Indiana Tribüne, Volume 28, Number 158, Indianapolis, Marion County, 25 February 1905 — Page 6

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H M H 3 deutschen Haushaltungen so, oh! i in amerikanischen ist Dr. August Koenig's Aamöurger Mrusttki ICC H hoch geschäht zur Heilung von Susten, Erkaltung, Dronch!t!s, Zciscrkeit, Ast!)L?a. H M Der echte Töee ist ebenfalls bekannt als das beste Heil, mitte! gegen H Grippe. H H Clr wärmt das Vlut, vermin dert den Kel,, stärkt, steNt ieder her und heilt. H M Warum nicht Ihr Heim.. anziehend machen, durch den e Krauch eines Garland Ofen... ..und. Ct yiwttft& Dieselben Übertressen alle axdern in Schön,

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heit. Dauerhaftigkeit. Heizkraft und Spar. ma9 wenn ug nur cqi wieoer m meisamkeit im Kohlen Verbrauche. ner Freiheit bin.

3. ... flg gezeigt, in WILLIG'S CTOSt! CSY ...Movcl-Vanomng... 141 West Washington Straße. WfrööOCO Burton & Stahl, I ...NechtsankMe... W. H. Burton, früher Konsul in Teutschland. John Stahl, früher. GehilfS StaatSanwalt. Deutsche Advokaten und Notare $ ntt,z,, ; 17, a,rM, 2 Vraktiziren m allen Gerichten 4 Z der Ver. Staaten. 4 . . ? bl)7 Stale Ltse Gelmnve. l Vttut Telephon 5881. 0fr & M I 00000 1 Prozent jahrlich. Zinsen zahlbar vierteljahrlich. Ä in "Jndi7 s. m m c c . t r - r Dividenden zahlende Mtim in etahlirm oenio Bonos, zrunoeigeniyums-vVporye ken und alle Sorten Geldanlagen ersten Ran aeS. Bessere Sicherheit als eine Bank. Um C - m . 1 v rA.iM r .9 . reqici6str m icaar auf lutagxgc unoigung. BURT0N & STAHL Deutsche Advokatur. . . . 07 Otate Life Gebäude Jota C. MeMais, Rcchtslmloalt... (Frühn taattanwalt.) dTd-Mo Andiana TrnU evande .t A.wyijvn xou.

