Indiana Tribüne, Volume 28, Number 162, Indianapolis, Marion County, 2 March 1905 — Page 3

Jnbiana Qrlbüne

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Geschützdonner Rollt iiöcr die ganze laiM SWcht-Limc m der Mandschurei. Rückzug vom Ta-Passe. Kampf um eine Brücke über den ShaZhe-Fluß. General Stösse! in St. Petersburg. Belagerungszustand in Polen. Gräsin Montignoso verbannt. Die ungarische Krisis immer noch nicht gelöst. Abenteuer einer Prinzessin.

Ost'Afien. Putiloff.Hügel beschossen. S a ch e t u n. Mandschurei, 1. Mürz. Die Japaner beschießen den Putiloff Hügel hestig mit BelagerungS und Feldgeschützen. Weiße Rauchsäulen hüllen den Hügel auf 2 Seiten ein. Der Artilleriekampf dauert auf der ganzen, 100 Meilen langen, Front fort. Das östliche Detachement hat den japanischen Angriff bei Kondayu abge schlagen. Die Japaner find auch aus dem Tunfilai-Passe und aus der Nach barschaft deS Gauto-PasseS .vertrie den worden. Bei der Brücke über den Shakhe Fluß todt ein wilder Kampf. Ein nahegelegenes Gehölz ist nun im Besitze der Japaner. Bombardement. Gen. Oku's Hauptquar il t x . 1. März. Ein heftiges Bom. bardement lüngS der ganzen Linie westlich von der Bahn ist Tag und Nacht im Gange. Die Ruffen feuern mit BelagerungS und Feldgeschützen wild darauf loS. Fünf Kompagnien russischer Jnsan texte griffen, von zahlreichen Geschützen unterstützt, Lantin an, wurden aber zurückgeschlagen. Angriffe auf denKadazaPaß. St. Petersburg, I.März. General Kuropatkin meldet, daß japa Nische Angriffe aus den GautoPaß am 27. und 23. Februar abgeschlagen wurden. Die russischen Vorposten hal ten ihre Stellungen bei Kadaza. Rückzug. U b e n e p u s a, 28. Feb., Muk den, 1. März. Höchst anstrengend bei der großen Kälte war der Rückzug der Tsenkhetchen'Tivision vom Da-Passe nach dem 13 Meilen entfernten Ubenepusa. Rennenkamps'S Soldaten hat ten eine ganze Woche lang einen japa Nischen Angriff nach dem andern abge schlagen, um das Fortschaffen der Vor räthe zu ermöglichen. Auf den Gründ gesetzt. Tokio, 1. März. ES wird be richtet, daß der deutsche Dampser Ro muluS, der jüngst auf dem Wege nach Wladiostock von den Japanern geka pert wurde, in AomoriBai auf den Grund gesetzt wurde, da er beim Zu sammenstoße mit einem Eisberge ein Leck erhalte. hatte. Rußland. Gen. Stößel. St. Petersburg, 1. Mürz. Gen. Stößel kam heute Morgen von Moskau hier an und wurde von einer großen Menschenmenge, darunter sehr viele Frauen, mitHurrahrufen empfangen. Kriegsminister Sakharoff und Admiral Zilotti waren in offizieller Eigenschaft erschienen. Der General schritt durch die Menge, yie und da Hände schüttelnd, nach dem Empfangs zimmer. Hinter ihm kam feine Frau am Arme eines OfsizierS. Sie war ebenso wie ihr Gatte vom Wetter ge bräunt und lächelte glücklich bei dem herzlichen Empfange. ES wurde be merkt, daß das Haar des Generals sehr weiß geworden ist. Der General und seine Gattin bestiegen eine offene Equi page uud fuhren über den NewSkyProspelt nach der Wohnung deS GeneralLeutnantS Fürsten ViasemSky. wo sie 5ogiren werden. Sehr auffallend war, daß von Armee und Flotten ofsizieren am Bahnhofe nur sehr we nige erschienen waren. Dagegen waren starke Abtheilungen Polizei zur Hand und der Weg nach der Wohnung deS deS Fürgen ViasemSly'S wurde von zahlreichen Kossaken und Garde Pa trouillen bewacht. Im Ganzen war die Begrüßung deS Generals keine be geisterte, obgleich vor 2 Monaten ganz Rußland das Lob deS Vertheidigers von Port Arthur sang. Streik. Warschau,!. März. Der Gene ralgouderneur erklärte heute einen theilweise Belagerungszustand über die Gouvernements Kalitsch, Liiblin, Kielce und Lomza. tx Streik auf der Weichsellinie ist jetzt beendet. Der Verkehr nach Nor den und Süden ist wieder ausgenom

