Betriebe, bei denen zu ge wissen Jahreszeiten ein vermehrtes Ar beitSbedürfniß eintritt, werden durch die UebergangSftimmung, welche die Dauer der ununterbrochenen Nachtruhe auf zehn Stunden festsetzt, Zeit für Uederstunden finden, deren sie beim gegenwärtigen Stand ihrer Organisa Hünen bedürfen; f ) für die AuSsührung der Reformen können bestimmte Fristen festgesetzt werden. Aufschluß über diese Fragen ent halten avch die beiden Veröffentlichn gen Denkschrift über daS Verbot der Verwendung des weißen Phosphors in der Zündhölzcheninduftrie" und Denk schuft über das Verbot der gewerblichen Nachtarbeit der Frauen." Diese Denk schriften sind den verschiedenen Regie rungen im Jahre 1904 durch das Bu reau der internationalen Vereinigung im Namen der Commission zugestellt worden. Wir haben bei den Regierun gen einer Anzahl Staaten in vertrau licher Weise Erkundigungen eingezogen, um zu erfahren, welche Aufnahme em von der Schweiz ausgehender Vor schlag betreffend der Einberufung einer internationalenConferenz sinden würde. Beinahe alle Staaten zeigten sich ge neigt, einem Vorschlag zur Abhaltung einer solchen Conferenz ihre Zustim mung zu ertheilen. Der BundeSrath glaubt unter diesen Umständen, seinem bisherigen Vorgehen entsprechend, dem an ihn gerichteten Begehren Fslge ge den zu sollen. Auch wir würden eS lebhast begrüßen, wenn endlich, und wAre eS auch nur in besSränkteftem Maße, die . Idee einer internationalen Verständigung über gewisse Fragen deS Arbeiterschutzes verwirklicht werden könnte. Wir hegen die feste Zuverficht, daß die Conferenz fich nicht mit theoretischen Kundgebungen begnügen, sondern trach ten werde, eine wirkliche Verständigung zwischen den Staaten anzubahnen. Wir find der Meinung, daß die Confe renz zu dem Zweck die Grundsätze von internationalen Uebereinkünsten fest stellen sollte. Damit soll selbftverftänd lich den Absichten der an der Conferenz rertretenen Regierungen nicht yorge
griffen-werden, und eS würde der Ab fchluß der Übereinkünfte selbst vollständig späteren diplomatischen Ver Handlungen vorbehalten bleiben. Wir schlagen vor, die unter Ziffer 1 und 2 und unter lit. a bis f. näher bezeichne ten Fragen in das Programm der Conferenz aufzunehmen. Die Idee, das Verbot der Nachtarbeit auch auf die jugendlichen Arbeiter auszudehnen, ist von verschiedenen Seilen als unzeitgemäß bezeichnet und fallen gelassen wor den. SS steht zu hoffen, daß infolge der Beschränkung des Programms auf einige wenige Punkte die Conferenz eher zu eitter fruchtbringenden Verständigung gelangenlwerde." Die internationale Conferenz wird am Montag, den 8. Mai 1905, um 3 Uhr Nachmittags, im Ständerathsfaal des Bundeshauses in Bern zusammen treten. Die' Einladung wurde den Re gierungen der folgenden Staaten zuge fandt: Deutschland, Oesterreich Un garn, Belgien,! Dänemark, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Griechen land, Italien, Luxemburg, Nieder lande, Portugal, Rumänien, Serbien, Schweden und Norwcgm.