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O O o "Der weisss L)crnsr o o o o o o o C o o -K O von o Prtcr Rofegger o o oooooooooooo as war keine schlechte Aufregung unter den Sommergasten. Vom Wirthstische, wo sie just beim Mittagsmahl saßen, liefen sie weg und in den Hof hinaus, wo der Mord geschehen war. Unter dem Häckselstock lag die Leiche auf dem Bauch, streckte das langbeohrte Haupt und alle vier Füße von sich. Der Mörder saß oben in der dunklen Wandecke, schnurrte und seine grünen Augen glotzten herab aus die Leute, die ihm nachtrachteten. Das Herzbewegendste aber war noch die arme Waise, das junge weiße Kaninchen, das unweit der todten Mutter hockte, seine Ohren gen Himmel spitzte und aufgeregt schnupperte. Mein kleines Mädel, das auch herbeigeeilt war, erbot sich sofort, Mutterstelle zu vertreten an dem Haselem. Aber es hieß, da müsse erst die Frau Wirthin gefragt werden, deren Eigenthum das Thier war und in deren Bereich und Gerichtsbarkeit sich das Ereigniß vollzogen hatte. Da trat eine frische Wienerin hervor, fing ohne Umstände das weiße Kaninchen ab und schenkte es meiner kleinen Martha. Das also ist die Geschichte, wie der weiße Hansi in unser Haus kam. Bei uns gibt es auch noch einen anderen Hansi, der nicht weiße Haare und nicht rothe Augen, nicht lange Ohren und nicht vier Füße hat, sondern der ein schlanker, munterer Universitätsstudent ist. Zur Unterscheidung von diesem nannte die kleine Martha ihr Häselein den weißen Hansi. Der Glllcksfall für das arme Thierchen war kaum geringer als der jenes Judenknaben, der ertrankt werden sollte, von der Prinzessin des Pharao aber aus dem Nil gefischt und dann wie em Prinz erzogen wurde. Das Madel nahm den weißen Hansi ins Schürzlein, trug ihn nach Hause und legte ihn auf das großblumige Sofa, wo das Thier sofort Enttäuschungen erlebte. Für's erste waren die Blätter und Blumen des Sofas nicht gemeßbar, fur's zweite durfte es m dieser Herrlichkeit seiner Natur nicht freien Lauf lassen. Immer war das lästige Menschenmädel hinterher: Du garstiger Hansi! Wirst hinabgehn! Gehst! Nein, da darfst nicht mehr auf dem schönen Sofa liegen!" Da sagte der Hansi: Ich pfeif auf Dein Sofa. Mir ist's viel lieber auf dem Stroh im Stall, wo ich Ruhe hab'. wo mich mcht alle fünf Minuten Jemand an den Ohren nimmt, an seine Larve drückt und mit mir umschmiert. tr( mnn Virt2 rttAf 1trh CT? Yar I 07 mwo vus