Indiana Tribüne, Volume 28, Number 158, Indianapolis, Marion County, 25 February 1905 — Page 7
Jndiana Tribüne, 25. Februar 1005
3m RnnTpfs mit betn Schicksal. Roman von Silas tt. Hocking, überseht von B. Treumann-Koner.
- ( Fortsetzung.) f Meine Mama hatte nur den Hans und mich. Ist Hans auch in dem jchönen Lande, wo Mama ist?" Ich habe nichts davon gehört. Ist Hans größer als du?" Hans ist schon sehr groß. Sieben Jahre alt!" Was? Ein so großer Junge? Wer weiß, ob er nicht mal zu uns kommt, dich zu suchen!" Ach, wenn du ihn siehst, so bringe ihn bitte her. Willst du?" Gewiß will ich das. Und ich werde mich nach ihm umschauen, ob ich ihn irgendwo sehe." Hierauf schwieg sie eine Weile und sah träumerisch in das Feuer auf dem großen Kaminherd. Sich unglücklich zu fühlen, war sie noch zu jung. Gram und Kummer konnten noch nicht in ihrer Seele Wurzel fassen. Sie schmiegte sich fest an Jaspers Brust, und ohne sich ihre Empfindungen klar machen zu können, stand sie unter dem Einfluß des Heimathglllckes. Wohl sehnte sie sich noch nach ihrer Mama und Hans, aber ihr bangte nicht mehr, es zog sie auch nichts mehr von Crantock fort. Wenn sie Hans und ihre Mutter dort gehabt hätte, wäre sie vollkommen glücklich gewesen. Jaspers Augen ruhten mit innigem Wohlgefallen auf ihrem Goldhaar und dem zarten Roth ihrer Wangen. Er fand, daß sie alle Tage schöner wurde, und wenn sie sprach, entdeckte er in ihrer Stimme immer wieder neue me--lodische Klänge. Lea, die geschäftig ab und zu ging, mit Suse das Abendessen zu bereiten, sah ihn ein paar Mal überlegen lächelnd von der Seite an. .Gemüthsbewegungen war sie nicht leicht unterworfen. Gutherzig in ihrer Art, war sie stets bereit, liebevoll zu handeln, aber ihrem Reden, wie ihrem Thun hastete stets eine gewisse Derbheit an. Sie begriff das weichmüthige Wesen ihres Mannes nicht. Der Herr ist rein vernarrt in das kleine Mädel.". sagte sie draußen. Ja," erwiderte Suse, aber man kann's ihm nicht verdenken. Ist's doch, als hätten wir einen KanarienVogel im Haus." So vergingen die langen Winterabende wie im Traum. Den ganzen Tag freute sich Jasper bei der Arbeit auf die Stunde, wo er Eva aas den Schooß nehmen konnte, um ihr Geschichten zu erzählen. Es kam Niemand nach Crantock, um sich nach ihr zu erkundigen. Die Zeitungen brachten auch keinen Aufruf nach einem vermißten Kinde. In Stamer und Umgegend sprach es sich herum, daß die Downderrys ein kleines Mädchen angenommen hatten, wie man glaubte, eine Verwandte. Man wunderte .sich nicht darüber, und um Weihnachten sprach man kaum noch davon.. Jaspers Hoffnung, etwas über Evas Bruder zu erfahren, erfüllte sich nicht. Er dachte oft, was aus dem Knaben geworden sein könne, von dem die Kleine immer mit so viel Stolz sprach. Allmählich erwähnte si; ihn jedoch seltener. Die Erinnerung an die früheren Verhältnisse verblaßte, nur die Gegenwart war licht und klar, die Vergangenheit hüllte sich in träumhafte Dämmerung. Sechstes Kapitel. Fahrende Leute. Hans war inzwischen schwer krank gewesen; so schwer, daß es eine Zeitlang schien, als sei der Zustand ein hoffnungsloser. Wohl hundertmal hatte Sam Lazarus darüber geflucht, daß er sich den Jungen