men. Die Streiker erlangten höhere Löhne und andere Zugeständnis. Warschau, 1. März. Der große Streik ist beendet mit 'Ausnahme von 2 Eisenwerken, in denen noch 3000 Mann am Ausstande sind. Der Streik auf der Straßenbahn

dauert ebenfalls fort; feit 5 Tagen sind keine Wagen mehr gelaufen. Bomben eingeschmuggelt. St. Petersburg, 1. März. Die Zollbehörden zu Wirballen, Russisch. Polen, öffneten eine Kiste,, welche die Aufschrift Apfelsinen" )rug und sän den in derselben 100 kleine Bomben. Aehnliche Kisten sind seit Wochen angekommen und die Behörden be fürchten, daß sie ebenfalls Bomben ent hielten. Nachforschungen find bis jetzt resultatlos gewesen. Schwierigkeiten eines Volksvertretung. St. Petersburg. 1. März. In Anbetracht der widersprechenden Berichte wurde die Ass. Presse zu der Er klärung ermächtigt, daß die Frage einer Vertretung deS Volkes in der Regie rung noch nicht entschieden ist, da der Kaiser das endgiltige Wort noch nicht gesprochen hat. Zugleich kann gesagt werden, daß die Entwicklungen in Rußland die das soziale, ökonomische und akademische Leben fast zum Still stand gebracht haben, dem Zaren keine Illusionen über die Entschlossenheit der Forderungen nach einer konftitutionel len Regierung gelassen haben. Der Zar selbst ist der Ansicht, daß etwas geschehen muß, um die Kluft zwischen ihm und dem Volke zu überbrücken. Der Plan einer konstitutionellen Mo narchie nach westlichen Mustern wurde fallen gelassen, da man das Volk noch nicht für reif für ein folcheSSyftem hält und das alte ZemSky Labor gilt als Anachronismus. Der Zar hat nun eine Vertretung des Volkes als berathende Körperschaft in Erwägung, die Gesetze vorschlagen kann. Der Plan will in der Form nachgeben, aber im Wesen die Autokra tie aufrecht erhalten. Die Liberalen betrachten ein solches System nicht als befriedigend, aber als einen Schritt vorwärts zum KonstitutionaliZmuS. ES ist eine Entscheidung getroffen, so wird sie sofort bekannt gemacht wer den wegen deS gehofften guten Ein-drucke-im Lande: Natürlich wird es einige Zeit dauern bis eine VolkSver tretung zusammenkommen kann, da eS an einer Wahlmaschinerie sehlt und die Einzelheiten erst ausgearbeitet werden müssen. Ä r b e i t e r - E l ek t o r e n. St. Petersburg, 1. März. Im Volkspalaste kamen heute 250 Elektoren von 160 Fabriken zusammen, die am 31. März 50 ihrer Mitglieder in die ökonomische Kommission wählen werden. Die Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an, an den Versamm lungen am 3. März nicht theilzuneh. men, wenn die Regierung nicht die Entlassung der Arbeiter verspreche, die seit dem 22. Januar verhastet wurden. Ferner soll den Mitgliedern absolute Redefreiheit garantirt und ein Bericht über die Verhandlungen der Kommis sion ohne Zensur veröffentlicht werden. Waffenbeschlagnahmt. RostowamDon, 1. März. Die Polizei bat eine Quantität Waffen und Schicßpulver bei hier wohnenden Persern beschlagnahmt. Türkei. Revolution in Arabien. Konftantinopel, 1. März. Die gegenwärtige Revolution in der arabischen Provinz Jemen scheint alle früheren in Schatten zu stellen. Die Rebellen haben Sanaa eingeschlossen und seit 5 Tagen sind dort hestige Kämpfe im Gange. Weiter südlich sind die Orte Aab und Hidjeh eingeschlossen. Letzterer ist auf dem Punkte zu kapituliren. Die Be