mui. vitiv uim vuzuckertes Zeug kannst auch selber naschen, ich find' schon selber, was ich MäM TXnb KffiTbX e fei em leises Liebeswmseln und kosete und herzte ihn um so mehr. Allmalig jedoch als er :m Garten umherlaufen durfte, als man ihm Kohlblatter vorlegte, dieselben ihm so uul uuici jjutiuurn Jlllell uu uus Schnäuzchen hielt bis er anbiß, als i. -"-if:- o.... ZSSSJßS allabendlich in das sichere Nest emer Holzkiste that, schien es der Hansi doch einzusehen, daß er bez guten Leuten war und seine Anhänglichkeit wurde bald so groß, daß kein Mensch im Hause einen Schritt thun konnte ohne Gefahr, dem Hasen auf die Pfoten zu treten. Und im Spätherbst, als das große Packen und Neinmachen begann und das Uebersiedeln in die Stadt, gab es JÄ VS?" " Hansl Ulcht Mitgenommen werde, weil ih m b; esellsckaft" dock entschieden zu sehr an Bildung fehle; so reizend die ländlichen Manieren auf dem Lande Wären7 so anstößig waren sie in oer tao:. (Legen dieses Borurtheil lehnte sich das kleine Mädel auf. Dürfe der weiße Hansi nicht mit in die Stadt, so bleibe auch sie auf dem Lande. Vom Hansi wolle sie sich nie wieder trenn:n. Und die enlsprechenven Thränen dazu, während der Hansi, auf den Hinterbeinen hockend, sich aufrichtete. die Borderprankerln demüthig gebogen hielt und die Ohren himmelwär.z .eckte. I Al4t t -t It-T V-v V JU i ,ttt um uiuuu, uu uuu u der Go'nnerin treu bleiben wolle. In einem verdeckten Körbchen, dessen Henkel die kleme Martha mcht vom Arme ließ, machte der Hansi nun die Reise mit in die Stadt. Das Mädel hatte auf der ganzen Reise Angst vor dem Zollmann am Stadtbahnhofe: wenn der den Hansi nach Werth und Wichtigkeit , besteuern würde, dann möchten die fünf Dukaten, die sie in ihrer Sparbüchse hat, nicht reichen. Sie war daher nicht wenig verwundert, als auf die Angabe, daß im Korb ein lebendiges Kaninchen sei, der Zöllner mit der Hand eme wegwerfende Bewe gung machte: Passirt!" Die ffreude war gemischt mit Unmuth über die Ge rinaschäkuna. .Der aute. dumme Äoll mann! In ve? :ao!woynung angelangk,

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Während den letzten drei lange Nacht des Elendes. Es Zeit nur auszuhalten im Stande

laufen, und erlitt außerdem gleichzeitig einen schweren Swrz. Dies geschah

der monatlichen Periode, und

dung und Eiterung folgten, nicht nur in der Mutter, sondern auch in den Eierstöcken und den fallopischen Röhren.