aufgehalst hatte, anstatt ihn sofort dem Armenhause zu übergeben. In den ersten beiden Tagen nach ihrem Wegzug von der Pentarnum - Heide hatte Hans sich merkwürdig rasch erholt, und Ogla Lazarus glaubte schon, er würde nächstens munter herumlaufen. Dann aber bekam er einen plötzlichen Rückfall, der sie aus dieser Hoffnungsfreudigkeit in tiefe Mutlosigkeit stürzte und die noch schmerzende Wunde wieder aufriß, welche der Tod ihres kleinen Benjamin ihr unlängst geschlagen hatte. In Stonehouse, ihrem Minteraufenthalt, wurden die beiden Nachzügler von einigen schon daselbst häuslich emgerichteten Zigeunerfamilien mit lärmenden Begrüßungen und Theilnahmskundgebungen empfangen. Nach vielen Berathungen und Schwierigkeiten denn diese Leute miethen nicht mehr Raum, als .durchaus nöthig wurde es bewerkstelligt, für Hans eine kleine Schlafkammer neben einer größeren Stube frei zu machen, die das Ehepaar bezog. Hans nahm keinen Antheil an dem, was um ihn vorging. Er fragte auch nicht, wo er sich befand. Er hatte nur den einen Wunsch, allein gelassen eu werden. Oefters dachte er wohl an seine Mutter und Eva und die Frage, ob sie das Ziel der Wanderung erreicht haben mochten, beschäftigte ihn noch, aber sich um sie zu sorgen, dazu war er zu krank.
Man ließ es ihm an nichts fehlen. Ein tüchtiger Arzt sah täglich zweimal nach ihm. Unter der Behandlung des Dr. Jonas nahm sein Befinden endlich eine Wendung zum Besseren. Es währte indessen noch sehr lange, bis der nahezu versiegte Quell des Lebens sich wieder frisch zu regen begann. Dies geschah erst, als die Tage länger wurden, dann aber hoben sich die Kräfte so rasch, daß Hans Ende März ein so gesundes Bürschchen wie nur je vorher war und zwei Zoll mehr maß, als im Herbst.. Nun sollte er aber auch anfangen, für seinen Unterhält etwas zu thun. Die kleine Zigeunerbande war wahrend des ganzen Winters thätig gewesen. Die Frauen machten Pantoffeln, Matten und Stühle; die Männer beschäftigten sich mit Bürstenbinden, Kesselflicken und dann und wann etwas Pferdehandel. Was sie sonst noch für Dinge trieben, besprachen sie in Gegenwart von Hans in einem Jargon, von dem er kein Wort verstehen konnte. Er fühlte sich nicht unglücklich be, diesen Leuten. Ogla Lazarus war liebreich wie eine Mutter gegen ihn, und selbst Sam sprach freundlich mit ihm, seit er an ihm einen flinken, aufgeweckten Gehilfen zu gewinnen hoffte. Auch die übrigen Zigeuner erwiesen sich als Leute, mit denen sich's recht gut leben ließ. Es ging ein Zug von Kämeradschaftlichkeit und Hilfsbereitschaft durch das kleine Gemeinwesen, wovon Hans, so jung er auch noch war, doch einen bedeutenden Eindruck empfing. Sein ganzes Herz hing bei alledem an der Mutter und der kleinen Eva. Er war dankbar für das Wohlwollen, welches man ihm bezeigte, aber nichts tröstete ihn über die Trennung von denen, die er liebte und nun schon so lange entbehrte, und die wiederzusinden er immer noch hoffte. Ein reges Treiben herrschte jetzt in der Colonie. Man rüstete sich zum Frühjahrsauszug. Die Wagen.wurden frisch angestrichen und ausgebesseit; die zum Verkauf hergestellten Waaren sortirt, gezählt, verpackt. Fröhliche Erregtheit überall! In