Indiana Tribüne, Volume 28, Number 159, Indianapolis, Marion County, 27 February 1905 — Page 7

Jttblana Tribüne, 27. Februar IS03.

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3m Kampfs mit dem Schicksal. 5!oman von SilaS 5k. Hocking, überseht von V. Treumann'ttoner.

( kkoitsetzung.) pi".Oho, es ist so gut wie geschehen! Die Sterne lügen nicht, und sie sind uns günstig. Wird der Willy erlöst sein, so kriegt er ein feines Bräutchen, ein Mädel mit Augen so hell und olcrn n? der Himmel." -Wird sie ihn aber auch wollen, Bob? So ein hübsches Mädel hat's Aussuchen zwischen de Burschen, und wen sie heirathen will, das wird sie am Ende selber bestimmen wollen." Wenn sie k a n n, Lazarus. Sie wird den Willy eben nehmen müssen. Und ein Trotzkopf ist sie grad' nit. Sträuben würd' ihr auch nix helfen." Es könnt' aber doch sein," entgegnete Sam, daß sie um die Zeit schon einen anderen Schatz hat." Ach was! Mit dem würden wir schon fertig!" grunzte Banfyld und klopfte seine Pfeife aus. Unsereins braucht ja nit erst in den Katechismus zu gucken, was er darf oder nicht. Glaubst du etwa, daß ein Banfyld sich betrügen läßt? Da kennst du uns schlecht. Und wenn's mal so gewesen ist, sind nit wir dabei am schwersten zu Schaden gekommen." Noch lange, während er schon im Bette lag, grübelte Hans über das Gespräch nach, aus dem er nicht klug werden konnte. So sehr er sich auch anstrengte, aus einzelnen der gehörten Aeußerungen auf irgendwelche Thatfachen zu schließen, die er hätte in Zusammenhang bringen können, knüpften sich doch nur verworrene Vorstellungen daran.. Noch nach Tagen beschäftigte sich seine Phantasie mit diesen unverstandenen Reden, und besonders verfolgte ihn eine dunkle Ahnung, daß sie auf Gemma Bezug haben könnten. Indessen, da er diesen Argwohn durch nichts bestätigt fand, beruhigte er sich, und in einigen Wochen war ihm die Erinnerung daran entschwunden, um freilich zu einer viel späteren Zeit seines Lebens wieder aufzutauchen und dann eine grauenhafte Deutlichkeit zu gewinnen. Nicht alles, was zeitweilig dem Gedächtniß entfallen ist. bleibt für immer in Vergessenheit gehüllt. Siebentes Kapitel. Ein kleiner Heide. Ogla Lazarus hatte ganz richtig prophezeit, als sie sagte, Hans würde sich schon mit der Zeit in den zigeunerischen Lebenswandel hinein finden. So leicht, wie sie es gedacht, war das aber nicht gegangen, er hatte noch erst zu vieles zu verlernen und zu lernen. Von seiner Mutter war er, so gut sie. es verstand, in reuglosen und morali schen Begriffen erzogen worden, kindliche Vorstellungen von den Wundern des Himmels und den Schrecken der Hölle hatten seine Seele bei diesem Unterricht erfüllt. Es war Emily Milward's sehnlichster Wunsch gewesen, ihren Sohn dermaleinst zu der Würde eines Geistlichen gelangen zu sehen. Wie sie die Mittel zum Studium für ihn auftreiben solle, das stand bei ihr erst in zweiter Linie. Die Hauptsache war die Begabung, und die traute sie ihrem Hans unbedingt zu Und sie hatte von Stipendien und an vzxtn uiuctpuguiiiCH juc ccraqtgxc und fleißige Schüler gehört. Schon aus manchem armen Sonntagsschüler war ein angesehener Pastor geworden. In eine Sonntagsschule also wollte sie ihn schicken, und von dieser ersten Stufe seiner Ausbildung würde er wohl seinen Weg weiter machen, dachte sie. Und welchen Weg wandelte er statt dessen nun? Seine Schule war der Markt, und seine Erziehung genoß er auf der Landstraße, und die Kinder, mit denen er spielte, waren ganz so unwissend und verwahrlost, wie er selbst. Von Religion hörte er nie reden, und von Moral lernte er nur so viel kennen, wie nach einem gewissen rohen Ehrenkodex die Zigeuner unter sich anerkannten. Wie hätte unter solchen Umständen von der mütterlichen Belehrung noch etwaö in ihm haften können? Ueberdies sagte ihm Lazarus, noch ehe der, Sommer vorüber war, ohne Umschweife, daß seine Mutter todt sei. Infolge seiner vergeblichen Versuche, sie zu finden oder wenigstens die Stelle zu entdecken, wo er sie verlassen hatte, war er schließlich mißmuthig geworden, und dadurch hatte er den Unwillen des Zigeuners erregt. Sam war nichts so verhaßt, wie mürrisches Wesen und Kopfhängerei, wie er es nannte. Höre Hans," fuhr er den Knaben ' ärgerlich an, dein Maulen hab' ich nachgcade ' satt. Hast du keine Lust mehr, bei uns zu bleiben immer geh! W:nn du meinst, daß du anderswo besser aufgehoben wärst, darfst eS nur sagen. Wir halten dich nicht." Ich hab' nicht gemault," antwortete Hans mit aepreßter Stimme. Nit gemault was denn sonst in aller Welt?" fragte Sam erbost. Ich bin betrübt." Weiter brachte er nichts heraus. Der Hals war ihm , wie zugeschnürt. Und weswegen brauchst du betrübt zu sein, wenn ich fragen darf?" Immer dacht' ich zur Mutter und zu Eva zu kommen," sagte Hans weinerlich. All' mein Suchen hat mir aber nichts genutzt."