M rn Ki Mein Arzt that sein

Linderung sei nicht möglich, ausgenommen durch eine Operation, welche ich

lehnte. Ich probirte dann verschiedene berühmte Heilmittel, ohne irgend

Mutter mir empfahl, den .Wlne Ich nahm ihn, wie eine sich, wie von Gott gesandt, für

tägliche Kopfweh, das ich zu ertragen hatte, verschwand. Meine Gesundheit im Allgemeinen besserte sich, und in dreizehn Wochen war ich vollständig genesen. Keine Operation war noth

wendig. Der Wine of Cardai Netter, und ich bin sehr Kur zuzuschreiben. durfte der neue Hansgen-zsse durch alle Zimmer laufen, um sich sein Winkelchen zu wählen. Den runden Hintertheil stets in die Höh? schupfend, hüpfte er von Stube zu Stube, beguckte und be schnupperte alles und schnellte manchmal den Kopf mit den Nothäuglein und der Scbafsnase bin und ber. Richt wahr, Hansi, bei uns ist's schön?" rief das Mädel. Aber dem Hasen schien weder der glatte Fußboden zu imponiren, noch der niederwallende Fenstervorhang, noch das Klavier, noch der Bücherkasten mit den schönen Schnitzereien, noch der Spiegel mit dem Goldrahmen. Roch das meiste Interesse zeigte er für das Puppenwagelchen; sofort hüpfte er hinein und hockte sich neben die Puppe hin, die aber ruhig weiter schlief, bis das Mädel sie aufrichtete zum Sitzen und ihr zeigte, wer da sei. Jetzt schlug die Puppe die grohen schwarzen Augen auf und schaute in die leere Luft hinaus. Entzückt schien sie also nicht zu sein über den neuen Rivalen. Der Hase im Korb wäre auch richtig der Hahn im Korb gewesen, wenn er nicht sofort eine Dummheit gemacht hätte. Anfangs beschnupperte er das Rosakleidchen der Puppe und zerrte es aus der Ordnung, plötzlich biß er in den Schenkel, daß die Sägespäne herausrannen. Du!" schrie das Mädel und versetzte ihm einen Klaps, daß er erschrocken aus dem Korbe sprang. Damit war das herzliche Verhältniß gestört, aber nicht auf lange. Als der Hansi in der Zimmerecke an einer' Papierschachtel zu knuspern begann, lachte sie schon wieder Über ihn, fing ihn' ab und kraute seine Stirn. Das hatte er besonders gern, da hockte er ganz ruhig auf ihrem Schooß, rührte kein Ohr und schloß die Augen. Endlich wählte er sich in der Wohnung sein Quartier. Das Mädel war betroffen, daß er nicht unter seinem Bettchen nächtigen wollte, nahe dem Ösen. Draußen im Vorhause, hinter der Kohlenkiste hatte er sich's bequem gemacht. Und tagsüber, wenn er just nicht umworben war, denn alles huldigte dem Hansi, alles überhäufte ihn mit Kosenamen, streichelte ihn im Vorbeigehen, hockte er im dämmerigen Gelaß vor der Küche und schaute ruhig vor sich hin. Stundenlang. Ich hätte dem Thier eine solche Beschaulichkeit nicht zugetraut. Es schlief nicht, es duselte nicht stumpfsinnig, faß mit zurückgelegten Ohren da und schaute klug in die Kramerecke hmem. kr dachte sicher an etwas vielleicht an seine Kindesheimath im Ochsenstall beim DorfWirth. Vielleicht auch an die Zukunft, an die Gründung einer Familie, die in seiner. babylonischen Gefangenschaft leider völlig ausgeschlossen schien. Dem Madel ist es kaum jemals eingefallen, welch Unglück es für so ein Thierchen ist, der Liebling des Menschen zu sein. Der Mensch lohnt mit ewiger Gefanaenschaft. Die beiden Kanarienvögel im Käfig wußten auch ein Lied davon zu singen. Wenn dem Menschen um's Kosen zu thun ist, da erdrückt er das Thier beinahe und meint, demselben müsse auch so menschlich zum Liebeln sein. Und wenn er je nach Laune das arme Wesen vernachlässigt, vergißt, es bei Kälte und Hunger in der stummen Verlassenheit schmachten läßt, da wiederum entschuldigt er sich damit: Es ist doch nur ein Thier, und ein Thier fühlt's nicht so. Gewöhnlich wenn Jemand durch den Vorraum ging, kam der weiße Hansi hervor, schloß sich ihm an, hüpfte ihm an den Fersen nach und trachtete durch irgend eine Thur mit hmernzuschlupfen. Sei es, daß er bisweilen gern neue Geaenden sah oder daß er wieder einmal auf einem Teppich oder Sofa ruhen wollte. Da bekam er denn mit der Schuhspitze manchen Rippenstoß oder manchen Fußtritt auf die Pfote, der ihm nicht vermeint gewesen: er muckste nicht, sondern dachte wohl, er sei selber schuld, wenn er sich so unter die mensch nchen Füße begebe, die keine Augen haben. Hingegen empfand er Absicht - iiajz 'jizuzzzi ut eine nraniung, stampfte mit der Pfote oder biß um sich. Als der andere Hansi, der mit den langen Beinen und kurzen Ohren, -von