zwei Wochen spätestens sollte aufgebrochen werden. Zurückbleiben durften nur die Kranken und Greise. Den Kinwinkte eine goldene eii im Grünen und auf der weiten Heide; die Mädchen und jungen Burschen freuten sich auf die Abende im Fielen, das Umherschlendern zwischen Hecken und Wiesen in lauschiger Dämmerung, das heimliche Geflüster beim röthlichen Schein des verglimmenden Lagerfeuers. Die älteren Leute sprachen über ihre geschäftlichen Aussichten und berechneten die Preise ihrer Waaren, die sie auf Jahrmärkten und Kirchweihen feilbieten wollten. Hans wurde von der allgemeinen Wanderlust angesteckt, um so mehr, als seine Hoffnung, draußen der Mutter und Eva zu begegnen, sich steigerte, je näher der Tag des Aufbruchs heranrückte. Um die Mitte des April zog dann die Zigeunergcsellschaft fort aus den dumpfigen Quartieren von Stonehouse, doch nicht westlich gen Cornwall wendeten sie sich, sondern nach Norden. Und von dort ging's erst östlich, dann südwärts und abermals nörlich, und so im Zickzack durch Devonshire, meist immer im Zuge nach den Gegenden, wo Kirmes- und Jahrmarktsfesie stattfanden. Hans lernte mancherlei Weidenruthen spalten und zu Körben flechten; Borsten verlesen und zu Bündeln für Pinsel und Bürsten zusammenschnüren; aus Binsen oder Stroh kleine Matten fertigen; und er lernte sogar, Sachen erlangen, ohne dafür zu zahlen. Bedenken gegen letztere Art von Aufträgen wußte Ogla Lazarus ihm stets durch irgend eine Erklärung auszureden. Sie war klug genug, um einzusehen, daß ein plötzliches Losreißen von den ihm in der Kindheit gewordenen Lehren nicht möglich war, doch bezweifelte sie nicht, daß er sich mit der Zeit ganz von selbst und ohne zu fragen in die Anschauungen und das Thun der Zigeuner finden werde. In dem Gemeinwesen herrschten gewisse rohe Ehrbegriffe, nach denen streng gehandelt wurde. Keiner hätte den anderen betrogen oder bestohlen. Es hielt sich im Gegentheil ein Jeder für verpflichtet, die anderen möglichst zu fördern und. zu unterstützen. Außenstehenden gegenüber galt jedoch Alles für erlaubt. Da gab's keine Geböte der Moral, nur solche der Klugheit, und das' oberste Gesetz war: Nimm, was du irgend bekommen kannst." Auf welchen Wegen und mit welchen Mitteln dies zu bewerkstelligen sei, war nur eine Frage der Zweckmäßigkeit. ' Hans war von seiner Mutter angeleitet worden, bei seinen Handlungen stets de? Allgegenwart Gottes eingedenk zu sein, nur das zu thun, was vom lieben Gott erlaubt sei. Nie war e? ohne Abendgebet zurRuhe gegangen. Jetzt aber, wo von solchen Dingen in seiner Umgebung nicht geredet wurde, vergaß er, seine Gedanken auf das zu richten, was die Mutter ihn von Gottes Wort gelehrt hatte. Man hinderte ihn nicht am Beten, aber es interessirte sich auch Niemand dafür. Wie so ganz anders war es gewesen, wenn er sein Gebet an der Mutter Knie gesprochen hatte, als nun für sich allein und im Dunkeln. Oft war er auch zu müde, sich darauf zu besinnen, und so kam er