Eine verdienstvolles Werk ist das vom kaiserlichen statistischen Amt in Deutschland herausgegebene statistische Jahrbuch für das deutsche Reich, das kürzlich in seinem sünfundzwanzigsten Jahrgang erschienen ist. Wenn man das Zahlenmaterial dieses Jahrganges mit dem des ersten im Jahre 1880 er schienenen vergleicht, so erhält man ein lehrreiches Bild von der Entwickelung Deutschlands in diesen 25 Jahren. Zu nächst in die Augen fallend ist die Angäbe, daß d:r Flächeninhalt des deut fchen Reiches jetzt um 1000 Quadratkilometer größer ist, als er im Jahre 1880 angegeben tonrbe, trotzdem Deutschland in der Zwischenzeit nur durch die Einverleibung von Helgoland einen Gebietzuwachs von noch nicht ganz einem Quadratkilometer erfahren hat. Die Differenz ist auf Neumessungen zurückzuführen, durch die z. B. der Flächeninhalt Preußens um 1148 Quadratkilometer gestiegen, dagegen der von Mecklenburg'Schwerin 178, von Schwarzdurg-SonderShausen um 80, und Anhalt um 48 Quadratkilo meter abgenommen hat. SchleswigHolstein zeigt allein eine Zunahme um 721, Hannaver eine solche um 226 Quadratkilometer. Die Einwohnerzahl, von Deutsch, land konnte in 1880 nur auf Grund der Zahlung von 1875 angegeben wer den. während . jetzt nur die Ergebnisse der Volkszählung von 1900 maßgebend sind. In diesen 25 Jahren hat sich die Bevölkerung von Deutschland von 42,727,360 Einwohnern auf 56,279.901 vermehrt, also um rund 13j Millionen, oder 31.7 Prozent. Die männliche Bevölkerung ist von 20,886,701 auf 27,737,247 gestiegen, die weibliche von 21.748.659 auf 23,629,931. Die weibliche Bevölkerung überwiegt sonach die männliche- um 892,634, während sie vor 25 Jahren nur einen Uebeschuß von 753,953 hatte. Von den einzelnen Provinzen zeigt die verhältnißmäßig stärkste Zunahme Westphalen, demnächst die Rheinprovinz und Brandenburg. Die Zahl der Haushaltungen ist von 1875 bis 1900 von 8,731.219 auf 12. 260,012 gestiegen, so daß auf eine Haushaltung nur noch 4,6 Personen Personen entfallen, gegen 5,0 im Jahre 1375. Im Jahre 1900 waren 34,7 Prozent der Bevölkerung verheirathet gegen ,33,5 im Jahre 1875. 59,5 Prozent waren ledig, gegen 60,6 Pro zent im Jahre 1375, und 5,3 (5,9) waren verwittwet oder geschieden. Colonisten Tickets nach dem Wksten und Südwestcn, via Pennsyl vania Linien. Februar 21. und März 21. werden spezielle einen Weg, zweite Klasse Colonisten Tickets verkauft nach allcn Punkten im Westen und Südwesten, via Pennsylvania Linien. Für völlige Einzelnheiten hinsichtlich Raten und Fahrzeit etc. spreche man bei dem nächsten Ticket-Agenten dieser Linien vor. Bauerlaubnißschein e. R. G. Dean, Wohnhaus, Mlchigan Straße, uahe Downey Äve., $3000. W. C. Schäfer, Holz.WohnhauS. 2926 Kenwood Ave., $2500. E. R. Ro dertö, Holz Cottage, 2314 Stewart Str., $900. H. M. Schubert, HolzWohnhauS, Central Ave., nahe 24. Straße, $3500. Stout'ö Shoe Company. Pennsylvania und Court Straße, Reparaturen, S700. Andy A. Wicke r S Wirthschaft befindet sich Ecke West Michigan und Sheffield Str., in Haughville.
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flie Gilles. Eigenartige alte Karncvalfeier in der belgv schen Stadt Binche. Einem eigenartigen, aus früher Zeit stammenden Karneöalgebrauche . wird noch in der Stadt Binche in der belgischen Provinz Hennegau gehuldigt. Ter dortige Karneval ähnelt im Allgemeinen der Mardi-gras (Fastnacht-Diens-tags)-Feier in Rom, Nizza und anderen Orten; das, was ihm eine Aunahmestellung gibt, sind die Gilles, die tanzenden Männer, mit ihrem Kopfschmuck und ihren Höckern. Ter Kopfschmuck besteht zunächst in einem Hute, ähnlich den Hüten, wie sie unsere Urgroßväter zu tragen pflegten. Von dem Hute erheben sich drei bis vier Fuß lange, prächtige Straußenfedern, welche dem Manne das Aussehen eines Riesen verleihen. Aon dem Hute hängen verschiedenfarbige breite Bänder herunter, während die Hosen des Gille mit Spitzenemfassungen und Bändern, die in Form und Farbe mit den Hutbändern übereinstimmen, versehen