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Lake Genevieve. Ms., den 20. Nov., 1903. Jahren war mein Leben, meiner Gesundheit halber, für mich nur eine

schien, daß ich all das Elend zu erdulden hatte, was eine Frau in dieser

war. Vor nunmehr drei Jahren erkältete die Folge war so schlimm, wie man sich

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denkbar Bestes zur Linderung, jedoch nach

of Cardul zu Probiren, da derselbe ihr empfohlen worden sei. ertrinkende Person noch nach einem Strohhalm greift, und er erwieö mich. Meine Schmerzen wurden allmählich geringer, das

erwies sich .als meinen erfreut, ihm allein meine Sthel

zweite Vkce.PrSsldeitt!, Teaqers' Allociatiou.

seiner Universität nach Hause kam, aao's fortwährend Reibungen. Dieser wollte nämlich an dem Thiere mancherlei physikalische und psychologische Studien machen, zum Beispiel Versuche anstellen, wie weit bei Kaninchen die Intelligenz reiche, ob sie entwicklungsfähig wäre oder wo und wodurch bei ihm das Schmerzgefühl anhebe. Das ließ sich, nun der weiße Hansi durchaus nicht gefallen und durch scharfe Bine gab er dem Forscher zu verstehen, daß er nicht gesonnen sei. ihm ein Versuchskaninchen abzugeben! Durch Semmelkrümchen und Nußkerne wollte der Student nachträglich wieder alles schlichten, allein der Hase ging nicht darauf ein, er schnappte nicht nach dem Nußkern, sondern nach dem Finger. Der Student war auf alle Wege bestrebt, sich bei ihm einzubiedern. er gab seine wissenschaftlichen Versuche gänzlich auf, er bestrebte sich, genau wie alle anderen unter Kosenamen ihn zu streicheln, that's aber weislich nicht ohne Handschuh. Der weiße Hansi ließ sich stets ein Weilchen ruhig streicheln. lauerte aber auf Momente, da der heuchlerische Gegner sich eine Blöße gab. und wenn zwischen Handschuh und Aermel die Haut offen laa. schnappte er hinem. Das unversöhnliche Gemüth f:el uns um so mehr auf, als der Hase ton allen anderen sich die dreistesten 5?ckereien gefallen ließ. Ich möchte sehen, was ein anderer dazu sagte, wenn man ihn so bei den Ohren nähme und in die Lüfte höbe, wie wir es mit dem Hansi gern machten. Und er verhielt sich dabei ganz ruhig. Das hatte er schon weg, je mehr man dabei zappelt, je schärfer spannt's an. Solche Thatfache muß man rasch benutzen, um Moral zu schmieden: Nimmt Dich das Schicksal bei den Ohren, so halte ruhig still! Wir waren verwundert, immer und überall zu merken, daß das Kaninchen stets genau wußte, was es wollte oder nicht wollte; die Personen unterschied es scharf, die eine war ihm unsympaKrf die andere sympathisch, und daran konnte leine ' Behandlung, kein Bestechungsversuch etwas ändern. Das Wesen hatte Charakter! So wie er au dem schwarzen Hansi seinen unversöhnlichen Feind sah, so hatte er insgeheim eine ganz besondere Zuneigung zuc Netti. Das war ein zartes Verhältniß. Schon am Morgen, wenn die imme fleißige Netti die Kleider klopfte oder die Schuhe putzte, stand der weiße Hansi daneben, machte Männchen und schnupperte. Nicht als ob ihm blos darum zu thun gewesen wäre, etwas Stiefelwichse zu naschen, er wußte auch, daß die Netti ihm nachher das Schälchen Milch brachte, daß sie es war, die ihm sein Strohbettchen stets in gutem Zustande hielt, die ihn an frostigen Tagen mit in die Küche nahm und die immerfort besorgt war, daß von all den hastigen Leuten des Hauses keiner auf das kleine Wesen trete und es zerquetsche. Solches Wohlwollen schätzte er und deshalb zeichnete er die Netti mit ganz besonderer Anhänglichkeit aus. Selten war sie im Vorhause, in , den Zimmern zu sehen, ohne daß der weiße Hansi hinter ihr herhüpfte und wieder seinerseits Wache hielt, daß ihr nichts geschehe. Der Hausmann einmal, als er mit seinem Scheiterkorbe in die Küche gekommen war und eine verdächtige Bcwegung nach Netti gemacht hatte, der hat's erfahren müssen! . Wie ein Delphin aus dem Meere plötzlich in die Luft emporschießt, so schnellte der weiße Hansi vom Boden auf und schnappte nach der vorwitzigen Hand. Nein, in diesen Dingen vergab er sich nichts. Andererseits verschmähte auch der weiße Hansi keine Näscherei. Er nagte ! an dem Schuhwerk, an den alten Papierschachteln, an dem zerfahrenen Spielzeug des Madels. Dieses ließ ge währen, klatschte nun sogar jubelnd in die Hände, wenn von alten Puppen ganze Arme und Beine weggenagt oder meine schönen Bücherdeckel zuschanden nmnf&l wurden nh fnfsrfmrhirt fc ! astn immer damit, daß er ein Nagetbier fei. Das stand in ibrer kleinen Naturgeschichte schwarz auf weiß. Ein t)nnr firrninTVdf rn förfrnfo tn hr i Vorkammer gestanden, waren mit der