aus der Gewohnheit. Schließlich wurde das Beten ihm zu einer nebelhaften Erinnerung, die sich nur noch ab und zu in seine Träume mischte. Während der nun schon Monate dauernden Wanderschaft hielt Hans immer noch an der Hoffnung fest, der Wagen werde eines Tages auf der Pentarnum - Heide halten. Beim Namen kannte er es nicht, das öde Stück Land mit der spärlichen dürren Heidekrautdecke und den vereinzelten Ginfterbüschen, aber er zweifelte nicht im Geringsten, daß er es auf den ersten Blick wieder erkennen würde. Lebhaft erinnerte er sich auch noch der verästelten Häuflein Stecheichen, vornehmlich des einen mit dem Buschwerk dahinter. Und hiervon wußte er auch denNamen, der sich zugleich mit dem letzten Anblick seiner an dieser Stätte rastenden 2k ben seinem Gedächtniß untilgbar eingeprägt hatte. Er meinte, sobald er nur erst Gideons Ruh" gefunden hätte, würde er auch nicht mehr lange nach der Mutter und Eva zu suchen haben. Gegen Ende des Sommers nun, da es in den Thälern drückend heiß geworden, nahmen die Zigeuner ihren Weg nach der hochgelegenen DartmoorHeide, und Hans, der vor Sam Lazarus' Wagen herlief, hatte die mit Heidekraut bedeckte, unabsehbare Hochebene kaum erblickt, als er in jubelndes Entzücken ausbrach. O, sieh' doch, Lala! Wir sind da, wir sind da!" Wie er daraus gekommen war, seine Pflegemutter Lala zu nennen, wußte Niemand, auch er selbst nicht. Ihr Name mochte ihm anfänglich so geklungen haben, und dann hatte er sich in seiner langen Krankheit angewöhnt, sie so zu nennen. Wo denn aber?" Sie rief es ihm nach, und er kehrte um. Na, doch auf der Heide, wo ich mich verirrte, von der Mutter weg!" sagte er aufgeregt zu der langsam neben dem Wagen gehenden Frau. Ich glaub's nit," entgegnete sie zögernd. Dazumal werden wir wohl wo anders gewesen sein. De 'eine Heid' schaut aus wie de andere." Nein, nein," protestirte er eifrig. Hier- grade war es. Nur die Bäume kann ich noch nicht sehen." Nach Bäum' hast noch g'nug Zeit zu suchen, derweil wir hier bleiben." Hier bleiben? Wo gar kein Haus zu sehen ist?" Siehst' denn nit all' das hohe Heidekraut? Das best', was. wir finden können zu Besen." Weißt du, was ich finden möchte, Lala?" sagte Hans. Ich wollte, ich hätte Gideons Ruh" erst gefunden." x Sie zuckte die Achseln. Glaubst denn wirklich, dein Mutter that alleweil auf demselbigen Platz' noch sitzen?" Das wohl nicht; aber ich wüßte doch, daß ich in der richtigen Gegend bin." ' Dein' Mutter kann ja aber von da weggegangen sein vielleicht hundert Meilen weit." O nein," sagte er mit einem Blick in die Ferne. Weit ist sie nicht von der Stelle gegangen. Sicher ist sie noch in der Nähe und sieht nach mir aus." Vielleicht kommst noch mal Widder mit ihr zusammen," antwortete die Frau nachdenklich. Wer woaß " Ich weiß es, o, ganz gewiß," fiel er ihr lebhaft in's Wort. Ach. wenn's nur nicht so schrecklich lange währte!" Hans hatte eine optimistische .Sinnesart. Gesunde Kinder fassen das Leben naturgemäß von der heiteren Seite auf. Auch begann der Schmerz über feinen Verlust sich allmählich cb zustumpfen. Er konnte nicht fortwäh. rend an seine Mutter und Eva denken. Ueberhaupt ließ ihm das wechselvolle, thätige Leben, das er führte, nur wenig Zeit zum Grübeln. Zudem, wenn die kleine Familie sich irgendwo für längere Zeit einrichtete, trafen alsbald fast jedesmal noch einige andere Zigeunerfamilien daselbst ein. Ost