Ach so, darauf bist aus?" sprach Sam zu Boden blickend in etwas sanfterem Ton. Ich hab' alle Tage gesucht." klagte Hans, den Weg, den wir damals gingen, konnt' ich aber nicht finden." Sam beschäftigte sich eine Weile damit, von einem Heidekrautbusch ein Stengelchen abzurupfen und es als Zahnstocher zu benutzen. Endlich sagte er: Schau, Hans, du hättst es längst wissen sollen, und wenn's nach mir gegangen wär', hätten wir dir's auch gesagt. Aber die Ogla is nu mal zu weichmüthig. Hans fuhr zusammen. Was denn?" fragte er beklommen. Na, also heraus muß es ja doch mal deine Mutter ist todt." Todt!" schrie der Knabe auf. Das das kann nicht wahr sein." Wahr ist's, und du mußt es doch mal wissen." Hans setzte sich auf einen kleinen Erdhügel und starrte i'n's Leere, trockenen Auges und sprachlos. Sam war von dem stummen S, 'merz des Knaben mehr gerührt, als er . ch selber eingestehen mochte. 'l mußt dich drein finden, Hans," sagte ? nach einer Pause; das hilft nicht, u h ein jeder verliert seine Mutter mal, nit wahr? Der eine früher, der andere später." Aber Hans gab keine Antwort. Er hatte die Lippen fest aufeinander gepreßt, und sein in die Ferne gerichteter