ich mich beim Schlittschuh unglücklicher Weise während nur denken konnte. Entzün drei Monaten erklärte er. auf das Entschiedenste ab welchen' Erfolg, bi fiaker, Zeit-gänzlich aufgegessen worden bis auf ein Stückchen Sohle, das schließlich sich nicht als Leder, sondern als ein Holzbrettchen erwies. Das wurde dem Schuster zurückgegeben mit dem Bemerken, daß Holzschuhe wohl noch bei Naturvölkern vorkämen, bei civilisirten Nationen aber gänzlich auZ der Mode gekommen seien. Worauf der Schuster zurücksagen ließ: Sein Werk trotze eben dem Zahn der Zeit und der Kaninchen. Daß der weiße Hansi übrigens datAllerungenießbarsie fraß, bewies feine Vorliebe für n-.einen Papierkor!.-. Sturm- und drangglühender Gymnasiasten klassische Dramen, wie jungdeutscher Barden Gesänge mit Raubmord, Meuchelmord und Selbstmord fraß er und blieb gesund. Eines Tages hatte der Studiosus wohl infolge seiner Forschungen die Behauptung aufgestellt, der weiße Hansi. fei eben ein Optimist, der alles im rosigen Lichte sehe, gleichzeitig aber auch ein Philosoph, der alles nach zwei Seiten betrachte. -Beweis des ersten, weil der Hase rosenrothe Augen hätte; Beweis des zweiten, weil diese Augen nicht vorne im Kopf, sondern rechts und links seitlings ständen, wodurch es natürlich komme, daß jedes der Auaen gleichzeitig ein anderes Bild sehe. Im Ernste wurde von den Bewohnern des Hauses einen ganzen Tag lang dieseAnsichtssache besprochen, während der Schelm aus der Universität sich heimlich freute, über seinen Todfeind eine falsche Meinung verbreitet zu haben. Dann erlebte der weiße Hansi einen unvorhergesehenen Glücksfall, wenigstens in unseren Augen. Es kam das Frühjahr und wir nahmen ihn wieder mit in seine grüne Alpenheimath. Wir dachten, er würde vor Freude springen und hüpfen auf dem freien Rasen im hellen Himmelslichte; im Gegentheil, er hielt sich zitternd an den Kleidersäumen der Leute, er wagte sich lange nicht in's Freie. Vielleicht that seinen rothen Augen die Sonne weh. Endlich wagte er's doch und fing vor dem Hause an den Gräsern an zu naschen. Sehr ungeschickt, er erwischte immer die sperren spröden Halme, biß sie ab, ließ sie wieder fallen, allmälig erst zur Einsicht kommend, welches Kraut das beste ist. Das ließ er sich dann aber auch schmecken. Doch der Anfechtungen unter freiem Himmel gab es nicht wenige. Da galt es nicht blos, sich gegen Wind, Regen und Steinwürfe der Nachbarsrangen zu schützen. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel schoß, eines Tages eine Schwalbe nieder, kerzengerade auf den weißen Hansi. Dieser schob sich so blitzschnell über vor Schreck, daß der Vogel auch seinerseits erschrak und den beabsichtigten Angriff nicht vollführte. Von dieser Stunde an wagte der Hansi sich lange Zeit nicht auf den freien Nasen hinaus, sondern blieb stets in der Nähe einer Bank, unter die er sich drohendenfalls flüchten konnte. Weil sich alles befehdet, was da kreucht und fleucht auf Erden, so kam für den weißen Hansi ein Tag der hochsten Gefahr und Aufregung, aber dieser Tag dauerte nur eine Stunde. Die kleine Martha hatte auf der Straße einen herrenlosen jungen Hund gefunden. An dem war der Kopf so groß wie der ganze übrige Körper, und die Schnauze wieder so groß als der ganze Kopf. Im Ganzen war er sehr klein, schwarz und weiß gefleckt. Das Mädel trug ihn kosend auf dem Arm und fand, daß es auf der ganzen Welt nichts so Herziges mehr geben könne, als dieses Hunderl.", Der Hase gewahrte es sofort und begann unruhig zu werden. Ein neuer Liebling? Wir mochten gern wissen, welchen Standpunkt die beiden Rivalen nun zueinander einnehmen wollten" und ließen den kleinen Hund auf den Rasen hinab, drei Meter weit ' vom weißen Hansi. Dieser war so entsetzt, daß er erstarrte, der Hund schmiegte sich zitternd und wimmernd m'ö lÄras jo narrien t emanoer an. der eine in dem anderen wobl das schrecklichste Ungeheuer erblickend. .Der Hase war ein Riese gegenüber dem nich tigen Hündchen, einen Augenblick stellte I tt siÄ stlÜMM auf die Vorderfüße ZU j ner drohenden Haltung. Der Hunde-