kamen drei oder vier Wagen zugleich an, und es gab dann Zerstreuungen und Unterhaltung aller Art. Und von Kindern wimmelte es in den Zelten, so daß des Spielens und Tollens kein Ende war, vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Doch während des vierzehntägigen Verweilens auf der Heide von Dartmoor nahm Hans jede Gelegenheit wahr, die Gegend zu durchstreifen, in der Hoffnung, GU deons Ruh" zu finden. Nicht immer begab er sich allein auf diz Suche, ein etwa vierjähriges kleines Mädchen, welches er schon vom Winter her kannte, war öfters seine Begleiterin. Sie hatte ihm gleich damals sehr gefallen. Etwas erinnerte sie ihn an seine Schwester Eva. Sie war blond und, obwohl nicht so weiß wie Eva, doch für ein Zigeunerkind von merkwürdig hellem Teint, dabei schlank und zierlich, nicht so klobig", wie die Anderen. Und sie hatte eine gewinnende Art, zu lächeln, die ihn vollends für sie einnahm. So fühlte er sich denn, als nach viermonatlichem Wanderleben die Familien Lazarus und Banfyld auf den Höhen von Dartmoor zusammentrafen, über sein erfolgloses Herumspähen nach Gideons Ruh" durch Gemmas Freundschaft etwas getöstet. Der um vier Jahre ältere Hans be trachtete sich als der kleinen Gemma natürlichen Beschützer. Sie war noch zu jung, um von ihm in's Vertrauen
gezogen zu werden. Einige Andeutun gen, die er ihr über seine früheren Le-
oensverhaltnisse gemacht hatte, schien sie nicht recht begriffen zu haben. Er meinte aber, später werde sie gescheiter werden. Was war von einer Vierjährigen denn zu verlangen? Ein reizend hübsches Kind war sie aber, und ganz anders geartet, wie alle Kinder ihrer Umgebung. Und er wurde von ihr entschieden bevorzugt, kein Junge stand so bei ihr in Gunst wie er, worauf er nicht wenig stolz war. Die übrigen Mitglieder der Familie Banfyld gefielen ihm ganz und gar nicht. Da waren noch zwei Mädchen, älter als Gemma, die hatten ebenso listig funkelnde kleine schwarze Augen, wie der Vater, und niedrige Stirnen unter krausem, struppigem Haar. HanS hörte auch noch von einem großen Bruder sprechen, wo der aber lebte, das konnte er nicht erfahren. Er hatte einmal danach gefragt, doch keine Aus kunft erhalten. Zwischen Gemma und ihren Schwestern bemerkte er kein sonderlich liebevolles Benehmen. Sie zankten nicht miteinander, doch kam es auch selten vor, daß sie zusammen spielten. Der Eltern Liebling mußte die kleine Gemma wohl sein, das sah Hans, wenn ihr im Geringsten etwas fehlte. Waren die anderen Mädchen krank, so wurde kaum darauf geachtet, Gemma jedoch bei jeder Unpäßlichkeit mit einer Sorgfält gepflegt, als zitterten die Eltern gleich für ihr Leben. Und es mochte auch so sein, denn nicht nur war sie das Nestküchlein, sondern auch ein zartes, feines Ding im Vergleich mit den grobknochigen Schwestern. Sie schien indessen weder kränklich, noch schwächlich zu sein, war immer fröhlich und wohlgemuth. wie alle Kinder, die es gut in der Welt haben. Trotz seiner verfehlten Bemühungen, Gideons Ruh" zu finden, gefiel es Hans auf den Höhen von Dartmoor. Die reine, frische Luft behagte ihm und stählte seine Kräfte. Am wohlsten fühlte er sich, wenn er, auf den Boden hingestreckt, dem Fluge