Blick schien an emem sich über den Horizont hinziehenden Wolkenstreif zu hasten. Es wär' gut, du hättest gleich damals alles gehört, da wärst du jetzt drüber weg," fuhr Sam fort. Unter de Bäume, von wo du fortgegangen warst, is fe nachher bald gefunden worden. Und ganz stocksteif hat sie dagelegen." Von wem ist sie gefunden worden?" fragte Hans, plötzlich aufhorchend. Von ein paar Fuhrleut'. Kann nit sagen, wie se heißen. Se hatten gedacht, 's wär vielleicht noch Leben in ihr und haben sie in s Armenhaus gebracht, aber sie is wirklich todt aewesen. Ganz still und ruhig mußt' sie eingeschlafen sein. Und was ist mit klein Evchen geschehen?" Betroffen blickte Sam auf. Er war auf diese Frage nicht vorbereitet. Äon der kleinen Era wußte n nichts. Ach so das kleine Mädel?" sagte er, um Zeit zu gewinnen. Ja mein Schwesterchen." O, die hat's gut; sehr gut." Und wo ist sie?" fragte Hans dringend. Das kann ich dir just nit sagen. Aber gut aufgehoben ist sie. Kannst unbekümmert um sie sein. Es wird für sie gesorgt. Wer sorgt denn für sie?" Reiche Leut'. Ihren Namen weiß ich nit. Sie lassen's ihr an nichts fehlen, wollen 'xtt feine Dame aus ihr machen. Hans schwieg em paar Minuten. Woher weißt du das alles?" fragte er dann. In de Zeitungen hat's gestanden haarklein. Du warst dazumal noch krank. Seine Nichtigkeit yat's. Kannst dich drauf verlAssen. Ich mach' dir keine Flausen vor. Hans fragte nicht weiter. Bald nachher schlich er zedoch zu Ogla Lazarus, rne im Ml rc zuorvereilungen zum Abendessen traf. Lala, ist es wahr, was er gesagt hat?Was hat er denn gesagt?" Und Hans wiederholte, was er aus Sam's Munde gehört hatte. Ach, Hansi, ?a" erwiderte sie seufzend, es ist alles wahr. Ich hab' dir s wer weiß wie viele Male schon sagen wollen, konnt' mir X aber das Herz nit dazu fassen." Hans aß an diesem Abend keinen Bissen, und als er im Bett lag, weinte er sich in den Schlaf. Am anderen Tage suchte Gemma, deren. Eltern noch mit Lazarus und Ogla zusammen kampirten, ihn nach Möglichkeit zu trösten, aber es gelang ihr nicht. Mehr als vierzehn Tage wahrte es, ehe sein Lebensmuth wiederkehrte. Die Kenntniß vom Tode seiner Mutter brachte indessen eine ganz bedeutsame Wandlung in dem Knaben hervor. Seine Ruhelosigkeit wich von ihm, seit er sich nicht mehr als eigentlich wo anders hingehörend betrachtete. Der Punkt, um den sich sein Denken bisher vornehmlich bewegt hatte, war nicht mehr vorhanden. Er sah jetzt in dem Zigeunerlager seine einzige Heimath. Seine einzigen Freunde auf der Welt waren Sam und Ogla Lazarus, und mochte ihm das Leben mit ihnen gefallen oder nicht, er mußte es so hinnehmen, ihm blieb keine Wahl. Es war sein Schicksal, wenn er es auch nicht so zu benennen wußte, gegen das' kein Auflehnen ihm etwas nützen würde. Weshalb übrigens hätte er sich dagegen auslehnen sollen? Im Wergleich mit dem dumpfen Einerlei in der engen Behausung seiner Mutter inmitten eines ärmlichen Stadtviertels war sein jetziges Leben ein behagliches zu nennen und es bot ihm bei Weitem mehr Freiheit. Nach Kinderart, der langes Härmen fremd ist, nahm er daö Unabänderliche bald als selbstverständlich hin, und überdies gab ihm Sam Lazarus so viel zu thun, daß ihm zu trübsinnigen Grübeleien keine Zeit blieb. Jeder Tag brachte neue

Arbeit und was noch besser war neue Eindrücke.