sind. Jeder Gille trägt eine Maske und einen Seidengürtel, an welchem kleine Glocken hängen. Die ganze Ausstattung eines Gille kostet etwa $40 bis $50. Es ist dies unter den dortigen Verhältnissen für einen von dem Karneval-Komiie zum Gille auserwählten jungen Mann keine unerhebliche Summe, die aber nur zu gern getragen wird. Gilt doch die Thatsache, zum Gille auserlesen zu sein, als eine hohe Ehre unö steigt doch solch' ein Auserwählter in den Augen der jungen Damenwelt um ein Erkleckliches. Am Nachmittage des Mardi-Gras ziehen die Gilles, in der Zahl von 200, :n vollem Schmucke nach dem Großen Platze. Ihnen voran schreiten eine Mufikkapelle und musikalische Je nach der von der Kapelle gespielten Weise bewegen sich die Gilles tanzend. Alle paar Schritte verbeugen sie sich, um den Effekt der klingenden Glöckchen an ihrem Seidengürtel zu erhöhen. Die Bänder bewegen sich hierbei und hüllen die Träger in einen wahren Regenbogen von Farben. Das gleichzeitige Klingen der Glocken und das Auftreten der schweren .Holzschuhe auf den runden Pflastersteinen erwecken den Eindruck, als ob Kavallerie in einer gewissen Entfernung eine Attacke ausführen. Die Gilles haben an der einen Seite ihres Gürtels ein mit Apfelsinen gefülltes Strohkörbchen hängen. Mit diesen Apfelsinen bombardiren sie. so wie sie die Straße entlang tanzen, die Zuschauer. Sobald die Körbchen geleert sind, werden sie von Männern, welche hinter den Gilles einherschreiten, wieder gefüllt. Schließlich entsteht zwischen den tanzenden Männern und den sonstigen Karnevalstheilnehmern eine förmliche Orangenschlacht. Der Zug erreicht endlich das StadtHaus, vor dem auf einem Podium der Bürgermeister, umgeben von den anderen städtischen Beamten, sitzt. Die Gilles beschließen ihre Vorstellungen durch Veranstaltung eines allgemeinen Kriegstanzes," an dem sich gewöhnlich auch das Publikum betheiligt. Bald drehen- sich auf dem Großen Platze etwa 5000 Personen, Männer, Frauen und Kinder, in munterem Reigen. Derjenige Wille, der sich als der erfahrenste Tänzer erweist, wird vom Bürgermeister mit einer goldenen Medaille ausgezeichnet. Japans Fcldarzte. Die japanischen Feldärzte und FeldHospitäler haben einen großen Triumph erzielt. In der Oku'schen Armee waren seit der Landung am 6. Mai 1904 bis zum 1. Dezember 24,642 Krankheitsfälle behandelt worden. Von diesen nahmen nur 40 einen tödtlichen Ausgang; 18,578 Patienten genasen, 5609 wurden nach Japan gesandt, und der Rest befand sich in Behandlung, als die Ziffern zusammengestellt wurden. Man glaubt, daß diese Ziffern in der Kriegsgeschichte beispiellos dastehen. Es waren 193 Fälle von Typhus und 342 von Ruhr vorhanden, während die von Beri-Beri 5070 betrugen. Die anderen Krankheitsfälle waren nicht ernstlich. Die Verluste durch Gefechte in General Okus Armee vom 6. Mai bis zum 19. Dezember stellten sich wie folgt: Eetödtet wurden Offiziere 210, Mannschaften. 4917, verwundet Ofsiziere 743, Mannschaften 20,337, vermißt Offiziere 4, Mannschaften 402; 16 Prozent der Verwundeten starben, 19 genasen auf dem Felde, und 60 Prozent wurden nach Japan gesandt; 85 Prozent der Wunden wurden durch Gewehrkugeln verursacht, 8 Prozent durch Artillerie und 7 Prozent durch Säbel oder Bajonett. Von den Genesungen kam der größte Prozentsatz auf Fälle von Brustwunden. Dein kleinen Kaliber der Gewehrkugeln war es hauptsächlich zu verdanken, daß so viele Verwundete wiederhergestellt wurden. Von Wölfen überfallen wurde der Farmer Hans Peterfon von Corn Valley, Wis., in einem Walde in der Nähe seines Heimes. , Er rettete sich auf einen Baum, mußte dort aber, bei einer Temperatür von 20 Grad unter Null, von den Wölfen fortwährend belagert, acht Stunden zubringen. Er wurde von Nachbarn, die ihn gesucht hatten, besinnungslos zwischen ztvei Aesten eingekeilt, aufgefunden. , Durch Schneemassen u m g e k o nurn e n. In Palosco, Oberitalien, stürzte- ein Bauernhaus unter den Schneemassen ein. Fünf Personen kamen dabei um's Leben.