der Wolken nachblickte, dem Säuseln des Windes lauschte und dabei den Duft des Heidekrauts einsog. Eines Tages gerieth er beim Herumstreisen bis zu den Mauern der großen Strafanstalt von Princetown. Erschreckt machte er kehrt, obwohl er die Bedeutung des düsteren Bauwerkes nicht kannte und trat, wieder einmal enttäuscht, den Rückweg über die Heide an. Ermüdet von dem ungewöhnlich weiten Weg hockte er an diesem Abend neben dem Eingang des Zeltes, wo ein Stapel Besenreiser aufgeschichtet war, an den er den Kopf gedrückt hatte. Plötzlich wurde er durch Stimmen ermuntert. Widder mal umsonst!" hörte er Bob Banfyld sagen. Hab' aufgepaßt in de Früh, wo sie sind rausgebracht worden, und 's Abends, nxinn die Arbeitszeit um is. ihn hab' ich aber nit in dem Zug gesehen. Und wenn ich auch gar nit mir ihm hätt' sprechen gekonnt, so wollt' ich ihn doch gern mit Zeichen, die er versteht, ein bissel getrösten, daß er nit ganz den Muth verlieren soll." So einer is doch dein Willy nit," ließ sich Sam Lazarus vernehmen. Behalt'mal einer dabei Muth und siebzehn lange Jahr, so ein mächtig Stück von ein Menschenleben!" Hast schon recht, aber die Zeit geht rum, ob so oder anders. Drei Jahr sein balde vorbei von de siebzehn." Hm," knurrte Banfyld, den Verstand könnt' man drüber verlieren, wenn eins nit wär'! Es kommt ein Tag der Vergeltung! Langsam wie eine Schneck', aber sicher wie der Tod ist eines Banfylds Rache!" Die deinige ist grad' nit langsam qewesen," sagte Lazarus mit kurzem Lachen. Noch'kein halb Jahr war die Geschichte her, da hattst' ihn schon getroffen, wo es ihm nit weher hätt' thun können." Ha, und fühlen thut er's noch. Aber das ist bloß der Anfang gewesen, der erste Schlag. Bleibt das Mädel nur gesund na, du weißt ja, was wir vorhaben. Dagegen sind Todesqualen nichts für ihn." Dein Plan ist gescheit ausgedacht," meinte Sam Lazarus bedächtig. Nit wahr? Und das Schicksal hat ihn besiegelt. Sie ist gezeichnet, und so, daß kein Irrthum oder Zweifel möglich ist. Ihr Platz ist auch nimmer besetzt worden, kinderlos sind die Schloßherrschaften geblieben." Laß dir aber nur die Zeit nit lang werden," erwiderte Sam. Und wenn's auch lange währt, es lohnt das Warten. Wir Banfylds setzen durch, was wir uns vornehmen, die Beharrlichkeit liegt bei uns in der Familie. Wenn wir auch ein heruntergekommenes Geschlecht sind, diese neue Verbindung' wird uns Widder zu Ehren bringen." Sam Lazarus brach in ein heiseres Lachen aus. Den Teufel fragst du nach Ehren!" rief er. Lach' du nur, die Zeit zum Lachen kommt auch noch an mich!" rief Banfyld triumphirend. Denk' dir doch, Mann! Die Erbin der altadligen Sippe von Treherne ein Zigeunerweib, mit Zigeunersprößlingen gesegnet!" Erst laß es geschehen sein, nachher will ich's mir denken," antwortete Lazarus trocken. (Fortsebung folgt.)
WflMbMn
vandalia Abgang St. Louis Spcl., tägl s.. 12 30Vm St Loms Lio taglich s ä fe b 6 60 m Capital Expreß tagl sd.... 7 0053m St Uouiö Ac tägl 7 2693m Ch St L Erpreß täglich äs. 12 20Nm Et Louis Erpreß tägl 2 l6Nl T H Si Csingham Ace tägl. 4 00 Nm St L gaft Matl täglich.... 8 36Ns