satzung besteht aus 2000 Mann türki scher Truppen mit 4 Geschützen. Die früher gemeldeten türkischen Siege bei Sanaa und Hodaida waren das gerade Gegentheil. Der Zweck der Revolution ist die Errichtung eines selbständigen arabischen Staates. Aus den Reihen der türkischen Truppen desertiren viele Leute. Oesterreich'Nngarn. Ungarische Krisis dauert fort. Wien. 1. März. Die Bemühun gen des Kaisers und der ungarischen Führer in den letzten Tagen, eine Lö sung der politisch' Krisis zu sinken, um ein Kabinett zu bilden und Reu tinegefchäste zu erledigen, sind vergeb lich gewesen. DaS Bündniß der un garischen Parteien, welche die Majoritüt im Parlamente bilden, dauert fort. DaS radikale Element besteht auf Zu geständnissen seitens des Thrones, be sonders auf Einführung der ungari fchen Sprache in der Armee. Franz Kossuth, der Führer der liberalen Par tei räth zur Mäßigung in diesen Fragen. Der Kaiser verhält sich sehr zurück haltend; er wartet anscheinend ab, was die Ungarn thun. Jede Seite scheint zu versuchen, die Geduld der anderen zu erschöpfen. Banffy's Absage. W i e n, 1. März. Die Erklärung des Kaifer-Königs Franz Joseph, daß Ungarn weitere Zugeständnisse auf wirthschaftlichem Gebiete gemacht wer den sollen, scheint den ungarischen Heiß spornen zu Kopf gestiegen zu sein. DieS erhellt aus einer Aeußerung, die, einer Budapester Meldung zufolge, der frühere Ministerpräsident Banffy, der Führer der Banffy'Gruppe im Abge ordnetenhaufe, gethan hat 'und die da hin geht, daß die zwischen dem deutschen Reich und Oesterreich abgeschlossn nen Handelsverträge für Ungarn keine bindende Kraft hätten. Grokbritannien. Roman der Prinzessin Victoria. London, 1. März. Der gestern bekannt gewordene Roman" der Prin zessin Victoria der unverhelratheten Tochter deS Königs Edward, hat die größte Sensation erregt und bildet in allen Kreisen das Tagesgespräch. Die

Ansicht des Publikums geht ziemlich allgemein dahin, daß der Vergolder Robert Naylor, mit welchem die ro mantisch veranlagte Prinzessin durch acht lange Jahre glühende Liebesbriefe wechselte, nicht irrsinnig ist. Wahrscheinlich wird die öffentliche Meinung in Bälde die Befreiung des Menschen aus der Irrenanstalt, tu welcher er untergebracht ist, erzwingen. Ueber die merkwürdige Liebschaft der Königstöchter kann man auf Schritt und Tritt sarkastische Bemerkungen hören, die in einem anderen Lande vielleicht als Majestätsbeleidigungen geahndet würden. Man findet es als geradezu unbegreiflich, daß sie aus den Episteln ihres Verehrers nicht ersehen haben soll, welchen Kreisen derselbe an gehörte. Daß sie trotzdem mit densel ben korrespondirte und so seine unftnntge Leidenschaft nährte, findet man, gelinde gesagt, gar nicht nett von ihr. Noch schärfer a!S sie werden jedoch die Behörden getadelt, welche den armen Teufel in'S Irrenhaus steckten. Deutschland. Für immer verbannt. Dresden, I.März. . Wie jetzt bekannt wird, enthält der von der Ex

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T. O. Gasavay, M.D., der zuverlässige SpezZalist. Der Mann der kurlrt.