Deutsches StaÄtewescn. Gin engttscher Schriftsteller stellt eS den Vrlten als Biufter vor Augen. Bei der Besprechung des kürzlich im Drucke erschienenen Werkes Die deutschen Städte," von Professor Dr. Wuttke," zollt im Standard" der englische Schriftsteller Sidney Low bz: deutschen Slädteverwaltung hohes Lob. indem er sie den Engländern als Muster vorhält. Nach ihm ist die teutonische Nasse der angelsächsischen ' in jedem Zweige der Städteverwaltung überlegen. JSit Thatkraft der Amerikaner," sagt Low, wird zum Theil lahmgelegt durch politische und amtliche Mißbräuche; Englands Gemeinsinn wird im Schach gehalten durch die angeborene Bewahrsamkeit und die Macht festbegründeter Rechte. Die deutschen StadtVerwaltungen haben es jedoch verstanden, beiden Mängeln zu begegnen. Ihre Leiter stehen an ehrenhafter Gesinnung und Eifer nicht hinter denen unserer Städte zurück; und anderseits sind sie so unternehmungslustig wie die Amerikaner, während sie sich freizuhalten wissen von dem häßlichen Makel der Bestechlichkeit und des Mißbrauchs der Amtsgewalt zu selbstsüchtigen Zwecken. Man findet in den deutschen StädteVerwaltungen eine Kühnheit und einen Muth zu neuen Plänen, wie eine Entschlossenheit, Vollkommenes zu schaffen, die manchem fortgeschrittensten Engländer den Athem rauben würde. Worüber wir noch schreiben und reden wie von einem ungewissen Zukunftsträum, das führen die Deutschen eben jetzt aus oder haben sie schon ausgeführt. In Deutschland ist die StadtVerwaltung hauptsächlich in den Händen der fähigern Theile der Handeltreibenden Mittelklasse. Technisches Wissen und Gefäick sind in Deutschland billig, und die StädteVerwaltungen können hochgebildete Architekten, Ingenieure, Mediziner, Statistiker und Hygieniker in ihren Dienst bekommen zu einem Gehalt, der englischen Stadtbehörden lächerlich erscheinen würde. Der Parteigeist hat, abgesehen von wenigen großen Städten, keinen Einfluß auf die Wahlen und Beschlüsse der städtischen Kollegien. Der moderne Teutone ist im Gegensah zu seinem Vorfahren keineswegs sentimental. Er ist im Wesentlichen Geschäftsmann und betrachtet die Stadtverwaltung als' einen Zweig höhern Geschäftsbetriebs. Aber er begreift, daß Gesundheit und Wohlfahrt der Bevölkerung für den Erfolg in Handel und Industrie bestimmend sind. Daher sorgen die Stadtverwaltungen für Bäder, Parke, Gärten, KrankenHäuser und Sparkassen weniger aus Mitleid mit den Armen und Leidenden, als weil solche Einrichtungen nöthig erscheinen, um die Kräfte zu erhalten, die Lebensgewohnheiten der arbeitenden Klassen zu verbessern und so den Fabrikanten eine große, wohlausgerüstete Armee leistungsfähiger Gehilfen zu liefern. Die deutschen Stadtbehörden haben viele Aufgaben unternommen, die bei uns dem Staate oder der Privatwohlthätigkeit zufallen. Deutfch Städte zweiten Ranges, wie Augsbürg. Barmen, Mannheim und Vieleselb besitzen kostbare und prächtige Rathhäuser, öffentliche Leihbibliotheken, Museen, Märkte, Schwimmbäder u. s. w., wie wir sie kaum in unsern größten Städten haben. Verkehrsmittel, Telephon, Straßenbahnen, städtische Eisenbahnen sind bequem und sorgfältig eingerichtet; in der Regel tadellos im Betrieb und außerordentlich billig. In dem neuen Deutschland gehen praktische Erwägungen den Forderungen der Schönheit und jeder sonstigen vor." Sidney Low macht schließlich den englischen Städten den Vorschlag, eine gemeinsame Kommission zum Studium der Städteverwaltung nach Deutschland zu senden. EisenbaZin und wilde Thiere. Dem landläufigen Glauben entgegen, hat die Eisenbahn keine Schrecken für wilde Thiere. Dies zeigt sich wieder deutlich bei der Ugandabahn im äquatorialen Afrika. Schon während des Baues und selbst als die ersten LokoMotiven das Baumaterial heranschleppten, herrschte eine derartige Löwenplage, daß die größten Vorsichtsmaßregeln zum Schutze der Arbeiter getroffen werden mußten und diese Nachts in Pallisadenlagern und Blockhäusern untergebracht wurden. Trotzdem holten sich die Löwen oft ihre Beute mitten aus den Arbeitergruppen auf der Strecke, und es fielen ihnen 32 Neger während des Baues zum Opfer. Jetzt, wo die Eisenbahn schon an zwei Jak,re im Betriebe ist, hat sich das Raubzeug und das afrikanische Hochwild von ihr doch nicht vertreiben lassen. Häufig sieht man ganze Heerden von Antilopen ruhig neben dem Bahngeleise grasen, und unlängst unternahm eine Heerde von etwa 200 Straußen eine Art Wettlauf mit dem dahinbrausenden Eisenbahnzuge, was sie einige englische Meilen anhielten. Löwen werden nicht selten vom Zuge gefaßt und getödtet. Wenn sich aber ein Elephant oder ein Rhinozeros in den Weg stellt, so hat dies nicht nur für diese, sondern' gewohnlich auch für den Zug böse Folgen, da eine Entgleisung in den meisten Fällen eintritt. Elephanten scheinen aus Dummheit oder einfacher Neugierde auf dem Bahngeleise stehen zu bleiben, das Rhinozeros aber geht oft direkt zum Angriff über und stürzt sich der Lokomotive entgegen
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JOI C. AW.