leveland, Ctadmtati, 0?tccigo & St Tonis Äailrvaf. Cleveland Dibisic. Abgang Ankuu'.t American Expreß täglich 4 20Bm New Sork Ltd tägl 8 6. ....12 1023 Mumie MW ckBHExp.. 7 SOVm Union City Ac om,.tägl. ... 9 3633 N S d B Lim täglich sä... 7 30Vm Fort Wayne & Elk Expreß. . 10 403 Clevland Accom 10 4633m Southwestern Ltd tgl äs.. ..11 23? Andersen Exp 11 30Vm Anderson Expreß p 2 45Nm n 3 & Lim, tägl 6g 2 66Nm St Lernt Ltd tgl ä s 3 0092m Union City & Elkh Aee tagl 5 20Nm American Expreß töglich.... 6 463hl nickerdockn Sp tägl ä cks. . 6 20m B H d Union City Accom. . . 8 00Nm OU Louis Division. New Aork Ltd tägl 12 2033m American Expreß tgl. . . . . . 4 0033m Tt Lorns Accorn...... 7 16Bm 3ndS Col u Dayton Ex tgl s 4 20Vm Southweftern Lim tgl ä s...ll 46Brn St. Louis Expreß tägl s.. .. 7 l6Vrn St. LouiS Ltd tägl äs . 3 16Nm Mat'n & T Haute Aee 10 36A Terre Haute Mat'n Ace.. 6 00Rm NSä:BoftonLim tägl äs. 2 50N American Expreß tägl 7 05Nm St Louis Accom 6 35N Cinc,3ndpls KStLEx tgl 8 11 60Nm Knickerbocker Sp tägl sä.... g 055? Cineinnati Division Ein Lous Nachtexpreß tgl 3 46Vm CincinnatiAec 10 26V St Louö & Cin Nachtexp tg s 4 30Vm Chic & St LExpreß tgäckps 11 36$ Cincinnati Ezp täg 7 30Vm öouö StSk Chicago Expreßll 36B Cincinnati Accom 1 00Nm White City Spezial tägl p.. 3 0521 Cincinnati Lim tägl p 2 6öNrn Indianapolis Accom täglich. 6 4021 Louiöville Expreß 2 65Nm Cinc 3ndö St L Ex tg ..11 405! Eine & Wash g L tg ä 62 p 6 20Nrn Cine & LouiSV Nachtekp tgl 11 L0R Chicago Division. Chicago Nachtexpreß tägl s.. 12 !5Bm Cine Nachtexpreß, tägl . 3 30v Kankakee Accom .... 7 00Vm Kankakee Accom .10 30V Chicago Fast Expreß tgl ä p 11 60Bm Cine Faft Expreß tägl p ä.. 2 40N White City Special ä & p. 3 20Nrn La Fayette Accom 6 00 öagayette Accom 6 26Nm Cinc & Wash F3.,p.... 6 06N Michigan Division. Benton Harbor Expreß 7 00Vm Elkhart Accom nur Sonntags 9 S6Vm Mchigan Mail Erpreß p...11S0Vm Elkhart Expreß. .. .-...10 403 Elkhart Aee täglich 6 20Nrn Benton Harbor Expreß p.. 2 455? Michigan Expreß . . ... .. 8 00N Peria Division westlich Veoria Expreß täglich .12 1033m ColumbuS & xäinc Exp tgl s 3 30L Peoria Expreß So Mail. .... 7 2SVrn Charnpaign Aecom . . . ...10 36V Western Expreß täglich p ä. .11 6SBm R S & Ohio Sveeial . 2 46N Champaign Accom ........ 4 10Nm Peoria Expreß täglich p & d 6 08Nn Peoria Division östlich. Columbns Expreß tägl. 4 25Brn Colurnbus Expreß tägl ....12 05Nts Ohio Special tägl 3 OONrn Lynn Accom.. .....10 00 Lynn Aceorn.. , 6 16Nrn ColumbuS Expreß täl 11 3033
pittskmrgh, Tincinnati, Chicago & St. Tonis R'y. Indianapolis Division. Abgang Antnas PittSburg Special, tägl s .. 3 30Vrn St LouiS Stezial tägl.. 12 1033 ColumbuS Accom tägl..... 7 30 St LouiS Lim täglich s ä d.. 6 46? New Jorl Expreß täg ä.... 8 lOVm Capital Expreß täglicb sä. . . 6 60B Keyftsne Expreß tägl ä k s. 3 06N Chic 6? St L Expreß tgl ä g.12 ION Atlantic Expreß täglich ... 5 OONm SndianavoliS Aceorn. 12 40N N S Lim täglich s d b.. 6 60Nm St LouiS Expr tägl ä & s. . 3 06s? Pittöburg Expreß, tagl sä.. 7 06N Nimmt keine Passagiere tgl- SON Chicago Divisicn. Chicago Special, tgl 9 b .. 113633m Southern Expr täglich 3 15V Leu & Chi g Expr täglich all 60Nm Chic & Lou Expr täglich p b 3 40Nv SsuiSville Division.