So lebte er sich immer mehr bei den Zigeunern ein, und bald nahm er Theil an ihrer Denkwelse, wie an iyrem Treiben. Mit zwölf Jahren war er ein kleiner Heide, glücklich und vergnügt in seiner Unwissenheit, ohnc ReUgion und ohne Moral; em nichtsnutziger Bengel, der aus purer Lust am Unfug log und trog, und das mit einer Geschicklichkeit, die selbst seine in diesen Künsten grau gewordenen Meisier m Erstaunen setzte. Und trotz alledem war die Bergangenheit nicht völlig aus seiner Erinnerung getilgt. Ganz unvermittelt, in Momenten, die scheinbar Nicht die geringste Veranlassung dazu boten, besonders wenn er im Begriff stand, etwas Unrechtes zu thun, trat plötzlich das Bild der Mutter vor seine Seele, und er schämte sich dann dessen, was er eben noch hatte thun wollen. In solchen Stimmungen, die sich freilich äußerst selten be: ihm einstellten, say er sein Betragen in dem Licht, wie sie es beurtheilt haben wurde. Wie ern leichter Blüthenhauch aus dem Kelch einer fernen Blume uns zuschwebt, einen Augenblick in der Luft liegt und kaum, daß wir uns verwundert fragten, von woher der Duft kam, sich wieder verflüchtigt, so nahte dem Knaben zuweilen aus seiner ihm entschwundenen Kindheit mit leisem Mahnen der Einfluß seiner Mutter und erregte ein unsagbar zärtliches Gefühl in seinem Herzen. Weshalb er dann nicht im Stande war, auch nur em unreines Wort über die Zunge zu' bringen, woher ihn diese seltsame Scheu beschlich er hätte es nicht zu sagen gewußt. Einige Mal war es sogar schon borgekommen, daß er m solchen ihm selbst unerklärlichen Momenten sich entschieden weigerte, einen von Sam Lazarus ihm ertheilten Auftrag auszuführen. auf die Gefahr mn, einen von Sam s Zornesausbrüchen über sich herauf zu beschwören. Sam mochte ihm drohen und fluchen, ihn einmal über das andere einen dämlichen Jungen, einen störrischen Esel nennen, ein ganzes Register von Schimpfnamen gegen ihn schleudern es nutz'te nichts, wenn Hans auf seinen Dicklopj bestand , wie Sam sich ausdrückte. Sich selbst oder anderen sein Verhalten zu solchen Zeiten begreiflich zu machen, versuchte Hans nie. Und wurde er nach Gründen dafür gefragt, so wußte er keine anzugeben. Das Wort Gewissen" kannte er nicht; die Grenzlinie zwischen Recht und Unrecht QU ihg so unsicher und schwankend, daß er sie in manchen Fällen überhaupt nicht zu erkennen vermochte. Nur wie. von ungefähr und willenlos war er diesem Einfluß unterworfen, als werde er von einer unsichtbaren Hand erfaßt, die ihn zum Innehalten, zur Umkehr zwang. War es erbliche Anlage oder die Erinnerung an das, was ihn in seiner Kindheit gelehrt worden? 'Auf letztere Ursache führte Sam Lazarus den gelegentlich bei Hans hervortretenden Eigensinn zurück. Er mag nit mehr viel davon wissen," sprach er eines Tages zu seiner Frau, aber vergessen thut er's nimmer." Er red't aber nit mehr drüber," entaeanete ibm Oala. Wenn er aucy mr vavon rnerlen läßt, de Saat is in ihm und nit aus zurotten." Auf'm rechten Weg is er dabei doch, Sam, und kein Duckmäuser! Er steckt voll Schelmerei und Spaß, daß es eme Lust is." - Aber auch, wenn er lieber an's Geschäft denken sollt'! Oftmals, wo's ein fein Stück Arbeit gibt, würd' er nit den Finger derzu rühren, macht' man ihm nit weis, de Sach' wär' bloß 'n Spaß." Und doch hat er's letzthin fertig ge bracht, dem Bauern seinen Wagen um em paar Kiepen zu erleichtern." Na ja; und 's war 'n Kunststück alle Achtung! Aber willst du auch wissen, warum er's gethan hat? Er hat'S eben für 'nen kaptalen Witz ge nommen." .Es kann auch anders sein," meinte Ogla. Vielleicht, daß er mir hat 'ne Freude machen wollen. Bild dir so was nit ein. Lügen thut er wie der leibhaft'ge Satan zum Vergnügen. Is er aber im Ernst, da geht er kein Haarbreit von de Wahrheit ab, grad als hätt' ihn der Pfaff in de Beichte." D Güte selbst is er, das weiß ich; entgegnete sie. Daö eben is der -Fehler bei ihm. Setzt er sich mal in den Kopf, was er thun soll, konnt emen .Menschen be trüben er thät's nit, und wenn der Teufel selber sich in's Mittel legte." Das wird sich schon noch geben. Wenn man jung is, da hat man eben ein weich Gemüth. Du, Ogla, willst am Ende auch noch zung sein?" lachte Sam. Weichmüthig bin ich freilich noch a bissel, aber das kommt daher, daß ich 'ne Frau bin. Ihr MannSleut' seid von Natur härter. Hans is aber noch ein Kind. Die Zeit wird noch kommen, wo er ohne Wlderred' alles thut, was du willst.- . Glaub's nit. Man kann sich nit auf ihn verlassen. Er läßt einen zu oft aus de letzte Minute im Stich." Nie is er aber gemein und hinter listig. Es steckt kein Falsch in ihm."

Es steckt aber in ihm noch was wie

Gewissen, und davon is er nu mal nit zu kuriren." Ohne eine weitere Gegenrede abzuwarten, wandte er sich ab und schritt davon. Aus Gründen, über die sie sich nicht aussprachen, vermieden Sam und Ogla Lazarus,. sich auf ihren Wänderungen dem Umkreis der PentarnumHeide zu nähern. Hans machte sich