Kronprinzessin Luise unterzeichnete neue Vertrag die Bestimmung, daß sie nicht nur alle Unterstützung verlieren, son dern auch eine Strafe von 300.000 Mark bezahlen soll, wenn sie jemals wieder den sächsischen Boden betritt oder auch nur einen Versuch macht, sich mit ihrem einstigen Gatten schriftlich oder mündlich in Verbindung zu setzen. Ehe sie das für immer verbannende Dokument unterzeichnete, erklärte sich bis Dulderin bereit, ihr Töchterchen unter der Bedingung auszuliefern, daß ihr drei oder vier Male im Jahre ge stattet werde, alle ihre Kinder zu sehen. Der Juftizrath Dr. Körner hatte daher im Guten erreichen können, was ihm aufgetragen war, aber durch seine an gebliche OfsizierSSchneidigkeit verdarb er sich selbst sein ganzes Spiel und trieb Luise förmlich zum Widerstand. Deutscher Dampfer in Brand. Bremen, 1. März. Eine De. pesche aus Gibraltar meldet, daß dort der deutsche Dampfer Schwennau" (Capitän Petersen) in brennendem Zu stände eingetroffen und wahrscheinlich verloren ist. DaS Schiff befand sich auf der Fahrt von Livorno nach Tri polis. Sa vag Schiffe für Ruß. land. Hamburg, 1. März. In Er gänzung einer Mittheilung vom 25. d. MtS., den Verkauf von Dampfern der Hamburg Amerika Linie" an Rußland betreffend, kann auf Grund weiterer Informationen aus Hamburg mitgetheilt werden, daß nicht weniger als zwölf Dampfer von der russischen Regierung erworben worden find. Hinsichtlich Ablieferung dieser Schiffe ist vereinbart worden, daß die Valesia" zuerst nach Rußland geht und Pbö nicia", Belgravia" sowie Palatiasowie die übrigen später folgen. Alle diese Dampfer sind für das zweite bezV. dritte russische Pacific Geschwader be stimmt. Kaiser ftudirt den Krieg. Berlin, 1. März. Die vom Kai ser zur Beobachtung des Kriegs zwischen Rußland und Japan nach Ostasien geschickte Kommission hat dem Monarchen ihren ersten ausführlichen Bericht übersandt, und er ist bereits in das Studium deffelben vertieft. Die Absicht deS Kai fers ist eS, die durch das blutige Ringen gemachten praktischen Erfahrungen im deutschen Heere zu verwerthen. Frankreich. Nach Afrika. Paris, 1. März. Die Ernen nung des Grafen de Brazza des Afrika forscherS zur Untersuchung der Ankla gen gegen Beamte deS französischen KongoGebieteS wird, wie man erwar tet, die ganze Situation in Zentral Afrika aufklären. Graf de Brazza orgonisirt eine starke Expedition und die Regierung bezahlt alle Kosten.

Schiffsnachrichten. New York: König Albert" von Genua Queenötown: Majestic" von New Aork. Liverpool: Oceanic" nach New York. Dover: Pretoria" nach Hamburg. m Argentinien ijl oer emziJe südamerikamsche Staat, der Cerealien für den Export produzirt. Vor 30 Jahren importirte es Feldfriichte, aber im Jahre 1900 repräsentirten die exportirten Cerealien einen Werth von $65,000,000 .und 1904 einen solchen von 8100.000.000. Dr. Gasaway Varicocele, Hydrocele,

Motto: Unter keinen Umstinden werde ich einen Fall annehmen, den ich nicht kuriren kann. Dr. Gswy.

Vrtcole Ich kurire Varicocele in 1l Tagen. Wenn Sie an Varicocele leiden so sprechen Sie in meiner Ofsice vor und ich werde Ihnen bereitwilligst meine BebandlungS-Methode erklären und Sie von diesem Leiden kuriren. Ich kurire Sie in 10 Tagen. Wenn ich dies nicht thue o kostet e? Ihnen keinen Cent. Meine Behandlung iä schmerzenZlo k, kein schneiden, kein Blut, und wird Sie keinen Tag von Ihrer Arbeit abhatte. Ich kurire ricocel um kurirt u bleiben für wig. Tr. Sasaway'S Anzeige wrde in allen leitenden Zeitungen des Staate? gesehen und Patienten wurden in beinahe jeder Stadt schon kurirt. Wenn Sie ein Leidender sind, so verweise ich Sie auf Ihre Nachbarn, (mit deren Erlaubnib) die ich behandelt und kurirt habe. - . - Dr. Gasaway sieht und behandelt alle Patienten persönlich, und schenkt zeitigen Borsprechern seine schätzbare Zett. firele Ston sultattonen und Untersuchungen. Absolute Geheimhaltung aller meiner professionellen Unterhandlungen ist eine meiner eisernen Regeln. Sprechen Sie heute vor. Ofstce Stunden : Abend? : ittwoch und Tli- ülfiA W A V fr Die Iten zuoerlässtgen S blt lS, S btt. Eamftag,, 7 bis s Uhr. lßL XxL&kl L I. Cü Vpezialiften. Sonntg:S0 bis 11:20. Südost Ecke Illinois u. Market Str. (Eingang an Market St.) TYiiltnnnrmlia Trisl Gegenüber der Terminal Station. AIlUlUIIUpUU lUUi,