Southern Expreß tägl s.. .. 3 36Vm PittS & Lon g ö tägl s. . . . 7 OOB Mao Acc nur Sonnt 7 30Bm SouiSv .fc Madison Aeeo.. 8 06Vrn Chicago k Lou g L täglich p d 8 56N Madison Accom tägl...... 3 65Nm Louiöville Accom tägl.. .. S 46Nm
Indianapolis & vincennes R. R. Cairo & Vineen Expr täglich 7 20Vm Spencer & Bedfsrd Ac, tägl. 9 46v Vincennes Expreß tägl....... 8 60Nm Vincennes Expreß täglich.. 10 303 Spencer Sz Bedford Ae, tägl. 4 48Nm Cairo Expreß täglich ........8 15N Cincinnati, Hamilton & Dayton R. R. Cincinnati Division. Abgang' Ankun Cincinnati Veft täglich,.... 4 OOBm Cincinnati Vestibüle täglich s 12 46vu Cincinnati Accom täglich. .. 6 0533m Fast Mail täglich ......... 6 36V Fast Mail täglich ...... 8 05Öm Cincinnati Expreß taglich.. 10 08Vm Cincinnati & Det Sxpr p. .10 40Bm Cin Chi St S Ex tgl p..H 46Vni Tin . & Dayton Best. Exp p 3 OON Cincinnati Best ä fc p .... 3 265! Cincinnati Best täglich ä p 5 OON Cine & 3nd Aeeo p...7 24N Cin & Detroit Expreß täglich 7 02Nm Cin 3nd St 8& Peo Ex tg &cl0 40N Springfield Division. Abgang Andmst Springfield Mail........ 7 8033m Springsiew u Decatur Expreß 8 OOB Chicago Erpreß p . . . ......11 6033 De:atur Accom 10 3033 Decatur Actotn. ...... 3 80Nm Cincinnnti Expreß täglich p 2 46 t Dect & Springf Exp tg , ä.11 ION Springfield & Decatur Expr. 4 40Nrn tah Lrie S weftern R. R. Abgang Ankunft Ma'I und Expreß.. ....7 IbVrn Indianapolis Expreß 10 2633m T Det M C Ex täglich.. 12 20N Mail & Expreß 3 26Nm Chicago Expreß 6 405! Toledo Expreß 9 46te Chicago, Indianapolis ä? kouisville Rf. (ZNonon Route.) Abgang Llnkrnst Chie Night Expreß tägl ...12 55B Cincinnati Best tägl g...... 3 S6L gast Mail täglich 8..... 7 COBrn Fast Mail iäglick , 7 6633m Cbi Expreß, nur Ssnaxä..ll 60V Monon Acr,tagl auSgSsn,10 00? Vhi ö? Mich City Best äp.. 3 35 Cincinnati Best täglich ä p. 4 SNrn Monon Aee,. 4 VOW . Via C. H. & D. U h., (West) und Nsachdale. Chiiago Expreß p 11 60V Cincinnati Expreß p . . . . . 2 45N
S betest Eleepct. P. Plo Ct. COtii Li B -Hltt u. D. Disiif t
kine. Ankunft Ptttöbukg Spcl, taglich s..3 20Vm New Sork Expreß täglich s d 6 60Vm Schneller Mail täglich.... 7 5533m Terre Haute Effing Ace täg 10 2553a Key?o.-le Expreß täglich äs. 2 60 Atlantik Erpreß täglich.... 4 4591 The NF Limited tägl s 4 b 6 46K Pittöb Exp, läglsck 6 552c
SouiSv & Madlfon Aee tägl 10 10? Chic. FS tägl pd 11 80V Louiöville u. Madison Ace.. 6 40N& LouiSV & Ptttöb F L täglich 6 3651 Madison Accomrn Sonntags 8 16L Lon & ChiF Expr. täglich 11.25