öfters Gedanken darüber, wagte aber nicht. Mit Sam darüber zu sprechen, der neugierige Fragen nicht leiden konnte und ihn doch nur derb abqefertigt hätte. Indessen nahm er zuweilen ein gelegentliches Alleinsein Mit Ogla wahr, ihr seine Verwunderung zu äußern, daß sie nie nach jenem öden, hochgelegenen Heidemoor kamen. So oft er aber auch die Rede darauf brachte, immer gab sie ihm nur ausweichende oder unbestimmte Antwor ten. Wir müssen die Märkte bereisen," sagte sie einmal. Wo nix zu verdienen is, können wir nit hingehen." Du meinst doch nicht, daß wir gar nicht wieder hinkommen?" fragte er ängstlich. Das Nit. Aber du weißt, daß bei Sam immer's Geschäft de Hauptsach' is." Ach, Lala," sprach er nach kurzem Sinnen, ich wünsche so sehr. meine Schwester Eva wieder zu sinden!" Versteht sich, mein Junge," beeilte sie sich zu erwidern. Zwar wird sie wahrscheinlich ohne dich viel besser dran ein." Ich mn aber doch ihr Bruder, entgegnete er mit einer trotzigen Bewegung des Kopses; und wenn ich erst groß bin " Er hielt plötzlich inne, als reue ihn. was er hatte sagen wollen. Und wenn du wirst groß sein, was dann?" fragte sie. Ich weiß Nicht weiß auch wohl keiner aber sieh' doch. Lala! Da kommt Bansyld's Wagen." Und spornstreichs lief er den Weg entlang. Gemma war noch immer seine liebste Gespielin. Sie war aber auch so gar nicht wie die anderen. Sie hielt stets Wort und hatte überhaupt ein freimuthiges, offenes Wesen. Ihr Lacheln war hell und sonnenklar, nicht tückisch und verschlagen oder trügerisch. Schlank gebaut und graziös war sie wie ein junges Reh, und trotz Wetter und Wind und Sonnenbrand blieben Arme, Schultern und Gesicht bei ihr weiß. Ihre Augen waren von einem so reineu Blau, als spiegelten sie ein Stuck wolkenlosen Himmels wider. Gemma's Lachen klang wie Musik und ihre Stimme war so weich, wie des Windes Kosen im Sommer auf der Heide. Er hatte sie seit zwei Monaten nicht gesehen, und ihr Kommen war eine ileberrasckuna für ibn. Wäbrend bei schwere Wagen, neben dem die Familie zu Fuß ging, langsam bergan fuhr, setzten Hans und Gemma sich auf einen Grashügel am Wege. So. hier ruhe dich au5," sagte er, .und dann erzähle mir, wo du in cll' der Zeit gewesen bist." xm Wald und aus der yewe, und von Dorf zu Dorf. Es ist immer dasselbe, ich frag' gar nit mehr, wie die Orte heißen. Und war's hübsch, wo du hinkamst? Hast du dich vergnügt . gehalten?" O ja. Ich bin auch fleißig auf den Handel gegangen. Weißt du, was der Vater von mir sagt? Ein Frauenzimmer wie ich sei was werth für's Geschäft. ' Ist das nicht spaßhaft? Mich em Frauenzimmer zu nennen? Und sie lachte hell aus. Du wirst aber eines werden, wenn du leben bleibst," antwortete er so ernsthaft, als thue er einen .Ausspruch von höchster Weisheit. Und du ein Mann!" erwiderte sie. Ja, und so sehr lange hätte ich nicht mehr bis dahin ich bin schon zwölf Jahre alt geworden. Mich soll wundern, was du begin nen wirst, wenn du groß bist," sagte sie. Mich soll's auch wundern. Du weißt ich bin kein geborenes Zigeunerkmd." Ich möchte, daß ich auch keines wäre." . Warum denn? Bist. du nicht zufrieden?" Doch, Hans; aber manchmal, wenn ich schone Hauser sehe und kleine Mao chen, die hübsche Kleider anhaben, muß ich denken, ich wäre lieber na, lie ber mcht. was ich bin. Das war so recht wie ein Mädchen gesprochen. Aber du, Gemma," setzte er galant hinzu, brauchst keine hub schen Kleider, um hübsch auszusehen." Das sagst du nur so, weil du mich gern hast. Abcr wie lange seid ihr schon hier? Erst zwei Tage. Jetzt, wo ihr da seid, werden wir hoffentlich noch eine gute Weile bleiben." . Wo wir in der heißen Zeit kampirt haben, da war eö hübsch luftig und hübsch zum Spielen; weit und breit nichts' als Heidekraut und Ginster, keine Hecken und wenig Bäume. Und an einer Stelle, da war ein ganz merkwürdiger Platz zum Ausruhen wie eine große Laube ganz aus zusammengewachsenen Bäumen, die standen alle so ringsum " Und sie versuchte, mit ihren Händen die Form, eines Halbrunds zu bilden.

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(Fortsetzung folgt.) '