Die Gräfin Montignoso (frühere Kronprinzessin von Sachsen) bewohnt jetzt die Villa Papignano bei Fiesole, die auf der halben Höhe eines mit Oliven bewachsenen Hügels etwa vier Kilometer von Florenz entfernt und fast ganz hinter den Bäumen verborgen liegt. Das Haus ist von einer hohen, mit Zinnen gefrört ten Mauer umgeben, so daß das AnWesen einer Festung ähnlich sieht. Der Großherzog von Toskana besitzt noch ausgedehntes Eigenthum imLande seiner Vater, daZ er nie mehr betritt, und viele Freunde und Anhänger unter dem toskanischen Adel, die der Gräfin Montignoso jetzt viel Sympathie bezeigen. Sie empfängt indessen nur wenige Besuche. Zu ihnen zählt der alte Graf Guicciardini, der häufig in der Villa Papignano zu sehen ist. Die Gräfin Montignoso verläßt die Villa selten, geht aber jeden Sonntag zur Messs nach dem nahen Kloster San Domenico. . Im D -Zuge BerlinEydtkuhnen irrsinnig geworden ist die 25jährige Tochter Nadine des Kaiserlich Russischen Staatsraths 'Groschew aus St. Petersburg. Die junge Dame, welche sich auf der Rückfahrt von der Riviera nach ihrer Heimath befand, versuchte zwischen den Stationen Schneidemühl und Konitz, sich mit ihrer goldenen Uhrkette zu erwürgen, wurde aber hieran durch den SchlafWagenwärter noch, rechtzeitig verhindert. Während der Weiterfahrt warf die Unglückliche einen Theil ihres Ge päcks zum Fenster hinaus, riß sich die Kleider vom Leibe und durcheilte, wilde Reden führend, die Gänge des Schlafwagens. Da die Unglückliche nicht , zum Anlegen ihrer Kleider zu bewegen war, mußte sie, um ihre Blöhen zu bedecken, vom Zugpersonal in wollene Schlafdecken gehüllt werden. Bei der Ankunft in Dirschcm wurde die Irrsinnige, die einen ansehnlichen Baarbetrag bei sich führte, auf Anordnung des Bahnarztes nach dem dortigen Johanniter - Krankenhause gebracht. Tine furchtbare Prüfung, wie sie nur selten ein Mensch durchgemackt faifcn mag, erlebte der Wärter Toma? Kelly im Gefängniß - KranivX;iit Mauritius. Kelly lag sechs Tage lang in einer todtähnlichen Ctarrsucht und er erwachte erst wieder zum Leben, als er schon in die Todtenkammer gebracht war. Bon seinen Erlebnissen erzählt er: Ich kam vor sieben Monaten als Bootsmann auf einem Dampfer in MauritiuZ an und wurde wegen Krankheit an Land geschickt. Ich nahm eine Stellung als Wärter an dem kleinen Gefängniß an, wo ich die Zellen der Verurtheilten zu beaufsichtigen hatte. Im November bekam ich das Fieber und wurde in'S Krankenhaus gebracht. Eines Tages bekam ich einen Ohnmachtsanfall, grade als ich mich zum Mahl niedersetzte. Ich fiel vom Stuhl und wurde in's Bett zurückgetragen. Fast sechs Tage lang lag ich dort bewegungslos, ohne eine Muskel zu rühren, aber ich war bei vollem Bewußtsein und wußte genau alles, was vorging. Meine Füße waren bis zu den Knöcheln warm; aber der übrige Körper war ganz kalt. Am letzten Tage, an dem ich so dalag, wurde ich entkleidet, in ein Laken gehüllt und in das kleine Todtenhaus gebracht. Grade als die beiden Kulis mich auf die Grabplatte hoben, kam ich wieder zu mir. Laut aufschreiend ließen sie mich fallen, wobei ich mir hestig den Kopf schlug. Dann rannten sie fort; einer war noch nicht in's Krankenhaus zurückgekehrt, als ich die Insel verließ. Der Gouverneur von Mauritius und seine Frau bemühten sich sehr freundlich um mich und verhalfen mir zur Ueberfahrt nach London."

ä is. Schlechte Erfahrung. Frau (empört): Vergangene Woche, als ich krank war, hast Du mir einen neuen Hut versprochen und heute willst Du nichts mehr davon wissen. . . Warte, Du kriegst mich nicht noch einmal mit Versprechungen gesund!" . DR. 6ASÄVÄY & CO., ,1

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Ach werde $500 verwirken an irgend Jemand, den ich Je behandelt habe und nicht genau gethan habe, wie lch vereinbarte zu thun. Wenn Jemand da ist so Spreche er vor, ei macht keinen Unterschied, was da Zeiden war oder wann behandelt.