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knirps kauerte hin und begann sachte zu kriechen nach vorwärts. Das gab dem Hasen einen Ruck, hochauf von der Erde schnellte er mehrmals und hüpfte dann in großen Sätzen davon. Der größte Hase läuft vor dem kleinsten Hunde. Dem weißen Hansi wäre es ein Leichtes gewesen, mit einem Pfotenhieb das wohl kaum drei Tage alte Thierchen niederzuschlagen und damit die Herrschaft vielleicht für alle Zeit sich zu erobern aber ein Hase thut das nicht. Und der Hund ist des Hasen Feind aus keinem anderen Grunde, als weil er ein Hund und jener ein Hase ist. Es wären die Kämpfe der Zukunft nicht abzusehen gewesen. Da kam eine Magd: Ihre Frau hätte einen jungen Hund verloren, einen scheckigen, so klein, daß er noch kaum lausen möge, weshalb er nicht weit sein könne. Ob man ihn nicht etwa gesehen hätte? Die Martha war nicht erbaut über diese Reklamation, mit dem Finger zeigte sie in's Gras dort krabbelte er. Die Magd rief Freuden- und Dankesworte aus, faßte den Hund in die Schürze und trug ihn davon. Das drohende Unheil war vorüber und für den weißen Hansi kamen wieder sonnige und friedliche Tage, die zur - Zeit, da diese Hasenchronik verfaßt wird, noch andauern. Sollte sich fürder noch etwas Großes mit ihm ereignen, so wird nichts geheim bleiben; sollte aber eine böse Katze oder ein sportslustiger Jagdhund das Ende sein oder gar ein kaninchenfleischlustiger Zigeuner dann schweigt die Geschichte. Die kalte Suppc. In der Schlacht bei Jnkerman, die im Krimkrieg 1864 zwischen Russen und Engländern stattfand, und in welcher die letzteren einen glänzenden Sieg ' erfochten, that sich ein englischer Feldwebel so hervor, daß er noch auf dem Schlachtfelde zum Offizier ernannt wurde. Einige Tage später wurde ihm zu Ehren ein Gastmahl in der Ossiiiersmesse angesetzt, zu dem das gesammle Offizierkorps seines Regiments eingeladen wurde. Den Vorsitz an der Tafel übernahm Lord Raglan, der Oberbefehlshaber der englischen Armee, dem dieser Sieg die Beförderung zum Feldmarschall gebracht hatte, und den Ehrenplatz zwischen Lord Raglan und dem Obersten seines Regiments mußte der Held des Tages, der frühere - Feldwebel, einnehmen. Dieser war ein sehr tüchtiger, aber einfacher Mann aus dem Volke, und d'e jungen Leutnants freuten sich fchon im Voraus über die Verstöße gegen die Etikette, die der neugebackene Offizier auf seinem Platz zwischen seinem hohen und höchsten Vorgesetzten machen Würde. Die Tafel wurde vom Fcldmarschall mit einem Hoch auf die Königin eröffnet, und dann wurde servirt. Ein Diener brachte die Suppe, und gleich darauf' erschien ein anderer mit einer Schale voll Eisstückchen, um den Wein zu kühlen. Unglücklicherweise reichte er zuerst dem neubeförderten Offizier das Eis dar, und da dieser sich absolut nicht zu erklären wußte, wozu das Eis dienen sollte, er aber doch glaubte, von dem, was ihm gereicht wurde, nehmen zu müssen, nahm er ein Stück Eis und warf es kurzer Hand in seine Suppe. Unter den jungen Offizieren, die ihn alle scharf beobachteten, brach darob ein kaum unterdrücktes Kichern los, das jedoch sofort verstummte, als Lord Raglan sich ebenfalls einen Klumpen Eis nahm und ihn ruhig, als ob dies die natürlichste Sache von der Welt wäre, in seine Suppe legte. Der Oberst folgte seinem Beispiel, und alle anderen Offiziere mußten eS wohl oder übel nachmachen. Man aß an diesem Tage also, die Suppe kalt; aber auf diese ? ebenso feine als originelle Art ersparte Lord Raglan dem tapferen Soldaten an feiner Seite eine Kränkung, die diesen hätte tief verwunden können. Die Zarin be absichtig t. mit ihren Kindern im Frühjahr das Prinzenpaar Heinrich von Preußen im neuen Hemmelmarker Schlosse bei Kiel zu besuchen.

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